Neues Chaos für Bahn-Pendler: RE1, RE5, S6, S11 und S68

Im August heißt es nicht „Warten auf Godot“, sondern auf den Zug. Bahn-Pendler werden im Großraum Düsseldorf auf eine harte Probe gestellt. Foto: Christoph Sochart

Wer regelmäßig mit der Bahn zwischen Essen und Düsseldorf unterwegs ist, braucht erneut starke Nerven. Kaum haben viele Berufspendler die monatelangen Einschränkungen der vergangenen Jahre verarbeitet, kündigt die Deutsche Bahn bereits die nächste umfangreiche Sperrung der stark frequentierten Strecke an.


Von Christoph Sochart


Vom 7. bis zum 21. August wird die Linie S6 abschnittsweise gesperrt. Grund sind Bauarbeiten für ein neues modernes Stellwerk, das künftig den Bahnverkehr auf dem Abschnitt zwischen Düsseldorf, Ratingen, Hilden und Solingen steuern soll. Gleichzeitig nutzt die DB InfraGO die Sperrung für weitere Arbeiten an Oberleitungen sowie zur Instandhaltung des Gleisbetts.

Für Pendler bedeutet dies jedoch erneut längere Reisezeiten und Umstiege. Vom 7. bis 17. August fahren zwischen Essen Hauptbahnhof und Düsseldorf-Wehrhahn keine S-Bahnen. Stattdessen setzt die Bahn Ersatzbusse zwischen Essen Hauptbahnhof und Düsseldorf Hauptbahnhof ein. Anschließend, vom 17. bis 21. August, entfällt der Zugverkehr zwischen Kettwig und Düsseldorf-Wehrhahn, auch hier müssen Reisende auf Busse ausweichen.

Aber, es gibt noch mehr Probleme: Ab dem 21. August schränkt die Deutsche Bahn den Betrieb zwischen Düsseldorf und Köln erheblich ein. Grund sind Brückenarbeiten, Gleis- und Weichenerneuerungen sowie Bahnsteigsanierungen. Betroffen sind gleich fünf Linien: RE1, RE5, S6, S11 und S68.

Die erste Bauphase beginnt am Freitag, 21. August, um 21 Uhr und läuft bis zum 4. September. Der RE1 (RRX) muss in dieser Zeit einen Umweg über Neuss Hauptbahnhof und Dormagen fahren. Dafür entfallen die Halte Köln Hauptbahnhof, Köln Messe/Deutz, Köln-Mülheim, Leverkusen Mitte und Düsseldorf-Benrath komplett.

Noch stärker betroffen ist der RE5 (RRX): Zwischen Düsseldorf und Köln-Mülheim fällt die Linie vollständig aus. Als Ersatz kommen Busse zum Einsatz, die tagsüber (5 bis 21 Uhr) im Zehn-Minuten-Takt fahren, abends im 15-Minuten-, nachts im 30-Minuten- und in den frühen Morgenstunden im 20-Minuten-Takt. Ausgangspunkt des Schienenersatzverkehrs ist der Fernbusbahnhof am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Zusätzlich kommt es bei der S11 zwischen Neuss und Köln-Worringen zu Teilausfällen.

Reisende zwischen den beiden Rheinmetropolen sollten sich frühzeitig über alternative Verbindungen informieren und deutlich mehr Zeit einplanen.

Gerade für die vielen Berufspendler, die täglich zwischen dem Ruhrgebiet und der Landeshauptstadt unterwegs sind, reiht sich die Sperrung in eine lange Serie von Einschränkungen ein. Erst nach langwierigen Sanierungsarbeiten und der Beseitigung eines Hangrutsches war die Strecke wieder vollständig befahrbar. Nun folgt bereits die nächste Baustelle.

Die Deutsche Bahn verweist darauf, dass die Investitionen langfristig der Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs dienen sollen. Das neue Stellwerk soll künftig für einen stabileren Betrieb sorgen und die Steuerung der Züge modernisieren. Durch die Bündelung verschiedener Arbeiten während einer Sperrung sollen spätere Einschränkungen möglichst reduziert werden.

Für viele Pendler dürfte diese Aussicht allerdings nur ein schwacher Trost sein. Zusätzliche Fahrzeiten, volle Ersatzbusse und unsichere Anschlüsse gehören in den kommenden Wochen erneut zum Alltag. Besonders Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die täglich zwischen Essen, Ratingen und Düsseldorf pendeln, müssen ihre Wege entsprechend planen und mehr Zeit einrechnen.

Die Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Fahrpläne und den Schienenersatzverkehr zu informieren, da sich Anschlüsse und Fahrzeiten während der Bauphase deutlich verändern können.