Düsseldorfer Ausbildungsmarkt: Hören Sie jetzt das ANTENNE-Update!

Der Düsseldorfer Ausbildungsmarkt ist nicht mehr rosigst, aber immer noch rosig. Die Zahl der Ausbildungsverträge nimmt ab, die Zahl der freien Ausbildungsstellen nimmt ab und die Zahl der Bewerber nimmt ab. Dennoch kommen auf 100 potentielle Bewerber noch 140 Ausbildungsstellen. Das ist eine Super-Bilanz! Rein rechnerisch gibt es also für jeden Schüler eine Ausbildungsstelle. Allerdings: die Noten müssen stimmen! Wenn man schlecht in Mathe und/oder Deutsch ist, dann hat man leider schlechte Karten. Es gibt aktuell noch rund 1000 freie Ausbildungsstellen. Dennoch wird es im Oktober noch 100 unversorgte Bewerber geben. Doch, auch für diese Schüler wird es eine Lösung geben. In unserer ANTENNE DÜSSELDORF-Sendung haben Mittwoch haben wir über den Ausbildungsmarkt berichtet. Sendung verpaßt? Hier können Sie sie noch einmal nachhören: duesseldorfer-wirtschaft.de

Drei Unternehmen in vier Stunden

Düsseldorf auf Klassenfahrt! Im Rahmen der Veranstaltung „Schule/Wirtschaft XXXL“ erkundeten 25 Lehrkräfte drei Düsseldorfer Unternehmen in vier Stunden. Mit dabei waren die Betriebe Teepack, Eibler und ABB. Praxisnah erlebten die Teilnehmer Unternehmen, Branchen, Produkte und Ausbildungsberufe. Abgerundet wurde der Tag mit aktuellen Zahlen zum Düsseldorfer Ausbildungsmarkt. O-Töne vom Tag finden Sie auch unter www.duesseldorfer-wirtschaft.de.

Aktuelle Zahlen zum Kita-Streik

Im aktuellen Tarifkonflikt beklagen die Gewerkschaften, dass die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern nicht angemessen vergütet wird. Verglichen mit anderen Dienstleistern verdienen Beschäftigte in Kindertagesstätten und Vorschulen aber recht gut.

Wer sich zur Erzieherin oder zum Erzieher ausbilden lässt, der muss in der Regel an einer Fachschule oder einer vergleichbaren Einrichtung drei Jahre büffeln. Im Beruf angekommen, verdient man dann je nach Tätigkeit und Berufserfahrung zwischen 2.590 und 3.750 Euro im Monat – so steht es in der gesonderten Gehaltstabelle für den Sozial- und Erziehungsdienst.

Damit liegen die Einkommen deutlich über jenen, die andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst mit ebenfalls dreijähriger Berufsausbildung beziehen – nämlich zwischen 2.146 und 3.097 Euro monatlich. Zudem sind die Gehälter der Erzieherinnen nach Angaben der kommunalen Arbeitgeber seit dem Jahr 2009 um 33 Prozent gestiegen. Im allgemeinen öffentlichen Dienst war das Plus nur halb so groß.

Die Kita-Mitarbeiter schneiden aber auch im Vergleich zu Arbeitnehmern in privaten Dienstleistungsbereichen recht gut ab, wie ein Blick auf die tatsächlichen Bruttoentgelte zeigt:

Ausgebildete Erzieher in einer Kita verdienen ohne Sonderzahlungen monatlich 2.880 Euro brutto – das sind 77 Euro mehr, als Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung im Mittel aller Dienstleistungsbereiche erhalten.

Dabei fällt auf, dass – anders als im übrigen Servicesektor – weibliche Fachkräfte im Durchschnitt rund 120 Euro mehr verdienen als Männer. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Erzieherinnen oft andere Tätigkeiten ausüben als ihre männlichen Kollegen.

Generell lohnt es sich allerdings für Beschäftigte in Kitas weniger als für andere Arbeitnehmer im Service­bereich, zusätzliche Qualifikationen zu erwerben oder kleinere Führungsaufgaben zu übernehmen:

Während eine „herausgehobene Fachkraft“ in Kitas monatlich 3.774 Euro brutto verdient, kommen entsprechende Mitarbeiter im Schnitt aller Dienstleistungssektoren auf 4.132 Euro.

Insgesamt noch besser zahlt die Industrie – eine beruflich ausgebildete Fachkraft streicht dort durchschnittlich etwa 13 Prozent mehr Gehalt ein als ein Kita-Mitarbeiter. Das mag ungerecht erscheinen, doch letztlich muss ein Lohn auch am Markt verdient werden. Auf Kitas übertragen heißt das: Wer höhere Gehälter für Erzieherinnen fordert, der muss auch akzeptieren, wenn die Betreuungsgebühren steigen.

Außerdem genießen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst gegenüber ihren Industriekollegen wichtige Vorteile. So ist ihr Entlassungsrisiko geringer, sie müssen keine Nachtschichten sowie keine Sonn- und Feiertagsarbeit leisten und sie können sich auf die konstante Entlohnung nach Tarif verlassen – selbst in Krisenphasen, wenn Industrie­arbeiter mit dem Kurzarbeitergeld vorliebnehmen müssen.

Quelle: IW Köln