Tarifeinigung in der Chemie- und Pharmabranche

Matthias Bürk Foto: Ivgenia Möbus
(cs) Mehr Geld – aber erst später! In schwierigen Zeiten haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der Chemie- und Pharmabranche auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Nach zwei Tagen harter Verhandlungen im rheinland-pfälzischen Bad Breisig steht der Deal: Für rund 585.000 Beschäftigte gibt es ein Lohnplus.
Die Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC ringen der Krise einen Kompromiss ab. Die Botschaft: Mehr Geld ja, aber mit angezogener Handbremse. Denn die Branche steckt weiter im Abschwung, viele Unternehmen kämpfen mit schwacher Nachfrage, hohen Kosten und unsicheren Perspektiven.
Die Löhne steigen in zwei Schritten: ab Januar 2027 gibt es 2,1 Prozent mehr. Ein Jahr später folgen weitere 2,4 Prozent. Der Tarifvertrag läuft insgesamt 27 Monate bis Ende Mai 2028.
Unternehmen, die gut durch die Krise kommen, dürfen die Erhöhungen vorziehen – um bis zu drei Monate. Für viele dürfte das aber die Ausnahme bleiben.
Ein zentrales Element des Abschlusses ist die Beschäftigungssicherung. Für die Jahre 2026 und 2027 zahlen die Firmen jeweils 300 Euro pro Mitarbeiter in einen Fonds ein. Auszubildende bekommen 150 Euro. Das Geld fließt in den Demografiefonds der Branche, der seit Jahren genutzt wird, um etwa Altersteilzeit oder Betriebsrenten zu finanzieren.
Arbeitgeber-Verhandlungsführer Matthias Bürk verteidigt den Abschluss: Die lange Laufzeit bringe Planungssicherheit für die Unternehmen. Außerdem beginne die finanzielle Belastung erst 2027 – und das „zu krisengerechten Konditionen“.
Ein Abschluss, der zeigt: Auch in einer Schlüsselindustrie wird das Geld knapper – und Kompromisse härter.
