Düsseldorfer Unternehmen spüren den wachsenden Wettbewerbsdruck auf den Weltmärkten

(cs) Die Industrie in Düsseldorf, NRW und Deutschland kommt auf den internationalen Märkten weiterhin nicht voran. Jedes vierte Unternehmen in Deutschland – 25,4 Prozent – fürchtet, außerhalb der Europäischen Union an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des ifo Instituts. Auch innerhalb Europas verschärft sich die Lage: 17 Prozent der Unternehmen sehen ihre Wettbewerbsposition bei Industrieprodukten auf dem EU-Markt verschlechtert.

„Die deutsche Industrie kann auf den internationalen Märkten weiterhin keinen Boden gutmachen“, sagt Klaus Wohlrabe vom ifo Institut. „Gerade außerhalb Europas bleibt der Wettbewerbsdruck hoch.“

Nur 5,2 Prozent der Unternehmen sehen ihre Wettbewerbsposition außerhalb Europas verbessert. Innerhalb Europas sind es lediglich 6,3 Prozent. Die Zahlen zeigen damit ein deutliches Ungleichgewicht: Verschlechterungen werden wesentlich häufiger wahrgenommen als Verbesserungen.

Automobilindustrie besonders stark betroffen

Besonders angespannt ist die Situation in der Automobilindustrie. 43 Prozent der Unternehmen aus dieser Branche berichten von einer schlechteren Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der EU. Damit ist die Autoindustrie mit deutlichem Abstand am stärksten betroffen.

Auch andere wichtige deutsche Industriezweige stehen unter Druck. In der Metallerzeugung und -bearbeitung sehen 29,1 Prozent der Unternehmen ihre Position auf internationalen Märkten geschwächt. In der Chemischen Industrie sind es 26 Prozent, im Maschinenbau 25,5 Prozent. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen liegt der Anteil bei 25,3 Prozent, bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen bei 24,5 Prozent.

Auch innerhalb der Europäischen Union fällt der Blick auf die Automobil- und Chemieindustrie besonders kritisch aus. 24,8 Prozent der Unternehmen aus der Automobilbranche und 22,1 Prozent der Chemieunternehmen berichten von einer Verschlechterung ihrer Wettbewerbsposition.

Strukturproblem statt kurzfristiger Delle

Für Klaus Wohlrabe sind die Ergebnisse mehr als ein vorübergehendes konjunkturelles Problem. „Die Wettbewerbsprobleme der deutschen Industrie sind struktureller Natur“, sagt der ifo-Experte. „Kurzfristige konjunkturelle Verbesserungen allein werden daran wenig ändern.“

Damit rückt die grundsätzliche Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland in den Mittelpunkt. Hohe Kosten, internationale Konkurrenz und der Wandel wichtiger Märkte setzen insbesondere exportorientierte Unternehmen unter Druck.

Eine positive Ausnahme gibt es allerdings: die Getränkeindustrie. Sie ist nach den aktuellen Zahlen die einzige Branche, die ihre Wettbewerbsposition sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU verbessern konnte.

Für unsere Industrie bleibt der Befund dennoch ernüchternd: Während sich die internationale Konkurrenz verschärft, gelingt es bislang nur wenigen Branchen und Unternehmen, ihre Position auf den Weltmärkten nachhaltig auszubauen.

20 Jahre Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung: Wie Düsseldorf Schule und Wirtschaft zusammenbringt

Berufsorientierungstage bei Soeffing Kälte Klima GmbH, Foto: Ingo Lammert

(mw/cs) Seit zwei Jahrzehnten begleitet das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung junge Menschen auf dem Weg von der Schule in den Beruf. Das „Düsseldorfer Modell“ gilt inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus als Beispiel dafür, wie erfolgreiche Berufsorientierung funktionieren kann.

Es begann am 16. August 2006 mit einer Idee, die ihrer Zeit voraus war: Schule, Wirtschaft, Arbeitsagentur und Stadt sollten bei der beruflichen Orientierung junger Menschen enger zusammenarbeiten. Heute, 20 Jahre später, ist daraus eine feste Größe der Düsseldorfer Bildungslandschaft geworden: das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung.

Was damals als innovatives Kooperationsmodell gestartet wurde, ist inzwischen ein Netzwerk, das junge Menschen, Schulen und Unternehmen miteinander verbindet. Ziel ist dabei immer dasselbe geblieben: Jugendliche sollen ihre Talente entdecken, berufliche Perspektiven kennenlernen und möglichst gut vorbereitet den Schritt von der Schule in Ausbildung und Arbeitswelt gehen.

Hinter dem „Düsseldorfer Modell“ stehen die Kommunale Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Agentur für Arbeit Düsseldorf, die Stiftung Pro Ausbildung, die Unternehmerschaft Düsseldorf, die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kreishandwerkerschaft Düsseldorf. Gemeinsam werden Bedarfe identifiziert, Angebote aufeinander abgestimmt, neue Ansätze der beruflichen Orientierung entwickelt und umgesetzt.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Verbindung von öffentlicher Hand und Wirtschaft. Die Kommunale Koordinierung gestaltet und koordiniert im Rahmen von “Kein Abschluss ohne Anschluss“ KAoA den kommunalen Gesamtprozess im Übergang Schule–Beruf und bringt die beteiligten Akteure zusammen. Die Stiftung Pro Ausbildung gestaltet diesen Prozess als starker Partner und bringt dabei insbesondere seine Nähe zu Unternehmen ein. Das Kompetenzzentrum versteht sich folglich als Ideen- und Projektschmiede: Mit seiner besonderen Nähe zu Jugendlichen, Schulen und Unternehmen greift es Bedarfe aus der Praxis auf, entwickelt gemeinsam mit den Partnern neue Formate, erprobt sie und bringt sie in die Umsetzung.

Ein Beispiel ist die Düsseldorfer Praktikumsbörse, die Schulen und Unternehmen digital zusammenbringt. Hinzu kommen Angebote zur Stärkung der dualen Ausbildung, zur Elternarbeit und zur gezielten Berufsvorbereitung. Viele der in Düsseldorf entwickelten Ansätze haben inzwischen Modellcharakter für Nordrhein-Westfalen.

„Talente erkennen, Perspektiven schaffen, Brücken bauen“ – diese Leitidee beschreibt die Arbeit des Kompetenzzentrums. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, Jugendlichen einen Praktikumsplatz oder eine Ausbildungsstelle zu vermitteln. Berufliche Orientierung soll jungen Menschen helfen, die eigenen Fähigkeiten zu erkennen und realistische Vorstellungen von der Arbeitswelt zu entwickeln.

Das ist angesichts des Fachkräftebedarfs wichtiger denn je. Unternehmen suchen Nachwuchs, gleichzeitig stehen Jugendliche vor einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt. Umso wichtiger sind persönliche Kontakte, praktische Erfahrungen und verlässliche Ansprechpartner.

Das Kompetenzzentrum versteht sich deshalb als Dienstleister für Jugendliche, Eltern, Schulen und Unternehmen. Die Stärke liegt vor allem in der Vernetzung: Wo andere Institutionen nebeneinander arbeiten könnten, sollen hier gemeinsame Lösungen entstehen.

20 Jahre „Düsseldorfer Modell“ sind damit auch 20 Jahre Erfahrung mit der Erkenntnis, dass berufliche Orientierung am besten gelingt, wenn alle Beteiligten an einem Tisch sitzen.

Für die kommenden Jahre soll dieser Ansatz weiterentwickelt werden. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue Berufsbilder und der Wandel der Arbeitswelt verändern auch die Anforderungen an die Berufsorientierung. Das Kompetenzzentrum will deshalb weiterhin neue Wege ausprobieren und dafür sorgen, dass Jugendliche frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt bekommen.

Der Anspruch bleibt dabei derselbe: Kein junger Mensch soll am Übergang von der Schule verloren gehen. Alle Jugendlichen sollen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um eine für sie passende und tragfähige Anschlussperspektive zu entwickeln – ob in Ausbildung, Studium, weiterführender Bildung oder auf einem anderen Weg in die Arbeitswelt.

Das Düsseldorfer Modell hat gezeigt, dass aus einer guten Idee eine dauerhafte Erfolgsgeschichte werden kann – wenn Stadt, Schule, Wirtschaft und Arbeitsmarktakteure nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten.

Berufsorientierungstage – SchülerInnen besuchen die Firma Teekanne, Foto: Ingo Lammert

 

Neue Podcastserie: Schornsteine & Schicksale – die Düsseldorfer Industriekultur

HENKEL-Biograf Professor Joachim Scholtyseck

(cs) Was haben ein 17-jähriger Junge aus dem nordhessischen Vöhl, ein Hinterhof in Aachen und Düsseldorf gemeinsam?

Eine Geschichte von Mut, Chemie, Unternehmergeist – und einer Idee, die die Welt verändern sollte.

Mit Fritz Henkel beginnt unsere neue „Düsseldorfer Wirtschaft“ – Podcastserie „Schornsteine & Schicksale – Die Düsseldorfer Industriekultur: gestern, heute, morgen“.

Im ersten Teil erzählen wir die Geschichte eines jungen Mannes, der sich früh für Chemie begeistert, den Weg in die Selbstständigkeit wagt und schließlich in Düsseldorf Industriegeschichte schreibt.

Doch Fritz Henkel ist erst der Anfang.

Wir gehen auf Spurensuche: zu den Menschen, Unternehmen und Orten, die Düsseldorf geprägt haben. Wir erzählen von Schornsteinen und Fabrikhallen, von Erfindungen und Rückschlägen, von Mut und Schicksalen. Und wir fragen: Was ist von dieser Industriegeschichte geblieben – und wie sieht die Industrie der Zukunft in Düsseldorf aus?

„Schornsteine & Schicksale“ – der neue Industriegeschichten-Podcast der Podcast-Redaktion „Düsseldorfer Wirtschaft“.

Folge 1: „Von Aachen an den Rhein“ – die Geschichte von Fritz Henkel

Die erste Folge ist ab sofort überall dort verfügbar, wo es Podcasts gibt. Suchen Sie einfach nach „Düsseldorfer Wirtschaft“. Weitere Informationen zur Podcastserie und zu den kommenden Folgen finden Sie auf unserer Website unter www.unternehmerschaft.de

Eine Produktion der Streamboxstudios und der Unternehmerschaft
Düsseldorf. Produzent: Frank Wiedemeier. Sprecher*innen: Andrea Voß und
Christoph Sochart

Die weiteren Folgen erscheinen jeweils um 05:55 Uhr:

Teil 2: 22. August 2026
Teil 3: 29. August 2026
Teil 4: 5. September 2026

Hören Sie rein und entdecken Sie die Geschichten hinter den Schornsteinen Düsseldorfs.

Mercedes-Benz auf dem Caravan Salon Düsseldorf 2026

Neue Sprinter- und Marco-Polo-Modelle, Allrad-Innovation für vollintegrierte Reisemobile und 140 Jahre Automobilgeschichte: Mercedes-Benz zeigt auf dem Caravan Salon Düsseldorf 2026, wie Tradition und Zukunft des mobilen Reisens zusammenfinden.

(cs) Wenn sich vom 28. August bis 6. September 2026 auf dem Düsseldorfer Messegelände alles um Camping, Caravaning und mobiles Reisen dreht, ist auch Mercedes-Benz wieder mit zahlreichen Neuheiten dabei. In Halle 17 verbindet der Autobauer aktuelle Reisemobiltechnik mit einem ganz besonderen Stück Automobilgeschichte: Auf dem Messestand ist der historische Benz Patent-Motorwagen zu sehen.

Für Mercedes-Benz ist der Caravan Salon damit zugleich Bühne für Gegenwart und Vergangenheit. Der Patent-Motorwagen erinnert an die Anfänge des Automobils vor 140 Jahren, während neue Reisemobile auf Sprinter-Basis zeigen, wohin sich das mobile Reisen entwickelt.

Foto: Mercedes-Benz

Neue Marco-Polo-Modelle feiern Messepremiere

Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen der neue Mercedes-Benz Marco Polo und der Marco Polo HORIZON. Beide Modelle feiern in Düsseldorf ihre Messepremiere und sollen mit zahlreichen Neuerungen noch mehr Komfort und Wohnlichkeit bieten.

Eine wichtige Veränderung betrifft die Produktion: Künftig werden Marco Polo und Marco Polo HORIZON vollständig im eigenen Unternehmen gefertigt. Damit will Mercedes-Benz flexibler auf die weiterhin hohe Nachfrage reagieren können.

Verbessert wurden unter anderem das Raumgefühl, das Licht- und Verdunkelungskonzept sowie Akustik und Konnektivität. Ziel ist ein Reisemobil, das Komfort und Alltagstauglichkeit noch stärker miteinander verbindet.

Thomas Klein, Leiter Mercedes-Benz Vans, unterstreicht die strategische Bedeutung des Reisemobilgeschäfts: „Seit der Erfindung des Automobils prägt Mercedes-Benz Mobilität durch Innovation.“ Der Anspruch, attraktive Fahrzeuge für die Kunden zu entwickeln, sei zugleich Ansporn im Reisemobilsegment. Der Messeauftritt in Düsseldorf unterstreiche die Bedeutung der Branche für Mercedes-Benz.

Foto: Mercedes-Benz

Allradantrieb künftig auch für vollintegrierte Reisemobile

Eine weitere Premiere dürfte vor allem Reisemobilisten interessieren, die auch abseits befestigter Straßen unterwegs sein möchten. Mercedes-Benz kündigt an, das bewährte Torque-on-Demand-Allradsystem des Sprinter erstmals für vollintegrierte Reisemobile anzubieten.

Das System verteilt die Antriebskraft automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse – und zwar innerhalb von Millisekunden und abhängig von der jeweiligen Fahrsituation. Der Fahrer muss den Allradantrieb nicht manuell zuschalten.

Gerade bei wechselnden Straßenverhältnissen, Schnee oder unwegsamem Untergrund kann diese Technik Vorteile bringen. Gleichzeitig soll der Einstieg in die Allradwelt einfacher und komfortabler werden.

Wie das Konzept in der Praxis aussehen kann, ist in Düsseldorf bereits zu sehen. Der schwedische Reisemobilhersteller KABE präsentiert in Halle 6 den Prototyp KABE Imperial Ri830 TRAQ 4×4 auf Sprinter-Basis.

Das vollintegrierte Reisemobil verfügt unter anderem über eine hochwertige Isolierung, einen Schlafbereich mit zwei Betten, Küche und Essbereich sowie ein Bad. Eine großzügige Garage bietet Platz für umfangreiche Ausrüstung – beispielsweise für Ski beim Wintercamping. Perspektivisch soll das Fahrzeug zudem mit einem zusätzlichen Offroad-Paket erhältlich sein.

Foto: Mercedes-Benz

Zahlreiche weitere Sprinter-Neuheiten

Der Sprinter ist auf dem Caravan Salon aber nicht nur bei Mercedes-Benz selbst präsent. Zahlreiche Reisemobilhersteller setzen auf das Basisfahrzeug und zeigen in Düsseldorf ihre aktuellen Entwicklungen.

Zu den angekündigten Neuheiten gehören unter anderem der Core von Rhön Camp, der Kreos H 5109 von LAIKA, der Verge von Offtrack, der TAKLAMAKAN 4×4 XL von AllRoad, der HISPANIOLA von Captain Camper sowie der Carbon 4×4 von ATLANTIS.

Damit wird der Caravan Salon auch zu einer Leistungsschau dafür, wie unterschiedlich ein gemeinsames Fahrzeugkonzept interpretiert werden kann – vom komfortablen Reisemobil bis zum robusten Fahrzeug für anspruchsvollere Touren.

140 Jahre Automobilgeschichte auf dem Messestand

Neben den aktuellen Fahrzeugen dürfte auf dem Mercedes-Benz-Messestand vor allem ein historisches Fahrzeug für Aufmerksamkeit sorgen: der Benz Patent-Motorwagen.

1886 meldete Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Das gilt als Geburtsstunde des modernen Automobils. 140 Jahre später steht der Patent-Motorwagen symbolisch für eine Entwicklung, die mit technischen Innovationen begann und heute bis zu hochmodernen, vernetzten Reisemobilen reicht.

Gerade auf dem Caravan Salon entsteht dadurch ein spannender Kontrast: Auf der einen Seite ein Fahrzeug, das vor 140 Jahren den Grundstein für eine neue Form der Mobilität legte. Auf der anderen Seite moderne Reisemobile, die mit digitaler Vernetzung, intelligenten Antriebssystemen und Allradtechnik neue Möglichkeiten für das Reisen eröffnen.

Der Caravan Salon Düsseldorf 2026 wird damit für Mercedes-Benz zu einer Zeitreise durch 140 Jahre Mobilität – und gleichzeitig zu einem Blick in die Zukunft des mobilen Reisens.

Dr. Sandra Garbade neue BIBB-Präsidentin

Foto: BIBB/Jörg Müller

Das Bundeskabinett hat Dr. Sandra Garbade am 1. Juli 2026 zur neuen Präsidentin des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn berufen. Sie hat ihr Amt zum 1. August 2026 angetreten und ist damit die erste Frau an der Spitze des Instituts in dessen 56-jähriger Geschichte. Lesen dazu unsere Meinung im Bildungs-BLOG!

Düsseldorf feiert 80 Jahre NRW

Bürgerfest auf dem Schadowplatz, Konzerte, Ausstellungen und Gespräche: Zum 80. Geburtstag von Nordrhein-Westfalen wird Düsseldorf am 22. und 23. August zum Schauplatz der Landesgeschichte.


Von Christoph Sochart


Nordrhein-Westfalen wird 80 – und Düsseldorf feiert mit. Rund um das Jubiläum der Landesgründung gibt es am Wochenende 22. und 23. August ein umfangreiches Programm in der Innenstadt. Auf dem Schadowplatz stehen Musik, Geschichte, Ausstellungen und Mitmachaktionen im Mittelpunkt. Auch prominente Gäste aus Politik und Gesellschaft werden erwartet.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte des Landes. Das MuseumMobil der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen ist vom 22. bis 30. August täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Schadowplatz zu Gast. Die mobile Ausstellung macht die Geschichte Nordrhein-Westfalens anhand von Objekten und Geschichten erlebbar und lädt Besucher dazu ein, eigene Erinnerungen an das Land zu teilen.

Auch im Düsseldorfer Stadtbild ist das Jubiläum präsent: Unter dem Titel „80 Bilder. 80 Momente. 80 Jahre NRW“erzählen 80 Plakate an verschiedenen Orten von Ereignissen und Entwicklungen, die Nordrhein-Westfalen geprägt haben. Die Ausstellung ist noch bis Ende August im Stadtraum zu sehen.

Auf dem Schadowplatz gibt es ein großes Fest. Unser Foto zeigt den dortigen Apple-Shop und das denkmalgeschützte Bronzedenkmal für den Maler Friedrich Wilhelm von Schadow. Es wurde am 22. Juni 1869 enthüllt, zeigt eine Porträtbüste des Künstlers im Alter und ehrt seine langjährige Arbeit als Direktor der Kunstakademie sowie als Mitbegründer der Düsseldorfer Malerschule. Das Bild ist ein Symbolbild für Tradition und Moderne. Foto: Christoph Sochart

Musik und Gespräche zum Auftakt

Bereits am Samstag, 22. August, beginnt das Jubiläumsprogramm mit einem musikalischen Blick auf Düsseldorf. Um 11 Uhr startet die Stadtführung „Sound of Düsseldorf“ am Dreischeibenhaus. Auf den Spuren von Bands wie NEU!, Kraftwerk und DAF geht es durch die Altstadt.

Am Abend steht im Salon des Amateurs die Musikgeschichte Düsseldorfs im Mittelpunkt. Um 19 Uhr beginnt ein Panel mit Lena Willikens, Marc Matter, Oliver Räke und Bettina Flörchinger von „Östro 430“. Anschließend gibt es ab 22 Uhr Live-Musik unter anderem mit Inken, ex::En und Fractal Void. Ab 23 Uhr folgen DJ-Sets von Keta Gavasheli, Marc Matter und Lena Willikens.

Sonntag wird zum Familientag

Am Sonntag, 23. August, wird das Programm auf dem Schadowplatz offiziell eröffnet. Zu den Gästen gehören Basil Kerski, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte NRW, Landtagsvizepräsident Rainer Schmeltzer, NRW-Minister und Chef der Staatskanzlei Nathanael Liminski sowie die britische Generalkonsulin Roseanna Watson. Für Musik sorgt das JugendJazzOrchester NRW.

Danach können Besucher bei einem „Speed-Dating: Zum Glück NRW“ mit Persönlichkeiten aus Politik, Geschichte und Europa über die vergangenen 80 Jahre und die Zukunft des Landes ins Gespräch kommen. Auf dem Programm stehen außerdem ein Kinderkonzert mit Dominik Merscheid, ein Singalong mit Sascha Förster vom Theatermuseum, Auftritte von Sophie Chassée und der Band Druckluft.

Für einen britischen Akzent sorgt die Preview der Ausstellung „80 Jahre Operation Marriage“. Sie erinnert an die britische Entstehungsgeschichte Nordrhein-Westfalens nach dem Zweiten Weltkrieg und beleuchtet die Beziehungen zwischen NRW und Großbritannien. Dazu gibt es unter anderem einen Scones-Stand mit Tee-Verkostung, einen Pimm’s-Pop-up und Siebdruck auf Jutebeuteln.

Der 80. Geburtstag soll damit nicht nur ein Blick zurück sein. Das Programm verbindet Landesgeschichte mit Musik, Kultur und Gesprächen – und macht aus dem Jubiläum ein Fest mitten in Düsseldorf. Wer NRW in den vergangenen acht Jahrzehnten einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, bekommt am Schadowplatz reichlich Gelegenheit dazu.

Das Wichtigste auf einen Blick:
Wann: 22. und 23. August 2026
Wo: Schadowplatz und weitere Orte in der Düsseldorfer Innenstadt
MuseumMobil: 22. bis 30. August, täglich 10 bis 18 Uhr
Eintritt: Das Jubiläumsprogramm auf dem Schadowplatz ist als öffentliches Bürgerprogramm angelegt.

Das vollständige Programm mit allen Terminen und Veranstaltungen gibt es bei der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen.

Adventure School gestartet: unsere Stiftung mit großem MINT-Angebot

Foto: Stiftung

Die Landeshauptstadt Düsseldorf startet in diesem Sommer erneut mit einem besonderen Ferienangebot für Kinder und Jugendliche: In den letzten drei Wochen der Sommerferien öffnet die Adventure School wieder ihre Türen. Organisiert von der Stadt Düsseldorf und in weiten Teilen umgesetzt durch das zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf, erwartet Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse ein umfangreiches MINT-Programm – von Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität über Naturwissenschaften bis hin zu kreativen Technikprojekten.

Die Adventure School steht dabei nicht nur für spannende Feriengestaltung, sondern auch für ein zukunftsweisendes Bildungsangebot. Gerade in Zeiten wachsender sozialer Unterschiede bei digitalen Kompetenzen gewinnen außerschulische Lernorte zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Paderborn zeigt, dass die digitale Kluft unter Jugendlichen in Deutschland innerhalb der vergangenen zehn Jahre deutlich gewachsen ist.

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Foto: Stiftung

Düsseldorfer Flughafen ist Europas bester Regional-Airport

Foto: Flughafen

Düsseldorf hat einen Flughafen, der international ganz vorne mitspielt: Bei den Skytrax World Airport Awards 2025 wurde der Flughafen Düsseldorf zum „Best Regional Airport Europe“ gekürt. Die Auszeichnung zählt zu den renommiertesten Preisen der internationalen Luftfahrtbranche und wird häufig als „Branchen-Oscar“ bezeichnet. Besonders bemerkenswert: Nicht eine Expertenjury entscheidet über die Platzierungen, sondern die Passagiere selbst.


Von Christoph Sochart


Für die Skytrax-Auswertung werden jährlich Millionen Reisende aus mehr als 100 Ländern nach ihren Erfahrungen an Flughäfen befragt. Bewertet werden zahlreiche Stationen der Reise – vom Check-in über Sicherheitskontrollen und Sauberkeit bis hin zu Orientierung, Service, Gastronomie, Shopping, Gepäckabfertigung und Verkehrsanbindung. Düsseldorf konnte sich dabei gegen zahlreiche europäische Wettbewerber durchsetzen.

Weltweit auf Platz drei

Auch im weltweiten Vergleich schnitt der Düsseldorfer Airport hervorragend ab. In der Kategorie „World’s Best Regional Airports“ erreichte DUS 2025 den dritten Platz. Im Gesamtranking aller 575 bewerteten Flughäfen weltweitlandete Düsseldorf auf Rang 28 – drei Plätze besser als im Jahr zuvor.

Was zunächst etwas überraschend klingt: Warum wird Düsseldorf als „Regional Airport“ bezeichnet? Gemeint sind damit Flughäfen, die überwiegend nationale beziehungsweise kontinentale und innereuropäische Verbindungen anbieten und keine großen interkontinentalen Drehkreuze wie Frankfurt, London Heathrow oder Dubai sind. Auch Regional-Airports können allerdings einzelne Langstreckenverbindungen anbieten.

Kurze Wege, schnelle Abläufe

Dass Düsseldorf bei den Passagieren so gut abschneidet, führt der Airport unter anderem auf die vergleichsweise kurzen Wege und die Weiterentwicklung der Abläufe zurück. Dazu gehören schnelle Sicherheitskontrollen, das kostenlos buchbare DUSgateway für Zeitfenster an der Sicherheitskontrolle sowie der Ausbau von Self-Bag-Drop-Angeboten.

Auch bei der Erreichbarkeit punktet der Flughafen: Über das Autobahnnetz, den Fernbahnhof, den SkyTrain und den öffentlichen Nahverkehr ist der Airport gut angebunden. Hinzu kommen ein breites Gastronomie- und Shoppingangebot sowie verschiedene Mobilitätsangebote vor Ort.

Für einen Flughafen in einer dicht besiedelten und wirtschaftlich starken Region ist das ein wichtiger Standortfaktor. Düsseldorf ist nicht nur Urlaubsdestination, sondern auch ein bedeutender Geschäftsreise- und Wirtschaftsstandort. Entsprechend wichtig sind zuverlässige Verbindungen und möglichst reibungslose Abläufe.

21 Millionen Passagiere – und weiter auf Wachstumskurs

Wie wichtig der Airport für Düsseldorf und die Region ist, zeigen auch die aktuellen Verkehrszahlen. 2025 nutzten rund 21 Millionen Passagiere den Düsseldorfer Flughafen, knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit konnte der Airport bereits im zweiten Jahr in Folge um rund eine Million Fluggäste wachsen. Insgesamt gab es 2025 rund 160.000 Starts und Landungen.

Das Streckennetz ist entsprechend breit. In der Wintersaison 2025/26 verbanden mehr als 50 Airlines Düsseldorf mit rund 130 Zielen in 46 Ländern. Damit ist der Airport für die Menschen in Düsseldorf und im weiteren Einzugsgebiet ein wichtiger Ausgangspunkt für Urlaubsreisen, Geschäftsreisen und Familienbesuche.

Und auch 2026 bleibt die Nachfrage hoch: Für die NRW-Sommerferien erwartete der Flughafen mehr als 3,4 Millionen Passagiere und rund 23.000 Starts und Landungen.

Qualität soll zum Markenzeichen werden

Der Skytrax-Preis passt damit zu einem größeren Kurs, den der Flughafen eingeschlagen hat. Unter dem Leitbild „Destination of Excellence“ will sich der Düsseldorfer Airport dauerhaft als einer der besten Flughäfen Europas in seiner Größenordnung etablieren.

Dabei geht es nicht nur um ein gutes Ranking. Der Flughafen investiert nach eigenen Angaben in Infrastruktur, digitale Angebote und schnellere Prozesse. Das Ziel: Die Reise soll für die Passagiere möglichst unkompliziert beginnen – vom Weg zum Flughafen bis zum Abflug.

Dass diese Strategie inzwischen auch außerhalb der Skytrax-Wertung wahrgenommen wird, zeigen weitere Auszeichnungen. 2025 wurde Düsseldorf unter anderem im World Airport Index des Consumer Choice Center als bester Flughafen weltweit in der Größenklasse bis 35 Millionen Passagiere bewertet. Im AirHelp Score 2025 erreichte DUS zudem den besten Platz unter den deutschen Flughäfen.

Für Düsseldorf ist das mehr als ein schöner Pokal. Ein leistungsfähiger Flughafen gehört zur Infrastruktur einer internationalen Wirtschaftsmetropole. Wenn Reisende aus aller Welt den Airport positiv bewerten, ist das deshalb auch ein gutes Signal für den Standort Düsseldorf.

Der Düsseldorfer Flughafen zeigt damit: Internationales Format muss nicht zwangsläufig mit Größe einhergehen. Entscheidend ist offenbar, wie gut die Reise für den einzelnen Passagier funktioniert.

Schmerzfrei durch Bewegung? Sportwissenschaftler Uli Margies zu Gast bei der Unternehmerschaft Düsseldorf

Ulli Margies bei seinem Besuch in unserer Unternehmerschaft. Foto: Christoph Sochart

Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken oder Beschwerden an Schulter und Knie gehören für viele Beschäftigte längst zum Arbeitsalltag. Wie sich solche Beschwerden durch gezieltes Training verbessern lassen können, stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Unternehmerschaft Düsseldorf bei der Provinzial Versicherung in Düsseldorf-Wersten. Referent war der Sportwissenschaftler und Medical Fitness Master Trainer Uli Margies, der seit vielen Jahren Führungskräfte, Unternehmer und Unternehmen betreut.


Von Christoph Sochart


Vor zahlreichen Gästen stellte Margies sein Trainingskonzept vor, das seinen Ursprung im Leistungssport hat und in den vergangenen Jahren auf die Anforderungen von Führungskräften und Beschäftigten in Unternehmen angepasst wurde. Im Mittelpunkt steht dabei nach seinen Angaben die Analyse von Bewegungsabläufen, Körperhaltung und muskulären Dysbalancen, um die Ursachen orthopädischer Beschwerden zu erkennen und mit individuell abgestimmten Übungen zu behandeln.

„Viele Menschen behandeln lediglich die Symptome ihrer Schmerzen. Entscheidend ist jedoch, die eigentlichen Ursachen zu finden“, erklärte Margies während seines Vortrags. Sein Ansatz kombiniere sportwissenschaftliche Erkenntnisse mit funktionellen Trainingsmethoden und orientiere sich an modernen Konzepten aus der Sporttherapie.

Vom Spitzensport in die Unternehmen

Margies beschäftigt sich seit mehr als 17 Jahren mit medizinisch orientiertem Fitnesstraining. Nach eigenen Angaben entwickelte er ein System weiter, das ursprünglich aus dem Spitzensport stammt und heute unter anderem bei Vorständen, Geschäftsführern, Unternehmern sowie Führungskräften großer Unternehmen und öffentlicher Einrichtungen zum Einsatz kommt.

Im Unterschied zum klassischen Krafttraining in Fitnessstudios setzt sein Konzept auf funktionelle Bewegungen statt auf isoliertes Training einzelner Muskelgruppen. Zum Einsatz kommen unter anderem Übungen mit Medizinbällen, Gymnastikbällen, Widerstandsbändern, Balance-Systemen sowie Schlingentrainern. Ziel sei es, die Tiefenmuskulatur zu aktivieren und natürliche Bewegungsabläufe wiederherzustellen.

Vor jedem Trainingsprogramm steht nach Angaben des Referenten eine ausführliche Analyse der körperlichen Voraussetzungen. Auf dieser Grundlage werde ein individueller Trainingsplan entwickelt.

Prävention gewinnt in Unternehmen an Bedeutung

Das Interesse der Unternehmen an Angeboten zur Gesundheitsförderung wächst seit Jahren. Langes Sitzen, Bewegungsmangel und hohe Arbeitsbelastung führen häufig zu Beschwerden des Bewegungsapparates. Entsprechend gewinnt die betriebliche Gesundheitsförderung zunehmend an Bedeutung.

Die Unternehmerschaft Düsseldorf greift dieses Thema regelmäßig in ihren Veranstaltungsformaten auf. Ziel ist es, Arbeitgebern neue Impulse für gesunde Arbeitsbedingungen und leistungsfähige Belegschaften zu geben.

Margies zeigte anhand verschiedener Praxisbeispiele, wie sich Fehlhaltungen erkennen und Bewegungsabläufe verbessern lassen. Nach seinen Erfahrungen könnten viele Beschwerden durch konsequentes funktionelles Training reduziert werden. Er verwies dabei auf eigene Erfahrungen aus der Arbeit mit Unternehmen sowie auf die Zusammenarbeit mit Ärzten und Orthopäden.

Bewegung statt Schonhaltung

Ein zentraler Gedanke seines Vortrags lautete, dass der menschliche Körper für Bewegung geschaffen sei. Dauerhafte Schonhaltungen oder einseitige Belastungen könnten Beschwerden verstärken. Deshalb sei es wichtig, Bewegungsmuster neu zu erlernen und den Körper wieder möglichst natürlich einzusetzen.

Viele der vorgestellten Übungen benötigen keine großen Fitnessgeräte und lassen sich nach entsprechender Anleitung auch zu Hause oder am Arbeitsplatz durchführen. Gerade dieser alltagstaugliche Ansatz stieß bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf großes Interesse.

Mit der Veranstaltung setzte die Unternehmerschaft Düsseldorf ihre Reihe zu aktuellen Themen rund um Gesundheit, Arbeitswelt und Fachkräftesicherung fort. Die Resonanz zeigte: Die Frage, wie Beschäftigte gesund und leistungsfähig bleiben können, beschäftigt Unternehmen heute mehr denn je.

Mehr Infos: www.regreat.eu

Und so berichtet Tobias Martin über Uli Margies:

Hitzewelle: Ein Eis ist heute schneller verdient als vor 25 Jahren

(cs) Wenn die Temperaturen steigen, gehört ein Eis für viele Menschen einfach zum Sommer dazu. Doch angesichts steigender Preise fragen sich viele Verbraucher: Kann man sich den kleinen Luxus überhaupt noch leisten? Eine aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liefert eine überraschende Antwort: Trotz höherer Eispreise müssen die Deutschen heute für viele Eissorten sogar kürzer arbeiten als noch vor einem Vierteljahrhundert.

Grund dafür sind die deutlich gestiegenen Einkommen. Während der durchschnittliche Nettostundenlohn zur Jahrtausendwende noch bei 12,55 Euro lag, beträgt er im Jahr 2026 nach IW-Berechnungen rund 26,45 Euro. Die Löhne sind damit stärker gestiegen als viele Preise des täglichen Lebens.

Ein anschauliches Beispiel liefert das bekannte Domino-Eis: Dafür müssen Arbeitnehmer heute durchschnittlich lediglich zwei Minuten und 57 Sekunden arbeiten. Vor 26 Jahren waren dafür noch drei Minuten und 40 Sekunden erforderlich – ein Unterschied von 43 Sekunden.

Grafik: CS

Auch bei anderen beliebten Eissorten zeigt sich ein ähnliches Bild. Zwar haben sich die Verkaufspreise teilweise deutlich erhöht – ein Magnum kostet heute mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2000. Doch weil die Einkommen ebenfalls kräftig gestiegen sind, fällt die zusätzliche Arbeitszeit vergleichsweise gering aus. Für viele Verbraucher ist ein Eis deshalb gemessen an ihrer Arbeitszeit heute sogar erschwinglicher als früher.

Die IW-Experten weisen darauf hin, dass Verbraucher Preissteigerungen häufig stärker wahrnehmen als Einkommenszuwächse. Gerade bei Produkten des täglichen Bedarfs entsteht schnell der Eindruck, alles werde unbezahlbar. Der Blick auf die notwendige Arbeitszeit zeigt jedoch ein differenzierteres Bild der Kaufkraftentwicklung.

Besonders günstig bleibt der Eiskauf im Supermarkt. Wer statt eines einzelnen Eises am Kiosk eine Vorratspackung kauft, spart pro Stück oft deutlich. Gerade Familien können so an heißen Sommertagen mehrere Euro sparen.

Die aktuelle Hitzewelle sorgt zwar für volle Eisdielen und lange Schlangen vor den Kühltruhen. Doch zumindest aus Sicht der Kaufkraft gibt es eine gute Nachricht: Der Sommerklassiker Eis ist für die meisten Beschäftigten heute schneller verdient als noch vor einem Vierteljahrhundert – auch wenn der Preis auf dem Etikett etwas anderes vermuten lässt.