RHEINMETALL erprobt bei REPMUS26 unbemannte Systeme zum Schutz maritimer Infrastruktur

Foto: RHEINMETALL

Von Christoph Sochart

Maritime Infrastruktur ist für unsere moderne Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Häfen, Schifffahrtswege, Energieanlagen auf See und unterseeische Leitungen sind Teil kritischer Versorgungsstrukturen. Ihr Schutz wird deshalb zu einer immer wichtigeren sicherheitspolitischen und technologischen Aufgabe.

Umso bemerkenswerter ist die aktuelle Beteiligung von RHEINMETALL an der multinationalen Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal. RHEINMETALL ist ein Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf. Als international führendes Systemhaus für Sicherheit bringt das Unternehmen seine Erfahrung in die Entwicklung und Erprobung vernetzter, unbemannter Systeme für maritime Operationen ein.

Die Übung läuft noch bis zum 25. September 2026. Auf der Halbinsel Troia und in den umliegenden portugiesischen Seegebieten arbeiten Marinen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam daran, neue Technologien unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen.

Vom Meeresboden bis in den Weltraum

REPMUS steht für „Robotic Experimentation and Prototyping with Maritime Unmanned Systems“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unbemannte Systeme künftig gemeinsam eingesetzt werden können – auf, unter und über dem Wasser sowie in Verbindung mit weiteren Aufklärungs- und Führungssystemen.

Dabei geht es nicht allein darum, möglichst leistungsfähige einzelne Plattformen zu entwickeln. Entscheidend ist vielmehr, dass unterschiedliche Systeme miteinander kommunizieren und ihre Informationen zu einem gemeinsamen Lagebild zusammenführen.

Genau darin liegt aus meiner Sicht der zentrale Wert des Ansatzes von RHEINMETALL: Sicherheit entsteht nicht durch Einzellösungen, sondern durch das intelligente Zusammenspiel von Sensoren, Plattformen, Daten und den Menschen, die daraus die richtigen Entscheidungen ableiten.

Interoperabilität als Schlüssel

Der vernetzte Einsatz unbemannter Systeme kann beim Schutz kritischer maritimer Infrastruktur eine wichtige Rolle spielen. Strategisch wichtige Hafenanlagen, küstennahe Seegebiete und maritime Versorgungswege müssen überwacht und im Ernstfall schnell geschützt werden können.

Dafür braucht es ein möglichst umfassendes und aktuelles Lagebild. Werden die Daten verschiedener Sensoren miteinander verbunden, können Gefahren frühzeitiger erkannt und abgestufte, präzise Reaktionen vorbereitet werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Können Systeme unterschiedlicher Typen und verschiedener Hersteller zuverlässig zusammenarbeiten? Interoperabilität – also die Fähigkeit zur nahtlosen Zusammenarbeit – wird damit zu einem wesentlichen Faktor strategischer Sicherheit.

Ein mobiler Gefechtsstand für den Hafenschutz

Ein wichtiger Bestandteil des diesjährigen Beitrags von RHEINMETALL ist ein containerisiertes und verlegbares Demonstrations-Setup. Dieses dient der Deutschen Marine während der vierwöchigen Übung als mobiler Befehls- und Gefechtsstand für den operativen Hafenschutz.

Eine solche mobile Lösung zeigt, wie technologische Fähigkeiten dorthin gebracht werden können, wo sie gebraucht werden. Gerade bei dynamischen maritimen Lagen kommt es darauf an, Informationen schnell zu erfassen, zu bewerten und in konkrete Handlungsoptionen zu übersetzen.

Das Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage – unabhängig davon, ob die relevanten Informationen von einer Plattform auf dem Wasser, von einem Unterwassersystem oder von anderen Aufklärungsmitteln stammen.

Offene Architektur schafft Raum für Innovation

Das technologische Rückgrat des Set-ups bildet die RHEINMETALL Battlesuite, die auf der Middleware Tactical Core der blackned GmbH basiert. Die offene Integrationsarchitektur ermöglicht es, Sensorik, Effektoren und Missionsmodule verschiedener Technologiepartner flexibel und anwendungsbezogen einzubinden.

Diese Offenheit ist für die Entwicklung moderner Sicherheitstechnologien von großer Bedeutung. Innovation entsteht häufig dort, wo unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Eine offene technische Architektur erleichtert es, neue Lösungen zu integrieren und unter realen Bedingungen zu erproben.

Für Kunden und operative Nutzer bedeutet das zugleich mehr Anpassungsfähigkeit. Systeme können Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, ohne dass für jede neue Fähigkeit die gesamte technologische Grundlage ersetzt werden muss.

Besonderer Fokus auf Unterwassersensorik

Ein Schwerpunkt der Erprobung bei REPMUS26 liegt auf unbemannter Unterwassersensorik. Gemeinsam mit namhaften Industriepartnern arbeitet RHEINMETALL daran, ein durchhaltefähiges Lagebild unter Wasser zu erzeugen.

Die Bediener sollen in die Lage versetzt werden, mehrere unbemannte Systeme unterschiedlicher Typen und Hersteller über eine gemeinsame Benutzeroberfläche zu steuern. Das kann die Übersicht verbessern und den Einsatz komplexer Systeme im operativen Alltag erleichtern.

Gerade unter Wasser sind Aufklärung und Kommunikation mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Erprobung in einem realitätsnahen multinationalen Umfeld bietet deshalb die Möglichkeit, technologische Konzepte nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern praktisch zu validieren und weiterzuentwickeln.

Entwicklung im Dialog mit den Anwendern

„REPMUS bietet uns eine hervorragende Möglichkeit, unsere Prototypenentwicklung in realitätsnahen Szenarien zu erproben“, erklärt Gregor Mannherz, Delegationsleiter von RHEINMETALL. Gemeinsam mit den operativen Experten der Kundenmarinen und Behörden könne das Unternehmen seine Produkte und Lösungen effizienter gestalten und die Entwicklung zielgerichtet beschleunigen.

Dieser Austausch zwischen Industrie, Forschung und den späteren Anwendern ist entscheidend. Technologische Entwicklung darf nicht im geschlossenen Raum stattfinden. Sie muss sich an konkreten Einsatzanforderungen orientieren und von den Erfahrungen der Menschen profitieren, die mit den Systemen arbeiten.

Ein Beitrag zur Sicherheit von Versorgungswegen

Die maritime Wirtschaft verbindet Kontinente, Märkte und Menschen. Weltweite Versorgungswege sind für die Wirtschaftskraft und die Stabilität unserer Gesellschaft unverzichtbar. Ihre Sicherheit ist deshalb nicht nur eine militärische, sondern auch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe.

RHEINMETALL leistet mit der Beteiligung an REPMUS26 einen Beitrag dazu, kollaborative Einsatzkonzepte zu validieren und die Interoperabilität unbemannter Systeme zu erhöhen. Damit wird eine Grundlage geschaffen, um maritime Infrastruktur künftig besser zu überwachen und die Verteidigungsfähigkeit der NATO-Partner weiter zu stärken.

Als Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf steht RHEINMETALL zugleich beispielhaft für die technologische Leistungsfähigkeit und internationale Verantwortung von Unternehmen aus unserem Netzwerk. Die Beteiligung an REPMUS26 zeigt, wie wichtig Forschung, industrielle Kompetenz und internationale Zusammenarbeit sind, wenn es um die Lösungen für die Sicherheitsfragen von morgen geht.

Mein Fazit

Die Zukunft maritimer Sicherheit wird maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, Daten, Systeme und Menschen miteinander zu verbinden. Unbemannte Plattformen können dabei wertvolle Fähigkeiten liefern. Ihren vollen Nutzen entfalten sie aber erst dann, wenn sie interoperabel sind und in ein gemeinsames Lagebild integriert werden können.

Die Erprobung bei REPMUS26 ist deshalb mehr als eine technologische Demonstration. Sie ist ein wichtiger Praxistest für die Zusammenarbeit von Streitkräften, Forschung und Industrie.

Ich begrüße es sehr, dass unser Mitgliedsunternehmen RHEINMETALL seine Kompetenz in dieses internationale Projekt einbringt. Denn technologische Souveränität, industrielle Stärke und internationale Kooperation gehören zusammen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, maritime Infrastruktur zu schützen und die Versorgungswege unserer vernetzten Welt sicherer zu machen.

Sicherheit beginnt mit Vernetzung – und Vernetzung beginnt mit Zusammenarbeit.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags sind Informationen von RHEINMETALL zur Beteiligung an der multinationalen Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal.