„Volle Hütte“ beim GUT in Neuss – Sicherheit in unsicheren Zeiten

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(cs) Beim Gnadentaler Unternehmertisch (GUT) in Neuss herrschte diesmal besonders großes Interesse: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Journalist Uwe Schulz mit Hans-Dieter Müller ins Gespräch kam. Müller ist Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr und Kommandeur des Landeskommando Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Der General machte deutlich, dass sich Deutschland in einer Zeit wachsender Unsicherheiten befinde – und dass Politik, Gesellschaft und Wirtschaft darauf reagieren müssen. Besonders Unternehmen sollten aufmerksam bleiben. Cyberkriminalität, Sabotage und gezielte Störungen kritischer Infrastruktur nähmen deutlich zu. Ziel solcher Aktivitäten sei es, so Müller, Vertrauen zu erschüttern und die Bevölkerung zu verunsichern.

Dabei verwies der General auch auf die Strategie Russlands. Das Ziel sei nicht nur militärischer Druck, sondern vor allem psychologischer: „Die Menschen sollen verunsichert werden“, erklärte Müller. Umso wichtiger sei es, vorbereitet zu sein – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.

Für einen überraschenden Moment sorgte eine Frage von Moderator Schulz an das Publikum: „Haben Sie einen Notfallrucksack?“ Einige Gäste blickten sich erstaunt an. Ein Notfallrucksack – auch Fluchtrucksack oder „Bug-Out-Bag“ genannt – enthält eine bewusst zusammengestellte Grundausstattung für Krisensituationen, mit der man sich im Ernstfall für eine gewisse Zeit selbst versorgen kann. Dazu gehören beispielsweise Wasser, haltbare Lebensmittel, wichtige Dokumente, Medikamente und Kommunikationsmittel.

Trotz der ernsten Themen wollte Müller den Abend nicht mit Sorgen enden lassen. „Ich will, dass Sie heute positiv gestimmt nach Hause gehen“, sagte er. Vorbereitung bedeute nicht Panik, sondern Handlungsfähigkeit. Der General gab konkrete Empfehlungen, wie Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ihre Resilienz stärken können – von besserem Informationsmanagement bis hin zu praktischer Krisenvorsorge.

Sein Fazit brachte er auf eine prägnante Formel:

„Kämpfen können, ohne kämpfen zu müssen. Das muss unsere Aufgabe sein.“

Mit vielen Denkanstößen, aber auch mit einem gestärkten Gefühl der Zuversicht endete der Abend beim GUT in Neuss – und zeigte einmal mehr, wie wichtig der offene Dialog zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Sicherheitsverantwortlichen ist.

Gastgeber war die Familie Zülow mit Jutta Zülow und ihren erwachsenen Kindern David und Nadia.