Neue Energiezentrale in Düsseldorf in Betrieb genommen – Abwärme wird zur Wärmequelle für Tausende Haushalte

Julien Mounier, CEO der Stadtwerke Düsseldorf, Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Henkel-CEO Carsten Knobel, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Henkel-Standortleiter Dr. Daniel Kleine. Foto: Christoph Sochart
(cs) Mit einem symbolträchtigen Schritt in Richtung klimafreundlicher Energieversorgung (700 qm) ist am Montag in Düsseldorf-Holthausen eine neue Energiezentrale offiziell in Betrieb genommen worden. Gemeinsam gaben Carsten Knobel, Mona Neubaur, Stephan Keller, Julien Mounier sowie Daniel Kleine den Startschuss für das Großprojekt. Die innovative Energiezentrale gehört deutschlandweit zu den Vorreiter-Projekten ihrer Art.
Henkel-CEO Carsten Knobel: „Dieses Projekt ist innovativ und nachhaltig – und ein starkes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn Industrie und öffentliche Hand zusammenarbeiten. Wir sind eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, das industrielle Abwärme in ein öffentliches Netz einspeist. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und unterstützen die Landeshauptstadt bei der Reduktion von CO₂-Emissionen. Unsere Zusammenarbeit zeigt, wie viel Energie – im wahrsten Sinne des Wortes – in einer starken Partnerschaft steckt. Mein Dank gilt dem gesamten Projektteam, das diese Idee zu einem Erfolg gemacht hat.“
Im Zentrum der Anlage steht ein imposanter, 51 Meter hoher Stahlkamin – 56 Tonnen schwer und mit einem Durchmesser von 3,60 Metern. Doch seine Bedeutung geht weit über seine Maße hinaus: Der Turm steht sinnbildlich für den Wandel eines traditionsreichen Industriestandorts. Wo sich früher das Kohlelager des Konsumgüterkonzerns Henkel befand, markiert er heute den Übergang in eine klimafreundlichere Zukunft. Bereits 2024 hatte Henkel die Nutzung von Kohle vollständig beendet.

Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, und Dr. Daniel Kleine, Henkel President Germany und Standortleiter Düsseldorf (v.r). Foto: Christoph Sochart
Abwärme wird zur Ressource
Kern des Projekts ist eine Kooperation zwischen Henkel und Stadtwerke Düsseldorf, die in dieser Form bislang einzigartig in der Landeshauptstadt ist. Industrielle Abwärme, die bislang ungenutzt blieb, wird künftig aufbereitet und in das Fernwärmenetz eingespeist. Haushalte im Düsseldorfer Süden – insbesondere in den Stadtteilen Garath und Benrath – profitieren direkt davon.
Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf: „Solch ein komplexes Projekt gelingt nur mit starken Partnern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Unser Dank geht deshalb an Henkel, die Landeshauptstadt und das NRW-Wirtschaftsministerium, das die entscheidenden Fördermittel zur Verfügung gestellt hat. In der Zusammenarbeit zwischen kommunalem Versorger und Industrie liegt erhebliches Potenzial, denn alles, was in unsicheren Zeiten die Abhängigkeit von Importen reduziert, stärkt den Wirtschaftsstandort und die Versorgungssicherheit in unserer Region.“
Für die Stadtwerke Düsseldorf ist die Wiederverwendung der Kamin-Abwärme ein wichtiger Schritt zur weiteren Dekarbonisierung der Fernwärme. Bis zu 35 Prozent der Fernwärme in diesen Gebieten sollen künftig aus der Abwärme des Henkel-Kraftwerks stammen. Für die Stadtwerke bedeutet das einen erheblich geringeren Einsatz von Erdgas. Gleichzeitig sinken die CO₂-Emissionen der Stadt um rund 6.500 Tonnen jährlich.

Ein erhöhter Blick auf die neue Energiezentrale. Foto: Christoph Sochart
Starkes Bündnis für den Klimaschutz
Für Julien Mounier ist das Projekt ein Beispiel gelungener Zusammenarbeit: Ohne die enge Kooperation zwischen Industrie, kommunalen Unternehmen und Politik wäre ein Vorhaben dieser Größenordnung kaum realisierbar gewesen. Auch die Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen spielte eine entscheidende Rolle. Gefördert wurde das Projekt über das Programm „progres.nrw – Wärme- und Kältenetzsysteme“.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Statt Abwärme aus der Produktion einfach verpuffen zu lassen, zeigt die Kooperation von Industrie und Energiewirtschaft, wie wir uns Schritt für Schritt aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreien können. Das Ergebnis ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort und ein wichtiger Beitrag für die Versorgungssicherheit.“
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte vor Ort die Bedeutung solcher Initiativen für die Energiewende: Industrielle Abwärme sei ein bislang oft unterschätztes Potenzial auf dem Weg zur Dekarbonisierung.
Teil einer größeren Strategie
Henkel verfolgt ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Wie Standortleiter Daniel Kleine erklärte, konnte Henkel seine CO₂-Emissionen am Düsseldorfer Standort in den vergangenen fünf Jahren bereits um rund 73 Prozent reduzieren. Die neue Energiezentrale sei ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller würdigt die Gemeinschaftsleistung: „Diese Kooperation zeigt, wie stark und innovativ Düsseldorfs Wirtschaft ist. Henkel feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag, die Stadtwerke Düsseldorf das 160. Jahr ihres Bestehens. Und gemeinsam bringen diese Traditionsunternehmen heute ein Projekt an den Start, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Bedeutung hat. Das ist nicht nur ein erstklassiger Beitrag für das Düsseldorfer Klima, das ist auch ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Düsseldorf.“
Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller sieht in dem Projekt eine Blaupause für andere Städte und Unternehmen: Die intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen könne ein entscheidender Hebel für den kommunalen Klimaschutz sein.
Signalwirkung über Düsseldorf hinaus
Mit der Einspeisung industrieller Abwärme in ein städtisches Wärmenetz betritt Henkel Neuland – und setzt ein Signal für die gesamte Industrie. Das Projekt zeigt, wie ungenutzte Energiequellen erschlossen und in nachhaltige Versorgungssysteme integriert werden können.
Der neue Kamin in Holthausen ist damit nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern ein sichtbares Zeichen für den Strukturwandel: weg von fossilen Energieträgern – hin zu einer effizienteren und klimafreundlicheren Energiezukunft.

Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, und Dr. Daniel Kleine, Henkel President Germany und Standortleiter Düsseldorf, vor dem neuen Kamin (v.l.). Foto: Henkel











