Chefs in Town 2026: Düsseldorf hat aufgekocht – und der Standort hat gewonnen

Wir waren gerne zu Gast bei „Chefs in Town 2026“. Foto: Christoph Sochart
Von Christoph Sochart
Drei Tage, mehr als 150 kulinarische Erlebnisse und eine Stadt, die ihre Gastgeberinnen und Gastgeber feiert: Die dritte Ausgabe von „Chefs in Town“ hat gezeigt, was Gastronomie für Düsseldorf bedeutet – wirtschaftlich, gesellschaftlich und menschlich.
Düsseldorf kann feiern. Aber an diesem Wochenende hat die Stadt vor allem gearbeitet: in Küchen, an Theken und Tischen, auf Märkten und hinter den Kulissen. Vom 25. bis 27. September wurde sie zur großen gemeinsamen Küche. „Chefs in Town“ ging in die dritte Runde – größer, vielfältiger und spürbar verwurzelt in der Stadt.
Für uns als Unternehmerschaft Düsseldorf begann das Festival schon vor dem ersten Teller: bei der Pressekonferenz im Mamacita auf dem METRO Campus. Dort war zu sehen, wie aus einer Idee, die 2024 gestartet ist, in kurzer Zeit eine Plattform für eine ganze Branche geworden ist. Dass METRO, unser Mitgliedsunternehmen, dieses Format ins Leben gerufen hat und mit Dr. Martin Behle im Organisationsteam Verantwortung übernimmt, verdient besondere Anerkennung.
Die Bilanz der Veranstalter ist eindrucksvoll: mehr als 150 kulinarische Erlebnisse, über 120 Restaurants, Cafés, Bars und Hotels sowie rund 100 Spitzenköchinnen und -köche. Tausende Gäste waren dabei. Von Fine Dining bis Streetfood, von Food Markets bis Charity-Formaten zeigte sich, wie breit und lebendig die Hospitality-Szene in Düsseldorf ist. Und noch etwas ist wichtig: Die teilnehmenden Betriebe zahlen keine Gebühr. In einer Branche, die täglich mit hohen Kosten, knappen Ressourcen und großem Einsatz um ihre Zukunft ringt, ist das ein starkes Zeichen der Unterstützung.
Das Herz des Festivals waren die Begegnungen. Internationale Spitzenköche trafen auf Düsseldorfer Gastgeberinnen und Gastgeber – nicht als Gastspiel für die Galerie, sondern am gemeinsamen Herd. Pierre Gagnaire und Yoshizumi Nagaya kochten im Nagaya ein Four Hands Dinner. Jameson Stocks war bei Agata’s zu erleben, Tim Raue im DOX des Hyatt, Nelson Müller gemeinsam mit Cornelia Poletto. Im Rubens brachte Cornelia Baumgart Kolleginnen und Kollegen zu einer ausverkauften Küchenparty zusammen. Solche Kooperationen schaffen mehr als besondere Menüs: Sie bringen eine Branche miteinander ins Gespräch und eröffnen neue Perspektiven für den Alltag der Betriebe.

An vielen Orten in der Stadt wurde aufgetischt. Foto: Christoph Sochart
Auch die Stadtgesellschaft stand mit am Herd. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller übernahm eine Schicht im Restaurant „Die Kurve“. Beim Charity-Format „Pasta für Zasta“ wurde mit Tohru Nakamura um die beste Pasta gerungen. Alina Meissner-Bebrout kochte erneut mit Kindern im Kinderhilfezentrum – eine Begegnung, die zeigt, dass gemeinsames Kochen nicht nur schmecken, sondern auch verbinden und Selbstvertrauen stärken kann. Dazu kamen weitere Aktionen zugunsten gemeinnütziger Organisationen.
Genau darin liegt für uns der besondere Wert von „Chefs in Town“: Das Festival ist kein bloßes Genusswochenende. Es macht sichtbar, was Unternehmen und Beschäftigte der Gastronomie und Hotellerie jeden Tag für Düsseldorf leisten. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden aus, ziehen Gäste in die Stadt und machen aus einem Besuch eine Erfahrung, an die man sich erinnert. Laut Oberbürgermeister arbeiten in Düsseldorfs Hotellerie und Gastronomie mehr als 14.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das ist ein bedeutender Teil der Stadtwirtschaft – und ein guter Grund, dieser Branche Aufmerksamkeit und verlässliche Rahmenbedingungen zu geben.
Auch die Innenstadt profitierte von der zusätzlichen Anziehungskraft. Die IHK Düsseldorf registrierte am Samstag zwischen 10 und 20 Uhr an drei Standorten 22 Prozent mehr Passantinnen und Passanten als im Durchschnitt der drei vorherigen Samstage. Sie ordnete den Zuwachs mehreren Großereignissen zu, darunter „Chefs in Town“. Das Festival allein erklärt also nicht jede zusätzliche Bewegung in der City. Es zeigt aber, wie große Veranstaltungen gemeinsam mit einer starken lokalen Szene Frequenz schaffen und Menschen in die Innenstadt bringen können.
Unser persönliches Highlight war schon der Auftakt auf dem METRO Campus: die spürbare Energie in einem Raum voller Menschen, die nicht nur über Gastronomie sprechen, sondern sie möglich machen. Aus dieser Haltung ist ein Wochenende entstanden, das Spitzenküche und Alltagsgastronomie zusammengebracht hat – und Düsseldorf als offene, gastfreundliche Stadt erlebbar machte.
Unser Dank gilt METRO, dem Team um Dr. Martin Behle, den Partnern aus Wirtschaft und Stadtgesellschaft sowie allen Gastgeberinnen und Gastgebern, Köchinnen und Köchen und Beschäftigten, die dieses Wochenende möglich gemacht haben. Die dritte Ausgabe hat gezeigt: Wenn eine Branche zusammenarbeitet und die Stadt ihr Raum gibt, entsteht mehr als ein Festival. Es entsteht ein starkes Signal für den Standort Düsseldorf.
Wir freuen uns auf die vierte Runde.
