Zwei Tage voller Pioniergeist: Henkel feiert 150 Jahre in Düsseldorf

Von Christoph Sochart
Was für ein Wochenende! Henkel hat sein 150-jähriges Bestehen in Düsseldorf mit einer beeindruckenden Gala und einem großen Mitarbeiterfest gefeiert. Zwei Tage lang standen die Geschichte des Unternehmens, die Menschen hinter dem Erfolg und der Blick in die Zukunft im Mittelpunkt.
Ich habe selten erlebt, dass ein Unternehmensjubiläum so viele Generationen, so viel Energie und so viel Verbundenheit zusammenbringt. Auf dem Henkel-Gelände in Holthausen wurde spürbar, was ein Unternehmen stark macht: Menschen, die gemeinsam arbeiten, Verantwortung übernehmen und über viele Jahre hinweg an einer gemeinsamen Zukunft bauen.
Ein Jubiläum mit besonderer Bedeutung für Düsseldorf
Henkel wurde am 26. September 1876 von Fritz Henkel in Aachen gegründet. Aus der kleinen Waschmittelfabrik entwickelte sich in 150 Jahren ein global tätiges Unternehmen mit rund 50.000 Beschäftigten in mehr als 70 Ländern. Wenige Jahre nach der Gründung verlegte Henkel seinen Sitz nach Düsseldorf – und ist seitdem eng mit unserer Stadt verbunden.
Diese Verbindung war an diesem Wochenende überall zu spüren. Henkel feierte nicht irgendwo, sondern am eigenen Stammsitz. Dort, wo täglich gearbeitet, geforscht, entwickelt und produziert wird, entstand für zwei Tage eine große Festmeile.
Für uns als Unternehmerschaft Düsseldorf war dieses Jubiläum auch deshalb ein besonderer Anlass. Henkel ist nicht nur ein bedeutendes Unternehmen unserer Stadt, sondern auch ein langjähriges Mitgliedsunternehmen der Unternehmerschaft. Und die Verbindung reicht weit zurück: Konrad Henkel hat die Düsseldorfer Unternehmerschaft gegründet. Diese gemeinsame Geschichte verpflichtet – und sie ist ein Grund, mit besonderer Freude auf dieses Jubiläum zu blicken.
Der Auftakt: eine Gala mit starken Gästen
Der Auftakt des Jubiläumswochenendes fand am Freitagabend mit einer festlichen Gala statt. Zu den Gästen gehörten Bundeskanzler Friedrich Merz, NRW-Innenminister Herbert Reul und die stellvertretende Ministerpräsidentin sowie Wirtschaftsministerin Mona Neubaur.
Besonders interessant war die persönliche Verbindung von Friedrich Merz zu Henkel. In seiner Rede berichtete er, dass er selbst einige Monate bei Henkel in Düsseldorf gearbeitet hatte – als junger Referent beim Verband der Chemischen Industrie und im Vorstandssekretariat des damaligen Vorstandsvorsitzenden Helmut Sihler. Dadurch bekam sein Auftritt eine persönliche Note.
Die Gala war ein würdiger Beginn für ein Wochenende, das Tradition und Zukunft miteinander verbinden sollte. Es ging nicht allein um die beeindruckende Zahl 150. Es ging um die Frage, wie aus unternehmerischem Mut, Innovationskraft und Verantwortungsbewusstsein ein Unternehmen entstehen kann, das über Generationen hinweg Bestand hat.
Am Samstag wurde das Werksgelände zur Festivalmeile
Am Samstag, dem 26. September, öffnete Henkel sein Werksgelände für die Mitarbeitenden und ihre Familien. Rund 18.000 Gäste wurden erwartet beziehungsweise kamen zur großen Geburtstagsfeier nach Holthausen. Ein lokaler Nachbericht sprach von etwa 17.000 Besucherinnen und Besuchern, während andere Berichte von mehr als 18.000 Gästen ausgingen. In jedem Fall war die Dimension außergewöhnlich.
Schon die Atmosphäre machte deutlich, dass dieses Fest vor allem den Menschen bei Henkel gewidmet war. Krawatten und Anzüge konnten im Schrank bleiben. Stattdessen dominierten lockere Kleidung, lachende Gesichter, neugierige Kinder und viele Begegnungen zwischen Kolleginnen, Kollegen und Familienangehörigen.
Das Werksgelände war kaum wiederzuerkennen. Aus Produktions- und Arbeitsbereichen war eine bunte Festivalmeile geworden – mit Erlebniswelten, Markenständen, kulinarischen Angeboten und geöffneten Innovationszentren. Die Gäste konnten die unterschiedlichen Unternehmensbereiche kennenlernen und erleben, wie viel Technologie, Forschung und Entwicklung hinter bekannten Produkten und Marken stehen.
Besonders gelungen fand ich die „Memory Lane“. Sie führte durch 150 Jahre Unternehmensgeschichte und machte sichtbar, wie sich Henkel von einem kleinen Waschmittelhersteller zu einem international erfolgreichen Unternehmen entwickelt hat. Geschichte wurde dabei nicht trocken präsentiert, sondern anschaulich, zugänglich und mit vielen Details erzählt.
Drei Bühnen, viele Perspektiven
Das Programm spielte sich auf drei Bühnen ab. Neben der Hauptbühne gab es eine Pioneer Stage und eine eigene Kinderbühne.
Auf der Pioneer Stage wurde über Zukunft, Innovation, Bildung, Sport, Gesellschaft und Kultur gesprochen. Diese Themen passten gut zu einem Unternehmen, das sein Jubiläum nicht nur als Rückblick verstanden hat. Henkel wollte zeigen, dass Pioniergeist auch heute bedeutet, neue Fragen zu stellen und Veränderungen aktiv zu gestalten.
Für Familien gab es eine eigene Kids Area mit Spielbereichen, Workshops sowie Musik, Comedy und Zauberei. Dadurch wurde das Fest zu einem Erlebnis für mehrere Generationen. Eltern konnten sich über die Geschichte und die Zukunft des Unternehmens informieren, während Kinder spielerisch entdecken und ausprobieren konnten.
Auch das kulinarische Angebot trug dazu bei, dass die Gäste den ganzen Tag auf dem Gelände bleiben konnten. Überall gab es Möglichkeiten, zusammenzukommen, sich auszutauschen und zwischendurch eine Pause einzulegen.
Ein musikalischer Höhepunkt mit vielen Überraschungen
Kurz vor 18 Uhr sorgte die Henkel-Firmenband „Red Pack“ für einen ersten großen Höhepunkt. Als die Band „An Tagen wie diesen“ anstimmte, sangen Tausende Menschen mit. Eine Stunde lang brachte die hauseigene Band das Gelände zum Rocken.
Danach folgte ein Konzert, das die Ankündigungen noch übertraf. Johannes Oerding stand nicht allein auf der Bühne. Gemeinsam mit Stefanie Heinzmann, Lea, Nico Santos und Peter Maffay entstand ein außergewöhnliches Konzertprogramm, das unterschiedliche Musikrichtungen und Generationen zusammenbrachte. Die Überraschung über die weiteren Künstler war groß – ebenso wie die Begeisterung des Publikums.
Für mich war das ein passender Abschluss dieses Tages. Nicht, weil ein großer Name allein ein Jubiläum ausmacht. Sondern weil die Musik Menschen unabhängig von Alter, Funktion und Hierarchie zusammengebracht hat. Mitarbeitende, Familien und Gäste feierten gemeinsam – und genau darin lag die besondere Stärke dieses Festes.
Dank an die Mitarbeitenden
Bei der Begrüßung betonten Dr. Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses, sowie CEO Carsten Knobel die zentrale Rolle der Mitarbeitenden.
Simone Bagel-Trah verwies auf die Entwicklung vom kleinen Start-up ihres Ururgroßvaters zu einem globalen Unternehmen. Möglich geworden sei dieser Weg, weil Menschen über Generationen hinweg Verantwortung übernommen und Pioniergeist gezeigt hätten.
Carsten Knobel machte deutlich, dass ein Unternehmen nicht 150 Jahre erfolgreich bleibt, wenn es sich auf seiner Geschichte ausruht. Entscheidend seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Henkel mit ihren Ideen, ihrem Wissen und ihrem Einsatz immer wieder weiterentwickelt hätten. Dieses Jubiläum sei deshalb vor allem ihr Jubiläum.
Diese Botschaft war während des gesamten Wochenendes spürbar. Henkel feierte nicht nur eine Marke, Produkte oder Geschäftszahlen. Henkel feierte die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen.
Die Wertschätzung bleibt dabei nicht auf das Fest beschränkt. Alle Mitarbeitenden erhalten im Jubiläumsjahr in ihrem Geburtsmonat einen zusätzlichen Urlaubstag. Teilnehmende am Mitarbeiteraktienprogramm bekommen einmalig einen Jubiläumszuschlag von 41 Prozent auf ihre persönliche Investition in Henkel-Aktien. Damit verbindet das Unternehmen Anerkennung mit konkreter Beteiligung am Unternehmenserfolg.
Ein Jubiläum mit Blick auf die Zukunft
Besonders wichtig ist, dass Henkel das Jubiläum auch nutzt, um neue Impulse für Düsseldorf und die Gesellschaft zu setzen.
Mit dem Ausbau der Bildungsinitiative „Henkel Forscherwelt“ plant das Unternehmen ein neues Bildungszentrum am Düsseldorfer Hauptsitz. Kinder und Jugendliche sollen dort praktischen Zugang zu Naturwissenschaften und Zukunftstechnologien erhalten. Das Zentrum soll Angebote für Familien, Grundschulen und weiterführende Schulen schaffen und möglichst auch junge Menschen erreichen, die bislang nur eingeschränkten Zugang zu solchen Bildungsangeboten haben.
Die Forscherwelt ist bereits in mehr als 20 Ländern aktiv. Mehr als 130.000 Kinder haben nach Unternehmensangaben an den Angeboten teilgenommen. Bis Ende 2030 sollen vier weitere Forscherwelt-Labore entstehen, ergänzt durch mobile Angebote in sechs weiteren Ländern. Für das Gesamtprojekt investiert Henkel einen zweistelligen Millionenbetrag.
Das ist ein wichtiger Teil des Jubiläums. Denn Zukunft entsteht nicht allein in Laboren und Vorstandsetagen. Zukunft entsteht auch dort, wo Kinder ihre ersten Experimente machen, Fragen stellen und entdecken, dass Naturwissenschaften und Technik etwas mit ihrer eigenen Lebenswelt zu tun haben.
Henkel und die Unternehmerschaft Düsseldorf
Für uns in der Unternehmerschaft Düsseldorf war es besonders schön, viele bekannte Gesichter aus der Henkel-Familie bei diesem Jubiläum zu sehen und die enge Verbindung zu unserem Mitgliedsunternehmen erneut zu erleben.
Henkel-CEO Carsten Knobel war bereits Ehrengast bei unserem „Düsseldorfer Arbeitgebertag“. Mit Dr. Simone Bagel-Trah durften wir bei unserem Format „Unternehmerschaft im Dialog“ im Düsseldorfer Industrieclub über zentrale Fragen von Wirtschaft, Verantwortung und Zukunft sprechen.
Solche Begegnungen zeigen, wie wichtig persönliche Gespräche und verlässliche Netzwerke sind. Sie schaffen Verständnis füreinander und verbinden Unternehmen, Stadtgesellschaft und Institutionen. Beim Henkel-Jubiläum wurde diese Verbindung besonders deutlich: Ein Unternehmen kann international aufgestellt sein und dennoch tief in einer Stadt verwurzelt bleiben.
Mein Fazit: Ein Fest, das nachwirkt
Das Jubiläumswochenende von Henkel war mehr als eine große Geburtstagsparty. Es war eine eindrucksvolle Begegnung mit 150 Jahren Unternehmensgeschichte – und zugleich ein Blick nach vorn.
Ich nehme vor allem drei Eindrücke mit: die große Verbundenheit der Mitarbeitenden, den sichtbaren Stolz auf die gemeinsame Geschichte und den Anspruch, Zukunft nicht einfach abzuwarten, sondern aktiv zu gestalten.
Henkel hat in Düsseldorf gezeigt, wie ein Unternehmensjubiläum aussehen kann: mit Respekt vor der Vergangenheit, mit Wertschätzung für die Menschen der Gegenwart und mit konkreten Ideen für die Zukunft.
Als Unternehmerschaft Düsseldorf gratulieren wir Henkel herzlich zu 150 Jahren unternehmerischen Pioniergeistes. Wir gratulieren einem Unternehmen, das eng mit unserer Stadt verbunden ist, weltweit erfolgreich arbeitet und zugleich Verantwortung vor Ort übernimmt.
150 Jahre Henkel – das war an diesem Wochenende in Düsseldorf nicht nur eine Zahl. Es war ein gemeinsames Erlebnis, ein Zeichen der Verbundenheit und ein kraftvoller Auftakt für die nächsten Kapitel.
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