Kundenzufriedenheitsanalyse 2017: 18 Unternehmen nutzen Gemeinschaftsstudie

Der Bereich Information und Kommunikation wird in B2B-Unternehmen häufig vernachlässigt. In diesem Leistungsbereich sind sehr unterschiedliche Performances der beteiligten Firmen zu beobachten – das ist eins von zahlreichen Ergebnissen der diesjährigen „Kundenzufriedenheitsanalyse Groß- und Außenhandel 2017“.

In diesem Jahr beteiligten sich Unternehmen aus drei großen Landesverbänden im Groß- und Außenhandel. Die Durchführung der Analyse übernahmen wieder die GfK SE – eines der größten Marktforschungsunternehmen weltweit – und die Marktforschungsberatung research tools.

Die Gemeinschaftsstudie wurde in diesem Jahr bereits das fünfte Mal durchgeführt. Seit 2011 nahmen bereits ca. 70 Unternehmen verschiedener Landesverbände im Groß- und Außenhandel die Möglichkeit wahr, mehr über die eigenen Stärken und Schwächen des Unternehmens aus Kundensicht zu erfahren. Überwiegend sind diese Unternehmen KMU und im B2B-Geschäft tätig. Für B2C-Unternehmen wurde der Fragebogen angepasst. Auch große Unternehmen sehen die Vorzüge des Verbandsangebots bei Benchmarking und Preis-/Leistungsverhältnis.

Wie steht es um die Information und die Kommunikation in Ihrem Unternehmen?

Im Leistungsbereich „Information und Kommunikation“ reicht die Spanne der Kundenzufriedenheit von 77% voll und ganz zufriedener und sehr zufriedener Kunden bis hin zu lediglich 39% (siehe Abbildung). Damit weisen 72% der teilnehmenden Firmen lediglich eine Quote von weniger als zwei Drittel voll und ganz und sehr zufriedener Kunden auf. Die Ergebnisse zeigen, dass Firmen des Groß- und Außenhandels nicht selten Optimierungspotenzial im Bereich „Information und Kommunikation“ haben. Dabei erhält der Einzelaspekt „Gestaltung des Internetauftritts“ durchschnittlich die schlechtesten Noten durch die eigenen Kunden in der diesjährigen Studie.

Neben der Gestaltung wurde u.a. auch nach der Zufriedenheit mit dem „Informationsgehalt des Internetauftritts“ gefragt. Einige Unternehmen ließen zudem weiter differenzieren und nach Gestaltung und Inhalt des Web-Shops fragen. Erstmals wurde dieses Jahr standardmäßig auch die Zufriedenheit mit dem Aspekt Social Media Aktivitäten untersucht. Damit können nun auch Verbesserungsbedarfe in der Online-Kommunikation identifiziert werden.

Ablauf der Analyse generell

Abgefragt werden über 50 einzelne Leistungsaspekte zu sieben Leistungsbereichen. Es wird ein Standardfragebogen vorgeschlagen und für jedes Unternehmen besteht die Möglichkeit, einzelne Aspekte kostenfrei zu streichen. Gegen einen Aufpreis kann auch jedes Unternehmen neue, individuelle und auf den eigenen Prozess zugeschnittene Fragen zusätzlich programmieren lassen. Für alle abgefragten Standardaspekte hat jedes Unternehmen später im Ergebnisbericht den anonymen Vergleich mit allen anderen Studienteilnehmern, was einen großen Vorteil gegenüber einer individuell in Auftrag gegebenen Kundenzufriedenheitsanalyse darstellt.

Die relative Einordnung (zusätzlich differenziert nach Branchenschwerpunkten) ermöglicht die umfassende Beurteilung der eigenen Ergebnisse. Alle Unternehmen bekommen eine ID zugeteilt, so dass jedes Unternehmen anonym teilnimmt. Nach Abstimmung und Freigabe des Fragebogens beginnt die dreiwöchige Felddurchführung. In dieser Zeit werden die von den Unternehmen zufällig ausgewählten, eigenen Kunden im Auftrag zur Teilnahme per E-Mail eingeladen. Die Kunden können den Online-Fragebogen mittels eines individuellen Fragebogenlinks beantworten. Alle Kunden erhalten nach etwa einer Woche eine Erinnerung (optional auch mehrere), wenn sie den Fragebogen noch nicht vollständig beantwortet haben.

In den meisten Fällen wird eine Rücklaufquote von zehn Prozent und mehr erreicht. Bei den teilnehmenden Unternehmen sind die Antworten ihrer Kunden im O-Ton auf die beiden offenen Fragen sehr beliebt: Zum einen die Frage nach konkreten Verbesserungsvorschlägen und zum anderen die Frage danach, was denn am Unternehmen besonders geschätzt wird. Diese Kundenantworten werden zusätzlich zum 60-seitigen Ergebnisbericht mit Management Summary zur Verfügung gestellt.

Wenn Ihr Unternehmen an der kommenden Kundenzufriedenheitsanalyse teilnehmen möchte oder nähere Informationen dazu wünscht, wenden Sie sich bitte an den Verband, Frau Christina Moeser (Kontaktdaten) oder direkt bei dem Ansprechpartner der durchführenden Dienstleister, Herrn Dr. Fabian Weyer (research tools), Tel.: 0711-365 495 03 oder per E-Mail an fabian.weyer@research-tools.net. Die nächste Befragungswelle ist für 2019 vorgesehen.

Chemische Industrie: Neuer Höchststand bei Ausbildungsplatzangebot und Übernahme

Die chemische Industrie in Nordrhein steigert die Zahl der in diesem Jahr neu angebotenen Ausbildungsplätze im Vergleich zu 2016 um gut 6 %. Mehr als 90 % derjenigen, die in diesem Jahr ihre Ausbildung in der Chemie abgeschlossen haben, wurden in ein Arbeitsverhältnis übernommen.

Über diese sehr positive Entwicklung freuten sich die Chemiesozialpartner in Nordrhein anlässlich ihres „Runden Tisches für Ausbildung und Arbeitsmarktfragen“ am 22.11.2017 in Düsseldorf.

In dem Tarifvertrag Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg haben die Chemietarifparteien vereinbart, die Berufsausbildung in der chemischen Industrie voranzutreiben. Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen das bisher erreichte hohe Ausbildungsniveau der Chemie auch künftig beibehalten. „Mit 1.917 neuen Ausbildungsplätzen in einem Jahr setzt die Chemie in Nordrhein neue Maßstäbe.“ sagt Frank Löllgen, Landesbezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE Nordrhein. „Die Chemieunternehmen in Nordrhein wappnen sich zurzeit nicht nur durch Investitionen in neue Anlagen, sondern auch mit höheren Ausbildungszahlen für die Zukunft.“ Aufgrund der demografischen Entwicklung stehen in den nächsten Jahren in zahlreichen Unternehmen Generationswechsel an, so dass ein erhöhter Bedarf an Nachwuchskräften besteht.

Aus diesem Grund sind auch die Perspektiven der Auszubildenden in der Chemie sehr gut. „Über 90 % der jungen Menschen wurden in diesem Jahr nach Ihrer Ausbildung von den Unternehmen übernommen. Davon 58 % direkt mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag. Aber auch bei einer zunächst befristeten Übernahme schließt sich in fast allen Fällen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in der chemischen Industrie an.“ so Friedrich Überacker, Geschäftsführer des Landesausschusses der ChemieArbeitgeber NRW.

Im nächsten Jahr gehen die Tarifvertragsparteien von einem weiteren Anstieg der Ausbildungszahlen aus. Neben naturwissenschaftlichen Ausbildungen, bietet die Chemieindustrie eine Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten in den Bereichen Technik, Wirtschaft und IT. Insgesamt sind es nahezu 50 Ausbildungsberufe, die in der Chemie möglich sind. Weitere Informationen dazu unter www.elementare-vielfalt.de.

comTeam gründet Start-up-Netzwerk

Was haben Start-Ups und das Technologie-Netzwerk comTeam gemeinsam? Häufig sind die Fragestellungen von Gründern nicht weit von denen etablierter Unternehmer entfernt und ähnliche Serviceleistungen können das Tagesgeschäft erleichtern.

„Bei comTeam und in der gesamten Verbundgruppe ElectronicPartner haben wir uns darauf spezialisiert, eigenständigen Unternehmern eine Infrastruktur zu bieten, die ihnen den Rücken freihält und gleichzeitig Impulse für erfolgreiche Weiterentwicklung setzt. Den gleichen Bedarf haben viele Start-Up-Unternehmen“, erläutert Sven Glatter, Geschäftsführer comTeam, den Schritt. Da diese sich vielleicht nicht direkt mit dem Angebot klassischer Verbundgruppen wiederfinden, erfolgte die Gründung eines eigenen Netzwerks.

Services für Start-Ups
Das Angebot von growr ist dabei speziell auf die Anforderungen junger Unternehmer und ihrer Arbeitsweise zugeschnitten. Dazu zählen die Organisation von günstiger Computer-Hardware, Leasing-Angebote für Büroeinrichtung oder Firmenwagen und die Unterstützung bei der Gestaltung von Verträgen. Außerdem gibt growr wertvolle Tipps, um Themen wie Finanzen, Vertrieb oder CRM von Anfang an optimal zu organisieren.

Das Herz im growr-Netzwerk sind die sogenannten Wingwomen und Wingmen. Das Team hilft telefonisch oder per Mail – ähnlich wie ein Concierge – bei allen Fragen rund um die Gründung weiter, vermittelt Kontakte oder spezialisierte Ansprechpartner.

Schnittstellen der Netzwerke
Aktuell haben sich bei growr in der Betaphase bereits 200 Gründer organisiert. Für comTeam ist das Netzwerk die ideale Schnittstelle zwischen erfolgreich am Markt platzierten Unternehmern und künftigen Technologieexperten. „Wir unterstützen in einer frühen Phase Menschen mit tollen Ideen. Viele von ihnen werden sich ihren Platz oder ihre Marktlücke im Technologie- oder IT-Sektor sichern und dann vielleicht künftig unser comTeam Netzwerk verstärken. Außerdem ist es denkbar, growr-Mitglieder und comTeam Partner zu vernetzten, um beispielsweise eine Vertriebsoberfläche für innovative Software-Lösungen zu eröffnen. Insofern ergänzen sich beide Plattformen hervorragend“, ist sich Sven Glatter sicher.

Klaus Lahrmann wird Geschäftsführender Direktor Einkauf bei MEDIMAX

Zum 20. November 2017 tritt Klaus Lahrmann (55) die Position des Geschäftsführenden Direktors bei der MEDIMAX Zentrale Electronic SE in Düsseldorf an. Er berichtet in dieser Funktion an Frank Kretzschmar, Vorstand MEDIMAX.

Klaus Lahrmann bringt für seine Aufgabe 27 Jahre Branchenerfahrung mit, die er sowohl im Handel als auch auf Seiten der Industrie gesammelt hat. Dazu zählt insbesondere seine Zeit als General Manager Central West bei Sony, als Managing Director Euronics International, sowie zuletzt als CEO und CPO der Imtron GmbH.

„Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Klaus Lahrmann. Wir haben bei MEDIMAX im laufenden Jahr einen übergreifenden Veränderungsprozess in Gang gesetzt, der bereits erste gute Erfolge zeigt. Klaus Lahrmann ist für unseren weiteren Weg mit seinen umfassenden Erfahrungen eine wichtige Bereicherung“, erklärt Frank Kretzschmar.

Lahrmann übernimmt seine Aufgabe nach einer Einarbeitungsphase im Unternehmen von ElectronicPartner Vorstand Karl Trautmann, der diese zusätzlich zu seinen Vorstandsaufgaben für die Verbundgruppe kommissarisch verantwortet hat.

Das Familienunternehmen SCALTEL blickt auf eine 25-jährige Erfolgsstory zurück

Vom IT-Ausrüster zum Digitalstrategie-Partner: Die SCALTEL AG mit Hauptsitz in Waltenhofen und u.a. einem Standort in der Region Düsseldorf/Neuss feiert in diesen Tagen 25 Jahre Erfolg als IT-Unternehmen. Dabei blickt sie auf ein viertel Jahrhundert mit einem rapiden Wachstum und einer enormen Transformation ihres Produkt- und Service-Portfolios zurück. Das Unternehmen ist Mitglied in der Unternehmerschaft Düsseldorf.

In den vergangenen 25 Jahren entwickelte sich die SCALTEL AG von einem Netzwerk-Ausrüster zu einem IT-Service-Dienstleister, der individuelle IT-Lösungen aus einem breiten Kompetenzfeld entwickelt und mittelständische Unternehmen aus der DACH-Region bei Digitalisierungsvorhaben berät und unterstützt. Mittlerweile tragen 210 Mitarbeiter an sechs Standorten in Deutschland zum Erfolg der SCALTEL Gruppe bei.

IT-Lösungen und Service am Puls der Zeit

Die SCALTEL AG folgte stets dem Puls der Zeit und orientierte sich an den Wünschen ihrer Kunden. Aus diesem Grund kamen zu den anfänglichen Bereichen Netzwerk- und Kommunikationstechnik die Lösungsfelder IT-Sicherheit, Wireless & Mobility, Datacenter und Industrie 4.0 hinzu – inklusive einem breitgefächerten Service-Angebot. Die SCALTEL-Kunden können je nach Anforderung wählen, ob sie auf eine Service-Hotline für IT-Notfälle zurückgreifen wollen oder ob sie die Verantwortung der IT-Infrastruktur in die Hände der SCALTEL-Spezialisten geben, um eigene Ressourcen zu sparen. Ganz neu im Angebot sind außerdem cloudbasierte WLAN-Hotspot-Lösungen für Unternehmen, Tourismusregionen und Hotels.

Digitalisierungs-Partner

Ein entscheidender Erfolgsfaktor mittelständischer Unternehmen ist die Digitalisierung von Betriebsvorgängen, bei dem aber auch viele Sorgen entstehen. Diese will die SCALTEL AG mit ihrem neuen Leistungsbereich “Strategie Digital 360°“ nehmen. Die SCALTEL AG berät und unterstützt ihre Kunden individuell zu den Chancen und Möglichkeiten von digitalen Prozessen und entwickelt anschließend maßgeschneiderte Strategien, die gemeinsam mit dem Kunden umgesetzt werden. Um ein hohes Know-how zu bieten, arbeitet die SCALTEL mit einem breit aufgestellten Partnernetzwerk zusammen.

Wachstum dank Familienzusammenhalt

Die Kraft für die enorme Entwicklung der SCALTEL Gruppe schöpft das Unternehmen aus der Verbundenheit innerhalb der Familie. Heute tragen insgesamt sieben Mitglieder der Skala-Familie zu dem Erfolg des Betriebs bei. Dass Familie und Job miteinander verschmelzen sehen hier alle als Vorteil. „Den Zusammenhalt, den wir innerhalb der Familie leben, übertragen wir auch auf unsere Mitarbeiter“, so Joachim Skala, Vorstand der SCALTEL AG. „Wir begegnen jedem Mitarbeiter auf Augenhöhe und berücksichtigen seine persönlichen Wünsche.“ Die SCALTEL AG lebt traditionelle Werte, wie Verlässlichkeit und Vertrauen. „Wir haben für uns die ideale Balance gefunden. Bei der Mitarbeiterführung setzen wir auf Beständigkeit, während wir bei der Kundenbetreuung die Flexibilität fokussieren“, erklärt Christian Skala, Vorstandsvorsitzender der SCALTEL AG.

thyssenkrupp elevator gewinnt Design Award

Die Designkabine des innovativen MULTI-Aufzugsystems von thyssenkrupp Elevator hat den German Design Award 2018 in der Kategorie „Buildings and Elements“ gewonnen. Der Design Award, verliehen vom Rat für Formgebung, ist eine der international führenden Auszeichnungen für wegweisende Gestaltungskonzepte.

Die Auszeichnung der MULTI-Kabine für den German Design Award beweist nachdrücklich, dass die Form selbst in einer Branche, in der es auf die Funktion ankommt, kein Schattendasein führen muss. „Das MULTI-Aufzugsystem bewegt sich nicht nur vertikal, sondern auch horizontal. Die revolutionäre Technik spiegelt sich dabei sowohl im futuristischen Leightweight-Design der Kabine, als auch im ikonischen Interface wider“, betont das Team des German Design Award.

Das Kabinen-Designkonzept wurde für thyssenkrupp von der Juniorprofessur für Technisches Design an der Technischen Universität Dresden entwickelt. Die Designagentur neongrau hat Lichtkonzept und Interface konzipiert. Der Entwurf wurde vom Unternehmen Composyst GmbH realisiert. Zurzeit wird die transparente Kabine im Foyer des thyssenkrupp-Testturms für Hochgeschwindigkeitszüge in Rottweil ausgestellt.

Revolutionär in Technik – und Design
Leben ist Bewegung: Mit dem neuen MULTI-Aufzugssystem spielt es keine Rolle, ob es auf- oder abwärts geht – oder auch zur Seite. Das bahnbrechende seillose System revolutioniert die gesamte Aufzugbranche mit zukunftsweisender Technologie. Dass das Design diese neue Technik auch abbilden sollte, liegt nahe.

Gespräche mit potenziellen Kunden des MULTI hatten schon in der Entwicklungsphase ein großes Interesse gezeigt, das neue System an seinem Einsatzort „sichtbar“ zu machen. Angeregt wurde eine transparente Panoramakabine, die eine Beobachtung des Schachtes und des gesamten Gebäudes vom Aufzug aus erlaubt. Dazu Dr. Thomas Kuczera, Head of Mechanical Development des MULTI: „Die Herausforderung war die Entwicklung einer leichten Kabine, die unter dem für den Linearmotor optimierten Gewicht bleiben und gleichzeitig ein modernes, transparentes Design haben würde.“

Karbon oder Kohlenstofffasern – also oxidiertes, karbonisiertes Nylongarn — waren die Lösung. „Das innovative Material ist so stabil wie Stahl, wiegt jedoch noch ein Drittel weniger als Aluminium“, erklärt Stefan Utecht, Geschäftsführer der Composyst GmbH. Karbon korrodiert auch in feuchtem Klima nicht, ist formunabhängig, was der MULTI-Showkabine abgerundete Ecken ermöglicht, und benötigt weniger Wartung als herkömmliche Aufzüge. Stabilität, Funktionalität und Designfreiheit zeichnen die Möglichkeiten des Leichtbaus aus.

„Wir waren begeistert und beeindruckt, als wir die Kabine zum ersten Mal gesehen haben“, so Thomas Kuczera vom MULTI-Team. „Von Kunden haben wir bereits die Rückmeldung, dass sie die Kabine genauso haben wollen.“

Innovatives Bedienfeld
Die Kabine ist natürlich nicht nur von außen ein Blickfang. Auch das Bedienfeld im Innenraum ist komplett neu und überraschend – schließlich soll es die horizontale bzw. kreislaufartige Bewegung des Aufzuges abbilden. Dementsprechend ist es kreisrund, reagiert auf Berührung und zeigt die Stockwerke im Uhrzeigersinn. Auch die jeweilige Fahrtrichtung sowie Umsteigemöglichkeiten werden angezeigt. Bei einer Wandstärke von nur wenigen Millimetern gelang es Technikern und Designern, Be- und Entlüftung, Beleuchtung sowie Soundsystem unauffällig in die Kabinenwand zu integrieren. Auch das macht die Fahrt mit dem MULTI zu einem einmaligen Erlebnis.

Jun.-Prof. Jens Krzywinski, Technisches Design der TU Dresden, sagt: „Dass die MULTI-Kabine wenig mit einem konventionellen Aufzug zu tun haben würde, war uns schnell klar. Die an uns herangetragene Aufgabe war es, den absoluten Neuheitsgrad des Aufzugssystems in der Kabinengestaltung sowohl im Interieur als auch im Exterieur konsequent spürbar werden zu lassen. Gemeinsam mit dem Entwicklungs- und Designteam ist es uns gelungen, eine extrem leichte Kabine zu entwerfen, in der die Anforderungen an das neue Fahrerlebnis vom Grundkonzept bis zu Detaillösungen erfüllt werden.“

Martin Fiedler von der Designagentur neongrau sagt: „Wir haben viel Zeit damit verbracht, diese neue Art der Fortbewegung in Gebäuden zu verstehen und zu visualisieren. Oberstes Ziel war es, die komplexen Zusammenhänge und neuen Möglichkeiten dieses Transportmittels über ein intuitives User Interface in die Kabine zu transportieren.“

Das geringe Gewicht war entscheidend: Die reinen Karbonbauteile der Kabine bringen lediglich 150 Kilo auf die Waage – bei einer baugleichen Edelstahlkabine kommen selbst ohne Seile und Gegengewicht schnell 500 Kilogramm zusammen. Komplett mit Türen, Türantrieb und Display wiegt die 1,80 x 1,25 x 2,20 große Konstruktion nur rund 300 Kilogramm und fasst maximal acht Passagiere (630 Kilogramm).

Das MULTI-Aufzugssystem
Aufgrund der weltweiten Urbanisierung und des Hochhausbaus hat thyssenkrupp Elevator sich darangemacht, den Aufzug neu zu erfinden, um neue Wege zu erschließen. Gebäude werden zu einer Art vertikaler Stadt – und diese benötigt ein flexibles Beförderungssystem, ähnlich dem einer U-Bahn innerhalb des Gebäudes. Das macht MULTI zu einer der bedeutsamsten Innovationen. Er vereint bahnbrechende Technologie mit einem einfachen Betriebskonzept und Fahrgastkomfort. Ingenieure erproben derzeit das neue Transportsystem in thyssenkrupp-Testturm in Rottweil. Schon 2019 soll der MULTI erstmals in Berlin verbaut werden.

„Wir bei thyssenkrupp glauben, dass MULTI die Art, wie sich Menschen innerhalb von Gebäuden bewegen, verändern wird. Wartezeiten für Fahrgäste werden kürzer und das System benötigt deutlich weniger Platz“, sagt Andreas Schierenbeck, CEO von thyssenkrupp Elevator. „MULTI läutet das Ende der 160-jährigen Vorherrschaft konventioneller Seilaufzugssysteme ein.“ thyssenkrupp hat für den MULTI bei den Edison Awards 2017 in New York bereits Gold in der Kategorie Transport und Logistik erhalten.

Über den German Design Award
Der German Design Award zeichnet innovative Produkte und Projekte, ihre Hersteller und Gestalter aus, die in der deutschen und internationalen Designlandschaft wegweisend sind.
Sein Ziel: einzigartige Gestaltungstrends zu entdecken, zu präsentieren und auszuzeichnen. Der 2012 initiierte Award zählt zu den anerkanntesten Design-Wettbewerben weltweit und genießt weit über die Fachkreise hinaus hohes Ansehen.

Henkel stiftet Lehrstuhl für Nachhaltigkeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gibt es ab dem Wintersemester 2018/2019 einen neuen Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, den Henkel-Stiftungslehrstuhl für Sustainability Management. Gestiftet wird dieser von Dr. Christoph Henkel, der Konrad-Henkel-Stiftung sowie der Fritz Henkel Stiftung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

„Durch das Engagement der Konrad-Henkel-Stiftung, die 1985 zum 70. Geburtstag meines Vaters Konrad Henkel gegründet wurde, besteht eine lange Verbundenheit mit der Heinrich-Heine-Universität. Diese Tradition möchten wir fortführen und stiften daher zum 25-jährigen Jubiläum einen Lehrstuhl, um die exzellente Forschung und Lehre der Fakultät auf einem Gebiet zu stärken, das meinem Vater außerordentlich wichtig war“, sagte Dr. Christoph Henkel, Vorsitzender des Kuratoriums der Konrad-Henkel-Stiftung und stellvertretender Vorsitzender des Gesellschafterausschusses von Henkel, beim Festakt der Fakultät am 18. Oktober.

Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität, dankte den Stiftern für ihr Engagement: „Die Entwicklung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kann ohne Übertreibung als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Wie die jüngsten Rankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), des Handelsblatts und der FAZ belegen, gehört die Fakultät heute in Forschung und Lehre zu den Top-Adressen. Diese erfolgreiche Entwicklung wäre ohne privates Engagement nicht möglich gewesen. Der zum Jubiläum gestiftete Lehrstuhl wird die Fakultät erheblich stärken. Dafür möchte ich den Stiftern meinen herzlichen Dank aussprechen. Es ist ein großartiger Tag für die Universität!“.

Beitrag zur Lehre und Forschung im Bereich Sustainability Behaviour

Die Professur soll die Lehre und internationale Spitzenforschung auf dem Gebiet Sustainability Management, im speziellen Sustainability Behaviour, vorantreiben und somit einen Beitrag zu globalen Herausforderungen des nachhaltigen Wirtschaftens leisten. Der Schwerpunkt wird dabei auf dem nachhaltigkeitsbezogenen Verhalten wesentlicher Akteure liegen – das heißt von Konsumenten, Kunden sowie von weiteren Akteuren entlang der gesamten unternehmerischen Wertschöpfungskette.

In vielen Bereichen ist ihr Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck von Produkten, Technologien und Dienstleistungen ein entscheidender Faktor, um im Bereich der Nachhaltigkeit Fortschritte zu erzielen und mehr Lebensqualität bei gleichzeitig geringerem Material- und Rohstoffverbrauch zu ermöglichen.

Vertiefte Partnerschaft mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Kathrin Menges, Personalvorstand und Vorsitzende des Sustainability Councils von Henkel sowie Vorstandsmitglied der Fritz Henkel Stiftung, erläuterte: „Die Fritz Henkel Stiftung setzt sich in ihrem Engagement vor allem für Bildungsprojekte ein. Mit dieser Stiftung unterstützen wir nicht nur die hervorragende universitäre Ausbildung in unserer Heimatstadt Düsseldorf, sondern fördern auch den wissenschaftlichen Diskurs über das für Henkel so wichtige Thema Nachhaltigkeit.“

Die Stifter stellen eine über 10 Jahre gestaffelte Fördersumme von insgesamt rund 2 Millionen Euro zur Verfügung. Daraus werden die Personalkosten für die Professur, die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Sekretariat finanziert.

„Wir ergänzen mit dem Henkel-Stiftungslehrstuhl zu zentralen Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens das Lehrangebot und Spektrum an Forschungsthemen in der Betriebswirtschaftslehre in einem zunehmend äußerst relevanten und zukunftsweisenden Bereich. Wir wollen noch in diesem Jahr ausschreiben, damit die Professur zum kommenden Wintersemester 2018/19 besetzt ist und die Arbeit aufnehmen kann“, so Prof. Dr. Stefan Süß, Lehrstuhl für BWL, insb. Organisation und Personal.

25 Jahre Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf begeht am 18. Oktober ihr 25-jähriges Jubiläum. Sie wurde drei Jahre nach Aufnahme ihres Vorlesungsbetriebs im Frühjahr 1992 als vierte Fakultät der Heinrich-Heine-Universität offiziell gegründet. Im bundesweiten Vergleich ist die Fakultät somit eine der jüngsten ihrer Art. Die Entscheidung zur Einrichtung war eine Folge der am Wirtschaftsstandort Düsseldorf wie auch der regional sehr hohen Nachfrage nach Studienplätzen in der Betriebswirtschaft.

Die Fakultät – von Anfang an eng mit der beruflichen Praxis verbunden – unterteilt sich grob in zwei etwa gleich große Zweige: Business Administration (Betriebswirtschaft) und Economics (Volkswirtschaft). Das gemeinsame Leitthema ist die Wettbewerbsforschung. Über 20 Professoren und Professorinnen unterrichten an der Fakultät aktuell 2.152 Studierende (Stand 6.10.2017) in acht verschiedenen Studiengängen.

Die Studiengänge Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre sind konsequent auf den Bologna-Prozess abgestimmt worden und bieten neben dem Bachelor of Science den Master of Science an. Auch der interdisziplinäre Studiengang Wirtschaftschemie wird als Bachelor- und Masterstudiengang geführt. Sämtliche Studiengänge an der Fakultät sind stark ausgelastet und in Rankings mehrfach gut bewertet worden. Zur beruflichen Weiterbildung wurde auf Initiative der Fakultät im Juni 2002 die „Düsseldorf Business School“ (DBS) als privatwirtschaftlich organisierte GmbH gegründet, die sich im Wesentlichen durch Studienentgelte finanziert.

Mit dem oeconomicum verfügt die Fakultät seit 2010 über einen architektonisch herausragenden Neubau nach dem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven. Zurzeit wird das Fakultätsgebäude baulich erweitert, um dem rasanten Wachstum der Fakultät zu begegnen.

BGA: Dr. Holger Bingmann ist neuer BGA-Präsident

Neuer Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) ist Dr. Holger Bingmann. Er wurde auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in geheimer Abstimmung einstimmig gewählt und übernimmt ab sofort das Amt von Anton F. Börner, der den Spitzenverband der deutschen Wirtschaft 17 Jahre lang erfolgreich geführt hat.

Bingmann ist geschäftsführender Gesellschafter der MELO-Group in München mit Niederlassungen u.a. in Berlin, New York und Dubai. Der 56-jährige, in Stuttgart geborene, promovierte Diplom-Kaufmann ist verheiratet und hat vier Kinder. Nach beruflichen Stationen bei der Daimler Benz AG in Brüssel und als geschäftsführender Gesellschafter bei der Süddeutschen Zeitungszentrale Presse-Grosso GmbH in Stuttgart, gründete er 2001 als geschäftsführender Gesellschafter die MELO-Group in München.

Porträt Dr. Holger Bingmann

Diese ist aus dem 1945 in München gegründeten Presse-Vertrieb Hermann Trunk hervorgegangen. Für die gesamte Gruppe arbeiten heute rund 2.000 Mitarbeiter in mehr als einem Dutzend Unternehmen in sechs Ländern. Die Geschäftsbereiche gliedern sich in die vier Divisionen Logistic Services, Aviation Services, Media Distribution und Content Creation.

In den Herausforderungen der Digitalisierung, die mit ihren Plattformen weder vor Grenzen noch vor Industrien oder Handelsorganisationen Halt mache, sieht Bingmann einen zentralen Punkt seiner künftigen Arbeit: „Wir Händler müssen mehr Innovationen wagen und in neue Ideen investieren. Das funktioniert aber nur, wenn wir zunächst einen Wandel in der Kultur unserer Unternehmen und in uns selbst schaffen. Diese Entwicklung muss vom Inhaber oder von den leitenden Personen ausgehen, diese Aufgabe kann nicht delegiert werden und muss letztendlich jeden mitziehen. Dann bietet der digitale Wandel dem Großhandel auch beträchtliche Chancen und weitere Absatzmöglichkeiten. Dazu braucht jedes Unternehmen eine individuelle Strategie für die digitale Welt. Sie muss letztlich einen spürbaren Mehrwert für Kunden liefern.“

„Regionale Wirtschaft“ in der Rheinischen Post erschienen

Viele spannende Wirtschaftsthemen finden Sie in der „Regionalen Wirtschaft“ der Rheinischen Post, die im Rahmen einer Medienkooperation mit der Unternehmerschaft Düsseldorf entsteht. Nachstehend können Sie die aktuelle Ausgabe herunterladen und lesen. Viel Spaß bei der Lektüre.

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thyssenkrupp und Tata Steel vereinbaren „Memorandum of Understanding“

thyssenkrupp und Tata Steel, die auch ein Werk in Benrath betreiben, haben heute (20.09.17) eine Grundsatzvereinbarung („Memorandum of Understanding“) über den Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture unterzeichnet. Ziel ist es, einen führenden europäischen Flachstahlanbieter zu schaffen und diesen als Qualitäts- und Technologieführer zu positionieren. Das neue Unternehmen würde einen Pro-forma-Umsatz von etwa 15 Mrd € erzielen und etwa 48.000 Mitarbeiter an aktuell 34 Standorten beschäftigen. Die Versandmengen des Joint Ventures würden etwa 21 Mio t pro Jahr betragen.

Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG: „Mit dem geplanten Joint Venture geben wir den europäischen Stahlaktivitäten von thyssenkrupp und Tata eine nachhaltige Zukunftsperspektive. Wir gehen die strukturellen Herausforderungen der europäischen Stahlindustrie an und schaffen eine starke Nummer Zwei. Wir haben mit Tata einen Partner gefunden, der strategisch und kulturell sehr gut zu uns passt. Uns verbindet nicht nur eine klare Leistungsorientierung, sondern auch das gleiche Verständnis von unternehmerischer Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Gesellschaft.“

Natarajan Chandrasekaran, Chairman von Tata Steel: „Die Tata Group und thyssenkrupp haben nicht nur beide eine lange Tradition in der weltweiten Stahlindustrie, sondern teilen auch ähnliche kulturelle Werte. Die Partnerschaft ist ein bedeutsamer Moment für beide Unternehmen. Unser gemeinsamer Fokus wird nun darauf liegen, ein starkes europäisches Stahlunternehmen aufzubauen. Die strategische Logik des geplanten Joint Ventures in Europa basiert auf einem sehr soliden Fundament, und ich bin zuversichtlich, dass thyssenkrupp Tata Steel eine große Zukunft vor sich hat.“

Das geplante Joint Venture soll den Namen „thyssenkrupp Tata Steel“ tragen und über eine schlanke Holding mit Sitz in den Niederlanden geführt werden. Die Gesellschaft soll über eine zweistufige Managementstruktur aus Vorstand und Aufsichtsrat verfügen. Beide Gremien sollen paritätisch mit Vertretern von thyssenkrupp und Tata besetzt werden. Die Mitbestimmungsstrukturen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien bleiben erhalten.?

thyssenkrupp würde den Geschäftsbereich Steel Europe in das geplante Joint Venture einbringen. Es ist außerdem beabsichtigt, die thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, die stahlwerksnahe Dienstleistungen erbringt und zum Geschäftsbereich Materials Services gehört, in das Gemeinschaftsunternehmen zu überführen. Tata würde sämtliche Flachstahlaktivitäten in Europa einbringen.

Die heute unterzeichnete Absichtserklärung schafft für thyssenkrupp die Grundlage, um die Vertreter der Arbeitnehmer der thyssenkrupp AG und des Stahlbereichs laufend in den weiteren Prozess einzubinden. Alle Beteiligungsrechte der Arbeitnehmer werden dabei – wie auch bisher – respektiert.

In den kommenden Monaten wird nun eine so genannte Due Diligence vorgenommen. Dabei gewähren sich die Verhandlungspartner gegenseitig Einblick in vertrauliche Geschäftsunterlagen, soweit zwischen Wettbewerbern zulässig. Auf dieser Grundlage und auf Basis der Gespräche mit dem gesamten Aufsichtsrat wird für Anfang 2018 die Unterzeichnung eines Vertrages angestrebt. Das Closing, also der tatsächliche Vollzug des Zusammenschlusses, könnte dann nach Zustimmung der Fusionskontrollbehörden Ende 2018 erfolgen.

Synergien im Joint Venture
In den Anfangsjahren – beginnend ab dem Closing – wollen sich die Joint-Venture-Partner darauf konzentrieren, das Gemeinschaftsunternehmen aufzubauen und Synergien zu realisieren. Diese kämen unter anderem aus einer Integration von Vertrieb, Verwaltung, Forschung und Entwicklung, einer gemeinsamen Optimierung von Einkauf, Logistik und Servicecentern sowie einer verbesserten Auslastung der Weiterverarbeitung zustande. Die Joint-Venture-Partner erwarten nach Hochlauf Synergien von 400 bis 600 Mio € jährlich.

Ab dem Jahr 2020 soll zudem das Produktionsnetzwerk mit dem Ziel einer Integration und Optimierung der Fertigungsstrategie für das gesamte Joint Venture überprüft werden. Zusätzliche Synergien aus dieser Integration lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht im Detail quantifizieren. Die Optimierung wäre auch von zahlreichen externen Faktoren abhängig, unter anderem dem Ausgang der Brexit-Verhandlungen und den daraus resultierenden Auswirkungen. Weitere externe Parameter wären die Entwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen, etwa beim Emissionsrechtehandel oder in der internationalen Handelspolitik.

Die beiden Joint-Venture-Partner erwarten, dass zur Realisierung der Kostensynergien im gesamten Gemeinschaftsunternehmen in den kommenden Jahren bis zu 2.000 Stellen in Verwaltungsbereichen und möglicherweise bis zu 2.000 Stellen in der Produktion abgebaut werden müssen. Dabei gehen die beiden Partner davon aus, dass die Lasten ungefähr hälftig auf die beiden Joint-Venture-Partner entfallen würden, also insgesamt etwa 2.000 Stellen auf thyssenkrupp.?

„Wir werden im Joint Venture keine Maßnahmen angehen, die wir nicht auch im Alleingang hätten umsetzen müssen. Im Gegenteil: Durch das Gemeinschaftsunternehmen fallen die Belastungen für jeden der beiden Partner geringer aus, als sie für beide allein ausgefallen wären“, so Hiesinger.

Die Stahlindustrie in Europa steht seit Jahren vor großen Herausforderungen: Die Nachfrage nach Stahl entwickelt sich wenig dynamisch. Das Angebot ist geprägt von strukturellen Überkapazitäten und stetig hohem Importdruck. Dies führt zu erheblichen Unterauslastungen in verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette. Alle Hersteller stehen somit unter Druck ihre Anlagen auszulasten und müssen Restrukturierungserfolge immer wieder an den Markt abgeben. Es entsteht eine Abwärtsspirale, die etwa alle drei bis vier Jahre neue Restrukturierungen erforderlich macht und mittelfristig wesentliche Produktionsanlagen in der Existenz bedroht.

Gründe für Partnerschaft mit Tata Steel
Fünf Gründe sprechen dafür, dass gerade ein Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten von thyssenkrupp und Tata der bestmögliche nächste Konsolidierungsschritt ist:

Größenvorteile: In einem Markt, der sich laufend weiter konsolidiert, sind Größeneffekte ein wichtiger Erfolgsfaktor. Durch den Zusammenschluss der Nummer Zwei und der Nummer Drei in Europa entsteht eine starke neue Nummer Zwei für Qualitäts-Flachstahl mit einer sehr wettbewerbsfähigen
Marktposition und aussichtsreicher Wachstumsperspektive.

Komplementarität: Die Geschäfte von thyssenkrupp und Tata ergänzen sich gut. thyssenkrupp ist stärker in der Automobilbranche, Tata bei Industriekunden. Die Hauptstandorte Duisburg, IJmuiden und Port Talbot sind logistisch gut angebunden und beliefern Kunden in verschiedenen, wirtschaftsstarken Regionen. Damit ist insgesamt eine deutlich breitere Abdeckung von Kundenbranchen in ganz Europa möglich.

Performance-Orientierung: Die Stahlwerke von thyssenkrupp und Tata gehören zu den leistungsstärksten in Europa. Dank eines effektiven Kostenmanagements arbeiten beide Hersteller operativ profitabel. Dazu haben die Unternehmen unabhängig voneinander in den vergangenen Jahren Stück für Stück die Voraussetzungen geschaffen: Tata beispielsweise mit der Restrukturierung von Port Talbot und dem Verkauf der Langstahlaktivitäten; thyssenkrupp mit dem Verkauf von CSA und der Anpassung der Kapazitäten bei HKM.

Innovationsstärke: Beide Partner streben eine Qualitäts- und Technologieführerschaft in der europäischen Stahlindustrie an und entwickeln kontinuierlich für ihre Kunden innovative Produkte und Lösungen. High-Tech-Stähle sind vielfach die Basis für industrielle Wertschöpfungsketten in Europa und ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.?

Kultur und Kompetenzen: Beide Partner zeichnen sich durch hochkompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die sich stark mit ihren Unternehmen identifizieren. Die kulturelle DNA von thyssenkrupp und Tata ist gleichermaßen geprägt von der Bereitschaft zur Veränderung, um Zukunftsfähigkeit zu sichern. Und beide Unternehmen haben starke Aktionäre in einer Stiftungsstruktur, die Idee und Werte der ursprünglichen Eigentümer fortführen.

Mit Vertragsunterzeichnung (Signing) würde der Geschäftsbereich Steel Europe als „nicht fortgeführte Aktivität“ in der Bilanz ausgewiesen. Mit Abschluss der Transaktion (Closing) würde die 50-Prozent-Beteiligung am Joint Venture dann „at-equity“, d.h. zum anteiligen Buchwert, bilanziert. Dadurch würden sich mit Wirksamkeit des Joint Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen der thyssenkrupp AG signifikant verbessern, insbesondere die Eigenkapitalquote und das Gearing (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Eigenkapital). Gleichzeitig wird für das Stahlgeschäft eine solide finanzielle Struktur geschaffen.

Das geplante Joint Venture wäre ein weiterer wesentlicher Meilenstein bei der Strategischen Weiterentwicklung von thyssenkrupp. Mit dem Umbau zu einem starken Industriekonzern verfolgt das Unternehmen vorrangig zwei Ziele: erstens die Abhängigkeit vom stark schwankungsanfälligen Stahlgeschäft zu verringern und zweitens allen Geschäftsbereichen eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.

Heinrich Hiesinger, der Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG: „Es ging uns immer um die beste Lösung für thyssenkrupp. Ein Joint Venture mit Tata ist die einzige Option, die die strukturellen Überkapazitäten in der europäischen Stahlindustrie adressiert, fundamentalen Mehrwert durch Synergien schafft, und gleichzeitig unserer Unternehmenskultur entspricht. Zugleich ist dies ein klares Bekenntnis zu unseren Wurzeln, denn über das Joint Venture bleibt thyssenkrupp am Stahl beteiligt.“