25 Jahre Berufswahlsiegel: Düsseldorfer Erfolgsmodell wird zum größten Schulprojekt Deutschlands

Alle Fotos: C. Weber

(cs) Vor 25 Jahren nahm in Düsseldorf eine Erfolgsgeschichte ihren Anfang: Im Jahr 2000 wurde das Berufswahlsiegel für Düsseldorf und den Südkreis Mettmann ins Leben gerufen. Ziel war es, Schulen auszuzeichnen, die ihre Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise auf den Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf vorbereiten.

Heute ist das Berufswahlsiegel mit rund 1.800 zertifizierten Schulen bundesweit das größte Qualitätsprojekt im Bereich der Beruflichen Orientierung. Dieses Jubiläum wird am 1. Juli 2026 im Rahmen der diesjährigen Zertifizierungsfeier auf dem Vodafone Campus in Düsseldorf gefeiert.

Seit einem Vierteljahrhundert organisiert die Stiftung Pro Ausbildung der Unternehmerschaft Düsseldorf das Berufswahlsiegel in Düsseldorf. Das Gütesiegel würdigt Schulen, die Berufliche Orientierung als festen Bestandteil ihrer Schulentwicklung verstehen und ihre Schülerinnen und Schüler systematisch auf ihren weiteren Lebensweg vorbereiten.

Jede zweite Schule in Düsseldorf trägt das Berufswahlsiegel, dass alle drei Jahre durch eine lokale Jury neu geprüft wird.

Jubiläumsfeier am 1. Juli auf dem Vodafone Campus – LVR-Gerricus-Schule erhält Berufswahlsiegel

In diesem Jahr wird die Düsseldorfer LVR-Gerricus-Schule mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet. Bürgermeister Josef Hinkel überreicht die Auszeichnung an Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium der Schule.

Darüber hinaus erhalten die Kopernikus-Realschule Langenfeld und die Bettine-von-Arnim-Gesamtschule Langenfeld das Berufswahlsiegel. Hier überreicht Sven Lucht, stellvertretender Bürgermeister Stadt Langenfeld, die Auszeichnungen.

Warum das Berufswahlsiegel?

Das Berufswahlsiegel steht für eine qualitativ hochwertige Berufliche Orientierung und bringt Schulen zahlreiche Vorteile:

  • Es ermöglicht eine fundierte Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebote.
  • Es unterstützt Schulen bei der Weiterentwicklung ihrer Konzepte und Strukturen.
  • Es stärkt die Qualitätsentwicklung und die strategische Schulentwicklung.
  • Es sorgt für öffentliche Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit.
  • Es fördert die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Institutionen und Eltern.
  • Es eröffnet Zugang zu einem starken Netzwerk und Fortbildungsangeboten der SIEGEL-Akademie.

Vor allem profitieren die Schülerinnen und Schüler. Sie erhalten eine fundierte Vorbereitung auf ihre berufliche Zukunft, individuelle Unterstützung bei ihrer Berufswahl, sammeln frühzeitig Praxiserfahrungen und gewinnen Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder.

Das 25-jährige Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie aus einer Düsseldorfer Initiative ein bundesweites Erfolgsmodell geworden ist. Das Berufswahlsiegel steht heute mehr denn je für Qualität, Engagement und starke Partnerschaften zwischen Schulen, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Immenser Kostendruck setzt Metall- und Elektroindustrie unter Druck – Düsseldorfer Unternehmen schlagen Alarm

Entwicklung wichtiger Kostenfaktoren in der Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland und international

(cs) Die anhaltende Rezession in Deutschland trifft die Metall- und Elektroindustrie mit voller Wucht. Steigende Arbeits- und Energiekosten, hohe Unternehmenssteuern sowie ein wachsender Bürokratieaufwand verschärfen den Druck auf die Betriebe und gefährden zunehmend den Industriestandort Deutschland. Wie uns das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mitteilt, ist die Branche seit Jahren mit einer Kombination aus schwacher Konjunktur und strukturellen Wettbewerbsnachteilen konfrontiert.

Die Industrie gilt als tragende Säule der deutschen Wirtschaft, doch ihre Bedeutung nimmt spürbar ab. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise 2009 gefallen. Besonders betroffen ist die Metall- und Elektroindustrie, die mit rund vier Millionen Beschäftigten etwa 14 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Zwischen 2018 und 2024 sank die Produktion der Branche im Durchschnitt um 2,3 Prozent pro Jahr, während die Beschäftigung jährlich um 0,3 Prozent zurückging.

Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft gerät die Branche von mehreren Seiten unter Druck. Zum einen schwächt die stockende Globalisierung das Exportgeschäft. Höhere Zölle, neue Handelshemmnisse und die staatlich geförderte Konkurrenz aus China erschweren den Unternehmen den Wettbewerb auf den internationalen Märkten.

Zum anderen steigen die Kosten am heimischen Standort kontinuierlich. Vor allem die Arbeitskosten haben sich deutlich erhöht, ohne dass entsprechende Produktivitätszuwächse erzielt wurden. Dadurch sind die Lohnstückkosten seit 2022 erheblich gestiegen. Hinzu kommen hohe Strompreise: Während deutsche Industriebetriebe im Jahr 2024 rund 25 Cent pro Kilowattstunde zahlten, lagen die Stromkosten für Unternehmen in den USA bei lediglich gut sieben Cent.

Auch bei den Unternehmenssteuern sieht das IW erheblichen Nachholbedarf. Deutschland zählt weiterhin zu den Hochsteuerländern. Im internationalen Vergleich der Industrie- und Schwellenländer landet die Bundesrepublik lediglich auf den hinteren Plätzen, während wichtige Wettbewerber wie die USA ihre Unternehmenssteuern in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt haben.

Ein weiterer Belastungsfaktor bleibt die Bürokratie. Immer mehr Unternehmen sehen umfangreiche Berichtspflichten, langwierige Genehmigungsprozesse und zusätzliche Regulierung als Investitionshemmnis. Deutschland liegt hier deutlich über dem Niveau vieler anderer europäischer Staaten und der USA.

Diese Entwicklung spüren auch zahlreiche Unternehmen in Düsseldorf. Viele Betriebe aus der Metall- und Elektrobranche berichten von einem ähnlich immensen Kostendruck wie im bundesweiten Durchschnitt. Steigende Personal- und Energiekosten, langwierige Verwaltungsverfahren sowie wachsende regulatorische Anforderungen erschweren Investitionen und belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Gerade exportorientierte Unternehmen in der Region sehen sich zunehmend gezwungen, Investitionsentscheidungen zu überdenken oder Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern.

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft besteht daher dringender Handlungsbedarf. Um einer fortschreitenden Deindustrialisierung entgegenzuwirken, fordert das IW unter anderem niedrigere Lohnnebenkosten, einen konsequenten Bürokratieabbau, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber staatlich subventionierten Konkurrenten aus dem Ausland. Nur durch umfassende Reformen könne der Industriestandort Deutschland langfristig wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen.

Entwicklung von Arbeitskosten, Produktivität und Lohnstückkosten in der Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland; 2015 = 100

Closing erfolgt: Rheinmetall übernimmt Mehrheitsbeteiligung an DOK-ING – strategische Akquisition im Bereich unbemannter und autonomer Systeme 

(ud) Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an DOK-ING, Kroatien, erfolgreich abgeschlossen und weitet sein Portfolio durch einen Zukauf im Bereich der unbemannten Fahrzeuge wie geplant aus. Das Unternehmen firmiert von nun an unter dem Namen „Rheinmetall Unmanned Vehicles d.o.o.“. Zuvor war im März dieses Jahres in Zagreb der mehrheitliche Einstieg Rheinmetalls beim kroatischen Innovationszentrum DOK-ING, das auf den Bereich unbemannter Fahrzeuge spezialisiert ist, unter Vertrag genommen worden. Rheinmetall erwirbt 51% des Unternehmens, der Gründer und bisherige Alleineigentümer des Unternehmens, Vjekoslav Majetić, behält 49% der Anteile. Zur Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Aus der Kombination von Rheinmetalls Knowhow im Bereich der taktischen Fahrzeuge und DOK-INGs Fähigkeiten bei unbemannten Fahrzeugen erwächst eine Kompetenz mit erheblichen Zukunftspotentialen. Basis der gemeinsamen Aktivitäten ist die neu entwickelte modulare, schwere Hybrid-Plattform Komodo von DOK-ING, die eine Nutzlast von über 8,5 Tonnen hat. Rheinmetall steuert verschiedene Funktionsmodule und Ausrüstungssätze bei, darunter solche für direktes und indirektes Feuer, Minenräumen und -legen, Aufklärungssensorik, Logistik, etc.. Durch den Zusammenschluss zweier führender europäischer Anbieter sollen anspruchsvolle Projekte realisiert und neue Standards gesetzt werden, um den Weg für unbemannte Bodensysteme zu ebnen, die für die Serienfertigung und den Einsatz bereit sind.

„Nun kann in Kroatien unser Kompetenzzentrum im Bereich der unbemannten und autonomen Fahrzeuge für militärische Anwendungen entstehen, mit dem wir in dieser neuen Aufstellung eine starke Marktposition im Segment der unbemannten Kampf- und Kampfunterstützungsfahrzeuge erreichen wollen. Wir sehen hier einen wachsenden Zukunftsmarkt und schaffen gleichzeitig ein Standbein im EU- und NATO-Partnerstaat Kroatien, einem hochinteressanten Kundenland“, betont Dr. Björn Bernhard, CEO der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe, noch einmal anlässlich der behördlichen Freigabe.

DOK-ING hat eine starke Marktposition im Bereich der unbemannten Minenräumung an Land und bei Einsätzen in risikoreichen Umgebungen. Seit seiner Gründung hat das Unternehmen rund 500 Plattformen an Kunden in über 40 Staaten ausgeliefert. Unbemannte Minenräumlösungen von DOK-ING erweisen sich aktuell besonders in der Ukraine als sehr effektiv im Einsatz.

Vjekoslav Majetić, der DOK-ING 1991 gegründet hat, unterstreicht noch einmal seine Aussage anlässlich der Vertragsunterzeichnung im März: „Mit diesem Schritt bleiben die Entwicklung, die technische Exzellenz und die Kernkompetenzen von DOK-ING in Kroatien. Durch den Zusammenschluss mit Rheinmetall gelingt es, die Produktionskapazitäten zu erweitern, die Entwicklung von unbemannten Spezialsystemen der nächsten Generation zu beschleunigen und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Damit wird die Rolle Kroatiens innerhalb der europäischen Verteidigungs- und Technologielandschaft gestärkt.“

DOK-ING und Rheinmetall planen die Entwicklung einer Vielzahl von Lösungen für Kampf- und Kampfunterstützungsoperationen. Dazu gehört ein Projekt für ein unbemanntes bewaffnetes Unterstützungssystem (bekannt als „Wingman“), das zusammen mit Kampfpanzern und Schützenpanzern für Aufklärungs- und Feuerunterstützungszwecke eingesetzt werden soll. Diese Systeme werden auch zusammen mit bestehenden Rheinmetall-Produkten wie dem Kampfpanzer Panther KF51, dem Bergungspanzer Büffel/Buffalo und dem gepanzerten Pionierfahrzeug Kodiak eingesetzt werden.

Die Rheinmetall AG mit Sitz in Düsseldorf ist ein integrierter Technologiekonzern. Das 1889 gegründete Unternehmen ist als führendes internationales Systemhaus der Verteidigungsindustrie aktiv in den Domänen Land, Luft, See und Weltraum. Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Rheinmetall-Strategie. Mit seinen aktuell rund 44.000 Beschäftigten an rund 180 Standorten weltweit erzielte das Unternehmen, das seit März 2023 im DAX40 notiert ist, im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro.

DOK-ING ist ein technologieorientiertes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung fortschrittlicher unbemannter Systeme für den Einsatz in gefährlichen und risikoreichen Umgebungen spezialisiert hat. Zu seinem Kernportfolio gehören ferngesteuerte und zunehmend autonome Plattformen, die humanitäre und militärische Minenräumung, militärische Ingenieursarbeiten, CBRN-Einsätze und den Schutz kritischer Infrastrukturen unterstützen. Die Lösungen des Unternehmens basieren auf modularen und skalierbaren Architekturen, die eine schnelle missionsspezifische Konfiguration für Minenräumung, IED-Entsorgung, Wegräumung, Brandbekämpfung und andere komplexe operative Anforderungen ermöglichen. Mit einem starken Bekenntnis zu Sicherheit, Zuverlässigkeit und operativer Exzellenz liefert DOK-ING praxiserprobte Systeme, die den Schutz der Streitkräfte verbessern und die Gefährdung von Menschen reduzieren und damit Streitkräften, Zivilschutzbehörden und spezialisierten Sicherheitsdienstleistern weltweit dienen.

200. Podcastfolge: Zwischen Druck und Aufbruch – Wie zukunftsfähig ist Düsseldorfs Mittelstand?

Alle Fotos: Frank Wiedemeier

Ein besonderes Jubiläum in besonderem Ambiente: Im Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf haben wir die 200. Live-Episode unseres Podcasts „Düsseldorfer Wirtschaft“ aufgezeichnet – gleichzeitig als Doppelfolge in Kooperation mit dem Podcast „#DIGI DUS“ der Stadtsparkasse Düsseldorf.


Von Christoph Sochart


Seit mittlerweile sechs Jahren beleuchtet die „Düsseldorfer Wirtschaft“ gemeinsam mit dem gleichnamigen Radiomagazin auf Antenne Düsseldorf die wirtschaftlichen Entwicklungen unserer Stadt. Zum Jubiläum stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele Unternehmen derzeit bewegt: „Zwischen Druck und Aufbruch – Wie zukunftsfähig ist Düsseldorfs Mittelstand?“

Mittelstand zwischen Herausforderungen und Chancen

Bereits zu Beginn wurde deutlich: Die aktuelle Lage vieler Unternehmen ist von einer besonderen Gemengelage geprägt. Steigende Kosten, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsanforderungen sorgen für Druck. Gleichzeitig eröffnen neue Technologien, innovative Geschäftsmodelle und die hohe Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Düsseldorf neue Chancen.

Genau zwischen diesen beiden Polen – Druck und Aufbruch – bewegte sich die Diskussion des Abends.

Fachkräfte bleiben die größte Zukunftsfrage

Mit einer Keynote eröffnete Sibylle Stippler vom Institut der Deutschen Wirtschaft die Veranstaltung. Ihre zentrale Botschaft: Düsseldorf startet aus einer starken Position. Die Stadt ist wirtschaftlich leistungsfähig, dynamisch und attraktiv für junge Menschen. Entscheidend werde jedoch sein, diese Stärke künftig in langfristige Bleibeperspektiven für Fachkräfte, Familien und Unternehmensnachfolgen zu übersetzen.

Besonders deutlich machte sie, dass der Fachkräftemangel längst kein Randthema mehr ist. Vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte fehlen zunehmend – etwa im Handwerk, in technischen Berufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen. Weiterbildung, Ausbildung und die gezielte Integration von Quereinsteigern seien deshalb keine Zusatzaufgaben mehr, sondern ein zentraler Bestandteil unternehmerischer Wettbewerbsfähigkeit.

Unternehmer berichten aus der Praxis

Im ersten Panel diskutierten Kathrin Grüne (Dillenberg GmbH), Mark Sethe (Schulz & Sohn), Markus Schüssler (mehr+) und Christian Kim (Bion Analytics) über ihre Erfahrungen aus dem Unternehmensalltag.

Deutlich wurde dabei, wie unterschiedlich die Auswirkungen aktueller Herausforderungen je nach Branche ausfallen. Während steigende Energie- und Materialkosten weiterhin eine große Rolle spielen, beschäftigen viele Unternehmen vor allem Fragen rund um Investitionen und Zukunftsplanung.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten herrschte Einigkeit darüber, dass notwendige Investitionen nicht dauerhaft aufgeschoben werden dürfen. Gerade in Zeiten des Wandels seien Mut und strategische Weitsicht entscheidend, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

KI ist angekommen – der Kulturwandel folgt

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Rolle von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz im Mittelstand.

Christian Kim berichtete aus der Praxis, wie KI-gestützte Automatisierung bereits heute Finanz- und Reportingprozesse effizienter gestaltet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die größte Herausforderung häufig nicht die Technologie selbst ist. Vielmehr gehe es darum, Mitarbeitende mitzunehmen, Kompetenzen aufzubauen und konkrete Anwendungsfälle zu identifizieren.

Die Diskussion zeigte: KI wird zunehmend als Werkzeug verstanden, das Zeit spart, Prozesse verbessert und neue Möglichkeiten eröffnet. Der eigentliche Erfolgsfaktor bleibt jedoch die Bereitschaft von Unternehmen, Veränderungen aktiv zu gestalten.

Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance

Auch das Thema Nachhaltigkeit spielte eine wichtige Rolle. Die Unternehmer waren sich einig, dass nachhaltiges Handeln längst nicht mehr ausschließlich regulatorische Anforderungen erfüllt. Vielmehr entstehen daraus neue Geschäftschancen, Effizienzgewinne und Wettbewerbsvorteile.

Besonders hervorgehoben wurde, dass nachhaltige Entscheidungen dann erfolgreich sind, wenn sie wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden.

Was der Mittelstand jetzt braucht

Im zweiten Panel diskutierten Dr. Stefan Dahm von der Stadtsparkasse Düsseldorf, Theresa Winkels von der Wirtschaftsförderung Düsseldorf sowie erneut Sibylle Stippler über die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zukunft des Mittelstands.

Dabei standen insbesondere Finanzierungsmöglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups sowie die Rolle von Wirtschaftsförderung und Netzwerken im Fokus.

Ein zentrales Fazit: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen. Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Investitionen, Unternehmensnachfolge und nachhaltiges Wirtschaften hängen unmittelbar zusammen. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die diese Themen ganzheitlich betrachten und konsequent angehen.

Druck oder Aufbruch?

Mit dieser Frage begann die Veranstaltung – und sie stand auch am Ende der Diskussion.

Die Antworten der Gäste machten deutlich: Der Druck ist spürbar. Gleichzeitig überwiegt bei vielen Unternehmen der Wille, Veränderungen aktiv zu gestalten. Düsseldorf verfügt über starke Unternehmen, engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ein leistungsfähiges Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen.

Die 200. Folge der „Düsseldorfer Wirtschaft“ hat gezeigt: Die Herausforderungen sind groß. Die Chancen aber ebenso.

Wir bedanken uns bei allen Gästen, Partnern, unserem Produzenten Frank Wiedemeier (Streamboxstudios) und Besucherinnen und Besuchern für einen inspirierenden Tag und freuen uns auf die nächsten Folgen der „Düsseldorfer Wirtschaft“.


Ab dem 1. Juli 2027, 05.55 Uhr,  gibt es diese Folge hier zu hören!

Cybersicherheit in unseren Betrieben wird immer wichtiger: Überdurchschnittlich viele IT-Störfälle in Unternehmen

(cs) Erst jetzt bekannt gewordene Zahlen zeigen, dass Unternehmen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 häufiger als im Bundesdurchschnitt von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen waren. Nach Angaben von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), dem Statistischen Landesamt, meldeten 26,4 Prozent der Unternehmen, dass Sicherheitsvorfälle zu konkreten Schadensereignissen in ihren IT-Systemen geführt hatten. Deutschlandweit lag dieser Wert bei 25,1 Prozent, im Durchschnitt der Europäischen Union sogar nur bei 21,5 Prozent.

Symbolbild: Christoph Sochart, mit Hilfe von KI erzeugt

Besonders stark betroffen waren große Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten. Dort berichteten mehr als vier von zehn Betrieben, dass es im Jahr 2023 zu Schäden infolge von IT-Sicherheitsvorfällen gekommen war. Die Zahlen verdeutlichen, dass mit zunehmender Unternehmensgröße auch das Risiko für Cyberangriffe und andere IT-Störungen steigt.

Die Erfahrungen aus dem Jahr 2023 führten offenbar zu einer deutlichen Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen. Im Folgejahr 2024 setzte bereits mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Nordrhein-Westfalen auf mindestens sieben verschiedene Schutzmaßnahmen gleichzeitig. Dazu gehörten unter anderem regelmäßige Datensicherungen, starke Passwörter, Firewalls, Antivirenprogramme und weitere technische Sicherheitslösungen.

Neben der Technik rückt auch der Faktor Mensch zunehmend in den Mittelpunkt der Sicherheitsstrategien. Gerade große Unternehmen beziehen ihre Beschäftigten inzwischen systematisch in ihre IT-Sicherheitskonzepte ein. Nach Angaben von IT.NRW führten 2024 bereits 93,6 Prozent der großen Unternehmen regelmäßige Schulungen durch oder verpflichteten ihre Mitarbeitenden über Vertragsregelungen zu einem sicheren Umgang mit digitalen Systemen.

Die jetzt veröffentlichten Daten stammen aus der Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen. Sie machen deutlich, dass Cyberrisiken für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen weiterhin eine große Herausforderung darstellen und Unternehmen ihre Schutzmaßnahmen kontinuierlich ausbauen.

Immer mehr ausländische Jugendliche beginnen eine Ausbildung in NRW

(cs) Die Zahl der ausländischen Jugendlichen, die in Nordrhein-Westfalen eine duale Berufsausbildung beginnen, steigt weiter deutlich an. Im Jahr 2025 schlossen 16.164 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Das teilte unserer Redaktion IT.NRW als Statistisches Landesamt mit. Damit hat sich ihre Zahl innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 2015 waren es noch 8.124 neue Auszubildende ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

Symbolbild: Christoph Sochart, mit Hilfe von KI erzeugt

Gegenüber dem Vorjahr legte die Zahl der ausländischen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger um 19,1 Prozent zu. 2024 hatten noch 13.569 junge Menschen aus dem Ausland eine duale Ausbildung in Nordrhein-Westfalen begonnen.

Anders entwickelt sich die Situation bei deutschen Auszubildenden. Während 2015 noch 107.835 Deutsche einen neuen Ausbildungsvertrag abschlossen, waren es 2025 nur noch 83.424. Das entspricht einem Rückgang von 22,6 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Im Vergleich zu 2024 sank die Zahl der deutschen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger um weitere 8,7 Prozent.

Trotz des starken Zuwachses bei den ausländischen Azubis konnte der Rückgang insgesamt nicht ausgeglichen werden. Im Jahr 2025 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt 99.588 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – erstmals liegt die Zahl damit unter der Marke von 100.000. Auch die Gesamtzahl der Auszubildenden ging zurück: Ende des Jahres befanden sich 266.943 Personen in einer dualen Berufsausbildung.

Ukraine, Syrien und Vietnam an der Spitze

Die meisten neuen ausländischen Auszubildenden kamen 2025 aus der Ukraine. Insgesamt 1.890 Ukrainerinnen und Ukrainer nahmen eine duale Ausbildung auf. Knapp dahinter folgten 1.860 junge Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit. Ebenfalls stark vertreten waren Auszubildende aus Vietnam, der Türkei und dem Irak mit jeweils mehr als 1.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen.

Besonders deutlich stieg gegenüber dem Vorjahr die Zahl der ukrainischen und vietnamesischen Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger.

Beliebte Berufe unterscheiden sich

Bei der Berufswahl zeigen sich Unterschiede zwischen den Herkunftsgruppen. Ukrainische und vietnamesische Auszubildende entschieden sich am häufigsten für den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten beziehungsweise des Zahnmedizinischen Fachangestellten. Syrische, türkische und irakische Jugendliche begannen dagegen überwiegend eine Ausbildung im Friseurhandwerk.

Deutsche Auszubildende wählten am häufigsten den Beruf der Kauffrau beziehungsweise des Kaufmanns für Büromanagement.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass ausländische Jugendliche eine immer wichtigere Rolle für die berufliche Ausbildung in Nordrhein-Westfalen spielen. Angesichts sinkender Gesamtzahlen bei den Ausbildungsverträgen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung für die Fachkräftesicherung im Land.

Flughafen Düsseldorf setzt auf Solarstrom: Größte Photovoltaik-Anlage an deutscher Startbahn in Betrieb

Foto: Flughafen

(cs) Der Flughafen Düsseldorf hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und Energieunabhängigkeit vollzogen. Mit der Inbetriebnahme einer Photovoltaik-Freiflächenanlage direkt neben der Start- und Landebahn verfügt der Airport nun über die größte Solaranlage dieser Art an einem deutschen Flughafen. Die Anlage erreicht eine Leistung von bis zu 16 Megawatt und deckt künftig rund 16 Prozent des Strombedarfs des Flughafens.

Gemeinsam mit NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, Flughafenchef Lars Redeligx und Düsseldorfs Beigeordnetem Jochen Kral wurde das Großprojekt offiziell eröffnet. Für Neubaur ist die Anlage ein sichtbares Beispiel dafür, dass sich wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz erfolgreich miteinander verbinden lassen. Gerade große Infrastrukturstandorte könnten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit stärken.

Die Solaranlage erstreckt sich über rund 140.000 Quadratmeter unmittelbar an der Start- und Landebahn. Insgesamt wurden mehr als 31.000 Solarmodule auf über 7.500 Fundamenten installiert. Die erzeugte Strommenge entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 4.200 Vier-Personen-Haushalten.

Besonderes Interesse weckt das Projekt auch über Deutschlands Grenzen hinaus. Die unmittelbare Nähe der Module zum Flugbetrieb gilt als außergewöhnlich. Flughäfen aus Europa und Asien verfolgen das Düsseldorfer Modell bereits seit Beginn der Bauarbeiten und tauschen sich mit den Verantwortlichen über Planung und Umsetzung aus.

Knopfdruck für Klimaschutz und Energieeffizienz (v.l.n.r.): Jochen Kral, Beigeordneter der Landeshauptstadt Düsseldorf, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens starteten die neue Photovoltaik-Anlage am Airport. Foto: Flughafen

Flughafenchef Lars Redeligx bezeichnet die neue Anlage als wichtigen Meilenstein der Nachhaltigkeitsstrategie des Airports. Der Ausbau erneuerbarer Energien sei ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen und energieeffizienten Infrastruktur. Gleichzeitig stärke der Flughafen damit seine Eigenversorgung mit Strom.

Realisiert wurde das Projekt im Rahmen eines sogenannten Power Purchase Agreements (PPA). Die Firma ZPV plante, errichtete und betreibt die Anlage für die kommenden 25 Jahre. Der gesamte erzeugte Strom wird direkt in das Stromnetz des Flughafens eingespeist. Den verbleibenden Bedarf an Grünstrom deckt der Airport über weitere Photovoltaikanlagen auf dem Gelände sowie durch die Stadtwerke Düsseldorf.

Nach Angaben des Flughafens lassen sich durch die neue Anlage jährlich rund 3.650 Tonnen CO₂ einsparen. Ergänzend entstehen Batteriespeicher mit einer Kapazität von bis zu 25 Megawattstunden. Sie sollen überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und die Nutzung der erzeugten Energie weiter optimieren.

Besonderes Augenmerk lag bei Planung und Bau auf der Flugsicherheit. Ein Lichtemissionsgutachten bestätigt, dass von den Solarmodulen keine Blendwirkung für den Luftverkehr ausgeht. Auch die Verträglichkeit mit Radaranlagen sowie Navigations- und Sicherheitseinrichtungen wurde umfassend geprüft. Darüber hinaus wurden Ausgleichsmaßnahmen für Natur und Landschaft umgesetzt.

Mit der neuen Photovoltaikanlage setzt der Flughafen Düsseldorf ein deutliches Zeichen für die Verbindung von moderner Infrastruktur und nachhaltiger Energieversorgung. Das Projekt zeigt, dass auch stark frequentierte Verkehrsknoten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten können – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Betriebsabläufen.

Live: Fachkräfte-Update für Düsseldorf – die Standortkrise meistern wir nur mit demografie-fester Fachkräftesicherung

(cs) Dirk Werner, Leiter des Themenclusters „Berufliche Qualifizierung und Fachkräfte“, gab heute (29.06.) im „Ausbilderkreis“ im Netzwerk der Unternehmerschaft Düsseldorf ein Briefing zum Thema „Fachkräftesicherung“.

Dirk Werner vom Institut der Deutschen Wirtschaft.

Herausforderungen für Unternehmen und junge Menschen: Von Krisen geprägt?!

De-Globalisierung, Dekarbonisierung, Digitalisierung, Demografie und Demokratie: Die Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft sind deutlich und dynamisch und damit auch eine Herausforderung für die Betriebe und junge Menschen. Junge Leute orientieren sich beruflich oft sehr spät nach Schulende erst, was sie und auch ihre Eltern dann oft überfordert. Zudem bringt „jobben“ kurzfristig mehr Geld und der Job-Einstieg und Aufstieg erfolgt immer häufiger ohne eine „lange Ausbildung“ (Stichwort: Filialleitung), erläutert Dirk Werner.

Mittlerweile gibt es fast drei Millionen junge Menschen unter 35 ohne Ausbildung. Immer wichtiger werden praxisnahe Einblicke in die Betriebe und auch mehr Aufmerksamkeit für Betriebe und Berufsbilder in SocialMedia. Schlußendlich spielt auch die „neue Selbstwirksamkeit“ der jungen Menschen eine wichtige Rolle. Sie möchten mehr und mehr „ihren Weg“ selbst mit gestalten und Einfluss nehmen auch auf Inhalte. Am Ende stärkt dies auch die Demokratiebildung, betont Dirk Werner.

Die Fachkräftesituation ist die andere Seite der Medaille. Seit 2025 haben wir wieder mehr Arbeitslose als offene Stellen, jedoch rechnerisch eben auch eine Fachkräftelücke von 370.000 Stellen. 33% aller offenen Stellen sind vakant und vor allem Fachkräfte mit Ausbildung sind gefragt (69%). In Düsseldorf sieht das Bild etwas anders aus. Seit 2023 haben wir in der Landeshauptstadt wieder mehr offene Stellen als Arbeitslose. Die Fachkräftelücke ist hier rechnerisch 3.300 Stellen groß. 36% aller Stellen sind vakant und der Arbeitslosenüberhang ist auf 8.200 Personen gestiegen.

Gleichwohl wir seit Mitte 2024 in Düsseldorf einen Rückgang der Fachkräftelücke erkennen gibt es zahlreiche Engpassberufe in unserer Stadt. Schwerpunktebereiche sind die kaufmännische und technische Betriebswirtschaft, die Kinderbetreuung und -erziehung, die Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsprüfung, die Altenpflege, Bauelektrik, Informatik, die Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik sowie der Bereich der Versicherungskaufleute.

Vielfältig sind die Herausforderungen: die Konjunktur- und Standortkrise, viele Geringqualifizierte (1.5 MIO arbeitslose Helfer, davon 14.000 in Düsseldorf), der soeben beschriebene Fachkräftemangel, sowie auch die Demografie (Stichwort Babyboomer). Quereinsteiger können neue Potentiale bieten.

Auswirkungen und aktuelle Trends in der Ausbildung: Warum die Ausbildung anspruchsvoller geworden ist!

Die Ausbildung junger Menschen wird zunehmend anspruchsvoller. Dies liegt zunächst am Bewerbermangel, aber auch an den fehlenden Basiskompetenzen (1/3 der Schülerinnen und Schüler sind schwach im Lesen und Zuhören). Zudem steigt die Heterogenität bei den Lernvoraussetzungen, beispielsweise kognitiv und sozial, aber auch bezogen auf Bildungsmotivation, Lebenslagen und Gesundheit, denn die mentalen und psychischen Probleme bei Auszubildenden steigen deutlich. Nicht zuletzt nimmt auch der Krankenstand bei Auszubildenden deutlich zu (4,7% bei Azubis; Durchschnitt von 5,4%). Auch das Mismatching am Ausbildungsmarkt bleibt ein Thema mit unter anderem 720 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern. Auch die dynamische Transformation erfordert neues Lernen und einen höheren Bedarf für Qualifizierung von Ausbildenden.

Handlungsoptionen und Unterstützungsangebote: Argumente für Entscheider und Angebote für Ausbildende

Ausbildung bleibt ein Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Die Betriebe sichern dadurch langfristig ihren Fachkräftebedarf, sparen Kosten, bleiben wettbewerbsfähig, stärken ihr Image und bewahren wertvolles Wissen. Soweit so gut. Standortkrisen fordern derweil die Politik und die Betriebe bei Transformation und Innovation. Auch der Megatrend Demokratie schlägt, wie bereits beschrieben, deutlich zu. Klar sollte aber auch sein: Was wegbricht an Ausbildungskapazitäten kann nicht einfach wiederbelebt werden, warnt Dirk Werner. Sein Fazit: Ausbildung bleibt zentral, um die Zukunft strategisch zu gestalten, braucht aber eben auch ein gutes Matching.

Theodor-Heuss-Brücke vor jahrelanger Sanierung: Stadt setzt auf Umleitungen und Verkehrsmanagement

Foto: Christoph Sochart

(cs) Die Theodor-Heuss-Brücke zählt zu den wichtigsten Rheinquerungen in Düsseldorf. Täglich nutzen Zehntausende Pendlerinnen und Pendler die Verbindung zwischen dem links- und rechtsrheinischen Stadtgebiet. Doch die in die Jahre gekommene Brücke steht vor einer umfassenden Sanierung, die den Verkehr in den kommenden Jahren erheblich beeinflussen wird. Unsere Redaktion hatte bereits mehrfach über die Sanierung informiert. Heute gibt es neue Details.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf verfolgt dabei ein klares Ziel: Die Verkehrssicherheit der sanierungsbedürftigen Brücke soll bis zur Fertigstellung eines geplanten Neubaus gewährleistet bleiben. Bereits heute dürfen Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen die Brücke nicht mehr befahren. Mit der geplanten Sanierung der sogenannten Kragarme, die voraussichtlich Ende des Jahres beginnt, treten weitere Einschränkungen in Kraft.

Nur noch eine Spur pro Fahrtrichtung

Während der rund zweieinhalb Jahre dauernden Bauarbeiten wird die Theodor-Heuss-Brücke in beide Richtungen nur noch einspurig befahrbar sein. Zudem gilt auf der gesamten Brücke eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern.

Trotz der Einschränkungen können nach Angaben der Stadt weiterhin rund 30.500 Fahrzeuge täglich die Rheinquerung nutzen. Gleichzeitig müssen jedoch etwa 42.500 Fahrzeuge auf andere Strecken ausweichen. Um die Auswirkungen auf den Verkehr möglichst gering zu halten, wurde ein umfassendes Verkehrskonzept entwickelt.

Großräumige Umleitungen sollen Verkehr entzerren

Bereits seit Einführung der Gewichtsbegrenzung wird der Schwerverkehr großräumig über die Autobahnen A52, A57 und A44 umgeleitet. Innerstädtisch erfolgt die Führung des Schwerverkehrs auf der West-Ost-Achse über die Rheinkniebrücke.

Auch Autofahrer können alternative Rheinquerungen nutzen. Im Norden empfiehlt die Stadt die Route über die Rheinbrücke der A44. Von der Anschlussstelle Büderich führt die ausgeschilderte Umleitungsstrecke anschließend über die Rheinkniebrücke in Richtung Innenstadt.

Für Verbindungen im Süden stehen die Fleher Brücke auf der A46 sowie die Josef-Kardinal-Frings-Brücke als Ausweichrouten zur Verfügung.

Durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf andere Rheinquerungen sollen auf der Theodor-Heuss-Brücke gezielt Kapazitäten für Anwohner und lokale Verkehre freigehalten werden.

Ampeln werden angepasst

Ein zentraler Bestandteil des Verkehrskonzepts ist die Anpassung der Ampelschaltungen auf den vorgesehenen Ausweichrouten. Ziel ist es, den Verkehrsfluss dort zu verbessern und zusätzliche Leistungsreserven zu schaffen.

Zudem werden Verkehrsteilnehmer über digitale LED-Informationstafeln frühzeitig auf empfohlene Alternativrouten hingewiesen. Die Stadt greift dabei auf Strategien zurück, die bereits während der Sperrung des Rheinufertunnels erfolgreich eingesetzt wurden.

Um eine Überlastung der Oberkasseler Brücke zu vermeiden, werden außerdem die rechtsrheinischen Zufahrten vom Joseph-Beuys-Ufer zur Oberkasseler Brücke gesperrt. Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sind von dieser Regelung ausgenommen.

Rheinbahn hält an bestehendem Konzept fest

Auch mögliche Änderungen im öffentlichen Nahverkehr wurden im Vorfeld untersucht. Nach umfangreichen Analysen kam die Stadt gemeinsam mit der Rheinbahn jedoch zu dem Ergebnis, dass eine Umleitung von Buslinien über die Oberkasseler Brücke keine ausreichenden Vorteile bieten würde.

Die prognostizierte Fahrgastnachfrage sei zu gering, gleichzeitig würden erhebliche Risiken für die Einhaltung der Fahrpläne entstehen. Deshalb bleibt das bestehende Betriebskonzept zunächst unverändert bestehen.

Verkehr wird laufend überwacht

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich ein Teil des Verkehrs nicht ausschließlich auf die empfohlenen Umleitungsstrecken verlagern wird. Vielmehr dürfte sich das Verkehrsaufkommen auf zahlreiche Straßen im Stadtgebiet verteilen. Dies könne dazu beitragen, punktuelle Überlastungen einzelner Abschnitte zu vermeiden.

Um schnell auf Entwicklungen reagieren zu können, wird das Bauprojekt engmaschig begleitet. Verkehrsdaten sollen kontinuierlich ausgewertet werden. Bei Bedarf sind zusätzliche Maßnahmen wie weitere Wegweisungen oder Anpassungen der Verkehrssteuerung vorgesehen.

Sämtliche Sperrungen und Verkehrseinschränkungen werden zudem automatisiert an die Mobilithek, den bundesweiten Zugangspunkt für Mobilitätsdaten, übermittelt. Dadurch können Navigationsdienste die aktuellen Informationen direkt in ihre Routenberechnungen einbeziehen.

Stadt empfiehlt Zeitpuffer und Umstieg auf Bus und Bahn

Trotz aller Maßnahmen rechnet die Stadt während der Sanierungsphase mit spürbaren Auswirkungen auf den Verkehr. Autofahrer sollten deshalb je nach Strecke zusätzliche Fahrzeit einplanen.

Gleichzeitig wird empfohlen, verstärkt auf Bus und Bahn sowie auf Park-and-Ride-Angebote in Düsseldorf und dem Umland zurückzugreifen. Die kommenden Jahre werden für viele Pendler eine Herausforderung darstellen. Mit einem eng abgestimmten Verkehrsmanagement hofft die Stadt jedoch, die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten – bis die Theodor-Heuss-Brücke schließlich durch einen Neubau ersetzt werden kann.

Starkes Signal für Düsseldorf: Mercedes-Benz investiert in die Zukunft des Sprinterwerks

Ingenieurin Claudia Malkus, Standort- und Produktionsleiterin des Sprinterwerks Düsseldorf. Foto: Mercedes-Benz

(cs) Im Düsseldorfer Norden nimmt die Zukunft Gestalt an. Mit einer Investition von rund 200 Millionen Euro setzt Mercedes-Benz ein deutliches Zeichen für den Standort Derendorf und für die Menschen, die hier arbeiten. Das traditionsreiche Sprinterwerk wird in den kommenden Jahren modernisiert und erweitert, damit künftig auch die nächste Generation des Verbrenner-Kastenwagens „Van.CA“ langfristig in Düsseldorf produziert werden kann.

Die Entscheidung wirkt wie ein kräftiger Motor für den Wirtschaftsstandort: Sie schafft Planungssicherheit, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Werkes und unterstreicht die Bedeutung Düsseldorfs innerhalb des weltweiten Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz.

Ein wichtiger Baustein dieser Zukunftsstrategie entsteht auf dem ehemaligen Großmarktgelände an der Ulmenstraße. Dort soll eine moderne Logistikhalle gebaut werden, die künftig als Drehscheibe für Ersatz- und Produktionsteile dient.

So berichtete die Unternehmerschaft im Dezember 2025!