NEUE PODCAST-SERIE DER „DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT“! „Rheinischer Wandel: Von Henkel zur Hightech-Zukunft“

Rechts im Bild: Christian Zaum

(ud) Für die Podcastreihe „Industrie in Düsseldorf: von Fritz Henkel bis zur Klimawende“ spricht Host Christoph Sochart mit dem Düsseldorfer Wirtschaftsdezernenten Christian Zaum über die Transformation der Industrie in der Region. Im Mittelpunkt steht, wie sich Düsseldorf als Teil eines starken Innovationsraums zwischen Rhein und Ruhr neu positioniert – mit Fokus auf wissensbasierte Industrie, Hightech und enge Netzwerke zwischen Unternehmen, Start-ups und Hochschulen.

Zaum betont die Chancen der „neuen Industrie“ für den Arbeitsmarkt: Es entstehen hochqualifizierte Jobs, während sich bestehende Berufe durch Digitalisierung und Weiterbildung wandeln. Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Innovationstreiber und Partner der Wirtschaft.

Auch Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema: Die Stadt unterstützt Unternehmen aktiv bei der Umstellung auf klimafreundliche Produktionsprozesse und baut entsprechende Infrastrukturen aus. Kleine, spezialisierte Unternehmen und Start-ups sieht Zaum als wichtige Impulsgeber für Innovation und ein dynamisches industrielles Ökosystem.

Sein Fazit fällt optimistisch aus: Die Kombination aus Wissen, Talenten, Kooperationen und dem klaren Fokus auf nachhaltige, intelligente Lösungen bietet große Chancen für die industrielle Zukunft Düsseldorfs.

Die Podcastserie erscheint im Sommer 2026. Es wird viele Gesprächspartner und neue Einblicke und Ausblicke in die Zukunftswelt unserer Industrie geben. Natürlich wird auch nicht der Blick zurück fehlen: wie alles begann!

Der Podcast wird produziert von den Streamboxstudios und der Unternehmerschaft Düsseldorf. Die „Düsseldorfer Wirtschaft“ gibt es seit sechs Jahren und im Juni erscheint die 200. Folge als Live-Episode, gesendet aus dem Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf.

19. Tandem-Tag auf Gut Gnadental: Miteinander statt füreinander – Integration behinderter Menschen durch Sport

Foto: Anne Großmann

(ud) Sport verbindet Menschen: Am Samstag, dem 9. Mai 2026, treffen sich auf dem malerisch an der Erft gelegenen Gut Gnadental in Neuss Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigung, um gemeinsam aktiv zu sein.

Der 19. Tandem-Tag bietet ein vielfältiges und lebendiges Sportprogramm – von Fußball, Handball und Tischtennis über Hockey und Rollstuhl-Basketball bis hin zu Voltigieren, Judo, Kanufahren auf der Erft und Ringen. Darüber hinaus erwartet die Besucher ein buntes Rahmenprogramm mit Live-Musik, kulinarischen Angeboten, erfrischenden Drinks und zahlreichen weiteren Mitmachaktionen.

Integration behinderter Menschen durch Sport

Gemeinsam Sport treiben – das bringt Menschen zusammen und ermöglicht es, gemeinsam kleine und große Erfolge zu erleben: Das ist der Grundgedanke der 2004 vom Unternehmer Burkhard Zülow gegründeten Tandem Stiftung. Es geht darum, Hemmungen und Berührungsängste abzubauen und zu erfahren, dass jeder etwas kann und Stärken hat. Auch die Leistungsfähigkeit soll gefördert und der Umgang zwischen Gesunden und Menschen mit Einschränkungen geübt werden.

Das Programm

Der Tandem-Tag beginnt um 10 Uhr. Nach der offiziellen Eröffnung durch Gastgeberin Jutta Zülow, Vorsitzende der Tandem Stiftung, geht es los mit der namengebenden Tandem-Tour. Das Besondere: Die Teilnehmer sitzen hier nicht, wie bei herkömmlichen Tandems, hinter- sondern nebeneinander. Hier steht – ganz im Geist der Tandem Stiftung – das Miteinander im Fokus, die Begegnung auf Augenhöhe.

Um 11:00 Uhr startet das inklusive Fußballmatch, bei dem die DJK Rheinkraft Neuss, die SG Kaarst und der SV Rot-Weiß Elfgen – die Außergewöhnlichen! – gegeneinander antreten. Anfeuern ausdrücklich erwünscht!

Ein Höhepunkt des Tages ist um 15:00 Uhr die Sportlerehrung der Neuss-Grevenbroicher-Zeitung (NGZ). Geehrt werden die drei Erstplatzierten der Wahl zum NGZ-Sportler des Jahres 2025: der Radsportler Kilian Schmitz, die Tischtennisspielerin Jana Vollmertund der Kanute Lukas Drossart.

Den Abschluss bildet um 15:30 Uhr eine große Tombola mit attraktiven Preisen. Als Hauptgewinn winkt eine Reise für zweiPersonen zum Reitsportevent CHIO in Aachen. Darüber hinaus gibt es attraktive Sachpreise wie u.a. Fahrräder und Sportgeräte. Mitmachen lohnt sich! Lose kosten einen Euro – der Erlös kommt der Tandem Stiftung zugute.

Die Organisation der gesamten Veranstaltung liegt in den Händen von Nadia Ehning, Tochter von Jutta Zülow. Die dreimalige Welt- und Europameisterin im Voltigieren sagt: „Beim Tandem-Tag ist jede und jeder willkommen.“ Die Teilnahme ist kostenfrei.

  1. Tandem-Tag

Samstag, 9. Mai 2026, ab 10 Uhr

Gut Gnadental, Nixhütter Weg 85, 41468 Neuss

Als Gäste werden unter anderem der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer, Ingo Wolf, NRW-Innenminister a. D., Dirk Brügge, Kreisdirektor Rhein-Kreis Neuss, Katharina Reinhold, Landrätin, Hans-Jürgen Petrauschke, ehemaliger Landrat, der Ringer Dani Nakaev (angefragt) und der Handballer Christopher Klasmann von der HSG Krefeld sowie Voltigierer aus Neuss und Borken erwartet.

Die „Tandem Stiftung Burkhard Zülow“

Der Neusser Unternehmer Burkhard Zülow verzichtete anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahre 2004 auf persönliche Geschenke. Stattdessen sammelte er Spenden, damit Schüler mit und ohne Einschränkungen gemeinsam Sport treiben können.

Das erste Projekt war zugleich auch Namensgeber der Initiative: “Tandem – Integration behinderter Menschen durch Sport”. Im September 2010 wurde aus der Initiative Tandem die „Tandem Stiftung Burkhard Zülow“.

Zülow AG

Die Zülow AG ist ein Dienstleistungsunternehmen der Elektrobranche und seit ihrer Gründung 1971 ein eigentümergeführtes Familienunternehmen am Standort Neuss. Heute sind mehr als 350 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.

Seit 1996 ist der Stammsitz auf Gut Gnadental in Neuss, wo das Unternehmen in historischer Umgebung Raum geschaffen hat, um Kommunikation in einer sich digitalisierenden Welt – zu der es mit seinen Dienstleistungen in der Daten- und Netzwerktechnik ebenfalls seinen Beitrag leistet – auch „analog“ die Begegnung von Menschen zu ermöglichen.

Arbeitskosten in Deutschland bleiben hoch – Abstand zur EU nahezu unverändert

(cs) Deutschland bleibt ein Hochkostenstandort – mit vergleichsweise stabiler Entwicklung. Während andere EU-Länder, insbesondere in Osteuropa, dynamisch aufholen, verharrt der Abstand zum europäischen Durchschnitt auf nahezu unverändertem Niveau. Für Unternehmen bedeutet das weiterhin hohe Belastungen, während Beschäftigte von steigenden Löhnen profitieren dürfen.

Die Kosten für Arbeit in Deutschland sind im Jahr 2025 erneut gestiegen – wenn auch moderater als im europäischen Durchschnitt. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilt, zahlten Arbeitgeber im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich 45,00 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde. Damit liegt Deutschland weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Europäische Union, der bei 34,90 Euro lag.

Deutschland rund 29 Prozent über EU-Niveau

Im Vergleich zum EU-Durchschnitt mussten deutsche Unternehmen etwa 29 Prozent mehr für eine Arbeitsstunde aufbringen. Trotz dieses hohen Niveaus fiel der Kostenanstieg mit +3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr geringer aus als im EU-Schnitt (+4,1 Prozent). 2024 hatten die Arbeitskosten hierzulande noch bei 43,50 Euro gelegen.

Auffällig bleibt die große Spannweite innerhalb Europas: Während in Luxemburg mit durchschnittlich 56,80 Euro die höchsten Arbeitskosten anfallen, liegen sie in Bulgarien bei lediglich 12,00 Euro. Auch Dänemark (51,70 Euro) und die Niederlande (47,90 Euro) zählen zu den Hochkostenländern. Am unteren Ende der Skala folgen neben Bulgarien auch Rumänien (13,60 Euro) und Ungarn (15,20 Euro).

Dynamik vor allem in Osteuropa

Die stärksten prozentualen Anstiege der Arbeitskosten verzeichneten 2025 vor allem osteuropäische Länder. Bulgarien führte mit einem Plus von 13,1 Prozent, gefolgt von Kroatien (+11,6 Prozent) und Polen (+10,5 Prozent). Deutlich moderater entwickelten sich die Kosten etwa in Frankreich (+2,0 Prozent), Dänemark (+3,0 Prozent) und Italien (+3,2 Prozent). In Malta gingen die Arbeitskosten sogar leicht zurück (-0,5 Prozent).

Langfristiger Anstieg in allen Branchen

Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt: Arbeit ist in Deutschland in sämtlichen Wirtschaftsbereichen deutlich teurer geworden. Seit 2020 stiegen die Arbeitskosten um mindestens 14 Prozent, in einigen Dienstleistungssektoren sogar um mehr als 30 Prozent. Besonders betroffen sind freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie das Gastgewerbe.

Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt ergibt sich ein Plus von 22,3 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Dennoch hat sich die relative Position Deutschlands im europäischen Vergleich kaum verändert: Lag der Abstand zum EU-Durchschnitt im Jahr 2020 bei rund 30 Prozent, beträgt er 2025 immer noch etwa 29 Prozent.

Iran-Krieg belastet unsere Betriebe – Zuversicht sinkt

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland bewerten die Lage bei diesen Indikatoren im Frühjahr 2026 gegenüber dem Frühjahr 2025 wie folgt und erwarten für das Jahr 2026 gegenüber 2025 diese Entwicklung

(cs) Der Krieg im Nahen Osten entwickelt sich zunehmend zum konjunkturellen Risiko für Deutschland. Was zum Jahreswechsel 2025/2026 noch wie ein vorsichtiger Aufbruch wirkte, ist inzwischen verflogen. Statt einer erhofften Erholung prägen steigende Energiepreise, gestörte Lieferketten und wachsende Unsicherheit die wirtschaftliche Lage.

Auslöser der erneuten Eintrübung ist der seit Ende Februar eskalierte Konflikt rund um den Iran. Besonders schwer wiegt dabei die Blockade der Straße von Hormus – eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie. Die Folge: Öl- und Gaspreise ziehen deutlich an, Lieferketten geraten ins Stocken, Produktionsabläufe werden unsicher. Für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland ist das ein empfindlicher Rückschlag.

Eine aktuelle Umfrage des Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) unter rund 1.000 Unternehmen zeigt, wie stark die Stimmung bereits gekippt ist. Knapp 43 Prozent der Firmen berichten, dass sich ihre Geschäftslage gegenüber dem Frühjahr 2025 verschlechtert habe. Nur gut 14 Prozent sehen eine Verbesserung. Besonders auffällig: Auch im Dienstleistungssektor, lange Zeit Stabilitätsanker der Wirtschaft, überwiegt inzwischen die Skepsis deutlich.

Der Blick nach vorn fällt kaum optimistischer aus. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten 35 Prozent der Unternehmen einen Rückgang ihrer Produktion, während lediglich 21 Prozent mit einem Wachstum rechnen. Damit setzt sich ein Negativtrend fort, der bereits seit Herbst 2023 anhält – eine ungewöhnlich lange Phase wirtschaftlicher Zurückhaltung.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland erwarten für das Jahr 2026 gegenüber 2025 diese Entwicklung der Produktion, Investitionen und Beschäftigung

Am größten ist die Skepsis in der Industrie. Hier rechnen 39 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verschlechterung, insbesondere in der Konsumgüter- und Grundstoffindustrie. Doch auch andere Branchen geraten unter Druck: Im Baugewerbe, wo sich Optimisten und Pessimisten zuletzt noch die Waage hielten, rechnet nun wieder eine Mehrheit mit sinkender Produktion. Der Dienstleistungssektor folgt ebenfalls dem negativen Trend.

Parallel dazu verschlechtern sich die Perspektiven für Investitionen. Fast vier von zehn Unternehmen planen, ihre Ausgaben im laufenden Jahr zu reduzieren. Nur etwa jedes fünfte Unternehmen will mehr investieren als im Vorjahr. Die Unsicherheit durch geopolitische Krisen trifft dabei auf strukturelle Herausforderungen wie hohe Steuer- und Abgabenlasten sowie zunehmende Regulierung.

Auch der Arbeitsmarkt dürfte die Entwicklung bald zu spüren bekommen. Lediglich rund 21 Prozent der Unternehmen planen einen Personalaufbau, während 29 Prozent von einem Stellenabbau ausgehen. Besonders deutlich zeigt sich diese Schere im Verarbeitenden Gewerbe: Dort rechnen 37 Prozent mit sinkender Beschäftigung, aber nur 14 Prozent mit Neueinstellungen.

Der Iran-Krieg wirkt damit wie ein Brandbeschleuniger für bestehende Probleme. Die deutsche Wirtschaft steht nicht nur unter konjunkturellem, sondern auch unter strukturellem Druck. Eine schnelle Erholung ist vorerst nicht in Sicht – zu groß sind die Unsicherheiten auf den globalen Märkten und zu tiefgreifend die Herausforderungen im Inland.

Immer mehr Doppelverdiener: Das Ende des klassischen Ein-Verdiener-Modells

(cs) Das traditionelle Familienmodell, in dem eine Person arbeitet und die andere zu Hause bleibt oder nur geringfügig beschäftigt ist, verliert in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Neue Zahlen des Statistisches Bundesamt zeigen: Die Erwerbsbeteiligung in Partnerschaften hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Fest steht: Das klassische Ein-Verdiener-Modell ist nicht verschwunden – aber es ist längst nicht mehr der Standard. Stattdessen prägt ein neues Normal die Gesellschaft: Partnerschaften, in denen beide zum Einkommen beitragen. Wir haben uns die Zahlen angeschaut.

Im Jahr 2025 lebten rund 14 Millionen Paare in Deutschland, in denen beide Partner zwischen 15 und 64 Jahre alt waren. In mehr als zwei Dritteln dieser Beziehungen – konkret 68,8 Prozent – gingen beide Partner einer über geringfügige Beschäftigung hinausgehenden Arbeit nach. Damit ist das sogenannte Doppelverdiener-Modell längst zur dominierenden Lebensrealität geworden.

Nur noch etwa jedes vierte Paar (25,2 Prozent) entspricht dem klassischen Muster, bei dem eine Person voll oder in größerem Umfang arbeitet, während die andere nur geringfügig oder gar nicht erwerbstätig ist. Noch deutlicher wird der Wandel im Zeitvergleich: 2015 traf dieses Modell immerhin noch auf knapp ein Drittel aller Paare (32,5 Prozent) zu.

Parallel dazu ist der Anteil der Paare gewachsen, in denen beide Partner aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen. 2015 lag dieser Wert noch bei 59,8 Prozent – ein Anstieg um fast neun Prozentpunkte innerhalb eines Jahrzehnts. Dagegen ist der Anteil der Paare, in denen beide keiner oder nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, weiter zurückgegangen: von 7,7 Prozent im Jahr 2015 auf 6,0 Prozent im Jahr 2025.

Warum immer mehr Paare gemeinsam arbeiten

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen. Viele haben ihre Arbeitszeit ausgeweitet oder sind aus Minijobs in reguläre Teilzeit- oder Vollzeitstellen gewechselt. Auch wirtschaftliche Faktoren spielen eine Rolle: Steigende Lebenshaltungskosten machen es für viele Haushalte notwendig, auf zwei Einkommen zu setzen.

Zudem haben sich gesellschaftliche Rollenbilder verändert. Erwerbsarbeit wird zunehmend als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden, während unbezahlte Arbeit – etwa Kinderbetreuung oder Pflege – stärker zwischen den Partnern aufgeteilt wird.

Wer nicht arbeitet – und warum

Die Statistik unterscheidet klar zwischen verschiedenen Formen der Nicht-Erwerbstätigkeit. Erwerbslose Personen suchen aktiv nach Arbeit, während sogenannte Nichterwerbspersonen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen – etwa wegen Ausbildung, gesundheitlicher Einschränkungen oder weil sie bewusst keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Ein struktureller Wandel mit Folgen

Der Trend hin zu mehr Doppelverdiener-Paaren hat weitreichende Auswirkungen: auf die Organisation von Familienleben, auf die Nachfrage nach Kinderbetreuung und auf den Arbeitsmarkt insgesamt. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Angebote und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewinnen weiter an Bedeutung.

Future-Crafted Chemistry: Wie Innovation und Industrie im Rheinland zusammenfinden

Foto: ChemCologne

(cs) Das ist die „Chemiewelt von morgen“: Unter dem Motto „Future-Crafted Chemistry – Where Industry Meets Innovation“ kamen beim Kooperationstag der ChemCologne mehr als 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Startup-Szene zusammen – mit einem klaren Ziel: die Transformation der Chemieindustrie aktiv zu gestalten.

Bühne für Start-ups: Ideen für die Industrie von morgen

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Startup Pitch Session. Sechs junge Unternehmen präsentierten ihre Lösungen für die Herausforderungen der Branche. Mit dabei waren unter anderem Naion.tech, FindIQ, Sybilion, Hyperheat und Mycolever – ein breites Spektrum von datengetriebenen Anwendungen bis hin zu nachhaltigen Produktionstechnologien.

Am Ende überzeugte ein Team besonders: Hyperheat gewann das Publikumsvoting. Das Startup, vertreten durch Gründer Frederick Lessmann, setzt auf die Elektrifizierung industrieller Hochtemperaturprozesse. Temperaturen von bis zu 2.000 Grad Celsius sollen künftig ohne fossile Brenner erzeugt werden – ein Ansatz, der insbesondere für die energieintensive Chemieindustrie erhebliches Transformationspotenzial birgt.

Foto: ChemCologne

Austausch über Gründung und Finanzierung

Wie sich solche Ideen erfolgreich skalieren lassen, diskutierten im Anschluss Branchen- und Finanzierungsexperten. Tilman Spitz, Gründer und CEO der goatAM GmbH, sprach gemeinsam mit Stephanie Grubenbecher und Sebastian Hanny-Busch über Herausforderungen beim Unternehmensaufbau – von der ersten Idee bis zur Finanzierung.

Dabei wurde deutlich: Der Zugang zu Kapital, belastbare Netzwerke und enge Kooperationen mit der Industrie sind entscheidende Faktoren, um Innovationen aus der Forschung in den Markt zu bringen.

Impulse für die nächste Generation

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs spielte eine zentrale Rolle. In Impulsvorträgen gaben Expertinnen und Experten Einblicke in die Arbeitswelt von morgen und in neue Forschungsansätze. Louisa Bock von Bayer sprach über Schlüsselkompetenzen, die künftig in der Industrie gefragt sind.

Anschließend stellte Ulrich Schörken das Graduiertencluster „Aufbruch“ vor. Im Fokus steht dabei die Transformation hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie im Rheinischen Revier – einem der zentralen industriellen Wandelräume in Deutschland.

Foto: ChemCologne

Chemiecluster als Motor der Transformation

Für Christoph Kappenhagen, Vorstandsvorsitzender von ChemCologne, zeigt die Veranstaltung vor allem eines: den hohen Stellenwert von Kooperationen. Der Austausch zwischen Industrie, Start-ups und Wissenschaft liefere wichtige Impulse für die Zukunft der Branche.

Die ChemCologne-Region gilt als eine der stärksten Chemieregionen Europas. Sie erstreckt sich von Krefeld bis Bonnund von Aachen bis Wuppertal. Mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent am deutschen Chemieumsatz kommt ihr eine Schlüsselrolle bei der industriellen Transformation zu.

>> Der Kooperationstag in Leverkusen macht deutlich: Die Zukunft der Chemie entsteht im Zusammenspiel. Start-ups liefern neue Technologien, die Industrie bringt Skalierung und Anwendungskompetenz, und die Wissenschaft sorgt für den notwendigen Innovationsnachschub. Formate wie „Future-Crafted Chemistry“ zeigen, wie dieses Zusammenspiel konkret funktionieren kann – und warum das Rheinland dabei eine zentrale Rolle spielt.

Hauptversammlung 2026: Henkel beschließt Dividendenerhöhung und stellt Weichen für weiteres Wachstum

Dr. Simone Bagel-Trah und Carsten Knobel. Foto: Henkel

(cs) Auf der Hauptversammlung der Henkel AG & Co. KGaA am 27. April 2026 haben die Aktionärinnen und Aktionäre sämtlichen Tagesordnungspunkten zugestimmt. Rund 87 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals waren vertreten. Die Versammlung fand – wie bereits in den Vorjahren – als Präsenzveranstaltung in der CCD-Stadthalle in Düsseldorf statt.

Deutliche Dividendenerhöhung

Die Anteilseigner folgten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat und beschlossen eine Dividendenerhöhung um 1,5 Prozent für beide Aktiengattungen. Je Vorzugsaktie werden 2,07 Euro und je Stammaktie 2,05 Euro ausgeschüttet. Die Ausschüttungsquote liegt damit bei rund 38 Prozent und bewegt sich innerhalb der angestrebten Bandbreite von 30 bis 40 Prozent. Insgesamt zahlt Henkel rund 840 Millionen Euro an seine Aktionärinnen und Aktionäre aus.

Veränderungen im Gesellschafterausschuss

Im Rahmen einer Ergänzungswahl wurde Stefan Hartung in den Gesellschafterausschuss gewählt. Er folgt auf Jean-François van Boxmeer, der sein Mandat mit Ablauf der Hauptversammlung niedergelegt hatte.

Neue rechtliche Struktur für Unternehmensbereiche

Zudem stimmte die Hauptversammlung der geplanten Weiterentwicklung der Konzernstruktur zu. Demnach werden die beiden Unternehmensbereiche Adhesive Technologies und Consumer Brands zunächst in Deutschland in eigenständige rechtliche Einheiten überführt. Ziel ist es, Prozesse zu beschleunigen und die Organisation agiler aufzustellen, ohne die strategische und operative Steuerung des Konzerns zu verändern.


Bericht des Vorstandsvorsitzenden

In seiner Rede blickte der Vorstandsvorsitzende Carsten Knobel auf das Geschäftsjahr 2025 zurück und ordnete die aktuelle Entwicklung ein.

Knobel betonte, dass Henkel im Jahr 2025 auf 150 Jahre Unternehmensgeschichte zurückgeblickt habe und hob hervor, dass diese lange Tradition eine solide Grundlage für die Zukunft bilde.

Mit Blick auf das vergangene Geschäftsjahr erklärte er, dass 2025 erneut von erheblichen Herausforderungen geprägt gewesen sei. Dazu hätten insbesondere der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie weitere geopolitische Krisen gehört. Die daraus resultierende wirtschaftliche Unsicherheit und gestiegene Kosten hätten sowohl die Konsumstimmung als auch die industrielle Nachfrage belastet.

Trotz dieser Rahmenbedingungen sei 2025 insgesamt ein gutes Jahr für Henkel gewesen, so Knobel. Das Unternehmen habe wichtige Ziele erreicht oder sogar übertroffen, die Transformation konsequent vorangetrieben und die Fortschritte auch wirtschaftlich untermauert.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen lag auf der Wachstumsstrategie. Knobel erklärte, dass Akquisitionen weiterhin ein zentraler Bestandteil dieser Strategie seien. Im ersten Quartal 2026 habe Henkel mehrere Zukäufe angekündigt beziehungsweise vereinbart, die beide Unternehmensbereiche stärken sollen. Diese Akquisitionen repräsentierten zusammen ein Umsatzvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro und böten zusätzliches Wachstums- und Ertragspotenzial.

Darüber hinaus unterstrich Knobel die zentrale Bedeutung von Innovationen für den Unternehmenserfolg und verwies auf konkrete Beispiele sowie auf die jüngst definierten neuen Nachhaltigkeitsziele.

Ausblick auf 2026

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich der Vorstandsvorsitzende vorsichtig optimistisch. Knobel erläuterte, dass Henkel weiterhin von einem organischen Umsatzwachstum sowie von Ergebnissteigerungen ausgehe.

Mit Blick auf die geopolitische Lage, insbesondere die Krise im Nahen Osten, erklärte er, dass das Unternehmen die Entwicklungen mit großer Sorge verfolge. Die weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen seien derzeit nicht absehbar. Henkel beobachte die Situation aufmerksam und wolle flexibel reagieren. Die Sicherheit der Mitarbeitenden in der Region habe dabei oberste Priorität.

Fotos: Screenshots Henkel Instagram

Dank an die Belegschaft

Abschließend würdigte Knobel die Leistungen der weltweit rund 47.000 Beschäftigten. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und betonte, dass ihr Einsatz maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitrage.

Zum Abschluss zeigte sich Knobel überzeugt, dass Henkel strategisch gut aufgestellt sei. Das Unternehmen verfüge über die richtigen Strukturen, investiere gezielt in Marken und Technologien, stärke die Innovationskraft und erschließe durch Akquisitionen neue Wachstumsfelder. Zudem werde nachhaltiges Wirtschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter vorangetrieben. Henkel sei damit gut für die Zukunft gerüstet.

IW-Wohnindex: Im Umland der Metropolen wird es spürbar teurer – in Düsseldorf kletterten die Mieten um 5,9%

(cs) Die Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt bleibt angespannt – und verschiebt sich zunehmend ins Umland der großen Städte. Das zeigt der aktuelle Wohnindex des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für das erste Quartal 2026. Während die Mieten weiter deutlich steigen, treten die Kaufpreise für Immobilien weitgehend auf der Stelle.

Mieten steigen deutlich – Kaufpreise stagnieren

Bundesweit lagen die Neuvertragsmieten im ersten Quartal 3,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. In besonders gefragten Städten fiel der Anstieg noch stärker aus: In Düsseldorf kletterten die Mieten um 5,9 Prozent, in Köln um 5,7 Prozent und in Hamburg um 5,1 Prozent.

Eine Entspannung ist trotz leicht nachlassender Dynamik nicht in Sicht. Gleichzeitig zeigt sich der Kaufmarkt deutlich verhaltener: Eigentumswohnungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 2,5 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser lediglich um 0,7 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal stagnierten beide Segmente nahezu (+0,1 Prozent).

Umland besonders unter Druck

Auffällig ist die Entwicklung außerhalb der Metropolen. Rund um die sieben größten deutschen Städte stiegen die Mieten um 4,2 Prozent, im Umland anderer Großstädte um 3,9 Prozent. Damit liegt das Plus sogar über dem Anstieg in den Städten selbst (3,8 Prozent).

Der Grund ist strukturell: Immer mehr Menschen weichen aus den teuren Innenstädten ins Umland aus – und treiben dort die Nachfrage. Der Preisdruck verlagert sich damit zunehmend in die Peripherie.

Eine Ausnahme bildet Berlin. Hier gingen die Mieten um 0,8 Prozent zurück. Allerdings handelt es sich laut IW um einen statistischen Effekt: Nach dem Auslaufen des Mietendeckels waren die Preise zuvor überdurchschnittlich stark gestiegen, da viele Vermieter aufgestaute Anpassungen nachholten. Der aktuelle Rückgang relativiert diese Entwicklung lediglich, ohne die angespannte Marktlage grundlegend zu verändern.

Energieeffizienz bleibt zentraler Preisfaktor

Auch geopolitische Entwicklungen wirken sich auf den Wohnungsmarkt aus. Der Iran-Krieg führt zu einer weltweiten Ölverknappung, deren Folgen jedoch bislang weniger gravierend ausfallen als der Energiepreisschock nach dem Russischer Angriff auf die Ukraine.

Ein erneuter Preiseinbruch wie im Jahr 2022 gilt daher als unwahrscheinlich. Zwar steigen die Energiekosten, jedoch moderater – zudem sind viele Risiken inzwischen in den Markt eingepreist.

Gleichzeitig verfestigt sich ein Trend, der seit der Energiekrise deutlich an Bedeutung gewonnen hat: die Energieeffizienz von Gebäuden. „Spätestens seit 2022 achten Käufer stärker darauf, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht“, erklärte IW-Immobilienökonom Pekka Sagner. Energieeffizienz sei längst kein kurzfristiges Krisenthema mehr, sondern ein dauerhafter Faktor bei der Preisbildung.

Mieten steigen auch im Umland

Schauen wir auf das Umland von Düsseldorf stellen wir fest, dass auch dort die Mieten steigen können. Es gibt dazu zwar keine Informationen im Wohnindex des IW. Dennoch können wir die Entwicklung aber gut einordnen und mit lokalen Daten konkretisieren. Beispiel Korschenbroich:

  • Laut IW stiegen die Mieten im Umland großer Städte im Schnitt um +4,2 % (Q1 2026 vs. Vorjahr).
  • Korschenbroich liegt im Einzugsgebiet von Düsseldorf und gehört genau zu diesem „Umland“-Segment.

Konkrete Zahlen für Korschenbroich:

  • Lokale Marktdaten zeigen deutlich geringere Dynamik: etwa +2,6 % im Jahresvergleich (Q1 2026)
  • Andere Datensätze sprechen sogar von nahezu stagnierenden Mieten (+0 % bis +0,6 %)

👉 Fazit:

  • IW-Perspektive (regional): rund +4 % im Umland
  • Korschenbroich konkret: eher +0 % bis +3 %, also spürbar schwächer als der Durchschnitt des Umlands

Mit Extras gegen den Azubi-Mangel – warum Benefits allein nicht reichen

(cs) Der Kampf um Nachwuchskräfte wird für Unternehmen in Deutschland immer intensiver. Trotz steigender Nachfrage nach Ausbildungsplätzen bleiben viele Stellen unbesetzt. Ende September 2025 waren rund 54.000 Ausbildungsplätze vakant – eine alarmierende Zahl für Betriebe, die dringend Fachkräfte von morgen suchen. Die Kölner Redaktion des IWD hat die konkreten Fakten.

Ein Grund für diese Entwicklung liegt nicht nur in der konjunkturellen Schwäche, sondern auch in einem strukturellen Problem: Die Wünsche junger Menschen passen häufig nicht zum tatsächlichen Bedarf der Unternehmen vor Ort. Um diese Lücke zu schließen, setzen viele Betriebe zunehmend auf sogenannte Benefits – also Zusatzleistungen, die über die klassische Ausbildungsvergütung hinausgehen.

Immer mehr Extras in Stellenanzeigen

Ein Blick auf aktuelle Daten zeigt: Benefits sind längst kein Randthema mehr. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, an der auch das Institut der deutschen Wirtschaft beteiligt war, hat sich die Zahl der beworbenen Zusatzleistungen in Online-Ausbildungsanzeigen seit 2019 vervielfacht.

Besonders verbreitet sind sogenannte entgeltähnliche Leistungen. Dazu zählen vor allem Urlaubs- und Weihnachtsgeld – klassische Extras, die 2025 bereits in fast 24 Prozent aller Anzeigen genannt wurden. Zum Vergleich: 2019 waren es nur 7,5 Prozent. Insgesamt enthielt zuletzt rund jede dritte Anzeige entsprechende finanzielle Zusatzleistungen.

Auch das Jobticket hat an Bedeutung gewonnen und wird inzwischen in etwa 12 Prozent der Ausschreibungen beworben. Ergänzt wird das Angebot durch vermögenswirksame Leistungen und andere finanzielle Anreize.

Doch nicht nur beim Geld legen Unternehmen nach. Mehr als die Hälfte aller Ausbildungsanzeigen hebt zusätzliche Qualifizierungsangebote hervor – deutlich mehr als noch vor sechs Jahren. Ebenso gewinnen Gesundheitsangebote, etwa vergünstigte Fitnessstudio-Mitgliedschaften, sowie Maßnahmen zur Altersvorsorge an Gewicht.

In so viel Prozent aller Online-Anzeigen für betriebliche Ausbildungsplätze wurden diese Zusatzleistungen beworben

Was junge Menschen wirklich wollen

Die Strategie scheint auf den ersten Blick sinnvoll: Finanzielle Extras kommen bei jungen Menschen gut an. Mehr als 90 Prozent der 14- bis 25-Jährigen halten Zusatzleistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld für wichtig.

Dennoch zeigt sich: Benefits allein entscheiden nicht über die Wahl eines Ausbildungsplatzes.

Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen für viele Jugendliche andere Faktoren – allen voran ein gutes Betriebsklima, interessante Aufgaben und die Aussicht auf eine Übernahme nach der Ausbildung. Auch ein attraktives Gehalt nach Abschluss der Lehre spielt eine zentrale Rolle.

So viel Prozent der jungen Menschen in Deutschland halten diese Zusatzleistungen im Rahmen einer Berufsausbildung für so wichtig bzw. unwichtig

Mehr als nur ein Lockmittel

Für Unternehmen bedeutet das: Benefits sind ein wichtiges Instrument im Wettbewerb um Nachwuchs – aber kein Allheilmittel.

„Wer nur mit Extras wirbt, greift zu kurz“, sagen Arbeitsmarktexperten. Entscheidend sei eine glaubwürdige und umfassende Strategie. Dazu gehört, die Ausbildungsinhalte transparent darzustellen, Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und ein realistisches Bild des Arbeitsalltags zu vermitteln.

Zudem sind Betriebe gefordert, mit überholten Rollenbildern aufzuräumen. Klischees über „typische Männer- oder Frauenberufe“ schrecken potenzielle Bewerberinnen und Bewerber eher ab, als dass sie Orientierung bieten.

Der Ausbildungsmarkt hat sich zu einem Bewerbermarkt entwickelt – zumindest in vielen Branchen. Unternehmen reagieren darauf mit kreativen Angeboten und attraktiven Zusatzleistungen. Doch am Ende bleibt entscheidend, ob das Gesamtpaket stimmt.

Denn für die Generation von morgen zählt nicht nur, was auf dem Papier steht – sondern vor allem, wie sich die Ausbildung im Alltag anfühlt.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW zeigt: Viele Snacks für Kinder enthalten überraschend hohe Salzmengen – mit möglichen Folgen für die Gesundheit.

Foto: Verbraucherzentrale

(cs) Bunte Verpackungen, lustige Tierformen und wohlklingende Werbeversprechen: Kinder-Knabbersnacks sind aus Supermärkten und Drogerien kaum wegzudenken. Für viele Eltern vermitteln sie den Eindruck, speziell auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt zu sein. Doch eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf, zeichnet ein anderes Bild: Zahlreiche dieser Produkte enthalten deutlich mehr Salz, als für Kinder empfehlenswert ist.

Hohe Salzwerte hinter kindgerechter Optik

Untersucht wurden 30 Knabbersnacks wie Knuspertiere, Stangen und Bällchen, die gezielt für Kinder vermarktet werden. Das Ergebnis: Im Durchschnitt enthalten die Produkte 1,92 Gramm Salz pro 100 Gramm. Besonders auffällig ist ein Spitzenwert von 2,8 Gramm – versehen mit dem Hinweis „ohne Aufstreusalz“. Eine Angabe, die leicht missverstanden werden kann, da sie suggeriert, das Produkt sei besonders salzarm.

„Die Verpackungen wirken oft gesund und kindgerecht, doch ein Blick auf die Nährwertangaben zeigt ein anderes Bild“, erklärt Ernährungsexpertin Katrin Böttner von der Verbraucherzentrale NRW. Tatsächlich trugen fast die Hälfte der untersuchten Produkte ähnliche Hinweise, die den Salzgehalt beschönigen könnten.

Schnell an der Tagesgrenze

Gerade bei Kindern kann der Salzkonsum rasch problematisch werden. Ein Beispiel aus der Untersuchung: Ein 50-Gramm-Snack enthält bereits 1,35 Gramm Salz – fast die Hälfte der empfohlenen Tageshöchstmenge für vier- bis sechsjährige Kinder. Diese liegt je nach Alter bei etwa zwei bis fünf Gramm.

Hinzu kommt: Salz steckt nicht nur in Snacks, sondern auch in alltäglichen Lebensmitteln wie Brot, Käse oder Wurst. „Auch ohne Knabberprodukte ist die empfohlene Menge schnell erreicht“, so Böttner. Ihr Rat: Salzige Snacks sollten, wenn überhaupt, nur in kleinen Portionen angeboten werden – und nicht als sättigende Zwischenmahlzeit dienen.

Frühe Gewöhnung mit langfristigen Folgen

Ein hoher Salzkonsum im Kindesalter kann weitreichende gesundheitliche Konsequenzen haben. Studien zeigen, dass sich Geschmacksvorlieben früh entwickeln. Wer sich bereits als Kind an stark gesalzene Lebensmittel gewöhnt, greift auch später eher zu salzigen Produkten.

Das Risiko: Bluthochdruck kann sich bereits in jungen Jahren entwickeln und erhöht langfristig die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Deshalb ist es wichtig, Kinder früh an weniger salzige Lebensmittel zu gewöhnen“, betont Böttner.

Kaum Regulierung für Kinderprodukte

Ein weiteres Problem: Für die meisten Kinderlebensmittel gelten keine speziellen gesetzlichen Vorgaben. Anders ist das nur bei Produkten für Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren. Diese unterliegen strengeren EU-Regeln, etwa beim Salzgehalt. Für Eltern ist der Unterschied jedoch oft schwer zu erkennen, da die Produkte im Handel häufig nebeneinander platziert sind und sich nur durch kleine Hinweise unterscheiden.

Bessere Alternativen gefragt

Die Verbraucherzentrale rät Eltern, genauer hinzuschauen und Produkte zu vergleichen. Als gesündere Snack-Alternativen eignen sich etwa frisches Gemüse, Obst, ungesalzene Nüsse oder Naturjoghurt.

Der Befund der Stichprobe macht deutlich: Kinderprodukte sind nicht automatisch kindgerecht. Wer auf die Gesundheit seines Nachwuchses achten will, kommt um einen kritischen Blick auf die Zutatenliste nicht herum.