Düsseldorfer Industriekonzerne setzen starke Signale

Gleich zwei der bedeutendsten Düsseldorfer DAX-Konzerne haben am Donnerstag ihre Halbjahreszahlen vorgelegt – und senden trotz unterschiedlicher Entwicklungen ein positives Signal für den Wirtschaftsstandort Düsseldorf. Während Henkel nach einem starken ersten Halbjahr sogar seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr anhebt, bleibt Rheinmetall trotz einer reduzierten Umsatzprognose auf einem außergewöhnlichen Wachstumskurs.


Von Christoph Sochart


Henkel: Mehr Wachstum als erwartet

Der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller Henkel blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück. Besonders erfreulich entwickelte sich das organische Umsatzwachstum, das bei 3,2 Prozent lag und damit die Erwartungen der Analysten übertraf. Vor allem das Geschäft mit Klebstofftechnologien entwickelte sich dynamisch und profitierte von einer stabilen Nachfrage aus der Industrie. Auch die Sparte Consumer Brands mit bekannten Marken wie Persil, Schwarzkopf oder Pril konnte zulegen.

Vor diesem Hintergrund hebt Henkel seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. Statt eines organischen Umsatzwachstums zwischen einem und drei Prozent rechnet das Unternehmen nun mit einer Steigerung von 1,5 bis 3,5 Prozent. Die Gewinnprognose bleibt unverändert. Das operative Ergebnis im ersten Halbjahr stieg auf rund 1,62 Milliarden Euro und lag ebenfalls über den Erwartungen der Finanzmärkte.

Für den Düsseldorfer Traditionskonzern ist dies ein wichtiges Signal. Nachdem die vergangenen Jahre von umfangreichen Umstrukturierungen, der Zusammenführung der Konsumentengeschäfte und zahlreichen Zukäufen geprägt waren, zeigen sich nun zunehmend die positiven Effekte der strategischen Neuausrichtung.

HENKEL-Chef Carsten Knobel; Foto: HENKEL

Rheinmetall: Rekordwachstum trotz gesenkter Umsatzprognose

Auch Rheinmetall präsentierte starke Geschäftszahlen. Allerdings musste der Düsseldorfer Technologiekonzern seine Umsatzprognose leicht nach unten korrigieren. Hintergrund ist die Entscheidung der Bundesregierung, ein geplantes Fregattenprogramm nicht weiterzuverfolgen. Dadurch entgehen der Marinesparte voraussichtlich Aufträge im Umfang von rund 300 Millionen Euro. Die neue Umsatzprognose für 2026 liegt nun bei 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro statt bisher 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro.

An der grundsätzlichen Wachstumsgeschichte ändert dies jedoch wenig. Rheinmetall verzeichnete im zweiten Quartal ein Umsatzplus von rund 70 Prozent. Der Auftragsbestand erreichte mit mehr als 80 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Vor allem die anhaltend hohen Verteidigungsinvestitionen der europäischen NATO-Staaten sorgen für eine außergewöhnlich hohe Nachfrage. Das Unternehmen hält deshalb an seinen langfristigen Wachstumszielen fest und sieht sich weiterhin auf Kurs, bis zum Ende des Jahrzehnts zu den weltweit führenden Rüstungsunternehmen aufzuschließen.

Gute Nachrichten für den Wirtschaftsstandort Düsseldorf

Die aktuellen Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung Düsseldorfs als Sitz international erfolgreicher Industrieunternehmen. Henkel beweist, dass auch klassische Konsumgüterhersteller in einem anspruchsvollen Marktumfeld profitabel wachsen können. Rheinmetall wiederum profitiert von den tiefgreifenden Veränderungen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und baut seine internationale Marktposition konsequent aus.

Für Düsseldorf bedeuten beide Entwicklungen Investitionen, Innovationskraft und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen zeigen die Halbjahreszahlen, dass zwei der wichtigsten Industrieunternehmen der Landeshauptstadt ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen und mit Zuversicht auf die zweite Jahreshälfte blicken.