Ganztagsschule in Düsseldorf: Ein wichtiger Schritt für Familien und den Arbeitsmarkt

Schuldezernent und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (links) im Pressegespräch zum Start des Schuljahres 2026/27, hier gemeinsam mit Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung und Abteilungsleiterin Sabine Ostermann-Kestner, Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert
Rund 5.600 Kinder werden zum neuen Schuljahr in Düsseldorf eingeschult. Gleichzeitig startet der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz. Für die Düsseldorfer Arbeitgeber ist das ein wichtiges Signal: Denn eine verlässliche Betreuung ist längst auch ein Standort- und Fachkräftethema.
Von Christoph Sochart
Für rund 5.600 Düsseldorfer Kinder beginnt am 2. und 3. September ein neuer Lebensabschnitt: Sie werden eingeschult. Gleichzeitig stellt sich für viele Eltern die ganz praktische Frage: Wie lassen sich Schule, Familie und Beruf miteinander vereinbaren? Genau hier setzt die Stadt Düsseldorf mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung an.
An den mehr als 90 Grundschulen der Landeshauptstadt wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit ab dem Schuljahr 2026/27 für alle Schülerinnen und Schüler der Primarstufe ein Ganztagsangebot zur Verfügung stehen kann. Familien können dabei zwischen Betreuungsmodellen bis 14, 15 oder 16 Uhr wählen. Rund 90 Prozent der Düsseldorfer Familien nehmen eines dieser Ganztagsangebote in Anspruch. Besonders gefragt ist das 16-Uhr-Modell: Dafür entschieden sich knapp 54 Prozent der Familien.
Arbeitgeber begrüßen den Ausbau
Für die Düsseldorfer Wirtschaft ist diese Entwicklung mehr als eine schulpolitische Nachricht. Eine verlässliche Betreuung nimmt Eltern eine große Sorge – und sie hilft damit auch den Unternehmen.
Denn die Fachkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Düsseldorfer Unternehmen sind vielfach selbst Mütter und Väter. Wenn der Schulunterricht endet, endet für sie nicht automatisch der Arbeitstag. Gerade für Beschäftigte mit kleineren Kindern ist deshalb entscheidend, dass sie darauf vertrauen können, dass ihre Kinder auch nach dem Unterricht gut betreut werden.
Die Arbeitgeber in Düsseldorf begrüßen den Vorstoß der Stadt ausdrücklich. Denn gute Ganztagsangebote stärken die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und können damit dazu beitragen, Beschäftigung zu sichern und Fachkräfte für die Unternehmen zu gewinnen.
Aus Sicht der Wirtschaft ist das ein wichtiger Baustein moderner Standortpolitik: Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss nicht nur über Gehälter und Arbeitsplätze sprechen. Auch die Rahmenbedingungen für Familien spielen eine entscheidende Rolle.
„Das nimmt Familien eine große Sorge“
Gerade beim Blick auf den Fachkräftemangel wird deutlich, welche Bedeutung eine funktionierende Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur hat. Wenn Eltern wissen, dass ihre Kinder während ihrer Arbeitszeit zuverlässig betreut werden, schafft das Sicherheit und Planbarkeit.
Das kann beispielsweise für eine Mutter oder einen Vater den Unterschied machen, ob eine Vollzeitstelle realistisch ist, ob Arbeitszeiten ausgeweitet werden können oder ob ein beruflicher Wiedereinstieg gelingt.
Damit wird Ganztagsbetreuung auch zu einem Standortfaktor für Düsseldorf. Unternehmen profitieren davon, wenn qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre beruflichen Perspektiven verfolgen können, ohne ständig vor der Frage zu stehen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren.
Düsseldorf investiert in die Zukunft
Die Stadt verbindet den Ausbau der Ganztagsbetreuung mit einer umfangreichen Schulbauoffensive. Bis 2030 sollen rund zwei Milliarden Euro in den Düsseldorfer Schulbau investiert werden. Insgesamt sollen dadurch mehr als 10.000 zusätzliche Schulplätze entstehen; mehr als 9.000 davon stehen nach Angaben der Stadt bereits zum Schuljahr 2026/27 zur Verfügung.
Auch an einzelnen Grundschulstandorten wird kräftig investiert. Die Schulen an der Krahnenburgstraße, Gumbertstraße und am Rheindorfer Weg werden beispielsweise vollständig neu errichtet, um die räumlichen Voraussetzungen für rund 1.000 Schülerinnen und Schüler zu verbessern.
Für die Düsseldorfer Arbeitgeber ist das eine Investition, die weit über Klassenzimmer und Schulhöfe hinausreicht. Sie schafft bessere Voraussetzungen dafür, dass Eltern arbeiten können, Unternehmen ihre Beschäftigten halten können und Düsseldorf als Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt.
Bildungspolitik ist auch Wirtschaftspolitik
Der Start des neuen Schuljahres zeigt damit einmal mehr: Bildung, Betreuung und Wirtschaft lassen sich nicht voneinander trennen. Eine Stadt, die Familien gute Rahmenbedingungen bietet, schafft gleichzeitig bessere Bedingungen für ihre Unternehmen.
Der Ganztagsausbau ist deshalb aus Sicht der Düsseldorfer Arbeitgeber ein wichtiger Schritt. Denn hinter jeder Fachkraft steht eben oft auch eine Familie – und hinter vielen Fachkräften stehen Kinder, für deren Betreuung Eltern Verlässlichkeit brauchen.
Dass künftig jedes Kind einen Schulplatz auch als Ganztagsplatz erhalten kann, wie Stadtdirektor Burkhard Hintzsche betont, ist deshalb nicht nur eine gute Nachricht für Familien.
Es ist auch eine gute Nachricht für den Düsseldorfer Arbeitsmarkt.
Und so berichtet die Landeshauptstadt Düsseldorf Pressemitteilung zum Schuljahr 2026/27
