Insektenlarven als Kreislaufhelfer: METRO testet neue Verwertung von Lebensmittelabfällen

Abholung organischer Lebensmittelabfälle am METRO Großmarkt von Omnivore Recycling. Foto: METRO
Von Christoph Sochart
Was passiert mit Lebensmitteln, die nicht mehr verkauft und auch nicht mehr gespendet werden können? METRO Deutschland erprobt gemeinsam mit dem Aachener Unternehmen Omnivore Recycling einen neuen Weg: Larven der Schwarzen Soldatenfliege wandeln unvermeidbare organische Lebensmittelreste in nutzbare Rohstoffe für Landwirtschaft und Tierhaltung um.
METRO Deutschland ist Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf. Als Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf setzt METRO damit auch ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit, Innovation und wirtschaftliches Handeln miteinander verbunden werden können.
Aus Reststoffen werden neue Rohstoffe
Die Verringerung von Lebensmittelverlusten ist ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie von METRO Deutschland. Im Mittelpunkt stehen zunächst Maßnahmen, die verhindern, dass Lebensmittel überhaupt zu Abfall werden – etwa eine bedarfsgerechte Warensteuerung und optimierte Abläufe in den Großmärkten.
Für die Lebensmittel, die trotz dieser Maßnahmen nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet sind und deshalb nicht an Tafeln oder andere Spendenorganisationen weitergegeben werden können, sucht das Unternehmen nach zusätzlichen Verwertungsmöglichkeiten. In einem mehrmonatigen Pilotprojekt werden organische Reststoffe nun in einen biologischen Recyclingprozess überführt.
Dafür werden die Lebensmittelabfälle direkt am METRO Großmarkt abgeholt und zunächst ausgepackt und sortiert. Zum Einsatz kommen unter anderem Obst, Gemüse und verarbeitete Produkte wie Joghurt oder Teigwaren. Fisch- und Fleischabfälle sind von dem Verfahren ausgeschlossen.
Die Schwarze Soldatenfliege im Einsatz
Nach der Aufbereitung entsteht aus den Reststoffen ein geeignetes Futtersubstrat. Dieses dient als Nahrungsquelle für Larven der Schwarzen Soldatenfliege – auf Englisch „Black Soldier Fly“, kurz BSF. Die Larven wachsen in speziellen Containern heran und nehmen dabei die Nährstoffe aus den organischen Lebensmittelresten auf.
Aus diesem Prozess entsteht Biomasse, die als alternativer Futtermittelrohstoff beispielsweise in der Geflügel-, Schweine- oder Fischzucht eingesetzt werden kann. Zusätzlich fallen Ausscheidungen der Larven an, die als organischer Dünger in der Landwirtschaft nutzbar sind.
So gelangen die in den Lebensmittelresten enthaltenen Nährstoffe zurück in den Lebensmittel- und Agrarkreislauf. Aus dem vermeintlichen Abfall werden neue Rohstoffe für weitere Produktionsprozesse.
Höherwertige Nutzung statt reiner Energiegewinnung
Der Ansatz von METRO und Omnivore Recycling folgt dem Gedanken der Abfallhierarchie: Wenn Lebensmittelabfälle nicht mehr vermieden oder gespendet werden können, sollen die enthaltenen Stoffe möglichst hochwertig weitergenutzt werden.
Im Vergleich zur rein energetischen Verwertung – etwa in einer Biogasanlage – bleiben die Nährstoffe bei dem Larvenverfahren im Kreislauf erhalten. Sie werden in Futtermittelrohstoffe und organischen Dünger umgewandelt. Damit kann das Verfahren dazu beitragen, natürliche Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.
Der Pilotversuch soll zeigen, wie sich der Prozess im praktischen Betrieb bewährt und welchen Beitrag er zur nachhaltigen Verwertung unvermeidbarer Lebensmittelreste leisten kann. Für METRO ist das Projekt damit ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Lebensmitteln und Rohstoffen.
Kooperation mit Spezialisten für Insekten-Recycling
Für die Umsetzung arbeitet METRO Deutschland mit Omnivore Recycling zusammen. Das technologieorientierte Unternehmen aus Aachen ist auf die Verwertung organischer Reststoffe mithilfe von Insekten spezialisiert und begleitet weltweit Projekte rund um die Black-Soldier-Fly-Technologie.
Die Kooperation verbindet die praktische Erfahrung eines Großhandelsunternehmens mit der technischen Expertise eines spezialisierten Recyclingpartners. Ziel ist es, aus unvermeidbaren Lebensmittelresten möglichst viele Wertstoffe zurückzugewinnen – und damit aus einem Entsorgungsproblem einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu machen.
Weitere Informationen zu Omnivore Recycling: www.omnivore-recycling.com
