Wenn die ganze Stadt zur Bühne wird: Das Düsseldorf Festival 2026 verbindet Menschen, Orte und Kulturen

Shechter II – IN THE BRAIN. Foto: Todd MacDonald

Von Christoph Sochart

Am 16. September beginnt das Düsseldorf Festival 2026. Schon beim Blick auf die Zahlen wird deutlich, was dieses Festival so besonders macht: 19 Tage, 16 Spielorte, 37 internationale Kompanien, Bands und Künstlerinnen und Künstler sowie 75 Vorstellungen. Zahlreiche Sponsoren unterstützen das Festival, auch Mitgliedsbetriebe der Unternehmerschaft Düsseldorf

Doch Zahlen allein erzählen noch nicht die ganze Geschichte. Das Düsseldorf Festival ist vor allem ein großes Versprechen an die Stadt: Kunst kommt zu den Menschen. Sie findet nicht nur in klassischen Theatern statt, sondern auch in Kirchen, historischen Gebäuden, auf öffentlichen Plätzen und an ungewöhnlichen Orten. Düsseldorf wird zum Festivalraum – offen, neugierig und voller Überraschungen.

Ein Theaterzelt als Treffpunkt der Stadt

Im Zentrum steht auch in diesem Jahr das Theaterzelt auf dem Burgplatz. Es ist Bühne, Treffpunkt und Ausgangspunkt für viele besondere Erlebnisse. Hier begegnen sich Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt und ein Publikum, das sich auf neue Perspektiven einlässt.

Gleichzeitig führt das Festival weit über den Burgplatz hinaus. Die verschiedenen Spielorte machen sichtbar, wie vielfältig Düsseldorf ist. Kirchen werden zu Klangräumen, historische Gebäude zu Bühnen und Stadtviertel zu Orten des Erzählens. Genau diese Verbindung aus Kunst und Stadtraum macht den besonderen Charakter des Festivals aus.

Internationale Kunst, die berührt und bewegt

Das Programm ist so vielfältig wie die Stadt selbst. Zeitgenössischer Tanz trifft auf Theater, Neuer Zirkus auf Jazz, Weltmusik und Klassik. Viele Produktionen sind als Deutschland- oder NRW-Premieren zu erleben.

Mit „Pixel“ eröffnet die Kompanie Käfig von Mourad Merzouki das Festival. Urban Dance, zeitgenössische Choreografie und digitale Videokunst verbinden sich zu einem poetischen und spektakulären Auftakt.

Auch Hofesh Shechter, Sharon Eyal, Circa, Gravity & Other Myths, Nubya Garcia und Oum gehören zu den Gästen. Dazu kommen außergewöhnliche Entdeckungen wie das US-amerikanische Vokalensemble Lyyra, der belarussische Akkordeonist Yegor Zabelov oder das Projekt „Sonic Bridges“ von Mehdi Nassouli und dem Marmoucha Orchestra zum Abschluss des Festivals.

Besonders beeindruckend ist die Bandbreite der Themen: Es geht um Bewegung und Gemeinschaft, um Licht und Dunkelheit, um Natur, Rituale, kulturelle Grenzen und gesellschaftlichen Wandel. Kunst darf dabei unterhalten. Sie darf aber auch Fragen stellen, irritieren und neue Gespräche anstoßen.

Kirchen, Klänge und neue Perspektiven

Viele Veranstaltungen finden in Düsseldorfer Kirchen statt. Das Programm reicht von Verdis „Requiem“ in St. Andreas über Musik von Morricone bis Verdi in der Neanderkirche bis zu französischer Sakralmusik in der Basilika St. Lambertus.

Diese Konzerte zeigen, wie gut Tradition und Gegenwart zusammenpassen können. Kirchen sind nicht nur historische Orte. Sie sind Räume mit einer besonderen Akustik, Atmosphäre und Geschichte. Wenn dort neue Musik, internationale Stimmen und zeitgenössische Projekte zu erleben sind, entsteht eine Verbindung zwischen dem Vertrauten und dem Unerwarteten.

Gerade darin liegt eine große Stärke des Düsseldorf Festivals: Es nimmt die Orte der Stadt ernst und gibt ihnen zugleich neue Möglichkeiten.

Ein Festival, das die Menschen zusammenbringt

Formate wie die Silent Disco Walking Tour oder die neuen Veranstaltungen „Slo-Mo Disco“ und „Grief Disco“ mit Guru Dudu laden dazu ein, nicht nur zuzuschauen, sondern selbst Teil des Geschehens zu werden.

Die Stadt wird dabei zur gemeinsamen Bühne. Menschen tanzen, hören, staunen, diskutieren und entdecken ihre Umgebung neu. Vielleicht führt der Weg nach einer Vorstellung noch in ein Gespräch. Vielleicht wird ein Ort, an dem man bisher nur vorbeigegangen ist, plötzlich mit einer besonderen Erinnerung verbunden.

Das ist kulturelle Teilhabe im besten Sinne: niedrigschwellig, offen und mitten im Leben.

Die Festival-Chefs: Christiane Oxenfort & Andreas Dahmen. Foto: Susanne Diesner

Danke an die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer

Ein Festival dieser Größe und Qualität kann nur gelingen, wenn viele Menschen, Unternehmen und Organisationen Verantwortung übernehmen. Deshalb gilt unser besonderer Dank auch in diesem Jahr wieder den Mitgliedsfirmen und befreundeten Organisationen, die das Düsseldorf Festival unterstützen und damit kulturelles Leben in unserer Stadt möglich machen.

Ein Beispiel ist das Autohaus Ulmen, das erneut die Fahrzeugflotte für den Künstlerinnen- und Künstlershuttle sowie für interne Fahrten zur Verfügung stellt. Diese Unterstützung wirkt vielleicht auf den ersten Blick im Hintergrund. Tatsächlich ist sie ein wichtiger Teil des Festivalbetriebs: Internationale Künstlerinnen und Künstler müssen zuverlässig zu ihren Auftritten, Proben und Veranstaltungsorten gelangen können.

Als neuer Hauptsponsor ist in diesem Jahr Uber dabei. Das Unternehmen verbindet das Festivalprogramm mit dem urbanen Leben und unterstützt kurze und verlässliche Wege zwischen den verschiedenen Spielorten. Auch dafür sagen wir herzlich Danke.

Die Unterstützung aus der Wirtschaft ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit Düsseldorf. Unternehmen übernehmen damit nicht nur finanzielle oder logistische Verantwortung. Sie zeigen auch, dass eine lebendige Stadt mehr braucht als gute Infrastruktur und wirtschaftliche Stärke. Sie braucht Begegnungsorte, Kreativität und kulturelle Offenheit.

Kultur ist Standortqualität

Das Düsseldorf Festival ist deshalb auch ein wichtiges Signal für den Standort. Internationale Künstlerinnen und Künstler, Gäste aus der Stadt und Besucherinnen und Besucher von außerhalb erleben Düsseldorf als weltoffene, neugierige und lebendige Stadt.

Kultur schafft Verbindungen. Sie bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammen. Sie öffnet den Blick über die eigenen Grenzen hinaus. Und sie stärkt damit genau jene Offenheit, die eine internationale Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt auszeichnet.

Wenn sich in Düsseldorf zeitgenössischer Tanz, klassische Musik, Jazz, Weltmusik, Zirkuskunst und Theater begegnen, dann zeigt sich darin auch die besondere Energie dieser Stadt: unterschiedliche Einflüsse kommen zusammen und entwickeln etwas Eigenes.

Vorfreude auf 19 Tage voller Begegnungen

Ich freue mich auf ein Festival, das Düsseldorf in Bewegung bringt. Auf Abende im Theaterzelt, auf Musik in Kirchen, auf Akrobatik und Tanz, auf überraschende Begegnungen und auf die vielen Menschen, die dieses Festival mit Leidenschaft und Engagement möglich machen.

Das Düsseldorf Festival 2026 lädt dazu ein, die Stadt mit neuen Augen zu sehen. Es zeigt, dass Kunst nicht auf einen einzigen Ort beschränkt ist. Sie kann dort entstehen, wo Menschen zusammenkommen – auf dem Burgplatz, in einer Kirche, in einem historischen Gebäude, im Glasmacherviertel oder mitten im öffentlichen Raum.

Allen Künstlerinnen und Künstlern, den Organisatorinnen und Organisatoren, den Förderern, Partnern, Mitgliedsfirmen und befreundeten Organisationen wünsche ich ein großartiges Festival. Und allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich viele besondere Momente.

Vom 16. September bis zum 4. Oktober wird Düsseldorf zur Bühne. Wir sehen uns beim Düsseldorf Festival 2026.