Der Düsseldorfer Großhändler Sonepar und UNIS Group kooperieren zukünftig bei Reparaturen von Industrieelektronik und Motoren

Sonepar bietet Industriekunden gemeinsam mit der UNIS Group einen Reparaturservice für Industrieelektronik und Motoren an. Defekte Komponenten können professionell instand gesetzt werden, anstatt sie auszutauschen. Foto: UNIS Group

(ud) Der Elektrogroßhändler Sonepar, Mitglied der Düsseldorfer Unternehmerschaft, und UNIS Group bieten Industriekunden einen Reparaturservice für Industrieelektronik und Motoren an. Defekte Komponenten können professionell instand gesetzt werden, anstatt sie auszutauschen. So lassen sich Anlagen länger nutzen, Ausfallzeiten reduzieren und Ressourcen schonen.

Das Angebot richtet sich insbesondere an Industriekunden mit Reparaturbedarf bei Industrieelektronik und Motoren. Zum Spektrum der reparablen Komponenten zählen unter anderem SPS, Servo-Steuerungen, Servo-Motoren, HMI-Panels und Monitore, CNC-Steuerungen, industrielle Motoren, Frequenzumrichter und Softstarter sowie Roboter-Elektronik.


Sonepar ist ein unabhängiges familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf und weltweiter Marktführer im B-to-B-Vertrieb von Elektroprodukten, -lösungen und -dienstleistungen. In 2025 erreichte Sonepar einen Umsatz von 33,6 Milliarden Euro. Vertreten in 40 Ländern mit einem dichten Netzwerk aus verschiedenen Marken, verfolgt die Gruppe das ambitionierte Transformationsziel, das Leben ihrer Kunden einfacher zu machen, indem sie ihnen ein Einkaufserlebnis über alle Vertriebskanäle sowie nachhaltige Lösungen in den Bereichen Gebäude, Industrie und Energie bietet. Die 46.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sonepar engagieren sich dafür, die Elektrifizierung der Welt voranzutreiben und werden von dem gemeinsamen Purpose angetrieben: Den Fortschritt für zukünftige Generationen voranzutreiben.


„Mit der UNIS Group stärken wir unsere Position als Lösungsanbieter für die Industrie“, erklärt Sven Lausch, Leiter Geschäftsentwicklung Vertrieb bei Sonepar in Deutschland. „Wir helfen unseren Kunden, Anlagen länger zu nutzen, Ausfallzeiten zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Die Reparatur und Wiederverwendung defekter Industrieelektronik leistet zugleich einen aktiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.“

„Qualität und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand“, ergänzt Peter de Vries, CEO der UNIS Group. „Die Reparatur von Industrieelektronik nach höchsten Qualitätsstandards ist Teil unserer DNA. So helfen wir unseren Kunden, die Lebensdauer ihrer Komponenten zu verlängern. Gemeinsam mit Sonepar machen wir hochwertige Reparaturen zu einem wichtigen Pfeiler für eine stärker kreislauforientierte Industrie.“

Qualität und Erfahrung für einen zuverlässigen Service

Die UNIS Group bringt mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Reparatur von Industrieelektronik in die Kooperation ein. Seit 1984 repariert das Unternehmen jährlich mehr als 70.000 Elektronikkomponenten. Ein Testzentrum mit mehr als 1.400 Prüfständen unterstützt die Qualitätssicherung bei der Instandsetzung.

Dank eines umfangreichen Lagers mit sofort verfügbaren Teilen können Reparaturen im Durchschnitt innerhalb von drei bis vier Wochen durchgeführt werden. In dringenden Fällen, etwa bei drohendem Produktionsstillstand, sind auch Eilreparaturen möglich. Für Kunden gilt zudem das Prinzip „no cure, no pay“: Ist eine Reparatur nicht möglich, fallen keine Kosten an. Auf Reparaturen und Austauschkomponenten wird eine Garantie von bis zu zwei Jahren gewährt.

Einfache Abwicklung über Sonepar

Die Abwicklung des Reparaturservices ist für die Kunden von Sonepar bewusst einfach und schlank gestaltet. Nach einer Reparaturanfrage bei Sonepar übernimmt die UNIS Group die kostenlose Abholung der defekten Ware. Im Anschluss an die technische Prüfung wird ein Kostenvoranschlag auf Basis von Festpreisen erstellt, aus dem Sonepar ein individuelles Angebot für den Kunden generiert. Nach Freigabe und erfolgter Reparatur wird die instandgesetzte Komponente über das Zentrallager von Sonepar an den Kunden zurückgeliefert.

Neben dem Reparaturservice bietet die Kooperation auch Zugang zu „Refurbished“-Produkten. Dabei handelt es sich um generalüberholte Gebrauchtbaugruppen, die über den Hersteller oft nicht mehr zu beziehen sind, wodurch die Verfügbarkeit seltener Ersatzteile für Sonepar-Kunden deutlich verbessert wird.

Konsequenter Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft

Die Partnerschaft mit der UNIS Group zahlt direkt auf die Nachhaltigkeitsstrategie von Sonepar ein. Im Rahmen des „Bold Commitments“ zum Produktkreiskauf verfolgt das Unternehmen das Ziel, bis zum Jahr 2028 nicht nur Verpackungen aus 100 Prozent recycelten Materialien zu verwenden, sondern auch 100 Prozent der von Kunden zurückgegebenen Produkte dem Recycling zuzuführen. Die Förderung von Reparaturen und der längeren Nutzung von Industrieelektronik ist ein wesentlicher Baustein, um dieses Ziel zu erreichen und den ökologischen Fußabdruck in der Industrie nachhaltig zu reduzieren.

Neue Düsseldorfer Studie: Deutschland nutzt das Potenzial von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen noch immer nicht ausreichend.

(ud) Deutschland lässt wirtschaftliches Potenzial in Milliardenhöhe ungenutzt: Kurz vor der Hannover Messe, dem weltweit wichtigsten Branchentreff der Industrie, hat der Düsseldorfer Verein VDI gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) neue Zahlen zur Rolle von Ingenieurinnen für den Standort Deutschland vorgestellt: Deutschland nutzt das Potenzial von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen noch immer nicht ausreichend.

Mit bis zu 56.100 zusätzlichen weiblichen Fachkräften bis 2035 sind rund 7 Milliarden Euroweitere Wertschöpfung pro Jahr möglich, wenn die Potenziale von Frauen für die Ingenieur- und Informatikberufe konsequenter gehoben werden. Das entspricht einem spürbaren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und könnte noch deutlich höher ausfallen, wenn zusätzlich Frauen mit einem Ingenieurstudium auch in anderen Berufsfeldern – etwa Bildung, Forschung oder öffentlichem Dienst – mit eingerechnet werden. Aktuell liegt der Frauenanteil in Ingenieurberufen bei 20,6 Prozent. Das entspricht rund 217.400 Ingenieurinnen bei insgesamt etwa 1,05 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Beruf.

„Die Hannover Messe zeigt, welche Technologien unsere Zukunft prägen werden. Doch klar ist auch: Die größte Herausforderung der Transformation ist nicht die Technik, sondern ihre Umsetzung“, sagt Adrian Willig, Direktor des VDI. „Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entscheidet sich nicht an unseren Potenzialen, sondern daran, ob wir sie konsequent heben. Dazu gehört auch, dass wir das Potenzial von Ingenieurinnen endlich stärker nutzen. Mehr Ingenieurinnen sind nicht nur ein Gleichstellungsthema, sondern ein 7-Milliarden-Euro-Wachstumsprogramm für Deutschland. Es geht nicht um Ersatz, sondern um die konsequente Nutzung vorhandener Talente“, so Willig weiter.

Ingenieurinnen sind keine Randfrage, sondern ein zentraler Hebel für Wachstum und Innovation in Deutschland. Die VDI-Initiative „ Zukunft Deutschland 2050“ zeigt, dass hier ein zentraler Hebel liegt, wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern will.

Ingenieurinnen fehlen in industriellen Schlüsselbranchen

Viele Ingenieurinnen arbeiten laut Erhebung nicht in industriellen Kernbranchen bzw. außerhalb ihres eigentlichen Berufsfeldes. Ingenieurinnen entscheiden sich häufiger für wissensintensive Bereiche wie Forschung, Lehre oder Bildung. Sie sind unter anderem Lehrkräfte in MINT-Fächern, Prüferinnen, Unternehmensberaterinnen oder Vertrieblerinnen technischer Produkte. Junge Frauen zeigen insbesondere bei zukunftsrelevanten Themen wie dem Klimaschutz ein starkes Interesse. In industriellen Schlüsselbranchen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik sind Ingenieurinnen jedoch deutlich unterrepräsentiert. Im Maschinenbau liegt der Frauenanteil bei 9,0 Prozent. In der Elektroindustrie liegt er nur etwas höher bei 9,5 Prozent.

Vorhandene Potenziale besser nutzen

Die Beschäftigung von jungen Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen ist in den letzten zehn Jahren bereits gestiegen. „Wenn wir das Potenzial von Frauen stärker nutzen, reden wir über ein Wachstumsprogramm in Milliardenhöhe für den Standort Deutschland“, sagt Prof. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. „Allein durch eine weitere Erhöhung des Anteils von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen könnten bis 2035 rund 56.000 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Entscheidend ist, vor allem vorhandene Potenziale besser zu heben und zusätzlich neue Qualifikationen zu schaffen.“

„Ingenieurinnen sind in vielen wichtigen Bereichen aktiv. Netzwerke, Sichtbarkeit und Role Models sind entscheidend, um mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen und sie langfristig in diesen Feldern zu halten“, sagt Prof. Burghilde Wieneke-Toutaoui, Co-Vorsitzende des Netzwerks Frauen im Ingenieurberuf. Der VDI setzt hier gezielt an; unter anderem mit dem Netzwerk „ Frauen im Ingenieurberuf“, Mentoring-Programmen und der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“. Ziel ist es, die Rolle von Ingenieurinnen stärker sichtbar zu machen und vorhandene Potenziale systematisch zu erschließen.

Handlungsempfehlungen der VDI-/IW-Studie

Um dieses Potenzial zu heben, formuliert die Studie konkrete Handlungsempfehlungen. Entscheidend sind bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitsmodelle sowie gezielte Weiterbildungs- und Re-Skilling-Angebote – insbesondere für industrielle Schlüsselbranchen. Gleichzeitig gilt es, mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen und ihre Sichtbarkeit durch Netzwerke und Role Models zu stärken. Ziel ist es, vorhandene Qualifikationen konsequenter in den Bereichen einzusetzen, in denen sie die größte Wirkung für Innovation und Wertschöpfung entfalten.

Die Studie „Ingenieurinnen in Deutschland – Potenziale, Herausforderungen und Entwicklungen“ hier kostenlos herunterladen .

Düsseldorfer Unternehmer setzt auf Elektromobilität

Screenshot: Michael Jungwirth Instagram

(cs) Michael Jungwirth, Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf und Mitglied der Geschäftsführung bei Vodafone Deutschland, hat auf LinkedIn einen Beitrag veröffentlicht, der über die reine Energiepolitik hinausgeht – und persönlich wird.
Spritpreise sind mehr als ein Ärgernis an der Zapfsäule. Das ist die Botschaft, mit der Jungwirth seinen Post eröffnet. Fossile Energie sei strukturell volatil, abhängig von Weltmarktpreisen, Fördermengen, geopolitischen Krisen und Wechselkursen – alles Faktoren, die Europa kaum kontrollieren könne. Die Konsequenzen träfen Pendler, Handwerker, Logistiker und Familien direkt.
Bemerkenswert ist, dass Jungwirth nicht bei der Analyse bleibt. Er berichtet, dass bei Vodafone seit Januar 2025 alle neuen Dienstwagen elektrisch sind – und dass er selbst kürzlich umgestiegen sei. Sein Fazit: Der Alltag mit dem E-Auto fühle sich anders an als die öffentliche Debatte erwarten lässt. Keine Reichweitenangst, Lademöglichkeiten schneller auffindbar als gedacht.
Den prägnantesten Satz des Beitrags liefert allerdings seine Tochter: „Die Sonne kann ja nicht teurer werden.” Ein Kind bringt auf den Punkt, was Energiepolitiker seit Jahren erklären wollen.
Für die Unternehmerschaft Düsseldorf, die die Interessen der regionalen Wirtschaft vertritt, ist die Positionierung ihres Vorsitzenden ein Signal: Energieunabhängigkeit und erneuerbare Energien sind längst keine grüne Nischenthematik mehr, sondern handfeste Standortfragen.​​​​​​​​​​​​​​​​

Tarifverhandlung im Groß- und Außenhandel Nordrhein-Westfalen auf Mitte Mai vertagt

Volker Schlinge. Foto: Metro AG

(ud) Die Tarifrunde für den Groß- und Außenhandel Nordrhein-Westfalen ist heute nach mehrstündigen Verhandlungen auf den 18. Mai 2026 vertagt worden. Die heutige Verhandlung bildete den Auftakt für die bundesweit geführten, regionalen Tarifverhandlungen. Über mehrere Stunden tauschten sich die Verhandler über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Erwartungen an die Tarifrunde aus.

„Die Tarifrunde 2026 findet unter extrem schwierigen Rahmenbedingungen statt. In den letzten Jahren gab es kein Wirtschaftswachstum und keinen realen Umsatzzuwachs. Stattdessen sehen wir mehr Insolvenzen und Beschäftigungsabbau.“ so Volker Schlinge, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite.

Auch für die Zukunft seien noch keine Signale für eine Besserung der Lage erkennbar. Die Gewerkschaftsforderung nach einer Entgelterhöhung von 7 %, in den unteren Gruppen noch weitaus mehr, ignoriert die Situation der Unternehmen und sei in diesen Zeiten schlicht nicht finanzierbar.

Schlinge weiter: „Wir brauchen realistische Erwartungen und verantwortungsvolles Handeln auf beiden Seiten. Unser Ziel ist, gemeinsam mit ver.di eine Lösung zu finden, die den berechtigten Interessen der Beschäftigten Rechnung trägt und zugleich die wirtschaftliche Lage der Unternehmen sowie Beschäftigung sichert.“

Neue Podcastfolge: Tarifrunde im Groß- und Außenhandel NRW startet

Hauptgeschäftsführer RA Michael Grütering; Foto: Frank Wiedemeier

(ud/cs) Mit dem Verhandlungsauftakt in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen startet am 17. April die Tarifrunde 2026 im Groß- und Außenhandel. Die Entgelttarifverhandlungen finden in einem äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und vor dem Hintergrund eines Beschäftigungsrückgangs in der Branche statt. Dazu gibt es auch eine neue Podcast-Folge der „Düsseldorfer Wirtschaft“ (hier bitte klicken) mit Hauptgeschäftsführer RA Michael Grütering (Foto).

Unbeeindruckt davon fordert die Gewerkschaft ver.di auch in diesem Jahr je nach Tarifgebiet wieder Entgelterhöhungen von 7 % und mehr. Dabei zeigt sich eine große Bandbreite von reinen prozentualen Forderungen über einen Mix aus Prozenten verbunden mit Mindestbeträgen bis hin zu reinen Festbetragsanhebungen.

So fordert ver.di in Bayern 7 % mehr Entgelt. In anderen Tarifgebieten sind es auch 7 %, aber verbunden mit einer Mindestanhebung um 220 Euro (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) oder um 250 Euro (Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen). In den unteren Entgeltgruppen bedeutet das teilweise eine Erhöhung um mehr als 10 %. In Berlin und Brandenburg verlangt die Gewerkschaft pauschal 220 Euro mehr, in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein 225 Euro sowie in Hessen und Rheinland-Pfalz 250 Euro. Die Ausbildungsvergütungen sollen in den meisten Tarifgebieten um 150 Euro steigen, in Berlin und Brandenburg um 200 Euro.

Weitere erste regionale Verhandlungsrunden stehen am 20. April in Hamburg, am 27. April in Rheinland-Rheinhessen, am 29. April in Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie am 30. April in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an. Danach folgen am 4. Mai Hessen und am 8. Mai Niedersachsen.

Wechsel an der Spitze von Mitsubishi Electric

Neuer Präsident der deutschen Niederlassung: Mario Poltronieri – Bild: Mitsubishi Electric

(ud) Unser Mitglied Mitsubishi Electric Europe B.V., Niederlassung Deutschland, in Ratingen gibt einen Wechsel in der Unternehmensführung bekannt: Mario Poltronieri übernahm, wie erst heute (15.04.) bekannt wurde, zum 1. April 2026 die Funktion des Präsidenten der deutschen Niederlassung. Er folgt damit auf Andreas Wagner, der zeitgleich die Leitung der italienischen Niederlassung von Mitsubishi Electric übernahm.

Mario Poltronieri war bislang Präsident der italienischen Niederlassung und bringt umfangreiche internationale Führungserfahrung innerhalb des Konzerns mit. Unter seiner Führung hat sich die italienische Niederlassung erfolgreich strategisch weiterentwickelt und ihre Stellung in bedeutenden Zukunftsmärkten ausgebaut. Mit seinem Wechsel nach Deutschland setzt Mitsubishi Electric auf Kontinuität und internationale Vernetzung innerhalb der europäischen Organisation.

„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe in Deutschland – einem der wichtigsten Märkte für Mitsubishi Electric in Europa“, erklärt Mario Poltronieri. „Gemeinsam mit unserem Team möchte ich den Wachstumskurs fortsetzen, unsere Rolle als technologischer Impulsgeber weiter ausbauen und unseren Kunden innovative Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft bieten.“

Mitsubishi Electric Deutschland bleibt damit ein wesentlicher Eckpfeiler der europäischen Organisation – mit Fokus auf Heiz-, Kälte- und Klimatechnologie, Automatisierung, Energie sowie Halbleiter-, Mobilitäts- und Gebäudetechnologie.

Wenn Bücher lebendig werden: Düsseldorfs großes Lesefest lädt im November zum Mitmachen ein

Sehr beliebt in unseren Schulen: der Lesezeichen-Wettbewerb.

(cs) Wenn sich in Düsseldorf alles ums Lesen dreht, Geschichten lebendig werden und Kinder selbst zu Erzählerinnen und Erzählern werden, dann ist wieder Lesefest-Zeit. Schon jetzt, Monate im Voraus, wirft das 18. Düsseldorfer Lesefest (16.- 23.11.2026) seine Schatten voraus – und die Vorfreude wächst.

Unter der Leitung von Christina Moeser von der Stiftung Pro Ausbildung entsteht derzeit ein vielseitiges Programm, das einmal mehr zeigen will: Lesen ist weit mehr als das stille Umblättern von Seiten.

Geschichten zum Mitmachen

Zu den besonderen Merkmalen des Lesefests zählen die sogenannten partizipativen Lesungen – ein Ansatz, der das klassische Vorlesen neu denkt. „Partizipativ“ bedeutet hier: Kinder hören nicht nur zu, sie werden aktiv Teil der Geschichte. Sie lesen selbst Passagen, beantworten Fragen, raten mit, entwickeln eigene Ideen weiter oder gestalten im Anschluss kreative Ergebnisse.

Gerade für Grundschulkinder ist dieser Zugang entscheidend. Denn wer selbst Teil einer Geschichte wird, entwickelt oft ganz nebenbei Freude am Lesen – und verliert die Scheu vor Büchern.

Kino wird zum Leseort

Ein Höhepunkt des kommenden Lesefests ist eine große Veranstaltung im Kino: Im UCI Kino Düsseldorf wird Martin Baltscheit aus seinem bekannten Kinderbuch Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte lesen.

Doch auch hier bleibt es nicht beim Zuhören: Die Kinder werden eingebunden, lesen mit, rätseln gemeinsam und werden anschließend selbst kreativ. So verwandelt sich der Kinosaal in einen interaktiven Erlebnisraum – irgendwo zwischen Literatur, Theater und Workshop.

Mehr als 60 Veranstaltungen geplant

Insgesamt ist ein umfangreiches Programm mit über 60 Lesungen, Workshops und interaktiven Formaten geplant. Es richtet sich bewusst an ein breites Publikum: Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene sollen gleichermaßen angesprochen werden.

Ein besonderer Fixpunkt ist traditionell der bundesweite Vorlesetag, bei dem zahlreiche ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser – darunter auch bekannte Persönlichkeiten – in ganz Düsseldorf Geschichten zum Leben erwecken.

Warum Lesen so wichtig ist

Hinter all dem steht ein klares Ziel: Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern. Denn Lesen ist eine Schlüsselkompetenz – weit über die Schule hinaus.

Studien, etwa von der Stiftung Lesen, zeigen: Regelmäßiges Lesen kann das Sprachverständnis deutlich verbessern. Wer viel liest, kann komplexe Inhalte besser erfassen, Zusammenhänge erkennen und Informationen kritisch einordnen.

Doch die Wirkung geht noch weiter. Lesen stärkt auch Empathie und Selbstreflexion. Geschichten ermöglichen Perspektivwechsel, fördern das Verständnis für andere Lebenswelten und helfen, eigene Emotionen besser einzuordnen – Fähigkeiten, die in einer zunehmend komplexen Welt immer wichtiger werden.

Ein starkes Netzwerk im Hintergrund

Dass das Lesefest Jahr für Jahr Tausende Menschen erreicht, ist vor allem dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken. Organisiert wird es von der Düsseldorfer Lesebande, einer Initiative der Stiftung Pro Ausbildung.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 hat sich die Lesebande zum größten lokalen Lesenetzwerk in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Ihr Ziel: Lesekompetenz und Leselust fördern – in Kitas, Schulen, Familienzentren und darüber hinaus.

Unterstützt wird das Lesefest von zahlreichen Partnern und Förderern, darunter das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Haubrich Stiftung und die Sparkassen Stiftung.

Auch sportliche und mediale Partner wie Fortuna Düsseldorf, Borussia Düsseldorf und Antenne Düsseldorf bringen sich ein – etwa mit eigenen Aktionen oder als Vorlesepaten.

Ein Fest mit Wirkung

Das Düsseldorfer Lesefest ist längst mehr als eine Veranstaltungsreihe. Es ist ein gemeinsames Projekt einer ganzen Stadt – getragen von Ehrenamt, Institutionen und der Überzeugung, dass Lesen Türen öffnet.

Oder anders gesagt: Wer liest, lernt nicht nur Wörter. Sondern die Welt zu verstehen.

zdi: Erfolgreich ins Jahr 2026

Foto: Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, mit unserem zdi-Team Düsseldorf unserer Stiftung Pro Ausbildung. Foto: zdi NRW

(cs) Die Zahlen steigen, die Projekte werden vielfältiger: Bei der jüngsten Lenkungsgruppensitzung des zdi-Netzwerks in Düsseldorf, ein Projekt unserer Stiftung, wurde deutlich: Die Arbeit wächst!

Mehr Jugendliche erreicht – aber weniger Partner

Rund 4.000 Schüler:innen hat das zdi-Netzwerk im Jahr 2025 erreicht – ein deutlicher Anstieg gegenüber 3.500 im Vorjahr. Auch die Zahl der Workshops kletterte auf 227. Hinter diesen Zahlen steckt ein dichtes Netzwerk aus Schulen, externen Partnern und Dozent:innen, das Jugendlichen praxisnah Einblicke in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bietet, denn: Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen gelten als Rückgrat der praxisorientierten Bildungsarbeit.

Lernen mit Virtual Reality und Energiewende

Inhaltlich setzt das Netzwerk verstärkt auf aktuelle Themen. Neue Workshopformate wie „Green Reality“ mit Virtual-Reality-Technik oder Projekte zur Energiewende zeigen, wohin die Reise geht. Auch kreative Ansätze – etwa „Du bist, was Du siehst“ oder „Last of us“ – sollen Jugendliche stärker ansprechen.

Auffällig: Die Projekte bleiben nicht theoretisch. Statt Frontalunterricht dominieren Teamarbeit, agile Methoden und praktische Anwendungen. Ziel ist es, Kompetenzen zu vermitteln, die über reines Fachwissen hinausgehen.

Fokus auf benachteiligte Gruppen

Ein zentrales Projekt ist „Zukunft stärken – Mit MINT Chancen verbessern“, gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen. Hier richtet sich der Blick gezielt auf sogenannte „Easy-to-Ignore-Gruppen“ – Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen.

Mit Workshops, AGs und Ferienprogrammen will man gerade Grundschüler:innen früh erreichen. Erste Erfolge sind sichtbar: Kooperationen mit sieben Schulen laufen bereits, weitere sollen folgen. Auch der Ausbau des offenen Ganztags spielt eine wichtige Rolle.

Ferienprogramme

Beliebt bleibt auch die „Adventure School“, die allerdings aus Gründen der Ressourcen reduziert wird auf insgesamt drei Wochen in den Sommerferien. Andere Bereiche gewinnen an Bedeutung. Das Projekt „Zukunft stärken“ wird deutlich aufgestockt, und auch neue Initiativen erhalten Mittel.

Coding trifft Musik: Neues Projekt „AlgoRhythmus“

Ein Beispiel dafür ist das neue Projekt „AlgoRhythmus“. Hier sollen Schüler:innen der Klassen 5 und 6 über Musik ans Programmieren herangeführt werden. Gemeinsam mit Partnern aus Hochschule, Wirtschaft und Kultur entsteht ein Ansatz, der technische und kreative Bildung verbindet.

Die Idee dahinter: niedrigschwellige Zugänge schaffen. Wenn Jugendliche über Musik erste Coding-Erfahrungen sammeln, sinkt die Hemmschwelle gegenüber technischen Themen.

Berufsorientierung rückt stärker in den Fokus

Neben der klassischen Bildungsarbeit gewinnt ein weiteres Ziel an Gewicht: die Fachkräftesicherung. Projekte wie geplante Messebesuche oder auch das Programm „Azubi+“ sollen Jugendlichen konkrete Einblicke in Ausbildungsberufe geben.

Gerade das Handwerk rückt stärker in den Fokus. Kooperationen mit Betrieben sind ausdrücklich erwünscht – auch, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Auf Wachstumskurs mit offenen Baustellen

Das zdi-Netzwerk Düsseldorf zeigt, wie moderne MINT-Förderung aussehen kann: praxisnah, vernetzt und zunehmend zielgruppenspezifisch. Die steigenden Teilnehmerzahlen bestätigen den Bedarf.

Doch gleichzeitig wird deutlich: Wachstum bringt neue Anforderungen mit sich. Mehr Kooperationen, stabile Finanzierung und langfristige Strukturen sind und bleiben entscheidend für nachhaltige Bildungsangebote.

Neue Energiezentrale in Düsseldorf in Betrieb genommen – Abwärme wird zur Wärmequelle für Tausende Haushalte

Julien Mounier, CEO der Stadtwerke Düsseldorf, Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Henkel-CEO Carsten Knobel, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Henkel-Standortleiter Dr. Daniel Kleine. Foto: Christoph Sochart

(cs) Mit einem symbolträchtigen Schritt in Richtung klimafreundlicher Energieversorgung (700 qm) ist am Montag in Düsseldorf-Holthausen eine neue Energiezentrale offiziell in Betrieb genommen worden. Gemeinsam gaben Carsten Knobel, Mona Neubaur, Stephan Keller, Julien Mounier sowie Daniel Kleine den Startschuss für das Großprojekt. Die innovative Energiezentrale gehört deutschlandweit zu den Vorreiter-Projekten ihrer Art.


Henkel-CEO Carsten Knobel: „Dieses Projekt ist innovativ und nachhaltig – und ein starkes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn Industrie und öffentliche Hand zusammenarbeiten. Wir sind eines der ersten Industrieunternehmen in Deutschland, das industrielle Abwärme in ein öffentliches Netz einspeist. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und unterstützen die Landeshauptstadt bei der Reduktion von CO₂-Emissionen. Unsere Zusammenarbeit zeigt, wie viel Energie – im wahrsten Sinne des Wortes – in einer starken Partnerschaft steckt. Mein Dank gilt dem gesamten Projektteam, das diese Idee zu einem Erfolg gemacht hat.“


Im Zentrum der Anlage steht ein imposanter, 51 Meter hoher Stahlkamin – 56 Tonnen schwer und mit einem Durchmesser von 3,60 Metern. Doch seine Bedeutung geht weit über seine Maße hinaus: Der Turm steht sinnbildlich für den Wandel eines traditionsreichen Industriestandorts. Wo sich früher das Kohlelager des Konsumgüterkonzerns Henkel befand, markiert er heute den Übergang in eine klimafreundlichere Zukunft. Bereits 2024 hatte Henkel die Nutzung von Kohle vollständig beendet.

Julien Mounier, Vorstands­vorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, und Dr. Daniel Kleine, Henkel President Germany und Standort­leiter Düsseldorf (v.r). Foto: Christoph Sochart

Abwärme wird zur Ressource

Kern des Projekts ist eine Kooperation zwischen Henkel und Stadtwerke Düsseldorf, die in dieser Form bislang einzigartig in der Landeshauptstadt ist. Industrielle Abwärme, die bislang ungenutzt blieb, wird künftig aufbereitet und in das Fernwärmenetz eingespeist. Haushalte im Düsseldorfer Süden – insbesondere in den Stadtteilen Garath und Benrath – profitieren direkt davon.


Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf: „Solch ein komplexes Projekt gelingt nur mit starken Partnern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Unser Dank geht deshalb an Henkel, die Landeshauptstadt und das NRW-Wirtschaftsministerium, das die entscheidenden Fördermittel zur Verfügung gestellt hat. In der Zusammenarbeit zwischen kommunalem Versorger und Industrie liegt erhebliches Potenzial, denn alles, was in unsicheren Zeiten die Abhängigkeit von Importen reduziert, stärkt den Wirtschaftsstandort und die Versorgungssicherheit in unserer Region.“


Für die Stadtwerke Düsseldorf ist die Wiederverwendung der Kamin-Abwärme ein wichtiger Schritt zur weiteren Dekarbonisierung der Fernwärme. Bis zu 35 Prozent der Fernwärme in diesen Gebieten sollen künftig aus der Abwärme des Henkel-Kraftwerks stammen. Für die Stadtwerke bedeutet das einen erheblich geringeren Einsatz von Erdgas. Gleichzeitig sinken die CO₂-Emissionen der Stadt um rund 6.500 Tonnen jährlich.

Ein erhöhter Blick auf die neue Energiezentrale. Foto: Christoph Sochart

Starkes Bündnis für den Klimaschutz

Für Julien Mounier ist das Projekt ein Beispiel gelungener Zusammenarbeit: Ohne die enge Kooperation zwischen Industrie, kommunalen Unternehmen und Politik wäre ein Vorhaben dieser Größenordnung kaum realisierbar gewesen. Auch die Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen spielte eine entscheidende Rolle. Gefördert wurde das Projekt über das Programm „progres.nrw – Wärme- und Kältenetzsysteme“.


Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Statt Abwärme aus der Produktion einfach verpuffen zu lassen, zeigt die Kooperation von Industrie und Energiewirtschaft, wie wir uns Schritt für Schritt aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreien können. Das Ergebnis ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort und ein wichtiger Beitrag für die Versorgungssicherheit.“


NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte vor Ort die Bedeutung solcher Initiativen für die Energiewende: Industrielle Abwärme sei ein bislang oft unterschätztes Potenzial auf dem Weg zur Dekarbonisierung.

Teil einer größeren Strategie

Henkel verfolgt ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Wie Standortleiter Daniel Kleine erklärte, konnte Henkel seine CO₂-Emissionen am Düsseldorfer Standort in den vergangenen fünf Jahren bereits um rund 73 Prozent reduzieren. Die neue Energiezentrale sei ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg.


Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller würdigt die Gemeinschaftsleistung: „Diese Kooperation zeigt, wie stark und innovativ Düsseldorfs Wirtschaft ist. Henkel feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag, die Stadtwerke Düsseldorf das 160. Jahr ihres Bestehens. Und gemeinsam bringen diese Traditionsunternehmen heute ein Projekt an den Start, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Bedeutung hat. Das ist nicht nur ein erstklassiger Beitrag für das Düsseldorfer Klima, das ist auch ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Düsseldorf.“


Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller sieht in dem Projekt eine Blaupause für andere Städte und Unternehmen: Die intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen könne ein entscheidender Hebel für den kommunalen Klimaschutz sein.

Signalwirkung über Düsseldorf hinaus

Mit der Einspeisung industrieller Abwärme in ein städtisches Wärmenetz betritt Henkel Neuland – und setzt ein Signal für die gesamte Industrie. Das Projekt zeigt, wie ungenutzte Energiequellen erschlossen und in nachhaltige Versorgungssysteme integriert werden können.

Der neue Kamin in Holthausen ist damit nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern ein sichtbares Zeichen für den Strukturwandel: weg von fossilen Energieträgern – hin zu einer effizienteren und klimafreundlicheren Energiezukunft.

So berichtet Henkel!

Julien Mounier, Vorstands­vorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, und Dr. Daniel Kleine, Henkel President Germany und Standort­leiter Düsseldorf, vor dem neuen Kamin (v.l.). Foto: Henkel

Ausbildungsanstrengungen jetzt stärken: Unser Hauptgeschäftsführer wirbt für noch mehr Engagement der Unternehmen

Hauptgeschäftsführer RA Michael Grütering; Foto: Frank Wiedemeier

(cs) Zur Halbzeit des Ausbildungsjahres 2026 zeigt sich auf dem Ausbildungsmarkt in Düsseldorf ein widersprüchliches Bild: Während sich mehr Jugendliche für eine betriebliche Ausbildung interessieren, geht die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen deutlich zurück. Vertreter von Arbeitsagentur und Wirtschaft sehen Handlungsbedarf – und richten einen klaren Appell an die Unternehmen.

Zwischen Oktober 2025 und März 2026 meldeten sich 2.562 junge Menschen bei der Berufsberatung als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das entspricht einem Anstieg von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur gewinnt die duale Ausbildung damit wieder an Attraktivität.

Auffällig ist dabei auch eine Veränderung in der Bewerberstruktur: Zunehmend interessieren sich Jugendliche mit Fach- oder Hochschulabschluss für eine klassische Berufsausbildung. Gleichzeitig wächst der Anteil junger Menschen mit ausländischem Pass. Für die Verantwortlichen ist das ein Zeichen dafür, dass die betriebliche Ausbildung breiter wahrgenommen wird als noch in den Jahren zuvor.

Dem steigenden Interesse steht jedoch ein rückläufiges Angebot gegenüber. Bis Ende März wurden lediglich 2.447 Ausbildungsstellen gemeldet – ein Minus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Teil dieses Rückgangs ist zwar statistisch bedingt, dennoch bleibt die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage erheblich.

Als Ursachen nennen Experten vor allem die angespannte wirtschaftliche Lage und die damit verbundene Zurückhaltung vieler Betriebe. Unternehmen zögern angesichts unsicherer Konjunkturaussichten, neue Ausbildungsverhältnisse einzugehen. Diese Entwicklung passt zum landesweiten Trend in Nordrhein-Westfalen, wo sich der Arbeitsmarkt zwar zuletzt leicht belebt hat, jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sehen die Institutionen Chancen, das sogenannte „Delta“ bis zum Ausbildungsstart im September zu verringern. Ein zentraler Hebel ist die intensivere Ansprache von Unternehmen. Die Arbeitsagentur empfiehlt, offene Ausbildungsstellen frühzeitig zu melden und die Unterstützung der Vermittlungsdienste stärker zu nutzen. Spezielle Bewerbertage, die passgenau auf Branchen und Betriebe zugeschnitten sind, hätten sich bereits als erfolgreich erwiesen.

Zudem spielt die demografische Entwicklung eine entscheidende Rolle: In den kommenden Jahren werden viele Fachkräfte der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Ohne ausreichenden Nachwuchs drohen den Unternehmen spürbare Engpässe.

Vor diesem Hintergrund richtet sich ein eindringlicher Appell aus der Wirtschaft an die Betriebe. Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf, bittet die Betriebe, die sich bereits stark in der Ausbildung engagieren: „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist es entscheidend, in die Fachkräfte von morgen zu investieren. Unternehmen sollten ihre Ausbildungsaktivitäten mindestens stabil halten – und wenn möglich sogar ausbauen. Nur so lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.“