Immenser Kostendruck setzt Metall- und Elektroindustrie unter Druck – Düsseldorfer Unternehmen schlagen Alarm

Entwicklung wichtiger Kostenfaktoren in der Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland und international

(cs) Die anhaltende Rezession in Deutschland trifft die Metall- und Elektroindustrie mit voller Wucht. Steigende Arbeits- und Energiekosten, hohe Unternehmenssteuern sowie ein wachsender Bürokratieaufwand verschärfen den Druck auf die Betriebe und gefährden zunehmend den Industriestandort Deutschland. Wie uns das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mitteilt, ist die Branche seit Jahren mit einer Kombination aus schwacher Konjunktur und strukturellen Wettbewerbsnachteilen konfrontiert.

Die Industrie gilt als tragende Säule der deutschen Wirtschaft, doch ihre Bedeutung nimmt spürbar ab. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2009 gefallen. Besonders betroffen ist die Metall- und Elektroindustrie, die mit rund vier Millionen Beschäftigten etwa 14 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Zwischen 2018 und 2024 sank die Produktion der Branche im Durchschnitt um 2,3 Prozent pro Jahr, während die Beschäftigung jährlich um 0,3 Prozent zurückging.

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft gerät die Branche von mehreren Seiten unter Druck. Zum einen schwächt die stockende Globalisierung das Exportgeschäft. Höhere Zölle, neue Handelshemmnisse und die staatlich geförderte Konkurrenz aus China erschweren den Unternehmen den Wettbewerb auf den internationalen Märkten.

Zum anderen steigen die Kosten am heimischen Standort kontinuierlich. Vor allem die Arbeitskosten haben sich deutlich erhöht, ohne dass entsprechende Produktivitätszuwächse erzielt wurden. Dadurch sind die Lohnstückkosten seit 2022 erheblich gestiegen. Hinzu kommen hohe Strompreise: Während deutsche Industriebetriebe im Jahr 2024 rund 25 Cent pro Kilowattstunde zahlten, lagen die Stromkosten für Unternehmen in den USA bei lediglich gut sieben Cent.

Auch bei den Unternehmenssteuern sieht das IW erheblichen Nachholbedarf. Deutschland zählt weiterhin zu den Hochsteuerländern. Im internationalen Vergleich der Industrie- und Schwellenländer landet die Bundesrepublik lediglich auf den hinteren Plätzen, während wichtige Wettbewerber wie die USA ihre Unternehmenssteuern in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt haben.

Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt die Bürokratie. Immer mehr Unternehmen sehen umfangreiche Berichtspflichten, langwierige Genehmigungsprozesse und zusätzliche Regulierung als Investitionshemmnis. Deutschland liegt hier deutlich über dem Niveau vieler anderer europäischer Staaten und der USA.

Diese Entwicklung spüren auch zahlreiche Unternehmen in Düsseldorf. Viele Betriebe aus der Metall- und Elektrobranche berichten von einem ähnlich immensen Kostendruck wie im bundesweiten Durchschnitt. Steigende Personal- und Energiekosten, langwierige Verwaltungsverfahren sowie wachsende regulatorische Anforderungen erschweren Investitionen und belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Gerade exportorientierte Unternehmen in der Region sehen sich zunehmend gezwungen, Investitionsentscheidungen zu überdenken oder Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern.

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft besteht daher dringender Handlungsbedarf. Um einer fortschreitenden Deindustrialisierung entgegenzuwirken, fordert das IW unter anderem niedrigere Lohnnebenkosten, einen konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber staatlich subventionierten Konkurrenten aus dem Ausland. Nur durch umfassende Reformen könne der Industriestandort Deutschland langfristig wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Entwicklung von Arbeitskosten, Produktivität und Lohnstückkosten in der Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland; 2015 = 100