Neue Regeln für möbliertes Wohnen geplant

So viele Mietangebote wurden in den sieben größten deutschen Städten inseriert
(cs) In vielen großen Städten in Deutschland ist Wohnraum knapp und teuer. Besonders oft werden Wohnungen nur noch möbliert oder befristet angeboten. Das heißt: Sie sind schon eingerichtet oder nur für eine bestimmte Zeit zu mieten. Jetzt will Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin, strengere Regeln für solche Angebote einführen. In einer Stellungnahme, die uns vorliegt, faßt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) die Diskussion zusammen.
Warum sind möblierte Wohnungen umstritten?
Möblierte oder befristete Wohnungen sind meist deutlich teurer als normale Mietwohnungen.
Ein Grund:
Für viele befristete Mietverträge gilt die Mietpreisbremse nicht. Vermieter können also höhere Preise verlangen.
Bei möblierten Wohnungen kommt oft ein sogenannter Möblierungszuschlag dazu. Wie hoch dieser Zuschlag sein darf, ist bisher nicht klar geregelt. Das macht die Preise schwer verständlich.
Was soll sich ändern?
Der neue Gesetzentwurf sieht mehrere Änderungen vor:
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Befristete Mietverträge sollen nur noch dann von der Mietpreisbremse ausgenommen sein, wenn sie höchstens sechs Monate dauern.
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Der Zuschlag für Möbel soll sich künftig am Anschaffungswert und Zustand der Möbel orientieren.
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Für vollständig möblierte Wohnungen ist ein pauschaler Aufschlag von 5 Prozent der Nettokaltmiete geplant.
Damit will die Ministerin mehr Klarheit und Fairness schaffen.
Wird Wohnen dadurch günstiger?
Fachleute bezweifeln das. Das eigentliche Problem ist der Mangel an normalen Mietwohnungen.
In den sieben größten deutschen Städten ist die Zahl der klassischen Mietangebote zwischen 2021 und 2025 um rund 32.000 Inserate gesunken. Die Zahl der möblierten Wohnungen ist dagegen nur um etwa 5.000 gestiegen. Angebote für Wohnen auf Zeit sind sogar leicht zurückgegangen.
Möblierte Wohnungen sind im Schnitt rund 18 Prozent teurer als unmöblierte. Bei Wohnungen auf Zeit liegt der Preis sogar etwa 33 Prozent höher.
Warum steigt die Nachfrage?
Trotz der hohen Preise gibt es viele Interessenten. Dazu gehören:
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internationale Studierende
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Fachkräfte aus dem Ausland
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Berufstätige, die nur vorübergehend in einer Stadt arbeiten
Sie suchen flexible Lösungen und nehmen höhere Mieten oft in Kauf.
Kritik an den Plänen
Kritiker sagen: Eine feste Grenze von 5 Prozent beim Möblierungszuschlag könnte Vermieter benachteiligen, die hochwertige Möbel bereitstellen.
Auch die Begrenzung auf sechs Monate sei möglicherweise zu starr. Manche Fachkräfte brauchen länger, um eine dauerhafte Wohnung zu finden.

So viele Mietangebote wurden in den sieben größten deutschen Städten inseriert
