Henkel plant neues MINT-Bildungszentrum für mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr

Foto: HENKEL FORSCHERWELT

Von Christoph Sochart

Neugier ist der Anfang von Bildung. Wer Fragen stellt, Dinge ausprobiert und eigene Lösungen entwickelt, lernt nicht nur Fakten, sondern gewinnt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Genau hier setzt die Bildungsinitiative „Henkel Forscherwelt“ an, die Henkel jetzt deutlich ausbauen will.

Anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums plant das Unternehmen ein neues MINT-Bildungszentrum am Düsseldorfer Hauptsitz in Holthausen. Langfristig sollen dort und in der Region mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr erreicht werden. Für Düsseldorf ist das eine wichtige Nachricht – und ein starkes Signal für die Bedeutung von Bildung, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung.

Henkel ist ein Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf. Dass das Unternehmen sein Bildungsengagement gerade am Düsseldorfer Standort weiterentwickelt, freut mich deshalb besonders. Es zeigt, wie eng wirtschaftliche Stärke, Verantwortung für die Stadt und Investitionen in die nächste Generation miteinander verbunden sind.

Ein Lernort für Kinder, Jugendliche und Familien

Das geplante MINT-Zentrum soll in unmittelbarer Nähe zum Henkel-Werksgelände in Düsseldorf-Holthausen entstehen. Es wird als außerschulischer Lern- und Begegnungsort konzipiert und soll die Bildungslandschaft der Stadt dauerhaft ergänzen.

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In diesen Bereichen entstehen viele der Lösungen, die unsere Gesellschaft künftig braucht – von neuen Materialien und nachhaltiger Produktion bis zu digitaler Technologie und moderner Medizin.

Damit Kinder und Jugendliche für diese Themen begeistert werden, reicht es nicht, ihnen abstrakte Formeln und Definitionen zu vermitteln. Sie müssen selbst experimentieren, beobachten, Fragen stellen und Zusammenhänge entdecken können. Genau das soll im neuen Zentrum möglich werden.

Vormittags können Grundschulkinder im Rahmen des Unterrichts naturwissenschaftliche Phänomene praktisch erleben. Am Nachmittag und in den Ferien soll es Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien geben. Schrittweise soll das Programm auf weiterführende Schulen und die Berufsorientierung ausgeweitet werden.

Bildung muss möglichst vielen offenstehen

Besonders wichtig finde ich den Anspruch, möglichst viele junge Menschen zu erreichen – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Umfeld. Gute Bildungsangebote dürfen keine Frage des Geldbeutels oder der familiären Voraussetzungen sein.

Das neue MINT-Zentrum soll deshalb offen für Kooperationen mit Schulen, Ganztagseinrichtungen und sozialen Trägern sein. Auf diese Weise können unterschiedliche Partner ihre Erfahrungen einbringen und gemeinsam dazu beitragen, Zugangshürden abzubauen.

Gerade für Kinder, die zu Hause vielleicht nicht selbstverständlich mit technischen oder naturwissenschaftlichen Themen in Berührung kommen, können solche Angebote wichtige Türen öffnen. Ein Experiment, das gelingt, ein selbst gebautes Modell oder eine überraschende Beobachtung können der Ausgangspunkt für ein langfristiges Interesse sein.

Foto: HENKEL FORSCHERWELT

Henkel Forscherwelt erreicht bereits mehr als 130.000 Kinder

Die geplante Einrichtung in Düsseldorf baut auf einer Initiative auf, die Henkel bereits seit 2011 verfolgt. In der „Forscherwelt“ arbeiten Kinder wie große Forscherinnen und Forscher. Sie lernen naturwissenschaftliche Zusammenhänge durch praktische Experimente und altersgerechte Lernformate kennen.

Mehr als 130.000 Kinder haben weltweit bereits an Angeboten der Forscherwelt teilgenommen. Die Initiative ist heute in mehr als 20 Ländern aktiv. Bis Ende 2030 sollen vier weitere Forscherwelt-Labore weltweit entstehen. Zusätzlich sind mobile Angebote in sechs weiteren Ländern geplant. Die Zahl der Länder, in denen die Forscherwelt aktiv ist, soll damit auf mehr als 30 steigen.

Für das Gesamtprojekt investiert Henkel bis 2030 einen zweistelligen Millionenbetrag. Das ist eine erhebliche Summe. Noch wichtiger ist aber die langfristige Wirkung, die mit einer solchen Investition verbunden sein kann: Kinder und Jugendliche erleben Bildung nicht nur als Unterricht, sondern als Möglichkeit, die Welt selbst zu verstehen und mitzugestalten.

Düsseldorf als Bildungs- und Wissensstandort

Düsseldorf ist ein innovativer Bildungs- und Wissensstandort. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Schulen, das Netzwerk „zdi MINT-Düsseldorf“ der Stiftung Pro Ausbildung, das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung, die Agentur für Arbeit, die IHK und HWK, die Kreishandwerkerschaft und weitere Initiativen leisten gemeinsam wichtige Beiträge dazu, junge Menschen auf eine sich verändernde Arbeitswelt vorzubereiten.

Das geplante MINT-Zentrum von Henkel kann dieses Netzwerk sinnvoll ergänzen. Es verbindet die Perspektive eines international tätigen Unternehmens mit konkreten Bildungsangeboten vor Ort. Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit, Wissenschaft und Technik praktisch zu erleben – und zugleich einen Einblick in die Welt moderner Industrie zu gewinnen.

Das ist auch für die Berufsorientierung von Bedeutung. Viele junge Menschen wissen zunächst wenig darüber, wie vielfältig technische und naturwissenschaftliche Berufe sind. Ein außerschulischer Lernort kann helfen, Berührungsängste abzubauen und Talente sichtbar zu machen.

Dabei geht es nicht darum, jedes Kind für einen technischen Beruf zu gewinnen. Es geht darum, Interessen zu entdecken, Fähigkeiten zu entwickeln und Optionen zu eröffnen. Wer früh erlebt, dass die eigenen Fragen ernst genommen werden, geht oft selbstbewusster seinen weiteren Bildungsweg.

Frühe Förderung ist eine Investition in die Zukunft

Die Ergebnisse internationaler Bildungsstudien zeigen, wie wichtig zusätzliche Anstrengungen sind. Investitionen in Bildung zahlen sich nicht immer sofort aus. Sie wirken langfristig – in besseren Bildungswegen, mehr Chancengerechtigkeit, höherer Innovationsfähigkeit und einer stärkeren Gesellschaft.

Henkel-Vorstandsvorsitzender Carsten Knobel hat darauf hingewiesen, dass gerade die jüngsten PISA-Ergebnisse die Bedeutung von Bildungsangeboten unterstreichen. Dem kann ich nur zustimmen. Wenn wir Kindern und Jugendlichen bessere Chancen geben wollen, müssen wir früh beginnen und unterschiedliche Lernorte miteinander verbinden.

Auch Dr. Simone Bagel-Trah, Schirmherrin der Forscherwelt und Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie des Gesellschafterausschusses von Henkel, betont die Bedeutung von Neugier und Entdeckergeist für Lernen und Innovation. Diese Haltung ist entscheidend: Bildung beginnt nicht erst mit dem Auswendiglernen, sondern mit der Bereitschaft, die Welt verstehen zu wollen.

Wirtschaft übernimmt Verantwortung

Unternehmen sind nicht nur Arbeitgeber und Steuerzahler. Sie sind auch Teil der Gesellschaft, in der sie tätig sind. Gerade große und international erfolgreiche Unternehmen können mit ihrer Erfahrung, ihren Fachleuten und ihren Ressourcen dazu beitragen, Bildungsangebote zu stärken.

Das Engagement von Henkel zeigt, wie ein solcher Beitrag aussehen kann. Es geht nicht um eine kurzfristige Aktion, sondern um eine langfristige Bildungsinitiative mit internationaler Reichweite und einem festen Bezug zum Standort Düsseldorf.

Als Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf steht Henkel damit beispielhaft für eine Wirtschaft, die Verantwortung übernimmt und sich in die Entwicklung unserer Stadt einbringt. Eine starke Bildungslandschaft ist im Interesse aller: der Kinder und Familien, der Schulen, der Unternehmen und der gesamten Stadtgesellschaft.

Mein Fazit: Neugier braucht Räume

Das geplante MINT-Bildungszentrum in Düsseldorf-Holthausen ist ein Zukunftsprojekt. Es schafft einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche experimentieren, forschen und eigene Ideen entwickeln können. Gleichzeitig stärkt es die Verbindung zwischen Schule, Familie, Wirtschaft und Gesellschaft.

Mehr als 10.000 junge Menschen pro Jahr zu erreichen, ist ein ambitioniertes Ziel. Ich bin überzeugt, dass sich dieser Anspruch lohnt. Denn jeder junge Mensch, der durch ein solches Angebot seine Begeisterung für Naturwissenschaften, Technik oder Innovation entdeckt, nimmt etwas Wichtiges mit: die Erfahrung, selbst etwas herausfinden und gestalten zu können.

Düsseldorf braucht solche Orte. Orte, an denen Neugier willkommen ist. Orte, an denen Bildung praktisch, offen und erfahrbar wird. Und Orte, an denen die nächste Generation nicht nur auf die Zukunft vorbereitet wird, sondern sie bereits selbst mitgestaltet.

Wer Kindern Raum zum Forschen gibt, eröffnet ihnen Wege in die Zukunft.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags sind die vorliegenden Informationen von Henkel zum geplanten MINT-Bildungszentrum in Düsseldorf-Holthausen und zum Ausbau der Initiative „Henkel Forscherwelt“. Weitere Informationen: www.henkel-forscherwelt.de.

RHEINMETALL erprobt bei REPMUS26 unbemannte Systeme zum Schutz maritimer Infrastruktur

Foto: RHEINMETALL

Von Christoph Sochart

Maritime Infrastruktur ist für unsere moderne Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Häfen, Schifffahrtswege, Energieanlagen auf See und unterseeische Leitungen sind Teil kritischer Versorgungsstrukturen. Ihr Schutz wird deshalb zu einer immer wichtigeren sicherheitspolitischen und technologischen Aufgabe.

Umso bemerkenswerter ist die aktuelle Beteiligung von RHEINMETALL an der multinationalen Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal. RHEINMETALL ist ein Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf. Als international führendes Systemhaus für Sicherheit bringt das Unternehmen seine Erfahrung in die Entwicklung und Erprobung vernetzter, unbemannter Systeme für maritime Operationen ein.

Die Übung läuft noch bis zum 25. September 2026. Auf der Halbinsel Troia und in den umliegenden portugiesischen Seegebieten arbeiten Marinen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam daran, neue Technologien unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen.

Vom Meeresboden bis in den Weltraum

REPMUS steht für „Robotic Experimentation and Prototyping with Maritime Unmanned Systems“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unbemannte Systeme künftig gemeinsam eingesetzt werden können – auf, unter und über dem Wasser sowie in Verbindung mit weiteren Aufklärungs- und Führungssystemen.

Dabei geht es nicht allein darum, möglichst leistungsfähige einzelne Plattformen zu entwickeln. Entscheidend ist vielmehr, dass unterschiedliche Systeme miteinander kommunizieren und ihre Informationen zu einem gemeinsamen Lagebild zusammenführen.

Genau darin liegt aus meiner Sicht der zentrale Wert des Ansatzes von RHEINMETALL: Sicherheit entsteht nicht durch Einzellösungen, sondern durch das intelligente Zusammenspiel von Sensoren, Plattformen, Daten und den Menschen, die daraus die richtigen Entscheidungen ableiten.

Interoperabilität als Schlüssel

Der vernetzte Einsatz unbemannter Systeme kann beim Schutz kritischer maritimer Infrastruktur eine wichtige Rolle spielen. Strategisch wichtige Hafenanlagen, küstennahe Seegebiete und maritime Versorgungswege müssen überwacht und im Ernstfall schnell geschützt werden können.

Dafür braucht es ein möglichst umfassendes und aktuelles Lagebild. Werden die Daten verschiedener Sensoren miteinander verbunden, können Gefahren frühzeitiger erkannt und abgestufte, präzise Reaktionen vorbereitet werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Können Systeme unterschiedlicher Typen und verschiedener Hersteller zuverlässig zusammenarbeiten? Interoperabilität – also die Fähigkeit zur nahtlosen Zusammenarbeit – wird damit zu einem wesentlichen Faktor strategischer Sicherheit.

Ein mobiler Gefechtsstand für den Hafenschutz

Ein wichtiger Bestandteil des diesjährigen Beitrags von RHEINMETALL ist ein containerisiertes und verlegbares Demonstrations-Setup. Dieses dient der Deutschen Marine während der vierwöchigen Übung als mobiler Befehls- und Gefechtsstand für den operativen Hafenschutz.

Eine solche mobile Lösung zeigt, wie technologische Fähigkeiten dorthin gebracht werden können, wo sie gebraucht werden. Gerade bei dynamischen maritimen Lagen kommt es darauf an, Informationen schnell zu erfassen, zu bewerten und in konkrete Handlungsoptionen zu übersetzen.

Das Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage – unabhängig davon, ob die relevanten Informationen von einer Plattform auf dem Wasser, von einem Unterwassersystem oder von anderen Aufklärungsmitteln stammen.

Offene Architektur schafft Raum für Innovation

Das technologische Rückgrat des Set-ups bildet die RHEINMETALL Battlesuite, die auf der Middleware Tactical Core der blackned GmbH basiert. Die offene Integrationsarchitektur ermöglicht es, Sensorik, Effektoren und Missionsmodule verschiedener Technologiepartner flexibel und anwendungsbezogen einzubinden.

Diese Offenheit ist für die Entwicklung moderner Sicherheitstechnologien von großer Bedeutung. Innovation entsteht häufig dort, wo unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Eine offene technische Architektur erleichtert es, neue Lösungen zu integrieren und unter realen Bedingungen zu erproben.

Für Kunden und operative Nutzer bedeutet das zugleich mehr Anpassungsfähigkeit. Systeme können Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, ohne dass für jede neue Fähigkeit die gesamte technologische Grundlage ersetzt werden muss.

Besonderer Fokus auf Unterwassersensorik

Ein Schwerpunkt der Erprobung bei REPMUS26 liegt auf unbemannter Unterwassersensorik. Gemeinsam mit namhaften Industriepartnern arbeitet RHEINMETALL daran, ein durchhaltefähiges Lagebild unter Wasser zu erzeugen.

Die Bediener sollen in die Lage versetzt werden, mehrere unbemannte Systeme unterschiedlicher Typen und Hersteller über eine gemeinsame Benutzeroberfläche zu steuern. Das kann die Übersicht verbessern und den Einsatz komplexer Systeme im operativen Alltag erleichtern.

Gerade unter Wasser sind Aufklärung und Kommunikation mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Erprobung in einem realitätsnahen multinationalen Umfeld bietet deshalb die Möglichkeit, technologische Konzepte nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern praktisch zu validieren und weiterzuentwickeln.

Entwicklung im Dialog mit den Anwendern

„REPMUS bietet uns eine hervorragende Möglichkeit, unsere Prototypenentwicklung in realitätsnahen Szenarien zu erproben“, erklärt Gregor Mannherz, Delegationsleiter von RHEINMETALL. Gemeinsam mit den operativen Experten der Kundenmarinen und Behörden könne das Unternehmen seine Produkte und Lösungen effizienter gestalten und die Entwicklung zielgerichtet beschleunigen.

Dieser Austausch zwischen Industrie, Forschung und den späteren Anwendern ist entscheidend. Technologische Entwicklung darf nicht im geschlossenen Raum stattfinden. Sie muss sich an konkreten Einsatzanforderungen orientieren und von den Erfahrungen der Menschen profitieren, die mit den Systemen arbeiten.

Ein Beitrag zur Sicherheit von Versorgungswegen

Die maritime Wirtschaft verbindet Kontinente, Märkte und Menschen. Weltweite Versorgungswege sind für die Wirtschaftskraft und die Stabilität unserer Gesellschaft unverzichtbar. Ihre Sicherheit ist deshalb nicht nur eine militärische, sondern auch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe.

RHEINMETALL leistet mit der Beteiligung an REPMUS26 einen Beitrag dazu, kollaborative Einsatzkonzepte zu validieren und die Interoperabilität unbemannter Systeme zu erhöhen. Damit wird eine Grundlage geschaffen, um maritime Infrastruktur künftig besser zu überwachen und die Verteidigungsfähigkeit der NATO-Partner weiter zu stärken.

Als Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf steht RHEINMETALL zugleich beispielhaft für die technologische Leistungsfähigkeit und internationale Verantwortung von Unternehmen aus unserem Netzwerk. Die Beteiligung an REPMUS26 zeigt, wie wichtig Forschung, industrielle Kompetenz und internationale Zusammenarbeit sind, wenn es um die Lösungen für die Sicherheitsfragen von morgen geht.

Mein Fazit

Die Zukunft maritimer Sicherheit wird maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, Daten, Systeme und Menschen miteinander zu verbinden. Unbemannte Plattformen können dabei wertvolle Fähigkeiten liefern. Ihren vollen Nutzen entfalten sie aber erst dann, wenn sie interoperabel sind und in ein gemeinsames Lagebild integriert werden können.

Die Erprobung bei REPMUS26 ist deshalb mehr als eine technologische Demonstration. Sie ist ein wichtiger Praxistest für die Zusammenarbeit von Streitkräften, Forschung und Industrie.

Ich begrüße es sehr, dass unser Mitgliedsunternehmen RHEINMETALL seine Kompetenz in dieses internationale Projekt einbringt. Denn technologische Souveränität, industrielle Stärke und internationale Kooperation gehören zusammen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, maritime Infrastruktur zu schützen und die Versorgungswege unserer vernetzten Welt sicherer zu machen.

Sicherheit beginnt mit Vernetzung – und Vernetzung beginnt mit Zusammenarbeit.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags sind Informationen von RHEINMETALL zur Beteiligung an der multinationalen Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal.

160 Jahre Stadtwerke Düsseldorf: Ein Tag voller Energie für unsere Stadt

Stadtwerke Düsseldorf (v.l.): Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Colette Rückert-Hennen, Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Julien Mounier und Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. Archivfoto: STADTWERKE

Von Christoph Sochart

Am 20. September feiern die Stadtwerke Düsseldorf ihren 160. Geburtstag. Für Unternehmerschaft Düsseldorf ist dieses Jubiläum weit mehr als ein Blick zurück auf eine lange Unternehmensgeschichte. Es ist ein Anlass, Danke zu sagen – und gemeinsam mit den Menschen in Düsseldorf nach vorne zu schauen.

Seit 1866 begleiten die Stadtwerke die Entwicklung unserer Stadt. Damals nahm das erste städtische Gaswerk seinen Betrieb auf. Seitdem hat sich Düsseldorf immer wieder verändert: Gasbeleuchtung wurde durch moderne Energieversorgung ergänzt, die zentrale Wasserversorgung entstand, Strom und Fernwärme hielten Einzug in den Alltag. Bereits 1896 fuhr die erste elektrische Straßenbahn durch Düsseldorf. Seit 1928 wird Fernwärme aus dem Kraftwerk Flingern geliefert.
Heute sorgen die Stadtwerke dafür, dass Trinkwasser fließt, Wohnungen warm bleiben und die Lichter angehen. Viele dieser Leistungen nehmen wir im Alltag ganz selbstverständlich wahr. Gerade deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie viel Verlässlichkeit, technische Entwicklung und Engagement hinter einer sicheren Versorgung stehen.

Danke für 160 Jahre Vertrauen

Ein Jubiläum wie dieses gehört nicht nur dem Unternehmen. Es gehört vor allem den Menschen, die in Düsseldorf leben und arbeiten. Generationen von Düsseldorferinnen und Düsseldorfern sind mit den Stadtwerken aufgewachsen. Sie haben erlebt, wie sich die Stadt verändert hat – und wie die Stadtwerke diese Veränderungen begleitet und mitgestaltet haben.

Deshalb möchten die Stadtwerke an ihrem Jubiläumssonntag etwas zurückgeben. Der 20. September soll ein Tag werden, an dem Versorgung, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Lebensfreude zusammenkommen.
Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einer Baumpflanzaktion im Grafenberger Wald. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Reiter- und Rennverein werden 16 Bäume gepflanzt. Für jeden dieser Bäume übernehmen die Stadtwerke eine Patenschaft und unterstützen damit das Aufforstungsprojekt Grafenberg.
Das ist ein schönes Zeichen: Wer 160 Jahre zurückblickt, darf zugleich Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Bäume wachsen nicht über Nacht. Sie brauchen Zeit, Pflege und Geduld – genauso wie eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Zukunft beginnt mit den Kindern

Am Mittag stehen die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Von 12 bis 14 Uhr sind die Stadtwerke beim Weltkindertag am Rheinufer am Stand des Düsseldorfer Kinderschutzbundes dabei.

Dort können junge Besucherinnen und Besucher spielerisch etwas über Umwelt und Natur erfahren und unter Anleitung Insektenhotels bauen. Besonders freue ich mich auf die Kinder-Pressekonferenz, bei der sich die Vorstände der Stadtwerke den Fragen junger Nachhaltigkeitsreporterinnen und -reporter stellen.

Solche Begegnungen sind wertvoll. Kinder fragen direkt, neugierig und ohne Umwege. Sie wollen wissen, woher unser Wasser kommt, wie Energie entsteht und was Unternehmen für den Klimaschutz tun. Diese Fragen verdienen ehrliche Antworten. Denn die Energiewende ist nicht nur ein technisches Projekt. Sie betrifft den Alltag der nächsten Generation.

Ein Fest im Stadtwerke-Park

Ab 14 Uhr laden die Stadtwerke zum Parkfest in den Stadtwerke-Park an der Kettwiger Straße in Flingern ein. Rund um den Trinkbrunnen gibt es Musik, Aktionen und Informationen zum Düsseldorfer Trinkwasser.

Auch die Initiative „Sport im Park“ ist dabei und lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden. Das passt gut zu einem Geburtstag, der nicht nur von Zahlen und historischen Meilensteinen erzählen möchte. Energie bedeutet schließlich auch Bewegung, Begegnung und gemeinsames Erleben.

Der Trinkbrunnen im Mittelpunkt des Festes erinnert zugleich an etwas, das für eine Stadt von elementarer Bedeutung ist: sauberes und verfügbares Trinkwasser. Was für uns selbstverständlich erscheint, ist eine der wichtigsten Leistungen moderner Infrastruktur.

Zusammenhalt, der ankommt

Zum Abschluss des Tages übergeben die Stadtwerke 160 Hilfspakete an den Gute-Nacht-Bus. Die mobile nächtliche Nothilfe unterstützt obdachlose Menschen in Düsseldorf.

Diese Aktion macht deutlich, dass Verantwortung nicht an den Grenzen des eigenen Geschäftsmodells endet. Eine Stadt ist dann stark, wenn sie auch diejenigen im Blick behält, die Unterstützung brauchen. Das Jubiläum wird damit zu einem Zeichen des Zusammenhalts.

Auch der Online-Jubiläumskalender begleitet den Countdown bis zum 20. September. Seit dem 5. September werden insgesamt 160 Preise verlost – darunter Tickets für Düsseldorfer Sportveranstaltungen, Fanartikel, ein Balkonkraftwerk und ein E-Bike-Gutschein im Wert von 1.600 Euro.

Mit Zuversicht nach vorn

160 Jahre Stadtwerke Düsseldorf stehen für 160 Jahre Verlässlichkeit. Sie stehen aber ebenso für Wandel. Aus dem Gaswerk von 1866 ist ein modernes Infrastrukturunternehmen geworden, das heute an einer nachhaltigen und bezahlbaren Energie- und Wärmeversorgung arbeitet.

Die kommenden Jahre werden anspruchsvoll. Die Energieversorgung muss klimafreundlicher werden, gleichzeitig sicher und für die Menschen bezahlbar bleiben. Dafür braucht es Investitionen, neue Technologien und den Mut, Dinge weiterzuentwickeln. Es braucht aber auch Vertrauen und einen offenen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Der Jubiläumstag verbindet deshalb Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Wir erinnern uns an die Entwicklung unserer Stadt, feiern gemeinsam mit den Menschen und übernehmen Verantwortung für das, was vor uns liegt.

Herzlichen Glückwunsch zum 160. Geburtstag und danke für 160 Jahre Energie für Düsseldorf.

NRW vor einer harten Metall-Tarifrunde: Jetzt zählt die Wettbewerbsfähigkeit

Lena zeigt das neue Informationsmaterial zur neuen Tarifrunde. Foto: Christoph Sochart

Von Christoph Sochart

Die nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie steht vor einer schwierigen Tarifrunde. Am 31. Oktober läuft der Tarifvertrag für die Beschäftigten aus. Die erste Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen ist für den 7. Oktober angesetzt. Ab dem 1. November wären Warnstreiks möglich.

Die Ausgangslage ist angespannt. Jeden Monat gehen in der Branche rund 2.000 Arbeitsplätze verloren. Allein im ersten Halbjahr 2026 waren es nach Angaben von METALL NRW durchschnittlich 2.454 Stellen pro Monat. Die Zahl der Beschäftigten ist in Nordrhein-Westfalen inzwischen auf rund 643.000 gesunken. In den 1970er-Jahren arbeiteten noch mehr als eine Million Menschen in der Branche.

Es geht dabei nicht nur um Arbeitsplätze. Es geht um industrielle Wertschöpfung, um gut bezahlte Beschäftigung und um die Zukunft zahlreicher Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

„Die Lage ist schwierig“

In einem Journalistengespräch mit Arnd Kirchhoff, das in der Rheinischen Post dokumentiert wurde, beschrieb der Präsident von METALL NRW die Situation deutlich: Deutschland verzeichne seit sieben Jahren kein Wachstum. Die nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie befinde sich in einer anhaltenden Schwächephase.

Das aktuelle Produktionsniveau liegt demnach rund 27 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2018. Die Umsätze der Branche bewegen sich gerade einmal auf dem Niveau von vor sieben Jahren. Auch zusätzliche Aufträge, etwa aus dem Rüstungsbereich, haben bislang keine breit angelegte Erholung der Produktion ausgelöst.

Die Ursachen sind vielfältig: Auf die Corona-Pandemie folgten der russische Angriff auf die Ukraine, die Energie- und Gaskrise sowie weitere geopolitische Spannungen. Gleichzeitig sind die Kosten an deutschen Produktionsstandorten erheblich gestiegen.

Arnd Kirchhoff machte in dem von der Rheinischen Post dokumentierten Journalistengespräch deutlich, dass sich die hohen Kosten deutscher Standorte auf dem Weltmarkt vielfach nicht mehr verdienen lassen. Das ist eine Aussage, die weit über die aktuelle Tarifrunde hinausweist.

Unternehmen sehen Standortbedingungen zunehmend kritisch

Wie ernst die Unternehmen die Lage beurteilen, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von Gesamtmetall. In Nordrhein-Westfalen bewerten 55 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als schlecht. Bundesweit liegt dieser Wert bei 42 Prozent.

Auch die Erwartungen für 2026 sind zurückhaltend:

  • 92 Prozent der NRW-Unternehmen rechnen nicht mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage.
  • 71 Prozent sehen derzeit keine absehbare Normalisierung.
  • 47 Prozent erwarten einen weiteren Beschäftigungsabbau.
  • Nur 8 Prozent rechnen mit einem Aufbau von Arbeitsplätzen.
  • 51 Prozent wollen ihre Investitionen im Jahr 2026 reduzieren.

Hinzu kommt der wachsende Verlagerungsdruck. 26 Prozent der NRW-Unternehmen bauen im Ausland Arbeitsplätze auf oder planen entsprechende Schritte. Besonders betroffen sind die Bereiche Produktion und Fertigung, aber auch IT sowie Forschung und Entwicklung.

Arnd Kirchhoff bezeichnete diese Entwicklung in dem Journalistengespräch mit der Rheinischen Post als ein absolutes Warnsignal. Wenn Unternehmen den Standort deutlich schlechter bewerten als noch vor zehn Jahren, müsse allen Beteiligten klar sein, dass grundlegende Veränderungen notwendig seien.

Arbeitskosten, Energie und Bürokratie bremsen

Die Unternehmen benennen die größten Standortprobleme sehr konkret. In Nordrhein-Westfalen sehen 72 Prozent der Betriebe bei den Arbeitskosten den größten Handlungsbedarf. Es folgen die Energiekosten mit 67 Prozent, der Bürokratieaufwand mit 62 Prozent und die fehlende Planbarkeit mit 59 Prozent.

Diese Reihenfolge ist bemerkenswert. Sie zeigt, dass die aktuelle Debatte nicht auf einen einzelnen Kostenfaktor reduziert werden kann. Es geht um das Zusammenspiel aus Löhnen, Energie, Regulierung, Steuern, Abgaben und politischen Rahmenbedingungen.

Die IG Metall verweist demgegenüber darauf, dass in den Automobilwerken die Personalkosten nur einen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Das ist ein wichtiger Hinweis. Zugleich gilt aber auch: Für arbeitsintensive Zulieferer und viele mittelständische Betriebe können die Arbeitskosten eine deutlich größere Rolle spielen als für große, stark automatisierte Produktionsstandorte.

Die Wahrheit liegt deshalb nicht in einfachen Schuldzuweisungen. Die Tarifparteien müssen die unterschiedlichen Realitäten innerhalb der Branche berücksichtigen.

Tarifrunde mit unterschiedlichen Erwartungen

Die IG Metall dürfte eine Lohnforderung von etwa sechs Prozent beschließen. Gewerkschaftsvertreter verweisen auf eine weiterhin hohe Auslastung in Teilen der Industrie. Nach einer Betriebsräte-Befragung registrieren 63 Prozent der Befragten in den Branchen der IG Metall eine gute oder sehr gute Kapazitätsauslastung.

Insbesondere der sonstige Fahrzeugbau – dazu zählen unter anderem Schiffe, Schienenfahrzeuge und Flugzeuge – sowie die Elektrotechnik entwickeln sich teilweise positiv.

Diese Perspektive muss in die Gespräche einbezogen werden. Gleichzeitig darf die Lage einzelner gut ausgelasteter Bereiche nicht mit der Situation der gesamten Metall- und Elektroindustrie gleichgesetzt werden. Zwischen Unternehmen, Branchen und Regionen gibt es erhebliche Unterschiede.

Genau deshalb ist die Forderung nach mehr Flexibilität so wichtig. Arnd Kirchhoff sagte laut dem in der Rheinischen Post dokumentierten Journalistengespräch, die Arbeitgeber verlangten keine generelle Erhöhung der Arbeitszeit. Notwendig sei aber mehr Flexibilität, weil das, was für einen Betrieb sinnvoll sei, für einen anderen zum Problem werden könne.

Einheitliche Lösungen helfen nicht jedem Betrieb

Die Tarifpolitik muss stärker auf die unterschiedlichen Bedingungen der Unternehmen reagieren. Ein international tätiger Großkonzern hat andere Möglichkeiten als ein mittelständischer Zulieferer. Ein Unternehmen mit hoher Auslastung braucht andere Regelungen als ein Betrieb, der mit Auftragseinbrüchen, Kurzarbeit oder Produktionsverlagerungen kämpft.

Mehr betriebliche Spielräume könnten helfen, Beschäftigung zu sichern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle, differenzierte Lösungen bei Sonderzahlungen und Vereinbarungen, die die wirtschaftliche Situation einzelner Unternehmen besser berücksichtigen.

Das bedeutet nicht, dass Tarifverträge an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil: Gerade in schwierigen Zeiten braucht es verlässliche Regeln. Diese Regeln müssen aber ausreichend Spielraum lassen, damit Unternehmen auf unterschiedliche Marktbedingungen reagieren können.

Wettbewerbsfähigkeit darf kein Randthema sein

Arnd Kirchhoff hat in dem Journalistengespräch mit der Rheinischen Post außerdem betont, dass Politik und Sozialpartner dringend gemeinsam handeln müssten. Ziel müsse es sein, die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Industriestandorte zu stärken.

Dazu braucht es aus meiner Sicht mehrere Schritte:

  1. Energie muss wieder planbarer und bezahlbarer werden.
    Investitionen in Deutschland benötigen verlässliche Rahmenbedingungen und international wettbewerbsfähige Energiepreise.
  2. Bürokratie muss spürbar reduziert werden.
    Unternehmen brauchen mehr Zeit für Innovation, Ausbildung und Produktion – und weniger Zeit für komplizierte Nachweis- und Berichtspflichten.
  3. Investitionen müssen sich wieder lohnen.
    Wer in Deutschland modernisieren, digitalisieren und klimafreundlich produzieren will, braucht Planungssicherheit.
  4. Tarifverträge müssen unterschiedliche Unternehmenslagen abbilden können.
    Mehr Flexibilität kann helfen, Beschäftigung zu sichern und Verlagerungen zu vermeiden.
  5. Politik und Sozialpartner müssen schneller entscheiden.
    Die wirtschaftliche Realität verändert sich schneller, als politische Prozesse häufig reagieren.

Sozialpartnerschaft ist jetzt besonders gefordert

Die kommende Tarifrunde wird schwierig. Sie wird möglicherweise auch kontrovers geführt werden. Das gehört zu einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. Entscheidend ist aber, dass die Verhandlungen nicht ausschließlich als Verteilungskampf verstanden werden.

Es geht um die Frage, wie die industrielle Basis in Nordrhein-Westfalen erhalten und modernisiert werden kann. Es geht um Einkommen, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Diese Ziele stehen nicht grundsätzlich gegeneinander. Sie lassen sich aber nur erreichen, wenn die wirtschaftliche Realität berücksichtigt wird.

Die Unternehmen brauchen qualifizierte und motivierte Beschäftigte. Die Beschäftigten brauchen sichere Arbeitsplätze und faire Einkommen. Der Standort braucht Investitionen und Innovationen. Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, müssen beide Seiten Verantwortung übernehmen.

Jetzt muss alles Priorität haben, was Wachstum schafft

Nordrhein-Westfalen ist ein Industrieland. Maschinenbau, Metallverarbeitung, Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik und zahlreiche Zulieferbranchen prägen unseren Wohlstand. Wenn hier Arbeitsplätze verloren gehen, verschwinden nicht nur einzelne Stellen. Es gehen Know-how, Wertschöpfung und Zukunftschancen verloren.

Die Warnungen von METALL NRW sollten deshalb ernst genommen werden. Das gilt ebenso für die Anliegen der Beschäftigten und der IG Metall. Die anstehende Tarifrunde bietet die Chance, beides zusammenzubringen: faire und verlässliche Arbeitsbedingungen auf der einen Seite sowie mehr Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit auf der anderen.

Das in der Rheinischen Post dokumentierte Journalistengespräch mit Arnd Kirchhoff zeigt deutlich, wie groß der Handlungsdruck inzwischen ist. Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen gemeinsam dafür sorgen, dass aus der aktuellen Talfahrt kein dauerhafter Verlust industrieller Substanz wird.

NRW braucht keine Tarifrunde, die Gewinner und Verlierer produziert. NRW braucht eine Tarifrunde, die Beschäftigung sichert, Investitionen ermöglicht und den Industriestandort wieder wettbewerbsfähiger macht.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags sind die vorliegenden Informationen von METALL NRW sowie die Berichterstattung der Rheinischen Post über ein Journalistengespräch mit Arnd Kirchhoff, Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen.

Warum der Ingenieurarbeitsmarkt 2040 Anlass zur Zuversicht gibt

Von Christoph Sochart

Manchmal erzählen Zahlen zunächst eine Geschichte der Sorge. Im vierten Quartal 2025 waren in Deutschland 96.760 Stellen in Ingenieur- und Informatikberufen unbesetzt. Gleichzeitig stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen in diesen Berufsfeldern auf 58.392 – den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2011. Dies teilt uns der VDI in Düsseldorf mit.

Das sind Zahlen, die wir ernst nehmen müssen. Sie spiegeln die konjunkturelle Schwäche, den Strukturwandel und die Veränderungen in wichtigen Branchen wider. Gerade im Maschinenbau, in der Fahrzeugtechnik und in der Industrie werden Geschäftsmodelle neu ausgerichtet. Stellenprofile verändern sich, manche Aufgaben verschwinden, neue entstehen.

Aber ich möchte diese Entwicklung nicht als Niedergang des Ingenieurberufs verstehen. Im Gegenteil: Für mich zeigen die aktuellen Zahlen vor allem, dass wir mitten in einer Transformation stehen. Und jede Transformation eröffnet auch neue Chancen.

Der Bedarf bleibt hoch

Der aktuelle VDI/IW-Ingenieurmonitor macht deutlich: Der Fachkräftebedarf verschwindet nicht. Er verändert sich.

Auf 100 Arbeitslose in Ingenieur- und Informatikberufen kamen im vierten Quartal 2025 noch immer 166 offene Stellen. In den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen lag die Zahl sogar bei 173 offenen Stellen je 100 Arbeitslose. Der strukturelle Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist also weiterhin vorhanden – er wird derzeit nur von der konjunkturellen Lage überlagert.

Das ist eine wichtige Unterscheidung. Weniger offene Stellen als im Vorjahr bedeuten nicht automatisch, dass Deutschland künftig weniger Ingenieurinnen und Ingenieure braucht. Im Gegenteil: Die großen Aufgaben unserer Zeit sind ohne technisches Wissen kaum zu bewältigen.

Wir müssen Energieversorgung und Mobilität weiterentwickeln, digitale Systeme sicher gestalten, medizinische Innovationen voranbringen und unsere industrielle Basis modernisieren. Dafür brauchen wir Menschen, die nicht nur über Technologie sprechen, sondern sie verstehen, entwickeln und in die Praxis bringen.

Bis 2040 steckt viel Potenzial im Arbeitsmarkt

Der Ausblick des VDI/IW-Ingenieurmonitors ist deshalb bemerkenswert. In einem Best-Case-Szenario könnte die Beschäftigung in Ingenieur- und Informatikberufen bis 2040 auf rund 1,95 Millionen steigen. Das wären 194.100 zusätzliche Fachkräfte.

Der damit verbundene volkswirtschaftliche Effekt wird mit einem zusätzlichen Wertschöpfungspotenzial von bis zu 24,1 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.

Für mich ist das eine ermutigende Botschaft: Deutschland verfügt über erhebliche Potenziale. Wir müssen sie nur besser erschließen.

Die Frage lautet deshalb nicht allein: Wo finden wir neue Fachkräfte? Sie lautet auch: Wie schaffen wir es, vorhandene Potenziale zu aktivieren, Menschen weiterzuqualifizieren und mehr Menschen für technische Berufe zu gewinnen?

Qualifizierung wird zum Schlüssel

Ein zentraler Hebel ist das sogenannte Re-Skilling – also der gezielte Erwerb neuer Kompetenzen. Wenn sich Branchen und Technologien verändern, müssen sich auch Qualifikationsprofile weiterentwickeln.

Ingenieurinnen und Ingenieure bringen häufig eine hervorragende Grundlage mit: analytisches Denken, technisches Verständnis, Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erfassen. Darauf lässt sich aufbauen.

Unternehmen sollten Weiterbildung deshalb nicht als Kostenfaktor betrachten, sondern als Investition in die eigene Zukunft. Wer Beschäftigte bei der Entwicklung neuer Kompetenzen unterstützt, hält Wissen im Unternehmen und ermöglicht zugleich berufliche Perspektiven.

Auch die Politik ist gefordert: Weiterbildung muss einfacher zugänglich, besser anerkannt und stärker an den tatsächlichen Anforderungen der Arbeitswelt ausgerichtet werden. Die Transformation gelingt nicht, wenn Menschen nur auf neue Anforderungen hingewiesen werden. Sie gelingt, wenn sie konkrete Möglichkeiten erhalten, sich darauf vorzubereiten.

Mehr Frauen für technische Berufe gewinnen

Ein besonders großes Potenzial liegt in der stärkeren Beteiligung von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen. Nach den Berechnungen des VDI könnten bis 2040 allein dadurch rund 91.700 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden.

Das ist keine abstrakte Zahl. Dahinter stehen junge Frauen, die sich für Technik interessieren, erfahrene Ingenieurinnen, die ihre Kompetenzen einbringen möchten, und viele gut ausgebildete Frauen, deren berufliche Entwicklung noch immer durch starre Arbeitsmodelle erschwert wird.

Flexible Arbeitszeiten, verlässliche Betreuungsangebote und echte Entwicklungschancen sind deshalb nicht nur Fragen der Familienfreundlichkeit. Sie sind auch zentrale Instrumente moderner Fachkräftesicherung.

Unternehmen, die Arbeitsbedingungen zeitgemäß gestalten, gewinnen nicht nur mehr Bewerberinnen. Sie werden insgesamt attraktiver – für Frauen und Männer, für jüngere und ältere Beschäftigte und für Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen.

Erfahrung ist ein Zukunftsfaktor

Auch ältere Beschäftigte müssen stärker in den Blick genommen werden. In den Fachrichtungen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Kraftfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge sind 28,5 Prozent der Erwerbstätigen mindestens 55 Jahre alt.

In den kommenden Jahren werden viele von ihnen in den Ruhestand wechseln. Damit droht nicht nur ein Verlust an Arbeitskraft, sondern auch ein Verlust an Erfahrung, Wissen und praktischer Kompetenz.

Deshalb brauchen wir mehr Möglichkeiten, Wissen systematisch weiterzugeben. Mentoring, altersgemischte Teams und flexible Übergänge in den Ruhestand können dabei helfen. Wer ältere Beschäftigte länger im Erwerbsleben hält und ihre Erfahrung mit dem Wissen jüngerer Kolleginnen und Kollegen verbindet, stärkt die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens.

Erfahrung ist kein Gegenmodell zur Veränderung. Erfahrung kann Veränderung sicherer und erfolgreicher machen.

Zuwanderung als Teil der Lösung

Deutschland wird den Fachkräftebedarf außerdem nicht allein aus dem eigenen Nachwuchs decken können. Qualifizierte Zuwanderung bleibt deshalb ein wichtiger Baustein.

Damit Menschen aus dem Ausland in Deutschland erfolgreich arbeiten können, braucht es verlässliche Verfahren, gute Sprachförderung, Anerkennung von Abschlüssen und eine Willkommenskultur in Unternehmen und Gesellschaft.

Integration ist dabei keine Einbahnstraße. Unternehmen müssen offen sein, internationale Kompetenzen nutzen und neue Kolleginnen und Kollegen gut begleiten. Wer Menschen aus anderen Ländern gewinnt, gewinnt häufig auch neue Perspektiven, Erfahrungen und Kontakte in internationale Märkte.

Technik braucht Vertrauen

Der Ingenieurarbeitsmarkt 2040 ist deshalb weit mehr als eine Frage von Stellenbesetzungen. Es geht um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Wir brauchen technische Fachkräfte, aber wir brauchen auch Vertrauen in Technik. Dieses Vertrauen entsteht dort, wo Innovation verständlich erklärt, verantwortungsvoll entwickelt und konkret erlebbar wird.

Gerade Unternehmen haben dabei eine wichtige Aufgabe. Sie können zeigen, wie technische Lösungen den Alltag verbessern, Arbeitsplätze sichern und gesellschaftliche Herausforderungen bewältigen. Sie können junge Menschen für MINT-Berufe begeistern und ihnen vermitteln, dass Ingenieurarbeit nicht nur aus Formeln und Maschinen besteht, sondern aus Ideen, Verantwortung und dem Wunsch, etwas zu bewegen.

Mein Fazit: Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung – und genau darin liegt die Chance

Die aktuellen Zahlen sind ein Weckruf. Sie zeigen, dass konjunkturelle Schwäche und Strukturwandel Spuren hinterlassen. Sie zeigen aber ebenso, dass der langfristige Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren ungebrochen ist.

Bis 2040 können bis zu 194.100 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Dafür brauchen wir mehr Qualifizierung, bessere Chancen für Frauen, flexible Arbeitsmodelle, längere Erwerbsperspektiven für Ältere und eine gelingende Zuwanderung.

Ich bin überzeugt: Deutschlands technologische Zukunft ist kein Selbstläufer. Aber sie ist möglich. Wir verfügen über starke Hochschulen, innovative Unternehmen, engagierte Fachkräfte und eine große industrielle Erfahrung.

Jetzt kommt es darauf an, diese Stärken zusammenzuführen.

Wer heute in Menschen investiert, baut an den Lösungen von morgen.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags ist der aktuelle VDI/IW-Ingenieurmonitor 2025/IV. Die vollständige Veröffentlichung steht beim VDI unter www.vdi.de/ingenieurmonitor zur Verfügung.

Neue Podcastfolge: Raus aus dem Schmerz – warum Bewegung mehr kann als Spritzen und Tabletten

(cs) Rücken, Nacken, Bandscheiben: Orthopädische Beschwerden gehören für viele Menschen zum Arbeitsalltag. Der Düsseldorfer Personal-Trainer Uli Magis erklärt in dieser neuen Episode der „Düsseldorfer Wirtschaft“, warum häufig nicht der Schmerz selbst, sondern eine falsche Bewegungskette die Ursache ist – und wie gezieltes Training helfen kann. Im Gespräch geht es um Führungskräfte, sitzende Arbeit, Prävention im Betrieb und die Frage, wie viel Verantwortung wir für unsere eigene Gesundheit übernehmen können.
Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken oder Beschwerden an Schulter und Knie gehören für viele Beschäftigte längst zum Arbeitsalltag. Wie sich solche Beschwerden durch gezieltes Training verbessern lassen können, stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Unternehmerschaft Düsseldorf bei der Provinzial Versicherung in Düsseldorf-Wersten. Referent war der Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer Uli Margies, der seit vielen Jahren Führungskräfte, Unternehmer und Unternehmen betreut.
Dazu gibt es eine neue Podcast-Episode der „Düsseldorfer Wirtschaft“ am 09. September 2026 ab 05.55 Uhr mit dem Titel „Raus aus dem Schmerz – warum Bewegung mehr kann als Spritzen und Tabletten“. Sie hören diese unter www.unternehmerschaft.de/podcast und auf Ihrer Lieblings-Podcast-Plattform.
Die spannende Veranstaltung bei der Provinzial hat unser Berichterstatter textlich und mit der Videokamera begleitet: https://kurzlinks.de/pax1

Wenn die ganze Stadt zur Bühne wird: Das Düsseldorf Festival 2026 verbindet Menschen, Orte und Kulturen

Shechter II – IN THE BRAIN. Foto: Todd MacDonald

Von Christoph Sochart

Am 16. September beginnt das Düsseldorf Festival 2026. Schon beim Blick auf die Zahlen wird deutlich, was dieses Festival so besonders macht: 19 Tage, 16 Spielorte, 37 internationale Kompanien, Bands und Künstlerinnen und Künstler sowie 75 Vorstellungen. Zahlreiche Sponsoren unterstützen das Festival, auch Mitgliedsbetriebe der Unternehmerschaft Düsseldorf

Doch Zahlen allein erzählen noch nicht die ganze Geschichte. Das Düsseldorf Festival ist vor allem ein großes Versprechen an die Stadt: Kunst kommt zu den Menschen. Sie findet nicht nur in klassischen Theatern statt, sondern auch in Kirchen, historischen Gebäuden, auf öffentlichen Plätzen und an ungewöhnlichen Orten. Düsseldorf wird zum Festivalraum – offen, neugierig und voller Überraschungen.

Ein Theaterzelt als Treffpunkt der Stadt

Im Zentrum steht auch in diesem Jahr das Theaterzelt auf dem Burgplatz. Es ist Bühne, Treffpunkt und Ausgangspunkt für viele besondere Erlebnisse. Hier begegnen sich Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt und ein Publikum, das sich auf neue Perspektiven einlässt.

Gleichzeitig führt das Festival weit über den Burgplatz hinaus. Die verschiedenen Spielorte machen sichtbar, wie vielfältig Düsseldorf ist. Kirchen werden zu Klangräumen, historische Gebäude zu Bühnen und Stadtviertel zu Orten des Erzählens. Genau diese Verbindung aus Kunst und Stadtraum macht den besonderen Charakter des Festivals aus.

Internationale Kunst, die berührt und bewegt

Das Programm ist so vielfältig wie die Stadt selbst. Zeitgenössischer Tanz trifft auf Theater, Neuer Zirkus auf Jazz, Weltmusik und Klassik. Viele Produktionen sind als Deutschland- oder NRW-Premieren zu erleben.

Mit „Pixel“ eröffnet die Kompanie Käfig von Mourad Merzouki das Festival. Urban Dance, zeitgenössische Choreografie und digitale Videokunst verbinden sich zu einem poetischen und spektakulären Auftakt.

Auch Hofesh Shechter, Sharon Eyal, Circa, Gravity & Other Myths, Nubya Garcia und Oum gehören zu den Gästen. Dazu kommen außergewöhnliche Entdeckungen wie das US-amerikanische Vokalensemble Lyyra, der belarussische Akkordeonist Yegor Zabelov oder das Projekt „Sonic Bridges“ von Mehdi Nassouli und dem Marmoucha Orchestra zum Abschluss des Festivals.

Besonders beeindruckend ist die Bandbreite der Themen: Es geht um Bewegung und Gemeinschaft, um Licht und Dunkelheit, um Natur, Rituale, kulturelle Grenzen und gesellschaftlichen Wandel. Kunst darf dabei unterhalten. Sie darf aber auch Fragen stellen, irritieren und neue Gespräche anstoßen.

Kirchen, Klänge und neue Perspektiven

Viele Veranstaltungen finden in Düsseldorfer Kirchen statt. Das Programm reicht von Verdis „Requiem“ in St. Andreas über Musik von Morricone bis Verdi in der Neanderkirche bis zu französischer Sakralmusik in der Basilika St. Lambertus.

Diese Konzerte zeigen, wie gut Tradition und Gegenwart zusammenpassen können. Kirchen sind nicht nur historische Orte. Sie sind Räume mit einer besonderen Akustik, Atmosphäre und Geschichte. Wenn dort neue Musik, internationale Stimmen und zeitgenössische Projekte zu erleben sind, entsteht eine Verbindung zwischen dem Vertrauten und dem Unerwarteten.

Gerade darin liegt eine große Stärke des Düsseldorf Festivals: Es nimmt die Orte der Stadt ernst und gibt ihnen zugleich neue Möglichkeiten.

Ein Festival, das die Menschen zusammenbringt

Formate wie die Silent Disco Walking Tour oder die neuen Veranstaltungen „Slo-Mo Disco“ und „Grief Disco“ mit Guru Dudu laden dazu ein, nicht nur zuzuschauen, sondern selbst Teil des Geschehens zu werden.

Die Stadt wird dabei zur gemeinsamen Bühne. Menschen tanzen, hören, staunen, diskutieren und entdecken ihre Umgebung neu. Vielleicht führt der Weg nach einer Vorstellung noch in ein Gespräch. Vielleicht wird ein Ort, an dem man bisher nur vorbeigegangen ist, plötzlich mit einer besonderen Erinnerung verbunden.

Das ist kulturelle Teilhabe im besten Sinne: niedrigschwellig, offen und mitten im Leben.

Die Festival-Chefs: Christiane Oxenfort & Andreas Dahmen. Foto: Susanne Diesner

Danke an die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer

Ein Festival dieser Größe und Qualität kann nur gelingen, wenn viele Menschen, Unternehmen und Organisationen Verantwortung übernehmen. Deshalb gilt unser besonderer Dank auch in diesem Jahr wieder den Mitgliedsfirmen und befreundeten Organisationen, die das Düsseldorf Festival unterstützen und damit kulturelles Leben in unserer Stadt möglich machen.

Ein Beispiel ist das Autohaus Ulmen, das erneut die Fahrzeugflotte für den Künstlerinnen- und Künstlershuttle sowie für interne Fahrten zur Verfügung stellt. Diese Unterstützung wirkt vielleicht auf den ersten Blick im Hintergrund. Tatsächlich ist sie ein wichtiger Teil des Festivalbetriebs: Internationale Künstlerinnen und Künstler müssen zuverlässig zu ihren Auftritten, Proben und Veranstaltungsorten gelangen können.

Als neuer Hauptsponsor ist in diesem Jahr Uber dabei. Das Unternehmen verbindet das Festivalprogramm mit dem urbanen Leben und unterstützt kurze und verlässliche Wege zwischen den verschiedenen Spielorten. Auch dafür sagen wir herzlich Danke.

Die Unterstützung aus der Wirtschaft ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit Düsseldorf. Unternehmen übernehmen damit nicht nur finanzielle oder logistische Verantwortung. Sie zeigen auch, dass eine lebendige Stadt mehr braucht als gute Infrastruktur und wirtschaftliche Stärke. Sie braucht Begegnungsorte, Kreativität und kulturelle Offenheit.

Kultur ist Standortqualität

Das Düsseldorf Festival ist deshalb auch ein wichtiges Signal für den Standort. Internationale Künstlerinnen und Künstler, Gäste aus der Stadt und Besucherinnen und Besucher von außerhalb erleben Düsseldorf als weltoffene, neugierige und lebendige Stadt.

Kultur schafft Verbindungen. Sie bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammen. Sie öffnet den Blick über die eigenen Grenzen hinaus. Und sie stärkt damit genau jene Offenheit, die eine internationale Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt auszeichnet.

Wenn sich in Düsseldorf zeitgenössischer Tanz, klassische Musik, Jazz, Weltmusik, Zirkuskunst und Theater begegnen, dann zeigt sich darin auch die besondere Energie dieser Stadt: unterschiedliche Einflüsse kommen zusammen und entwickeln etwas Eigenes.

Vorfreude auf 19 Tage voller Begegnungen

Ich freue mich auf ein Festival, das Düsseldorf in Bewegung bringt. Auf Abende im Theaterzelt, auf Musik in Kirchen, auf Akrobatik und Tanz, auf überraschende Begegnungen und auf die vielen Menschen, die dieses Festival mit Leidenschaft und Engagement möglich machen.

Das Düsseldorf Festival 2026 lädt dazu ein, die Stadt mit neuen Augen zu sehen. Es zeigt, dass Kunst nicht auf einen einzigen Ort beschränkt ist. Sie kann dort entstehen, wo Menschen zusammenkommen – auf dem Burgplatz, in einer Kirche, in einem historischen Gebäude, im Glasmacherviertel oder mitten im öffentlichen Raum.

Allen Künstlerinnen und Künstlern, den Organisatorinnen und Organisatoren, den Förderern, Partnern, Mitgliedsfirmen und befreundeten Organisationen wünsche ich ein großartiges Festival. Und allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich viele besondere Momente.

Vom 16. September bis zum 4. Oktober wird Düsseldorf zur Bühne. Wir sehen uns beim Düsseldorf Festival 2026.

205 Folgen, sieben große Linien: Was die „Düsseldorfer Wirtschaft“ über Unternehmen, Menschen und den Standort erzählt

Von Christoph Sochart

Wer die 205 Folgen der „Düsseldorfer Wirtschaft“, dem Podcast der Unternehmerschaft Düsseldorf,  nicht chronologisch, sondern thematisch betrachtet, erkennt mehr als eine Reihe einzelner Interviews. Über sechs Jahre ist ein fortlaufendes Porträt der Düsseldorfer Wirtschaft entstanden: mit Unternehmerinnen und Unternehmern, Auszubildenden, Gründerinnen und Gründern, Führungskräften, Wissenschaftlern, Verbänden, Verwaltung und vielen Menschen, die den Standort jeden Tag prägen.

Der Podcast der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e. V. fragt dabei selten nur: „Was macht ein Unternehmen?“ Im Mittelpunkt steht meist die größere Frage: Wie kann Wirtschaft in einer sich verändernden Stadt und Welt verantwortlich, wettbewerbsfähig und menschlich bleiben?

Die Antwort zieht sich wie ein roter Faden durch die Folgen: Zukunft entsteht nicht allein durch Technologie oder Kapital. Sie entsteht, wenn Menschen miteinander sprechen, Wissen teilen, Nachwuchs fördern, Risiken eingehen und aus Ideen konkrete Zusammenarbeit machen.

Methodischer Hinweis: Diese Zusammenfassung ist eine redaktionelle Auswertung der öffentlich verfügbaren Episodentitel und Beschreibungstexte der 205 Folgen. Sie ist kein wortgetreues Transkript sämtlicher Audioinhalte, sondern eine thematische Verdichtung wiederkehrender Motive.

Die sieben wiederkehrenden Hauptthemen im Überblick

Themenfeld Die wiederkehrende Leitfrage
1. Menschen, Ausbildung und Fachkräfte Wie finden, entwickeln und halten Unternehmen die Menschen, die sie morgen brauchen?
2. Digitalisierung, KI und Kommunikation Wie wird technischer Wandel vom Schlagwort zur praktischen Verbesserung?
3. Start-ups, Innovation und Kooperation Wie werden aus Ideen, Kontakten und Experimenten neue Geschäfte?
4. Mittelstand, Krisen und Wettbewerbsfähigkeit Wie bleiben Unternehmen handlungsfähig, wenn Planung immer schwieriger wird?
5. Verantwortung, Arbeitswelt und gute Führung Welche Kultur trägt Unternehmen durch Veränderung und Belastung?
6. Düsseldorf als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Was muss eine Stadt leisten, damit Unternehmen, Talente und Ideen bleiben?
7. Industriegeschichte, Handwerk und Identität Woher kommt die wirtschaftliche Stärke Düsseldorfs – und wie wird sie weiterentwickelt?

1. Menschen, Ausbildung und Fachkräfte: Wirtschaft beginnt nicht bei Stellen, sondern bei Potenzialen

Kaum ein Themenstrang kehrt so regelmäßig wieder wie die Frage nach den Menschen hinter den Unternehmen. Fachkräftesicherung wird in den 205 Folgen nicht als isoliertes Recruiting-Problem behandelt, sondern als Zusammenspiel aus Ausbildung, Berufsorientierung, Führung, Unternehmenskultur und persönlicher Entwicklung.

Die duale Ausbildung erscheint dabei als ein zentraler Zukunftsweg. Die Folge über 100 Jahre Ausbildung bei Henkelverbindet Tradition mit der Frage, wie junge Menschen heute für Industrie und Technik gewonnen werden können. Das Stipendium TidA – Talente in der Ausbildung richtet den Blick auf Auszubildende, deren Engagement und Entwicklungschancen. Formate wie „komm auf Tour“ oder „Lust auf Handwerk“ zeigen wiederum, dass Berufsorientierung besonders dann wirkt, wenn Jugendliche etwas ausprobieren, eigene Stärken entdecken und Berufe praktisch erleben können.

Damit verschiebt sich der Blick: Nachwuchsgewinnung beginnt nicht erst mit der ausgeschriebenen Stelle. Sie beginnt in Schulen, in Werkstätten, auf Ausbildungsmessen und bei Begegnungen mit Menschen, die ihren Beruf glaubwürdig vermitteln können.

Auch die andere Seite des Arbeitslebens kommt zur Sprache: Bewerbungsgespräche, Jobwechsel, Arbeitsrecht, Krankmeldungen und die Unsicherheit in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Die Folge zur telefonischen Krankschreibung steht beispielhaft für den Anspruch, rechtliche Fragen verständlich und mit Blick auf den betrieblichen Alltag zu erklären.

Das wiederkehrende Fazit: Fachkräftesicherung gelingt nicht durch eine einzelne Maßnahme. Unternehmen müssen Perspektiven schaffen, Kompetenzen entwickeln, Vielfalt ermöglichen und zeigen, wofür sie als Arbeitgeber stehen.

2. Digitalisierung, KI und Kommunikation: Technologie muss im Alltag ankommen

Die „Düsseldorfer Wirtschaft“ spricht über Digitalisierung nicht als abstrakte Zukunftsmusik, sondern anhand konkreter Anwendungen und Erfahrungen. Es geht um Daten, Cyber-Sicherheit, digitale Geschäftsmodelle, hybride Veranstaltungen und die Frage, wie Kommunikation in einer überfüllten Medienwelt Wirkung erzielt.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung in den jüngeren Folgen zur Künstlichen Intelligenz. In der Episode „Management Automation“ reicht der Blick von KI-gestützter Budget- und Ressourcenplanung über Risiko- und Chancenanalysen bis hin zu Frühwarn- und Entscheidungssystemen. Die zentrale Erkenntnis lautet: Die entscheidende Hürde ist oft nicht die Technologie. Sie liegt in der Auswahl sinnvoller Anwendungsfälle, im Aufbau von Kompetenzen und in der Bereitschaft, Arbeitsabläufe tatsächlich zu verändern.

Die Jubiläumsfolge 200 führt diese Perspektive in den Mittelstand: KI und Automatisierung können Finanz- und Reportingprozesse verbessern, aber technischer Nutzen entsteht erst, wenn Mitarbeitende beteiligt und befähigt werden. Digitalisierung ist damit immer auch Organisationsentwicklung.

Zur digitalen Transformation gehört außerdem die Kommunikation. Podcasts, Webinare, hybride Events und professionelle Bildsprache werden als Werkzeuge betrachtet, mit denen Unternehmen Vertrauen, Orientierung und Sichtbarkeit schaffen. Die Folge über Personal Branding macht deutlich, dass Marken nicht nur durch Logos entstehen. Menschen verkörpern Werte und Unternehmenskultur – im Gespräch, im Bild und im täglichen Handeln.

Das wiederkehrende Fazit: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie ist dann erfolgreich, wenn sie Entscheidungen verbessert, Prozesse erleichtert, Menschen mitnimmt und einen erkennbaren Nutzen für Kunden oder Mitarbeitende schafft.

3. Start-ups, Innovation und Kooperation: Neue Ideen brauchen Anschluss

Ein weiterer großer Themenkomplex ist die Düsseldorfer Gründungs- und Innovationsszene. In Kooperation mit der Start-up Unit und der Wirtschaftsförderung wird immer wieder sichtbar, wie vielfältig die Szene ist: von neuen Geschäftsmodellen über digitale Services bis zu Technologien in Gesundheit, Bildung und Industrie.

Die Folgen zur Startup-Woche Düsseldorf und zur Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups kreisen um eine praktische Frage: Wie kann aus gegenseitigem Interesse eine belastbare Kooperation werden? Start-ups bringen oft Geschwindigkeit, neue Perspektiven und technologische Lösungen mit. Mittelständler und Konzerne verfügen über Marktzugang, Erfahrung, Infrastruktur und Kundenbeziehungen. Beides zusammenzuführen, ist anspruchsvoll – und genau deshalb wertvoll.

Folge 205 über das Future Tech Fest 2026 bündelt diesen Themenstrang besonders anschaulich. Rund 300 nationale und internationale Tech-Start-ups präsentierten dort ihre Lösungen. Im Mittelpunkt standen nicht nur KI, HealthTech oder digitale Geschäftsmodelle, sondern vor allem Gespräche, Pitches, Workshops und B2B-Speed-Dating. Innovation wird so nicht als Ausstellungsstück verstanden, sondern als Beziehungsgeschehen.

Das ist eine der stärksten Botschaften des gesamten Podcasts: Kontakte sind kein Nebeneffekt von Innovation, sondern häufig ihre Voraussetzung. Eine neue Geschäftsidee entsteht nicht nur am Schreibtisch. Sie kann in einem Gespräch, bei einer Führung, auf einer Bühne oder durch eine unerwartete Begegnung entstehen.

4. Mittelstand, Krisen und Wettbewerbsfähigkeit: Zwischen Druck und Aufbruch

Die Folgen zeichnen ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage. Unternehmen berichten von steigenden Kosten, Energiepreisen, unsicheren Lieferketten, geopolitischen Risiken, Fachkräftemangel und wachsenden regulatorischen Anforderungen. Themen wie Rezession, Jobangst, Tarifverhandlungen und strategische Neuausrichtung zeigen, wie eng globale Entwicklungen und betriebliche Entscheidungen miteinander verbunden sind.

Die Folge „Wenn Krieg, Kosten und Tarifverhandlungen auf einmal treffen“ beschreibt eine Situation, in der langfristige Planung schwieriger wird und Unternehmen stärker „auf Sicht“ fahren müssen. Die Folge zur wirtschaftlichen Lage Düsseldorfs fragt, ob der Stadt ein Wohlstandsverlust droht. In beiden Fällen geht es nicht um Krisenrhetorik um ihrer selbst willen, sondern um die Frage, welche Entscheidungen unter Unsicherheit möglich bleiben.

Die Jubiläumsfolge 200 bringt die verschiedenen Belastungen zusammen: Kosten, Fachkräfte, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Unternehmensnachfolge lassen sich nicht getrennt voneinander lösen. Auch die strategische Neuausrichtung der ElectronicPartner-Gruppe steht beispielhaft für den Versuch, auf veränderte Märkte nicht nur defensiv zu reagieren. Mehr Kundennähe, neue Geschäftsmodelle und eine stärkere Zukunftsorientierung werden zu strategischen Antworten auf strukturellen Druck.

Das wiederkehrende Fazit: Zukunftsfähigkeit ist kein einzelnes Projekt. Sie entsteht aus der Fähigkeit, das Geschäftsmodell, die Organisation, die Mitarbeitenden und die gesellschaftlichen Erwartungen gemeinsam zu betrachten.

5. Verantwortung, Arbeitswelt und gute Führung: Kultur wird im Alltag sichtbar

Die „Düsseldorfer Wirtschaft“ behandelt Unternehmen nicht nur als ökonomische Einheiten. Immer wieder geht es um Verantwortung: gegenüber Beschäftigten, Kunden, jungen Menschen, der Stadt und der Gesellschaft.

Besonders deutlich wird das in den Gesprächen über mentale Gesundheit, flexible Arbeitsmodelle, Leistungsdruck und Kreativität. Die Folge mit Lisa Charlotte Robben von Saatchi & Saatchi stellt mentale Stärke als Wirtschaftsfaktor heraus. Eine stabile Unternehmenskultur ist demnach keine weiche Ergänzung zur Strategie, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Teams auch unter Veränderungsdruck leistungsfähig und innovativ bleiben.

Verantwortung zeigt sich dabei nicht in großen Leitbildern allein. Sie zeigt sich in der Art, wie geführt wird, wie Konflikte angesprochen werden, wie Arbeitszeiten gestaltet sind, wie Entwicklung ermöglicht wird und wie Unternehmen mit Fehlern oder Belastungen umgehen.

Auch Nachhaltigkeit wird in den Folgen zunehmend als strategisches Thema sichtbar. Sie ist nicht nur eine Frage von Berichten und Vorgaben, sondern kann Kosten senken, Prozesse verbessern, neue Produkte ermöglichen und Wettbewerbsvorteile schaffen.

Das wiederkehrende Fazit: Gute Führung verbindet wirtschaftliche Klarheit mit menschlicher Aufmerksamkeit. Unternehmenskultur ist kein Imageprojekt, sondern die Summe alltäglicher Entscheidungen.

6. Düsseldorf als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort: Zukunft entsteht im Netzwerk

Ein roter Faden der 205 Folgen ist die Stadt selbst. Düsseldorf erscheint als Standort mit starken Unternehmen, einer vielfältigen Branchenstruktur, engagierten Institutionen und einer lebendigen Gründerszene. Gleichzeitig wird deutlich, dass Standortqualität nicht selbstverständlich ist.

Die Serie „Düsseldorfs Zukunft: Aufbruch in die Zukunft“ fragt deshalb, wer die Entwicklung der Stadt gestaltet. Die Antwort der abschließenden Folge 204 ist eindeutig: Zukunft entsteht dort, wo Unternehmen, Hochschulen, Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Organisationen der Wirtschaft zusammenkommen, Wissen teilen und ins Handeln kommen.

Diese Netzwerkperspektive prägt auch die Live-Formate des Podcasts. Die 200. Folge wurde gemeinsam mit dem Podcast „#DIGI DUS“ der Stadtsparkasse Düsseldorf aufgezeichnet. Andere Episoden entstehen auf Veranstaltungen, bei Unternehmensbesuchen oder in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und der Start-up Unit. Der Podcast ist damit nicht nur Beobachter der Stadt, sondern Teil ihrer wirtschaftlichen Öffentlichkeit.

Düsseldorf wird in den Folgen zugleich als Stadt der Chancen und der Aufgaben beschrieben. Talente sollen gewonnen und gehalten werden. Unternehmen brauchen gute Rahmenbedingungen. Hochschulen müssen mit der Praxis verbunden sein. Innovation braucht Räume und Begegnungen. Und wirtschaftliche Stärke muss sich in langfristigen Bleibeperspektiven für Fachkräfte, Familien und Unternehmensnachfolgen ausdrücken.

Das wiederkehrende Fazit: Ein Standort wird nicht allein durch Infrastruktur stark. Er wird stark durch die Qualität seiner Beziehungen.

7. Industriegeschichte, Handwerk und Identität: Herkunft ist kein Gegensatz zur Zukunft

Mit der Serie „Schornsteine & Schicksale“ öffnet der Podcast ein weiteres Kapitel: die Industriegeschichte Düsseldorfs. Die Geschichten von Fritz Henkel, Ernst Sieglin und den Industrieorten Gerresheims zeigen, wie eng Unternehmergeist, technische Ideen, Märkte, Marken und Stadtentwicklung miteinander verbunden sind.

Die historische Perspektive erfüllt dabei mehr als eine Erinnerungsfunktion. Sie macht sichtbar, dass wirtschaftlicher Wandel immer von Menschen ausgeht, die etwas ausprobieren, investieren, Rückschläge verkraften und ihre Ideen in neue Märkte tragen. Die alten Fabrikhallen, Ringofenziegeleien und Verkehrswege werden zu Zeugen einer Stadt, die sich durch industrielle Dynamik verändert hat.

Parallel dazu richtet der Podcast den Blick auf das Handwerk und auf Unternehmen, die heute oft unter dem Begriff „Hidden Champions“ zusammengefasst werden. In den auditiven Betriebserkundungen wird Wirtschaft hörbar: Maschinen, Arbeitsabläufe, Produkte und die Stimmen der Beschäftigten vermitteln ein Bild, das klassische Unternehmenskommunikation häufig nicht leisten kann.

So entsteht ein weiter Wirtschaftsbegriff. Er umfasst den globalen Konzern ebenso wie den Handwerksbetrieb, die junge Gründung ebenso wie das traditionsreiche Familienunternehmen. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern die Frage, welchen Beitrag ein Unternehmen zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung leistet.

Das wiederkehrende Fazit: Wer die Zukunft gestalten will, sollte die eigene Herkunft kennen. Tradition wird dann zur Stärke, wenn sie nicht festhält, sondern Orientierung für Veränderung gibt.

Was von 205 Folgen bleibt

Die 205 Folgen ergeben zusammen kein einheitliches Programm im engen Sinn – und gerade darin liegt ihre Stärke. Der Podcast wechselt zwischen Arbeitsrecht und KI, Ausbildung und Industriegeschichte, Start-ups und Tarifpolitik, Live-Events und Unternehmensporträts. Was die Themen verbindet, ist der Blick auf die Menschen und Entscheidungen hinter den Schlagworten.

Aus der Vielzahl der Gespräche lassen sich fünf übergreifende Schlussfolgerungen ziehen:

  1. Wirtschaft ist Beziehungsarbeit. Kooperationen, Netzwerke und Vertrauen entscheiden mit darüber, ob aus einer Idee ein Projekt wird.
  2. Fachkräfte gewinnt man nicht nur mit Stellenanzeigen. Ausbildung, Orientierung, Kultur und Entwicklungsmöglichkeiten gehören zusammen.
  3. Technologie braucht Übersetzung. KI und Digitalisierung entfalten ihren Wert erst in konkreten Prozessen und mit Menschen, die sie verstehen und mitgestalten.
  4. Krisenfestigkeit entsteht aus Veränderungsfähigkeit. Unternehmen müssen ihr Geschäftsmodell, ihre Organisation und ihre Kompetenzen kontinuierlich weiterentwickeln.
  5. Düsseldorf ist dann zukunftsfähig, wenn der Standort als Gemeinschaft handelt. Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sind aufeinander angewiesen.

Die vielleicht wichtigste Botschaft lautet deshalb: Innovation ist kein Zustand, sondern ein Gespräch, das in Handlung übergeht. Genau dort setzt die „Düsseldorfer Wirtschaft“ an – als Plattform für Stimmen aus Unternehmen, als akustischer Stadtrundgang durch die Wirtschaft und als Einladung, miteinander im Gespräch zu bleiben.

Was unser Körper wirklich braucht: Uli Margies über Bewegung und Ernährung

der Düsseldorfer Sport- und Ernährungsexperte Uli Margies; Foto: Christoph Sochart

Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Insulin und die richtige Ernährung im Alltag: Für Uli Margies gehört Ernährung genauso zu einem gesunden Lebensstil wie Bewegung. Der Düsseldorfer Sportexperte und Medical Fitness Master Trainer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit körperlicher Leistungsfähigkeit, Training und Ernährung. Seine Hauptzielgruppe sind Topmanager und Führungskräfte – deshalb arbeitet er auch eng mit der Unternehmerschaft Düsseldorf zusammen.


Von Christoph Sochart


Wer sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, stößt schnell auf widersprüchliche Empfehlungen. Die einen reduzieren Kohlenhydrate, andere setzen auf viel Eiweiß oder verzichten weitgehend auf Fett. Dazu kommen Begriffe wie Insulin, Blutzuckerspiegel oder glykämischer Index.

Doch was braucht der Körper tatsächlich? Für Uli Margies gibt es darauf keine einfache Ernährungsregel. Sein Ansatz verbindet Bewegung, Training und Ernährung.

Bewegung und Ernährung gehören zusammen

Für Margies lässt sich Ernährung nicht von Bewegung trennen. Als Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer arbeitet er seit vielen Jahren mit Menschen an körperlicher Leistungsfähigkeit. Sein Ansatz richtet sich unter anderem an Führungskräfte, Unternehmer und Unternehmen – auch deshalb gibt es die Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Unternehmerschaft.

Die Ernährungsberatung gehört seit Jahren ebenso zu seinen Tätigkeitsfeldern. Der Fokus liegt auf drei wichtigen Energielieferanten: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße erfüllen im Körper unterschiedliche Aufgaben. Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle und werden unter anderem zu Glukose abgebaut. Fette liefern ebenfalls Energie und übernehmen wichtige Funktionen im Körper. Eiweiß liefert Aminosäuren, die unter anderem für Muskeln, Gewebe und zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt werden.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: „Welchen Nährstoff darf ich essen?“ Viel wichtiger ist, wie die einzelnen Bestandteile zusammenspielen und wie viel Energie der Körper tatsächlich benötigt.

Was hat Insulin damit zu tun?

Kohlenhydrate können den Blutzuckerspiegel erhöhen. Darauf reagiert der Körper unter anderem mit der Ausschüttung von Insulin. Das Hormon hilft dabei, Glukose aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren, wo sie zur Energiegewinnung genutzt oder gespeichert werden kann.

Wie schnell und wie stark der Blutzucker steigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa von Art und Menge der Kohlenhydrate, dem Verarbeitungsgrad und der Zusammensetzung der gesamten Mahlzeit.

Nicht alle Kohlenhydrate sind gleich

Der glykämische Index (GI) beschreibt vereinfacht, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Ein höherer GI steht tendenziell für einen schnelleren Anstieg.

Doch der GI allein entscheidet nicht darüber, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Portionsgröße und Zusammensetzung der gesamten Mahlzeit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ballaststoffe, Eiweiß und Fett können beeinflussen, wie Kohlenhydrate aufgenommen werden.

Ernährung als Kette verstehen

Zwischen dem ersten Bissen und der Nutzung der Energie im Körper liegt eine ganze Kette von Vorgängen: Das Essen wird verdaut, Nährstoffe werden aufgenommen, der Blutzuckerspiegel verändert sich, Hormone reagieren und die Energie wird genutzt oder gespeichert.

Wer diese Zusammenhänge versteht, kann Ernährung bewusster gestalten. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Lebensmittel zu verbieten, sondern um Qualität, Menge, Zusammensetzung und den persönlichen Bedarf.

Wie sieht ein guter Ernährungstag aus?

Eine Ernährung, die für alle Menschen gleichermaßen funktioniert, gibt es nicht. Alter, Bewegung, berufliche Belastung und persönliche Ziele beeinflussen den individuellen Bedarf.

Grundsätzlich kann ein Tag abwechslungsreich gestaltet werden: Zum Frühstück etwa mit Haferflocken, Naturjoghurt oder Quark, Obst und Nüssen. Mittags mit Gemüse, einer Eiweißquelle und Kartoffeln, Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten. Am Abend können Gemüse und eine gute Eiweißquelle durch eine passende Menge Kohlenhydrate ergänzt werden.

Entscheidend ist nicht die Zahl der Mahlzeiten, sondern was zum eigenen Alltag und Energiebedarf passt.

Keine Diät, sondern ein Blick auf den ganzen Menschen

Ernährung sollte nicht als kurzfristige Diät verstanden werden. Sie ist Teil eines größeren Systems aus Bewegung, Energieverbrauch, Regeneration und Alltag. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Was darf ich essen?“ Sondern vielmehr: „Was braucht mein Körper – und wie kann ich das dauerhaft in meinen Alltag integrieren?“

Wem dieser Artikel gefällt, der könnte sich auch für diesen Text interessieren: Schmerzfrei durch Bewegung? Sportwissenschaftler Uli Margies zu Gast bei der Unternehmerschaft Düsseldorf: https://kurzlinks.de/pax1

INFO:

Uli Margies – Bewegung und Gesundheit im Unternehmen

Uli Margies ist Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer in Düsseldorf. Seine Schwerpunkte sind Bewegung, Prävention, funktionelles Training und Ernährungsberatung. Sein Trainingskonzept hat seinen Ursprung im Leistungssport und wurde auf die besonderen Anforderungen von Führungskräften und Beschäftigten übertragen.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Gesundheit im Betrieb. Dabei arbeitet Margies eng mit der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung zusammen. Im Mittelpunkt stehen Bewegung, körperliche Leistungsfähigkeit und die Frage, wie Menschen auch bei hoher beruflicher Belastung gesund bleiben können.

Sein Angebot richtet sich an Vorstände, Topmanager, Unternehmer und Führungskräfte ebenso wie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel ist es, Gesundheitsförderung nicht erst bei Beschwerden beginnen zu lassen, sondern Bewegung und Prävention frühzeitig in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Mit „Health Nutrition“ gehören inzwischen auch Ernährung und Stoffwechselumstellung zu seinem Angebot für Unternehmen und Privatpersonen.

LESEN SIE AUCH ZU DIESEM THEMA: „SCHMERZFREI DURCH BEWEGUNG“: https://unternehmerschaft.wigadi.de/schmerzfrei-durch-bewegung-sportwissenschaftler-uli-margies-zu-gast-bei-der-unternehmerschaft-duesseldorf/

Kurz & kompakt

  • Uli Margies, Düsseldorf
  • Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer
  • Schwerpunkte: Bewegung, Prävention, Medical Fitness und Ernährung
  • Zielgruppen: Topmanager, Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Zusammenarbeit mit derUnternehmerschaft Düsseldorf im Bereich Gesundheit im Betrieb
  • Aktuell:Health Nutrition – Ernährung und Stoffwechselumstellung

Kontakt:
www.regreat.eu
um@regreat.eu
0178.6077887

Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf: OXG und Vodafone erreichen eine Million Haushalte

Michael Jungwirth (links), Mitglied der Geschäftsführung Vodafone und Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf: „Eine Million Mal Glasfaser. Wir machen Tempo beim Ausbau von schnellem Internet.“ Foto: VODAFONE

Von Christoph Sochart

Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt weiter voran. Das Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmen Vodafone und sein Joint Venture OXG haben beim gemeinsamen Ausbau die Marke von einer Million sogenannten „Homes Passed“ erreicht. Damit sind eine Million Haushalte für einen Anschluss an das neue Glasfasernetz erschlossen beziehungsweise erreichbar.

Vodafone bezeichnet das aktuelle Ausbautempo als das zweithöchste im deutschen Markt. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres sollen bereits mehr als 1,2 Millionen Haushalte an das OXG-Netz angeschlossen sein. Der Ausbau soll in den kommenden Jahren weiter beschleunigt werden.

Foto: VODAFONE

Open Access schafft mehr Auswahl

OXG setzt beim Glasfaserausbau auf ein offenes Netz. Das Open-Access-Modell ermöglicht es grundsätzlich, dass mehrere Anbieter die Infrastruktur nutzen können. Für Verbraucherinnen und Verbraucher kann das künftig mehr Auswahl bei Internet-, Telefonie- und TV-Angeboten bedeuten.

Vodafone übernimmt zunächst die Vermarktung der Anschlüsse und bietet entsprechende Dienste über das Netz an. Gleichzeitig soll das offene Modell dazu beitragen, Doppelstrukturen zu vermeiden und die vorhandene Infrastruktur besser auszulasten. Der Ausbau erfolgt eigenwirtschaftlich und damit ohne öffentliche Fördermittel.

„Wir setzen auf offene Netze. Das stärkt Wettbewerb, Auswahl und den digitalen Standort Deutschland“, sagt Dr. Sören Trebst, CEO von OXG.

Glasfaser als Grundlage für die digitale Zukunft

Leistungsfähige Glasfaseranschlüsse sind eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie schaffen stabile Bandbreiten für Homeoffice, Streaming, Gaming, digitale Bildungsangebote und vernetzte Anwendungen in Unternehmen und privaten Haushalten.

Nach Angaben von Vodafone können deutschlandweit inzwischen 15,2 Millionen Haushalte Glasfaserangebote des Unternehmens buchen. Darin enthalten sind neben den gemeinsam mit OXG gebauten Anschlüssen auch Angebote über weitere Partnerschaften, unter anderem mit Deutsche Giganetz und Westconnect.

Insgesamt erreicht Vodafone nach eigenen Angaben 31,3 Millionen Haushalte mit Gigabit-schnellem Internet. Dazu zählen auch Anschlüsse über das Kabelnetz. Der Glasfaseranteil soll durch den weiteren Ausbau mit OXG kontinuierlich wachsen.

Investition in den digitalen Standort Düsseldorf

Für Düsseldorf ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung. Vodafone hat seinen Deutschland-Sitz in der Landeshauptstadt und zählt zu den wichtigsten Unternehmen der regionalen Digital- und Kommunikationswirtschaft. Der Ausbau moderner Netzinfrastruktur stärkt nicht nur die private Nutzung, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, Start-ups und öffentlichen Einrichtungen.

Schnelle und zuverlässige Netze werden zunehmend zu einem Standortfaktor. Sie erleichtern mobiles und hybrides Arbeiten, ermöglichen neue Geschäftsmodelle und schaffen die technische Grundlage für Anwendungen in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Internet of Things und Smart City.

Vodafone plant gemeinsam mit OXG, in den kommenden Jahren bis zu sieben Millionen neue FTTH-Anschlüsse zu bauen. FTTH steht für „Fiber to the Home“ – die Glasfaser wird dabei bis in die Wohnung oder das Gebäude geführt.

Neue Eigentümerstruktur bei OXG erwartet

Auch bei der Eigentümerstruktur von OXG gibt es Veränderungen. Die französische Großbank Société Générale S.A. hat angekündigt, den 50-prozentigen Anteil von Altice an der OXG Glasfaser Beteiligungs-GmbH zu übernehmen. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen regulatorischen Gremien und wird nach Angaben von Vodafone für Ende 2026 erwartet.

Der erreichte Meilenstein zeigt: Der Glasfaserausbau in Deutschland gewinnt an Dynamik. Entscheidend wird nun sein, dass die neuen Anschlüsse möglichst schnell bei den Haushalten ankommen und die Vorteile offener Netze tatsächlich in Form von Auswahl, Wettbewerb und leistungsfähigen Angeboten spürbar werden.

Quelle und weiterführende Informationen: Vodafone Newsroom – Glasfaser von OXG und Vodafone jetzt für eine Million Haushalte