Groß- und Außenhandel NRW vor Tarifabschluss nach bayerischem Vorbild
Im Tarifkonflikt des Groß- und Außenhandels in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich eine Einigung ab. Nachdem die Tarifparteien in Bayern einen Pilotabschluss erzielt haben, könnte das Ergebnis bereits heute auf Nordrhein-Westfalen übertragen werden. Die entscheidende Verhandlungsrunde zwischen dem Landesverband Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen (LGAD) und der Gewerkschaft ver.di ist für 16 Uhr angesetzt.
Von Christoph Sochart
Der in Bayern vereinbarte Tarifabschluss sieht vor, dass die Entgelte der rund 240.000 Beschäftigten zum 1. August 2026 um 2,9 Prozent steigen. Eine weitere Erhöhung um 2,1 Prozent ist zum 1. Mai 2027 vorgesehen. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 24 Monate bis Ende April 2028.
Nach Einschätzung des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGAD) wird der bayerische Abschluss als Orientierung für die übrigen Tarifgebiete dienen. In der bundesweiten Koordinierung der Arbeitgeber wurde bereits vereinbart, das Ergebnis möglichst einheitlich in den anderen Bundesländern zu übernehmen.

Leitet die Tarifverhandlungen für NRW: Hauptgeschäftsführer Michael Grütering; Foto: Frank Wiedemeier
Der Landesverband Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen hat deshalb unmittelbar nach dem Abschluss in Bayern Gespräche mit ver.di aufgenommen. Ziel ist es, die Einigung zügig auch in Nordrhein-Westfalen nachzuvollziehen. Hintergrund ist vor allem der enge Zeitplan: Da die erste Tariferhöhung bereits zum 1. August greifen soll, benötigen die Unternehmen Planungssicherheit, um die neuen Entgelte rechtzeitig in die Lohn- und Gehaltsabrechnungen für August einarbeiten zu können.
Sollte heute eine Einigung erzielt werden, ist eine Erklärungsfrist bis zum 6. August 2026 vorgesehen. Anschließend will der Landesverband Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen seine Mitgliedsunternehmen in einem Rundschreiben über den Inhalt des Tarifabschlusses informieren und die neuen Entgelttabellen zur Verfügung stellen.
Mit einem Abschluss in Nordrhein-Westfalen wäre ein weiterer wichtiger Schritt zu einer bundesweit einheitlichen Tarifregelung im Groß- und Außenhandel getan.
