205 Folgen, sieben große Linien: Was die „Düsseldorfer Wirtschaft“ über Unternehmen, Menschen und den Standort erzählt

Von Christoph Sochart

Wer die 205 Folgen der „Düsseldorfer Wirtschaft“, dem Podcast der Unternehmerschaft Düsseldorf,  nicht chronologisch, sondern thematisch betrachtet, erkennt mehr als eine Reihe einzelner Interviews. Über sechs Jahre ist ein fortlaufendes Porträt der Düsseldorfer Wirtschaft entstanden: mit Unternehmerinnen und Unternehmern, Auszubildenden, Gründerinnen und Gründern, Führungskräften, Wissenschaftlern, Verbänden, Verwaltung und vielen Menschen, die den Standort jeden Tag prägen.

Der Podcast der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e. V. fragt dabei selten nur: „Was macht ein Unternehmen?“ Im Mittelpunkt steht meist die größere Frage: Wie kann Wirtschaft in einer sich verändernden Stadt und Welt verantwortlich, wettbewerbsfähig und menschlich bleiben?

Die Antwort zieht sich wie ein roter Faden durch die Folgen: Zukunft entsteht nicht allein durch Technologie oder Kapital. Sie entsteht, wenn Menschen miteinander sprechen, Wissen teilen, Nachwuchs fördern, Risiken eingehen und aus Ideen konkrete Zusammenarbeit machen.

Methodischer Hinweis: Diese Zusammenfassung ist eine redaktionelle Auswertung der öffentlich verfügbaren Episodentitel und Beschreibungstexte der 205 Folgen. Sie ist kein wortgetreues Transkript sämtlicher Audioinhalte, sondern eine thematische Verdichtung wiederkehrender Motive.

Die sieben wiederkehrenden Hauptthemen im Überblick

Themenfeld Die wiederkehrende Leitfrage
1. Menschen, Ausbildung und Fachkräfte Wie finden, entwickeln und halten Unternehmen die Menschen, die sie morgen brauchen?
2. Digitalisierung, KI und Kommunikation Wie wird technischer Wandel vom Schlagwort zur praktischen Verbesserung?
3. Start-ups, Innovation und Kooperation Wie werden aus Ideen, Kontakten und Experimenten neue Geschäfte?
4. Mittelstand, Krisen und Wettbewerbsfähigkeit Wie bleiben Unternehmen handlungsfähig, wenn Planung immer schwieriger wird?
5. Verantwortung, Arbeitswelt und gute Führung Welche Kultur trägt Unternehmen durch Veränderung und Belastung?
6. Düsseldorf als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Was muss eine Stadt leisten, damit Unternehmen, Talente und Ideen bleiben?
7. Industriegeschichte, Handwerk und Identität Woher kommt die wirtschaftliche Stärke Düsseldorfs – und wie wird sie weiterentwickelt?

1. Menschen, Ausbildung und Fachkräfte: Wirtschaft beginnt nicht bei Stellen, sondern bei Potenzialen

Kaum ein Themenstrang kehrt so regelmäßig wieder wie die Frage nach den Menschen hinter den Unternehmen. Fachkräftesicherung wird in den 205 Folgen nicht als isoliertes Recruiting-Problem behandelt, sondern als Zusammenspiel aus Ausbildung, Berufsorientierung, Führung, Unternehmenskultur und persönlicher Entwicklung.

Die duale Ausbildung erscheint dabei als ein zentraler Zukunftsweg. Die Folge über 100 Jahre Ausbildung bei Henkelverbindet Tradition mit der Frage, wie junge Menschen heute für Industrie und Technik gewonnen werden können. Das Stipendium TidA – Talente in der Ausbildung richtet den Blick auf Auszubildende, deren Engagement und Entwicklungschancen. Formate wie „komm auf Tour“ oder „Lust auf Handwerk“ zeigen wiederum, dass Berufsorientierung besonders dann wirkt, wenn Jugendliche etwas ausprobieren, eigene Stärken entdecken und Berufe praktisch erleben können.

Damit verschiebt sich der Blick: Nachwuchsgewinnung beginnt nicht erst mit der ausgeschriebenen Stelle. Sie beginnt in Schulen, in Werkstätten, auf Ausbildungsmessen und bei Begegnungen mit Menschen, die ihren Beruf glaubwürdig vermitteln können.

Auch die andere Seite des Arbeitslebens kommt zur Sprache: Bewerbungsgespräche, Jobwechsel, Arbeitsrecht, Krankmeldungen und die Unsicherheit in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Die Folge zur telefonischen Krankschreibung steht beispielhaft für den Anspruch, rechtliche Fragen verständlich und mit Blick auf den betrieblichen Alltag zu erklären.

Das wiederkehrende Fazit: Fachkräftesicherung gelingt nicht durch eine einzelne Maßnahme. Unternehmen müssen Perspektiven schaffen, Kompetenzen entwickeln, Vielfalt ermöglichen und zeigen, wofür sie als Arbeitgeber stehen.

2. Digitalisierung, KI und Kommunikation: Technologie muss im Alltag ankommen

Die „Düsseldorfer Wirtschaft“ spricht über Digitalisierung nicht als abstrakte Zukunftsmusik, sondern anhand konkreter Anwendungen und Erfahrungen. Es geht um Daten, Cyber-Sicherheit, digitale Geschäftsmodelle, hybride Veranstaltungen und die Frage, wie Kommunikation in einer überfüllten Medienwelt Wirkung erzielt.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung in den jüngeren Folgen zur Künstlichen Intelligenz. In der Episode „Management Automation“ reicht der Blick von KI-gestützter Budget- und Ressourcenplanung über Risiko- und Chancenanalysen bis hin zu Frühwarn- und Entscheidungssystemen. Die zentrale Erkenntnis lautet: Die entscheidende Hürde ist oft nicht die Technologie. Sie liegt in der Auswahl sinnvoller Anwendungsfälle, im Aufbau von Kompetenzen und in der Bereitschaft, Arbeitsabläufe tatsächlich zu verändern.

Die Jubiläumsfolge 200 führt diese Perspektive in den Mittelstand: KI und Automatisierung können Finanz- und Reportingprozesse verbessern, aber technischer Nutzen entsteht erst, wenn Mitarbeitende beteiligt und befähigt werden. Digitalisierung ist damit immer auch Organisationsentwicklung.

Zur digitalen Transformation gehört außerdem die Kommunikation. Podcasts, Webinare, hybride Events und professionelle Bildsprache werden als Werkzeuge betrachtet, mit denen Unternehmen Vertrauen, Orientierung und Sichtbarkeit schaffen. Die Folge über Personal Branding macht deutlich, dass Marken nicht nur durch Logos entstehen. Menschen verkörpern Werte und Unternehmenskultur – im Gespräch, im Bild und im täglichen Handeln.

Das wiederkehrende Fazit: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie ist dann erfolgreich, wenn sie Entscheidungen verbessert, Prozesse erleichtert, Menschen mitnimmt und einen erkennbaren Nutzen für Kunden oder Mitarbeitende schafft.

3. Start-ups, Innovation und Kooperation: Neue Ideen brauchen Anschluss

Ein weiterer großer Themenkomplex ist die Düsseldorfer Gründungs- und Innovationsszene. In Kooperation mit der Start-up Unit und der Wirtschaftsförderung wird immer wieder sichtbar, wie vielfältig die Szene ist: von neuen Geschäftsmodellen über digitale Services bis zu Technologien in Gesundheit, Bildung und Industrie.

Die Folgen zur Startup-Woche Düsseldorf und zur Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups kreisen um eine praktische Frage: Wie kann aus gegenseitigem Interesse eine belastbare Kooperation werden? Start-ups bringen oft Geschwindigkeit, neue Perspektiven und technologische Lösungen mit. Mittelständler und Konzerne verfügen über Marktzugang, Erfahrung, Infrastruktur und Kundenbeziehungen. Beides zusammenzuführen, ist anspruchsvoll – und genau deshalb wertvoll.

Folge 205 über das Future Tech Fest 2026 bündelt diesen Themenstrang besonders anschaulich. Rund 300 nationale und internationale Tech-Start-ups präsentierten dort ihre Lösungen. Im Mittelpunkt standen nicht nur KI, HealthTech oder digitale Geschäftsmodelle, sondern vor allem Gespräche, Pitches, Workshops und B2B-Speed-Dating. Innovation wird so nicht als Ausstellungsstück verstanden, sondern als Beziehungsgeschehen.

Das ist eine der stärksten Botschaften des gesamten Podcasts: Kontakte sind kein Nebeneffekt von Innovation, sondern häufig ihre Voraussetzung. Eine neue Geschäftsidee entsteht nicht nur am Schreibtisch. Sie kann in einem Gespräch, bei einer Führung, auf einer Bühne oder durch eine unerwartete Begegnung entstehen.

4. Mittelstand, Krisen und Wettbewerbsfähigkeit: Zwischen Druck und Aufbruch

Die Folgen zeichnen ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage. Unternehmen berichten von steigenden Kosten, Energiepreisen, unsicheren Lieferketten, geopolitischen Risiken, Fachkräftemangel und wachsenden regulatorischen Anforderungen. Themen wie Rezession, Jobangst, Tarifverhandlungen und strategische Neuausrichtung zeigen, wie eng globale Entwicklungen und betriebliche Entscheidungen miteinander verbunden sind.

Die Folge „Wenn Krieg, Kosten und Tarifverhandlungen auf einmal treffen“ beschreibt eine Situation, in der langfristige Planung schwieriger wird und Unternehmen stärker „auf Sicht“ fahren müssen. Die Folge zur wirtschaftlichen Lage Düsseldorfs fragt, ob der Stadt ein Wohlstandsverlust droht. In beiden Fällen geht es nicht um Krisenrhetorik um ihrer selbst willen, sondern um die Frage, welche Entscheidungen unter Unsicherheit möglich bleiben.

Die Jubiläumsfolge 200 bringt die verschiedenen Belastungen zusammen: Kosten, Fachkräfte, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Unternehmensnachfolge lassen sich nicht getrennt voneinander lösen. Auch die strategische Neuausrichtung der ElectronicPartner-Gruppe steht beispielhaft für den Versuch, auf veränderte Märkte nicht nur defensiv zu reagieren. Mehr Kundennähe, neue Geschäftsmodelle und eine stärkere Zukunftsorientierung werden zu strategischen Antworten auf strukturellen Druck.

Das wiederkehrende Fazit: Zukunftsfähigkeit ist kein einzelnes Projekt. Sie entsteht aus der Fähigkeit, das Geschäftsmodell, die Organisation, die Mitarbeitenden und die gesellschaftlichen Erwartungen gemeinsam zu betrachten.

5. Verantwortung, Arbeitswelt und gute Führung: Kultur wird im Alltag sichtbar

Die „Düsseldorfer Wirtschaft“ behandelt Unternehmen nicht nur als ökonomische Einheiten. Immer wieder geht es um Verantwortung: gegenüber Beschäftigten, Kunden, jungen Menschen, der Stadt und der Gesellschaft.

Besonders deutlich wird das in den Gesprächen über mentale Gesundheit, flexible Arbeitsmodelle, Leistungsdruck und Kreativität. Die Folge mit Lisa Charlotte Robben von Saatchi & Saatchi stellt mentale Stärke als Wirtschaftsfaktor heraus. Eine stabile Unternehmenskultur ist demnach keine weiche Ergänzung zur Strategie, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Teams auch unter Veränderungsdruck leistungsfähig und innovativ bleiben.

Verantwortung zeigt sich dabei nicht in großen Leitbildern allein. Sie zeigt sich in der Art, wie geführt wird, wie Konflikte angesprochen werden, wie Arbeitszeiten gestaltet sind, wie Entwicklung ermöglicht wird und wie Unternehmen mit Fehlern oder Belastungen umgehen.

Auch Nachhaltigkeit wird in den Folgen zunehmend als strategisches Thema sichtbar. Sie ist nicht nur eine Frage von Berichten und Vorgaben, sondern kann Kosten senken, Prozesse verbessern, neue Produkte ermöglichen und Wettbewerbsvorteile schaffen.

Das wiederkehrende Fazit: Gute Führung verbindet wirtschaftliche Klarheit mit menschlicher Aufmerksamkeit. Unternehmenskultur ist kein Imageprojekt, sondern die Summe alltäglicher Entscheidungen.

6. Düsseldorf als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort: Zukunft entsteht im Netzwerk

Ein roter Faden der 205 Folgen ist die Stadt selbst. Düsseldorf erscheint als Standort mit starken Unternehmen, einer vielfältigen Branchenstruktur, engagierten Institutionen und einer lebendigen Gründerszene. Gleichzeitig wird deutlich, dass Standortqualität nicht selbstverständlich ist.

Die Serie „Düsseldorfs Zukunft: Aufbruch in die Zukunft“ fragt deshalb, wer die Entwicklung der Stadt gestaltet. Die Antwort der abschließenden Folge 204 ist eindeutig: Zukunft entsteht dort, wo Unternehmen, Hochschulen, Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Organisationen der Wirtschaft zusammenkommen, Wissen teilen und ins Handeln kommen.

Diese Netzwerkperspektive prägt auch die Live-Formate des Podcasts. Die 200. Folge wurde gemeinsam mit dem Podcast „#DIGI DUS“ der Stadtsparkasse Düsseldorf aufgezeichnet. Andere Episoden entstehen auf Veranstaltungen, bei Unternehmensbesuchen oder in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und der Start-up Unit. Der Podcast ist damit nicht nur Beobachter der Stadt, sondern Teil ihrer wirtschaftlichen Öffentlichkeit.

Düsseldorf wird in den Folgen zugleich als Stadt der Chancen und der Aufgaben beschrieben. Talente sollen gewonnen und gehalten werden. Unternehmen brauchen gute Rahmenbedingungen. Hochschulen müssen mit der Praxis verbunden sein. Innovation braucht Räume und Begegnungen. Und wirtschaftliche Stärke muss sich in langfristigen Bleibeperspektiven für Fachkräfte, Familien und Unternehmensnachfolgen ausdrücken.

Das wiederkehrende Fazit: Ein Standort wird nicht allein durch Infrastruktur stark. Er wird stark durch die Qualität seiner Beziehungen.

7. Industriegeschichte, Handwerk und Identität: Herkunft ist kein Gegensatz zur Zukunft

Mit der Serie „Schornsteine & Schicksale“ öffnet der Podcast ein weiteres Kapitel: die Industriegeschichte Düsseldorfs. Die Geschichten von Fritz Henkel, Ernst Sieglin und den Industrieorten Gerresheims zeigen, wie eng Unternehmergeist, technische Ideen, Märkte, Marken und Stadtentwicklung miteinander verbunden sind.

Die historische Perspektive erfüllt dabei mehr als eine Erinnerungsfunktion. Sie macht sichtbar, dass wirtschaftlicher Wandel immer von Menschen ausgeht, die etwas ausprobieren, investieren, Rückschläge verkraften und ihre Ideen in neue Märkte tragen. Die alten Fabrikhallen, Ringofenziegeleien und Verkehrswege werden zu Zeugen einer Stadt, die sich durch industrielle Dynamik verändert hat.

Parallel dazu richtet der Podcast den Blick auf das Handwerk und auf Unternehmen, die heute oft unter dem Begriff „Hidden Champions“ zusammengefasst werden. In den auditiven Betriebserkundungen wird Wirtschaft hörbar: Maschinen, Arbeitsabläufe, Produkte und die Stimmen der Beschäftigten vermitteln ein Bild, das klassische Unternehmenskommunikation häufig nicht leisten kann.

So entsteht ein weiter Wirtschaftsbegriff. Er umfasst den globalen Konzern ebenso wie den Handwerksbetrieb, die junge Gründung ebenso wie das traditionsreiche Familienunternehmen. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern die Frage, welchen Beitrag ein Unternehmen zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung leistet.

Das wiederkehrende Fazit: Wer die Zukunft gestalten will, sollte die eigene Herkunft kennen. Tradition wird dann zur Stärke, wenn sie nicht festhält, sondern Orientierung für Veränderung gibt.

Was von 205 Folgen bleibt

Die 205 Folgen ergeben zusammen kein einheitliches Programm im engen Sinn – und gerade darin liegt ihre Stärke. Der Podcast wechselt zwischen Arbeitsrecht und KI, Ausbildung und Industriegeschichte, Start-ups und Tarifpolitik, Live-Events und Unternehmensporträts. Was die Themen verbindet, ist der Blick auf die Menschen und Entscheidungen hinter den Schlagworten.

Aus der Vielzahl der Gespräche lassen sich fünf übergreifende Schlussfolgerungen ziehen:

  1. Wirtschaft ist Beziehungsarbeit. Kooperationen, Netzwerke und Vertrauen entscheiden mit darüber, ob aus einer Idee ein Projekt wird.
  2. Fachkräfte gewinnt man nicht nur mit Stellenanzeigen. Ausbildung, Orientierung, Kultur und Entwicklungsmöglichkeiten gehören zusammen.
  3. Technologie braucht Übersetzung. KI und Digitalisierung entfalten ihren Wert erst in konkreten Prozessen und mit Menschen, die sie verstehen und mitgestalten.
  4. Krisenfestigkeit entsteht aus Veränderungsfähigkeit. Unternehmen müssen ihr Geschäftsmodell, ihre Organisation und ihre Kompetenzen kontinuierlich weiterentwickeln.
  5. Düsseldorf ist dann zukunftsfähig, wenn der Standort als Gemeinschaft handelt. Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sind aufeinander angewiesen.

Die vielleicht wichtigste Botschaft lautet deshalb: Innovation ist kein Zustand, sondern ein Gespräch, das in Handlung übergeht. Genau dort setzt die „Düsseldorfer Wirtschaft“ an – als Plattform für Stimmen aus Unternehmen, als akustischer Stadtrundgang durch die Wirtschaft und als Einladung, miteinander im Gespräch zu bleiben.

Was unser Körper wirklich braucht: Uli Margies über Bewegung und Ernährung

der Düsseldorfer Sport- und Ernährungsexperte Uli Margies; Foto: Christoph Sochart

Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Insulin und die richtige Ernährung im Alltag: Für Uli Margies gehört Ernährung genauso zu einem gesunden Lebensstil wie Bewegung. Der Düsseldorfer Sportexperte und Medical Fitness Master Trainer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit körperlicher Leistungsfähigkeit, Training und Ernährung. Seine Hauptzielgruppe sind Topmanager und Führungskräfte – deshalb arbeitet er auch eng mit der Unternehmerschaft Düsseldorf zusammen.


Von Christoph Sochart


Wer sich mit gesunder Ernährung beschäftigt, stößt schnell auf widersprüchliche Empfehlungen. Die einen reduzieren Kohlenhydrate, andere setzen auf viel Eiweiß oder verzichten weitgehend auf Fett. Dazu kommen Begriffe wie Insulin, Blutzuckerspiegel oder glykämischer Index.

Doch was braucht der Körper tatsächlich? Für Uli Margies gibt es darauf keine einfache Ernährungsregel. Sein Ansatz verbindet Bewegung, Training und Ernährung.

Bewegung und Ernährung gehören zusammen

Für Margies lässt sich Ernährung nicht von Bewegung trennen. Als Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer arbeitet er seit vielen Jahren mit Menschen an körperlicher Leistungsfähigkeit. Sein Ansatz richtet sich unter anderem an Führungskräfte, Unternehmer und Unternehmen – auch deshalb gibt es die Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Unternehmerschaft.

Die Ernährungsberatung gehört seit Jahren ebenso zu seinen Tätigkeitsfeldern. Der Fokus liegt auf drei wichtigen Energielieferanten: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße erfüllen im Körper unterschiedliche Aufgaben. Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle und werden unter anderem zu Glukose abgebaut. Fette liefern ebenfalls Energie und übernehmen wichtige Funktionen im Körper. Eiweiß liefert Aminosäuren, die unter anderem für Muskeln, Gewebe und zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt werden.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: „Welchen Nährstoff darf ich essen?“ Viel wichtiger ist, wie die einzelnen Bestandteile zusammenspielen und wie viel Energie der Körper tatsächlich benötigt.

Was hat Insulin damit zu tun?

Kohlenhydrate können den Blutzuckerspiegel erhöhen. Darauf reagiert der Körper unter anderem mit der Ausschüttung von Insulin. Das Hormon hilft dabei, Glukose aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren, wo sie zur Energiegewinnung genutzt oder gespeichert werden kann.

Wie schnell und wie stark der Blutzucker steigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa von Art und Menge der Kohlenhydrate, dem Verarbeitungsgrad und der Zusammensetzung der gesamten Mahlzeit.

Nicht alle Kohlenhydrate sind gleich

Der glykämische Index (GI) beschreibt vereinfacht, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Ein höherer GI steht tendenziell für einen schnelleren Anstieg.

Doch der GI allein entscheidet nicht darüber, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Portionsgröße und Zusammensetzung der gesamten Mahlzeit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ballaststoffe, Eiweiß und Fett können beeinflussen, wie Kohlenhydrate aufgenommen werden.

Ernährung als Kette verstehen

Zwischen dem ersten Bissen und der Nutzung der Energie im Körper liegt eine ganze Kette von Vorgängen: Das Essen wird verdaut, Nährstoffe werden aufgenommen, der Blutzuckerspiegel verändert sich, Hormone reagieren und die Energie wird genutzt oder gespeichert.

Wer diese Zusammenhänge versteht, kann Ernährung bewusster gestalten. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Lebensmittel zu verbieten, sondern um Qualität, Menge, Zusammensetzung und den persönlichen Bedarf.

Wie sieht ein guter Ernährungstag aus?

Eine Ernährung, die für alle Menschen gleichermaßen funktioniert, gibt es nicht. Alter, Bewegung, berufliche Belastung und persönliche Ziele beeinflussen den individuellen Bedarf.

Grundsätzlich kann ein Tag abwechslungsreich gestaltet werden: Zum Frühstück etwa mit Haferflocken, Naturjoghurt oder Quark, Obst und Nüssen. Mittags mit Gemüse, einer Eiweißquelle und Kartoffeln, Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten. Am Abend können Gemüse und eine gute Eiweißquelle durch eine passende Menge Kohlenhydrate ergänzt werden.

Entscheidend ist nicht die Zahl der Mahlzeiten, sondern was zum eigenen Alltag und Energiebedarf passt.

Keine Diät, sondern ein Blick auf den ganzen Menschen

Ernährung sollte nicht als kurzfristige Diät verstanden werden. Sie ist Teil eines größeren Systems aus Bewegung, Energieverbrauch, Regeneration und Alltag. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Was darf ich essen?“ Sondern vielmehr: „Was braucht mein Körper – und wie kann ich das dauerhaft in meinen Alltag integrieren?“

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INFO:

Uli Margies – Bewegung und Gesundheit im Unternehmen

Uli Margies ist Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer in Düsseldorf. Seine Schwerpunkte sind Bewegung, Prävention, funktionelles Training und Ernährungsberatung. Sein Trainingskonzept hat seinen Ursprung im Leistungssport und wurde auf die besonderen Anforderungen von Führungskräften und Beschäftigten übertragen.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Gesundheit im Betrieb. Dabei arbeitet Margies eng mit der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung zusammen. Im Mittelpunkt stehen Bewegung, körperliche Leistungsfähigkeit und die Frage, wie Menschen auch bei hoher beruflicher Belastung gesund bleiben können.

Sein Angebot richtet sich an Vorstände, Topmanager, Unternehmer und Führungskräfte ebenso wie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel ist es, Gesundheitsförderung nicht erst bei Beschwerden beginnen zu lassen, sondern Bewegung und Prävention frühzeitig in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Mit „Health Nutrition“ gehören inzwischen auch Ernährung und Stoffwechselumstellung zu seinem Angebot für Unternehmen und Privatpersonen.

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Kurz & kompakt

  • Uli Margies, Düsseldorf
  • Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer
  • Schwerpunkte: Bewegung, Prävention, Medical Fitness und Ernährung
  • Zielgruppen: Topmanager, Führungskräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Zusammenarbeit mit derUnternehmerschaft Düsseldorf im Bereich Gesundheit im Betrieb
  • Aktuell:Health Nutrition – Ernährung und Stoffwechselumstellung

Kontakt:
www.regreat.eu
um@regreat.eu
0178.6077887

Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf: OXG und Vodafone erreichen eine Million Haushalte

Michael Jungwirth (links), Mitglied der Geschäftsführung Vodafone und Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf: „Eine Million Mal Glasfaser. Wir machen Tempo beim Ausbau von schnellem Internet.“ Foto: VODAFONE

Von Christoph Sochart

Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt weiter voran. Das Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmen Vodafone und sein Joint Venture OXG haben beim gemeinsamen Ausbau die Marke von einer Million sogenannten „Homes Passed“ erreicht. Damit sind eine Million Haushalte für einen Anschluss an das neue Glasfasernetz erschlossen beziehungsweise erreichbar.

Vodafone bezeichnet das aktuelle Ausbautempo als das zweithöchste im deutschen Markt. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres sollen bereits mehr als 1,2 Millionen Haushalte an das OXG-Netz angeschlossen sein. Der Ausbau soll in den kommenden Jahren weiter beschleunigt werden.

Foto: VODAFONE

Open Access schafft mehr Auswahl

OXG setzt beim Glasfaserausbau auf ein offenes Netz. Das Open-Access-Modell ermöglicht es grundsätzlich, dass mehrere Anbieter die Infrastruktur nutzen können. Für Verbraucherinnen und Verbraucher kann das künftig mehr Auswahl bei Internet-, Telefonie- und TV-Angeboten bedeuten.

Vodafone übernimmt zunächst die Vermarktung der Anschlüsse und bietet entsprechende Dienste über das Netz an. Gleichzeitig soll das offene Modell dazu beitragen, Doppelstrukturen zu vermeiden und die vorhandene Infrastruktur besser auszulasten. Der Ausbau erfolgt eigenwirtschaftlich und damit ohne öffentliche Fördermittel.

„Wir setzen auf offene Netze. Das stärkt Wettbewerb, Auswahl und den digitalen Standort Deutschland“, sagt Dr. Sören Trebst, CEO von OXG.

Glasfaser als Grundlage für die digitale Zukunft

Leistungsfähige Glasfaseranschlüsse sind eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie schaffen stabile Bandbreiten für Homeoffice, Streaming, Gaming, digitale Bildungsangebote und vernetzte Anwendungen in Unternehmen und privaten Haushalten.

Nach Angaben von Vodafone können deutschlandweit inzwischen 15,2 Millionen Haushalte Glasfaserangebote des Unternehmens buchen. Darin enthalten sind neben den gemeinsam mit OXG gebauten Anschlüssen auch Angebote über weitere Partnerschaften, unter anderem mit Deutsche Giganetz und Westconnect.

Insgesamt erreicht Vodafone nach eigenen Angaben 31,3 Millionen Haushalte mit Gigabit-schnellem Internet. Dazu zählen auch Anschlüsse über das Kabelnetz. Der Glasfaseranteil soll durch den weiteren Ausbau mit OXG kontinuierlich wachsen.

Investition in den digitalen Standort Düsseldorf

Für Düsseldorf ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung. Vodafone hat seinen Deutschland-Sitz in der Landeshauptstadt und zählt zu den wichtigsten Unternehmen der regionalen Digital- und Kommunikationswirtschaft. Der Ausbau moderner Netzinfrastruktur stärkt nicht nur die private Nutzung, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, Start-ups und öffentlichen Einrichtungen.

Schnelle und zuverlässige Netze werden zunehmend zu einem Standortfaktor. Sie erleichtern mobiles und hybrides Arbeiten, ermöglichen neue Geschäftsmodelle und schaffen die technische Grundlage für Anwendungen in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Internet of Things und Smart City.

Vodafone plant gemeinsam mit OXG, in den kommenden Jahren bis zu sieben Millionen neue FTTH-Anschlüsse zu bauen. FTTH steht für „Fiber to the Home“ – die Glasfaser wird dabei bis in die Wohnung oder das Gebäude geführt.

Neue Eigentümerstruktur bei OXG erwartet

Auch bei der Eigentümerstruktur von OXG gibt es Veränderungen. Die französische Großbank Société Générale S.A. hat angekündigt, den 50-prozentigen Anteil von Altice an der OXG Glasfaser Beteiligungs-GmbH zu übernehmen. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen regulatorischen Gremien und wird nach Angaben von Vodafone für Ende 2026 erwartet.

Der erreichte Meilenstein zeigt: Der Glasfaserausbau in Deutschland gewinnt an Dynamik. Entscheidend wird nun sein, dass die neuen Anschlüsse möglichst schnell bei den Haushalten ankommen und die Vorteile offener Netze tatsächlich in Form von Auswahl, Wettbewerb und leistungsfähigen Angeboten spürbar werden.

Quelle und weiterführende Informationen: Vodafone Newsroom – Glasfaser von OXG und Vodafone jetzt für eine Million Haushalte

Unser Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ live vom Future Tech Fest 2026

(cs) Wir waren mit „Unternehmerschaft im Gespräch“ auf dem Future Tech Fest 2026 im Düsseldorfer Areal Böhler zu Gast. Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Start-ups und etablierten Unternehmen aus Düsseldorf, Neuss, dem Kreis Mettmann, Köln und Gelsenkirchen, unser Live-Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ sowie exklusive Führungen für unsere Mitgliedsunternehmen, organisiert von der Wirtschaftsförderung Düsseldorf.

Eröffnet wurde das Festival von Düsseldorfs Stadtdirektor Burkhard Hintzsche und Landrätin Katharina Reinhold aus dem Rhein-Kreis Neuss. Mit mehr als 5.000 Teilnehmenden, rund 300 nationalen und internationalen Start-ups sowie führenden Köpfen aus Wirtschaft, Technologie und Politik zeigte das Future Tech Fest, wie aus Innovation konkrete industrielle Anwendungen, Pilotprojekte und neue Geschäftsmodelle entstehen.

Unseren Podcast hören Sie auf Ihrer Lieblings-Podcast-Plattform und hier: www.unternehmerschaft.de/podcast.

Adventure School Düsseldorf 2026: MINT-Angebot stößt auf große Nachfrage

Foto: Stiftung

Von Christoph Sochart

728 Kinder und Jugendliche nutzten 48 Workshops zu Künstlicher Intelligenz, Robotik, Naturwissenschaften und Technik – Gesamtprogramm etwa 3,5-fach überbucht

Die Adventure School Düsseldorf 2026 ist mit einer äußerst positiven Bilanz zu Ende gegangen. Besonders groß war die Nachfrage nach den MINT-Angeboten, die in weiten Teilen durch das zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf umgesetzt wurden. 728 Kinder und Jugendliche nahmen an insgesamt 48 Workshops teil und sammelten dabei praktische Erfahrungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Für das MINT-Programm standen 741 Plätze zur Verfügung. Mit 728 Teilnehmenden waren die Angebote nahezu vollständig ausgelastet. Insgesamt wurden 774 Workshopstunden durchgeführt. 30 Referentinnen und Referenten gestalteten das Programm mit einem Umfang von 210 Dozententagen. Die Teilnehmenden kamen dabei auf insgesamt rund 13.200 Teilnehmendenstunden.

„Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie groß das Interesse von Kindern und Jugendlichen an MINT-Themen und Zukunftstechnologien ist“, sagt Ekkehard Hostert vom zdi-Team der Stiftung Pro Ausbildung. „In den Workshops konnten die Teilnehmenden nicht nur zuhören, sondern selbst ausprobieren, tüfteln und Lösungen entwickeln. Genau diese praktischen Erfahrungen machen MINT greifbar und können wichtige Impulse für die weitere Bildungs- und Berufsorientierung geben.“

Das Angebot der Adventure School richtete sich an Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse. Die Workshops ermöglichten altersgerechte Zugänge zu einem breiten Themenspektrum – von Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität über Robotik und Programmierung bis hin zu naturwissenschaftlichen Experimenten, Nachhaltigkeit und kreativen Technikprojekten. Im Mittelpunkt standen das eigenständige Arbeiten, Teamarbeit und das Entwickeln eigener Ideen.

Auch über den MINT-Bereich hinaus war die Adventure School stark nachgefragt. Für das Gesamtprogramm lagen 1.183 Anmeldungen vor. Das Angebot war damit in diesem Jahr nach Angaben der Veranstalter etwa 3,5-fach überbucht. Im Sommer 2025 hatte der entsprechende Überbuchungsfaktor noch bei etwa 2,1 gelegen.

Foto: Stiftung

„Die Entwicklung der Nachfrage ist ein klares Signal“, betont Hostert. „Kinder und Jugendliche wollen Zukunft nicht nur erklärt bekommen – sie wollen sie verstehen und mitgestalten. Dafür brauchen sie Orte, an denen sie unabhängig von ihrer Herkunft Zugang zu digitalen Kompetenzen, Technik und naturwissenschaftlichem Denken erhalten. Die Adventure School schafft genau solche Erfahrungsräume.“

„MINT-Bildung darf keine Frage des Elternhauses sein“, erklärt Christoph Sochart, Geschäftsführer der Stiftung Pro Ausbildung. „Wenn wir über Fachkräftesicherung und die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts sprechen, müssen wir früh ansetzen. Begeisterung entsteht dort, wo Kinder selbst aktiv werden dürfen – wenn aus einer Idee ein Roboter, ein Programm oder ein funktionierendes Experiment wird. Die Adventure School hat auch in diesem Jahr gezeigt, welches Potenzial in solchen Angeboten steckt.“

Die Adventure School Düsseldorf wird von der Landeshauptstadt Düsseldorf organisiert und in weiten Teilen durch das zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf umgesetzt. Das Ferienprogramm verbindet Bildung, praktisches Erleben und Berufsorientierung und eröffnet Kindern und Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen, die ihre Zukunft prägen werden.

Zahlen und Fakten zum MINT-Programm 2026

  • 741 verfügbare Plätze
  • 728 Teilnehmende
  • 48 Workshops
  • 30 Referentinnen und Referenten
  • 210 Dozententage
  • 774 Workshopstunden
  • 13.200 Teilnehmendenstunden

Zahlen für die gesamte Adventure School 2026

  • 1.183 angemeldete Teilnehmende
  • Das Gesamtprogramm war damit etwa 3,5-fach überbucht.
  • Im Sommer 2025 lag der Überbuchungsfaktor noch bei etwa 2,1.

Über die Adventure School Düsseldorf

Die Adventure School ist ein Ferienbildungsangebot der Landeshauptstadt Düsseldorf für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse. In den letzten drei Wochen der Sommerferien können Kinder und Jugendliche kostenfrei an Workshops aus unterschiedlichen Themenbereichen teilnehmen. Das Programm verbindet praktische Erfahrungen, kreatives Arbeiten und Zukunftsorientierung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Angeboten aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. www.portal-adventure-school.de

Unternehmen im Fluss: Der Rhein verbindet – trotz Niedrigwasser

Organisator Stephan Schneider (Digitale Stadt Düsseldorf) mit der Neusser Unternehmerin Jutta Zülow (rechts) und Nina Luig, Geschäftsführerin der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt. Foto: Christoph Sochart

Von Christoph Sochart

„Volle Hütte“ mit rund 600 Gästen bei der Veranstaltung „Unternehmen im Fluss – Der Rhein verbindet“. Der Abend brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Stadtgesellschaft, Wissenschaft und Sicherheitsbereich zusammen und widmete sich zentralen Fragen unserer Zeit: Wie können Unternehmen, Infrastruktur und Gesellschaft widerstandsfähiger werden? Welche Bedeutung haben physische und digitale Sicherheit für den Wirtschaftsstandort? Und welche Rolle spielen Innovationen und Start-ups bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen?

Die Veranstaltung der Digitalen Stadt Düsseldorf, der Unternehmerschaft Düsseldorf, dem Rhein-Kreis Neuss und weiteren Partnern fand an Bord der MS RheinMagie statt. Geplant war ein gemeinsamer Abend auf dem Rhein, der Düsseldorf und Köln miteinander verbinden sollte. Wegen des anhaltenden Niedrigwassers konnte das KD-Schiff jedoch nicht nach Düsseldorf fahren. Die Veranstaltung fand deshalb nur in Köln statt. Für die Düsseldorfer Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde ein kostenloser Bus-Shuttle organisiert.

Die kurzfristige Änderung des Veranstaltungsortes tat der Bedeutung des Abends keinen Abbruch. Im Gegenteil: Das Niedrigwasser führte sehr konkret vor Augen, wie abhängig Wirtschaft, Infrastruktur und Mobilität von verlässlichen Rahmenbedingungen und einer leistungsfähigen Infrastruktur sind. Der Rhein ist Verkehrsweg, Wirtschaftsraum und verbindendes Element zugleich. Wenn sich seine Bedingungen verändern, sind davon nicht nur die Schifffahrt, sondern auch Unternehmen, Lieferketten, Logistik und regionale Verbindungen betroffen.

600 geladene Gäste amüsierten sich prächtig auf der „RheinMagie“. Foto: Christoph Sochart

Ein Abend im Zeichen der Sicherheit

Nach dem Veranstaltungsbeginn standen zunächst strategische Fragen der Sicherheits- und Innovationspolitik im Mittelpunkt. Die Keynote hielt Rene Gassen, Direktor vom Bundesamt für Ausrüstung der Bundeswehr. In seinem Beitrag ging es um die Bedeutung von Innovation, technologischer Entwicklung und vorausschauendem Handeln in einer Zeit, in der sich Sicherheitslagen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen schnell verändern.

Ein Grußwort sprach Andreas Feicht, CEO der RheinEnergie. Die Energieversorgung gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort. Unternehmen benötigen sichere, bezahlbare und belastbare Energie – ebenso wie eine Infrastruktur, die auch in Krisensituationen handlungsfähig bleibt.

Im Anschluss folgte eine Talkrunde zum Thema „Physical Defence“. Dabei wurde deutlich, dass Sicherheit nicht erst bei einer akuten Krise beginnt. Der Schutz von Verkehrswegen, Energieversorgung, Häfen, Produktionsstandorten und kritischer Infrastruktur ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

An der Gesprächsrunde nahmen Susanne Fabry, Vorständin der RheinEnergie, Karen Florschütz, Sicherheitsexpertin, Markus Bangen, CEO der Duisburger Hafen AG, sowie Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Moderation), Mitglied des Europäischen Parlaments, teil.

Cyber Defence: Digitale Sicherheit ist Wirtschaftsschutz

Ein zweiter Schwerpunkt lag auf dem Thema „Cyber Defence“. Die Digitalisierung eröffnet Unternehmen neue Chancen, schafft zugleich aber neue Angriffsflächen. Produktionsprozesse, Logistik, Energieversorgung, Verwaltung und Kommunikation sind heute eng miteinander vernetzt. Ein Cyberangriff kann deshalb weitreichende Folgen haben – für einzelne Unternehmen ebenso wie für ganze Lieferketten und Regionen.

Die Talkrunde verband wissenschaftliche, unternehmerische und sicherheitspolitische Perspektiven. Diskutiert wurde unter anderem mit Dr. Michael Karl vom Institut für KI-Sicherheit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Tim Seil, Public Affairs Manager Defence & Security der Daimler Truck AG, und Steffen Bauer, CEO der HGK AG. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Markus Hartmann, Leitender Oberstaatsanwalt und Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen.

Die Diskussion machte deutlich: Digitale Sicherheit ist kein reines IT-Thema. Sie betrifft die Geschäftsführung, die Beschäftigten, die Organisation von Lieferketten und die Verantwortung gegenüber Kunden und Partnern. Unternehmen müssen Risiken erkennen, Schutzmaßnahmen entwickeln und sich auf den Ernstfall vorbereiten. Gleichzeitig braucht es einen engen Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Sicherheitsbehörden und Politik.

Start-ups bringen neue Perspektiven ein

Neben den großen strategischen Fragen erhielten auch junge Unternehmen eine Bühne. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Start-ups vorgestellt, die mit neuen Technologien, Geschäftsmodellen und Ideen an den Herausforderungen von morgen arbeiten.

Gerade diese Verbindung von etablierten Unternehmen, öffentlichen Institutionen und jungen Innovationsunternehmen ist für einen starken Wirtschaftsstandort entscheidend. Start-ups bringen Tempo, neue Denkweisen und technologische Lösungen ein. Etablierte Unternehmen verfügen über Erfahrung, Marktkenntnis und belastbare Strukturen. Wenn beide Seiten zusammenarbeiten, können daraus tragfähige Lösungen für die Praxis entstehen.

Der Rhein als Wirtschafts- und Lebensraum

Der Titel der Veranstaltung – „Der Rhein verbindet“ – war auch unter den besonderen Bedingungen des Abends passend gewählt. Der Rhein verbindet Städte und Regionen, Unternehmen und Märkte, Menschen und Ideen. Zugleich erinnert das anhaltende Niedrigwasser daran, dass diese Verbindung nicht selbstverständlich ist.

Der Rhein ist eine zentrale Verkehrs- und Wirtschaftsachse. Der Hafenstandort Duisburg, die Logistikregion am Niederrhein, die Unternehmen in Düsseldorf und Köln sowie zahlreiche weitere Betriebe entlang des Flusses sind eng miteinander verflochten. Veränderungen am Rhein wirken sich deshalb unmittelbar auf Mobilität, Versorgung und Wertschöpfung aus.

Die Tatsache, dass das Schiff nicht nach Düsseldorf fahren konnte, war somit mehr als eine organisatorische Einschränkung. Sie war ein anschauliches Beispiel dafür, wie eng wirtschaftliche Entwicklung mit Infrastruktur, Umweltbedingungen und Resilienz verbunden ist. Ein leistungsfähiger Standort muss nicht nur Wachstum ermöglichen, sondern auch mit Veränderungen und Störungen umgehen können.

Unternehmerschaft im Gespräch: Michael Grütering, Christoph Sochart, Christina Moeser (von rechts). Fotomontage: cs

Unternehmerschaft im Gespräch

Für die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. bot der Abend eine wichtige Gelegenheit zum Austausch. Die Gespräche an Bord und am Veranstaltungsort zeigten, wie groß der Bedarf an Vernetzung und an gemeinsamen Lösungen ist.

Unternehmen stehen vor Herausforderungen, die sich nicht isoliert lösen lassen. Fragen der Energieversorgung, des Hochwasserschutzes, der Logistik, der Cybersicherheit und der Fachkräftesicherung berühren viele Branchen gleichzeitig. Umso wichtiger sind Formate, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und den persönlichen Dialog ermöglichen.

Die Unternehmerschaft versteht sich als Stimme der Unternehmen in Düsseldorf und Umgebung. Dazu gehört auch, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, relevante Akteure miteinander zu vernetzen und die Interessen der Wirtschaft in gesellschaftliche Debatten einzubringen.

„Unternehmen im Fluss – Der Rhein verbindet“ hat gezeigt, wie eng Sicherheit, Infrastruktur, Digitalisierung und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden sind. Die Veranstaltung bot fachliche Impulse, kontroverse Perspektiven und Raum für persönliche Begegnungen.

Die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. freut sich, bei diesem wichtigen Austausch dabei gewesen zu sein. Denn ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort entsteht dort, wo Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft miteinander im Gespräch bleiben.

Future Tech Fest 2026: Wo Start-ups und etablierte Unternehmen aufeinandertreffen

Innovation erleben, Kontakte knüpfen und neue Geschäftsideen entdecken: Am 10. September wird das AREAL BÖHLER in Düsseldorf zum Treffpunkt der internationalen Start-up- und Technologieszene. Die Unternehmerschaft Düsseldorf lädt ihre Mitglieder zu einer exklusiven Führung über das Future Tech Fest ein.


Von Christoph Sochart


Wie können etablierte Unternehmen und innovative Start-ups voneinander profitieren? Und welche Technologien werden Wirtschaft und Arbeitswelt in den kommenden Jahren verändern? Antworten auf diese Fragen will das Future Tech Fest 2026 geben. Die Veranstaltung am 10. September im AREAL BÖHLER in Düsseldorf ist eine Kombination aus B2B-Expo, Konferenz, Networking und Start-up-Pitches. Mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet. Rund 300 nationale und internationale Tech-Start-ups präsentieren ihre Lösungen.

Für Unternehmen aus Düsseldorf bietet die Unternehmerschaft Düsseldorf einen besonderen Zugang: Mitglieder können an einer exklusiven, geführten Tour teilnehmen. Von 11 bis 13 Uhr geht es gemeinsam über das Festivalgelände. Dabei werden ausgewählte Start-ups und deren Lösungen vorgestellt. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, direkt mit Gründerinnen und Gründern ins Gespräch zu kommen und Kontakte für mögliche Kooperationen zu knüpfen.

Beliebt: unsere Führung beim Future Tech Fest. Foto: Christoph Sochart

Ein ganzer Tag im Zeichen von Technologie und Innovation

Das Programm des Future Tech Fest beginnt bereits am Morgen und läuft über den gesamten Tag. Die Expo öffnet um 8.00 Uhr, ab 8.30 Uhr gibt es ein kostenloses Frühstück. Auf mehreren Bühnen stehen anschließend Technologie, Unternehmertum, künstliche Intelligenz, Gesundheit, Bildung und weitere Zukunftsthemen im Mittelpunkt.

Auf der Main Stage beginnt das Programm um 10 Uhr. Nach der Eröffnung folgt um 10.30 Uhr ein Beitrag von Prof. Michael Groß. Um 11.10 Uhr geht es in einem HealthTech-Panel um Entwicklungen im Gesundheitsbereich. Am Mittag steht ein Panel zur Künstlichen Intelligenz auf dem Programm. Am Nachmittag folgen unter anderem Auftritte von Ana Ivanović, Unternehmer und Investor Tillman Schulz sowie Sara Nuru. Den Abschluss des offiziellen Bühnenprogramms bildet am Abend die Aftershow-Party.

Eine wichtige Rolle spielt die Startup Stage. Hier können junge Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und Ideen vor Publikum präsentieren. Die ersten Pitch-Runden starten bereits um 10.40 Uhr. Es folgen weitere Pitch-Runden am Mittag und Nachmittag. Ergänzt wird das Programm durch sogenannte „Fuck Up Stories“, bei denen Gründerinnen und Gründer über Erfahrungen, Fehler und Rückschläge auf ihrem Weg sprechen. Am späten Nachmittag treten die Finalisten im letzten Pitch gegeneinander an. Um 17.40 Uhr werden die Gewinnerinnen und Gewinner der Startup Pitches ausgezeichnet.

Kontakte statt Visitenkarten sammeln

Auf der Vision Stage steht vor allem die Vernetzung im Mittelpunkt. Bereits um 10.30 Uhr startet ein B2B-Speed-Dating. Unternehmen, Start-ups und weitere Akteure können dabei gezielt neue Geschäftskontakte knüpfen. Später folgen unter anderem die Vorstellung des deutschen IHK-/AHK-Netzwerks, ein Programmpunkt zum Thema „Education becomes future“, ein Beitrag von Prof. Anja Karlshaus sowie am Nachmittag der European AI Summit.

Auch Workshops gehören zum Programm. Die beiden Workshop-Bereiche öffnen um 10.45 beziehungsweise 11 Uhr. Im Mittelpunkt stehen dabei praktische Einblicke und die Möglichkeit, sich intensiver mit konkreten Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Mehr als 250 Start-ups in der Expo

Herzstück des Future Tech Fest ist die große Expo. Dort können Besucherinnen und Besucher die digitalen Innovationen von mehr als 250 nationalen und internationalen Tech-Start-ups unmittelbar kennenlernen. Der Veranstalter spricht für 2026 sogar von rund 300 ausstellenden Start-ups. Im Investors & Corporate Lounge sind zudem persönliche 1:1-Gespräche mit interessanten Kontakten möglich.

Damit bietet das Future Tech Fest gerade für etablierte Unternehmen interessante Anknüpfungspunkte. Wer neue Technologien sucht, digitale Prozesse weiterentwickeln möchte oder nach innovativen Geschäftsideen Ausschau hält, kann hier direkt mit den Entwicklern und Gründern hinter den Lösungen sprechen.

Exklusive Führung für Mitglieder der Unternehmerschaft

Genau hier setzt die gemeinsame Veranstaltung der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Unternehmerschaft Düsseldorf an. Die exklusive Führung soll den Zugang zur Start-up-Szene erleichtern und gezielt Verbindungen zwischen etablierten Unternehmen und jungen Technologieunternehmen schaffen.

Treffpunkt ist am Donnerstag, 10. September 2026, um 11 Uhr im AREAL BÖHLER. Die Führung dauert bis etwa 13 Uhr. Anschließend können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das gesamte Future Tech Fest weiter besuchen und das umfangreiche Programm nutzen.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei und exklusiv für Mitglieder der Unternehmerschaft Düsseldorf. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine verbindliche Anmeldung ist daher erforderlich.

Das Wichtigste auf einen Blick

Future Tech Fest 2026
Donnerstag, 10. September 2026
AREAL BÖHLER, Hansaallee 321, 40549 Düsseldorf
Exklusive Führung der Unternehmerschaft: 11 bis 13 Uhr

Das Future Tech Fest ist von morgens bis abends geöffnet. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Programm findet überwiegend auf Englisch statt, da zahlreiche internationale Aussteller und Gäste erwartet werden.

Für die Düsseldorfer Wirtschaft ist das Festival damit nicht nur eine Leistungsschau neuer Technologien, sondern vor allem eine Gelegenheit, Innovation konkret zu erleben, neue Kontakte zu knüpfen und mögliche Kooperationen zwischen Mittelstand und Start-up-Szene anzustoßen.

Das vollständige Programm des Future Tech Fest 2026

ElectronicPartner setzt auf Zukunftsthemen und Zusammenarbeit auf der IFA 2026

Alle Fotos: ELECTRONICPARTNER

Von Christoph Sochart

Die IFA 2026 hat erneut gezeigt, wie dynamisch sich die Welt der Consumer Electronics und Home Appliances entwickelt. Für unser Mitgliedsunternehmen ElectronicPartner standen dabei nicht nur neue Technologien im Mittelpunkt. Ebenso wichtig waren der persönliche Austausch innerhalb der Branche und die Frage, wie der Fachhandel die aktuellen Veränderungen aktiv mitgestalten kann.

Eigener IFA-Empfang für Mitglieder

Bereits am Donnerstagabend, noch vor dem offiziellen Messebeginn, lud ElectronicPartner seine Mitglieder aus dem EP:Fachhandel sowie aus weiteren Vertriebslinien und erstmals auch die MEDIMAX-Franchisepartner zu einem eigenen IFA-Empfang ein.

„Gemeinsam haben wir uns auf die kommenden Tage eingestimmt und konnten in den direkten Austausch miteinander gehen. Gerade jetzt, wo sich so viel in der Branche, der Welt, aber auch bei uns in der Verbundgruppe tut, wollen wir jede Gelegenheit nutzen, um persönlich ins Gespräch zu kommen und direktes Feedback zu erhalten“, erklärte ElectronicPartner-Vorstand Patrick van Tent.

Der Empfang bot Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Kontakte zu vertiefen und gemeinsame Perspektiven auf die Zukunft des Fachhandels zu entwickeln.

Gemeinsamer Auftritt in der IFA Retail Zone

Eine Premiere war der gemeinsame Stand von ElectronicPartner, Expert und Euronics in der IFA Retail Zone des CityCubes. Der Messeauftritt unterstrich die Bedeutung des kooperierten Fachhandels in der aktuellen Branchenlandschaft und machte gemeinsame Interessen sichtbar.

Dazu gehört unter anderem das Thema Recht auf Reparatur. Für den Fachhandel ist es entscheidend, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auch künftig kompetente Beratung, Reparaturmöglichkeiten und verlässlichen Service erhalten. Der gemeinsame Auftritt zeigte, dass die Verbundgruppen bei zentralen Branchenthemen den Schulterschluss suchen.

Service als entscheidendes Differenzierungsmerkmal

Ein weiteres Zeichen für die Zusammenarbeit innerhalb der Branche war die Pressekonferenz der Service-Allianz am 4. September. Die Verbundgruppen EK Retail, Telering, Euronics und ElectronicPartner stellten dabei zukünftige Schwerpunkte und erste konkrete Schritte vor.

„Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Service vom Kunden als signifikantes Differenzierungsmerkmal des Fachhandels wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Dafür braucht es eine gemeinsame Stimme sowie ein leistungsfähiges Netzwerk, qualifizierte Fachkräfte und verlässliche Prozesse“, betonte Matthias Assmann.

Die Service-Allianz arbeitet dabei mit verschiedenen Partnern zusammen. Dazu gehören Weyrauch Repair, Krix Academy, ASWO und Wertgarantie, Küsters Kaffeeservice, smartsecur und mySWOOP. Gemeinsam sollen Strukturen und Angebote weiterentwickelt werden, die den Fachhandel beim Ausbau seiner Serviceleistungen unterstützen.

Robotik erreicht den Fachhandel

Zu den auffälligsten Trends der diesjährigen IFA gehörte das Thema Robotik. Auch ElectronicPartner ist in dieses Geschäftsfeld eingestiegen und präsentierte gemeinsam mit Terra Robotics verschiedene Lösungen am eigenen Messestand.

Parallel dazu startete im MEDIMAX Berlin-Pankow eine erste Pilotfläche mit drei Robotern. Gezeigt werden ein autonomer Reinigungsroboter für größere Flächen, ein Empfangsroboter für Gastronomie, Hotellerie und Handel sowie ein intelligenter Kehrroboter für Industrie- und Gewerbeanwendungen.

„Wir sind überzeugt, dass der Fachhandel bei der Heranführung der Kunden an dieses neue Produktfeld sowie bei der langfristigen Betreuung der Geräte eine wichtige Rolle spielen wird. Innovationen müssen nicht nur verfügbar sein – sie müssen verständlich erklärt, eingeordnet und auf den konkreten Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher übertragen werden“, erklärte Matthias Assmann.

Damit wird deutlich, welche Rolle dem Fachhandel bei neuen Technologien zukommt: Er stellt nicht nur Produkte bereit, sondern schafft Orientierung, erklärt Anwendungsmöglichkeiten und begleitet Kundinnen und Kunden auch nach dem Kauf.

Zukunft entsteht durch Kooperation

Die IFA bleibt damit ein zentraler Treffpunkt für Hersteller, Handel und weitere Branchenakteure. Für ElectronicPartner bietet die Messe die Möglichkeit, Trends frühzeitig zu erkennen, Kontakte zu vertiefen und gemeinsam mit Partnern die Entwicklungen im Fachhandel einzuordnen.

Der gemeinsame Auftritt der Verbundgruppen und die Arbeit der Service-Allianz zeigen: Die Zukunft des Fachhandels entsteht nicht durch Isolation, sondern durch Zusammenarbeit und Dialog. Gerade bei Themen wie Reparatur, Service und Robotik sind gemeinsame Standards, qualifizierte Fachkräfte und ein enger Austausch innerhalb der Branche entscheidend.

ElectronicPartner setzt damit auf Zukunftsthemen, Kooperation und die Stärke des Fachhandels. Für unser Mitgliedsunternehmen ist die IFA 2026 deshalb nicht nur eine Bühne für neue Technologien, sondern auch ein wichtiger Ort, um die nächsten Schritte für eine kundennahe und leistungsfähige Branche zu entwickeln.

Wir sind dabei bei „Unternehmen im Fluss“

Die Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. ist bei „Unternehmen im Fluss – Der Rhein verbindet“ dabei. Die Veranstaltung findet am 8. September 2026 an Bord der MS RheinMagie statt.

Im Mittelpunkt stehen aktuelle Fragen rund um Physical Defence, Cyber Defence und Innovationen. Keynotes, Talkrunden mit hochkarätigen Gästen sowie die Vorstellung von Start-ups bieten Raum für wichtige Impulse und persönliche Gespräche.

Der Veranstaltungsabend beginnt um 17:00 Uhr in Köln und endet mit einem Get-together bei Buffet und Getränken. Für Düsseldorfer Teilnehmerinnen und Teilnehmer steht ein kostenloser Bus-Shuttle ab der Rotterdamer Straße zur Verfügung.

Wir freuen uns auf den Austausch und viele spannende Gespräche entlang des Rheins.

Weitere Informationen zum Programm

New York ist wieder näher – eine Chance für Düsseldorf

Im Pressegespräch (von rechts): Flughafenchef Lars Redeligx, US-Generalkonsulin Preeti V. Shah und Christian Vernet, CEO „La Compagnie“; Fotos: Christoph Sochart

Von Christoph Sochart

Es gibt Nachrichten, die zunächst wie eine Meldung aus der Verkehrspolitik klingen – und bei genauerem Hinsehen eine viel größere Bedeutung haben. Die angekündigte neue Direktverbindung von Düsseldorf nach New York gehört für mich eindeutig dazu.

Ab dem Frühjahr 2027 fliegt die französische Airline La Compagnie fünfmal pro Woche nonstop von Düsseldorf nach New York-Newark. Der erste Flug ist für den 21. April 2027 geplant. Für unseren Flughafen, für die Region und vor allem für die internationale Ausrichtung unseres Wirtschaftsstandortes ist das eine bemerkenswerte Nachricht.

New York ist nicht einfach nur ein attraktives Reiseziel. New York ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentren der Welt. Eine direkte Verbindung dorthin verkürzt Wege, erleichtert persönliche Begegnungen und schafft neue Möglichkeiten für Unternehmen, Investoren, Messegäste und Veranstalter.

Sehr kuschelig: per Smart-Business nach New York. Foto: Christoph Sochart

Eine Region mit engen transatlantischen Verbindungen

In der Region Düsseldorf gibt es rund 700.000 Betriebe. Zugleich sind in Nordrhein-Westfalen mehr als 1.700 US-Unternehmen ansässig. Diese Zahlen machen deutlich: Die Verbindung zwischen unserer Region und den Vereinigten Staaten ist längst eng und vielfältig. Sie reicht von Industrie und Handel über Technologie und Dienstleistungen bis hin zu Messe, Kongress und Kultur.

Nordrhein-Westfalen exportierte allein im Jahr 2025 Waren im Wert von 15,5 Milliarden Euro in die USA. Die Vereinigten Staaten sind damit der wichtigste außereuropäische Absatzmarkt der nordrhein-westfälischen Wirtschaft.

Eine direkte Flugverbindung kann diese Beziehungen nicht allein begründen. Aber sie kann ihnen einen neuen Schub geben. Geschäftsreisen werden einfacher planbar, amerikanische Gäste erreichen Düsseldorf ohne Umstieg, und Unternehmen erhalten einen weiteren direkten Zugang zum US-Markt.

Der Flughafen-Chef Lars Redeligx hat deshalb zu Recht von einer „neuen Chance für den Wirtschaftsstandort“ gesprochen. Auch für Düsseldorf als Messe-, Kongress- und Veranstaltungsstandort ist die Verbindung ein starkes Signal.

Mit dem neuen A321neo nach New York; Foto: Christoph Sochart

Ein ungewöhnliches Angebot

La Compagnie bringt ein besonderes Konzept nach Düsseldorf: Die Fluggesellschaft bietet ausschließlich Business-Class-Sitze an. Zum Einsatz soll ein neuer Airbus A321neo LR mit 76 Plätzen kommen. Alle Sitze lassen sich in flache Betten verwandeln. Hinzu kommen WLAN, Lounge-Zugang, ein persönlicher Service sowie Speisen und Getränke auf Business-Class-Niveau.

Das ist kein Massenprodukt – und genau darin liegt die Chance. Die Airline positioniert sich zwischen klassischer Linienfluggesellschaft und exklusiver Boutique-Airline. Für Geschäftsreisende kann dieses Angebot attraktiv sein, insbesondere dann, wenn Zeitersparnis, Ruhe und ein verlässlicher Service entscheidend sind.

Auch für private Reisende mit einem besonderen Anspruch kann die Verbindung interessant sein. Für den Wirtschaftsstandort ist aber vor allem entscheidend, dass die Strecke von Unternehmen, Messen und internationalen Gästen angenommen wird.

Die entscheidende Frage lautet: Trägt die Strecke?

Bei aller Freude über die neue Verbindung sollte man deshalb realistisch bleiben. Eine Direktverbindung ist zunächst eine Chance – noch kein wirtschaftlicher Erfolg. Die Strecke muss sich dauerhaft rechnen. Fünf Flüge pro Woche brauchen eine ausreichende Nachfrage, und diese Nachfrage muss aus der Region kommen.

Man kann daher nur hoffen, dass die Verbindung auch ökonomisch funktioniert. Dafür braucht es mehr als gute Nachrichten und schöne Bilder vom Erstflug. Unternehmen müssen die Strecke nutzen. Veranstalter und Messegesellschaften müssen sie in ihre internationale Planung einbeziehen. Wirtschaftsförderung, Kammern, Verbände und Politik sollten gemeinsam dazu beitragen, dass Düsseldorf und die Region in New York sichtbar werden – und umgekehrt.

Auch die amerikanische Seite ist gefordert. Die neue Verbindung muss nicht nur Reisende aus Nordrhein-Westfalen nach New York bringen. Sie muss ebenso amerikanische Unternehmen, Investoren, Fachkräfte, Messebesucher und Touristen nach Düsseldorf und in die Region führen.

Ein Standortvorteil, den wir aktiv nutzen müssen

Im Pressegespräch haben Flughafen-Chef Lars Redeligx, US-Generalkonsulin Preeti V. Shah und Christian Vernet, CEO von La Compagnie, die Bedeutung der neuen Verbindung unterstrichen. Das ist ein gutes Zeichen. Jetzt kommt es darauf an, aus der Ankündigung einen nachhaltigen Standortvorteil zu machen.

Düsseldorf verfügt über vieles, was internationale Gäste suchen: eine starke Unternehmenslandschaft, kurze Wege, eine leistungsfähige Messe, eine hohe Lebensqualität und eine zentrale Lage in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Die neue Verbindung nach New York kann diese Stärken sichtbarer und zugänglicher machen.

Sie kann helfen, neue Geschäftskontakte zu knüpfen, bestehende Partnerschaften zu vertiefen und Düsseldorf im transatlantischen Wettbewerb besser zu positionieren. Vor allem aber kann sie zeigen, dass unser Standort international denkt und international erreichbar ist.

Eine Chance, die wir nicht verstreichen lassen sollten

Ich freue mich deshalb über die neue Verbindung. Nicht, weil jeder von uns regelmäßig nach New York fliegen muss. Sondern weil internationale Erreichbarkeit im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte eine immer größere Rolle spielt.

Die Verbindung nach New York ist tatsächlich eine neue Chance für unseren Düsseldorfer Wirtschaftsstandort. Sie sollte von Unternehmen, Institutionen und der gesamten Region als solche verstanden und genutzt werden.

Am Ende wird der Erfolg nicht allein daran gemessen, ob die Flugzeuge starten. Entscheidend ist, ob aus der Verbindung mehr Begegnungen, mehr Geschäfte, mehr Investitionen und mehr internationale Aufmerksamkeit für Düsseldorf entstehen.

Die Voraussetzungen sind da. Jetzt muss die Region zeigen, dass sie diese Chance verdient – und dass sich New York und Düsseldorf wirtschaftlich genauso gut verstehen wie geografisch verbinden lassen.