Flughafen Düsseldorf setzt auf Solarstrom: Größte Photovoltaik-Anlage an deutscher Startbahn in Betrieb

Foto: Flughafen

(cs) Der Flughafen Düsseldorf hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und Energieunabhängigkeit vollzogen. Mit der Inbetriebnahme einer Photovoltaik-Freiflächenanlage direkt neben der Start- und Landebahn verfügt der Airport nun über die größte Solaranlage dieser Art an einem deutschen Flughafen. Die Anlage erreicht eine Leistung von bis zu 16 Megawatt und deckt künftig rund 16 Prozent des Strombedarfs des Flughafens.

Gemeinsam mit NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, Flughafenchef Lars Redeligx und Düsseldorfs Beigeordnetem Jochen Kral wurde das Großprojekt offiziell eröffnet. Für Neubaur ist die Anlage ein sichtbares Beispiel dafür, dass sich wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz erfolgreich miteinander verbinden lassen. Gerade große Infrastrukturstandorte könnten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit stärken.

Die Solaranlage erstreckt sich über rund 140.000 Quadratmeter unmittelbar an der Start- und Landebahn. Insgesamt wurden mehr als 31.000 Solarmodule auf über 7.500 Fundamenten installiert. Die erzeugte Strommenge entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 4.200 Vier-Personen-Haushalten.

Besonderes Interesse weckt das Projekt auch über Deutschlands Grenzen hinaus. Die unmittelbare Nähe der Module zum Flugbetrieb gilt als außergewöhnlich. Flughäfen aus Europa und Asien verfolgen das Düsseldorfer Modell bereits seit Beginn der Bauarbeiten und tauschen sich mit den Verantwortlichen über Planung und Umsetzung aus.

Knopfdruck für Klimaschutz und Energieeffizienz (v.l.n.r.): Jochen Kral, Beigeordneter der Landeshauptstadt Düsseldorf, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens starteten die neue Photovoltaik-Anlage am Airport. Foto: Flughafen

Flughafenchef Lars Redeligx bezeichnet die neue Anlage als wichtigen Meilenstein der Nachhaltigkeitsstrategie des Airports. Der Ausbau erneuerbarer Energien sei ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen und energieeffizienten Infrastruktur. Gleichzeitig stärke der Flughafen damit seine Eigenversorgung mit Strom.

Realisiert wurde das Projekt im Rahmen eines sogenannten Power Purchase Agreements (PPA). Die Firma ZPV plante, errichtete und betreibt die Anlage für die kommenden 25 Jahre. Der gesamte erzeugte Strom wird direkt in das Stromnetz des Flughafens eingespeist. Den verbleibenden Bedarf an Grünstrom deckt der Airport über weitere Photovoltaikanlagen auf dem Gelände sowie durch die Stadtwerke Düsseldorf.

Nach Angaben des Flughafens lassen sich durch die neue Anlage jährlich rund 3.650 Tonnen CO₂ einsparen. Ergänzend entstehen Batteriespeicher mit einer Kapazität von bis zu 25 Megawattstunden. Sie sollen überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und die Nutzung der erzeugten Energie weiter optimieren.

Besonderes Augenmerk lag bei Planung und Bau auf der Flugsicherheit. Ein Lichtemissionsgutachten bestätigt, dass von den Solarmodulen keine Blendwirkung für den Luftverkehr ausgeht. Auch die Verträglichkeit mit Radaranlagen sowie Navigations- und Sicherheitseinrichtungen wurde umfassend geprüft. Darüber hinaus wurden Ausgleichsmaßnahmen für Natur und Landschaft umgesetzt.

Mit der neuen Photovoltaikanlage setzt der Flughafen Düsseldorf ein deutliches Zeichen für die Verbindung von moderner Infrastruktur und nachhaltiger Energieversorgung. Das Projekt zeigt, dass auch stark frequentierte Verkehrsknoten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten können – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Betriebsabläufen.