KI in der Ausbildung: Arbeitsminister Laumann besucht Siemens Düsseldorf

(cs) Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Ausbildungsalltag – und verändert, wie junge Menschen lernen und arbeiten. Mit dem neuen Projekt „AzubiTrain – Deine Zukunft mit KI“ will die Landesregierung Nordrhein-Westfalen diesen Wandel aktiv gestalten. Beim Besuch des NRW-Arbeitsministers Karl-Josef Laumann im Ausbildungszentrum von Siemens AG in Düsseldorf wurde deutlich, welches Potenzial in der Verbindung von Ausbildung und KI steckt.

Lernen mit KI: individuell, praxisnah und zukunftsorientiert

Rund 240 Auszubildende und dual Studierende werden bei Siemens in technischen Berufen ausgebildet – und lernen dabei längst auch den Umgang mit KI-Tools. Diese unterstützen nicht nur beim Verständnis komplexer Inhalte, sondern ermöglichen zunehmend personalisierte Lernwege. Ob beim Programmieren, bei der Fehlersuche in elektronischen Systemen oder bei der Prüfungsvorbereitung: KI kann Lernprozesse effizienter und individueller gestalten.

Genau hier setzt „AzubiTrain“ an. Das kostenfreie Angebot richtet sich an Auszubildende sowie Ausbilderinnen und Ausbilder in ganz Nordrhein-Westfalen. Es kombiniert Online-Module, Live-Sessions und Veranstaltungen vor Ort und vermittelt praxisnahes Wissen – von der Funktionsweise Künstlicher Intelligenz über den Einsatz von Chatbots bis hin zu Themen wie Datenschutz, Urheberrecht und der kritischen Bewertung von KI-generierten Inhalten.

Foto: MAGS


„KI-Kompetenzen sind heute eine Schlüsselqualifikation – für Schule, Ausbildung und Beruf. Mit der KI-Skilling-Initiative stärkt Nordrhein-Westfalen gezielt Lehrkräfte und damit die Basis für eine zukunftsfähige Ausbildung. Als Siemens Ausbildungszentrum Düsseldorf bringen wir unsere industrielle Praxis ein und verstehen uns als aktiven Teil dieses Bildungs-  und Strukturwandels von der Kohle zur KI“. Holger Bentler


Pilotphase startet – landesweiter Rollout geplant

Aktuell geht das Projekt in die Pilotphase. Unternehmen wie Siemens testen die Inhalte im Ausbildungsalltag und geben Feedback zur Weiterentwicklung. Ziel ist es, „AzubiTrain“ zum Beginn des Ausbildungsjahres 2026 flächendeckend anzubieten. Die Lerninhalte sollen anschließend auch flexibel online abrufbar sein.

„KI ist ein wertvolles Werkzeug, das aber noch nicht in allen Betrieben gleichermaßen zugänglich ist“, betonte Minister Laumann. „Mit ‚AzubiTrain‘ schaffen wir ein Angebot, das allen jungen Menschen hilft, KI kompetent und verantwortungsvoll zu nutzen.“

KI als Ergänzung – nicht als Ersatz

Im Ausbildungszentrum von Siemens zeigt sich, dass KI zwar Prozesse erleichtern kann, aber kein Ersatz für praktisches Lernen und kritisches Denken ist. Vielmehr wird sie als unterstützendes Werkzeug verstanden. „KI ersetzt nicht unser kritisches Bewusstsein oder die Eigenleistung“, so Laumann. „Aber sie kann Ausbildung sinnvoll ergänzen und modernisieren.“

Auch aus Unternehmenssicht ist die Entwicklung klar: „KI-Kompetenzen sind heute eine Schlüsselqualifikation“, erklärt Holger Bentler, Ausbildungsleiter bei Siemens in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen sieht sich als aktiver Teil eines tiefgreifenden Strukturwandels – „von der Kohle zur KI“.

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Ausbildung bleibt Schlüssel für Wirtschaft und Gesellschaft

Neben der Digitalisierung bleibt die berufliche Ausbildung ein zentraler Baustein für wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei es entscheidend, Ausbildungsplätze zu sichern und junge Menschen gezielt zu fördern, so Laumann.

Programme wie die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“, das Förderprogramm „Ausbildungswege NRW“ oder das Werkstattjahr NRW flankieren diesen Ansatz. Sie unterstützen Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf und stärken die duale Ausbildung langfristig.

Mit „AzubiTrain“ kommt nun ein weiterer Baustein hinzu – einer, der digitale Kompetenzen in den Mittelpunkt stellt und zeigt, wie KI sinnvoll in die Ausbildung integriert werden kann. Nordrhein-Westfalen setzt damit ein deutliches Signal: Die Zukunft der Arbeit beginnt in der Ausbildung – und sie ist zunehmend digital.