Musik, die Menschlichkeit hörbar macht: Das DRK lädt zum zweiten Benefizkonzert in die Tonhalle ein

Foto: DRK/Ansgar van Treeck

(cs) Das Deutsche Rote Kreuz Düsseldorf verbindet beim 2. DRK-Konzert für Menschlichkeit musikalischen Genuss mit konkreter Hilfe. Der Erlös des Konzertabends kommt der humanitären Arbeit des Ukrainischen Roten Kreuzes und dem Katastrophenschutz des DRK-Düsseldorf zugute.

Wenn sich die Lichter im Mendelssohn-Saal der Tonhalle Düsseldorf dimmen und die ersten Töne erklingen, beginnt ein Konzertabend, der weit über den musikalischen Moment hinausweist. Beim 2. DRK-Konzert für Menschlichkeit verbindet das Deutsche Rote Kreuz Düsseldorf klassische Musik mit gesellschaftlichem Engagement und einem klaren Bekenntnis zur Solidarität.

Am Samstag, 26. September 2026, erwartet das Publikum ein festliches Konzert in besonderer Atmosphäre. Das Kyiv Symphony Orchestra musiziert unter der Leitung von Stephan Frucht. Als Solistinnen und Solisten wirken Albrecht Mayer, Julia Kleiter, Bomsori Kim und Illia Ovcharenko mit. Unterstützt werden sie vom Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf. Durch den Abend führt Sandra Maischberger. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Hendrik Wüst übernommen.

Das abwechslungsreiche Programm umfasst Werke unter anderem von Bizet, Saint-Saëns, Puccini, Bach und Liszt. So entsteht ein Abend, der künstlerische Ausdruckskraft mit einer wichtigen Botschaft verbindet: Menschlichkeit zeigt sich dort, wo Menschen füreinander einstehen.

Foto: DRK/Ansgar van Treeck

Hilfe, die ankommt

Der Erlös des Benefizkonzerts unterstützt die humanitäre Arbeit des Ukrainischen Roten Kreuzes sowie den Katastrophenschutz des DRK-Düsseldorf. Damit wirkt der Konzertabend sowohl international als auch unmittelbar vor Ort. Er unterstützt Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, und stärkt Strukturen, die in Krisen schnelle und verlässliche Unterstützung leisten.

Die sieben Grundsätze der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung – Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität – geben diesem Engagement Orientierung. Das Konzert macht diese Werte auf besondere Weise erlebbar: durch Musik, Begegnung und gemeinsames Handeln.

Foto: DRK/David Stensberg

Ein starkes Zeichen aus Düsseldorf

Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2024 findet das Konzert bereits zum zweiten Mal statt. Es steht beispielhaft für das Engagement des DRK Düsseldorf und für die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Für die Unternehmerschaft Düsseldorf ist die Initiative auch deshalb besonders bedeutsam, weil das DRK Düsseldorf zu unseren 2.300 Mitgliedern gehört. Wir schätzen das Engagement unseres Mitglieds sehr und freuen uns, die Einladung zu diesem besonderen Abend weiterzugeben.

Das 2. DRK-Konzert für Menschlichkeit lädt dazu ein, einen außergewöhnlichen Konzertabend zu erleben und zugleich konkrete Hilfe zu unterstützen. Klassische Musik wird so zu einem Ausdruck von Solidarität – und zu einem Zeichen dafür, dass Menschlichkeit immer zum gemeinsamen Handeln einlädt.

Veranstaltungsinformationen

  • Veranstaltung: 2. DRK-Konzert für Menschlichkeit
  • Datum: Samstag, 26. September 2026
  • Beginn: 19.30 Uhr
  • Ort: Tonhalle Düsseldorf, Mendelssohn-Saal
  • Tickets: über den Webshop der Tonhalle und eventim
  • Weitere Informationen: www.KonzertFuerMenschlichkeit.de

Wenn der Gewinn verschwindet, verliert der Standort

Gesamtkapitalrendite im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2023 in Prozent

Wenn der Gewinn verschwindet, verschwindet am Ende mehr als nur eine Zahl in der Bilanz.

Deutschland diskutiert gern über hohe Unternehmensgewinne. Sie gelten schnell als Zeichen von Macht, Ungleichheit oder gesellschaftlicher Schieflage. Doch die nüchterne ökonomische Wahrheit lautet: Gewinne sind kein Luxus der Wirtschaft. Sie sind ihr Treibstoff.


Von Christoph Sochart


Wie das Institut der deutschen Wirtschaft mitteilt, ist die Ertragslage deutscher Unternehmen deutlich weniger komfortabel, als es manche öffentliche Debatte vermuten lässt. Besonders die Industrie steht unter Druck. Dort geht es nicht um die Frage, ob Unternehmen zu viel verdienen. Es geht um die Frage, ob sie überhaupt noch genug verdienen, um im internationalen Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können.

Die Gewinnquote sinkt auf ein Rekordtief

Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen in Deutschland sind zwischen 2015 und 2025 im Durchschnitt lediglich um 1,8 Prozent pro Jahr gewachsen. Die Arbeitnehmerentgelte legten im selben Zeitraum durchschnittlich um 4,5 Prozent jährlich zu.

Das hat die Einkommensverteilung sichtbar verändert. Die Lohnquote – also der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen – stieg zuletzt auf rund 75 Prozent. Spiegelbildlich sank die Gewinnquote, der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen, im Jahr 2025 auf rund 25 Prozent. Das war ein Tiefstand.

Die Entwicklung verlief dabei keineswegs geradlinig. Im Jahr 2023 stiegen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen noch um 7,8 Prozent. Ein Jahr später sanken sie um 8,1 Prozent. Die Botschaft dieser Zahlen ist klar: Die Erträge schwanken stark – und der langfristige Zuwachs bleibt begrenzt.

Ein schmaler Puffer für die Gesamtwirtschaft

Entscheidend ist nicht allein, ob ein Unternehmen einen Gewinn ausweist. Entscheidend ist, ob dieser Gewinn ausreicht, um Risiken, Kapitalkosten und notwendige Investitionen zu finanzieren.

Für die nicht finanziellen Unternehmen in Deutschland lag die Gesamtkapitalrendite im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2024 bei gut 5,8 Prozent. Das war lediglich rund ein Prozentpunkt mehr als jene Rendite, die erforderlich gewesen wäre, um zumindest das unternehmerische Risiko und die Kapitalkosten zu decken.

Das ist kein üppiges Polster. Es ist ein schmaler Sicherheitsabstand. Ein Unternehmen, das nur knapp über seiner Mindestanforderung wirtschaftet, kann Krisen schlechter abfedern, Investitionen schwerer finanzieren und Kapital weniger überzeugend an den Standort binden.

Gewinn ist in diesem Sinne nicht das Ende der wirtschaftlichen Leistung. Gewinn ist die Voraussetzung dafür, dass die nächste Leistung überhaupt finanziert werden kann.

Die Industrie verfehlt teilweise die Mindestschwelle

Besonders kritisch ist die Lage im Verarbeitenden Gewerbe. Die Industrieunternehmen erzielten zwischen 2015 und 2023 im jährlichen Durchschnitt eine Gesamtkapitalrendite von knapp 4,9 Prozent. Rund 5 Prozent wären nach der Analyse erforderlich gewesen, um die Anforderungen der Investoren zu erfüllen.

Der Abstand mag auf den ersten Blick klein wirken. In der Realität entscheidet sich an solchen Größenordnungen jedoch, wohin Kapital fließt. Investoren vergleichen Standorte. Wenn die Rendite in Deutschland die Risiken und Kosten nicht ausreichend kompensiert, wird eine Anlage im Ausland attraktiver.

Im Jahr 2023 lag die tatsächliche Rendite der Industrie zwar leicht über der notwendigen Schwelle. Doch der Befund bleibt schwierig: Die Industrie bewegt sich nahe an der Grenze dessen, was für eine dauerhafte Finanzierung ausreicht.

Damit wächst das Risiko einer Deindustrialisierung. Nicht als plötzliches Ereignis, sondern als schleichender Prozess: eine Investition weniger, ein Standort weniger, eine Produktionslinie weniger. Was in der Einzelbilanz unspektakulär aussehen mag, kann sich in der Summe zu einem strukturellen Problem für den Wirtschaftsstandort Deutschland entwickeln.

Ohne Gewinne keine Zukunftsinvestitionen

Die Debatte über Gewinne ist deshalb auch eine Debatte über Arbeitsplätze. Empirische Daten zeigen nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft, dass Gewinne Investitionen ermöglichen. Investitionen wiederum haben positive Beschäftigungseffekte.

Der Umkehrschluss ist unbequem, aber logisch: Wo Gewinne dauerhaft ausbleiben, werden Investitionen schwieriger. Und wo Investitionen fehlen, geraten Arbeitsplätze unter Druck.

Das betrifft nicht nur Maschinen, Gebäude oder Produktionsanlagen. Es geht ebenso um jene Ausgaben, die für Digitalisierung und klimaneutrale Transformation erforderlich sind. Wer Unternehmen die wirtschaftliche Grundlage entzieht, kann nicht gleichzeitig erwarten, dass sie den technologischen und ökologischen Umbau aus eigener Kraft finanzieren.

Wettbewerb bleibt dabei das entscheidende Korrektiv. Gewinne sollen nicht grenzenlos wachsen, wenn Marktmacht missbraucht wird. Dafür gibt es Wettbewerbsregeln und das Bundeskartellamt. Aber die bloße Existenz eines Gewinns ist noch kein Beweis für ein Problem. In einer funktionierenden Marktwirtschaft ist der Gewinn das Signal, dass sich unternehmerisches Risiko zumindest lohnen kann.

Der Standort braucht keine Gewinnskepsis, sondern Ertragskraft

Die Zahlen des IW liefern keinen Freibrief für jedes Geschäftsmodell und keine Rechtfertigung für jeden Preis. Sie liefern etwas Wichtigeres: eine realistische Grundlage für die Diskussion.

Deutschland braucht Unternehmen, die profitabel wirtschaften können. Nicht, weil Gewinne Selbstzweck wären. Sondern weil aus ihnen Investitionen, Innovationen und Beschäftigung entstehen. Gerade die Industrie kann nicht dauerhaft von der Substanz leben und zugleich die Zukunft finanzieren.

Die zentrale wirtschaftspolitische Frage lautet deshalb nicht: Wie können Gewinne weiter begrenzt werden? Sie lautet: Wie schaffen wir Bedingungen, unter denen Unternehmen wieder ausreichend verdienen, investieren und am Standort Deutschland bleiben können?

Wer den Gewinn verteufelt, spart am falschen Ende: Erst verschwindet die Rendite – dann die Investition, der Arbeitsplatz und am Ende der industrielle Standort.

Quelle

Institut der deutschen Wirtschaft: „Geringe Gewinne haben große wirtschaftliche Folgen“, veröffentlicht am 6. August 2026. Grundlage ist ein IW-Consult-Gutachten für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

Urlaub vorbei? So gelingt der Wiedereinstieg in den Job

Dr. Catharina Stahn; Foto: ifaa

(cs) Die Koffer sind ausgepackt, die Urlaubserholung ist noch frisch – und schon wartet das volle E-Mail-Postfach. Nach den Ferien fällt der Start in den Arbeitsalltag vielen Beschäftigten nicht leicht. Ein strukturierter Wiedereinstieg kann helfen, die Erholung mitzunehmen und Schritt für Schritt wieder in den Arbeitsmodus zu kommen.

Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub hat oft zwei Seiten: Einerseits sind die Akkus aufgeladen, andererseits wartet eine Menge Arbeit. Hunderte E-Mails, volle Terminkalender und liegen gebliebene Aufgaben können schnell für Stress sorgen. „Nach einer Erholungsphase stehen Konzentration und Leistungsfähigkeit nicht unmittelbar wieder vollständig zur Verfügung. Ein strukturierter Wiedereinstieg hilft, den Übergang in den Arbeitsalltag zu erleichtern“, erklärt Dr. Catharina Stahn, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Düsseldorfer ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.

Erst orientieren, dann loslegen

Die Expertin empfiehlt, nicht sofort jede neue Nachricht und jede offene Aufgabe abzuarbeiten. Sinnvoller sei es, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen: Was ist während der Abwesenheit passiert? Welche Aufgaben sind wirklich dringend? Und was kann noch warten?

Auch der Terminkalender sollte möglichst nicht vom ersten Tag an überquellen. Weniger Meetings schaffen Zeit für Orientierung und Planung. Größere Aufgaben können in überschaubare Schritte aufgeteilt werden. So lässt sich vermeiden, dass gleich zu Beginn das Gefühl entsteht, von der Arbeit überrollt zu werden.

Hilfreich ist außerdem, Prioritäten aktiv zu setzen. Nicht jede neu eingehende E-Mail ist automatisch wichtiger als eine bereits geplante Aufgabe. Regelmäßige Pausen gehören ebenfalls zu einem guten Neustart. Sie helfen dabei, die Leistungsfähigkeit über den Arbeitstag hinweg zu stabilisieren.

Ein kleiner, aber praktischer Tipp: Wenn es organisatorisch möglich ist, muss der Wiedereinstieg nicht unbedingt an einem Montag erfolgen. Ein Start zur Wochenmitte verkürzt die erste Arbeitswoche und kann den Übergang erleichtern.

Auch Führungskräfte sind gefragt

Nicht nur Beschäftigte können etwas für einen gelungenen Neustart tun. Auch Führungskräfte haben Einfluss darauf, wie gut die Rückkehr gelingt. Wer nach dem Urlaub zunächst Zeit zum Ankommen gibt, klare Prioritäten vermittelt und realistische Erwartungen formuliert, schafft gute Voraussetzungen.

Ebenso wichtig ist ein gut gesteuerter Informationsfluss. Nach einer längeren Abwesenheit müssen Beschäftigte nicht zwangsläufig jede Nachricht und jedes Detail der vergangenen Wochen sofort nacharbeiten. Entscheidend ist, die wesentlichen Informationen zu bündeln und unnötige Informationsflut zu vermeiden.

Erholung nicht sofort wieder aufbrauchen

Ein gelungener Wiedereinstieg bedeutet deshalb vor allem: sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Wer sich Zeit für Orientierung nimmt, Aufgaben priorisiert und bewusst Pausen einplant, kann die positiven Effekte des Urlaubs länger in den Alltag hineintragen.

Und auch nach den ersten Arbeitstagen lohnt sich der Blick auf die Freizeit. Eine aktive und bewusste Gestaltung der freien Zeit hilft dabei, den eigenen „Akku“ immer wieder aufzuladen. Denn Erholung sollte nicht nur einmal im Jahr stattfinden – sondern möglichst regelmäßig ihren Platz im Alltag bekommen.

Landesverdienstorden für 16 Persönlichkeiten: Wirtschaft im Mittelpunkt

Ministerpräsident Hendrik Wüst (links) zeichnet Lothar Hörning und Arndt G. Kirchhoff (rechts) besonders aus – insgesamt 16 Menschen erhalten den Orden des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: NRW

Zwei Namen aus der Region stehen bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen besonders im Mittelpunkt: Lothar Hörning aus Düsseldorf und Arbeitgeber-Präsident Arndt G. Kirchhoff. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Montag, 24. August, in der Düsseldorfer Staatskanzlei insgesamt 16 besonders engagierte Persönlichkeiten ausgezeichnet. Anlass ist der 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens.


Von Christoph Sochart


Wüst würdigte die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger als Menschen, die sich teilweise seit Jahrzehnten für andere einsetzen. Nordrhein-Westfalen lebe seit 80 Jahren vom Miteinander und von der Solidarität seiner Bürgerinnen und Bürger, sagte der Ministerpräsident. Gerade in einer zunehmend polarisierten Zeit stärkten die Geehrten Gesellschaft und Demokratie.

Lothar Hörning: Karneval als Zeichen für Vielfalt

Für Düsseldorf ist Lothar Hörning eine besonders prägende Persönlichkeit. Hörning gehörte im Jahr 2000 zu den Gründern der KG Regenbogen. Der Verein entwickelte sich zu einem der größten schwul-lesbischen Karnevalsvereine Deutschlands. In der Session 2008/2009 schrieb Hörning zudem Düsseldorfer Karnevalsgeschichte: Er war der erste offen homosexuelle Karnevalsprinz der Landeshauptstadt.

Hörning engagierte sich auch in der traditionsreichen Prinzengarde Blau-Weiss. Von 2020 bis 2024 war er deren Präsident. In dieser Zeit setzte er unter anderem Impulse für die Wiederbelebung der Herbstjagd und das Kö-Treiben – eine große Karnevalsveranstaltung auf der Königsallee.

Seit 2024 steht Hörning als Präsident an der Spitze des Comitee Düsseldorfer Carneval. Damit trägt er Verantwortung für einen wichtigen Teil des Düsseldorfer Brauchtums. Dabei versteht er Karneval ausdrücklich auch als gesellschaftliches Signal: Offenheit, Vielfalt und Solidarität gehören für ihn dazu.

Ein Beispiel ist der „Tunte Lauf“, bei dem mit Humor und schrillen Kostümen zugleich für Akzeptanz und gesellschaftliche Offenheit geworben wird. Hörning unterstützt darüber hinaus die Düsseldorfer Aidshilfe und weitere soziale Projekte. Gemeinsam mit seiner Venetia Ute setzte er sich als Karnevalsprinz auch finanziell für wohltätige Zwecke ein. Unterstützt wird zudem das Projekt „Wasser für Afrika“.

Wüst würdigte Hörning deshalb als jemanden, der gezeigt habe, wie modern und offen Brauchtum sein kann. Dafür erhielt er den Landesverdienstorden.

Arndt G. Kirchhoff: Stimme der Wirtschaft

Mit Arndt G. Kirchhoff wurde ein Unternehmer ausgezeichnet, dessen Wirken weit über sein Unternehmen hinausreicht. Kirchhoff hat die KIRCHHOFF-Unternehmensgruppe international ausgerichtet und zu einem führenden Unternehmen der Automobilzulieferindustrie weiterentwickelt.

Gleichzeitig gehört Kirchhoff zu den wichtigen Stimmen der deutschen und nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Er war Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und übernahm Spitzenämter im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen sowie im Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen. Damit hat er die wirtschaftspolitische Diskussion auf Landes- und Bundesebene über Jahre mitgeprägt.

Sein Engagement beschränkt sich dabei nicht auf wirtschaftliche Fragen. Kirchhoff setzt sich auch für Wissenschaft und Bildung sowie für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Südwestfalen ein. Eine besondere Verbindung zu Nordrhein-Westfalen und Europa hat er als Honorarkonsul der Republik Polen, ein Amt, das er seit 2018 ausübt. Dabei engagiert er sich insbesondere für die Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und Schlesien.

Wüst würdigte Kirchhoff als Familienunternehmer in vierter Generation und hob zugleich dessen Engagement über das eigene Unternehmen hinaus hervor. Der Landesverdienstorden sei Anerkennung für seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung.

16 Persönlichkeiten ausgezeichnet

Neben Hörning und Kirchhoff gingen die Auszeichnungen an Magdalene (Lena) Arndt aus Paderborn, Monika Bartsch aus Mönchengladbach, Bernhard Conin aus Köln, die Düsseldorferin Monika Düker, Veronica Ferres, Albert Gerding aus Haltern am See, Dr. Philipp Freiherr Heereman aus Hörstel, Thomas Kutschaty aus Essen, Norbert Mering aus Essen, Franz Müntefering, Susanne Saage, Professor Dr. Dr. Thomas Sternberg, Ralf König sowie Anja Weber.

Die Geehrten stehen für sehr unterschiedliche Formen des Engagements: von Frauen- und Kinderhilfe über Sport, Kultur und Brauchtum bis hin zu Politik, Wirtschaft, Forstwirtschaft und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Der Landesverdienstorden gehört zu den höchsten Auszeichnungen Nordrhein-Westfalens. Er wurde 1986 anlässlich des 40. Geburtstags des Landes gestiftet und wird für besondere Verdienste um das Gemeinwohl und Nordrhein-Westfalen verliehen.

Die Verleihung in der Düsseldorfer Staatskanzlei passte damit auch zum Jubiläumsjahr des Landes: 80 Jahre Nordrhein-Westfalen – und 16 Menschen, die mit ihrem persönlichen Engagement ein Stück dieses Landes geprägt haben.

Quelle: Land Nordrhein-Westfalen, Staatskanzlei, 24. August 2026. Zur Mitteilung des Landes NRW

Düsseldorfer Experte: KI macht Arbeit nicht automatisch belastender

Sascha Stowasser; Foto: ifaa

(cs) Macht Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeit für Beschäftigte automatisch belastender? Das Düsseldorfer Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) widerspricht dieser Annahme. Forderungen nach zusätzlichen freien Tagen für Arbeitnehmer, deren Arbeitsalltag sich durch KI verändert, greifen aus Sicht des Instituts zu kurz.

Der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) hatte zusätzliche freie Tage für Beschäftigte gefordert, die besonders stark vom Einsatz Künstlicher Intelligenz betroffen sind. Ein Argument: Wenn KI vor allem Routineaufgaben übernimmt, blieben für die Beschäftigten zunehmend komplizierte Fälle, Beschwerden und Kontrollaufgaben übrig.

Für Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa, lässt sich daraus jedoch kein allgemeiner zusätzlicher Erholungsbedarf ableiten. Entscheidend sei vielmehr, wie die Arbeit mit KI organisiert wird.

„KI verändert Tätigkeiten und Anforderungen. Ob daraus eine ungünstige Belastung entsteht, hängt von der konkreten Arbeitsgestaltung ab“, erklärt Stowasser.

Anspruchsvoll heißt nicht automatisch belastend

Dass KI einfache und wiederkehrende Aufgaben übernimmt und Menschen dadurch häufiger anspruchsvollere Tätigkeiten erledigen, ist aus Sicht des Instituts durchaus möglich. Das müsse aber nicht zwangsläufig zu einer höheren Belastung führen.

Anspruchsvollere Aufgaben könnten auch abwechslungsreicher sein, neue Lernmöglichkeiten bieten und Beschäftigten mehr Entscheidungsfreiheit geben. „Komplexität und Belastung dürfen nicht gleichgesetzt werden“, betont Stowasser.

Entscheidend seien vielmehr die konkrete Aufgabe, die Organisation der Arbeit, die Qualifikation der Beschäftigten und die Frage, welche Aufgaben der Mensch und welche die KI übernehmen.

Auch in Unternehmen wird der Einsatz von KI zunehmend Realität. Besonders in Verwaltungs- und Bürobereichen hat die Nutzung der Technologie nach Angaben des ifaa zugenommen. Gleichzeitig steigt die Akzeptanz dort, wo Beschäftigte und Unternehmen bereits Erfahrungen mit KI gesammelt haben.

Produktivität ist eine andere Frage

Das ifaa unterscheidet außerdem zwischen den Auswirkungen von KI auf die Arbeitsbedingungen und der Frage, was mit möglichen Produktivitätsgewinnen geschieht.

„Wie sich KI auf die Arbeitsbedingungen auswirkt, ist eine arbeitswissenschaftliche Gestaltungsfrage. Wie Produktivitätsgewinne verteilt werden, ist eine tarifpolitische Frage“, sagt Stowasser.

Deutschland steht angesichts des Fachkräftemangels, des demografischen Wandels und des internationalen Wettbewerbs unter Druck, seine Produktivität zu steigern. KI könne dabei nach Einschätzung des Instituts eine wichtige Rolle spielen.

Deshalb warnt Stowasser davor, den Einsatz von KI grundsätzlich mit einer zusätzlichen Belastung gleichzusetzen. Ziel müsse vielmehr sein, die neue Technologie produktiv und zugleich menschengerecht einzusetzen.

Einen pauschalen Anspruch auf zusätzliche freie Tage hält das ifaa deshalb für den falschen Weg. Ein solcher Mechanismus könne den Einsatz neuer Technologien erschweren und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen beeinträchtigen.

Die zentrale Frage lautet aus Sicht der Arbeitswissenschaft deshalb nicht, ob KI eingesetzt wird, sondern wie die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine gestaltet wird.

Rheinmetall baut in Litauen Unterkunft für bis zu 2.000 Soldaten

Foto: RHEINMETALL

(cs) Rheinmetall hat einen ersten großen Auftrag für den Aufbau eines neuen Militärstandorts in Litauen erhalten. Der Düsseldorfer Konzern soll dort ein Camp für bis zu 2.000 Soldatinnen und Soldaten errichten. Die ersten Gebäude sollen ab Mitte August 2027 genutzt werden können.

Der Auftrag kommt vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Rheinmetall übernimmt dabei die gesamte Umsetzung – vom Aufbau der Unterkünfte bis zur späteren Versorgung der Soldaten.

Für die Errichtung des Camps sind rund 250 Millionen Euro vorgesehen. Wenn der Standort in Betrieb geht, übernimmt Rheinmetall auch die Betreuung der Anlage. Dazu gehören unter anderem die Verpflegung und eine Wäscherei. Für diesen laufenden Betrieb sind jährlich rund 40 Millionen Euro vorgesehen.

Schneller Aufbau mit vorgefertigten Gebäuden

Das Camp wird aus vorgefertigten und flexibel einsetzbaren Gebäuden entstehen. Diese können vergleichsweise schnell transportiert und aufgebaut werden. Das Verfahren soll der Bundeswehr ermöglichen, Soldatinnen und Soldaten auch bei längeren Einsätzen zuverlässig unterzubringen.

Dabei übernimmt ein Unternehmen möglichst viele Aufgaben aus einer Hand: Planung, Herstellung, Transport, Aufbau und später auch die Betreuung der Anlage. Am Ende eines Einsatzes können die Gebäude wieder abgebaut werden.

Der aktuelle Auftrag ist Teil eines größeren Programms der Bundeswehr, mit dem die Unterbringung von Soldatinnen und Soldaten bei Auslandseinsätzen und bei der Verteidigung Deutschlands und seiner Bündnispartner verbessert werden soll.

Bundeswehr soll entlastet werden

Hinter dem Konzept steht auch der Gedanke, die Bundeswehr im Einsatz zu entlasten. Wenn private Unternehmen den Bau und den Betrieb solcher Standorte übernehmen, können Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr für andere Aufgaben eingesetzt werden.

Für Rheinmetall ist der Auftrag ein weiterer Schritt beim Ausbau seines Geschäfts rund um die Versorgung und Unterstützung von Streitkräften. Der Konzern plant und errichtet weltweit solche militärischen Camps und kann auf Wunsch auch deren Betrieb über mehrere Jahre übernehmen.

Theodor-Heuss-Brücke nachts für den Autoverkehr gesperrt

Foto: Christoph Sochart

Wer zwischen dem 30. August und dem 18. September nachts mit dem Auto über die Theodor-Heuss-Brücke fahren möchte, muss einen Umweg über die Oberkasseler Brücke oder die Rheinkniebrücke einplanen, denn: Wegen notwendiger Arbeiten an den Tragkabeln wird die Rheinquerung für den Kraftfahrzeugverkehr in den kommenden Wochen nachts vollständig gesperrt. Tagsüber bleibt die Brücke für den Kraftfahrzeugverkehr geöffnet.


Von Christoph Sochart


Die Sperrungen beginnen am Sonntagabend, 30. August 2026, und dauern voraussichtlich bis Freitagmorgen, 18. September 2026. Von Sonntagabend bis Freitagmorgen wird die Brücke jeweils zwischen 21 und 6 Uhr in beiden Fahrtrichtungen für Autos und andere Kraftfahrzeuge gesperrt.

Grund für die Arbeiten sind Mängel am Korrosionsschutz, die bei den jüngsten Bauwerksprüfungen der Tragkabel festgestellt wurden. Die Schäden sollen nun beseitigt werden, damit die Tragkonstruktion langfristig erhalten bleibt.

Bis zu 57 Meter hoch

Für die Arbeiten werden gleichzeitig mehrere Lkw-Arbeitsbühnen eingesetzt. Die Arbeiter müssen dabei in einer Höhe von bis zu 57 Metern an den Tragkabeln arbeiten. Genau deshalb ist die vollständige Sperrung der Brücke notwendig: Durch den laufenden Kraftfahrzeugverkehr könnte die Brücke in Schwingung geraten und damit die Arbeiten in großer Höhe gefährden.

Eine Sperrung lediglich einer Fahrtrichtung ist aus Sicherheitsgründen deshalb nicht möglich.

Für Autofahrer werden Umleitungen über die Oberkasseler Brücke beziehungsweise die Rheinkniebrückeausgeschildert. Gute Nachrichten gibt es dagegen für Fußgänger und Radfahrer: Der Geh- und Radverkehr kann die Theodor-Heuss-Brücke weiterhin uneingeschränkt nutzen.

Arbeiten sind vom Wetter abhängig

Die Arbeiten am Korrosionsschutz sind stark von der Witterung abhängig. Regen oder kräftiger Wind können dazu führen, dass die Arbeiten kurzfristig unterbrochen oder sogar abgebrochen werden müssen.

Die nächtlichen Sperrungen werden außerdem genutzt, um weitere Arbeiten an der Brücke durchzuführen. Geplant sind unter anderem die turnusmäßige Bauwerksvermessung sowie Arbeiten an den Zugängen zu den Pylonen.

Die Maßnahmen sind Teil der regelmäßigen Bauwerksunterhaltung. Sie sollen dazu beitragen, die Tragkonstruktion der Theodor-Heuss-Brücke dauerhaft zu erhalten und die Sicherheit des wichtigen Düsseldorfer Rheinübergangs zu gewährleisten.

Bankenverband: Warum jetzt nach dem Urlaub der Finanzcheck jetzt wichtig ist

(cs) Kontoauszüge prüfen, Kartenabrechnungen kontrollieren und Sicherheitseinstellungen zurücksetzen: Nach der Reise lohnt sich ein genauer Blick auf die eigenen Finanzen. Der Bankenverband gibt Tipps, wie Urlauber unliebsame Überraschungen vermeiden können.

Der Urlaub ist vorbei, die Koffer sind ausgepackt – jetzt sollten auch die Finanzen noch einmal auf den Prüfstand. Denn gerade nach einer Reise können sich auf Kontoauszügen und Kreditkartenabrechnungen zahlreiche Buchungen sammeln. Wer diese zeitnah kontrolliert, behält den Überblick und kann Unstimmigkeiten schnell klären.

Kreditkartenabrechnung genau prüfen

Kartenzahlungen sind im Urlaub praktisch. Push-Nachrichten und Banking-Apps ermöglichen es inzwischen, Ausgaben unmittelbar nachzuvollziehen. Trotzdem empfiehlt sich nach der Rückkehr ein genauer Blick auf die Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen.

Taucht dort eine Abbuchung auf, die nicht nachvollziehbar ist, sollten sich Verbraucher möglichst schnell an ihre kartenausgebende Bank wenden. Hilfreich sind dafür Belege, Rechnungen oder die Kommunikation mit dem jeweiligen Händler oder Anbieter. Je nach Bank und Kartenart können unterschiedliche Fristen und Verfahren für eine Reklamation gelten.

Sicherheitseinstellungen nicht vergessen

Wer seine Karte für die Reise besonders freigeschaltet oder Sicherheitslimits verändert hat, sollte nach der Rückkehr auch diese Einstellungen überprüfen. Bei vielen Banken lassen sich beispielsweise Länderfreigaben oder bestimmte Limits direkt über das Online-Banking oder die Banking-App steuern.

Nach dem Urlaub können diese Einstellungen wieder auf den normalen persönlichen Bedarf zurückgesetzt werden – etwa auf eine Nutzung in Deutschland oder Europa.

Fremdwährung kann zusätzliche Kosten verursachen

Wer außerhalb des Euro-Raums unterwegs war, sollte außerdem auf mögliche Gebühren achten. Informationen zu den Kosten für Kartenzahlungen oder Bargeldabhebungen in fremder Währung finden sich im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank. Zusätzlich können Geldautomatenbetreiber im Ausland eigene Gebühren verlangen.

Besonders wichtig ist die Frage, in welcher Währung eine Zahlung abgerechnet wird. Wird am Kartenterminal oder Geldautomaten die Umrechnung in Euro angeboten, ist es in der Regel günstiger, diese abzulehnen und stattdessen die Landeswährung zu wählen. So lässt sich eine oft ungünstigere Umrechnung durch den Anbieter vermeiden.

Was tun mit übrig gebliebenem Urlaubsgeld?

Nach einer Reise bleibt nicht selten Bargeld in der jeweiligen Landeswährung übrig. Bei kleineren Beträgen lohnt sich ein Rücktausch häufig nicht, weil Wechselkurse und Gebühren ungünstig sein können.

Eine Alternative: Das restliche Geld kann gespendet werden. An vielen Flughäfen gibt es Sammelstellen für Fremdwährungen, auch gemeinnützige Organisationen nehmen solche Beträge teilweise entgegen. Der Gegenwert kann anschließend sozialen Projekten zugutekommen.

Was hat der Urlaub tatsächlich gekostet?

Zum Finanzcheck nach der Reise gehört schließlich auch eine persönliche Bilanz. Wie hoch waren die gesamten Urlaubsausgaben? Wo wurde das Budget überschritten? Welche Kosten waren unerwartet?

Ein solcher Rückblick hilft nicht nur dabei, die aktuelle finanzielle Situation im Blick zu behalten. Er kann auch eine gute Grundlage für die Planung der nächsten Reise sein. Denn wer weiß, wofür im vergangenen Urlaub besonders viel Geld ausgegeben wurde, kann das nächste Reisebudget realistischer kalkulieren.

Kurz gesagt: Koffer auspacken, Konto checken – und mit einem guten Überblick in den Alltag zurückkehren.

„Der Mann mit dem Schwan“ – Teil 2 unserer Serie zur Düsseldorfer Industriegeschichte

Kathrin Grüne, Chefin der Firma Dillenberg in Eller. Foto: Frank Wiedemeier

(cs) Persil kennt jeder. Aber wer war eigentlich Ernst Sieglin – der Mann, der mit seinem Seifenpulver ebenfalls die Düsseldorfer Waschmittelgeschichte prägen wollte?

In der zweiten Folge unserer Podcast-Serie „Der Mann mit dem Schwan“ reisen wir zurück ins 19. Jahrhundert: nach Stuttgart, London und schließlich ins Rheinland. Wir begleiten einen jungen Schwaben, der früh erkennt, wie wichtig Handel, Märkte und Marken für den wirtschaftlichen Erfolg werden.

Ernst Sieglin wollte mehr sein als ein Buchhalter. Er wollte Unternehmer werden. Und er hatte eine Idee, die Millionen Menschen das Waschen erleichtern sollte.

Doch seine Geschichte ist auch die Geschichte eines großen Wettbewerbs – und eines Mannes, der am Ende gegen Fritz Henkel den Kürzeren zog.

🎙️ „Der Mann mit dem Schwan“ – Teil 2 jetzt im Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“.

Eine spannende Reise durch die Düsseldorfer Industriegeschichte – mit Kathrin Grüne, Chefin der Firma Dillenberg in Eller und weiteren Gesprächspartnern.

Überall dort wo es gute Podcasts gibt – und natürlich auch hier: www.unternehmerschaft.de/podcast

Ganztagsschule in Düsseldorf: Ein wichtiger Schritt für Familien und den Arbeitsmarkt

Schuldezernent und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (links) im Pressegespräch zum Start des Schuljahres 2026/27, hier gemeinsam mit Dagmar Wandt, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung und Abteilungsleiterin Sabine Ostermann-Kestner, Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Rund 5.600 Kinder werden zum neuen Schuljahr in Düsseldorf eingeschult. Gleichzeitig startet der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz. Für die Düsseldorfer Arbeitgeber ist das ein wichtiges Signal: Denn eine verlässliche Betreuung ist längst auch ein Standort- und Fachkräftethema.


Von Christoph Sochart


Für rund 5.600 Düsseldorfer Kinder beginnt am 2. und 3. September ein neuer Lebensabschnitt: Sie werden eingeschult. Gleichzeitig stellt sich für viele Eltern die ganz praktische Frage: Wie lassen sich Schule, Familie und Beruf miteinander vereinbaren? Genau hier setzt die Stadt Düsseldorf mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung an.

An den mehr als 90 Grundschulen der Landeshauptstadt wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit ab dem Schuljahr 2026/27 für alle Schülerinnen und Schüler der Primarstufe ein Ganztagsangebot zur Verfügung stehen kann. Familien können dabei zwischen Betreuungsmodellen bis 14, 15 oder 16 Uhr wählen. Rund 90 Prozent der Düsseldorfer Familien nehmen eines dieser Ganztagsangebote in Anspruch. Besonders gefragt ist das 16-Uhr-Modell: Dafür entschieden sich knapp 54 Prozent der Familien.

Arbeitgeber begrüßen den Ausbau

Für die Düsseldorfer Wirtschaft ist diese Entwicklung mehr als eine schulpolitische Nachricht. Eine verlässliche Betreuung nimmt Eltern eine große Sorge – und sie hilft damit auch den Unternehmen.

Denn die Fachkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Düsseldorfer Unternehmen sind vielfach selbst Mütter und Väter. Wenn der Schulunterricht endet, endet für sie nicht automatisch der Arbeitstag. Gerade für Beschäftigte mit kleineren Kindern ist deshalb entscheidend, dass sie darauf vertrauen können, dass ihre Kinder auch nach dem Unterricht gut betreut werden.

Die Arbeitgeber in Düsseldorf begrüßen den Vorstoß der Stadt ausdrücklich. Denn gute Ganztagsangebote stärken die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und können damit dazu beitragen, Beschäftigung zu sichern und Fachkräfte für die Unternehmen zu gewinnen.

Aus Sicht der Wirtschaft ist das ein wichtiger Baustein moderner Standortpolitik: Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss nicht nur über Gehälter und Arbeitsplätze sprechen. Auch die Rahmenbedingungen für Familien spielen eine entscheidende Rolle.

„Das nimmt Familien eine große Sorge“

Gerade beim Blick auf den Fachkräftemangel wird deutlich, welche Bedeutung eine funktionierende Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur hat. Wenn Eltern wissen, dass ihre Kinder während ihrer Arbeitszeit zuverlässig betreut werden, schafft das Sicherheit und Planbarkeit.

Das kann beispielsweise für eine Mutter oder einen Vater den Unterschied machen, ob eine Vollzeitstelle realistisch ist, ob Arbeitszeiten ausgeweitet werden können oder ob ein beruflicher Wiedereinstieg gelingt.

Damit wird Ganztagsbetreuung auch zu einem Standortfaktor für Düsseldorf. Unternehmen profitieren davon, wenn qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre beruflichen Perspektiven verfolgen können, ohne ständig vor der Frage zu stehen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren.

Düsseldorf investiert in die Zukunft

Die Stadt verbindet den Ausbau der Ganztagsbetreuung mit einer umfangreichen Schulbauoffensive. Bis 2030 sollen rund zwei Milliarden Euro in den Düsseldorfer Schulbau investiert werden. Insgesamt sollen dadurch mehr als 10.000 zusätzliche Schulplätze entstehen; mehr als 9.000 davon stehen nach Angaben der Stadt bereits zum Schuljahr 2026/27 zur Verfügung.

Auch an einzelnen Grundschulstandorten wird kräftig investiert. Die Schulen an der Krahnenburgstraße, Gumbertstraße und am Rheindorfer Weg werden beispielsweise vollständig neu errichtet, um die räumlichen Voraussetzungen für rund 1.000 Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Für die Düsseldorfer Arbeitgeber ist das eine Investition, die weit über Klassenzimmer und Schulhöfe hinausreicht. Sie schafft bessere Voraussetzungen dafür, dass Eltern arbeiten können, Unternehmen ihre Beschäftigten halten können und Düsseldorf als Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt.

Bildungspolitik ist auch Wirtschaftspolitik

Der Start des neuen Schuljahres zeigt damit einmal mehr: Bildung, Betreuung und Wirtschaft lassen sich nicht voneinander trennen. Eine Stadt, die Familien gute Rahmenbedingungen bietet, schafft gleichzeitig bessere Bedingungen für ihre Unternehmen.

Der Ganztagsausbau ist deshalb aus Sicht der Düsseldorfer Arbeitgeber ein wichtiger Schritt. Denn hinter jeder Fachkraft steht eben oft auch eine Familie – und hinter vielen Fachkräften stehen Kinder, für deren Betreuung Eltern Verlässlichkeit brauchen.

Dass künftig jedes Kind einen Schulplatz auch als Ganztagsplatz erhalten kann, wie Stadtdirektor Burkhard Hintzsche betont, ist deshalb nicht nur eine gute Nachricht für Familien.

Es ist auch eine gute Nachricht für den Düsseldorfer Arbeitsmarkt.

Und so berichtet die Landeshauptstadt Düsseldorf Pressemitteilung zum Schuljahr 2026/27