Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026: Wirtschaft fordert Mut, Innovation und mehr Freiräume – Auszeichnung eines Düsseldorfer Start-Ups, dass ein Medikament gegen Alzheimer, Parkinson und ALS entwickelt

von links: Thomas Buschmann, Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer, Michael Grütering. Foto: Weber
(cs) Mit klaren Botschaften für mehr wirtschaftliche Dynamik, einem eindrucksvollen Innovationspreis und einem internationalen wirtschaftspolitischen Dialog hat der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026 der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. erneut ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen gesetzt. Rund 49 Jahre nach seiner Gründung brachte das traditionsreiche Netzwerktreffen erneut Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Düsseldorf zusammen.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Thomas Buschmann, Mitglied des Vorstandes der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung, die Gäste stellvertretend für den kurzfristig verhinderten Vorsitzenden Michael Jungwirth. Buschmann warb in seiner Rede für mehr Zuversicht, unternehmerischen Mut und einen neuen wirtschaftspolitischen Gestaltungswillen.
Nordrhein-Westfalen sei trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten weiterhin das wirtschaftsstärkste Bundesland Deutschlands und verfüge über enorme Potenziale. Besonders die Region Düsseldorf stehe für Innovationskraft, Mittelstand und Transformation. Buschmann kritisierte zugleich eine zunehmende Bürokratisierung durch europäische und nationale Regularien. Unternehmen müssten wieder mehr Freiraum für Innovationen und Investitionen erhalten. „Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat, mehr unternehmerische Freiheit, um gestalten und wagen zu können“, betonte Buschmann.
Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung eines engen Schulterschlusses zwischen Wirtschaft, Stadt und Politik. Düsseldorf verstehe sich als Partner der Unternehmen und wolle Verfahren schneller, digitaler und effizienter gestalten. Gerade bei den großen Transformationsaufgaben – von der Energiewende bis zum Fachkräftemangel – setze die Stadt bewusst auf Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.

Die Vertreter des ausgezeichneten Start-UPs Priavid und der Jury. Foto: C. Weber
Ein Höhepunkt des Arbeitgebertages war die Verleihung des Rheinischen Innovationspreises 2026. Die Laudatio hielt Steffen Pörner, Geschäftsführer des Bankenverbandes NRW. In seiner Rede stellte Pörner das Leitmotiv „Resilienz“ in den Mittelpunkt und würdigte die Innovationskraft deutscher Forschung und Entwicklung.
Der diesjährige Rheinische Innovationspreis ging an das Düsseldorfer Unternehmen Priavoid. Das Biotechnologie-Unternehmen entwickelt mit dem Wirkstoff PRI-002 einen innovativen Therapieansatz gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und ALS. Pörner bezeichnete die Entwicklung als potenziell weltverändernd. Besonders hervorgehoben wurde die Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und gesellschaftlicher Relevanz.
Seit rund 25 Jahren forscht Mitgründer Prof. Dr. Dieter Willbold am Forschungszentrum Jülich und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an fehlgefalteten Proteinen im Gehirn, die als Auslöser verschiedener Demenzerkrankungen gelten. 2017 entstand daraus die Ausgründung Priavoid. Heute beschäftigt das Unternehmen 32 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachrichtungen und befindet sich mit seinem Wirkstoff bereits in der klinischen Erprobung.
Für besondere internationale Aufmerksamkeit sorgte zudem der wirtschaftspolitische Talk zwischen WDR-5-Moderator Uwe Schulz und dem österreichischen Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Industriestandorte, notwendige Strukturreformen sowie die Frage, wie Innovation und industrielle Stärke in Zeiten globaler Unsicherheiten gesichert werden können. Hattmannsdorfer stellte dabei die österreichische Industriestrategie als Beispiel für eine langfristig angelegte Standortpolitik vor.
Der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026 machte deutlich: Die Wirtschaft der Region sieht sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen als aktiver Gestalter von Transformation und Zukunft. Innovation, Leistungsbereitschaft und partnerschaftlicher Dialog standen dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung.
