Ausbildungsanstrengungen jetzt stärken: Unser Hauptgeschäftsführer wirbt für noch mehr Engagement der Unternehmen

Hauptgeschäftsführer RA Michael Grütering; Foto: Frank Wiedemeier
(cs) Zur Halbzeit des Ausbildungsjahres 2026 zeigt sich auf dem Ausbildungsmarkt in Düsseldorf ein widersprüchliches Bild: Während sich mehr Jugendliche für eine betriebliche Ausbildung interessieren, geht die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen deutlich zurück. Vertreter von Arbeitsagentur und Wirtschaft sehen Handlungsbedarf – und richten einen klaren Appell an die Unternehmen.
Zwischen Oktober 2025 und März 2026 meldeten sich 2.562 junge Menschen bei der Berufsberatung als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das entspricht einem Anstieg von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur gewinnt die duale Ausbildung damit wieder an Attraktivität.
Auffällig ist dabei auch eine Veränderung in der Bewerberstruktur: Zunehmend interessieren sich Jugendliche mit Fach- oder Hochschulabschluss für eine klassische Berufsausbildung. Gleichzeitig wächst der Anteil junger Menschen mit ausländischem Pass. Für die Verantwortlichen ist das ein Zeichen dafür, dass die betriebliche Ausbildung breiter wahrgenommen wird als noch in den Jahren zuvor.
Dem steigenden Interesse steht jedoch ein rückläufiges Angebot gegenüber. Bis Ende März wurden lediglich 2.447 Ausbildungsstellen gemeldet – ein Minus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Teil dieses Rückgangs ist zwar statistisch bedingt, dennoch bleibt die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage erheblich.
Als Ursachen nennen Experten vor allem die angespannte wirtschaftliche Lage und die damit verbundene Zurückhaltung vieler Betriebe. Unternehmen zögern angesichts unsicherer Konjunkturaussichten, neue Ausbildungsverhältnisse einzugehen. Diese Entwicklung passt zum landesweiten Trend in Nordrhein-Westfalen, wo sich der Arbeitsmarkt zwar zuletzt leicht belebt hat, jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sehen die Institutionen Chancen, das sogenannte „Delta“ bis zum Ausbildungsstart im September zu verringern. Ein zentraler Hebel ist die intensivere Ansprache von Unternehmen. Die Arbeitsagentur empfiehlt, offene Ausbildungsstellen frühzeitig zu melden und die Unterstützung der Vermittlungsdienste stärker zu nutzen. Spezielle Bewerbertage, die passgenau auf Branchen und Betriebe zugeschnitten sind, hätten sich bereits als erfolgreich erwiesen.
Zudem spielt die demografische Entwicklung eine entscheidende Rolle: In den kommenden Jahren werden viele Fachkräfte der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Ohne ausreichenden Nachwuchs drohen den Unternehmen spürbare Engpässe.
Vor diesem Hintergrund richtet sich ein eindringlicher Appell aus der Wirtschaft an die Betriebe. Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf, bittet die Betriebe, die sich bereits stark in der Ausbildung engagieren: „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist es entscheidend, in die Fachkräfte von morgen zu investieren. Unternehmen sollten ihre Ausbildungsaktivitäten mindestens stabil halten – und wenn möglich sogar ausbauen. Nur so lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.“
