24 Tonnen Klebstoff für ein Jahrhundertbauwerk: Wie Henkel die Vollendung der Sagrada Familia beschleunigte

Foto: Henkel
Die Fertigstellung der sechs zentralen Türme der Sagrada Familia markiert einen historischen Meilenstein für eines der bekanntesten Bauwerke der Welt. Pünktlich zum 100. Todestag des katalanischen Architekten Antoni Gaudí wurden die Türme des Wahrzeichens vollendet – mit einer Technologie, die für Besucher unsichtbar bleibt, für die Statik des Bauwerks jedoch von zentraler Bedeutung ist: Hochleistungsklebstoffe von Henkel in Düsseldorf.
Von Christoph Sochart
Insgesamt 24 Tonnen des Industrieklebstoffs Loctite EA 9497 kamen beim Bau der Türme zum Einsatz. Die Technologie ermöglichte nicht nur eine dauerhafte Verbindung von Stein- und Stahlelementen, sondern beschleunigte auch den Bauprozess erheblich. Nach Angaben des Unternehmens ist der Klebstoff damit ein wesentlicher Bestandteil des modularen Konstruktionssystems, das bei der Fertigstellung der Basilika eingesetzt wird.
Unsichtbare Technologie mit tragender Funktion
Was auf den ersten Blick wie ein klassisches Steinbauwerk erscheint, basiert in weiten Teilen auf moderner Ingenieurskunst. Der flüssig aufgetragene Klebstoff verbindet Naturstein und Stahl zu einer strukturellen Einheit. Dabei füllt er kleinste Hohlräume aus und sorgt nach einer rund 24-stündigen Aushärtungsphase für eine dauerhafte Verbindung der Bauteile.
„Dieses Projekt verkörpert genau das, wofür wir bei Henkel Adhesive Technologies stehen. Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um ihre Visionen Wirklichkeit werden zu lassen“, sagt Mark Dorn, Vorstandsmitglied von Henkel und verantwortlich für den Unternehmensbereich Adhesive Technologies.
Die Zusammenarbeit zwischen Henkel und der Sagrada Familia besteht bereits seit mehr als zehn Jahren. Neben der Lieferung des Klebstoffs unterstützte das Unternehmen das Projekt mit umfangreichen Materialtests, technischen Validierungen und anwendungsspezifischem Know-how.
Modularer Bau statt traditioneller Steinmetzarbeit
Die zentrale Herausforderung beim Bau der sechs Türme bestand darin, Gaudís komplexe architektonische Vision mit den Anforderungen moderner Bauverfahren in Einklang zu bringen. Dafür wurde ein modularer Bauansatz entwickelt, bei dem vorgefertigte Elemente vor Ort zusammengesetzt werden.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen konnte dieser Ansatz die Baugeschwindigkeit gegenüber traditionellen Methoden um das bis zu Zehnfache steigern. Die Klebstofftechnologie spielte dabei eine Schlüsselrolle, da sie die Verbindung unterschiedlicher Materialien ermöglichte und gleichzeitig höchste Anforderungen an Sicherheit und Stabilität erfüllte.
Die Dimensionen des Projekts verdeutlichen den Aufwand: Die sechs zentralen Türme bestehen aus insgesamt 826 Paneelen und mehr als 2.100 einzelnen Steinelementen. Durchschnittlich wurden rund 30 Kilogramm Klebstoff pro Paneel verarbeitet.
Extreme Belastungen über Jahrzehnte hinweg
Die Anforderungen an die verwendeten Materialien sind außergewöhnlich. Die Sagrada Familia befindet sich nur etwa 2,5 Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Salzhaltige Luft, hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen zwischen Winter und Sommer setzen die Konstruktion dauerhaft unter Stress.
Hinzu kommen Vibrationen durch zwei U-Bahn-Linien, die in unmittelbarer Nähe der Basilika verlaufen. Die Konstruktion muss daher nicht nur statischen Lasten standhalten, sondern auch kontinuierliche Bewegungen und Materialausdehnungen kompensieren.
Laut Henkel hält die geklebte Konstruktion Belastungen stand, die einer Last von bis zu 100.000 Menschen pro Quadratmeter entsprechen. Diese Stabilität war unter anderem Voraussetzung für die Installation des monumentalen Kreuzes auf dem Jesus-Christus-Turm.
Mit einer Höhe von 172,5 Metern ist die Sagrada Familia heute das höchste religiöse Bauwerk der Welt und überragt damit sogar das Ulmer Münster.
Moderne Technik für ein Bauwerk des 19. Jahrhunderts
Die Fertigstellung der zentralen Türme verdeutlicht, wie moderne Werkstofftechnologien historische Architekturprojekte unterstützen können. Obwohl der Bau der Sagrada Familia bereits 1882 begann und Antoni Gaudí die Basilika zu Lebzeiten nie vollendet sah, tragen heute digitale Planungsverfahren, industrielle Vorfertigung und Hochleistungsklebstoffe dazu bei, seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen.
Für Henkel fällt dieser Erfolg zudem in ein besonderes Jahr. Das Unternehmen feiert 2026 sein 150-jähriges Bestehen unter dem Motto „Future? Ready!“. Die Beteiligung an einem der weltweit bekanntesten Bauprojekte gilt dabei als Beispiel dafür, wie industrielle Innovation und kulturelles Erbe miteinander verbunden werden können.
Die Sagrada Familia bleibt damit nicht nur ein Symbol für architektonische Kreativität, sondern auch für die Rolle moderner Technologien bei der Vollendung eines Bauwerks, das Generationen von Ingenieuren, Handwerkern und Architekten beschäftigt hat.
