„Unternehmen im Fluss“ ausgebucht – wir sprachen mit Stephan Schneider von der Digitalen Stadt

Wir sprachen mit „Mr. Vodafone“ Stephan Schneider von der Digitalen Stadt Düsseldorf. Rechts im Bild unsere Düsseldorfer Siemens-Chefin Sabrina Herrmann. Foto: Frank Wiedemeier

Die dritte Auflage der aufregenden Veranstaltung „Unternehmen im Fluss – der Rhein verbindet“ steht kurz bevor! Gemeinsam mit unseren renommierten Partnern, der Digitalen Stadt Düsseldorf, Die Familienunternehmer e.V., Rheinenergie AG, Rhein-Kreis Neuss und Wasserstoff Hub Rheinland e.V., heißen wir Sie herzlich willkommen zur Rheinfahrt von Köln nach Düsseldorf.

Diese ausgebuchte exklusive Veranstaltung öffnet die Türen zur Vernetzung mit Gleichgesinnten aus Wirtschaft und Gesellschaft. Hier haben Sie die Gelegenheit, wegweisende Themen zu diskutieren und gemeinsam neue Wege zu gestalten.

Wir sprachen mit Stephan Schneider von der „Digitalen Stadt Düsseldorf“:

Highlights des Programms:

**1. Panelgespräche:**
– „Innere Sicherheit und Fachkräftemangel“
– „Die Welt im Wandel – Wie schafft es Deutschland, unabhängig und wettbewerbsfähig zu bleiben?“
– „Wieviel KI vertragen wir? Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft“

**2. Austausch und Networking:**

Nutzen Sie diese einmalige Chance, sich mit Experten und Gleichgesinnten aus verschiedensten Branchen auszutauschen und wertvolle Verbindungen zu knüpfen. Die Veranstaltung bietet eine inspirierende Atmosphäre, in der Sie gemeinsam wegweisende Themen erörtern können, um Herausforderungen anzugehen und innovative Lösungsansätze zu entwickeln.

Tauchen Sie ein in diese dynamische Plattform, die den Rhein nicht nur als geografische Verbindung sieht, sondern auch als Symbol für Vernetzung und Zusammenarbeit. Seien Sie dabei, wenn wir den Rhein überqueren – nicht nur geografisch, sondern auch metaphorisch – um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Bitte beachten Sie: Diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Wir freuen uns auf eine spannende und erkenntnisreiche Fahrt entlang des Rheins, während wir uns über die Grenzen von Unternehmen und Ideen hinweg verbinden.

Innovative Visionen und Tradition: Die Geburt von JUNG und „THE PAPERMAKERS“

Dr. Karen Jung (Marketing / Einkauf) – Volker Jung, eigenverwaltender Geschäftsführer Hakle Gmbh i.I.

Seit Sommer 2023 wird in Reisholz die jahrzehntelange Erfahrung und Expertise im Papierhandwerk unter dem Namen „THE PAPERMAKERS“ gebündelt. Ein traditionsreiches Familienunternehmen verknüpft seine historische Hintergrundgeschichte mit einer modernen Auslegung des Papiers. Gleichzeitig werden Investitionen in wegweisende Forschungsprojekte getätigt.

Die Gläubigerversammlung der Hakle GmbH hat auf dem Erörterungs- und Abstimmungstermin im Düsseldorfer Amtsgericht einstimmig dem Insolvenzplan zugestimmt. Dies ebnet den Weg für die Jung Papier GmbH. Bis Ende des zweiten Quartals kann der Insolvenzplan rechtskräftig werden.

Im ersten Quartal 2023 hatte die eigenverwaltende Geschäftsführung der Hakle GmbH einen Fortführungsvertrag mit dem italienischen Familienunternehmen Sofidel unterzeichnet. Dies ermöglichte die Übertragung der Geschäftsanteile der Hakle Markenhaus GmbH an Sofidel aus Porcari, Provinz Lucca in der Toskana. Diese strategische Entscheidung schuf die finanzielle Grundlage für die Realisierung des Insolvenzplans und den Start der Jung Papier GmbH.

„THE PAPERMAKERS“ – Tradition und Moderne verschmelzen

Ab Sommer 2023 wird die Jung Papier GmbH unter der Marke „THE PAPERMAKERS“ die traditionsreiche Familienhistorie mit einer modernen Interpretation des Papiers verknüpfen. Seit 2019 setzt das Unternehmen bereits marktführend auf alternative Fasern bei Hygienepapieren. Volker Jung, geschäftsführender Gesellschafter der Jung Papier GmbH, betont: „Wir werden weiterhin in Forschungsprojekte und Innovationen investieren. Unsere 160 Fachkräfte werden an den erfolgreichen ersten Probeläufen mit Intermediaten aus industriellem Kaffeesatz anknüpfen.“

Die Zeit der Eigenverwaltung ermöglichte es, die Weichen für eine wegweisende und nachhaltige Ausrichtung zu stellen. Mit 160 Fachkräften als überzeugte und erfahrene „PAPERMAKERS“ möchte das Unternehmen zukünftig sowohl ökologisch als auch technisch innovative Maßstäbe setzen.

Partnerschaft mit Sofidel – Kontinuität und Fortschritt

Gemäß des Fortführungsvertrags mit Sofidel wird die Jung Papier GmbH bis Ende 2024 weiterhin die bewährten Hakle-Produkte in gewohnter Qualität für den deutschen Markt produzieren. Dies ermöglicht dem italienischen Unternehmen, schrittweise auf die eigene Produktion umzustellen. Parallel dazu wird sich die Jung Papier GmbH als eigenständige Marke im Eigenmarkengeschäft etablieren und entwickeln.

Die Rheinische Post schreibt dazu in der heutigen Ausgabe: „Im Fokus steht dabei die Entwicklung neuer innovativer Produkte, erklären Volker Jungs Frau Karen Jung und der neue Geschäftsführer Chris Faltin, vorher schon Technischer Leiter in der Papierfabrik. Er ist ein ausgewiesener Experte für sein Produkt: Sein Vater war Papiermacher, er selbst machte eine Ausbildung zum Papiermacher und studierte dann in München Papiertechnologie. Sein Beruf führte ihn unter anderem nach China oder Brasilien, ehe er in Düsseldorf anfing.“

Krise als Chance

„In der Insolvenz lernt man Demut“, sagt Geschäftsführer Volker Jung in der Rheinischen Post: „Es ist ein besonderes Gefühl der Machtlosigkeit, wenn man sonst immer auf dem Gaspedal steht und das Steuer in der Hand hält – und dann tritt auf einmal jemand auf die Bremse. Ich bin froh, dass wir alles so über die Bühne gebracht haben, wie wir es getan haben, aber es hat so manche schlaflose Nacht bedeutet.“

In diesen herausfordernden Zeiten möchte die Jung Papier GmbH ihren Gläubigern, dem Team, den Kunden und Lieferanten ihren Dank aussprechen. Ihre Unterstützung hat es ermöglicht, den Geschäftsbetrieb unter außergewöhnlichen Bedingungen für die europäische Tissue-Industrie zu stabilisieren. Der erfolgreiche Turnaround wäre ohne ihre Beiträge undengagierten Einsatz nicht möglich gewesen.

Dr. Jan-Philipp Hoos, Sachwalter im Verfahren und Partner bei White & Case LLP, zeigt sich optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass die Jung Papier GmbH die Krise als Chance begreifen wird. Herr Jung hat stets mit kreativen Ansätzen und Vorschlägen überzeugt.“ Die Zukunft von „THE PAPERMAKERS“ verspricht somit eine spannende Kombination aus Tradition, Innovation und erfolgreichem Wandel.

Volker Jung, eigenverwaltender Geschäftsführer Hakle GmbH i.I.

Quelle: Pressebox und Rheinische Post

Absolute Schockstarre? Institut der Deutschen Wirtschaft korrigiert Konjunktur schon wieder weiter nach unten

Die Bauwirtschaft in Düsseldorf steht derzeit vor einer Reihe von Herausforderungen. Themen sind beispielsweise Materialknappheit, Arbeitskräftemangel, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, Digitalisierung sowie Bürokratie und Regulierung. Auch die steigende Nachfrage nach Infrastrukturprojekten stellt die Bauindustrie vor Herausforderungen. Es werden mehr Kapazitäten und Ressourcen benötigt, um den Bedarf an neuen Straßen, Brücken, Schienen- und Energienetzen zu decken.

Weniger Nachfrage aus dem Ausland, hohe Zinsen und teure Energie: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2023 im Vergleich zum Vorjahr um fast ½ Prozent zurückgehen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte zunehmen, zeigt die neue Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Schockstarre: Weil die deutschen Unternehmen besonders von den globalen Schwankungen betroffen sind, bekommen sie die weltweiten Probleme in diesem Jahr umso härter zu spüren. Rohstoffe und Energie sind knapp und teuer, der Welthandel lahmt und es wird weniger nachgefragt als sonst. Die Folge: 2023 dürfte die Weltproduktion nur um 2 ½ Prozent wachsen – das ist rund ein Prozentpunkt weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte. Für Deutschland prognostiziert das IW, dass das reale BIP um fast ½ Prozent niedriger ausfallen wird als im Vorjahr.

Rückgang geht auf Konto der schwachen Nachfrage

Zwar ist die Inflation in Deutschland seit Anfang des Jahres zurückgegangen, jedoch verharrt sie seit einigen Monaten auf immer noch hohem Niveau. Im Jahresschnitt dürfte sie bei rund 6 ½ Prozent liegen. Auch deshalb geben die Deutschen in diesem Jahr weniger Geld aus, trotz beachtlicher Lohnsteigerungen. Nicht nur die Verbraucher sind zurückhaltend: Aufgrund gestiegener Produktionskosten und hoher Zinsen sind Investitionen für Unternehmen unattraktiver geworden. Das bekommen besonders die Industrie und die Bauwirtschaft zu spüren. Die Investitionen im Bausektor gehen 2023 voraussichtlich um drei Prozent zurück.

Bundesregierung muss liefern

Wo weniger produziert und investiert wird, werden auch weniger Arbeitskräfte gebraucht. Mit größeren Entlassungen ist zwar nicht zu rechnen, die Unternehmen dürften aber in diesem Jahr sehr viel zurückhaltender bei Stellenausschreibungen sein. Im Jahresschnitt kommen rund 160.000 Arbeitslose hinzu, die Arbeitslosenquote dürfte dadurch auf 5 ½ Prozent steigen. „Die Regierung muss dringend aktiv werden, um diese Wirtschaftsflaute zu beenden“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. „Die Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg muss der Startschuss für eine echte Wachstumsagenda sein. Niedrigere Steuerbelastungen und eine attraktive und unbürokratische Förderung von Innovationen und Investitionen würden den Unternehmen helfen, mit den gegenwärtigen Schocks besser zurechtzukommen.“

Rheinmetall gewinnt neuen Auftrag im Bereich der Wasserstoffenergie

Der Technologiekonzern Rheinmetall hat einen erneuten Auftrag für Kathoden- und Absperrventile im niedrigen zweistelligen MioEUR-Bereich von einem der größten und einflussreichsten europäischen Kunden im Bereich der Anwendungen für Brennstoffzellen im Schwerlastverkehr erhalten. Insgesamt konnte der Konzern nunmehr bereits sechs Serienkunden für Kathodenklappen gewinnen und erhöht damit das gebuchte Geschäft 2023 in diesem Produktbereich auf rund 50 MioEUR. Zusammengefasst wurden somit für sämtliche Brennstoffzellenkomponenten in diesem Jahr bereits rund 200 MioEUR gebucht. Rheinmetall sieht sich mit diesem neuerlichen Auftragserfolg in der Entscheidung bestätigt, das hohe Marktpotenzial von Wasserstoffkomponenten mit dem neu gegründeten Geschäftsfeld Hydrogen Products and Technology innerhalb der Division Sensors and Actuators konsequent weiter zu erschließen.

Beauftragt wurde insgesamt eine mittlere sechsstellige Anzahl an Klappen, pro Stack kommen jeweils drei Klappen zum Einsatz. Es handelt sich um die Lieferung von Serienteilen, die Lieferung von Ersatzteilen erfolgt später bedarfsweise. Die Kathodenklappen sind universell einsetzbar sowie gewichts- und größenoptimiert, um für kleinste Bauräume bis hin zu einem Bohrungsdurchmesser von 28 mm verwendbar zu sein. Das Absperrventil zeichnet sich durch höchste Dichtigkeit aus, die durch ein spezielles doppel-exzentrisches Klappendesign erzielt wird. Die bestellten Klappensysteme von Rheinmetall regeln die Frisch- und Abluftmassenströme und isolieren auf der Kathodenseite die Brennstoffzellen-Stacks an den Ein- und Auslasspunkten von der Umgebung.

Nach ersten Musterlieferungen im Jahr 2019 und der erfolgreichen Erprobung des B-Muster Designs folgt der Produktionsstart im Jahr 2026. Produziert wird über zunächst fünf Jahre bis zum Jahr 2030 am Standort Berlin, wo die Produktionslinien für steigende Serienvolumina und damit einen höheren Industrialisierungsgrad angepasst werden. Rheinmetall liefert die Komponenten direkt an den Kunden.

Die Verfügbarkeit und langjährige Expertise als Regelklappenhersteller für Pkw und Nutzfahrzeuge mit hoher Lebensdauer sowie die extrem niedrige Leckage der Klappen generieren den technologischen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb. Der Konzern baut seine Führungsposition als weltweiter Lieferant von Klappen- und Ventilsystemen für PKW, Nutzfahrzeuge, Off-road Anwendungen im Bereich Zug und Marine sowie im stationären Bereich, weiter aus. Der Auftrag zahlt einmal mehr auf die im Konzern abgestimmte Strategie für Wasserstoff bezogene Anwendungen ein und unterstreicht die erfolgreiche Transformation weg von klassischen Antrieben hin zu moderner, umweltschonender Mobilität.

Im Rahmen der nationalen deutschen Wasserstoffinitiative ist die Rheinmetall AG industrieller Partner des neuen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstofftechnologie in Duisburg. In seiner Division Sensors and Actuators entwickelt Rheinmetall innovative Lösungen, um die Industrie mit hochwertigen Wasserstoffprodukten zu unterstützen und einen effizienten und zuverlässigen Einsatz von Brennstoffzellen zu ermöglichen.

Das Unternehmen befindet sich kontinuierlich in ausführlichen Gesprächen mit weiteren Kunden für mobile und stationäre Anwendungen der Brennstoffzellentechnologie, die das Geschäftspotenzial erweitern und weitere Nominierungen erwarten lassen.

ifaa-Studie zeigt: Führungskräfte brauchen Kompetenzen für die erfolgreiche Einführung von Künstlicher Intelligenz

„Ob ChatGPT, Google Bard oder weitere KI-Anwendungen – in den Medien werden ihre Auswirkungen derzeit intensiv diskutiert.

Bei Beschäftigten entsteht oft die Angst, durch die Technologie ersetzt zu werden oder gar ihren Arbeitsplatz zu verlieren“, so Yannick Peifer, wissenschaftlicher Experte des Düsseldorfer ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V.. „KI sollte als Unterstützung dienen. Bei der Einführung und dem Einsatz von KI steht immer noch der Mensch im Mittelpunkt. Führungskräfte besitzen im Prozess eine große Verantwortung und eine besondere Rolle u. a. bei der Aufklärung und Anwendung. Für die erfolgreiche Einführung von KI benötigen sie Kompetenzen“.

Welche Kompetenzen sind bei Führungskräften gefragt?

Sie benötigen vor allem Fach-, Sozial-, Methoden- und Selbstkompetenzen. Im Rahmen der ifaa-Studie „Künstliche Intelligenz in produzierenden Unternehmen“ bewerteten die 459 Teilnehmenden die KI-Fachkompetenzen als am wichtigsten, um den digitalen Transformationsprozess zu gestalten. Gefolgt von den Sozial- und Methodenkompetenzen. Auf dem vierten Platz liegen nach den 459 Teilnehmenden die Selbstkompetenzen von Führungskräften.

Fachkompetenzen (244 von 459 Teilnehmenden wählten diese auf den ersten Rang)

  • Grundlegende Funktionsweisen der KI und IT-Wissen
  • Wissen über den Datenschutz und -umgang sowie Prozesse

Sozialkompetenzen (103 von 459 Teilnehmenden wählten diese auf den ersten Rang)

  • Beschäftigten ihren Wert aufzeigen
  • Interaktion zwischen Beschäftigten und KI gestalten

Methodenkompetenzen (87 von 459 Teilnehmenden wählten diese auf den ersten Rang)

  • Management des gesamten Veränderungsprozesses
  • Umgang mit Veränderungen und Gesprächsführung

Selbstkompetenzen (25 von 459 Teilnehmenden wählten diese auf den ersten Rang)

  • Interdisziplinäres Arbeiten und Reflexionsfähigkeit
  • Das neue Rollen- oder Führungsverständnis

Was können Führungskräfte tun?

Zur umfassenden KI-Qualifizierung bietet das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. das Seminarkonzept „KI erkennen, bewerten und einführen – Kriterien und Aspekte der Arbeitsgestaltung“ an. Weitere Informationen dazu finden sich hier.

Weitere Informationen zur Studie und erste Ergebnisse finden Sie unter https://www.arbeitswissenschaft.net/ki-studie-ergebnisse

Leichter Rückgang: Vollzeitbeschäftigte arbeiteten 2022 durchschnittlich 40,0 Wochenstunden

Der diesjährige bundesweite Berufswahl-Siegel-Kongress fand in Konstanz statt und bot einen inspirierenden Rahmen für den Austausch und die Weiterentwicklung des Berufswahl-Siegels. Das Berufswahl-Siegel wurde vor mehr als 20 Jahren in Detmold und Düsseldorf durch die damalige Weidmüller-Stiftung (Peter-Gläsel-Stiftung) und die Stiftung Pro Ausbildung gegründet. Hauptträger war damals die Bertelsmann Stiftung. Heute wird das Berufswahl-Siegel vom großen Netzwerk Schule/Wirtschaft der BDA in Berlin organisiert. Das Berufswahl-Siegel ist das größte deutsche Schulprojekt mit rund 1.800 zertifizierten Schulen.

Angesichts des steigenden Bedarfs an Fachkräften wird immer wieder über die Ausweitung der Arbeitszeit diskutiert. In den vergangenen Jahren ist diese bei den in Vollzeit abhängig Beschäftigten leicht zurückgegangen: von durchschnittlich 40,6 normalerweise geleisteten Arbeitsstunden pro Woche im Jahr 2010 auf 40,0 Stunden im Jahr 2022. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, zeigte sich bei der geleisteten Arbeitszeit von abhängig Teilzeitbeschäftigten hingegen eine Zunahme: Diese arbeiteten im letzten Jahr durchschnittlich 21,2 Wochenstunden und damit mehr als 2010. Damals betrug die Arbeitszeit durchschnittlich 18,4 Stunden pro Woche. Aufgrund dieser gegenläufigen Entwicklung hat sich die von allen abhängig Beschäftigten im Schnitt geleistete Wochenarbeitszeit im selben Zeitraum wenig verändert: Sie ging von 34,7 Stunden im Jahr 2010 auf 34,3 Stunden im Jahr 2022 zurück.

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Messepremiere von Mercedes-Benz auf dem Düsseldorfer Caravan Salon

Mercedes-Benz Sprinter – ideale Basis für Reisemobile

Die Reisemobilbranche ist für Mercedes-Benz von strategischer Bedeutung. Entsprechend ist die Marke mit Stern auch in diesem Jahr wieder beim Caravan Salon Düsseldorf, der Leitmesse für Reisemobile und Caravans, mit einem eigenen Messestand vertreten.

Dort präsentiert sie in Halle 16 vom 25. August bis zum 3. September ein breitgefächertes Produkt-Portfolio für die Erfüllung größerer bis kleinerer Vanlife-Träume – von Reisemobilaus- und -umbauten der Firmen Hymer, Wochner, Adria und Kabe auf Basis des ikonischen Large Vans Mercedes-Benz Sprinter bis hin zur „hauseignen“ Marco Polo Familie. Diese umfasst das flexibel ein- und ausbaubare Marco Polo Modul, welches u.a. die T-Klasse im Handumdrehen in einen Micro-Camper verwandelt, sowie den neuen, kürzlich vorgestellten Campingbus, die V-Klasse Marco Polo. Letztere feiert in Düsseldorf ihre Messepremiere.

Messepremiere für die neue V-Klasse Marco Polo auf dem Caravan Salon Düsseldorf

Mit neuem Look und noch mehr Komfort und Funktionalität, speziell dank eines Plus an intelligenter, digitaler Vernetzung, zeigt sich die neue V-Klasse Marco Polo noch maßgeschneiderter für ein luxuriöses Vanlife-Erlebnis und folgt damit der strategischen Neuausrichtung von Mercedes-Benz Vans, deren Ziel es ist, Kundinnen und Kunden die begehrenswertesten Vans und Services anzubieten

Ein erster Blickfang ist das überarbeitete Exterieurdesign der neuen V-Klasse Marco Polo. Es ist geprägt von einem neu gestalteten, markanten Kühlergrill und einem neuen, kraftvoll gezeichneten Stoßfänger. Wählt man das optionale Design-Paket AMG Line, ist der Kühlergrill zudem mit einem LED-Lichtband umrandet. Einen weiteren optischen Akzent setzen die adaptiven MULTIBEAM LED Scheinwerfer. Am Heck finden sich ein neuer Stoßfänger, neu gezeichnete LED-Leuchten sowie ein Chromzierstab mit Mercedes-Benz Schriftzug. Dazu kommen neue Leichtmetallräder in unterschiedlichen Designs sowie neue Lackfarben

Auch das Interieur hat einiges an Attraktivierung erfahren. Das Cockpit ist unter anderem gekennzeichnet von einer neu gestalteten Instrumententafel mit zwei 12,3 Zoll großen Displays in Widescreen-Optik, neuen stilvollen Lüftungsdüsen und einer neuen Lenkradgeneration mit kapazitiver Hands-Off-Erkennung. Die neue Mittelkonsole unterstützt auf Wunsch die Möglichkeit zum kabellosen Laden von Smartphones.

Weitere neue Komfort-Features sind beispielsweise die optionale Lenkradheizung sowie die optionale gedimmte Fondbeleuchtung für Fahrten in der Nacht. Die Ambientebeleuchtung, die sich im Campingbus nun erstmals auf Wunsch auch in der Fond-Schiebetüre wiederfindet, bietet mit 64 neuen Farben eine noch individuellere Lichtstimmung. Ein weiterer, wesentlicher Komfort-Zugewinn ist die Einführung der aktuellen MBUX Generation. Diese bringt auf Wunsch zusätzliche Funktionen an Bord wie beispielsweise die ENERGIZING Komfortsteuerung oder die Navigation mit Augmented Reality.

Zum echten Smart Home auf Rädern wird die neue V-Klasse Marco Polo allerdings dank des innovativen Schnittstellenmoduls Mercedes-Benz Advanced Control (MBAC). Über den Cockpit-Screen oder die Smartphone-App lassen sich zahlreiche Camping-Funktionen zentral und intuitiv bedienen. Neu dabei: das Ausschalten diverser Funktionen mit einem Knopfdruck, die während des Aufenthalts auf dem Campingplatz oder in der Natur nicht relevant sind. Zudem ist es nun möglich, den Campingbus, sollte er auf einem leicht unebenen Boden geparkt werden, bequem über die AIRMATIC Luftfederung in eine Ebene zu bringen – ebenfalls mit nur einem Tastendruck.

Vervollständigt wird die Attraktivierung durch Sicherheits- und Assistenzsysteme mit zusätzlichen und teilweise weiterentwickelten Funktionen.

Unverändert bleibt das bewährte Wohnraumkonzept in der neuen V-Klasse Marco Polo. Der Campingbus bietet weiterhin Platz für bis zu vier Personen und verfügt serienmäßig unter anderem über ein Aufstelldach mit Dachbett, eine Sitz-/Liegebank, einen Klapptisch, eine vollausgestattete Küche und einen Kleiderschrank.

Weitere Informationen zur neuen V-Klasse Marco Polo stehen hier zur Verfügung.

T-Klasse mit Marco Polo Modul rundet die Messepräsenz der Marco Polo Familie ab

Das sogenannte Marco Polo Modul verwandelt die Small Vans mit Stern, darunter die T-Klasse, im Handumdrehen in Micro-Camper und rundet so die Marco Polo Familie nach unten ab. Das Modul wird im Kofferraum des Fahrzeugs platziert und an Verzurr-Ösen fixiert.[1] Es besteht aus einer serienmäßigen Betteinheit für zwei Personen sowie einer optionalen Kücheneinheit mit Spülbecken und Gaskartuschenkocher. Auf Wunsch kann auch eine Kühlbox ergänzt werden, die in der Kücheneinheit Platz findet.

Weitere optionale Features umfassen unter anderem eine Zusatzbatterie, das Schlaf-Paket mit Verdunklungselementen und Belüftungsgittern mit Insektenschutz für die Fensterscheiben sowie Fenstertaschen, die zwischen C- und D-Säule angebracht werden können; ebenso einen Tisch und Camping-Stühle. Der Tisch bietet zwei verschiedene Füße. Dadurch kann er sowohl im Freien aufgestellt als auch im Fond befestigt werden – ein Novum im Segment.

Sprinter präsentiert sich in Düsseldorf mit einem Plus an Sicherheit und Digitalisierung

Der Mercedes-Benz Sprinter, eine Ikone unter den Vans, auch in der Reisemobilbranche, darf natürlich auf der Leitmesse für Reisemobile und Caravans nicht fehlen. Auf dem Mercedes-Messestand in Halle 16 stehen gleich vier von ihnen – der Kastenwagen Summiteer 6.0 von Wochner, die teilintegrierten Reisemobile ML-T 580 von Hymer sowie Coral Supreme MB 650 SL von Adria und der Vollintegrierte Travel Master Imperial 860 LQB von Kabe, bei dem es sich um einen Dreiachser handelt.

Teilweise führen die Modelle den nun erstmals für alle Reisemobiltypen auf Sprinter-Basis erhältlichen Totwinkelassistenten an Bord. Dieser kann helfen, den toten Winkel seitlich des Fahrzeugs besser zu kontrollieren – gerade bei Reisemobilen mit einer gewissen Länge ein wirklicher Vorteil. Der Wochner Summiteer 6.0 führt zudem die Mercedes-Benz Advanced Control, welche sich, neben dem Angebot in der V-Klasse Marco Polo, zunehmend auch in Reisemobilaus- und –umbauten auf Sprinter Basis etabliert. Ein klares Zeichen, dass Digitalisierung sowie Sicherheit zu den Kernwerten der Marke mit Stern zählen und weiter ausgebaut werden.

Blick in die elektrifizierte Zukunft

Eines der weiteren Fokusthemen für Mercedes-Benz ist Elektromobilität. Mercedes-Benz Vans hat den Führungsanspruch bei Elektromobilität fest in der Strategie verankert und bereits konsequent alle Baureihen elektrifiziert.

Der zentrale Schritt in die elektromobile Zukunft bildet die neue, modulare und skalierbare „electric-only“ Architektur VAN.EA, die ab 2026 eingeführt wird. Basierend auf VAN.EA wird auch das Reisemobil-Portfolio elektrifiziert und zudem erweitert. Auf Basis von VAN.EA wird Mercedes-Benz sowohl mittelgroße als auch große vollelektrische Reisemobile ab Werk anbieten. Zusammen mit seinen internationalen Reisemobil-Partnern plant die Marke mit Stern dabei, den neuen Industriestandard für Elektro-Reisemobile zu entwickeln.

Düsseldorf freut sich auf die „Caravan“ – besonders zu empfehlen ist der Preview Day

Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Hermann Pfaff, Präsident des Caravaning Industrie Verband e.V. (CIVD) und Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. Foto: Messe Düsseldorf

Vorfreude! Vom 25. August bis zum 3. September kommt der Caravan Salon 2023 wieder in unsere Stadt und gibt uns einen Live-Überblick über die Welt der „mobilen Freizeit“. In 16 Hallen und auf dem Freigelände wird die neueste Generation an Reisemobilen, Caravans und Campervans vorgestellt. Neben den Fahrzeughighlights finden die Besucher in den drei Bereichen Technology & Components, Outdoor & Equipment sowie Travel & Nature zusätzlich eine große Auswahl rund um Zubehör, technisches Equipment, Ausbauteile, Dachzelte, Mobilheime, Caravaning- und Campingzubehör, Outdoorbekleidung und -ausrüstung, Reisedestinationen, Campingplätze sowie Reisemobilstellplätze. Die Caravaning-Leitmesse ist der Termin, an dem die Branche ihre Produktneuheiten und Innovationen für die Zukunft vorstellt und sie setzt auch bei der Qualität und Vielfalt der ausgestellten Produkte Maßstäbe.

„Wir sind mit dem bisherigen Anmeldestand sehr zufrieden. Die nationalen und internationalen Ausstelleranfragen haben gegenüber dem Vorjahr noch einmal zugenommen und wir mussten bereits in vielen Bereichen eine Warteliste einrichten. Der Caravan Salon ist für Besucher und Aussteller das Highlight des Jahres und ist mit Gästen aus aller Welt unbestritten „der“ Treffpunkt der gesamten Branche. Er ist und bleibt das Schaufenster der Innovationen, denn in Düsseldorf werden die Trends und Neuheiten der kommenden Saison und darüber hinaus präsentiert“, sagt Caravan Salon-Director Stefan Koschke. Des Weiteren gibt es ein tolles Unterhaltungs- und Informationsprogramm, das perfekt auf die mobile Freizeit ausgerichtet ist. Die beliebte „StarterWelt“, die Sondershow „Abenteuer Selbstausbau“, die Bühne „Travel & Nature connected“, das Traumtouren-Kino sowie viele weitere Attraktionen laden zu einem Besuch auf das Düsseldorfer Messegelände ein. Abgerundet wird das Angebot durch ein begleitendes, qualitativ hochwertiges Fachprogramm für die Caravaning-Industrie.

„Nach den vielen Einschränkungen der Corona-Jahre, haben die Menschen jetzt mehr denn je Lust auf Reisen und neue Abenteuer. Die Pandemie hat dabei auch verdeutlicht, dass sich die Prioritäten der Urlauber verschoben haben. Die Menschen suchen heutzutage Individualität, Flexibilität und die Nähe zur Natur. Caravaning verbindet diese Aspekte wie wohl kaum eine andere Urlaubsform“, erklärt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes e.V. (CIVD). „Kein Wunder also, dass Caravaning seit vielen Jahren immer beliebter wird und auch zahlreiche Neueinsteiger sich für Caravans und Reisemobile begeistern. Der Caravan Salon ist und bleibt hierbei die wichtigste Anlaufstelle für Camping-Enthusiasten und Neulinge, denn nirgendwo sonst ist die Vielfalt an Produkten und Innovationen größer“, so Daniel Onggowinarso weiter.

Besonders zu empfehlen ist der Preview Day am Freitag, 25. August. Durch ein begrenztes Ticketkontingent können Besucher an diesem Tag in entspannter Atmosphäre eine Erkundungstour durch die Hallen machen und die Neuheiten als Erstes erleben. „Der Preview Day ist insbesondere für Interessenten mit konkreten Kaufabsichten von Freizeitfahrzeugen lohnend. Die exklusive Atmosphäre ermöglicht einen entsprechenden Produktvergleich der favorisierten Modelle ohne Zeitdruck. Natürlich gilt dies auch für das touristische Angebot sowie die Ausrüstungsprodukte. Die Premiere im Vorjahr wurde bereits sehr gut angenommen“, ergänzt Stefan Koschke.

Der Ticketverkauf startet Ende Juni. Aktuelle Informationen und Neuigkeiten gibt es im Internet unter www.caravan-salon.de.

Vom 25. August bis zum 3. September 2023 wird in 16 Hallen und dem Freigelände die neueste Generation an Reisemobilen, Caravans und Campervans präsentiert. Foto: Messe Düsseldorf

Kündigung wegen Äußerungen in einer Chatgruppe

Ein Arbeitnehmer, der sich in einer aus sieben Mitgliedern bestehenden privaten Chatgruppe in stark beleidigender, rassistischer, sexistischer und zu Gewalt aufstachelnder Weise über Vorgesetzte und andere Kollegen äußert, kann sich gegen eine dies zum Anlass nehmende außerordentliche Kündigung seines Arbeitsverhältnisses nur im Ausnahmefall auf eine berechtigte Vertraulichkeitserwartung berufen.

Der bei der Beklagten beschäftigte Kläger gehörte seit 2014 einer Chatgruppe mit fünf anderen Arbeitnehmern an. Im November 2020 wurde ein ehemaliger Kollege als weiteres Gruppenmitglied aufgenommen. Alle Gruppenmitglieder waren nach den Feststellungen der Vorinstanz „langjährig befreundet“, zwei miteinander verwandt. Neben rein privaten Themen
äußerte sich der Kläger – wie auch mehrere andere Gruppenmitglieder – in beleidigender und menschenverachtender Weise ua. über Vorgesetzte und Arbeitskollegen. Nachdem die Beklagte hiervon zufällig Kenntnis erhielt, kündigte sie das Arbeitsverhältnis des Klägers außerordentlich fristlos.

Beide Vorinstanzen haben der vom Kläger erhobenen Kündigungsschutzklage stattgegeben. Die Revision der Beklagten hatte vor dem Zweiten Senat des Bundesarbeitsgerichts Erfolg. Das Berufungsgericht hat rechtsfehlerhaft eine berechtigte Vertraulichkeitserwartung des Klägers betreffend der ihm vorgeworfenen Äußerungen angenommen und das Vorliegen eines Kündigungsgrundes verneint. Eine Vertraulichkeitserwartung ist nur dann berechtigt, wenn die Mitglieder der Chatgruppe den besonderen persönlichkeitsrechtlichen Schutz einer Sphäre vertraulicher Kommunikation in Anspruch nehmen können. Das wiederum ist abhängig von dem Inhalt der ausgetauschten Nachrichten sowie der Größe und personellen Zusammensetzung der Chatgruppe. Sind Gegenstand der Nachrichten – wie vorliegend – beleidigende und menschenverachtende Äußerungen über Betriebsangehörige, bedarf es einer besonderen Darlegung, warum der Arbeitnehmer berechtigt erwarten konnte, deren Inhalt werde von keinem Gruppenmitglied an einen Dritten weitergegeben.

Das Bundesarbeitsgericht hat das Berufungsurteil insoweit aufgehoben und die Sache an das Landesarbeitsgericht zurückverwiesen. Dieses wird dem Kläger Gelegenheit für die ihm obliegende Darlegung geben, warum er angesichts der Größe der Chatgruppe, ihrer geänderten Zusammensetzung, der unterschiedlichen Beteiligung der Gruppenmitglieder an den Chats und der Nutzung eines auf schnelle Weiterleitung von Äußerungen angelegten Mediums eine berechtigte Vertraulichkeitserwartung haben durfte.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 24. August 2023 – 2 AZR 17/23 –
Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Urteil vom 19. Dezember 2022 – 15 Sa 284/22 –

Hinweis:
Der Senat hat mit Urteilen vom heutigen Tag in parallel gelagerten Rechtsstreitigkeiten von zwei weiteren Chatgruppen-Mitgliedern in gleicher Weise entschieden.

Tarifparteien: immer mehr Krach auf allen Ebenen

Gegenseitige öffentliche Vorwürfe, Streiks und gerichtliche Auseinandersetzungen – in den Tarifverhandlungen des ersten Halbjahres 2023 ging es zum Teil hitzig zu. Das unterstreicht das vom IW seit 2005 erstellte Konfliktbarometer. Es misst für 20 Branchen mit insgesamt rund 14 Millionen Beschäftigten in Deutschland auf einer Skala von null bis sieben, wie stark ein Tarifkonflikt eskaliert. Die höchste Eskalationsstufe steht für unbefristete Streiks und Aussperrungen.

In den betrachteten Branchen gab es 2023 bislang 13 Tarifverhandlungen. Und viele davon erreichten hohe Eskalationsstufen (Grafik):

In neun der 13 Branchen, die 2023 Tarifverhandlungen aufgenommen haben, kam es mindestens bis zum Warnstreik. Das entspricht Eskalationsstufe vier.

Zwar eskalierte keine der Verhandlungen bis zur letzten Stufe. Dennoch gingen auffällig viele Konflikte über den Warnstreik hinaus, der sonst oft die höchste Eskalationsstufe in Verhandlungen ist. Im Durchschnitt aller im IW-Barometer erfassten Tarifkonflikte lag die Eskalationsstufe im ersten Halbjahr 2023 bei 3,5 – höher war der Wert noch nie. Im Vorjahr betrug er lediglich 1,8.

Dass in diesem Jahr mit harten Bandagen gekämpft wird, zeigt sich auch in der Konfliktintensität. Dafür werden alle – sich teils wiederholenden – Eskalationsstufen einer Tarifrunde summiert. Das Ergebnis (Grafik):

Die durchschnittliche Konfliktintensität betrug 2023 bislang 14,4 Punkte – ein fast dreimal so hoher Wert wie im Jahr zuvor.

Auch wenn der Wert im zweiten Halbjahr theoretisch noch sinken könnte, wird 2023 eines der konfliktträchtigsten Jahre seit Beginn der IW-Auswertung. In den vergangenen 13 Jahren lag die Intensität nur 2015 mit 17,8 Punkten noch höher als derzeit.

Besonders heftig ging es zuletzt zwischen der Eisenbahnergewerkschaft EVG und der Deutschen Bahn zur Sache: Die verschiedenen Konflikthandlungen, von denen die Streiks viele Menschen direkt betroffen haben, summierten sich bis Ende Juni 2023 auf 33 Punkte.

Schlichtungen können helfen, Kompromisse zu finden

Ein Tarifabschluss ist nun in Sicht, da sich beide Seiten auf eine Schlichtung verständigten. Ob sie den von den Schlichtern ausgearbeiteten Kompromissvorschlag annehmen, entscheiden die Mitglieder der EVG Ende August in einer Urabstimmung. Der Vorstand der Gewerkschaft hat dem Schlichterspruch aber bereits zugestimmt.

Die Konfliktintensität der Tarifverhandlungen war im ersten Halbjahr 2023 mit durchschnittlich 14,4 Punkten besonders hoch – in den vergangenen 13 Jahren lag der Wert nur einmal darüber.

Solche Schlichtungen sind ein probates Mittel, wenn die verhandelnden Parteien auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer beauftragen dann einen oder mehrere neutrale Schlichter, üblicherweise sind es Personen des öffentlichen Lebens wie Politiker. Diese loten in Gesprächen aus, wie ein Kompromiss aussehen könnte, und machen dann einen konkreten Vorschlag. Während der Schlichtung gilt die Friedenspflicht: Die Arbeitnehmer dürfen nicht streiken, die Arbeitgeber ihre Belegschaft nicht aussperren. Zwischen 2000 und März 2023 kam es in den vom IW untersuchten Branchen bundesweit insgesamt zu 46 Schlichtungen. Davon führten 32 zu einer Einigung – ein sehr guter Wert, wenn man bedenkt, dass die Verhandlungen zuvor festgefahren waren.

Auch in den diesjährigen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen vermittelten Schlichter erfolgreich. Neue Tarifverträge gab es außerdem für die Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsindustrie, der papierverarbeitenden Industrie, der Süßwarenindustrie sowie für die Ärzte kommunaler Krankenhäuser. Den Kompromiss für Beschäftigte der Deutschen Post nahmen die Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung an.

Inflationsausgleichsprämie erleichtert Tarifabschlüsse

Der Hauptgrund für die überdurchschnittlich intensiven und teils noch schwelenden Konflikte ist die Inflation. Auch wenn ihr Höhepunkt inzwischen wohl überschritten ist, stellt die Teuerungsrate die Tarifpartner auf eine harte Probe. Sinkende Reallöhne der Arbeitnehmer bei gleichzeitigem Fachkräftemangel erzeugen einen hohen Erwartungsdruck auf die Gewerkschaften. Je mehr Geld diese aber fordern, desto größer ist das Konfliktpotenzial in den Tarifverhandlungen.

Abhilfe kann die von der Bundesregierung eingeführte Inflationsausgleichsprämie schaffen. Bis zu 3.000 Euro können Unternehmen jedem Beschäftigten steuer- und sozialabgabenfrei zahlen. Viele der bisherigen Tarifabschlüsse in diesem Jahr beinhalten solche Einmalzahlungen, ohne sie wäre die Konfliktintensität wohl noch höher ausgefallen.

In den im zweiten Halbjahr 2023 anstehenden Tarifverhandlungen, die kaum reibungsloser als jene in den ersten sechs Monaten ablaufen dürften, könnte die Prämie ebenso eine wichtige Rolle spielen. Unter anderem wird im öffentlichen Dienst der Länder, in der Eisen- und Stahlindustrie sowie für die Zugbegleiter der Deutschen Bahn verhandelt.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft