Immer mehr ausländische Jugendliche beginnen eine Ausbildung in NRW
(cs) Die Zahl der ausländischen Jugendlichen, die in Nordrhein-Westfalen eine duale Berufsausbildung beginnen, steigt weiter deutlich an. Im Jahr 2025 schlossen 16.164 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Das teilte unserer Redaktion IT.NRW als Statistisches Landesamt mit. Damit hat sich ihre Zahl innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2015 waren es noch 8.124 neue Auszubildende ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

Symbolbild: Christoph Sochart, mit Hilfe von KI erzeugt
Gegenüber dem Vorjahr legte die Zahl der ausländischen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger um 19,1 Prozent zu. 2024 hatten noch 13.569 junge Menschen aus dem Ausland eine duale Ausbildung in Nordrhein-Westfalen begonnen.
Anders entwickelt sich die Situation bei deutschen Auszubildenden. Während 2015 noch 107.835 Deutsche einen neuen Ausbildungsvertrag abschlossen, waren es 2025 nur noch 83.424. Das entspricht einem Rückgang von 22,6 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Im Vergleich zu 2024 sank die Zahl der deutschen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger um weitere 8,7 Prozent.
Trotz des starken Zuwachses bei den ausländischen Azubis konnte der Rückgang insgesamt nicht ausgeglichen werden. Im Jahr 2025 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 99.588 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – erstmals liegt die Zahl damit unter der Marke von 100.000. Auch die Gesamtzahl der Auszubildenden ging zurück: Ende des Jahres befanden sich 266.943 Personen in einer dualen Berufsausbildung.
Ukraine, Syrien und Vietnam an der Spitze
Die meisten neuen ausländischen Auszubildenden kamen 2025 aus der Ukraine. Insgesamt 1.890 Ukrainerinnen und Ukrainer nahmen eine duale Ausbildung auf. Knapp dahinter folgten 1.860 junge Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit. Ebenfalls stark vertreten waren Auszubildende aus Vietnam, der Türkei und dem Irak mit jeweils mehr als 1.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.
Besonders deutlich stieg gegenüber dem Vorjahr die Zahl der ukrainischen und vietnamesischen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger.
Beliebte Berufe unterscheiden sich
Bei der Berufswahl zeigen sich Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen. Ukrainische und vietnamesische Auszubildende entschieden sich am häufigsten für den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten beziehungsweise des Zahnmedizinischen Fachangestellten. Syrische, türkische und irakische Jugendliche begannen dagegen überwiegend eine Ausbildung im Friseurhandwerk.
Deutsche Auszubildende wählten am häufigsten den Beruf der Kauffrau beziehungsweise des Kaufmanns für Büromanagement.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass ausländische Jugendliche eine immer wichtigere Rolle für die berufliche Ausbildung in Nordrhein-Westfalen spielen. Angesichts sinkender Gesamtzahlen bei den Ausbildungsverträgen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung für die Fachkräftesicherung im Land.
