Die Große Kunstausstellung NRW: Noch bis 9. August
Wer in den kommenden Tagen noch einen Besuch im Düsseldorfer Kunstpalast plant, sollte sich beeilen: Am 9. August endet die diesjährige Ausgabe der „DIE GROSSE Kunstausstellung NRW Düsseldorf“ – Deutschlands älteste und größte Verkaufsausstellung, die von Künstlerinnen und Künstlern selbst organisiert wird.
Von Christoph Sochart
Mehr als 650 Kunstwerke sind im Kunstpalast, im NRW-Forum Düsseldorf sowie im Verbindungsbereich zwischen beiden Häusern zu sehen. Die Ausstellung präsentiert nahezu die gesamte Bandbreite der zeitgenössischen Kunst: von expressiven und konzeptionellen Arbeiten über experimentelle Installationen bis hin zu ornamentalen, streng geometrischen oder gestisch-abstrakten Werken. Hyperrealistische Malerei steht neben filigranen Zeichnungen, massive Skulpturen neben zarten Objekten.
Auch preislich ist die Ausstellung breit aufgestellt. Originalwerke im sogenannten „Kleinen Format“ sind bereits ab rund 400 Euro erhältlich. Das teuerste ausgestellte Werk kostet dagegen 60.000 Euro. Damit richtet sich „Die Große“ gleichermaßen an erfahrene Sammler wie an Menschen, die erstmals ein originales Kunstwerk erwerben möchten.

Foto: Christoph Sochart
Eine Tradition seit mehr als 120 Jahren
Die Wurzeln der Ausstellung reichen bis ins Jahr 1902 zurück. Damals fand in Düsseldorf die monumentale „Industrie- und Gewerbeausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke, verbunden mit einer deutsch-nationalen Kunstausstellung“ statt. Zwischen Mai und Oktober lockte sie rund fünf Millionen Besucherinnen und Besucher an den Rhein und machte Düsseldorf zu einem internationalen Treffpunkt für Wirtschaft, Industrie und Kunst.
Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des damaligen Kronprinzen Wilhelm. Neben Mitgliedern europäischer Herrscherhäuser besuchten auch zahlreiche internationale Minister und sogar der Kronprinz von Siam die Ausstellung. Mit 2.500 Ausstellern präsentierten Unternehmen wie Krupp oder der Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein ihre Innovationen. Gleichzeitig spielte die Kunst von Beginn an eine zentrale Rolle.
Bereits 1898 hatte der Maler Fritz Roeber gemeinsam mit dem Verein der Düsseldorfer Künstler einen eigenen Verein gegründet, um eine dauerhafte Plattform für Kunstausstellungen zu schaffen. Aus dieser Initiative entwickelte sich die bis heute bestehende „DIE GROSSE“, die den Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstlern seit mehr als einem Jahrhundert eine bedeutende Präsentationsfläche bietet.

Foto: Christoph Sochart
Kunst als Motor für den Wirtschaftsstandort
Dass dieser Beitrag in einer Wirtschafts- und Lokalzeitung erscheint, hat einen guten Grund: Kunstförderung ist auch Wirtschaftsförderung.
Kulturelle Angebote erhöhen die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes, stärken den Tourismus, schaffen Kaufkraft und machen Städte für Fachkräfte, Unternehmen und Investoren interessanter. Kreative Milieus fördern Innovationen, regen Kooperationen zwischen Kultur und Wirtschaft an und tragen zur hohen Lebensqualität einer Region bei.
Düsseldorf profitiert seit Jahrzehnten von seiner internationalen Kunstszene – mit renommierten Museen, Galerien, der Kunstakademie und traditionsreichen Ausstellungen wie „Die Große“. Sie bietet nicht nur etablierten Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform, sondern eröffnet auch Nachwuchstalenten Chancen auf Sichtbarkeit und Verkaufserfolge.
Letzte Gelegenheit
Bis einschließlich 9. August haben Kunstinteressierte noch die Möglichkeit, die außergewöhnliche Vielfalt der Ausstellung zu erleben und vielleicht sogar ein originales Kunstwerk mit nach Hause zu nehmen. Wer einen Eindruck von der aktuellen Kunstszene Nordrhein-Westfalens gewinnen möchte, sollte sich diese traditionsreiche Ausstellung nicht entgehen lassen. Sie verbindet seit mehr als 120 Jahren Kultur, gesellschaftlichen Austausch und wirtschaftliche Impulse – und ist damit weit mehr als nur eine Kunstausstellung.
