Teleoperation und robuste Robotik: Rheinmetall zeigt Zukunft der Industrie auf der Hannover Messe

Am Gemeinschaftsstand der Plattform Industrie 4.0 demonstrieren das Rheinmetall Technology Center und YardStick Robotics GmbH, wie sich autonome Systeme und menschliche Steuerung intelligent verbinden lassen. Im Zentrum steht ein Fahrstand, über den Besucher Fahrzeuge in Echtzeit fernsteuern können – sowohl ein Testfahrzeug in Düsseldorf als auch ein Logistikfahrzeug direkt auf dem Messegelände. Foto: Rheinmetall

(cs) Auf der Hannover Messe 2026 dreht sich in diesem Jahr alles um die „Industrial Transformation“. Vom 20. bis 24. April präsentiert die weltweit wichtigste Industriemesse Innovationen rund um Automatisierung, Digitalisierung und Elektrifizierung. Mitten im Geschehen: der Technologiekonzern Rheinmetall, der gemeinsam mit seinen Tochterfirmen neue Ansätze für Robotik und teleoperiertes Fahren vorstellt.

Mensch und Maschine im Zusammenspiel

Am Gemeinschaftsstand der Plattform Industrie 4.0 demonstrieren das Rheinmetall Technology Center und YardStick Robotics GmbH, wie sich autonome Systeme und menschliche Steuerung intelligent verbinden lassen. Im Zentrum steht ein Fahrstand, über den Besucher Fahrzeuge in Echtzeit fernsteuern können – sowohl ein Testfahrzeug in Düsseldorf als auch ein Logistikfahrzeug direkt auf dem Messegelände.

Die dahinterliegende Idee: Teleoperation als Ergänzung zur Automatisierung. Wo autonome Systeme an Grenzen stoßen – etwa in komplexen Verkehrssituationen oder unübersichtlichen Umgebungen – kann ein Mensch aus der Ferne eingreifen. Die vom Rheinmetall Technology Center gemeinsam mit der MIRA GmbH entwickelte Lösung schafft so mehr Sicherheit und Flexibilität, etwa in Logistik, öffentlichem Nahverkehr oder Spezialanwendungen.

Sichere Daten als Grundlage

Damit diese Echtzeitsteuerung zuverlässig funktioniert, braucht es leistungsfähige und sichere Dateninfrastrukturen. Im Projekt „POQUASIA“ wurde eine skalierbare IoT-Plattform entwickelt, die genau das ermöglicht. Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, ist das Projekt Teil der europäischen Initiative für ein Cloud-Edge-Ökosystem, das Daten zwischen verschiedenen Anbietern sicher und effizient verknüpft.

Besucher erleben auf der Messe live, wie Fahrzeuge aus der Distanz gesteuert werden – ein anschauliches Beispiel für das Zusammenspiel von Cloud-Technologien, Echtzeitkommunikation und menschlicher Kontrolle.

Roboter für extreme Einsätze

Neben Teleoperation zeigt Rheinmetall auch Fortschritte in der Robotik. Der „YARO Cobot“ von YardStick Robotics ist speziell für raue, unstrukturierte Umgebungen konzipiert. Ob Industrieanlagen, Tiefsee oder perspektivisch sogar Weltraummissionen – der Roboter soll dort arbeiten, wo klassische Systeme an ihre Grenzen stoßen.

Im Fokus steht dabei das Prinzip „dull, dirty & dangerous“: Roboter übernehmen monotone, schmutzige oder gefährliche Aufgaben und erhöhen so Sicherheit und Effizienz. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die Systeme einfacher bedienbar zu machen.

KI macht Robotik zugänglich

Im Forschungsprojekt „RoX“ zeigt YardStick Robotics, wie KI-gestützte Anwendungen auch für Nicht-Experten nutzbar werden. Mithilfe einfacher Lernalgorithmen können Roboter Bewegungsabläufe erfassen und optimieren. Ein angeschlossener Bahnplanungsservice verbessert diese Abläufe automatisch und spielt sie zurück in die Anwendung.

Das Ziel: ein offenes, föderiertes Ökosystem, in dem Daten, Software und Komponenten flexibel kombiniert werden können. Grundlage dafür ist eine Infrastruktur, die transparent regelt, wer auf welche Daten zugreifen darf – ein entscheidender Faktor für Vertrauen und Zusammenarbeit in der Industrie.

Blick in die vernetzte Zukunft

Der Gemeinschaftsstand der Plattform Industrie 4.0 bündelt verschiedene Initiativen, die an der digitalen Transformation arbeiten – von Manufacturing-X über Cloud-Edge-Infrastrukturen bis hin zu neuen Mobilitätskonzepten. Sie alle eint die Vision einer datengetriebenen Industrie, in der Systeme intelligent vernetzt sind und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

Mit seinen Lösungen zeigt Rheinmetall, wie diese Vision konkret aussehen kann: durch die Kombination aus Robotik, Teleoperation und sicheren Datenräumen. Die Industrie der Zukunft wird nicht nur automatisiert sein – sie bleibt auch menschlich steuerbar.