200. Podcastfolge: Zwischen Druck und Aufbruch – Wie zukunftsfähig ist Düsseldorfs Mittelstand?

Alle Fotos: Frank Wiedemeier

Ein besonderes Jubiläum in besonderem Ambiente: Im Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf haben wir die 200. Live-Episode unseres Podcasts „Düsseldorfer Wirtschaft“ aufgezeichnet – gleichzeitig als Doppelfolge in Kooperation mit dem Podcast „#DIGI DUS“ der Stadtsparkasse Düsseldorf.


Von Christoph Sochart


Seit mittlerweile sechs Jahren beleuchtet die „Düsseldorfer Wirtschaft“ gemeinsam mit dem gleichnamigen Radiomagazin auf Antenne Düsseldorf die wirtschaftlichen Entwicklungen unserer Stadt. Zum Jubiläum stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele Unternehmen derzeit bewegt: „Zwischen Druck und Aufbruch – Wie zukunftsfähig ist Düsseldorfs Mittelstand?“

Mittelstand zwischen Herausforderungen und Chancen

Bereits zu Beginn wurde deutlich: Die aktuelle Lage vieler Unternehmen ist von einer besonderen Gemengelage geprägt. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsanforderungen sorgen für Druck. Gleichzeitig eröffnen neue Technologien, innovative Geschäftsmodelle und die hohe Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Düsseldorf neue Chancen.

Genau zwischen diesen beiden Polen – Druck und Aufbruch – bewegte sich die Diskussion des Abends.

Fachkräfte bleiben die größte Zukunftsfrage

Mit einer Keynote eröffnete Sibylle Stippler vom Institut der Deutschen Wirtschaft die Veranstaltung. Ihre zentrale Botschaft: Düsseldorf startet aus einer starken Position. Die Stadt ist wirtschaftlich leistungsfähig, dynamisch und attraktiv für junge Menschen. Entscheidend werde jedoch sein, diese Stärke künftig in langfristige Bleibeperspektiven für Fachkräfte, Familien und Unternehmensnachfolgen zu übersetzen.

Besonders deutlich machte sie, dass der Fachkräftemangel längst kein Randthema mehr ist. Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen zunehmend – etwa im Handwerk, in technischen Berufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen. Weiterbildung, Ausbildung und die gezielte Integration von Quereinsteigern seien deshalb keine Zusatzaufgaben mehr, sondern ein zentraler Bestandteil unternehmerischer Wettbewerbsfähigkeit.

Unternehmer berichten aus der Praxis

Im ersten Panel diskutierten Kathrin Grüne (Dillenberg GmbH), Mark Sethe (Schulz & Sohn), Markus Schüssler (mehr+) und Christian Kim (Bion Analytics) über ihre Erfahrungen aus dem Unternehmensalltag.

Deutlich wurde dabei, wie unterschiedlich die Auswirkungen aktueller Herausforderungen je nach Branche ausfallen. Während steigende Energie- und Materialkosten weiterhin eine große Rolle spielen, beschäftigen viele Unternehmen vor allem Fragen rund um Investitionen und Zukunftsplanung.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten herrschte Einigkeit darüber, dass notwendige Investitionen nicht dauerhaft aufgeschoben werden dürfen. Gerade in Zeiten des Wandels seien Mut und strategische Weitsicht entscheidend, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

KI ist angekommen – der Kulturwandel folgt

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Rolle von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Mittelstand.

Christian Kim berichtete aus der Praxis, wie KI-gestützte Automatisierung bereits heute Finanz- und Reportingprozesse effizienter gestaltet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die größte Herausforderung häufig nicht die Technologie selbst ist. Vielmehr gehe es darum, Mitarbeitende mitzunehmen, Kompetenzen aufzubauen und konkrete Anwendungsfälle zu identifizieren.

Die Diskussion zeigte: KI wird zunehmend als Werkzeug verstanden, das Zeit spart, Prozesse verbessert und neue Möglichkeiten eröffnet. Der eigentliche Erfolgsfaktor bleibt jedoch die Bereitschaft von Unternehmen, Veränderungen aktiv zu gestalten.

Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielte eine wichtige Rolle. Die Unternehmer waren sich einig, dass nachhaltiges Handeln längst nicht mehr ausschließlich regulatorische Anforderungen erfüllt. Vielmehr entstehen daraus neue Geschäftschancen, Effizienzgewinne und Wettbewerbsvorteile.

Besonders hervorgehoben wurde, dass nachhaltige Entscheidungen dann erfolgreich sind, wenn sie wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden.

Was der Mittelstand jetzt braucht

Im zweiten Panel diskutierten Dr. Stefan Dahm von der Stadtsparkasse Düsseldorf, Theresa Winkels von der Wirtschaftsförderung Düsseldorf sowie erneut Sibylle Stippler über die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zukunft des Mittelstands.

Dabei standen insbesondere Finanzierungsmöglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups sowie die Rolle von Wirtschaftsförderung und Netzwerken im Fokus.

Ein zentrales Fazit: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen. Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Investitionen, Unternehmensnachfolge und nachhaltiges Wirtschaften hängen unmittelbar zusammen. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die diese Themen ganzheitlich betrachten und konsequent angehen.

Druck oder Aufbruch?

Mit dieser Frage begann die Veranstaltung – und sie stand auch am Ende der Diskussion.

Die Antworten der Gäste machten deutlich: Der Druck ist spürbar. Gleichzeitig überwiegt bei vielen Unternehmen der Wille, Veränderungen aktiv zu gestalten. Düsseldorf verfügt über starke Unternehmen, engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ein leistungsfähiges Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen.

Die 200. Folge der „Düsseldorfer Wirtschaft“ hat gezeigt: Die Herausforderungen sind groß. Die Chancen aber ebenso.

Wir bedanken uns bei allen Gästen, Partnern, unserem Produzenten Frank Wiedemeier (Streamboxstudios) und Besucherinnen und Besuchern für einen inspirierenden Tag und freuen uns auf die nächsten Folgen der „Düsseldorfer Wirtschaft“.


Ab dem 1. Juli 2027, 05.55 Uhr,  gibt es diese Folge hier zu hören!

Cybersicherheit in unseren Betrieben wird immer wichtiger: Überdurchschnittlich viele IT-Störfälle in Unternehmen

(cs) Erst jetzt bekannt gewordene Zahlen zeigen, dass Unternehmen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 häufiger als im Bundesdurchschnitt von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen waren. Nach Angaben von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), dem Statistischen Landesamt, meldeten 26,4 Prozent der Unternehmen, dass Sicherheitsvorfälle zu konkreten Schadensereignissen in ihren IT-Systemen geführt hatten. Deutschlandweit lag dieser Wert bei 25,1 Prozent, im Durchschnitt der Europäischen Union sogar nur bei 21,5 Prozent.

Symbolbild: Christoph Sochart, mit Hilfe von KI erzeugt

Besonders stark betroffen waren große Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten. Dort berichteten mehr als vier von zehn Betrieben, dass es im Jahr 2023 zu Schäden infolge von IT-Sicherheitsvorfällen gekommen war. Die Zahlen verdeutlichen, dass mit zunehmender Unternehmensgröße auch das Risiko für Cyberangriffe und andere IT-Störungen steigt.

Die Erfahrungen aus dem Jahr 2023 führten offenbar zu einer deutlichen Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen. Im Folgejahr 2024 setzte bereits mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Nordrhein-Westfalen auf mindestens sieben verschiedene Schutzmaßnahmen gleichzeitig. Dazu gehörten unter anderem regelmäßige Datensicherungen, starke Passwörter, Firewalls, Antivirenprogramme und weitere technische Sicherheitslösungen.

Neben der Technik rückt auch der Faktor Mensch zunehmend in den Mittelpunkt der Sicherheitsstrategien. Gerade große Unternehmen beziehen ihre Beschäftigten inzwischen systematisch in ihre IT-Sicherheitskonzepte ein. Nach Angaben von IT.NRW führten 2024 bereits 93,6 Prozent der großen Unternehmen regelmäßige Schulungen durch oder verpflichteten ihre Mitarbeitenden über Vertragsregelungen zu einem sicheren Umgang mit digitalen Systemen.

Die jetzt veröffentlichten Daten stammen aus der Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen. Sie machen deutlich, dass Cyberrisiken für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen weiterhin eine große Herausforderung darstellen und Unternehmen ihre Schutzmaßnahmen kontinuierlich ausbauen.

Immer mehr ausländische Jugendliche beginnen eine Ausbildung in NRW

(cs) Die Zahl der ausländischen Jugendlichen, die in Nordrhein-Westfalen eine duale Berufsausbildung beginnen, steigt weiter deutlich an. Im Jahr 2025 schlossen 16.164 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Das teilte unserer Redaktion IT.NRW als Statistisches Landesamt mit. Damit hat sich ihre Zahl innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2015 waren es noch 8.124 neue Auszubildende ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

Symbolbild: Christoph Sochart, mit Hilfe von KI erzeugt

Gegenüber dem Vorjahr legte die Zahl der ausländischen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger um 19,1 Prozent zu. 2024 hatten noch 13.569 junge Menschen aus dem Ausland eine duale Ausbildung in Nordrhein-Westfalen begonnen.

Anders entwickelt sich die Situation bei deutschen Auszubildenden. Während 2015 noch 107.835 Deutsche einen neuen Ausbildungsvertrag abschlossen, waren es 2025 nur noch 83.424. Das entspricht einem Rückgang von 22,6 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Im Vergleich zu 2024 sank die Zahl der deutschen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger um weitere 8,7 Prozent.

Trotz des starken Zuwachses bei den ausländischen Azubis konnte der Rückgang insgesamt nicht ausgeglichen werden. Im Jahr 2025 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 99.588 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – erstmals liegt die Zahl damit unter der Marke von 100.000. Auch die Gesamtzahl der Auszubildenden ging zurück: Ende des Jahres befanden sich 266.943 Personen in einer dualen Berufsausbildung.

Ukraine, Syrien und Vietnam an der Spitze

Die meisten neuen ausländischen Auszubildenden kamen 2025 aus der Ukraine. Insgesamt 1.890 Ukrainerinnen und Ukrainer nahmen eine duale Ausbildung auf. Knapp dahinter folgten 1.860 junge Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit. Ebenfalls stark vertreten waren Auszubildende aus Vietnam, der Türkei und dem Irak mit jeweils mehr als 1.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.

Besonders deutlich stieg gegenüber dem Vorjahr die Zahl der ukrainischen und vietnamesischen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger.

Beliebte Berufe unterscheiden sich

Bei der Berufswahl zeigen sich Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen. Ukrainische und vietnamesische Auszubildende entschieden sich am häufigsten für den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten beziehungsweise des Zahnmedizinischen Fachangestellten. Syrische, türkische und irakische Jugendliche begannen dagegen überwiegend eine Ausbildung im Friseurhandwerk.

Deutsche Auszubildende wählten am häufigsten den Beruf der Kauffrau beziehungsweise des Kaufmanns für Büromanagement.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass ausländische Jugendliche eine immer wichtigere Rolle für die berufliche Ausbildung in Nordrhein-Westfalen spielen. Angesichts sinkender Gesamtzahlen bei den Ausbildungsverträgen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung für die Fachkräftesicherung im Land.

Flughafen Düsseldorf setzt auf Solarstrom: Größte Photovoltaik-Anlage an deutscher Startbahn in Betrieb

Foto: Flughafen

(cs) Der Flughafen Düsseldorf hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und Energieunabhängigkeit vollzogen. Mit der Inbetriebnahme einer Photovoltaik-Freiflächenanlage direkt neben der Start- und Landebahn verfügt der Airport nun über die größte Solaranlage dieser Art an einem deutschen Flughafen. Die Anlage erreicht eine Leistung von bis zu 16 Megawatt und deckt künftig rund 16 Prozent des Strombedarfs des Flughafens.

Gemeinsam mit NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, Flughafenchef Lars Redeligx und Düsseldorfs Beigeordnetem Jochen Kral wurde das Großprojekt offiziell eröffnet. Für Neubaur ist die Anlage ein sichtbares Beispiel dafür, dass sich wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz erfolgreich miteinander verbinden lassen. Gerade große Infrastrukturstandorte könnten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit stärken.

Die Solaranlage erstreckt sich über rund 140.000 Quadratmeter unmittelbar an der Start- und Landebahn. Insgesamt wurden mehr als 31.000 Solarmodule auf über 7.500 Fundamenten installiert. Die erzeugte Strommenge entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 4.200 Vier-Personen-Haushalten.

Besonderes Interesse weckt das Projekt auch über Deutschlands Grenzen hinaus. Die unmittelbare Nähe der Module zum Flugbetrieb gilt als außergewöhnlich. Flughäfen aus Europa und Asien verfolgen das Düsseldorfer Modell bereits seit Beginn der Bauarbeiten und tauschen sich mit den Verantwortlichen über Planung und Umsetzung aus.

Knopfdruck für Klimaschutz und Energieeffizienz (v.l.n.r.): Jochen Kral, Beigeordneter der Landeshauptstadt Düsseldorf, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens starteten die neue Photovoltaik-Anlage am Airport. Foto: Flughafen

Flughafenchef Lars Redeligx bezeichnet die neue Anlage als wichtigen Meilenstein der Nachhaltigkeitsstrategie des Airports. Der Ausbau erneuerbarer Energien sei ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen und energieeffizienten Infrastruktur. Gleichzeitig stärke der Flughafen damit seine Eigenversorgung mit Strom.

Realisiert wurde das Projekt im Rahmen eines sogenannten Power Purchase Agreements (PPA). Die Firma ZPV plante, errichtete und betreibt die Anlage für die kommenden 25 Jahre. Der gesamte erzeugte Strom wird direkt in das Stromnetz des Flughafens eingespeist. Den verbleibenden Bedarf an Grünstrom deckt der Airport über weitere Photovoltaikanlagen auf dem Gelände sowie durch die Stadtwerke Düsseldorf.

Nach Angaben des Flughafens lassen sich durch die neue Anlage jährlich rund 3.650 Tonnen CO₂ einsparen. Ergänzend entstehen Batteriespeicher mit einer Kapazität von bis zu 25 Megawattstunden. Sie sollen überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und die Nutzung der erzeugten Energie weiter optimieren.

Besonderes Augenmerk lag bei Planung und Bau auf der Flugsicherheit. Ein Lichtemissionsgutachten bestätigt, dass von den Solarmodulen keine Blendwirkung für den Luftverkehr ausgeht. Auch die Verträglichkeit mit Radaranlagen sowie Navigations- und Sicherheitseinrichtungen wurde umfassend geprüft. Darüber hinaus wurden Ausgleichsmaßnahmen für Natur und Landschaft umgesetzt.

Mit der neuen Photovoltaikanlage setzt der Flughafen Düsseldorf ein deutliches Zeichen für die Verbindung von moderner Infrastruktur und nachhaltiger Energieversorgung. Das Projekt zeigt, dass auch stark frequentierte Verkehrsknoten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten können – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Betriebsabläufen.

Live: Fachkräfte-Update für Düsseldorf – die Standortkrise meistern wir nur mit demografie-fester Fachkräftesicherung

(cs) Dirk Werner, Leiter des Themenclusters „Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte“, gab heute (29.06.) im „Ausbilderkreis“ im Netzwerk der Unternehmerschaft Düsseldorf ein Briefing zum Thema „Fachkräftesicherung“.

Dirk Werner vom Institut der Deutschen Wirtschaft.

Herausforderungen für Unternehmen und junge Menschen: Von Krisen geprägt?!

De-Globalisierung, Dekarbonisierung, Digitalisierung, Demografie und Demokratie: Die Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft sind deutlich und dynamisch und damit auch eine Herausforderung für die Betriebe und junge Menschen. Junge Leute orientieren sich beruflich oft sehr spät nach Schulende erst, was sie und auch ihre Eltern dann oft überfordert. Zudem bringt „jobben“ kurzfristig mehr Geld und der Job-Einstieg und Aufstieg erfolgt immer häufiger ohne eine „lange Ausbildung“ (Stichwort: Filialleitung), erläutert Dirk Werner.

Mittlerweile gibt es fast drei Millionen junge Menschen unter 35 ohne Ausbildung. Immer wichtiger werden praxisnahe Einblicke in die Betriebe und auch mehr Aufmerksamkeit für Betriebe und Berufsbilder in SocialMedia. Schlußendlich spielt auch die „neue Selbstwirksamkeit“ der jungen Menschen eine wichtige Rolle. Sie möchten mehr und mehr „ihren Weg“ selbst mit gestalten und Einfluss nehmen auch auf Inhalte. Am Ende stärkt dies auch die Demokratiebildung, betont Dirk Werner.

Die Fachkräftesituation ist die andere Seite der Medaille. Seit 2025 haben wir wieder mehr Arbeitslose als offene Stellen, jedoch rechnerisch eben auch eine Fachkräftelücke von 370.000 Stellen. 33% aller offenen Stellen sind vakant und vor allem Fachkräfte mit Ausbildung sind gefragt (69%). In Düsseldorf sieht das Bild etwas anders aus. Seit 2023 haben wir in der Landeshauptstadt wieder mehr offene Stellen als Arbeitslose. Die Fachkräftelücke ist hier rechnerisch 3.300 Stellen groß. 36% aller Stellen sind vakant und der Arbeitslosenüberhang ist auf 8.200 Personen gestiegen.

Gleichwohl wir seit Mitte 2024 in Düsseldorf einen Rückgang der Fachkräftelücke erkennen gibt es zahlreiche Engpassberufe in unserer Stadt. Schwerpunktebereiche sind die kaufmännische und technische Betriebswirtschaft, die Kinderbetreuung und -erziehung, die Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsprüfung, die Altenpflege, Bauelektrik, Informatik, die Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik sowie der Bereich der Versicherungskaufleute.

Vielfältig sind die Herausforderungen: die Konjunktur- und Standortkrise, viele Geringqualifizierte (1.5 MIO arbeitslose Helfer, davon 14.000 in Düsseldorf), der soeben beschriebene Fachkräftemangel, sowie auch die Demografie (Stichwort Babyboomer). Quereinsteiger können neue Potentiale bieten.

Auswirkungen und aktuelle Trends in der Ausbildung: Warum die Ausbildung anspruchsvoller geworden ist!

Die Ausbildung junger Menschen wird zunehmend anspruchsvoller. Dies liegt zunächst am Bewerbermangel, aber auch an den fehlenden Basiskompetenzen (1/3 der Schülerinnen und Schüler sind schwach im Lesen und Zuhören). Zudem steigt die Heterogenität bei den Lernvoraussetzungen, beispielsweise kognitiv und sozial, aber auch bezogen auf Bildungsmotivation, Lebenslagen und Gesundheit, denn die mentalen und psychischen Probleme bei Auszubildenden steigen deutlich. Nicht zuletzt nimmt auch der Krankenstand bei Auszubildenden deutlich zu (4,7% bei Azubis; Durchschnitt von 5,4%). Auch das Mismatching am Ausbildungsmarkt bleibt ein Thema mit unter anderem 720 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern. Auch die dynamische Transformation erfordert neues Lernen und einen höheren Bedarf für Qualifizierung von Ausbildenden.

Handlungsoptionen und Unterstützungsangebote: Argumente für Entscheider und Angebote für Ausbildende

Ausbildung bleibt ein Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Die Betriebe sichern dadurch langfristig ihren Fachkräftebedarf, sparen Kosten, bleiben wettbewerbsfähig, stärken ihr Image und bewahren wertvolles Wissen. Soweit so gut. Standortkrisen fordern derweil die Politik und die Betriebe bei Transformation und Innovation. Auch der Megatrend Demokratie schlägt, wie bereits beschrieben, deutlich zu. Klar sollte aber auch sein: Was wegbricht an Ausbildungskapazitäten kann nicht einfach wiederbelebt werden, warnt Dirk Werner. Sein Fazit: Ausbildung bleibt zentral, um die Zukunft strategisch zu gestalten, braucht aber eben auch ein gutes Matching.

Theodor-Heuss-Brücke vor jahrelanger Sanierung: Stadt setzt auf Umleitungen und Verkehrsmanagement

Foto: Christoph Sochart

(cs) Die Theodor-Heuss-Brücke zählt zu den wichtigsten Rheinquerungen in Düsseldorf. Täglich nutzen Zehntausende Pendlerinnen und Pendler die Verbindung zwischen dem links- und rechtsrheinischen Stadtgebiet. Doch die in die Jahre gekommene Brücke steht vor einer umfassenden Sanierung, die den Verkehr in den kommenden Jahren erheblich beeinflussen wird. Unsere Redaktion hatte bereits mehrfach über die Sanierung informiert. Heute gibt es neue Details.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf verfolgt dabei ein klares Ziel: Die Verkehrssicherheit der sanierungsbedürftigen Brücke soll bis zur Fertigstellung eines geplanten Neubaus gewährleistet bleiben. Bereits heute dürfen Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen die Brücke nicht mehr befahren. Mit der geplanten Sanierung der sogenannten Kragarme, die voraussichtlich Ende des Jahres beginnt, treten weitere Einschränkungen in Kraft.

Nur noch eine Spur pro Fahrtrichtung

Während der rund zweieinhalb Jahre dauernden Bauarbeiten wird die Theodor-Heuss-Brücke in beide Richtungen nur noch einspurig befahrbar sein. Zudem gilt auf der gesamten Brücke eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern.

Trotz der Einschränkungen können nach Angaben der Stadt weiterhin rund 30.500 Fahrzeuge täglich die Rheinquerung nutzen. Gleichzeitig müssen jedoch etwa 42.500 Fahrzeuge auf andere Strecken ausweichen. Um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten, wurde ein umfassendes Verkehrskonzept entwickelt.

Großräumige Umleitungen sollen Verkehr entzerren

Bereits seit Einführung der Gewichtsbegrenzung wird der Schwerverkehr großräumig über die Autobahnen A52, A57 und A44 umgeleitet. Innerstädtisch erfolgt die Führung des Schwerverkehrs auf der West-Ost-Achse über die Rheinkniebrücke.

Auch Autofahrer können alternative Rheinquerungen nutzen. Im Norden empfiehlt die Stadt die Route über die Rheinbrücke der A44. Von der Anschlussstelle Büderich führt die ausgeschilderte Umleitungsstrecke anschließend über die Rheinkniebrücke in Richtung Innenstadt.

Für Verbindungen im Süden stehen die Fleher Brücke auf der A46 sowie die Josef-Kardinal-Frings-Brücke als Ausweichrouten zur Verfügung.

Durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf andere Rheinquerungen sollen auf der Theodor-Heuss-Brücke gezielt Kapazitäten für Anwohner und lokale Verkehre freigehalten werden.

Ampeln werden angepasst

Ein zentraler Bestandteil des Verkehrskonzepts ist die Anpassung der Ampelschaltungen auf den vorgesehenen Ausweichrouten. Ziel ist es, den Verkehrsfluss dort zu verbessern und zusätzliche Leistungsreserven zu schaffen.

Zudem werden Verkehrsteilnehmer über digitale LED-Informationstafeln frühzeitig auf empfohlene Alternativrouten hingewiesen. Die Stadt greift dabei auf Strategien zurück, die bereits während der Sperrung des Rheinufertunnels erfolgreich eingesetzt wurden.

Um eine Überlastung der Oberkasseler Brücke zu vermeiden, werden außerdem die rechtsrheinischen Zufahrten vom Joseph-Beuys-Ufer zur Oberkasseler Brücke gesperrt. Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sind von dieser Regelung ausgenommen.

Rheinbahn hält an bestehendem Konzept fest

Auch mögliche Änderungen im öffentlichen Nahverkehr wurden im Vorfeld untersucht. Nach umfangreichen Analysen kam die Stadt gemeinsam mit der Rheinbahn jedoch zu dem Ergebnis, dass eine Umleitung von Buslinien über die Oberkasseler Brücke keine ausreichenden Vorteile bieten würde.

Die prognostizierte Fahrgastnachfrage sei zu gering, gleichzeitig würden erhebliche Risiken für die Einhaltung der Fahrpläne entstehen. Deshalb bleibt das bestehende Betriebskonzept zunächst unverändert bestehen.

Verkehr wird laufend überwacht

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich ein Teil des Verkehrs nicht ausschließlich auf die empfohlenen Umleitungsstrecken verlagern wird. Vielmehr dürfte sich das Verkehrsaufkommen auf zahlreiche Straßen im Stadtgebiet verteilen. Dies könne dazu beitragen, punktuelle Überlastungen einzelner Abschnitte zu vermeiden.

Um schnell auf Entwicklungen reagieren zu können, wird das Bauprojekt engmaschig begleitet. Verkehrsdaten sollen kontinuierlich ausgewertet werden. Bei Bedarf sind zusätzliche Maßnahmen wie weitere Wegweisungen oder Anpassungen der Verkehrssteuerung vorgesehen.

Sämtliche Sperrungen und Verkehrseinschränkungen werden zudem automatisiert an die Mobilithek, den bundesweiten Zugangspunkt für Mobilitätsdaten, übermittelt. Dadurch können Navigationsdienste die aktuellen Informationen direkt in ihre Routenberechnungen einbeziehen.

Stadt empfiehlt Zeitpuffer und Umstieg auf Bus und Bahn

Trotz aller Maßnahmen rechnet die Stadt während der Sanierungsphase mit spürbaren Auswirkungen auf den Verkehr. Autofahrer sollten deshalb je nach Strecke zusätzliche Fahrzeit einplanen.

Gleichzeitig wird empfohlen, verstärkt auf Bus und Bahn sowie auf Park-and-Ride-Angebote in Düsseldorf und dem Umland zurückzugreifen. Die kommenden Jahre werden für viele Pendler eine Herausforderung darstellen. Mit einem eng abgestimmten Verkehrsmanagement hofft die Stadt jedoch, die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten – bis die Theodor-Heuss-Brücke schließlich durch einen Neubau ersetzt werden kann.

Starkes Signal für Düsseldorf: Mercedes-Benz investiert in die Zukunft des Sprinterwerks

Ingenieurin Claudia Malkus, Standort- und Produktionsleiterin des Sprinterwerks Düsseldorf. Foto: Mercedes-Benz

(cs) Im Düsseldorfer Norden nimmt die Zukunft Gestalt an. Mit einer Investition von rund 200 Millionen Euro setzt Mercedes-Benz ein deutliches Zeichen für den Standort Derendorf und für die Menschen, die hier arbeiten. Das traditionsreiche Sprinterwerk wird in den kommenden Jahren modernisiert und erweitert, damit künftig auch die nächste Generation des Verbrenner-Kastenwagens „Van.CA“ langfristig in Düsseldorf produziert werden kann.

Die Entscheidung wirkt wie ein kräftiger Motor für den Wirtschaftsstandort: Sie schafft Planungssicherheit, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Werkes und unterstreicht die Bedeutung Düsseldorfs innerhalb des weltweiten Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz.

Ein wichtiger Baustein dieser Zukunftsstrategie entsteht auf dem ehemaligen Großmarktgelände an der Ulmenstraße. Dort soll eine moderne Logistikhalle gebaut werden, die künftig als Drehscheibe für Ersatz- und Produktionsteile dient.

So berichtete die Unternehmerschaft im Dezember 2025!

Arbeitgeberranking bestätigt Attraktivität des Düsseldorfer Familienunternehmens Klüh

(cs) Das Düsseldorfer Unternehmen Klüh, Mitglied unserer Unternehmerschaft, gehört erneut zu den begehrtesten Arbeitgebern Deutschlands. Das Düsseldorfer Familienunternehmen wurde zum zweiten Mal in Folge im Ranking „Most Wanted Employer“ der ZEIT Verlagsgruppe und der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu ausgezeichnet.

Für die aktuelle Erhebung analysierten die Initiatoren mehr als 320.000 Arbeitgeberprofile und über 5,4 Millionen Bewertungen von Beschäftigten. In die Bewertung flossen unter anderem die Weiterempfehlungsrate, die Aktualität der Bewertungen sowie die Zahl der abgegebenen Rezensionen ein. Berücksichtigt wurden ausschließlich Unternehmen, die festgelegte Qualitätskriterien erfüllten, darunter eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und eine überdurchschnittliche Empfehlungsquote.

Für Klüh ist die erneute Auszeichnung ein Beleg dafür, dass die kontinuierliche Arbeit an der Arbeitgeberattraktivität Wirkung zeigt. „Die erneute Auszeichnung als Most Wanted Employer zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Arbeitgeberattraktivität bei den Mitarbeitenden ankommen und entsprechend wahrgenommen werden“, sagt Viktoria Kaiser, Personalleiterin des Unternehmens. Gerade in einem dynamischen Arbeitsmarkt sei es wichtig, attraktive und zugleich verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Foto: Klüh

Nach Angaben des Unternehmens stehen insbesondere Qualifizierungsangebote, Weiterbildungsmöglichkeiten und langfristige Karriereperspektiven im Fokus der Personalstrategie. Die positive Wahrnehmung als Arbeitgeber spiegelt sich auch in weiteren unabhängigen Bewertungen wider. So erhielt Klüh zuletzt erneut das kununu-Top-Company-Siegel und wurde vom F.A.Z.-Institut wiederholt als führender Arbeitgeber im deutschen Facility-Management ausgezeichnet. Auch im Recruiting setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben Maßstäbe und wurde dafür zum zweiten Mal in Folge mit dem BEST-RECRUITERS-Siegel geehrt.

Ein weiterer Baustein der Arbeitgebermarke ist die mehrfach ausgezeichnete Employer-Branding-Kampagne „Ich arbeite nicht für jede*n.“. Sie soll die Leistungen der Mitarbeitenden stärker sichtbar machen und die Unternehmenskultur nach außen tragen. Darüber hinaus engagiert sich Klüh in der beruflichen Qualifizierung: Das gemeinsam mit der IHK Düsseldorf entwickelte Weiterbildungsprogramm „Küchenheld“ ermöglicht Mitarbeitenden ohne formale Ausbildung den Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses. Für dieses Konzept erhielt das Unternehmen den PEPP! Marketing Award.

Christian Frank, CFO der Klüh-Unternehmensgruppe und unter anderem für den Personalbereich verantwortlich, sieht in den jüngsten Auszeichnungen eine Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. „Die aktuellen Auszeichnungen bestätigen, dass unser Anspruch an eine moderne Arbeitgeberkultur nicht nur intern gelebt, sondern auch extern wahrgenommen wird“, erklärt Frank. Entscheidend bleibe, den Beschäftigten langfristige Perspektiven zu bieten und ihre Entwicklung eng mit der Weiterentwicklung des Unternehmens zu verknüpfen.

Reiselust am Sonntag: Inspiration, Beratung und Aktionen rund ums Reisen am Düsseldorfer Airport

Symbolfoto: Flughafen (KI)

(ud) Urlaubsfeeling direkt am Flughafen: Mit der Aktion „Reiselust“ am Sonntag, 28. Juni 2026, lädt der Düsseldorfer Airport (Mitglied unserer Unternehmerschaft) von 11 bis 17 Uhr in den Reisemarkt ein. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Reiseinspirationen, Beratung, Vorträgen sowie attraktiven Mitmach- und Gewinnaktionen.

Unter dem Motto „Buchen. Packen. Ab in den Urlaub.“ dreht sich alles um die schönste Zeit des Jahres. Ob Last-Minute-Reiseangebote, persönliche Tipps von Expertinnen und Experten oder neue Ideen für den nächsten Urlaub – der Reisemarkt bietet vielfältige Impulse für die Reiseplanung, Vorträge und individuelle Beratung.

Ein zentraler Bestandteil des Aktionstags sind die für jeden zugänglichen Reiselust-Vorträge, die praxisnahe Informationen und Inspiration liefern:

12:00 Uhr: Sicher reisen – Wo und wie geht es aktuell bedenkenlos?

13:00 Uhr: FAQ – Sie haben Fragen? Unser Experte antwortet

14:00 Uhr: Dubai – Einblicke in eines der beliebtesten Reiseziele

15:00 Uhr: FAQ – Sie haben Fragen? Unser Experte antwortet

Erleben, entdecken und profitieren

Neben den Vorträgen lädt der Reisemarkt dazu ein, neue Reiseziele zu entdecken, sich individuell beraten zu lassen und exklusive Angebote zu sichern. Ein Highlight ist die Gewinnaktion „Sie buchen. Wir zahlen“. Mit etwas Glück gibt es einen Zuschuss von bis zu 500 Euro für die Urlaubskasse. Familien und junge Besucher dürfen sich auf Mitmachaktionen freuen, darunter Kindermaltische und Glücksrad.

Wer mit dem Auto kommt: Mit dem online erhältlichen „Reisemarkt Parkspecial“ lässt sich 90 Minuten für fünf Euro am Flughafen parken und der Aufenthalt entspannt genießen. Für längere Besuche bietet sich das „Shop & Dine Parkspecial“ für drei Stunden an. Die ideale Kombination aus Parken, Shopping und Gastronomie ist für fünf Euro ab einem Mindestumsatz von 20 Euro erhältlich.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Interessierte unter: dus.com/reisemarkt

Sommer-Tipps aus Düsseldorf! Sommerurlaub bewusst gestalten: Erholung beginnt schon vor der Abreise

Foto: ifaa

(cs) Der Sommerurlaub gilt für viele Beschäftigte als die wichtigste Erholungsphase des Jahres. Endlich Abstand vom Arbeitsalltag gewinnen, Stress abbauen und neue Energie tanken. Doch wer glaubt, dass die Erholung erst mit dem ersten Urlaubstag beginnt, irrt. Experten weisen darauf hin, dass bereits die Vorbereitung entscheidend dafür ist, wie erholsam die freie Zeit tatsächlich wird.

„Neben der Urlaubsgestaltung selbst spielen auch die Vorbereitungen darauf eine zentrale Rolle. Denn wer gut vorbereitet in den Urlaub startet, kann schneller abschalten und Ruhe genießen“, erklärt Nicole Ottersböck (Foto), wissenschaftliche Expertin des Düsseldorfer ifaa – Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft.

Damit der Urlaub seinem Zweck gerecht wird, empfiehlt das Institut einige einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen.

Gute Planung schafft Freiräume

Ein wichtiger Schritt besteht darin, Kollegen, Kolleginnen und Kunden frühzeitig über die bevorstehende Abwesenheit zu informieren. So können offene Fragen rechtzeitig geklärt und wichtige Aufgaben übergeben werden. Wer die Kommunikation rechtzeitig organisiert, reduziert die Wahrscheinlichkeit, während des Urlaubs kontaktiert zu werden.

Ebenso hilfreich ist eine realistische Priorisierung der anstehenden Aufgaben. Viele Beschäftigte versuchen kurz vor dem Urlaub noch möglichst viele Projekte abzuschließen – oft auf Kosten ihrer eigenen Energiereserven. Stattdessen empfiehlt es sich, eine Prioritätenliste zu erstellen und sich auf die wirklich wichtigen Aufgaben zu konzentrieren. Das sorgt nicht nur für einen entspannteren Arbeitsalltag vor der Abreise, sondern erleichtert auch das spätere Abschalten.

Zur professionellen Vorbereitung gehört außerdem die Aktivierung von Abwesenheitsassistenten und Anrufbeantwortern. E-Mail-Absender sollten erfahren, wann mit einer Antwort zu rechnen ist und an wen sie sich in dringenden Fällen wenden können. Auch telefonisch schafft eine klare Vertretungsregelung Transparenz.

Im Urlaub bewusst abschalten

Moderne Technologien machen es möglich, jederzeit erreichbar zu sein. Doch genau darin liegt eine Herausforderung für die Erholung. Wer regelmäßig berufliche E-Mails liest oder Nachrichten aus dem Unternehmen verfolgt, bleibt gedanklich häufig im Arbeitsmodus.

Das ifaa empfiehlt deshalb, berufliche Kommunikation während des Urlaubs konsequent auszublenden – sofern keine besonderen Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber bestehen. Der bewusste Verzicht auf geschäftliche Informationen hilft dabei, Abstand zum Arbeitsalltag zu gewinnen und den Kopf freizubekommen.

Auch die permanente Informationsflut durch soziale Medien, Podcasts oder Nachrichtenportale kann die mentale Regeneration erschweren. Stille Orte, reizärmere Umgebungen und gezielte digitale Auszeiten fördern dagegen die Erholung. Besonders Aufenthalte in der Natur wirken sich positiv auf das Stressniveau aus und unterstützen die psychische Entlastung.

Erholung muss nicht teuer sein

Nicht jeder Urlaub erfordert eine Fernreise. Auch Kurztrips, Tagesausflüge oder die bewusste Erkundung der eigenen Region können neue Eindrücke schaffen und den Alltag aufbrechen. Gleichzeitig entfallen lange Anreisezeiten und hohe Reisekosten.

„Heimaturlaub“ gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Wer die eigene Umgebung mit neuen Augen betrachtet, entdeckt oft überraschende Möglichkeiten für Erholung und Freizeitgestaltung direkt vor der Haustür.

Bewegung als natürlicher Kraftspender

Körperliche Aktivität gehört ebenfalls zu den wirksamsten Erholungsfaktoren. Dabei stehen nicht sportliche Höchstleistungen im Vordergrund, sondern Bewegung, die Freude bereitet und das Wohlbefinden steigert. Schwimmen, Radfahren, Wandern, Inlineskaten oder ausgedehnte Spaziergänge fördern die Durchblutung, stärken das Herz-Kreislauf-System und unterstützen die psychische Gesundheit.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen kann diese positiven Effekte zusätzlich unterstützen und dazu beitragen, dass Körper und Geist neue Kraft schöpfen.

Sanfter Wiedereinstieg nach der Auszeit

Die Rückkehr in den Berufsalltag entscheidet oft darüber, wie lange die Erholung anhält. Experten raten deshalb, in den ersten Tagen nach dem Urlaub möglichst wenige Termine einzuplanen. So bleibt ausreichend Zeit, E-Mails zu sichten, aufgelaufene Aufgaben zu ordnen und sich schrittweise wieder in laufende Projekte einzuarbeiten.

Der Sommerurlaub entfaltet seine volle Wirkung also nicht erst am Strand, in den Bergen oder auf dem Balkon. Wer die Auszeit bewusst vorbereitet, währenddessen gezielt abschaltet und sich anschließend einen sanften Wiedereinstieg ermöglicht, schafft die besten Voraussetzungen für nachhaltige Erholung und neue Energie im Arbeitsalltag.