Future-Crafted Chemistry: Wie Innovation und Industrie im Rheinland zusammenfinden

Foto: ChemCologne

(cs) Das ist die „Chemiewelt von morgen“: Unter dem Motto „Future-Crafted Chemistry – Where Industry Meets Innovation“ kamen beim Kooperationstag der ChemCologne mehr als 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Startup-Szene zusammen – mit einem klaren Ziel: die Transformation der Chemieindustrie aktiv zu gestalten.

Bühne für Start-ups: Ideen für die Industrie von morgen

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Startup Pitch Session. Sechs junge Unternehmen präsentierten ihre Lösungen für die Herausforderungen der Branche. Mit dabei waren unter anderem Naion.tech, FindIQ, Sybilion, Hyperheat und Mycolever – ein breites Spektrum von datengetriebenen Anwendungen bis hin zu nachhaltigen Produktionstechnologien.

Am Ende überzeugte ein Team besonders: Hyperheat gewann das Publikumsvoting. Das Startup, vertreten durch Gründer Frederick Lessmann, setzt auf die Elektrifizierung industrieller Hochtemperaturprozesse. Temperaturen von bis zu 2.000 Grad Celsius sollen künftig ohne fossile Brenner erzeugt werden – ein Ansatz, der insbesondere für die energieintensive Chemieindustrie erhebliches Transformationspotenzial birgt.

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Austausch über Gründung und Finanzierung

Wie sich solche Ideen erfolgreich skalieren lassen, diskutierten im Anschluss Branchen- und Finanzierungsexperten. Tilman Spitz, Gründer und CEO der goatAM GmbH, sprach gemeinsam mit Stephanie Grubenbecher und Sebastian Hanny-Busch über Herausforderungen beim Unternehmensaufbau – von der ersten Idee bis zur Finanzierung.

Dabei wurde deutlich: Der Zugang zu Kapital, belastbare Netzwerke und enge Kooperationen mit der Industrie sind entscheidende Faktoren, um Innovationen aus der Forschung in den Markt zu bringen.

Impulse für die nächste Generation

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs spielte eine zentrale Rolle. In Impulsvorträgen gaben Expertinnen und Experten Einblicke in die Arbeitswelt von morgen und in neue Forschungsansätze. Louisa Bock von Bayer sprach über Schlüsselkompetenzen, die künftig in der Industrie gefragt sind.

Anschließend stellte Ulrich Schörken das Graduiertencluster „Aufbruch“ vor. Im Fokus steht dabei die Transformation hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie im Rheinischen Revier – einem der zentralen industriellen Wandelräume in Deutschland.

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Chemiecluster als Motor der Transformation

Für Christoph Kappenhagen, Vorstandsvorsitzender von ChemCologne, zeigt die Veranstaltung vor allem eines: den hohen Stellenwert von Kooperationen. Der Austausch zwischen Industrie, Start-ups und Wissenschaft liefere wichtige Impulse für die Zukunft der Branche.

Die ChemCologne-Region gilt als eine der stärksten Chemieregionen Europas. Sie erstreckt sich von Krefeld bis Bonnund von Aachen bis Wuppertal. Mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent am deutschen Chemieumsatz kommt ihr eine Schlüsselrolle bei der industriellen Transformation zu.

>> Der Kooperationstag in Leverkusen macht deutlich: Die Zukunft der Chemie entsteht im Zusammenspiel. Start-ups liefern neue Technologien, die Industrie bringt Skalierung und Anwendungskompetenz, und die Wissenschaft sorgt für den notwendigen Innovationsnachschub. Formate wie „Future-Crafted Chemistry“ zeigen, wie dieses Zusammenspiel konkret funktionieren kann – und warum das Rheinland dabei eine zentrale Rolle spielt.