Die neue Sicherheitsfrage: Wie verwundbar ist Düsseldorf? > Hybride Angriffe treffen Unternehmen

Von Christoph Sochart

Ein Angriff auf ein Unternehmen beginnt heute nicht zwingend mit einem Einbruchstor, einer Explosion oder einem sichtbaren Sabotageakt. Manchmal beginnt er mit einer E-Mail. Mit einem manipulierten Datensatz. Mit einem Angriff auf einen Dienstleister. Oder mit einer gezielt gestreuten Falschinformation, die Vertrauen zerstören soll.

Die Bedrohung ist unsichtbarer geworden – und gerade deshalb gefährlicher.

Das Institut der deutschen Wirtschaft spricht von sogenannten hybriden Angriffen. Gemeint sind damit nicht nur Cyberattacken, sondern auch Sabotage, Spionage, verdeckte politische Einflussnahme und Desinformationskampagnen. Die Angreifer zielen längst nicht mehr ausschließlich auf Geld. Sie wollen Lieferketten stören, Versorgungssicherheit beeinträchtigen, politische Entscheidungen beeinflussen oder das Vertrauen in staatliche und wirtschaftliche Institutionen schwächen.

Für die Unternehmen in Düsseldorf ist das keine abstrakte sicherheitspolitische Vokabel. Es ist eine Frage der täglichen Funktionsfähigkeit.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland dieser Größe sehen sich durch hybride Bedrohungen aus dem Ausland (sehr) stark betroffen

Fast 40 Prozent der Großunternehmen stark betroffen

Die Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft sind ein Weckruf: Fast 40 Prozent der Großunternehmen in Deutschland geben an, stark oder sehr stark von hybriden Bedrohungen aus dem Ausland betroffen zu sein. Bei Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten sind es 27 Prozent. Insgesamt berichtet etwa jedes fünfte Unternehmen von deutlichen Auswirkungen gezielter Angriffe. Institut der deutschen Wirtschaft: „Hybride Angriffe treffen deutsche Unternehmen“.

Besonders exponiert sind Branchen, die an zentralen Versorgungspunkten stehen. In der Informations- und Kommunikationswirtschaft sieht sich laut IW mehr als ein Drittel der Unternehmen hybriden Angriffen stark ausgesetzt. In der Energie- und Wasserversorgung betrifft dies rund ein Viertel der Unternehmen.

Diese Zahlen beschreiben keine ferne Zukunft. Sie beschreiben eine Gegenwart, in der wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und innere Sicherheit immer enger miteinander verbunden sind.

Düsseldorf ist ein internationaler Wirtschaftsstandort. Hier sitzen Unternehmen aus Industrie, Handel, Logistik, Kommunikation, Energie, Finanzwirtschaft und Dienstleistungen. Sie alle arbeiten in Netzwerken. Und jedes Netzwerk besitzt Schnittstellen. Jede Schnittstelle kann zum Einfallstor werden.

Die Wirtschaft ist nicht nur Ziel – sie ist Teil der Sicherheitsarchitektur

Aus Sicht der Düsseldorfer Unternehmen muss deshalb eine Erkenntnis an erster Stelle stehen: Wirtschaftsschutz ist keine private Nebenaufgabe, die der Staat per Gesetz an die Betriebe delegieren kann.

Natürlich müssen Unternehmen ihre IT sichern, Mitarbeitende sensibilisieren, Notfallpläne entwickeln und Lieferketten überprüfen. Sie müssen wissen, wie sie im Ernstfall weiterarbeiten können. Sie müssen sich fragen, welche Daten besonders schützenswert sind und wie lange ein Ausfall kritischer Systeme verkraftbar wäre.

Doch Sicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Ein mittelständisches Unternehmen kann nicht allein die Aufgaben übernehmen, die eigentlich eine koordinierte staatliche Sicherheitsarchitektur erfordern. Nicht jeder Betrieb kann eigene Spezialisten für Cyberabwehr, Spionageprävention und Krisenkommunikation beschäftigen. Und kein Unternehmen kann allein aufklären, wer hinter einem Angriff steht oder ob ein lokaler Vorfall Teil einer größeren Strategie ist.

Die Wirtschaft braucht daher nicht nur neue Pflichten, sondern verlässliche Partner.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen sich durch hybride Bedrohungen aus dem Ausland (sehr) stark betroffen

Das KRITIS-Dachgesetz ist ein Anfang – aber noch kein Schutzschild

Das im März 2026 in Kraft getretene KRITIS-Dachgesetz ist nach Einschätzung des IW ein Schritt in die richtige Richtung. Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen werden zu zusätzlichen Meldungen und Risikoanalysen verpflichtet.

Das ist sinnvoll. Wer Risiken nicht kennt, kann sie nicht beherrschen. Wer Vorfälle nicht meldet, verhindert kollektives Lernen.

Gleichzeitig darf Regulierung nicht selbst zum Sicherheitsrisiko werden. Umfangreiche und uneinheitliche Vorgaben, unklare Zuständigkeiten und lange Abstimmungswege schwächen die Handlungsfähigkeit. Unternehmen müssen im Ernstfall wissen, wen sie anrufen können, welche Informationen weiterzugeben sind und wer die Verantwortung für die nächsten Schritte übernimmt.

Die Forderung der Düsseldorfer Wirtschaft ist deshalb klar: weniger Zuständigkeitsnebel, mehr Zusammenarbeit.

Wir brauchen feste Ansprechpartner, schnelle Informationswege, gemeinsame Übungen und praxistaugliche Standards. Wir brauchen Behörden, die Unternehmen nicht erst nach einem Angriff kennenlernen. Und wir brauchen einen Staat, der nicht nur Pflichten formuliert, sondern auch Aufklärung, Abwehr und Schutz organisiert.

Sicherheit darf nicht an Bürokratie scheitern

Die Gefahr besteht, dass aus einer notwendigen Sicherheitsstrategie ein weiterer bürokratischer Kraftakt wird. Dann füllen Unternehmen Formulare aus, erstellen Risikoanalysen und dokumentieren Maßnahmen – während die eigentliche Bedrohung längst weiterzieht.

Das wäre die falsche Antwort.

Sicherheit ist kein Ordner im Schrank. Sicherheit ist eine Fähigkeit. Sie zeigt sich darin, ob ein Unternehmen nach einem Angriff handlungsfähig bleibt. Ob kritische Prozesse schnell wieder anlaufen. Ob Beschäftigte wissen, was zu tun ist. Ob Informationen zwischen Wirtschaft und Staat ohne Reibungsverluste fließen.

Aus Sicht der Unternehmen muss deshalb gelten: Regulierung soll Risiken reduzieren, nicht nur Nachweise produzieren.

Gerade der Mittelstand braucht dabei Unterstützung. Er braucht Zugang zu Expertise, verständliche Standards, bezahlbare Lösungen und eine Sicherheitsinfrastruktur, die nicht erst bei den größten Konzernen beginnt.

Resilienz wird zum Standortfaktor

Düsseldorf konkurriert nicht nur mit anderen Städten um Investitionen, Fachkräfte und Unternehmensansiedlungen. Düsseldorf konkurriert auch um Vertrauen.

Ein Standort ist dann attraktiv, wenn Energie verfügbar ist, Daten sicher sind, Logistik funktioniert, Kommunikation belastbar bleibt und Behörden im Krisenfall schnell reagieren. Resilienz wird damit zu einem ökonomischen Standortfaktor – ähnlich wichtig wie Infrastruktur, Fachkräfte und verlässliche Genehmigungsverfahren.

Wer heute über Wettbewerbsfähigkeit spricht, darf über Sicherheit nicht schweigen.

Die Unternehmen in Düsseldorf sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Sie werden in IT-Sicherheit investieren, Notfallpläne verbessern, Mitarbeitende schulen und den Austausch mit Sicherheitsbehörden intensivieren. Aber sie erwarten zu Recht, dass auch der Staat seine Verantwortung übernimmt.

Denn es ist nicht akzeptabel, wenn der Bund die Kosten und Risiken einer nationalen Sicherheitsaufgabe überwiegend bei den Betrieben ablädt. Unternehmen können viel leisten. Sie können aber nicht allein die strategische Verteidigung der offenen Gesellschaft organisieren.

Düsseldorf braucht eine gemeinsame Sicherheitsstrategie

Hybride Angriffe richten sich nicht nur gegen einzelne Unternehmen. Sie richten sich gegen die Funktionsfähigkeit unseres Gemeinwesens. Deshalb müssen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam handeln.

Für Düsseldorf bedeutet das: Wir brauchen einen regelmäßigen und belastbaren Austausch zwischen Unternehmen, Stadt, Land und Sicherheitsbehörden. Wir brauchen Szenarien, die nicht nur auf Papier existieren. Und wir brauchen eine Sicherheitskultur, die weder in Panik noch in Gleichgültigkeit verfällt.

Die neue Sicherheitsfrage lautet nicht, ob ein Angriff stattfinden kann. Er kann.

Die entscheidende Frage lautet: Wie schnell erkennen wir ihn? Wie geschlossen reagieren wir? Und wie gut gelingt es uns, danach weiterzumachen?

Die Antwort darauf entscheidet nicht nur über einzelne Betriebe. Sie entscheidet über die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Düsseldorf.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

Die WHU und der Mut, Zukunft nicht nur zu verwalten

Fotos: Christoph Sochart

Von Christoph Sochart

Es gibt Nachrichten, die zunächst wie eine Frage der Stadtentwicklung klingen und sich bei genauerem Hinsehen als eine Frage der Zukunft erweisen. Die WHU – Otto Beisheim School of Management – stellt die Weichen für einen neuen Campus in Düsseldorf. Geplant ist ein Ort auf der Halbinsel Kesselstraße, an dem Bildung, Forschung, Unternehmertum und gesellschaftliche Verantwortung zusammenfinden sollen.

Das ist weit mehr als die Entscheidung für ein Grundstück. Es ist ein Bekenntnis zu Düsseldorf – und zu einer Idee von Hochschule, die sich nicht mit der Vermittlung von Wissen begnügt, sondern Menschen befähigen will, Verantwortung zu übernehmen. In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz, geopolitische Spannungen und gesellschaftlicher Wandel die vertrauten Koordinaten verschieben, wird Orientierung zu einer ebenso wichtigen Ressource wie Information.

Die WHU will ihren neuen Campus bis zum Jahr 2034 realisieren, wenn sie ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Der geplante Standort soll ein offener Ort des Austauschs werden: für Studierende, Unternehmen, Wissenschaft, Gründerinnen und Gründer sowie öffentliche Institutionen. Die Hochschule beschreibt damit kein klassisches Campusmodell, sondern ein Ökosystem. Einen Ort, an dem aus Begegnungen Ideen entstehen können – und aus Ideen vielleicht Unternehmen, Arbeitsplätze und gesellschaftlicher Fortschritt.

Düsseldorf als Ort des Aufbruchs

Düsseldorf ist für ein solches Vorhaben ein sehr guter Ort. Die Stadt ist wirtschaftlich international ausgerichtet, europäisch geprägt und zugleich nah genug an den Menschen, die Wirtschaft täglich gestalten: an Unternehmerinnen und Unternehmern, an Beschäftigten, an Gründerinnen und Gründern, an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Landeshauptstadt lebt von ihrer Fähigkeit, unterschiedliche Welten miteinander zu verbinden. Industrie und Mittelstand, Handel und Kreativwirtschaft, internationale Konzerne und familiengeführte Unternehmen, Wissenschaft und Kultur: Düsseldorf ist dann besonders stark, wenn diese Kräfte nicht nebeneinanderstehen, sondern miteinander ins Gespräch kommen.

Ein neuer WHU-Campus kann dafür ein wichtiger Knotenpunkt werden. Nicht, weil Gebäude allein Innovation erzeugen. Sondern weil gute Orte Menschen zusammenbringen. Und weil aus dem persönlichen Gespräch, aus dem Widerspruch und aus der gemeinsamen Suche nach einer Lösung häufig mehr entsteht als aus der perfekten Präsentation.

Ich bin gerne Gast an der WHU

Ich selbst bin gerne Gast in der WHU. Der Düsseldorfer Standort ist derzeit noch in den Schwanenhöfen an der Erkrather Straße beheimatet. Genau dort sind auch meine Fotos entstanden.

Diese Bilder dokumentieren für mich nicht nur einen Standort. Sie erzählen von einer Atmosphäre: von Menschen, die sich austauschen, von jungen Persönlichkeiten mit Ideen und Ambitionen, von einer Hochschule, die mitten in der Stadt und mitten im Leben angekommen ist. Die Schwanenhöfe an der Erkrather Straße sind dabei mehr als eine Adresse. Sie stehen für eine Übergangsphase, in der sich zeigt, wie sehr eine Institution durch ihre Menschen geprägt wird – und nicht allein durch ihre Architektur.

Der neue Campus wird dieser Entwicklung einen neuen Rahmen geben. Er soll sichtbar machen, was die WHU heute bereits auszeichnet: den Anspruch an akademische Exzellenz, die Nähe zum Unternehmertum und die Bereitschaft, Verantwortung nicht als Zusatz, sondern als Teil guter Führung zu verstehen.

Führung braucht Urteilskraft

Die Wirtschaft der Zukunft wird nicht nur technischer, sondern auch widersprüchlicher. Künstliche Intelligenz verändert Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse. Geopolitische Konflikte beeinflussen Lieferketten und Investitionen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt steht unter Druck. Unternehmen müssen schneller entscheiden und zugleich verantwortungsvoller handeln.

In einer solchen Welt reicht es nicht, Management als Sammlung von Methoden zu verstehen. Führungskräfte brauchen Urteilskraft. Sie müssen Zusammenhänge erkennen, Unsicherheit aushalten, unterschiedliche Interessen abwägen und Entscheidungen erklären können. Sie müssen wissen, wann Technologie hilft – und wann sie den Menschen nicht ersetzen kann.

Eine Hochschule wie die WHU kann hierfür einen wichtigen Beitrag leisten. Sie kann Räume schaffen, in denen nicht nur die richtige Antwort gesucht wird, sondern auch die richtige Frage. Sie kann junge Menschen ermutigen, unternehmerisch zu denken, ohne gesellschaftliche Folgen auszublenden. Und sie kann den Gedanken stärken, dass wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung keine Gegensätze sein müssen.

Ein Gewinn für die Stadt

Der geplante Campus ist deshalb auch ein Gewinn für Düsseldorf. Er stärkt den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort, macht die Stadt für internationale Studierende und Talente noch attraktiver und eröffnet neue Möglichkeiten für Kooperationen.

Natürlich wird ein solches Projekt Zeit brauchen. Es wird Diskussionen geben, planerische Herausforderungen und vermutlich auch manche Kurskorrektur. Das gehört zu großen Vorhaben. Entscheidend ist, dass eine klare Vorstellung erkennbar bleibt: Hier soll kein abgeschlossener Elfenbeinturm entstehen, sondern ein offener Ort für Austausch, Kreativität und unternehmerischen Mut.

Die WHU bringt dafür eine starke Tradition mit. Ihre Geschichte ist eng mit Unternehmertum, Gründung und der Ausbildung verantwortungsvoller Führungspersönlichkeiten verbunden. Düsseldorf wiederum bringt die Offenheit, die Internationalität und die wirtschaftliche Vielfalt mit, die ein solcher Campus braucht.

Ein Zukunftsversprechen

Für mich ist die Nachricht deshalb vor allem ein Zukunftsversprechen. Ein Versprechen an junge Menschen, die nicht nur Karriere machen, sondern etwas bewegen wollen. Ein Versprechen an Unternehmen, die neue Ideen und gut ausgebildete Talente brauchen. Und ein Versprechen an die Stadt, dass Bildung, Wirtschaft und gesellschaftliche Verantwortung gemeinsam gedacht werden können.

Noch steht die WHU in Düsseldorf an der Erkrather Straße in den Schwanenhöfen. Dort sind meine Fotos entstanden – an einem Ort, der bereits heute Begegnung und Bewegung ausstrahlt. Der geplante Campus an der Kesselstraße könnte daraus ein neues Kapitel machen.

Die entscheidende Frage lautet am Ende nicht, wie spektakulär ein Gebäude aussieht. Sie lautet: Welche Menschen wachsen dort heran? Welche Ideen entstehen? Und welchen Beitrag leisten sie für eine Wirtschaft und eine Gesellschaft, die Orientierung dringender brauchen denn je?

Wenn die WHU darauf gute Antworten findet, wird ihr neuer Campus nicht nur ein Ort für Managementausbildung sein. Er wird ein Ort sein, an dem Zukunft eine Adresse bekommt.

Tarifrunde 2026 – erster Verhandlungstag: Metallarbeitgeber fordern realistischen Kurs

„Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass wir es nicht mit einer vorübergehenden konjunkturellen Delle zu tun haben. Viele Unternehmen kämpfen mit tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, hohen Energiepreisen, steigender Bürokratie und einem wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck“, betont Grütering (links). Archivfoto: Frank Wiedemeier

Von Christoph Sochart

Die ersten regionalen Tarifverhandlungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie haben heute (7. Oktober 2026) in Düsseldorf und Baden-Württemberg begonnen. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Aus Sicht der Arbeitgeber ist diese Forderung angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage eindeutig zu hoch.

In Nordrhein-Westfalen sind rund 640.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt, in Baden-Württemberg etwa 900.000. Die Branche steht jedoch unter erheblichem Druck: Produktion und Beschäftigung sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, gleichzeitig verschärft sich die internationale Wettbewerbssituation. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht deshalb keinen Verteilungsspielraum für eine üppige Lohnerhöhung.

„Die Unternehmen unserer Region stehen vor enormen Herausforderungen. Die Metall- und Elektroindustrie befindet sich in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Deshalb ist diese Tarifrunde eine der schwierigsten der vergangenen Jahrzehnte“, erklärt Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer des Düsseldorfer Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie.

Produktion und Beschäftigung unter Druck

Seit 2018 ist die Produktion der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen um 27 Prozent zurückgegangen. Die Beschäftigung ist im gleichen Zeitraum um zehn Prozent gesunken. Der Personalabbau droht sich weiter zu beschleunigen. Mittlerweile verliert der größte Industriezweig des Landes Monat für Monat rund 2.500 Arbeitsplätze.

Mit nur noch rund 640.000 Beschäftigten hat die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen einen historischen Tiefststand erreicht. Bundesweit sind in den vergangenen Jahren bereits hunderttausende Arbeitsplätze in der Industrie verloren gegangen. Die Deindustrialisierung hat damit konkrete Folgen für Unternehmen, Beschäftigte und ganze Regionen.

„Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass wir es nicht mit einer vorübergehenden konjunkturellen Delle zu tun haben. Viele Unternehmen kämpfen mit tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, hohen Energiepreisen, steigender Bürokratie und einem wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck“, betont Grütering.

Hohe Arbeitskosten belasten den Industriestandort

Ein wesentlicher Kostenfaktor für die Unternehmen sind die Arbeitskosten. Der Lohnkostenanteil an den Einkaufskosten liegt im Durchschnitt bei rund 30 Prozent, im Mittelstand sogar bei etwa 50 Prozent. Damit zählen die Arbeitskosten zu den entscheidenden Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

„Ein beträchtlicher Kostenfaktor für unsere Unternehmen ist der hohe Lohnkostenanteil an den Einkaufskosten mit im Mittel 30 Prozent – im Mittelstand liegt er sogar bei 50 Prozent. Die hohen Arbeitskosten sind eine wesentliche Ursache für die massive Wettbewerbsschwäche der Unternehmen am Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Dieser Kostendruck muss jetzt runter“, sagt Michael Grütering.

Die Arbeitgeberseite weist darauf hin, dass zusätzliche Kostensteigerungen Investitionen erschweren und den Druck auf Arbeitsplätze weiter erhöhen könnten. Besonders betroffen sind mittelständische Unternehmen und Zulieferer, die häufig mit geringeren Margen arbeiten und zugleich im Wettbewerb mit internationalen Standorten stehen.

Eine pauschale Einkommenserhöhung von fünf Prozent passe daher nicht zur wirtschaftlichen Realität der Branche. Vielmehr brauche es einen Tarifabschluss, der die angespannte Situation der Unternehmen berücksichtigt und Beschäftigung am Standort sichert.

Tarifabschluss muss Investitionen ermöglichen

Die anstehende Tarifrunde müsse deshalb mit Augenmaß geführt werden. Die Arbeitgeber setzen sich für einen Abschluss ein, der den Unternehmen Planungssicherheit gibt und zugleich Raum für Investitionen, Innovationen und Beschäftigung lässt.

„Wir brauchen einen Abschluss, der den Unternehmen Luft zum Atmen lässt, Investitionen wieder rentabler macht und Beschäftigung am Industriestandort sichert. Es geht um die Zukunft unserer Industrie und damit auch um die Arbeitsplätze in unserer Region“, erklärt Grütering.

Die Tarifparteien stehen damit vor einer besonderen Verantwortung. Tarifpolitik kann nicht alle Standortprobleme lösen. Sie kann aber dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, den Flächentarifvertrag zukunftsfest zu halten und die Voraussetzungen für eine Re-Industrialisierung zu schaffen.

Dazu gehören aus Arbeitgebersicht neben wettbewerbsfähigen Arbeitskosten auch verlässliche politische Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie, eine sichere und bezahlbare Energieversorgung sowie mehr Investitions- und Planungssicherheit.

Arbeitgeber fordern realistischen Kurs

Die Metall- und Elektroindustrie braucht nach Einschätzung der Arbeitgeber keinen weiteren Kostenschub, sondern einen realistischen tarifpolitischen Kurs. Ein Abschluss müsse fair, wirtschaftlich tragfähig und auf die Sicherung von Arbeitsplätzen ausgerichtet sein.

Die Tarifrunde 2026 ist damit eine Bewährungsprobe für die Sozialpartnerschaft und für die Zukunft des Flächentarifvertrags. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die berechtigten Interessen der Beschäftigten mit der wirtschaftlichen Realität der Unternehmen in Einklang zu bringen.

Neuste Podcastfolge der „Düsseldorfer Wirtschaft“ soeben erschienen

In der neuen Podcastfolge der „Düsseldorfer Wirtschaft“ berichten wir über die neusten Themen aus unserer Stadt.

In dieser Newsfolge geht es um Frank Schübels Wechsel in den Aufsichtsrat der Underberg-Gruppe, die Bilanz von „Chefs in Town“ und einen Blick hinter die Kulissen der Konecranes-Produktion. Außerdem ordnen wir ein, was der Bildungsmonitor 2026 für NRW bedeutet. Dazu hören wir einen Ausschnitt aus unserem Gespräch mit Klüh über modernes Personalmanagement. Zum Schluss gibt’s Veranstaltungstipps: die ZOON Podcast Week, den Leadership Club und den Future Day im Mercedes-Benz Sprinter-Werk.

Diese Episode hören Sie dort, wo Sie Podcasts hören, also zum Beispiel auf Apple und Spotify. Und natürlich auch bei uns: www.unternehmerschaft.de/podcast.

Wenn Ihnen gefällt, was Sie hören, dann empfehlen Sie uns gerne weiter und abonnieren Sie unseren Podcastkanal.

Wenn Sie mehr über die Themen erfahren möchten, dann schauen Sie in den Newskanal unserer Webseite unter www.unternehmerschaft.de.

Ein guter Gesprächspartner für Düsseldorfs Wirtschaft: Frank Schübel in den Underberg-Aufsichtsrat berufen

(v. l.): Dr. Ludwig Ruder, Frank Schuebel und Dr. Hubertine Underberg-Ruder. Foto: UNDERBERG

Von Christoph Sochart

Die Nachricht, dass Frank Schübel in den Aufsichtsrat der Semper idem Underberg AG berufen wurde, freut mich persönlich. Schübel kennt die Markenartikel- und Getränkeindustrie aus unterschiedlichen Perspektiven und hat über viele Jahre Unternehmen geführt. Zuletzt war er bis März 2026 Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der Teekanne Gruppe. Nun bringt er seine Erfahrung in das Aufsichtsgremium der Underberg-Gruppe ein.

Für uns in Düsseldorf hat diese Personalie noch eine besondere Verbindung: Teekanne ist ein langjähriges Mitgliedsunternehmen der Unternehmerschaft in Heerdt. Und Frank Schübel war für uns nicht nur ein bekannter Name aus der Wirtschaft. Wir haben mit ihm viele gute Erfahrungen gemacht – in persönlichen Begegnungen ebenso wie in unseren Formaten.

Schübel war Gast und Experte in unserem Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ und bei „Unternehmerschaft im Dialog“. Er hat dort seine Perspektive und seine Erfahrung eingebracht und den Austausch mit unseren Mitgliedern und Gästen bereichert. Solche Gespräche leben davon, dass Menschen nicht nur über ihre Funktionen sprechen, sondern ihre Erfahrungen teilen und sich auf den Dialog einlassen. Genau das haben wir an den Begegnungen mit ihm geschätzt.

Sein beruflicher Weg steht für breite Erfahrung in der Markenartikelindustrie: Er war unter anderem in Führungsfunktionen bei Nestlé Deutschland, der Deutschen Bahn und der Molkerei Weihenstephan tätig, gehörte dem Vorstand der Berentzen-Gruppe an und führte anschließend Teekanne als CEO. Nach Angaben von Underberg bringt er mehr als drei Jahrzehnte Branchenerfahrung mit. Für ein Aufsichtsgremium, das die strategische Entwicklung eines Familienunternehmens begleitet, ist ein solcher Erfahrungsschatz wertvoll.

Wir gratulieren Frank Schübel herzlich zu seiner neuen Aufgabe und wünschen ihm für die Arbeit im Aufsichtsrat der Underberg-Gruppe viel Erfolg. Für uns bleibt er zugleich ein geschätzter Gesprächspartner, der unserer Stadt und ihrer Wirtschaft verbunden ist. Wir freuen uns auf weitere Begegnungen und darauf, den Austausch über die Zukunft unserer Unternehmen und unseres Wirtschaftsstandorts fortzusetzen.

Finde genau dein Ding: Unser Sprinter-Werk lädt zum Future Day 2026 ein

Foto: Christoph Sochart

Welche Ausbildung passt zu mir? Und was bietet ein duales Studium? Beim Future Day 2026 am 13. November 2026 können Jugendliche gemeinsam mit Eltern und Freund*innen die beruflichen Möglichkeiten bei Mercedes-Benz in Düsseldorf kennenlernen.

Unter dem Motto „Finde genau dein Ding und werde Teil von Mercedes-Benz“ lädt die Ausbildung des Sprinter-Werks an der Rather Straße 51 zum Future Day 2026 ein. Interessierte Jugendliche sowie ihre Eltern und Freund*innen können sich vor Ort über die Ausbildungsberufe und das duale Studium bei Mercedes-Benz in Düsseldorf informieren.

Die Veranstaltung findet von 8 bis 15 Uhr im Ausbildungszentrum statt. Der Zugang erfolgt über Tor 1. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Future Day 2026 auf einen Blick

  • Für wen: Jugendliche, Eltern und Freund*innen
  • Wann: 13.11.2026; 8 bis 15 Uhr
  • Wo: Ausbildungszentrum, Tor 1, Rather Straße 51, Düsseldorf
  • Anmeldung: nicht erforderlich

Henkel schließt Übernahme von Stahl erfolgreich ab

Carsten Knobel Foto: HENKEL

Mit dem Spezialbeschichtungsunternehmen erweitert Adhesive Technologies sein Portfolio um ein attraktives Geschäftsfeld. Stahl gehört seit dem 1. Oktober 2026 vollständig zu Henkel.

Von Christoph Sochart

Henkel hat die Übernahme der niederländischen Stahl Group („Stahl“), einem globalen Anbieter von Hochleistungs-Spezialbeschichtungen für flexible Materialien, erfolgreich abgeschlossen. Nachdem alle Abschlussbedingungen erfüllt und die erforderlichen behördlichen Genehmigungen erteilt wurden, gehört Stahl seit dem 1. Oktober 2026 vollständig zu Henkel.

Spezialbeschichtungen für internationale Märkte

Stahl beliefert weltweit führende Marken in den Bereichen Mobility, Fashion & Lifestyle, Luxusgüter und Verpackungen. Das Portfolio umfasst Lederfinish- und Performance-Beschichtungen sowie Hochleistungsbeschichtungen für Papierverpackungen. Die Lösungen ermöglichen besondere Produkteigenschaften und tragen zu einem hochwertigen Verbrauchererlebnis bei.

Das Unternehmen beschäftigt rund 1.800 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Stahl einen bereinigten Umsatz von rund 725 Millionen Euro.

Strategische Ergänzung für Adhesive Technologies

Henkel-CEO Carsten Knobel sieht in der Akquisition einen wichtigen Schritt für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens:

„Der erfolgreiche Abschluss der Übernahme von Stahl stellt einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung unserer strategischen Agenda für ganzheitliches Wachstum sowie der Stärkung unseres Unternehmensbereichs Adhesive Technologies dar. Mit dem Eintritt in die attraktive angrenzende Kategorie der Spezialbeschichtungen erschließen wir zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten und erweitern unser Technologieportfolio um Produktangebote für bestehende sowie neue Endmärkte. Gemeinsam mit den Akquisitionen von ATP Adhesive Systems und Wetherby Laroc haben wir in diesem Jahr drei Transaktionen im Unternehmensbereich Adhesive Technologies erfolgreich abgeschlossen. Damit erhöhen wir den Gesamtumsatz in unserem Industriegeschäft um rund eine Milliarde Euro und schaffen die Grundlage für weiteres profitables Wachstum.“

Mark Dorn, Vorstand bei Henkel für den Unternehmensbereich Adhesive Technologies, betont die fachliche und strategische Ergänzung:

„Das wissensbasierte und serviceorientierte Geschäftsmodell von Stahl, das mit geringem Kapitalbedarf auskommt, und gleichzeitig hohe Kompetenz bei kundenspezifischen Lösungen und einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit aufweist, ist eine hervorragende strategische Ergänzung für unser Geschäft. Auf Basis dieser führenden Kompetenzen im Bereich Spezialbeschichtungen und Henkels globaler Expertise im Bereich der Klebstofftechnologien entsteht eine ganzheitliche Lösungsplattform, mit der wir unsere Kunden dabei unterstützen, Innovationen zu beschleunigen und ihre Nachhaltigkeitsziele schneller zu erreichen. Wir freuen uns sehr, unsere neuen Kolleg:innen im Team von Adhesive Technologies zu begrüßen und gemeinsam daran zu arbeiten, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.“

Mit der Integration von Stahl verbindet Henkel die Kompetenzen des Unternehmens in Spezialbeschichtungen mit seiner globalen Expertise in Klebstofftechnologien. Gemeinsam soll eine umfassende Lösungsplattform entstehen, die Kunden bei Innovationen und der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützt.

Wie entsteht ein Hafenkran? „StuBo unterwegs“ zu Gast bei Konecranes

Unser Bild zeigt einen Teil der Gruppe während der Betriebserkundung. Aufgrund der Teilnehmerzahl musste die Gruppe geteilt werden. Foto: Britta Schweiger

Vom Stahlblech bis zum fertigen Kran: Düsseldorfer Studien- und Berufswahlkoordinator*innen erhielten bei „StuBo unterwegs“ exklusive Einblicke in die Produktion von Konecranes.

Von Christoph Sochart

Wie entsteht aus einem Stahlblech ein Hafenkran – und wie gelangt er von Düsseldorf aus in die ganze Welt? Diesen Fragen gingen heute Düsseldorfer Studien- und Berufswahlkoordinator*innen bei „StuBo unterwegs“ nach. Das exklusive Betriebs-Erkundungsformat für Lehrkräfte wird von der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung unserer Stiftung Pro Ausbildung ermöglicht.

Ausbildungsleiter Rainer van Exyk und Britta Schweiger aus der Unternehmenskommunikation führten die Gruppe zwei Stunden lang durch die Produktion. Dabei zeigten sie, wie aus einzelnen Stahlteilen ein Hafenkran entsteht und nachts von Düsseldorf aus in alle Welt verschifft wird. Ein spannender Einblick in einen komplexen Produktionsprozess.

Düsseldorfer Technik für Häfen weltweit

Konecranes zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Kranen und Hebezeugen. Das Unternehmen entwickelt Lösungen für den Materialumschlag in Werften und Häfen ebenso wie für produzierende Unternehmen. Zu den Kunden zählen unter anderem Häfen in Hamburg, Antwerpen und San Diego.

Auch im Hamburger Hafen kommt Technik aus Düsseldorf zum Einsatz: Die HHLA Container Terminals Altenwerder (CTA) und Burchardkai (CTB) nutzen hochgradig automatisierte, fahrerlose Systeme, um den Containerumschlag effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Batterieelektrische Transportfahrzeuge bewegen Container autonom zwischen den Containerbrücken an der Kaikante und den Lagerbereichen. Dabei orientieren sie sich an Tausenden im Boden eingelassenen Transpondern, die per RFID-Funk kommunizieren. Auch Ladestationen steuern die Fahrzeuge selbstständig an – eine Innovation aus Düsseldorf.

Ausbildung mit Einblicken in die Praxis

Konecranes bietet verschiedene Ausbildungsberufe in der Produktion und Verwaltung an. Die Teilnehmenden erfuhren mehr über die unterschiedlichen Berufsbilder und die vielseitige Ausbildung. Besonders spannend: Auszubildende können gelegentlich Fachkräfte auf Reisen begleiten und miterleben, wie ein Kran vor Ort aufgebaut wird.

Auch die Ausbildungsvergütung ist attraktiv und tarifgebunden. Elektroniker*innen für Betriebstechnik in der Fachrichtung Schalt- und Steueranlagen verdienen bereits im ersten Ausbildungsjahr fast 1.300 Euro.

Beliebtes Format für Lehrkräfte

„StuBo unterwegs“ ermöglicht Lehrkräften, Unternehmen und Ausbildungsberufe direkt vor Ort kennenzulernen. Eingeladen werden die Studien- und Berufswahlkoordinator*innen über die Kommunale Koordinierung sowie die Düsseldorfer Arbeitskreise Schule/Wirtschaft. Das Format ist sehr beliebt – und bietet wertvolle Einblicke, die Lehrkräfte in ihre Beratung zur Studien- und Berufswahl einbringen können.

Chefs in Town 2026: Düsseldorf hat aufgekocht – und der Standort hat gewonnen

Wir waren gerne zu Gast bei „Chefs in Town 2026“. Foto: Christoph Sochart

Von Christoph Sochart

Drei Tage, mehr als 150 kulinarische Erlebnisse und eine Stadt, die ihre Gastgeberinnen und Gastgeber feiert: Die dritte Ausgabe von „Chefs in Town“ hat gezeigt, was Gastronomie für Düsseldorf bedeutet – wirtschaftlich, gesellschaftlich und menschlich.

Düsseldorf kann feiern. Aber an diesem Wochenende hat die Stadt vor allem gearbeitet: in Küchen, an Theken und Tischen, auf Märkten und hinter den Kulissen. Vom 25. bis 27. September wurde sie zur großen gemeinsamen Küche. „Chefs in Town“ ging in die dritte Runde – größer, vielfältiger und spürbar verwurzelt in der Stadt.

Für uns als Unternehmerschaft Düsseldorf begann das Festival schon vor dem ersten Teller: bei der Pressekonferenz im Mamacita auf dem METRO Campus. Dort war zu sehen, wie aus einer Idee, die 2024 gestartet ist, in kurzer Zeit eine Plattform für eine ganze Branche geworden ist. Dass METRO, unser Mitgliedsunternehmen, dieses Format ins Leben gerufen hat und mit Dr. Martin Behle im Organisationsteam Verantwortung übernimmt, verdient besondere Anerkennung.

Die Bilanz der Veranstalter ist eindrucksvoll: mehr als 150 kulinarische Erlebnisse, über 120 Restaurants, Cafés, Bars und Hotels sowie rund 100 Spitzenköchinnen und -köche. Tausende Gäste waren dabei. Von Fine Dining bis Streetfood, von Food Markets bis Charity-Formaten zeigte sich, wie breit und lebendig die Hospitality-Szene in Düsseldorf ist. Und noch etwas ist wichtig: Die teilnehmenden Betriebe zahlen keine Gebühr. In einer Branche, die täglich mit hohen Kosten, knappen Ressourcen und großem Einsatz um ihre Zukunft ringt, ist das ein starkes Zeichen der Unterstützung.

Das Herz des Festivals waren die Begegnungen. Internationale Spitzenköche trafen auf Düsseldorfer Gastgeberinnen und Gastgeber – nicht als Gastspiel für die Galerie, sondern am gemeinsamen Herd. Pierre Gagnaire und Yoshizumi Nagaya kochten im Nagaya ein Four Hands Dinner. Jameson Stocks war bei Agata’s zu erleben, Tim Raue im DOX des Hyatt, Nelson Müller gemeinsam mit Cornelia Poletto. Im Rubens brachte Cornelia Baumgart Kolleginnen und Kollegen zu einer ausverkauften Küchenparty zusammen. Solche Kooperationen schaffen mehr als besondere Menüs: Sie bringen eine Branche miteinander ins Gespräch und eröffnen neue Perspektiven für den Alltag der Betriebe.

An vielen Orten in der Stadt wurde aufgetischt. Foto: Christoph Sochart

Auch die Stadtgesellschaft stand mit am Herd. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller übernahm eine Schicht im Restaurant „Die Kurve“. Beim Charity-Format „Pasta für Zasta“ wurde mit Tohru Nakamura um die beste Pasta gerungen. Alina Meissner-Bebrout kochte erneut mit Kindern im Kinderhilfezentrum – eine Begegnung, die zeigt, dass gemeinsames Kochen nicht nur schmecken, sondern auch verbinden und Selbstvertrauen stärken kann. Dazu kamen weitere Aktionen zugunsten gemeinnütziger Organisationen.

Genau darin liegt für uns der besondere Wert von „Chefs in Town“: Das Festival ist kein bloßes Genusswochenende. Es macht sichtbar, was Unternehmen und Beschäftigte der Gastronomie und Hotellerie jeden Tag für Düsseldorf leisten. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden aus, ziehen Gäste in die Stadt und machen aus einem Besuch eine Erfahrung, an die man sich erinnert. Laut Oberbürgermeister arbeiten in Düsseldorfs Hotellerie und Gastronomie mehr als 14.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das ist ein bedeutender Teil der Stadtwirtschaft – und ein guter Grund, dieser Branche Aufmerksamkeit und verlässliche Rahmenbedingungen zu geben.

Auch die Innenstadt profitierte von der zusätzlichen Anziehungskraft. Die IHK Düsseldorf registrierte am Samstag zwischen 10 und 20 Uhr an drei Standorten 22 Prozent mehr Passantinnen und Passanten als im Durchschnitt der drei vorherigen Samstage. Sie ordnete den Zuwachs mehreren Großereignissen zu, darunter „Chefs in Town“. Das Festival allein erklärt also nicht jede zusätzliche Bewegung in der City. Es zeigt aber, wie große Veranstaltungen gemeinsam mit einer starken lokalen Szene Frequenz schaffen und Menschen in die Innenstadt bringen können.

Unser persönliches Highlight war schon der Auftakt auf dem METRO Campus: die spürbare Energie in einem Raum voller Menschen, die nicht nur über Gastronomie sprechen, sondern sie möglich machen. Aus dieser Haltung ist ein Wochenende entstanden, das Spitzenküche und Alltagsgastronomie zusammengebracht hat – und Düsseldorf als offene, gastfreundliche Stadt erlebbar machte.

Unser Dank gilt METRO, dem Team um Dr. Martin Behle, den Partnern aus Wirtschaft und Stadtgesellschaft sowie allen Gastgeberinnen und Gastgebern, Köchinnen und Köchen und Beschäftigten, die dieses Wochenende möglich gemacht haben. Die dritte Ausgabe hat gezeigt: Wenn eine Branche zusammenarbeitet und die Stadt ihr Raum gibt, entsteht mehr als ein Festival. Es entsteht ein starkes Signal für den Standort Düsseldorf.

Wir freuen uns auf die vierte Runde.

„Unser Sprinter“ auf der „Rolling Pin“ in Düsseldorf

Mercedes-Benz Vans auf der Rolling Pin Convention Düsseldorf 2026

Von Christoph Sochart

Auf der Rolling Pin Convention Düsseldorf 2026 wurde eindrucksvoll deutlich, wie eng Gastronomie und Hotellerie mit zuverlässiger Logistik verbunden sind. Als offizieller Mobilitätspartner zeigte Mercedes-Benz Vans, wie sich Lebensmittel und andere Produkte bedarfsgerecht, gekühlt und unter geeigneten Transportbedingungen ans Ziel bringen lassen.

Besonders interessant fand ich die unterschiedlichen Lösungen für verschiedene betriebliche Anforderungen: Der kompakte Vito mit Kühlausbau eignet sich dank seiner flachen Dachkühlanlage auch für viele Tiefgaragen.

Beim Sprinter, der auch in Düsseldorf hergestellt wird, mit unterflurmontierter Kühlanlage kommt ein zusätzlicher Dachaufbau nicht zum Einsatz – ein durchdachtes Konzept, das sich positiv auf die Aerodynamik und den Energie- beziehungsweise Kraftstoffverbrauch auswirken kann.

Für größere Mengen oder den Transport von Frisch- und Tiefkühlprodukten bietet der Sprinter mit Kühlkoffer viel Laderaum.Ein Blickfang war der vollelektrische eSprinter mit Kühlausbau. Seine Kühlanlage kann über das Bordnetz betrieben werden – auch während der Fahrt und bei Zustellstopps.

Abgerundet wurde der Auftritt durch den neuen elektrischen VLE, der mit viel Raum und Komfort auch für anspruchsvolle Shuttle-Angebote, etwa in der Spitzenhotellerie, interessante Möglichkeiten eröffnet.

Info:

Chefs in Town und die Rolling Pin.Convention sind zwei getrennte Veranstaltungen, die 2026 direkt aufeinanderfolgen und gemeinsam eine Gastro-Woche in Düsseldorf bilden.

  • Chefs in Town fand vom 25. bis 27. September an verschiedenen Orten in der Stadt statt. Das dezentrale Festival macht die Düsseldorfer Gastronomieszene mit Veranstaltungen für Fachleute und Publikum erlebbar. Es wurde von METRO initiiert.
  • Die Rolling Pin.Convention folgte am 28. und 29. September auf dem Areal Böhler. Sie ist ein Branchentreffen mit Bühnenprogramm, Vorträgen und Auszeichnungen für Fachleute aus Gastronomie und Hotellerie.