Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026: Wirtschaft fordert Mut, Innovation und mehr Freiräume – Auszeichnung eines Düsseldorfer Start-Ups, dass ein Medikament gegen Alzheimer, Parkinson und ALS entwickelt

von links: Thomas Buschmann, Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer, Michael Grütering. Foto: Weber

(cs) Mit klaren Botschaften für mehr wirtschaftliche Dynamik, einem eindrucksvollen Innovationspreis und einem internationalen wirtschaftspolitischen Dialog hat der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026 der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. erneut ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen gesetzt. Rund 49 Jahre nach seiner Gründung brachte das traditionsreiche Netzwerktreffen erneut Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Düsseldorf zusammen.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Thomas Buschmann, Mitglied des Vorstandes der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung, die Gäste stellvertretend für den kurzfristig verhinderten Vorsitzenden Michael Jungwirth. Buschmann warb in seiner Rede für mehr Zuversicht, unternehmerischen Mut und einen neuen wirtschaftspolitischen Gestaltungswillen.


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Nordrhein-Westfalen sei trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten weiterhin das wirtschaftsstärkste Bundesland Deutschlands und verfüge über enorme Potenziale. Besonders die Region Düsseldorf stehe für Innovationskraft, Mittelstand und Transformation. Buschmann kritisierte zugleich eine zunehmende Bürokratisierung durch europäische und nationale Regularien. Unternehmen müssten wieder mehr Freiraum für Innovationen und Investitionen erhalten. „Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat, mehr unternehmerische Freiheit, um gestalten und wagen zu können“, betonte Buschmann.

Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung eines engen Schulterschlusses zwischen Wirtschaft, Stadt und Politik. Düsseldorf verstehe sich als Partner der Unternehmen und wolle Verfahren schneller, digitaler und effizienter gestalten. Gerade bei den großen Transformationsaufgaben – von der Energiewende bis zum Fachkräftemangel – setze die Stadt bewusst auf Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.

Die Vertreter des ausgezeichneten Start-UPs Priavid und der Jury. Foto: C. Weber

Ein Höhepunkt des Arbeitgebertages war die Verleihung des Rheinischen Innovationspreises 2026. Die Laudatio hielt Steffen Pörner, Geschäftsführer des Bankenverbandes NRW. In seiner Rede stellte Pörner das Leitmotiv „Resilienz“ in den Mittelpunkt und würdigte die Innovationskraft deutscher Forschung und Entwicklung.

Der diesjährige Rheinische Innovationspreis ging an das Düsseldorfer Unternehmen Priavoid. Das Biotechnologie-Unternehmen entwickelt mit dem Wirkstoff PRI-002 einen innovativen Therapieansatz gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und ALS. Pörner bezeichnete die Entwicklung als potenziell weltverändernd. Besonders hervorgehoben wurde die Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und gesellschaftlicher Relevanz.

Seit rund 25 Jahren forscht Mitgründer Prof. Dr. Dieter Willbold am Forschungszentrum Jülich und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an fehlgefalteten Proteinen im Gehirn, die als Auslöser verschiedener Demenzerkrankungen gelten. 2017 entstand daraus die Ausgründung Priavoid. Heute beschäftigt das Unternehmen 32 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachrichtungen und befindet sich mit seinem Wirkstoff bereits in der klinischen Erprobung.

Für besondere internationale Aufmerksamkeit sorgte zudem der wirtschaftspolitische Talk zwischen WDR-5-Moderator Uwe Schulz und dem österreichischen Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Industriestandorte, notwendige Strukturreformen sowie die Frage, wie Innovation und industrielle Stärke in Zeiten globaler Unsicherheiten gesichert werden können. Hattmannsdorfer stellte dabei die österreichische Industriestrategie als Beispiel für eine langfristig angelegte Standortpolitik vor.

Der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026 machte deutlich: Die Wirtschaft der Region sieht sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen als aktiver Gestalter von Transformation und Zukunft. Innovation, Leistungsbereitschaft und partnerschaftlicher Dialog standen dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung.

130 Jahre Transportlösungen: Wie Mercedes-Benz Vans seine Rolle im Rettungswesen ausbaut

 

Foto: Mercedes-Benz

(cs) Seit 130 Jahren baut Mercedes-Benz Vans Fahrzeuge für gewerbliche Kunden – vom ersten Lieferwagen von Carl Benz bis zu modernen, digital vernetzten Rettungsfahrzeugen. Auf der diesjährigen RETTmobil 2026 zeigt der Hersteller nun, wie stark sich das Geschäft inzwischen auf spezialisierte Einsatzlösungen konzentriert. Zu sehen dort ist auch der SPRINTER aus Düsseldorf.

Die Leitmesse für Rettung und Mobilität gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte der Branche. Mehr als 500 Aussteller aus 28 Ländern werden erwartet. Mercedes-Benz präsentiert dort zwei Fahrzeuge, die exemplarisch für die Strategie des Unternehmens stehen: den Mercedes-Benz Sprinter aus Düsseldorf als Rettungswagen und den Mercedes-Benz Vito als Notarzteinsatzfahrzeug.

Vom Lieferwagen zur mobilen Hightech-Einsatzzentrale

Der Blick zurück gehört bei Mercedes-Benz traditionell zur Markeninszenierung. Bereits 1896 entwickelte Carl Benz den ersten motorisierten Lieferwagen. Heute setzt der Hersteller auf ein breites Portfolio aus konventionell angetriebenen und vollelektrischen Transportern sowie auf digitale Dienstleistungen rund um Wartung, Finanzierung und Flottenmanagement.

Gerade im Rettungswesen zählen jedoch andere Werte besonders: Zuverlässigkeit, schnelle Einsatzbereitschaft und ergonomische Arbeitsbedingungen. Genau darauf zielt der Messeauftritt in Fulda ab.

„Zuverlässigkeit, Präzision und Einsatzbereitschaft sind im Rettungswesen entscheidend“, sagt Kersten Trieb, Leiter Direktgeschäft & ABH Vans im Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland. Der Hersteller arbeite dafür eng mit spezialisierten Aufbaupartnern zusammen.

Der Sprinter als Herzstück vieler Rettungsflotten

Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht ein Düsseldorfer Mercedes-Benz Sprinter mit Kofferaufbau des Unternehmens GSF Sonderfahrzeugbau GmbH. Der Sprinter gilt seit Jahren als Standardplattform vieler deutscher Rettungsdienste.

Die Anforderungen an moderne Rettungswagen sind enorm gestiegen. Neben Medizintechnik und Kommunikationssystemen spielen heute auch Ergonomie und Hygiene eine zentrale Rolle. Der gezeigte Ausbau setzt daher auf kurze Wege, integrierte Strom- und Datensysteme sowie eine Innenraumgestaltung, die den Arbeitsalltag der Einsatzkräfte erleichtern soll.

Die Botschaft dahinter ist klar: Rettungsfahrzeuge sollen nicht nur Transportmittel sein, sondern mobile Arbeitsräume unter Hochdruckbedingungen.

Kompakt, schnell, geländetauglich: Der Vito als NEF

Daneben zeigt Mercedes-Benz einen Mercedes-Benz Vito als Notarzteinsatzfahrzeug. Das Fahrzeug setzt auf kompakte Abmessungen bei gleichzeitig hoher Funktionalität. Gerade in engen Innenstädten oder schwer zugänglichen Einsatzorten gelten solche Fahrzeuge als Vorteil. Der verbaute Allradantrieb soll zusätzliche Sicherheit bei schlechten Wetterbedingungen oder Fahrten abseits befestigter Straßen bieten.

Wettbewerb um die Zukunft der Einsatzmobilität

Für Mercedes-Benz ist die RETTmobil weit mehr als eine klassische Produktschau. Der Markt für Sonderfahrzeuge wächst – auch weil Kommunen und Hilfsorganisationen ihre Flotten modernisieren und zugleich neue Anforderungen an Digitalisierung und Nachhaltigkeit entstehen.

Der Hersteller versucht deshalb, sich nicht nur als Fahrzeuglieferant, sondern als umfassender Mobilitätspartner zu positionieren: mit Finanzierung, Service-Netzwerk, digitalen Extras und künftig stärker elektrifizierten Fahrzeugplattformen.

So verbindet Mercedes-Benz auf der RETTmobil zwei Botschaften miteinander: die lange eigene Tradition im Nutzfahrzeugbau – und den Anspruch, auch die Zukunft des Rettungswesens mitzugestalten.

Zwischen KI und Markenemotion: Düsseldorfer Unternehmen zu Gast beim OMR Festival in Hamburg

Screenshot: Teekanne LinkedIn

(cs) Zwei Tage, 70.000 Besucher, mehr als 800 Speaker und rund 1.000 Aussteller: Das OMR Festival ist in diesem Jahr einmal mehr dem Ruf als wichtigstes Digitalmarketing-Event Europas gerecht geworden. Wieder einmal holte das Festival das digitale Universum nach Hamburg – zwei Tage lang standen auf Stages, bei Masterclasses, Expo und Side Events Networking, Inspiration und die neuesten Trends im Online-Marketing im Mittelpunkt.
Was einmal als überschaubares Branchentreffen begann, ist heute ein gesellschaftliches Großereignis. Mittlerweile ist das OMR längst nicht mehr nur eine reine Marketingmesse, sondern ein Treffpunkt für Creator, CEOs, Medienmacher, Musiker, Politiker, Investoren und Start-ups.
Und auch Düsseldorf war in Hamburg vertreten: Unter den zahlreichen Ausstellern und Besuchern fanden sich Teams aus der Landeshauptstadt – darunter das Unternehmen Teekanne Deutschland.
Was ist die OMR?
OMR steht für „Online Marketing Rockstars”. Die Messe fand zum ersten Mal 2015 statt – damals noch am Millerntor-Stadion. Mittlerweile füllt das Event die großen Hamburger Messehallen. Das OMR Festival hat sich als eines der führenden europäischen Events für Digitalwirtschaft, Marketing und Technologie etabliert. Das Programm ist bewusst breit angelegt: Neben Keynotes, Masterclasses und Side Events bietet die Festival-Expo auf rund 1.000 Ständen etablierten Unternehmen wie Google und SAP ebenso eine Bühne wie Start-ups und Mittelständlern.
Das Leitthema 2026 war eindeutig die Künstliche Intelligenz. Experten diskutierten, wie KI Geschäftsprozesse, Marketingstrategien und das Konsumentenverhalten transformiert – und dass KI-Systeme zunehmend als „Agentic AI” agieren, also nicht nur Daten auswerten, sondern eigenständig Aufgaben übernehmen.
Teekanne: Digitale Innovation und echte Markenemotion
Auch das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Teekanne war wieder dabei. In einem LinkedIn-Post zog das Team nach den zwei Festivaltagen ein persönliches Fazit. Neben den großen Trendthemen – Künstliche Intelligenz, Creator Economy, AI Search und Retail Media – war für Teekanne Deutschland vor allem eine Erkenntnis zentral: die Verbindung aus digitaler Innovation und echter Markenemotion. Denn gerade in einer zunehmend automatisierten Welt, so das Unternehmen, gewinnen Vertrauen, Qualität und authentische Erlebnisse weiter an Bedeutung.
Eine Haltung, die zum Geist der diesjährigen OMR passt. Das OMR ist nicht einfach nur ein Treffpunkt für Unternehmen oder Menschen mit Reichweite – es ist ein Ort, an dem Ideen entstehen, Menschen voneinander lernen und Kontakte geknüpft werden, die vielleicht Jahre später wichtig werden.
Für das Teekanne-Team lautet die Schlussfolgerung aus zwei Tagen Hamburg: Die Zukunft erfolgreicher Marken liegt in der Verbindung von Technologie, relevanten Inhalten und echten Momenten. Eine Botschaft, die auch für viele andere Düsseldorfer Unternehmen mitgenommen werden dürfte – die nächste OMR kommt bestimmt.

Arbeitgeberverband und Stiftung Pro Ausbildung ziehen Bilanz – schwierige Tarifrunde wirft Schatten voraus

Foto: Christoph Sochart

(cs) Im Airporthotel Van der Valk in Düsseldorf kamen am Donnerstagabend die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Düsseldorf und Umgebung zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung zusammen. Dies ist dann auch die Stifterversammlung der Stiftung Pro Ausbildung, deren Träger der Verband ist.

Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlich angespannte Lage der Unternehmen, die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie sowie die Bildungsarbeit der Stiftung.

Hauptgeschäftsführer Michael Grütering berichtete über die aktuellen Schwerpunkte der Verbandsarbeit. Dazu zählen insbesondere die arbeits- und sozialrechtliche Betreuung der Mitgliedsunternehmen sowie die tarifpolitischen Herausforderungen der kommenden Monate. Angesichts der schwachen konjunkturellen Entwicklung erwartet die Branche zum Jahresende eine schwierige Tarifrunde. Viele Unternehmen stünden weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Neben den klassischen Aufgaben des Verbandes stellte Grütering auch die Kommunikationsangebote vor. Dazu gehören unter anderem ein eigener Podcast, regelmäßige Newsletter sowie die wöchentliche Sendung auf Antenne Düsseldorf, mit denen der Verband wirtschaftliche und industriepolitische Themen einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt.

Der zweite große Themenblock des Abends galt der Arbeit der Stiftung Pro Ausbildung. Stiftungs-Geschäftsführer Christoph Sochart stellte die vielfältigen Bildungsprojekte vor, mit denen die Stiftung entlang der gesamten Düsseldorfer Bildungskette aktiv ist – von der Kita bis zur Hochschule.

Bereits im frühkindlichen Bereich engagiert sich die Stiftung mit Projekten wie dem Lesefest und Angeboten zur MINT-Förderung. In den weiterführenden Schulen liegt der Schwerpunkt auf der beruflichen Orientierung. Gemeinsam mit der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf übernimmt die Stiftung hier eine federführende Rolle.

Auch Studierende profitieren von den Angeboten der Stiftung. Im Hochschulbereich organisiert sie Praxisworkshops, Mentoring-Programme sowie Wirtschaftsplanspiele, um junge Menschen frühzeitig mit Unternehmen und wirtschaftlichen Abläufen in Kontakt zu bringen.

Die Stiftung Pro Ausbildung besteht seit dem Jahr 2000. Nach Angaben der Verantwortlichen konnten seitdem rund 630.000 Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichen Bildungsangeboten erreicht werden.

Foto: Christoph Sochart

Unternehmertag Nordrhein-Westfalen 2026 in den Rheinterassen – oberste Sicherheitsstufe wegen des Bundeskanzlers

Foto: Christina Moeser

(ud) Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben die Bundesregierung aufgefordert, endlich ihre Reformangst zu überwinden, Bremsen zu lösen und Mut zur Veränderung zu zeigen. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind frustriert und enttäuscht über die mangelnde Reformfähigkeit der Politik“, erklärte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, am Mittwoch auf dem Unternehmertag seiner Organisation in Düsseldorf in Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Es sei höchste Zeit für ein Reformpaket, das „Kosten senkt, Arbeit stärkt, Leistung belohnt und vor allem Vertrauen zurückgewinnt“. Die deutsche Wirtschaft sei seit sieben Jahren nicht mehr gewachsen. Allein im industriellen Kernland Nordrhein-Westfalen sei die Produktion seit 2018 um 20 Prozent eingebrochen. Gegenwärtig gingen dort monatlich rund 2.800 Industriearbeitsplätze verloren mit unmittelbaren Auswirkungen auf Dienstleistungen, Handel und Handwerk. „Wir erleben hier die strukturelle Erosion unserer Volkswirtschaft“, sagte Kirchhoff. Deutschland habe jahrelang kontinuierliche Reformen sträflich verpasst, sei stattdessen Jahr für Jahr teurer, langsamer und verkrusteter geworden und deshalb heute als Wirtschafts- und Industriestandort international nicht mehr wettbewerbsfähig.

Foto: Christina Moeser

Nach Worten des NRW-Unternehmerpräsidenten steht die Bundesregierung nun vor der Herausforderung, die Versäumnisse der letzten beiden Jahrzehnte grundlegend zu korrigieren. „Klar ist eines: Wer Reformen weiter aufschiebt, entscheidet sich für einen weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit“, betonte Kirchhoff. Was bislang präsentiert worden sei, habe viele Unternehmer im Land enttäuscht. Die Senkung der Mineralölsteuer möge kurzfristig für Entlastung sorgen, ändere aber nichts daran, dass für die Unternehmen in Deutschland die Energiepreise seit Jahren international nicht konkurrenzfähig seien. Die sogenannte Entlastungsprämie von 1.000 Euro bezeichnete Kirchhoff als „Fehlschlag“. Die Koalition habe die Betriebe damit in eine äußerst schwierige Lage gebracht. „Vielen Unternehmen steht das Wasser bis zum Hals, sie können sich die Prämie schlicht nicht leisten“, sagte Kirchhoff.

An SPD und Gewerkschaften gewandt erklärte Kirchhoff, die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen stünden fest zur sozialen Marktwirtschaft. Niemand gebe den Beschäftigten die Schuld für die schwerste Wirtschaftskrise dieses Landes. Niemand wolle auch nur im Entferntesten einen sozialen Kahlschlag. Wer jetzt aber nicht zu Veränderungen bereit sei, setze Wohlstand und soziale Sicherheit aufs Spiel. Deutschland leiste sich im internationalen Vergleich sehr niedrige Durchschnitts-Arbeitszeiten und extrem hohe Kosten für die Lohnfortzahlung. „Wenn wir dies kleinreden oder gar ignorieren, droht uns ein böses Erwachen“, so Kirchhoff. Ohne zusätzliche Anstrengungen sei die Trendwende nicht zu schaffen. Wer etwas anderes behaupte, täusche die Menschen und auch sich selbst. Kirchhoff wörtlich: „Jenen, die immer reflexartig nach neuen Steuern und Schulden rufen, sage ich: Noch kein Land dieser Erde ist durch höhere Steuern und höhere Schulden dauerhaft stärker und leistungsfähiger geworden.“

Foto: Christina Moeser

Für die erforderlichen Veränderungen in der Energie-, der Steuer-und der Sozialpolitik sowie zum Bürokratieabbau lägen sehr gute Vorlagen aus Verbänden, Wissenschaft, Kommissionen und sogar Parteiprogrammen auf dem Tisch. Kirchhoff mahnte die Politik, statt Streit und Provokationen jetzt Entscheiden und Umsetzen in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Der NRW-Unternehmerpräsident wörtlich: „Ich erwarte, dass sich alle in der Bundesregierung zusammenraufen.“ Die Krisen dieser Welt, auch der Krieg im Iran, dürften keine Ausrede sein, in Deutschland Reformen weiter zu verschleppen oder gar nicht erst anzupacken. Ein wirtschaftlich schwaches Deutschland und ein schwaches Europa würden kein Gewicht und keinen Einfluss haben. „Wenn wir unsere Interessen, unsere Werte und unsere Art zu leben verteidigen wollen, müssen wir stark sein“, forderte Kirchhoff.

Mit Blick auf Europa dankte der NRW-Unternehmerpräsident der Bundesregierung und ausdrücklich Bundeskanzler Friedrich Merz, dass „Deutschland in Brüssel endlich wieder eine Stimme hat“. Es sei gut, wenn das German Vote aus Ampel-Zeiten endlich der Vergangenheit angehöre. Mit Blick auf Verbesserungen der Lieferketten-Richtlinie oder die Nachhaltigkeits-Berichterstattung trage dies auch schon erste Früchte. Kirchhoff lobte den Einsatz des Bundeskanzlers im Europäischen Rat für mehr Wettbewerbsfähigkeit, entschlossenen Bürokratieabbau, die Vertiefung des EU-Binnenmarktes sowie die Erweiterung strategischer Partnerschaften durch neue Freihandelsabkommen.

Nun dürfe ‚One Europe, one Market‘ keine Überschrift bleiben. Kirchhoff mahnte an, Deutschland müsse weiterhin treibende Kraft bleiben, „zumal sich in Teilen von Kommission und Parlament schon wieder neuer Unsinn ausgedacht wird“. Auch einige Bundesministerien hätten noch nicht verstanden, „dass die Zeiten des Gold-Platings in Deutschland endgültig vorbei sein müssen“. Statt immer neuer Regulierungen benötige Europa weniger Regulierung und damit mehr Binnenmarkt. „Nur dann wird unser Kontinent mit der Marktmacht seiner 450 Millionen Einwohner seine wirtschaftliche Stärke auf die Straße bringen können“, betonte Kirchhoff.

Zur Landesregierung sagte der NRW-Unternehmerpräsident, sie habe nach dem völlig grotesken Tarifentgeltsicherungsgesetz ganz aktuell jetzt endlich zwei wichtige Schritte zum Bürokratieabbau eingeleitet. Ausdrücklich begrüße er den Kabinettsbeschluss mit dem Versprechen zum radikalen Abbau von Berichtspflichten für Unternehmen. Die Straffung und Digitalisierung von Genehmigungsverfahren durch die geplanten Änderungen im Landesnaturschutzgesetz nannte Kirchhoff „ein wichtiges Signal“. Auch in Nordrhein-Westfalen müsse dringend alles getan werden, was die Wirtschaft stärke und alles unterlassen werden, was sie schwäche.

Neben den inhaltlichen Forderungen wurden auch personelle Weichen gestellt: Kirchhoff wurde im Amt bestätigt. Zudem wählte der Vorstand von unternehmer nrw zehn Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten, darunter Volker Schlinge (Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor METRO Deutschland).

Globale Bühne für Verpackung und Verarbeitung: Die interpack 2026 in Düsseldorf

Mit über 1.000 Ausstellern ist der Packmittelbereich auf der interpack eine Mega-Messe für sich. Foto: Messe Düsseldorf

(cs) Vom 7. bis 13. Mai wird Düsseldorf damit erneut zum Treffpunkt einer Branche, die im Hintergrund wirkt, aber die Welt zusammenhält. Die interpack 2026 zeigt eindrucksvoll, wie zentral Verpackung für die globale Wirtschaft ist – nicht als bloße Hülle, sondern als Schlüsseltechnologie für Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und industrielle Innovation. Tipp für Autofahrer: Besonders voll wird es im Düsseldorfer Norden am Sonntag wegen der Interface und des Fortuna-Spiels.

Wenn sich im Mai 2026 die Tore der interpack 2026 öffnen, wird Düsseldorf erneut zum Zentrum einer Industrie, die im Alltag oft übersehen wird – und doch unverzichtbar ist. Mehr als 2.800 Aussteller aus 65 Ländern kommen zusammen, um auf der weltweit größten Messe für Processing & Packaging ihre Innovationen zu präsentieren.

Die Dimensionen sind beeindruckend: Über sämtliche Hallen hinweg zeigt die interpack die gesamte Wertschöpfungskette – von hochkomplexen Verpackungsmaschinen und vollständigen Produktionslinien bis hin zu Materialien, Packmitteln und Prozesstechnik für Branchen wie Lebensmittel, Pharma, Kosmetik und Industriegüter. Anders als viele Fachmessen bleibt es dabei nicht bei Theorie: Zahlreiche Anlagen laufen live, Produktion wird vor Ort sichtbar und greifbar.

Neue Regulierung als Treiber des Wandels

Ein beherrschendes Thema ist die geplante Europäische Verpackungsverordnung, kurz PPWR. Sie wird tief in die industrielle Praxis eingreifen – von der Materialauswahl über das Verpackungsdesign bis hin zu kompletten Produktionsprozessen.

Ab August 2026 sollen die neuen Regeln verbindlich gelten und sämtliche Verpackungen im EU-Binnenmarkt betreffen. Auf der interpack zeigt sich bereits jetzt, wie Unternehmen darauf reagieren: mit neu entwickelten Materialien, recyclingfähigen Konzepten und Investitionen in die Transformation ihrer Anlagen.

Stabile Branche in unsicheren Zeiten

Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten präsentiert sich die Branche robust. Der deutsche Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbau zählt weiterhin zu den stabilen Säulen der Industrie. Laut VDMA war 2025 von Produktionswachstum und starken Exporten geprägt.

Diese Stabilität ist kein Zufall: Die globale Nachfrage nach Lebensmitteln und Pharmazeutika steigt kontinuierlich. Verpackung übernimmt dabei eine Schlüsselrolle – sie schützt Produkte, verlängert ihre Haltbarkeit und ermöglicht erst die weltweite Distribution. Ohne sie wären moderne Lieferketten kaum denkbar.

Drei Themen, die die Zukunft prägen

Die interpack 2026 setzt gezielt Schwerpunkte auf drei zentrale Zukunftsfelder:

  • Smart Manufacturing: Datengetriebene Produktion, Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik sorgen für Effizienz und Flexibilität in der Fertigung.
  • Innovative Materials: Neue Materialien und Design-for-Recycling-Konzepte stehen im Fokus nachhaltiger Verpackungslösungen.
  • Future Skills: Der Wandel der Arbeitswelt erfordert neue Kompetenzen – von digitalem Know-how bis zur Arbeit mit automatisierten Systemen.

Mehr als eine Messe: Plattform für Austausch und Impulse

Neben der Ausstellung bietet die interpack ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im Spotlight Forum diskutieren Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen rund um Regulierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit.

Mit der Initiative SAVE FOOD wird die Reduzierung von Lebensmittelverlusten entlang der gesamten Wertschöpfungskette thematisiert – ein Bereich, in dem Verpackung eine entscheidende Rolle spielt.

Zugleich schafft das Format Women in Packaging Raum für Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in einer traditionell technisch geprägten Branche.

 

Mittelstand stärken, Zukunft gestalten: Impulse vom Düsseldorfer Wirtschaftsforum

Foto: Christoph Sochart

(cs/ud) Das Düsseldorfer Wirtschaftsforum zeigte einmal mehr, wie wertvoll der Austausch zwischen Wirtschaft, Bildung und Politik für die Zukunft des Mittelstands ist. Dank der hervorragenden Organisation durch Professor Nowak und sein Team von der IST-Hochschule bot die Veranstaltung eine starke Plattform für praxisnahe Impulse und offene Diskussionen. Christoph Sochart war vor Ort und berichtet nachfolgend.

Beim Wirtschaftsforum stand in diesem Jahr das Generalthema „LEISTUNG – Weil wir es können“ im Mittelpunkt. Die Veranstaltung griff damit eine Debatte auf, die für Wirtschaft und Gesellschaft aktueller kaum sein könnte: Wie verändert sich der Begriff von Leistung in Zeiten von Fachkräftemangel, Generationenwandel und Künstlicher Intelligenz?

Im Zentrum der Diskussionen stand die Frage, ob Leistung künftig ausschließlich an Zahlen und Effizienz gemessen werden kann – oder ob auch Kreativität, Verantwortung, Sinn und gesellschaftliche Wirkung stärker in den Fokus rücken müssen. Dabei wurde deutlich, dass sich insbesondere zwischen den Generationen unterschiedliche Erwartungen an Arbeit, Erfolg und Verantwortung entwickeln.

Auch die Rolle von Künstlicher Intelligenz wurde intensiv beleuchtet. Die Teilnehmer diskutierten darüber, wie Unternehmen Effizienzgewinne durch KI nutzen können, ohne dabei Menschlichkeit, Vertrauen und Unternehmenskultur aus dem Blick zu verlieren.

Vor allem für den Mittelstand gewinnt die Frage an Bedeutung, welche Formen von Leistung künftig tatsächlich zählen und wie diese sichtbar gemacht werden können. Leistung, so der Tenor des Forums, müsse heute breiter gedacht werden: nicht nur als messbarer Output, sondern als nachhaltige Wirkung für Unternehmen, Beschäftigte und Gesellschaft.

Dabei rückte zunehmend ein relationales Verständnis von Leistung in den Vordergrund. Nicht allein die individuelle Leistung stehe im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Wirkung das eigene Handeln langfristig entfaltet. Orientierung bot dabei auch der Gedanke des „Infinite Game“ von Simon Sinek: Erfolgreich sei nicht derjenige, der kurzfristig gewinnt, sondern wer langfristig Verantwortung übernimmt und nachhaltige Wirkung ermöglicht.

Im Fokus meines Beitrages stand die Thematik, was „Leistung“ für uns als Unternehmerschaft bedeutet. Grundsätzlich aber ging es um „Leistung“ im  Mittelstand in Düsseldorf und seine Rolle bei zentralen Zukunftsthemen.

Gleichzeitig muss sich der Mittelstand stärker sichtbar machen. Ein weiteres zentrales Thema war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. KI ist kein Jobfresser, sondern eröffnet neue Chancen: Sie entlastet Mitarbeitende von Routineaufgaben und schafft Raum für anspruchsvollere Tätigkeiten. Gleichzeitig entstehen neue Berufsbilder, von denen viele heute noch gar nicht absehbar sind.

Foto: Christoph Sochart

Wie schon immer im Mittelstand gilt auch künftig: Generationen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr braucht es ein bewusstes Miteinander – Mentoring in beide Richtungen, bei dem Erfahrung auf neue Perspektiven trifft. Die besten Ideen entstehen dort, wo unterschiedliche Blickwinkel zusammenkommen. Externe Impulse können diesen Prozess zusätzlich bereichern.

Nicht zuletzt wurde deutlich, wie essenziell die lokale Vernetzung ist. Der enge Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und wirtschaftsnahen Organisationen bleibt ein Schlüssel, um den Mittelstand in Düsseldorf nachhaltig zu stärken und zukunftsfähig aufzustellen.

NEUE PODCAST-SERIE DER „DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT“! „Rheinischer Wandel: Von Henkel zur Hightech-Zukunft“

Rechts im Bild: Christian Zaum

(ud) Für die Podcastreihe „Industrie in Düsseldorf: von Fritz Henkel bis zur Klimawende“ spricht Host Christoph Sochart mit dem Düsseldorfer Wirtschaftsdezernenten Christian Zaum über die Transformation der Industrie in der Region. Im Mittelpunkt steht, wie sich Düsseldorf als Teil eines starken Innovationsraums zwischen Rhein und Ruhr neu positioniert – mit Fokus auf wissensbasierte Industrie, Hightech und enge Netzwerke zwischen Unternehmen, Start-ups und Hochschulen.

Zaum betont die Chancen der „neuen Industrie“ für den Arbeitsmarkt: Es entstehen hochqualifizierte Jobs, während sich bestehende Berufe durch Digitalisierung und Weiterbildung wandeln. Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Innovationstreiber und Partner der Wirtschaft.

Auch Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema: Die Stadt unterstützt Unternehmen aktiv bei der Umstellung auf klimafreundliche Produktionsprozesse und baut entsprechende Infrastrukturen aus. Kleine, spezialisierte Unternehmen und Start-ups sieht Zaum als wichtige Impulsgeber für Innovation und ein dynamisches industrielles Ökosystem.

Sein Fazit fällt optimistisch aus: Die Kombination aus Wissen, Talenten, Kooperationen und dem klaren Fokus auf nachhaltige, intelligente Lösungen bietet große Chancen für die industrielle Zukunft Düsseldorfs.

Die Podcastserie erscheint im Sommer 2026. Es wird viele Gesprächspartner und neue Einblicke und Ausblicke in die Zukunftswelt unserer Industrie geben. Natürlich wird auch nicht der Blick zurück fehlen: wie alles begann!

Der Podcast wird produziert von den Streamboxstudios und der Unternehmerschaft Düsseldorf. Die „Düsseldorfer Wirtschaft“ gibt es seit sechs Jahren und im Juni erscheint die 200. Folge als Live-Episode, gesendet aus dem Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf.

19. Tandem-Tag auf Gut Gnadental: Miteinander statt füreinander – Integration behinderter Menschen durch Sport

Foto: Anne Großmann

(ud) Sport verbindet Menschen: Am Samstag, dem 9. Mai 2026, treffen sich auf dem malerisch an der Erft gelegenen Gut Gnadental in Neuss Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigung, um gemeinsam aktiv zu sein.

Der 19. Tandem-Tag bietet ein vielfältiges und lebendiges Sportprogramm – von Fußball, Handball und Tischtennis über Hockey und Rollstuhl-Basketball bis hin zu Voltigieren, Judo, Kanufahren auf der Erft und Ringen. Darüber hinaus erwartet die Besucher ein buntes Rahmenprogramm mit Live-Musik, kulinarischen Angeboten, erfrischenden Drinks und zahlreichen weiteren Mitmachaktionen.

Integration behinderter Menschen durch Sport

Gemeinsam Sport treiben – das bringt Menschen zusammen und ermöglicht es, gemeinsam kleine und große Erfolge zu erleben: Das ist der Grundgedanke der 2004 vom Unternehmer Burkhard Zülow gegründeten Tandem Stiftung. Es geht darum, Hemmungen und Berührungsängste abzubauen und zu erfahren, dass jeder etwas kann und Stärken hat. Auch die Leistungsfähigkeit soll gefördert und der Umgang zwischen Gesunden und Menschen mit Einschränkungen geübt werden.

Das Programm

Der Tandem-Tag beginnt um 10 Uhr. Nach der offiziellen Eröffnung durch Gastgeberin Jutta Zülow, Vorsitzende der Tandem Stiftung, geht es los mit der namengebenden Tandem-Tour. Das Besondere: Die Teilnehmer sitzen hier nicht, wie bei herkömmlichen Tandems, hinter- sondern nebeneinander. Hier steht – ganz im Geist der Tandem Stiftung – das Miteinander im Fokus, die Begegnung auf Augenhöhe.

Um 11:00 Uhr startet das inklusive Fußballmatch, bei dem die DJK Rheinkraft Neuss, die SG Kaarst und der SV Rot-Weiß Elfgen – die Außergewöhnlichen! – gegeneinander antreten. Anfeuern ausdrücklich erwünscht!

Ein Höhepunkt des Tages ist um 15:00 Uhr die Sportlerehrung der Neuss-Grevenbroicher-Zeitung (NGZ). Geehrt werden die drei Erstplatzierten der Wahl zum NGZ-Sportler des Jahres 2025: der Radsportler Kilian Schmitz, die Tischtennisspielerin Jana Vollmertund der Kanute Lukas Drossart.

Den Abschluss bildet um 15:30 Uhr eine große Tombola mit attraktiven Preisen. Als Hauptgewinn winkt eine Reise für zweiPersonen zum Reitsportevent CHIO in Aachen. Darüber hinaus gibt es attraktive Sachpreise wie u.a. Fahrräder und Sportgeräte. Mitmachen lohnt sich! Lose kosten einen Euro – der Erlös kommt der Tandem Stiftung zugute.

Die Organisation der gesamten Veranstaltung liegt in den Händen von Nadia Ehning, Tochter von Jutta Zülow. Die dreimalige Welt- und Europameisterin im Voltigieren sagt: „Beim Tandem-Tag ist jede und jeder willkommen.“ Die Teilnahme ist kostenfrei.

  1. Tandem-Tag

Samstag, 9. Mai 2026, ab 10 Uhr

Gut Gnadental, Nixhütter Weg 85, 41468 Neuss

Als Gäste werden unter anderem der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer, Ingo Wolf, NRW-Innenminister a. D., Dirk Brügge, Kreisdirektor Rhein-Kreis Neuss, Katharina Reinhold, Landrätin, Hans-Jürgen Petrauschke, ehemaliger Landrat, der Ringer Dani Nakaev (angefragt) und der Handballer Christopher Klasmann von der HSG Krefeld sowie Voltigierer aus Neuss und Borken erwartet.

Die „Tandem Stiftung Burkhard Zülow“

Der Neusser Unternehmer Burkhard Zülow verzichtete anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahre 2004 auf persönliche Geschenke. Stattdessen sammelte er Spenden, damit Schüler mit und ohne Einschränkungen gemeinsam Sport treiben können.

Das erste Projekt war zugleich auch Namensgeber der Initiative: “Tandem – Integration behinderter Menschen durch Sport”. Im September 2010 wurde aus der Initiative Tandem die „Tandem Stiftung Burkhard Zülow“.

Zülow AG

Die Zülow AG ist ein Dienstleistungsunternehmen der Elektrobranche und seit ihrer Gründung 1971 ein eigentümergeführtes Familienunternehmen am Standort Neuss. Heute sind mehr als 350 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.

Seit 1996 ist der Stammsitz auf Gut Gnadental in Neuss, wo das Unternehmen in historischer Umgebung Raum geschaffen hat, um Kommunikation in einer sich digitalisierenden Welt – zu der es mit seinen Dienstleistungen in der Daten- und Netzwerktechnik ebenfalls seinen Beitrag leistet – auch „analog“ die Begegnung von Menschen zu ermöglichen.

Arbeitskosten in Deutschland bleiben hoch – Abstand zur EU nahezu unverändert

(cs) Deutschland bleibt ein Hochkostenstandort – mit vergleichsweise stabiler Entwicklung. Während andere EU-Länder, insbesondere in Osteuropa, dynamisch aufholen, verharrt der Abstand zum europäischen Durchschnitt auf nahezu unverändertem Niveau. Für Unternehmen bedeutet das weiterhin hohe Belastungen, während Beschäftigte von steigenden Löhnen profitieren dürfen.

Die Kosten für Arbeit in Deutschland sind im Jahr 2025 erneut gestiegen – wenn auch moderater als im europäischen Durchschnitt. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilt, zahlten Arbeitgeber im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich 45,00 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde. Damit liegt Deutschland weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Europäische Union, der bei 34,90 Euro lag.

Deutschland rund 29 Prozent über EU-Niveau

Im Vergleich zum EU-Durchschnitt mussten deutsche Unternehmen etwa 29 Prozent mehr für eine Arbeitsstunde aufbringen. Trotz dieses hohen Niveaus fiel der Kostenanstieg mit +3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr geringer aus als im EU-Schnitt (+4,1 Prozent). 2024 hatten die Arbeitskosten hierzulande noch bei 43,50 Euro gelegen.

Auffällig bleibt die große Spannweite innerhalb Europas: Während in Luxemburg mit durchschnittlich 56,80 Euro die höchsten Arbeitskosten anfallen, liegen sie in Bulgarien bei lediglich 12,00 Euro. Auch Dänemark (51,70 Euro) und die Niederlande (47,90 Euro) zählen zu den Hochkostenländern. Am unteren Ende der Skala folgen neben Bulgarien auch Rumänien (13,60 Euro) und Ungarn (15,20 Euro).

Dynamik vor allem in Osteuropa

Die stärksten prozentualen Anstiege der Arbeitskosten verzeichneten 2025 vor allem osteuropäische Länder. Bulgarien führte mit einem Plus von 13,1 Prozent, gefolgt von Kroatien (+11,6 Prozent) und Polen (+10,5 Prozent). Deutlich moderater entwickelten sich die Kosten etwa in Frankreich (+2,0 Prozent), Dänemark (+3,0 Prozent) und Italien (+3,2 Prozent). In Malta gingen die Arbeitskosten sogar leicht zurück (-0,5 Prozent).

Langfristiger Anstieg in allen Branchen

Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt: Arbeit ist in Deutschland in sämtlichen Wirtschaftsbereichen deutlich teurer geworden. Seit 2020 stiegen die Arbeitskosten um mindestens 14 Prozent, in einigen Dienstleistungssektoren sogar um mehr als 30 Prozent. Besonders betroffen sind freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie das Gastgewerbe.

Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt ergibt sich ein Plus von 22,3 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Dennoch hat sich die relative Position Deutschlands im europäischen Vergleich kaum verändert: Lag der Abstand zum EU-Durchschnitt im Jahr 2020 bei rund 30 Prozent, beträgt er 2025 immer noch etwa 29 Prozent.