Hitzewelle: Ein Eis ist heute schneller verdient als vor 25 Jahren

(cs) Wenn die Temperaturen steigen, gehört ein Eis für viele Menschen einfach zum Sommer dazu. Doch angesichts steigender Preise fragen sich viele Verbraucher: Kann man sich den kleinen Luxus überhaupt noch leisten? Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liefert eine überraschende Antwort: Trotz höherer Eispreise müssen die Deutschen heute für viele Eissorten sogar kürzer arbeiten als noch vor einem Vierteljahrhundert.

Grund dafür sind die deutlich gestiegenen Einkommen. Während der durchschnittliche Nettostundenlohn zur Jahrtausendwende noch bei 12,55 Euro lag, beträgt er im Jahr 2026 nach IW-Berechnungen rund 26,45 Euro. Die Löhne sind damit stärker gestiegen als viele Preise des täglichen Lebens.

Ein anschauliches Beispiel liefert das bekannte Domino-Eis: Dafür müssen Arbeitnehmer heute durchschnittlich lediglich zwei Minuten und 57 Sekunden arbeiten. Vor 26 Jahren waren dafür noch drei Minuten und 40 Sekunden erforderlich – ein Unterschied von 43 Sekunden.

Grafik: CS

Auch bei anderen beliebten Eissorten zeigt sich ein ähnliches Bild. Zwar haben sich die Verkaufspreise teilweise deutlich erhöht – ein Magnum kostet heute mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2000. Doch weil die Einkommen ebenfalls kräftig gestiegen sind, fällt die zusätzliche Arbeitszeit vergleichsweise gering aus. Für viele Verbraucher ist ein Eis deshalb gemessen an ihrer Arbeitszeit heute sogar erschwinglicher als früher.

Die IW-Experten weisen darauf hin, dass Verbraucher Preissteigerungen häufig stärker wahrnehmen als Einkommenszuwächse. Gerade bei Produkten des täglichen Bedarfs entsteht schnell der Eindruck, alles werde unbezahlbar. Der Blick auf die notwendige Arbeitszeit zeigt jedoch ein differenzierteres Bild der Kaufkraftentwicklung.

Besonders günstig bleibt der Eiskauf im Supermarkt. Wer statt eines einzelnen Eises am Kiosk eine Vorratspackung kauft, spart pro Stück oft deutlich. Gerade Familien können so an heißen Sommertagen mehrere Euro sparen.

Die aktuelle Hitzewelle sorgt zwar für volle Eisdielen und lange Schlangen vor den Kühltruhen. Doch zumindest aus Sicht der Kaufkraft gibt es eine gute Nachricht: Der Sommerklassiker Eis ist für die meisten Beschäftigten heute schneller verdient als noch vor einem Vierteljahrhundert – auch wenn der Preis auf dem Etikett etwas anderes vermuten lässt.