Wieder knapp 6,47 Millionen Minijobber in Deutschland

(idr). Die Zahl der Minijobber im gewerblichen Bereich ist gestiegen: 6.192.894 Minijobber sind bei der Minijob-Zentrale in dieser Kategorie gemeldet. Ein Jahr zuvor, im März 2021, waren es bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie nur 5.567.771. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht der Minijob-Zentrale in Bochum hervor.

Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Minijobberinnen und Minijobber in Privathaushalten um 3,7 Prozent gesunken. Sie liegt zum 31. März 2022 bei 273.629 Personen.

Insgesamt waren zum 31. März 2022 bei der Minijob-Zentrale 6.466.523 Personen gemeldet.

Der komplette Quartalsbericht steht unter https://www.minijob-zentrale.de/DE/02_fuer_journalisten/02_berichte_trendreporte/node.html

35. Bücherbummel geht an den Start

Der Bücherbummel  2022 am gewohnten Termin zu Pfingsten. Wieder mit viel Platz für Bücher und Kunst auf der Kö. Auf 600 laufenden Meter Königsallee stellen sich Verlage, Buchhandlungen und Antiquariate einem besonderen Publikum! Die Mischung aus Literatur, Kunst, Musik, Kultur, Lifestyle und dem Flair der Düsseldorfer Kö macht den Unterschied!

Dazu Literatur, Musik und Kleinkunst auf vier verschiedenen Bühnen. Der Bücherbummel  findet in Kooperation mit der 28. schauinsland-reisen Jazz Rally Düsseldorf statt. Freuen Sie sich auf großartige Musik.

Ein vielfältiges Gastronomieangebot steht für die Pausen zwischendurch bereit.

Der Bücherbummel kann unter Einhaltung der geltenden Coronaregeln frei besucht werden.

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Dunkle Wolken im Chemie-Geschäft

  • Branchenproduktion steigt durch Entwicklung im Pharmabereich um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal
  • Chemikalienpreise verteuern sich um 6,7 Prozent
  • Branchenumsatz (Chemie und Pharma) steigt um 7,8 Prozent
  • Prognose: VCI verzichtet auf Vorhersage für die Branchenentwicklung 2022

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland konnte das erste Quartal 2022 insgesamt noch zufriedenstellend abschließen, war dabei aber mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlicht hat. Demnach steigerte Deutschlands drittgrößte Industriebranche die Produktion leicht, weil sich der Pharmabereich positiv entwickelte. Die übrigen Chemiesparten produzierten dagegen weniger. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen ging erneut zurück und lag unterhalb des Normalbereichs. Der Branchenumsatz legte vor allem aufgrund der steigenden Erzeugerpreise zu.

Den Chemieunternehmen machten im ersten Quartal Engpässe in den Lieferketten und stark steigende Energie- und Rohstoffkosten zu schaffen. Durch den Krieg in der Ukraine verschärften sich diese Probleme. In vielen Unternehmen herrscht deshalb Rezessionsstimmung. Sorgen bereiten vor allem mögliche Engpässe bei Gas und Öl.

VCI-Präsident Christian Kullmann sagt zur konjunkturellen Lage der Branche: „Vom erhofften Aufschwung nach dem Coronawinter ist nichts mehr übriggeblieben. Die Perspektiven unserer Branche sind wegen steigender Energie- und Rohstoffkosten zunehmend düster. Außerdem drosseln industrielle Kunden wegen gestörter Lieferketten ihre Produktion und bestellen weniger Chemikalien. Ein Gasembargo oder ein Stopp der Gaslieferungen aus Russland hätte zusätzliche verheerende Auswirkungen.“

Prognose

Wegen der unabsehbaren Folgen des Kriegs in der Ukraine und der Null-Covid-Strategie Chinas verzichtet der VCI weiterhin auf eine quantitative Vorhersage für die Entwicklung der Branche im Gesamtjahr 2022.

Produktion

Die Chemie- und Pharmaproduktion in Deutschland stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 1,3 Prozent. Im 12-Monatsvergleich legte die Produktion um 2,8 Prozent zu. Das Wachstum kam aus dem Pharmabereich. Verglichen mit den Monaten Oktober bis Dezember 2021 verringerte sich die reine Chemieproduktion um 1,1 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Branche ging auf 80,9 Prozent zurück.

Erzeugerpreise

Die Chemikalienpreise beschleunigten ihr Wachstum im ersten Quartal 2022. Chemieprodukte kosteten 6,7 Prozent mehr als im Vorquartal und 21,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Umsatz

Der Umsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie legte aufgrund der kräftig gestiegenen Preise von Januar bis März gegenüber dem Vorquartal um 7,8 Prozent auf 66,3 Milliarden Euro zu. Das wegen Corona schwache erste Quartal 2021 wurde um 28,4 Prozent übertroffen.

Beschäftigung

Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche ist im ersten Quartal 2022 stabil geblieben. Die Chemie- und Pharmaunternehmen beschäftigen derzeit 473.200 Menschen.

Neue MINT-Studie: Deutschland fehlen 320.600 Techniker

Die MINT-Arbeitskräftelücke steigt auf einen April-Rekordwert in Höhe von 320.600 fehlenden MINT-Arbeitskräften. Ohne erste Erfolge bei der Zuwanderung würde die Lücke bei über 600.000 liegen. Die größten Engpässe bestehen in den Bereichen Energie/Elektro und IT.

Im April 2022 lagen in den MINT-Berufen insgesamt rund 499.600 zu besetzende Stellen vor. Gleichzeitig waren bundesweit 180.054 Personen arbeitslos gemeldet, die gerne einem MINT-Erwerbsberuf nachgehen würden. Daraus lässt sich in einem ersten Schritt im Rahmen einer unbereinigten Betrachtung ableiten, dass über sämtliche Anforderungsniveaus bundesweit mindestens 319.500 offene Stellen in MINT-Berufen nicht besetzt werden konnten. Unter Berücksichtigung des qualifikatorischen Mismatches resultiert für April 2022 eine über sämtliche 36 MINT-Berufskategorien aggregierte Arbeitskräftelücke in Höhe von 320.600 Personen.

Dies ist die höchste Lücke für einen April seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Mit 149.800 Personen bilden im April 2022 die MINT-Facharbeiterberufe die größte Engpassgruppe, gefolgt von 136.300 Personen im Segment der MINT-Expertenberufe sowie 34.400 im Segment der Spezialisten- beziehungsweise Meister- und Technikerberufe.

Differenziert man die Lücke nach MINT-Bereichen, so zeigen sich die größten Engpässe in den Energie-/Elektroberufen mit 82.500 und in den IT-Berufen mit 60.600. Auch in den Bauberufen und in den Berufen der Maschinen- und Fahrzeugtechnik gibt es große Engpässe.

Der Ukraine-Krieg ist mit großen Unsicherheiten für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und damit auch mit den kurzfristigen MINT-Bedarfen verbunden. Ferner entsteht im Zuge der Umstrukturierung der Energieversorgung weiterer Transformationsdruck. In den Arbeitsmarktdaten zeigt sich dieser unsichere Ausblick bisher noch nicht. In den kommenden Jahren werden Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung größere Auswirkungen auf den MINT-Bedarf in Deutschland haben.

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Fachkräftemangel erreicht einen neuen Höhepunkt

Trotz krisen- und kriegsbedingt unsicherer Wirtschaftsaussichten nimmt der Fachkräftemangel in Deutschland weiter leicht zu: Im April 2022 gaben 44 Prozent der im KfW-ifo-Fachkräftebarometer befragten Unternehmen an, durch fehlende Fachkräfte in ihrer Geschäftstätigkeit behindert zu sein (Oktober 2021: 43 Prozent). Damit erreicht der Fachkräftemangel einen neuen bisherigen Höhepunkt.

Insgesamt sind große Unternehmen mit 45 Prozent etwas häufiger betroffen als kleine und mittlere (43 Prozent). Im Frühjahr 2022 meldete das Verarbeitende Gewerbe mit 40 (36 Prozent) den höchsten Anteil betroffener Firmen seit 30 Jahren. Die Zahlen machten deutlich, dass es ein Fehler wäre, bei Engpässen, die den Aufschwung behindern, nur an Rohstoffe und Vorleistungen aus dem Ausland zu denken, sagte KfW-Chefvolkswirtin Köhler-Geib: „Auch der Fachkräftemangel hat erhebliche Auswirkungen – die vor allem auf längere Sicht vermutlich noch gravierender sein werden.”

Ohne Gegensteuern beeinträchtige der Fachkräftemangel das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft bereits bis zur Mitte dieses Jahrzehnts erheblich: “Für die Eindämmung steht die Uhr bereits auf fünf nach zwölf – denn die Herausforderungen sind wesentlich größer geworden: Die beschleunigte Energie- und Verkehrswende, der Nachholbedarf bei der Digitalisierung, der steigende Arbeitskräftebedarf im Gesundheits- und Pflegesektor sowie in den Bereichen Kinderbetreuung und Bildung, die Wohnungsknappheit in Ballungsregionen, der hohe Investitionsbedarf in der öffentlichen Infrastruktur und die steigende Zahl der mitzuversorgenden Ruheständler schaffen neue Nachfrage nach Arbeitskräften.

Ein Nachbessern bei der deutschen Strategie zur Fachkräftesicherung und ihre konsequente Umsetzung ist daher unmittelbar geboten, um die Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehört die noch stärkere Ausschöpfung des Arbeitskräftepotentials in Deutschland und die weitere Öffnung des Arbeitsmarkts für Zuwanderung, v.a. auch für nicht-akademische Fachkräfte, begleitet von intensiver Sprachförderung und der vereinfachten Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.”

  • 44 % der Unternehmen beklagen im April eine Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit aufgrund von fehlendem Fachpersonal
  • Dienstleistungssektor am stärksten betroffen, Mangel im Verarbeitenden Gewerbe so hoch wie seit 30 Jahren nicht
  • Neue Befragung von KfW Research: Hälfte der 18–67-Jährigen in Deutschland für mehr Fachkräftezuwanderung

Trotz krisen- und kriegsbedingt unsicherer Wirtschaftsaussichten nimmt der Fachkräftemangel in Deutschland weiter leicht zu: Im April 2022 gaben 44 % der Unternehmen im KfW-ifo-Fachkräftebarometer an, durch fehlende Fachkräfte in ihrer Geschäftstätigkeit behindert zu sein (Oktober 2021: 43 %). Damit erreicht der Fachkräftemangel einen neuen bisherigen Höhepunkt. Insgesamt sind große Unternehmen mit 45 % etwas häufiger betroffen als kleine und mittlere (43 %).

Im Frühjahr 2022 meldeten alle Wirtschaftszweige eine gegenüber der letzten Befragung im Herbst 2021 gestiegene Betroffenheit: Spitzenreiter bleibt der Dienstleistungssektor, in dem aktuell jedes zweite Unternehmen über fehlendes Fachpersonal klagt (48 % im April 2021 ggü. 44 % im Oktober 2021). Das Verarbeitende Gewerbe erreicht mit 40 % (36 %) den höchsten Anteil betroffener Firmen seit 30 Jahren. Im Bau mangelt es in 36 % (33 %) der Unternehmen an Fachkräften, während es im Handel bei 34 % (33 %) der Fall ist.

Der neue Rekordwert beim Fachkräftemangel geht einher mit dem im April durch die Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Höchstwert offener Stellen in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Den Unternehmen mangelt es trotz der sich kumulierenden Krisen nicht an Nachfrage. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Zahlreiche Firmen stellen daher weiter ein, auch wenn die internationalen Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten, die starken Energie- und Materialpreissteigerungen und die Folgen des Kriegs in der Ukraine die wirtschaftlichen Aussichten belasten. In einem Szenario ohne abrupte Unterbrechung der Energieversorgung ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf fortsetzen wird, wenn auch mit deutlich gedämpftem Schwung. Gleichzeitig ist der demografische Wandel in Deutschland bereits in vollem Gang und trifft den Arbeitsmarkt mit wachsender Wucht: Die Erwerbsbevölkerung wird zwischen 2025 und 2035 beschleunigt schrumpfen, um ca. 500.000 Personen (ca. 1 %) pro Jahr.

„Die Zahlen vom Arbeitsmarkt und die des KfW-ifo-Fachkräftebarometers machen deutlich: Es wäre ein Fehler, bei Engpässen, die den Aufschwung behindern, nur an Rohstoffe und Vorleistungen aus dem Ausland zu denken. Auch der Fachkräftemangel hat erhebliche Auswirkungen – die vor allem auf längere Sicht vermutlich noch gravierender sein werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Ohne Gegensteuern beeinträchtige der Fachkräftemangel das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft bereits bis zur Mitte dieses Jahrzehnts erheblich. „Für die Eindämmung steht die Uhr bereits auf fünf nach zwölf – denn die Herausforde-rungen sind wesentlich größer geworden: Die beschleunigte Energie- und Verkehrswende, der Nachholbedarf bei der Digitalisierung, der steigende Arbeitskräftebedarf im Gesundheits- und Pflegesektor sowie in den Bereichen Kinderbetreuung und Bildung, die Wohnungsknappheit in Ballungsregionen, der hohe Investitionsbedarf in der öffentlichen Infrastruktur und die steigende Zahl der mitzuversorgenden Ruheständler schaffen neue Nachfrage nach Arbeitskräften. Ein Nachbessern bei der deutschen Strategie zur Fach-kräftesicherung und ihre konsequente Umsetzung ist daher unmittelbar geboten, um die Herausforderungen zu bewältigen“, so Köhler-Geib. „Dazu gehört die noch stärkere Ausschöpfung des Arbeitskräftepotentials in Deutschland und die weitere Öffnung des Arbeitsmarkts für Zuwanderung, v.a. auch für nicht-akademische Fachkräfte, begleitet von intensiver Sprachförderung und der vereinfachten Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.“

Wie eine neue repräsentative Befragung von KfW Research zeigt, sieht die Bevölkerung den Bedarf einer aktiven Einwanderungspolitik sehr deutlich: 83 % der 18- bis 67-Jährigen sind für mindestens gleichbleibende Bemühungen um ausländische Fachkräfte, darunter 48 % für größeres Engagement (repräsentative Befragung unter 6.000 Personen im Erwerbsalter während des 2. Halbjahrs 2021). Nur 15 % sprechen sich für geringere Fachkräftezuwanderung aus. Im Vergleich zu einer identischen Befragung vor drei Jahren ist die migrationspolitische Haltung offener geworden (2. Halbjahr 2018: 44 % für mehr, 30 % für gleichbleibende, 21 % für weniger Fachkräftezuwanderung).

Die Einstellung zur Zuwanderung unterscheidet sich deutlich nach der beruflichen Bildung, dem Einkommen und dem Arbeitsmarktstatus. Akademiker, Gutverdiener und Beamte sind bspw. mit sehr deutlichen Mehrheiten von ca. 60 % für mehr Fachkräftezuwanderung, während die Gegenposition mit weniger als 10 % sehr selten ist. Bei niedrigeren Berufs-abschlüssen und Einkommen bzw. Arbeitslosigkeit verschiebt sich das Stimmungsbild deutlich, ohne jedoch zu kippen. In der arbeitslosen Bevölkerung sind z. B. 35 % für verstärkte Fachkräftezuwanderung, während 25 % die Gegenposition vertreten. Insgesamt dürften Befürchtungen um Arbeitsmarktkonkurrenz eine Rolle spielen.

Das KfW-ifo-Fachkräftebarometer erscheint zweimal jährlich, jeweils im Frühsommer und im Herbst. Die aktuelle Ausgabe ist ebenso wie die Studie von KfW Research zum Thema Fachkräftezuwanderung abrufbar unter: www.kfw.de/Fachkräfte

Zur Konstruktion und Interpretation des KfW-ifo-Fachkräftebarometers

Für das KfW-ifo-Fachkräftebarometer wertet KfW Research die ifo Konjunkturumfragen aus, aus denen unter anderem auch der bekannte ifo-Geschäftsklimaindex berechnet wird. Im Fachkräftebarometer wird über den Anteil der Unternehmen in Deutschland berichtet, die angeben, dass ihre Geschäftstätigkeit derzeit durch Fachkräftemangel behindert wird. Hierzu werden einmal pro Quartal rund 9.000 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Handel sowie Dienstleistungen (ohne Kreditgewerbe, Versicherungen und Staat) befragt, darunter rund 7.500 Mittelständler. Neben einem Gesamtindikator zum Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft sowie Indikatoren für verschiedene Sektoren und Regionen, können die Daten auch unternehmensgrößenbezogen nach Mittelständlern und Großunternehmen getrennt ausgewertet werden. Dabei zählen grundsätzlich diejenigen Unternehmen zu den Mittelständlern, die nicht mehr als 500 Beschäftigte haben und maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz erzielen. Zur Erhöhung der analytischen Trennschärfe müssen diese quantitativen Abgrenzungen allerdings beim Einzelhandel (maximal 12,5 Mio. EUR Jahresumsatz), beim Bauhauptgewerbe (bis zu 200 Beschäftigte) und bei den Dienstleistungen (maximal 25 Mio. EUR Jahresumsatz) enger gezogen werden. Alle Unternehmen, die mindestens einen dieser Grenzwerte überschreiten, werden als Großunternehmen klassifiziert.

Quelle: kfw

Joint Venture zwischen dem Technologiekonzern Rheinmetall und Deutschlands größtem Biometrieunternehmen DERMALOG

Der Technologiekonzern Rheinmetall AG und Deutschlands größtes Biometrieunternehmen, DERMALOG Identification Systems GmbH, haben die Gründung eines Joint Ventures vertraglich vereinbart. Das neue Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall Dermalog SensorTec GmbH soll im Frühsommer 2022 seine operative Tätigkeit aufnehmen. In der Partnerschaft wird Rheinmetall 65% und das Partnerunternehmen DERMALOG 35% der Anteile vertreten. Die Firmengründung steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Strategisches Ziel der Kooperation ist die Integration von Biometrietechnologie, KI-Software und Digitalisierungslösungen in drei unterschiedlichen Bereichen: im Automotive-Fahrzeuginterior (Driver Monitoring), im Sicherheitsbereich und im Industrieumfeld. Dem Rheinmetall-Konzern gelingt mit diesem Joint-Venture damit ein wichtiger Schritt bei der Transformation zur Digitalisierungstechnik und der Erweiterung des Produktportfolios auf den Bereich des Automotive-Interiors.

Im Rahmen des Joint Ventures erhöht der Düsseldorfer Technologiekonzern seine zukunftsorientierte Diversifizierung durch Anwendungen der Biometrie im Sicherheitsbereich und im Umfeld der Industrie. Zusätzlich gelingt es hiermit, weitere Digitalisierungs- und Softwarekompetenzen aufzubauen. Insgesamt werden fünf von Rheinmetall ausgewiesene strategische Technologiecluster – Automatisierung, Sensorik, Digitalisierung, alternative Mobilität und künstliche Intelligenz – durch die Zusammenarbeit weiter gestärkt.

„Die Gründung des Joint Ventures ist ein wichtiger Fortschritt im Rahmen unserer Transformationsstrategie, der es uns zukünftig erlaubt, den Kunden im automobilen und industriellen Sektor Spitzentechnologie in den Bereichen Monitoring, Authentifizierung und Sicherheit anzubieten“, so René Gansauge, CEO Division Sensors and Actuators.

Im Rahmen der Kooperation fusioniert die hausinterne Radartechnologie, welche für Interior-Monitoring genutzt wird, mit den Software-, Kamera- und Fingerprinttechnologien der Dermalog. Industrielle Anwendungen sind zudem im Rahmen eines Firmenzugangssystems bereits für einen konzerneigenen Standort geplant.

Angesiedelt werden die Aktivitäten des Mehrheits-Joint Ventures künftig bei der Rheinmetall-Division Sensors and Actuators, welche die Elektrifizierungsstrategie des Konzerns vorantreibt und Weiterentwicklungen für den Beyond-Automotive- und industriellen Bereich umsetzt.

DERMALOG Identification Systems GmbH

Der Kooperationspartner mit Sitz in Hamburg ist ein Pionier in der Entwicklung biometrischer Produkte und Lösungen und seit über 25 Jahren am Markt aktiv. In dieser Zeit hat sich das Unternehmen zum größten Hersteller biometrischer Geräte und Systeme in Deutschland entwickelt und ist heute Innovationsführer im Bereich der Biometrie. Biometrische Best-in-Class-Technologien mit hoher Geschwindigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit sind die Stärken des Unternehmens. Auszeichnungen wie der German Innovation Award in Gold aus dem Jahr 2021 reihen sich ein in eine Vielzahl nationaler und internationaler Preise in verschiedenen Kategorien.

„Das Joint Venture mit der Rheinmetall AG bringt die Biometrie in den Bereich automobiler Anwendungen. Insbesondere das Driver Monitoring wird dabei helfen, Unfälle durch Unaufmerksamkeiten zu vermeiden“, so Günther Mull, Gründer und Geschäftsführer der DERMALOG Identification Systems GmbH in Hamburg über das Joint Venture mit dem Technologiekonzern Rheinmetall.

Seit Bestehen hat das Unternehmen weltweit hochkarätige Ausschreibungen gewonnen und internationale Großprojekte durchgeführt. Insgesamt erhielt das Unternehmen bis heute 65 internationale Preise für seine Spitzenleistungen im Bereich der Biometrie, wie z.B. den German Innovation Award Gold 2021 für seine biometrischen Kameras und den LivDet 2021 für seine Technik zur Lebenderkennung, mittels derer unterschieden werden kann, ob ein echter oder ein falscher Finger auf einen Scanner zur Identifikation gelegt wird. Darüber hinaus konnte die Bundesdruckerei nach einer vorausgegangenen, langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit einer Beteiligung in Höhe von 22,43% als starker Partner mit langjähriger Erfahrung gewonnen werden.

Zum Unternehmensportfolio gehören automatisierte biometrische Identifizierungssysteme (ABIS) und automatisierte Fingerabdruck-Identifizierungssysteme (AFIS), neueste Fingerabdruck-Scanner, biometrische Grenzkontrollsysteme, Ausweise, Reisepässe und Wahlsysteme. Der Adressaten- und Anwendungskreis ist komplex und umfasst Strafverfolgungsbehörden, zivile Einrichtungen wie Melde- und Wahlbehörden, Kfz-Zulassungsstellen, sowie Gesundheits- oder Sicherheitsunternehmen, Zugangs- und Datensicherheit, Autorisierungs- und Authentifizierungsservices, sowie mobile Sicherheit, Regierungsbe¬hörden, sowie öffentliche und private Unternehmen und Banken in aller Welt. Unter anderem werden Lösungen wie „FingerLogin”, „FingerPayment” und „FingerBanking“ angeboten. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern aktiv, zu denen neben Deutschland und Europa auch Asien, Afrika, Lateinamerika und der Nahe Osten zählen. Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter: www.dermalog.com.

Smurfit Kappa erschließt E-Commerce-Markt mit kompakten Verpackungsportfolios

Verpackungslösungen für den E-Commerce-Markt

Der E-Commerce boomt. Gleichzeitig steigen die Erwartungen und Ansprüche der Endkunden, die auch kleinere Onlineshops erfüllen wollen. Sie möchten ihre Kunden ebenfalls mit professionellen Verpackungen bedienen, die schick aussehen, Kosteneffizienz zeigen und zudem nachhaltig sind. Der Düsseldorfer Verpackungsspezialist Smurfit Kappa bündelt durch die Entwicklung kompakter Verpackungsportfolios nicht nur die neuesten Verpackungsinnovationen auf dem Markt, sondern verhilft mit seinem eShop auch kleinen Unternehmen zu Versandverpackungen auf professionellem Niveau.

Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) wuchs der Branchenumsatz 2021 im Privatkundengeschäft erstmals auf mehr als 100 Mrd. Euro an. Das Wachstum zum Vorjahr betrug 19 Prozent. Der gesamte Internethandel über Onlineshops und Marktplätze zwischen Firmen einschließlich Produktionsverbindungshandel und Großhandel erreicht ein Volumen von mehr als 180 Mrd. Euro.

Smurfit Kappa hat diesen Trend bereits vor einigen Jahren erkannt und sein Portfolio an professionellen Verpackungsmaterialien sukzessive konsequent auf Zielbranchen zugeschnitten. Das Unternehmen bietet jede Form und Größe angepasst an die Bedürfnisse großer Kunden mit individuellen Anforderungen sowie standardisiert aus dem Onlineshop für kleinere Mengen direkt auf Abruf. Dabei hat Smurfit Kappa kontinuierlich die unterschiedlichsten Segmente analysiert und in kundenindividuelle Verpackungs-Portfolios übersetzt.

Nico Heitmann, Head of Business Development & Marketing, von Smurfit Kappa sagt dazu: “Das rasante Wachstum des E-Commerce-Markts, insbesondere seit Beginn der Pandemie, ist enorm – so wie auch die wachsende Nachfrage nach Versandverpackungen der am stärksten wachsenden Branchen. Dabei kann das breite Angebot an Verpackungslösungen für die jeweiligen Einsatzbereiche ´nahezu erschlagen´, sodass den Kunden schnell die Übersicht über die besten Optionen abhanden kommt. Aus diesem Grund haben wir unsere Online-Verpackungsportfolios entwickelt.”

Manipulationssichere Verpackungen für die Healthcare- und Beauty-Branche

Manche Waren, die online geordert werden können, benötigen einen besonderen Schutz vor Manipulation oder Diebstahl. Smurfit Kappa hat daher z.B. die manipulationssichere Verpackung ” Tamper Evident Pack” entwickelt, die Bestandteil des neuen Health & Beauty-Packaging-Portfoliosist. Das Tamper Evident Pack hat einen cleveren Verschlussmechanismus, kommt ganz ohne Klebeband aus und sorgt dafür, dass die Ware sicher am Zielort ankommt. Dieser Schutz funktioniert sowohl für den Erstversand als auch bei Retouren von Artikeln.

Die Hautpflegemarke Paula’s Choice, bekannt für ihre sicheren Schönheitsprodukte, wandte sich an Smurfit Kappa, um ihren wachsenden Verpackungsbedarf zu decken. Der Auftrag lautete, innerhalb eines sehr engen Zeitrahmens drei unterschiedlich große Schachteln zu liefern. Smurfit Kappa war in der Lage, die ursprüngliche Vorgabe von Paula’s Choice von 14.000 großen, 100.000 mittleren und 30.000 kleinen Schachteln innerhalb des engen Zeitrahmens zu erfüllen.

Luxusmarken von SMCP mit Verpackungen des E-Fashion Portfolio

Das Unternehmen SMCP, zu dem unter anderem die Marken Sandro, Maje und Claudie Pierlot, gehören, brauchte ein gänzlich neues Verpackungsportfolio für die Optimierung der internen Prozesse sowie für den Online-Versand. Gemeinsam mit Smurfit Kappa wurde hier eine Rundum-Lösung gefunden, mit einer schicken Versandverpackung für das aktuelle E-Fashion-Portfolio des Unternehmens.

Versand-Lösungen für den Blumenhandel

Durch Corona hat es im Blumenversand einen Boom gegeben, da Blumengeschäfte lange geschlossen bleiben mussten. Das Blumenverpackungsportfolio für den Versandhandel umfasst sowohl Schnittblumen als auch Topfpflanzen sowie Geschenkverpackungen. Bei allen Verpackungsvarianten ist sichergestellt, dass der Kunde die empfindliche Ware in einwandfreiem Zustand erhält. Die Größe und Ausstattung der Verpackungen können maßgeschneidert an Produkte angepasst werden. Das Material ist aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und zu 100% recycelbar.

Boris Maschmann, CEO von Smurfit Kappa in der DACH-Region, zur Customizing-Strategie: “Früher waren Verpackungen nur Verpackungen. Heute sind sie Teil des Markenerlebnisses. Dabei müssen sie in Form und Größe passen, nachhaltig sein und auch der Preis muss stimmen. Auf derartige Lösungen haben wir uns spezialisiert. Wir haben den Markt tief durchdrungen – sowohl auf Basis von Kundenerfahrungen als auch basierend auf erhobenen Daten – und haben Verpackungsportfolios entwickelt, die Komplexitäten reduzieren und Entwicklungszeiten deutlich verringern.”

Über Smurfit Kappa

Smurfit Kappa gehört weltweit zu den führenden Produzenten von papierbasierten Verpackungen. Das Unternehmen beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat circa 350 Produktionsstätten in 35 Ländern, davon 23 in Europa und in 12 in den Amerikas. 2020 belief sich der globale Umsatz der Smurfit Kappa Group auf 8,5 Mrd. Euro.

ifo Geschäftsklimaindex überraschenderweise gestiegen (Mai 2022)

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 93,0 Punkte gestiegen, nach 91,9 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April. Die Unternehmen waren vor allem merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen veränderten sich hingegen kaum, die Unternehmen blieben weiter skeptisch. Die deutsche Wirtschaft erweist sich trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Krieg in der Ukraine als robust. Anzeichen für eine Rezession sind derzeit nicht sichtbar.

Im Verarbeitenden Gewerbe legte der Index merklich zu. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen etwas besser. Auch die Erwartungen stiegen deutlich an. Die Firmen sind aber weiterhin spürbar skeptisch mit Blick auf die kommenden Monate. Die Nachfrage erhielt einen deutlichen Dämpfer und die Auftragseingänge schwächten sich ab.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Dienstleister waren merklich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Ein größerer Anstieg des Lageindikators war zuletzt im Juni 2021 zu beobachten. Die Erwartungen fielen hingegen wieder pessimistischer aus. Insbesondere Transport- und Logistikunternehmen machten sich Sorgen.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator nach zwei Rückgängen in Folge wieder gestiegen. Vor allem die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich. Auch die Erwartungen zeigten etwas nach oben, blieben aber deutlich pessimistisch.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima nach dem Absturz im April wieder etwas erholt. Dies war auf eine Verbesserung der Erwartungen zurückzuführen. Ihre laufenden Geschäfte bewerteten sie etwas besser. Gleichwohl bleibt die Mehrheit der Unternehmen pessimistisch.

Clemens Fuest
Präsident des ifo Instituts

Zwischen Medienhype und Realität: Wie verändern sich Jobs durch Digitalisierung?

Hannover Messe. Mehr als 2.000 Aussteller präsentieren technische Neuerungen für unterschiedliche Anwendungen. Doch wie sehen diese Technologien konkret in der Umsetzung in den Betrieben aus? Und welche Veränderungen entstehen dadurch für die Beschäftigten?

„Die Folgen von Roboter- und Technikeinsatz werden in Literatur und Medien oft spektakulär dargestellt“, so Amelia Koczy, wissenschaftliche Expertin des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft. „Genau hier wollten wir näher hinschauen. Unsere Betriebsbeispiele aus dem Projekt AWA zeigen jetzt, dass die Auswirkungen von neuen Technologien auf die Arbeit der Beschäftigten bisher häufig moderat waren.“ Mehr über das ifaa-Projekt AWA – Arbeitsaufgaben im Wandel unter: www.arbeitswissenschaft.net/awa

Was hat sich bisher konkret geändert? Beispiel Smart Devices und Assistenzsysteme
Oftmals werden neue Betriebsmittel eingesetzt, die Teile der Gesamtaufgabe betreffen. Der Kern und das Ziel der Arbeitsaufgabe verändern sich in den meisten Fällen jedoch nicht wesentlich. „Wir sehen, dass zum Beispiel Smart Devices zunehmend bei der Maschinenbedienung, Instandhaltung oder Reparatur verwendet werden. Sie können auf anstehende Aufträge oder Störungen aufmerksam machen, Maschinendaten mobil anzeigen und zusätzliche Informationen darstellen. Auf diese Weise können Wegezeiten reduziert werden und Entscheidungen schneller getroffen werden. Das Ziel der Aufgabe wird dadurch nicht berührt.“, so Koczy.
Ein anderes Beispiel sind Assistenzsysteme bei der Montage: Diese unterstützen oftmals Teilaufgaben der Beschäftigten, beispielsweise das Greifen der richtigen Werkzeuge, das Einstellen korrekter Parameter oder indem sie eine optimale Montage-Reihenfolge vorschlagen.

Was ist für die Zukunft gefragt?
Je umfassender sich das Jobprofil verändert, desto eher sind auch Veränderungen in den Belastungs- und Anforderungsfaktoren zu beobachten. „Unser Ziel ist es, genau diese Veränderungen aufzudecken und zu beschreiben, um Entscheidern eine Hilfestellung zu geben, welche zukünftigen Kompetenzanforderungen und Belastungsfaktoren zu erwarten sind“, so Koczy.