Wenn Bücher lebendig werden: Düsseldorfs großes Lesefest lädt im November zum Mitmachen ein

Sehr beliebt in unseren Schulen: der Lesezeichen-Wettbewerb.
(cs) Wenn sich in Düsseldorf alles ums Lesen dreht, Geschichten lebendig werden und Kinder selbst zu Erzählerinnen und Erzählern werden, dann ist wieder Lesefest-Zeit. Schon jetzt, Monate im Voraus, wirft das 18. Düsseldorfer Lesefest (16.- 23.11.2026) seine Schatten voraus – und die Vorfreude wächst.
Unter der Leitung von Christina Moeser von der Stiftung Pro Ausbildung entsteht derzeit ein vielseitiges Programm, das einmal mehr zeigen will: Lesen ist weit mehr als das stille Umblättern von Seiten.
Geschichten zum Mitmachen
Zu den besonderen Merkmalen des Lesefests zählen die sogenannten partizipativen Lesungen – ein Ansatz, der das klassische Vorlesen neu denkt. „Partizipativ“ bedeutet hier: Kinder hören nicht nur zu, sie werden aktiv Teil der Geschichte. Sie lesen selbst Passagen, beantworten Fragen, raten mit, entwickeln eigene Ideen weiter oder gestalten im Anschluss kreative Ergebnisse.
Gerade für Grundschulkinder ist dieser Zugang entscheidend. Denn wer selbst Teil einer Geschichte wird, entwickelt oft ganz nebenbei Freude am Lesen – und verliert die Scheu vor Büchern.
Kino wird zum Leseort
Ein Höhepunkt des kommenden Lesefests ist eine große Veranstaltung im Kino: Im UCI Kino Düsseldorf wird Martin Baltscheit aus seinem bekannten Kinderbuch Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte lesen.
Doch auch hier bleibt es nicht beim Zuhören: Die Kinder werden eingebunden, lesen mit, rätseln gemeinsam und werden anschließend selbst kreativ. So verwandelt sich der Kinosaal in einen interaktiven Erlebnisraum – irgendwo zwischen Literatur, Theater und Workshop.
Mehr als 60 Veranstaltungen geplant
Insgesamt ist ein umfangreiches Programm mit über 60 Lesungen, Workshops und interaktiven Formaten geplant. Es richtet sich bewusst an ein breites Publikum: Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene sollen gleichermaßen angesprochen werden.
Ein besonderer Fixpunkt ist traditionell der bundesweite Vorlesetag, bei dem zahlreiche ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser – darunter auch bekannte Persönlichkeiten – in ganz Düsseldorf Geschichten zum Leben erwecken.
Warum Lesen so wichtig ist
Hinter all dem steht ein klares Ziel: Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern. Denn Lesen ist eine Schlüsselkompetenz – weit über die Schule hinaus.
Studien, etwa von der Stiftung Lesen, zeigen: Regelmäßiges Lesen kann das Sprachverständnis deutlich verbessern. Wer viel liest, kann komplexe Inhalte besser erfassen, Zusammenhänge erkennen und Informationen kritisch einordnen.
Doch die Wirkung geht noch weiter. Lesen stärkt auch Empathie und Selbstreflexion. Geschichten ermöglichen Perspektivwechsel, fördern das Verständnis für andere Lebenswelten und helfen, eigene Emotionen besser einzuordnen – Fähigkeiten, die in einer zunehmend komplexen Welt immer wichtiger werden.
Ein starkes Netzwerk im Hintergrund
Dass das Lesefest Jahr für Jahr Tausende Menschen erreicht, ist vor allem dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken. Organisiert wird es von der Düsseldorfer Lesebande, einer Initiative der Stiftung Pro Ausbildung.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 hat sich die Lesebande zum größten lokalen Lesenetzwerk in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Ihr Ziel: Lesekompetenz und Leselust fördern – in Kitas, Schulen, Familienzentren und darüber hinaus.
Unterstützt wird das Lesefest von zahlreichen Partnern und Förderern, darunter das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Haubrich Stiftung und die Sparkassen Stiftung.
Auch sportliche und mediale Partner wie Fortuna Düsseldorf, Borussia Düsseldorf und Antenne Düsseldorf bringen sich ein – etwa mit eigenen Aktionen oder als Vorlesepaten.
Ein Fest mit Wirkung
Das Düsseldorfer Lesefest ist längst mehr als eine Veranstaltungsreihe. Es ist ein gemeinsames Projekt einer ganzen Stadt – getragen von Ehrenamt, Institutionen und der Überzeugung, dass Lesen Türen öffnet.
Oder anders gesagt: Wer liest, lernt nicht nur Wörter. Sondern die Welt zu verstehen.
