Caravan Salon 2026: Düsseldorf wird zum Schaufenster für die Zukunft des mobilen Reisens

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Von kompakten Campervans für Einsteiger bis zum Luxus-Reisemobil: Der Caravan Salon Düsseldorf zeigt ab Ende August die ganze Bandbreite des mobilen Urlaubs. Besonders auffällig sind der Trend zu mehr Leichtigkeit und der Wunsch nach Komfort und Autarkie. Mercedes-Benz setzt zudem auf neue Sprinter- und Marco-Polo-Modelle und Allradtechnik.


Von Christoph Sochart


Düsseldorf wird Ende August wieder zum internationalen Treffpunkt der Caravaning-Branche. Vom 28. August bis zum 6. September öffnet der CARAVAN SALON seine Tore. Mehr als 830 Aussteller präsentieren in 15 Hallen und auf dem Freigelände Reisemobile, Caravans, Campervans, Zubehör und Technik. Die Messe gilt als weltgrößte Veranstaltung für die mobile Freizeit.

Dabei zeichnet sich für die kommende Saison ein spannender Gegensatz ab: Auf der einen Seite werden Fahrzeuge kompakter, leichter und stärker auf preisbewusste Einsteiger zugeschnitten. Auf der anderen Seite wächst das Angebot an komfortablen Reisemobilen, die möglichst unabhängig vom Campingplatz unterwegs sein können. Mehr Allradantrieb, größere Badezimmer, leistungsfähige Batteriesysteme und Induktionskochfelder gehören zu den Trends.

Camping wird kompakter – und elektrischer

Gerade bei den kleineren Fahrzeugen geht der Trend zum Prinzip „weniger ist mehr“. Kompakte Caravans werden leichter und sollen damit auch von Elektroautos gezogen werden können. Bei Campervans verzichten manche Hersteller sogar auf ein fest eingebautes Bad, um Platz und Gewicht zu sparen.

Gleichzeitig hält die Elektrifizierung Einzug. Eifelland beispielsweise zeigt mit dem Relax einen vollelektrischen Campervan auf Basis des Nissan Interstar-e. Der 87-kWh-Akku soll laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 460 Kilometern ermöglichen.

Auch die Energieversorgung im Fahrzeug wird wichtiger. Leistungsfähige Lithium-Batterien, Solaranlagen und Wechselrichter sollen dafür sorgen, dass Reisende länger unabhängig von Landstrom bleiben können. Komfort und Autarkie werden damit zu wichtigen Verkaufsargumenten.

Foto: Mercedes-Benz

Mercedes-Benz: Sprinter feiert Premiere

Besondere Aufmerksamkeit dürfte in Düsseldorf dem Auftritt von Mercedes-Benz gelten. In Halle 17 präsentiert der Konzern erstmals auf einer Messe die neuen Modelle Sprinter und Marco Polo/Marco Polo HORIZON. Beide sollen mehr Wohnlichkeit und Komfort bieten. Überarbeitet wurden unter anderem Raumgefühl, Beleuchtung und Verdunkelung, Akustik und Konnektivität.

Eine wichtige Änderung betrifft auch die Produktion: Marco Polo und Marco Polo HORIZON werden künftig vollständig innerhalb von Mercedes-Benz gefertigt. Damit will das Unternehmen flexibler auf die Nachfrage reagieren.

Zum Messeauftritt gehört außerdem ein Stück Automobilgeschichte. Mercedes-Benz bringt den Benz Patent-Motorwagen nach Düsseldorf. Vor 140 Jahren meldete Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Damit steht auf dem Messestand ein Symbol für die Anfänge des Automobils direkt neben den neuesten Entwicklungen für das mobile Reisen.

Allrad für das vollintegrierte Reisemobil

Auch technisch setzt Mercedes-Benz einen Schwerpunkt. Das vom Sprinter bekannte „Torque-on-Demand“-Allradsystem soll künftig auch für vollintegrierte Reisemobile angeboten werden. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse wird dabei automatisch an die jeweilige Fahrsituation angepasst. Gerade auf Schnee, unbefestigten Wegen oder schwierigem Untergrund kann das Vorteile bringen.

Wie das aussehen kann, zeigt in Düsseldorf KABE mit dem Prototyp Imperial Ri830 TRAQ 4×4 auf Sprinter-Basis. Das Fahrzeug verbindet Allradtechnik mit einem komfortablen Wohnbereich, Küche, Bad und großzügiger Heckgarage. Auch andere Hersteller nutzen den Sprinter als Basis für neue Reisemobile – darunter Rhön Camp, LAIKA, Offtrack, AllRoad, Captain Camper und ATLANTIS.

Foto: Mercedes-Benz

Zwischen 1,5-Millionen-Euro-Mobil und Einsteiger-Camper

Wie breit das Angebot auf dem Caravan Salon ist, zeigt ein Blick auf die Premieren. Während Ahorn Camp mit neuen Move-Modellen gezielt preisbewusste Einsteiger anspricht, präsentiert Action Mobil mit dem Global XRS 7400 Leopard ein 26 Tonnen schweres Expeditionsmobil auf MAN-TGS-6×6-Basis. Preis: rund 1,5 Millionen Euro.

Dazwischen liegt eine enorme Vielfalt: Carthago überarbeitet seine Chic-E-Line, Hymer präsentiert neue vollintegrierte B-ML-Modelle auf Sprinter-Basis, Knaus bringt wintertaugliche Caravans mit Fußbodenheizung und Dethleffs erweitert sein Angebot um neue XL-Reisemobile. Auch zahlreiche kleinere Hersteller bringen neue Grundrisse und Konzepte mit nach Düsseldorf.

Der Caravan Salon zeigt damit mehr als neue Fahrzeuge. Die Branche reagiert auf unterschiedliche Bedürfnisse: Der eine sucht einen möglichst kleinen und effizienten Camper für das Wochenende, der andere ein autarkes Reisemobil für lange Touren. Düsseldorf wird vom 28. August an zum Schaufenster dieser Entwicklung – zwischen Elektromobilität, Digitalisierung, Offroad-Technik und dem klassischen Traum von der Freiheit auf vier Rädern.