Gut durch den Sommer: So schützen Sie sich an heißen Tagen
(cs) Hohe Temperaturen belasten den Körper – besonders ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Die Verbraucherzentrale NRW gibt hilfreiche Tipps für einen sicheren Umgang mit Hitze.
Die ersten Hitzetage des Sommers haben gezeigt, wie belastend extreme Temperaturen sein können. Was für viele lediglich unangenehm ist, kann für besonders gefährdete Menschen schnell gesundheitliche Folgen haben. Ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Schwangere sowie Säuglinge und Kinder reagieren besonders empfindlich auf Hitze. Umso wichtiger ist es, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und den Alltag an die hohen Temperaturen anzupassen.
Warnsignale ernst nehmen
Hitze belastet den Kreislauf und kann den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen. Erste Anzeichen sind häufig Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme. Auch Unruhe oder Verwirrtheit können Hinweise darauf sein, dass der Körper mit der Hitze kämpft.
Kommen Symptome wie starke Blässe, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Herzrasen oder ausbleibendes Schwitzen hinzu, kann bereits eine ernsthafte Hitzeerkrankung vorliegen. Betroffene sollten sofort in eine kühle Umgebung gebracht und mit Getränken versorgt werden. Verschlimmern sich die Beschwerden oder treten Bewusstseinsstörungen auf, muss umgehend der Notruf 112 verständigt werden.
Besonders gefährdete Menschen unterstützen
Nicht jeder Mensch verträgt hohe Temperaturen gleich gut. Gerade ältere Menschen verspüren häufig weniger Durst und schwitzen weniger als jüngere Personen. Dadurch steigt das Risiko einer Dehydrierung erheblich. Pflegebedürftige oder alleinlebende Menschen sollten deshalb regelmäßig besucht oder kontaktiert werden. Oft reicht schon eine kurze Nachfrage, ob ausreichend getrunken wurde oder Hilfe benötigt wird.
Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten während Hitzeperioden besonders aufmerksam auf ihren Gesundheitszustand achten, da sich bestehende Beschwerden verschlechtern können.
Ausreichend trinken – aber mit Bedacht
An heißen Tagen benötigt der Körper deutlich mehr Flüssigkeit als gewöhnlich. Empfehlenswert sind Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen. Wer etwas Abwechslung möchte, kann sein Wasser mit Minze, Gurke, Zitrone oder Beeren aromatisieren.
Auf alkoholische Getränke sollte möglichst verzichtet werden, da sie den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich belasten. Auch stark gezuckerte Getränke sind weniger geeignet.
Für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen gilt jedoch eine wichtige Ausnahme: Sie sollten ihre Trinkmenge nicht eigenständig erhöhen, sondern sich mit ihrer behandelnden Arztpraxis oder dem Pflegedienst abstimmen.
Leichte Kost entlastet den Körper
Schwere Mahlzeiten belasten den Organismus zusätzlich. Bei hohen Temperaturen sind mehrere kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt angenehmer als große Portionen.
Ideal sind frische Salate, gedünstetes Gemüse, wasserreiches Obst, Rohkost oder leichte Suppen. Sie versorgen den Körper gleichzeitig mit Flüssigkeit und wichtigen Nährstoffen.
Wohnung möglichst kühl halten
Damit sich Wohnräume nicht unnötig aufheizen, empfiehlt es sich, früh morgens oder nachts zu lüften. Tagsüber sollten Fenster und Türen möglichst geschlossen bleiben. Rollläden, Jalousien oder Vorhänge helfen zusätzlich, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren.
Wer Termine oder Spaziergänge plant, sollte möglichst die kühleren Morgen- oder Abendstunden nutzen. Leichte, helle Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz tragen ebenfalls dazu bei, den Körper vor Überhitzung zu schützen.
Medikamente nicht vergessen
Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Manche Arzneimittel verändern das Durstgefühl, die Schweißproduktion oder den Kreislauf. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte deshalb in der Arztpraxis oder Apotheke nachfragen, ob während einer Hitzewelle Besonderheiten zu beachten sind.
Ebenso wichtig ist die richtige Lagerung. Einige Medikamente müssen kühl aufbewahrt oder sogar im Kühlschrank gelagert werden. Ein Blick in die Packungsbeilage oder eine Rücksprache mit der Apotheke schafft hier Sicherheit.
Gut vorbereitet durch heiße Tage
Extreme Hitze wird in den Sommermonaten immer häufiger. Umso wichtiger ist es, auf sich selbst und auf andere zu achten. Wer ausreichend trinkt, seinen Tagesablauf anpasst und Warnsignale ernst nimmt, kann das Risiko gesundheitlicher Probleme deutlich verringern. Ein kurzer Anruf bei älteren Angehörigen oder Nachbarn kann dabei manchmal ebenso wichtig sein wie ein Glas Wasser.
Tipp: Die Verbraucherzentrale NRW bietet am 16. Juli ein kostenfreies Onlineseminar zum Thema „Hitzeschutz und Pflege“ an. Dort erhalten Interessierte praktische Hinweise, wie besonders gefährdete Menschen sicher durch heiße Sommertage begleitet werden können: https://join.next.edudip.com/de/webinar/hitzeschutz-und-pflege/2528950
