M&E: Tarifabschluss in NRW – alle Details

Die Metallarbeitgeber und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen haben am Freitag (13.05)  in Köln bei der fünften Tarifverhandlung für die rund 700.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs ein Ergebnis erzielt. Die Tarifvereinbarung sieht vor:

Entgelt

  • Eine Erhöhung der Tabellenentgelte und Ausbildungsvergütungen in einer ersten Stufe von 2,8 Prozent ab dem 1. Juli 2016 und in einer zweiten Stufe von weiteren 2,0 Prozent ab dem 1. April 2017.
  • Nach zwei Leermonaten erhalten die Beschäftigten für den Monat Juni 2016 einen Pauschalbetrag von 150 Euro.

Laufzeit

  • Der Tarifvertrag gilt rückwirkend zum 1. April 2016, hat eine Gesamtlaufzeit von 21 Monaten und endet am 31. Dezember 2017.

Differenzierende Wettbewerbskomponente

  • Betriebe, die eine unterdurchschnittliche Ertragslage aufweisen, können die Tarifvertragsparteien
    • die für den Monat Juni 2016 gewährte Einmalzahlung auf Null abbedingen oder verschieben und
    • die Tarifhöhungen der zweiten Stufe um drei Monate verschieben.
  • Die Entscheidung, ob und wie ein Betrieb diese Wettbewerbskomponente nutzen kann, wird vor Ort vereinbart. Die Tarifvertragsparteien müssen binnen eines Monats eine Entscheidung herbeiführen.
  • Außerdem haben die M+E-Tarifparteien in NRW eine Gesprächsverpflichtung mit dem Ziel vereinbart, bis zur nächsten Tarifrunde die Wirkung der Differenzierung zu analysieren und daraus Folgerungen für deren Nachhaltigkeit zu ziehen.

Der Präsident und Verhandlungsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete den Abschluss als „eine von Vernunft geprägte Vereinbarung“. Der Trend der vergangenen Jahre zu überhöhten Tarifabschlüssen sei gestoppt. Der Tarifabschluss von Köln könne aber nur ein erster Schritt zu einer erforderlichen dauerhaften Trendwende in der Tarifpolitik im bedeutendsten deutschen Industriezweig sein. Echte Nachhaltigkeit werde erst erreicht, wenn auch in künftigen Tarifrunden Vernunft bewiesen und nah an den wirtschaftlichen Realitäten verhandelt werde.

Nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten habe dieser Abschluss das Zeug, verlorengegangenes Vertrauen der Unternehmen in die Gestaltungsfähigkeit eines modernen Flächentarifvertrages zurückzugewinnen. „Unsere Ziele lauteten: Nicht mehr so hoch, nicht mehr so kurz, nicht mehr so starr“, erklärte Kirchhoff. Alle Ziele seien grundsätzlich erreicht. Bezogen auf die Laufzeit sei die Gesamtbelastung von 2,45 Prozent spürbar niedriger als zuletzt. Dennoch sei die Zahl für viele Unternehmen immer noch schwer zu verkraften. Mehr Planungs- und Kalkulationssicherheit für die Unternehmen biete die längere Laufzeit der Tarifvereinbarung. „Wir hätten uns einen noch längeren Zeitraum gewünscht, der aus unserer Sicht nützlich gewesen wäre“, sagte Kirchhoff.

Als „Türöffner für einen Wiedereinstieg in die innovative Tarifpolitik“ bezeichnete Kirchhoff die vereinbarte differenzierende Wettbewerbskomponente. In den letzten Jahren sei diese Tür fest verschlossen gewesen. „Ohne dieses Element wäre ein Abschluss in Nordrhein-Westfalen nicht gelungen“, betonte er. Die Differenzierung ist vor allem für die mittelständischen Unternehmen die Chance, auf wirtschaftliche Schieflagen flexibel reagieren und wettbewerbsfähig bleiben zu können. „Das Instrument ist einfach, wirkt schnell und wird lokal geregelt“, erklärte Kirchhoff. Überdies sei mit der IG Metall verabredet, nach der Tarifrunde in eine ernsthafte Debatte über eine dauerhaft flexible, innovative und faire Tarifpolitik einzutreten. „Auch das ist ein Signal zur Stärkung des Flächentarifs“, sagte der Metallarbeitgeberpräsident.

Die differenzierende Wettbewerbskomponente: Das Verfahren

  1. Ein Betrieb wendet sich an die lokale Repräsentanz des zuständigen Arbeitgeberverbandes, um von der Differenzierungsmöglichkeit Gebrauch zu machen, weil er eine unterdurchschnittliche Ertragslage aufweist.
  2. Der Arbeitgeberverband wendet sich an den lokalen Vertreter der IG Metall und fordert sie zu Verhandlungen über die Differenzierung auf.
  3. Die Verhandlungen müssen spätestens nach einem Monat abgeschlossen sein.

Stimmen die Tarifparteien der Differenzierung zu, kann der Betrieb den Pauschalbetrag in Höhe von 150 Euro für Beschäftigte innerhalb der Laufzeit des Tarifvertrages auf einen späteren Zeitpunkt verschieben oder bis auf Null reduzieren.

Außerdem / Alternativ kann der Betrieb den Beginn der zweiten Tariferhöhung vom 1. April 2017 längstens bis zum 1. Juli 2017 verschieben.

Die Wettbewerbskomponente gilt nur für tarifgebundene Mitgliedsbetriebe.

M+E-Tarifrunde: Neuer Verhandlungstermin am 12. Mai in Köln

Die Tarifverhandlungen für die rund 700.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie werden am 12. Mai in Köln fortgesetzt. Das teilte der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) am Dienstag in Düsseldorf mit.

Der Präsident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, betonte, die NRW-Metallarbeitgeber wollten den am Montag bei der Tarifverhandlung in Neuss begonnenen Verhandlungsprozess „konstruktiv, konzentriert und lösungsorientiert“ weiterführen. „Wir verhandeln über ein Gesamtpaket aus Lohnzahl, Laufzeit und differenzierender Wettbewerbskomponente“, sagte er. Der tarifpolitische Werkzeugkasten sei weit geöffnet. Die Tarifparteien müssten jetzt die richtigen Werkzeuge auswählen, um den richtigen Kompromiss zu erzielen.

Der NRW-Metallarbeitgeberpräsident erklärte, eine Verschärfung der Warnstreiks wäre angesichts des gemeinsam eingeschlagenen Weges „nicht nachvollziehbar“. Die IG Metall dürfe den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht verletzen – weder in Nordrhein-Westfalen noch anderswo in der Republik.

Beide Tarifparteien trügen eine große Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Arbeitsplätze der Beschäftigten, aber auch für die Zukunftsfähigkeit des Flächentarifs im größten Industriezweig Deutschlands. „Ich bin zuversichtlich, dass diese Verantwortung bei den Tarifparteien in NRW in guten Händen liegt“, sagte Kirchhoff.

Die 5. Tarifverhandlung der Tarifrunde 2016 für die rund 700.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie beginnt am
12. Mai 2016, 16.00 Uhr,
Maritim Hotel Köln
Heumarkt 20
50667 Köln

ME: Tarifverhandlungen für NRW vertagt – heute tagt IGM-Vorstand

Die vierte Verhandlungsrunde in NRW ist am späten Abend (9. Mai) nach sechs Stunden und „konstruktiven, konzentrierten, aber auch kritischen Gesprächen“ über „Volumen, Laufzeit und Differenzierungsmöglichkeiten“ vertagt worden, ohne dass zunächst ein Durchbruch erzielt wurde. Metall-NRW–Präsident Kirchhoff warnte vor eine Ausweitung des Konflikts durch eine Verschärfung der IGM-Streiktaktik. Über den weiteren Fortgang der Verhandlungen berät heute Vormittag der IGM-Vorstand. Beide Seiten zeigten sich zuversichtlich, noch vor Pfingsten eine Lösung erzielen zu können. Kirchhoff machte auch deutlich, dass NRW „auf einen Pilotabschluss mit Signalwirkung für die ganze Branche vorbereitet“ sei und bestätigte: „Wir wollen versuchen, in dieser Woche fertig zu werden.“ Quelle: Gesamtmetall

ME: Tarifverhandlungen werden fortgesetzt!

Die Tarifverhandlungen für die rund 700.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie werden am 9. Mai in Neuss fortgesetzt. Das teilte der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) am Freitag in Düsseldorf mit. Der Präsident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, betonte, die NRW-Metallarbeitgeber hätten stets eine schnelle und effiziente Lösung der Tarifrunde 2016 angestrebt. „Ich begrüße es, dass sich die IG Metall bereit erklärt hat, ab dem 9. Mai 2016 in einen konzentrierten und lösungsorientierten Prozess einzutreten“, erklärte Kirchhoff.

Der NRW-Metallarbeitgeberpräsident forderte die IG Metall auf, von einer weiteren Verschärfung der Warnstreiks abzusehen. „Dass wir die Verhandlungen jetzt fortsetzen wollen, ist unser Signal für eine vernünftige und baldige Lösung am Verhandlungstisch“, sagte Kirchhoff. Angesichts zunehmend pessimistischer Zukunftsprognosen der Wirtschaftsforscher und des abnehmenden Vertrauens in die vor allem durch Sonderfaktoren gestützte Konjunktur trügen die Tarifpartner eine große Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter. „Dieser Verantwortung müssen wir jetzt gerecht werden“, betonte Kirchhoff.

Die 4. Tarifverhandlung der Tarifrunde 2016 für die rund 700.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie beginnt am
9. Mai 2016, 15.00 Uhr,
Swissôtel Düsseldorf/Neuss

ME: Keine Einigung in der dritten Verhandlungsrunde: Die IG Metall hat ein Angebot der Arbeitgeber abgelehnt

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben in der 3. Tarifverhandlung für die 700.000 Beschäftigten des Industriezweigs mit der IG Metall unter der Prämisse veränderter Laufzeiten über Alternativen zum am 11. April vorgelegten Angebot gesprochen. Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, sagte am Donnerstag in Neuss, dazu sei der IG Metall ein aus den ursprünglichen Zahlen entwickeltes alternatives Angebot vorgelegt worden. Danach sollen die Beschäftigten ab dem 1. April 2016 eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von insgesamt 2,1 Prozent in zwei Stufen für 24 Monate erhalten sowie als differenzierende Wettbewerbs-Komponente eine Einmalzahlung in Höhe von 0,3 Prozent – berechnet auf zwölf Monate. „Außerdem haben wir der IG Metall weitere Stellschrauben als Basis für konstruktive Verhandlungen genannt“, betonte er. Kirchhoff bezeichnete das Vorgehen der Metallarbeitgeber als „ernstzunehmendes Signal“ für eine friedliche Lösung der Tarifrunde 2016 am Verhandlungstisch.

Der NRW-Metallarbeitgeberpräsident forderte die Gewerkschaft erneut auf, zu einer realitätsnahen Tarifpolitik zurückzukehren. Der anhaltende Trend niedriger gesamtwirtschaftlicher Produktivitätsraten und minimaler Inflation erfordere ein Umdenken in der Lohnfindung. Öffne sich die Schere zwischen hohen Lohnkosten und magerer Produktivität noch weiter, werde dies nicht ohne Folgen für die Beschäftigung bleiben. Die Zukunftsprognosen zahlreicher Institute seien ausgesprochen skeptisch, weil weltwirtschaftliche Risiken zunähmen und das Vertrauen in die durch Sonderfaktoren gestützte Konjunktur in Deutschland abnehme. Das Jahr 2016 sei deshalb ein denkbar schlechter Zeitpunkt für harte Verteilungskämpfe. „Wir Tarifpartner tragen eine große Verantwortung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter. Ihr müssen wir gerecht werden“, betonte er.

Kirchhoff warnte die IG Metall, mit massiven Warnstreiks nach Ende der Friedenspflicht den Druck auf die Arbeitgeber unverhältnismäßig zu erhöhen. „Kluge Lösungen werden am Verhandlungstisch vereinbart und nicht auf der Straße“, erklärte er. Es sei an der Zeit, die Erwartungshaltung der Beschäftigten zu dämpfen und nicht in falsche Bahnen zu lenken. Eine von der Gefühlslage der Gewerkschaft bestimmte Tarifpolitik werde nicht der Realität einer zunehmenden Erosion des M+E-Produktionsstandorts Nordrhein-Westfalen gerecht. „Unsere Mitarbeiter wollen vor allem einen sicheren Arbeitsplatz“, sagte Kirchhoff.

Die Offerte der Arbeitgeber lehnte die IG Metall ab. Es sei „eindeutig zu gering, um zu einer Lösung zu kommen“, sagte der NRW-Bezirkschef der IG Metall, Knut Giesler. Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,8 Millionen Beschäftigten der Elektro- und Metallindustrie fünf Prozent mehr Geld.

Einen Termin für weitere Verhandlungen gibt es noch nicht.

Zander: Bei gutem Willen Tarifabschluss bis Pfingsten möglich

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Zander hält eine Einigung in den M+E-Tarifverhandlungen innerhalb der nächsten drei Wochen für möglich: „Bei gutem Willen kann man vor Pfingsten einen Abschluss schaffen. Wir sind jetzt in die Phase des intensiven Verhandelns eingetreten.“

Lesen Sie ein Interview, dass in der neuen Osnabrücker Zeitung erschienen ist:

Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander in der Neuen Osnabrücker Zeitung zum Stand der Tarifrunde vor den dritten Verhandlungen:

Herr Zander, die Arbeitgeber haben ein Angebot von 0,9 Prozent mehr Geld und einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent angeboten. Warum ist das Angebot so niedrig? War der Abschluss des vergangenen Jahres mit 3,4 Prozent zu hoch?

Das Angebot ist nicht niedrig. Der Sachverständigenrat geht 2016 von 0,3 Prozent Inflation und einer gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung von ebenfalls 0,3 Prozent aus. Da kann sich unser Angebot unterm Strich sehr wohl sehen lassen. Die Zahlen, die die Gewerkschaft angesetzt hat für ihre Forderung, passen leider nicht zur Wirklichkeit. Sie kann die von der EZB angestrebte Inflation nahe 2 Prozent nicht anführen, denn das ist nicht die Realität, wie jeder weiß. Das ist keinem zu vermitteln, der rechnen kann.

Wie steht es um die Wachstumsaussichten der Branche? Worauf stellen Sie sich im laufenden Jahr ein?

Wir hatten in der Metall- und Elektro-Industrie 2015 ein Wachstum von 0,8 Prozent und wir werden im laufenden Jahr irgendwo zwischen 0,5 und 1,0 Prozent liegen. Das ist nicht besonders viel. Und es kommt ein besonderes Problem unserer Branche hinzu: Wir haben die Löhne seit 2008 um etwa 20 Prozentpunkte angehoben, zugleich ist die Produktivität aber nur um 2 Prozent gestiegen. Wenn wir diesen Kurs weiterfahren, dann fahren wir gegen die Wand.

Die IG Metall beharrt aber auf fünf Prozent …

Die IG Metall weckt damit Erwartungen, die nicht zu erfüllen sind, die die Tarifverhandlungen unnötig erschweren.

Sind bereits Jobs in Deutschland gefährdet?

Wir haben bislang glücklicherweise eine stabile Beschäftigung. In der Krise 2008 haben wir etwa 250.000 Arbeitsplätze verloren. Dieser Jobverlust ist wieder ausgeglichen worden und wir haben noch mal 130.000 netto draufgelegt seit der Krise. Das ist eine Riesenleistung, wenn man überlegt, in welchem Wettbewerb die deutsche Industrie steht.

Also alles gut?

Keineswegs. Die Expansion hat vor allem im Ausland stattgefunden. Das liegt auch daran, dass die Lohnstückkosten im Ausland meist deutlich niedriger sind. Die Industrie in Deutschland gerät dadurch massiv unter Druck. Immer mehr Investitionen deutscher Unternehmen werden im Ausland getätigt. Jetzt die Löhne in Deutschland ein weiteres Mal massiv zu erhöhen, wäre fatal. Im Übrigen: Der durchschnittliche Lohn eines Arbeiters in unserer Branche liegt bei rund 54.000 Euro. Das sind schon Spitzenlöhne, wenn man überlegt, was sonst gezahlt wird.

Die IG Metall weist das Tarifangebot trotzdem als Provokation zurück. Was wird Ihre Antwort in der dritten Verhandlungsrunde am kommenden Donnerstag sein?

Nachdem wir ein Angebot gemacht haben, ist jetzt die IG Metall am Zug. Da muss jetzt ein deutliches Signal kommen, dass sie auf uns zugehen will. Sie muss runter von ihrer viel zu hohen 5-Prozent-Forderung und sich der wirtschaftlichen Realität stellen.

Von der IG Metall kommen aber ganz andere Signale. Da heißt es, Sie hätten mit Ihrem Angebot quasi selbst zum Warnstreik aufgerufen …

Wir werden nach dem Auslaufen der Friedenspflicht Ende April sicherlich Warnstreiks erleben. Die IG Metall verschärft und verlängert damit nur den Konflikt. Wenn sie versucht, mit Warnstreiks ihre Leute noch weiter zu mobilisieren und Emotionen zu wecken, führt das am Ende nicht zu einem guten Ergebnis. Bei den Arbeitgebern ist die Stimmung gereizt und allen ist klar: So wie bisher können wir nicht weitermachen. Das führt in den Abgrund.

Gibt es unter Ihren Mitgliedern schon Drohungen mit Austritt aus dem Arbeitgeberverband?

Es hat in einzelnen Bezirken nach dem letztjährigen Abschluss Austritte gegeben. Und es besteht erkennbar die Gefahr, dass sich immer mehr Unternehmen aus der Tarifbindung verabschieden, wenn die IG Metall auf Maximalforderungen beharrt.

Wie steht es denn aktuell um die Tarifbindung in der Metall- und Elektro-Industrie?

Wir haben insgesamt 3,8 Millionen Beschäftigte in der M+E-Industrie. Davon sind etwa 1,8 Millionen in den tarifgebundenen Unternehmen beschäftigt, die wir organisieren. Zudem gibt es OT-Firmen, also Firmen ohne Tarifbindung, mit noch mal 400.000 Beschäftigten. In diesen Betrieben werden Tarifabschlüsse oft nachvollzogen, oder es gibt Sondervereinbarungen. Insofern haben wir also eine gute Tarifbindungsquote und finden auch, dass wir mit sehr guten Arbeitsbedingungen eine Menge in Deutschland zum Wohlstand beitragen.

Das Interview führte Uwe Westdörp, NOZ. Erschienen am 25. April 2016.

McPrünte auf dem Parlamentarischen Abend

Zum 3. Mal unterstützte das Team Prünte, in Kooperation mit der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung, den parlamentarischen Abend im Landtag NRW. Bei leckeren Kaffeespezialitäten aus dem McCafé, Kuchen und Wraps fanden viele konstruktive Gespräche mit den Abgeordneten statt. Besonders die Themen Ausbildung, Mitarbeiterführung und Rekrutierung und die Marke McDonald’s als auch Franchising standen im Interesse der Abgeordneten.

IMG_7115 (2) IMG_7117 (2)

Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung zu integrieren – ein Patentrezept, wie das funktioniert, gibt es nicht. Aber im Rahmen eines Erfahrungsaustausches können Unternehmen aus der Region, die sich bereits für die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung engagieren oder dies planen, Ideen diskutiert werden, wie sich Unternehmen in der Region gemeinsam einbringen können, um Flüchtlinge erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Teilnahme ist kostenlos.

Datum: 27.04.2016
Uhrzeit: 16.30 bis 20 Uhr
Veranstaltungsort: IHK Düsseldorf
Ernst-Schneider-Platz 1
40212 Düsseldorf

Netzwerk Einladung 2704

Anmelden hier klicken!

Politikprominenz auf dem Parlamentarischen Abend

Selten und ungewöhnlich: alle zwei Jahren laden die nordrhein-westfälische Landtagspräsidentin, Carina Gödecke, und Horst-Werner Maier-Hunke, Präsident von unternehmer nrw, zum Parlamentarischen Abend in den Landtag ein. Den Ministern und den Landtagsabgeordneten präsentieren sich ausgewählte lokale Arbeitgeberverbände – mit von der Partie natürlich auch die Düsseldorfer Arbeitgeberverbände/Unternehmerschaft Düsseldorf unter Leitung von Hauptgeschäftsführer RA Michael Grütering. Der Tradition entsprechend, präsentieren Einzelunternehmen die Verbände, die in der Unternehmerschaft organisiert sind, beispielsweise McPrünte (Allgemeiner Arbeitgeberverband), Teekanne und Eventrent (Außenhandelsverband), Handelshof (WIGADI), Smurfit Kappa (Papierverband), Siemens + Daimler (düsseldorfmetall), Good Mills (Mühlenverband), AOK und Zülow (Allgemeiner Arbeitgeberverband). Die Firma Henkel hatte Teile zum Messestand beigesteuert. Michael Grütering konnte zahlreich die Politikprominenz auf dem Stand der Unternehmerschaft begrüßen, beispielsweise Landtagspräsidentin Gödecke, Arbeitsminister Schmeltzer, Umweltminister Remmel, Wirtschaftsminister Duin und CDU-Chef Laschet.

IMG_1579 IMG_1568 IMG_1562 IMG_1554 IMG_1546 IMG_1541 IMG_1533 IMG_1534 IMG_1551 IMG_1552 IMG_1574 IMG_1588

Siemens organisiert Förderklassen für Flüchtlinge im Raum Düsseldorf/Krefeld

Siemens startet gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein mehrstufiges und nachhaltiges Programm zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland. Das Unternehmen stellt dafür kurzfristig eine Million Euro Spendenmittel bereit. Hinzu kommen Eigenleistungen in gleicher Größenordnung.

Das in Erlangen bereits laufende Praktikumsprogramm wird auf weitere Standorte und bis zu 100 Plätze ausgeweitet. Bundesweit sollen überdies vier Förderklassen für jeweils 16 Flüchtlinge eingerichtet werden, in denen unter anderem Deutschkurse angeboten werden. Außerdem unterstützt Siemens das große Engagement seiner Mitarbeiter, zum Beispiel durch bezahlte Freistellung von der Arbeit zur freiwilligen Mitarbeit in Hilfsorganisationen.

Förderklassen für Flüchtlinge sind an den Standorten Berlin, Erlangen/Nürnberg, Krefeld/Düsseldorf und Karlsruhe geplant. Sie sollen den Grundstein für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben legen. Im Vordergrund stehen bei dem sechsmonatigen Training unter anderem Sprachkurse und berufsvorbereitendes Training. „Wir sind einer der größten Ausbilder in Deutschland und wissen, wie gute Ausbildung geht. Durch unser 2012 gestartetes europäisches Ausbildungsprogramm haben wir wertvolle Erfahrungen bei der Ausbildung von jungen Leuten aus anderen Ländern sammeln können. Diese Erfahrungen können wir jetzt bei der Vorbereitung von Flüchtlingen mit geeigneten Vorqualifikationen aufs Berufsleben einbringen“, sagte Siemens-Personalvorstand Janina Kugel.

Desweiteren stellt das Unternehmen weitere Flächen für die Unterbringung von nunmehr bis zu 500 Flüchtlingen bereit. „Siemens und die Siemensianer haben in den vergangenen Wochen bereits viel getan, um die erste Not der ankommenden Menschen zu lindern. Jetzt wollen wir unser Engagement weiter verstärken und einen nachhaltigen Beitrag zur Integration der zu uns kommenden Menschen leisten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Joe Kaeser.

Siemens ist mit insgesamt rund 10.000 Auszubildenden und dual Studierenden einer der größten privaten Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Anfang September hatten erneut rund 2.000 junge Leute ihre Ausbildung bei Siemens begonnen, darunter auch der vierte Jahrgang des internationalen Ausbildungsprogramms Europeans@Siemens in Berlin. Unter den 31 Teilnehmern aus 13 Ländern sind in diesem Jahr zum ersten Mal Azubis aus der Türkei und aus Ägypten.

Als weiteren Teil des Programms bietet Siemens Flüchtlingen, die sich noch im Asylverfahren befinden, Praktikumsplätze an. Das derzeit in Erlangen laufende Programm mit zehn Plätzen soll auf weitere Standorte ausgeweitet werden, darunter Berlin, Hamburg und München. Ziel ist es, im kommenden Jahr insgesamt bis zu 100 Praktikanten einzustellen. Sie erhalten die für Praktikanten übliche Entlohnung. Zudem wird ihnen vor Ort ein Ansprechpartner zur Verfügung gestellt, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.

Darüber hinaus unterstützt Siemens die große Hilfsbereitschaft seiner Mitarbeiter. In den vergangenen Wochen hatten viele Mitarbeiter bundesweit ihre Hilfe angeboten und bei zahlreichen Spenden- und Hilfsaktionen mit angepackt. Das Unternehmen will dies künftig weiter fördern, zum Beispiel durch die bezahlte Freistellung an bis zu fünf Arbeitstagen im Jahr für Berufsgruppen wie Betriebsärzte.

Flankiert wird das Integrations-Programm von zahlreichen lokalen Projekten. So hat Siemens der Stadt München vorübergehend zwei leer stehende Bürogebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Die Initiative dazu war bereits im Herbst vergangenen Jahres vom Betriebsrat ausgegangen. Das Unternehmen prüft darüber hinaus die Bereitstellung von Flächen in anderen Städten für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Insgesamt stellt Siemens eine Million Euro Spendenmittel für die Unterstützung von Hilfsprojekten Dritter zur Verfügung, insbesondere für Sprachunterricht und Integrationsunterstützung in der Startphase und für Projekte in Zusammenarbeit mit der Siemens-Stiftung zur Entwicklung einer Lebens- und Bleibeperspektive für Menschen in Afrika.