Vodafone in Düsseldorf schließt Forschungsprojekt „6G Health“ ab: Neue Technologien gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

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(cs) Nach drei Jahren intensiver Zusammenarbeit ist das Forschungsprojekt „6G Health“ erfolgreich abgeschlossen. Unter der Leitung des Düsseldorfer Telekommunikations-Unternehmen Vodafone arbeiteten unter anderem die Universität Leipzig, die Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie fünfzehn weitere Partner gemeinsam daran, die Potenziale der nächsten Mobilfunkgeneration für die Medizin zu erforschen. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit rund zehn Millionen Euro.

Im Fokus stand eine der größten Herausforderungen des Gesundheitssystems: der zunehmende Fachkräftemangel. Überlastetes Personal, lange Wartezeiten und steigende Anforderungen prägen den Alltag in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Genau hier setzen die Ergebnisse von „6G Health“ an – mit dem Ziel, Arbeitsabläufe zu optimieren, Personal zu entlasten und die Patientensicherheit zu erhöhen.

Drei Innovationsfelder im Fokus

Das Projekt untersuchte in den vergangenen drei Jahren drei zentrale Anwendungsbereiche:

  • die Echtzeit-Übertragung von Biosignalen und Vitaldaten
  • den Einsatz von Augmented Reality (AR) und Telemedizin in der Zusammenarbeit medizinischer Fachkräfte
  • die Vernetzung medizinischer Geräte und Infrastrukturen für smarte Krankenhäuser

Dabei bauen die entwickelten Lösungen auf bestehenden 5G-Anwendungen auf – etwa videobasierte Online-Sprechstunden, mobilen Ultraschall oder den Transport von Medikamenten per Drohne.

Konkrete Anwendungen mit direktem Nutzen

Die Projektergebnisse zeigen deutlich, wie moderne Technologien den Klinikalltag verändern können. So ermöglicht eine Augmented-Reality-Navigation Patientinnen und Patienten, sich eigenständig im Krankenhaus zu orientieren – ohne zusätzliche Unterstützung durch das Personal.

Im Operationssaal kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz: Eine KI-basierte Echtzeit-Transkription dokumentiert automatisch Gespräche, erkennt medizinische Schlüsselbegriffe und identifiziert kritische Situationen. Wichtige Informationen werden sofort hervorgehoben und für Anwendungen wie das Tele-Neuromonitoring bereitgestellt.

Auch in der Pflege ergeben sich spürbare Entlastungen. Ein sogenanntes Radar-Bett misst kontaktlos Atem- und Herzfrequenz von Patienten und reduziert so den Aufwand für Pflegekräfte auf Intensivstationen – bei gleichzeitig erhöhter Sicherheit.

Versorgung über die Klinik hinaus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Konzept „Hospital at Home“. Patientinnen und Patienten können medizinische Messungen von zu Hause aus durchführen, während IoT-basierte Geräte die Daten automatisch an die Klinik übermitteln. So lassen sich Verschlechterungen frühzeitig erkennen, stationäre Aufenthalte reduzieren und die Nachsorge verbessern.

Digitalisierung als Schlüssel zur Zukunft

Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass die Kombination aus Augmented Reality, künstlicher Intelligenz, Internet of Things und moderner Funktechnologie erhebliche Effizienzgewinne ermöglichen kann – von der Aufnahme bis zur Nachsorge.

„Das 6G Health Projekt demonstriert, wie der kommende Mobilfunkstandard 6G bei zukünftigen Anwendungen in der Medizin für noch mehr Effizienz und Sicherheit sorgen kann“, heißt es aus dem Projektumfeld. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels könne die Digitalisierung entscheidend dazu beitragen, Ressourcen besser zu nutzen und die Versorgungsqualität zu sichern.

Nächster Schritt: Standardisierung

Nun geht es darum, die gewonnenen Erkenntnisse in internationale Standards zu überführen. Ziel ist es, die entwickelten Technologien nicht nur als Prototypen zu belassen, sondern sie in den realen Alltag von Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu integrieren.

Das Projekt „6G Health“ macht deutlich: Die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen ist kein Zukunftsszenario mehr – sondern ein konkreter Lösungsansatz für die Herausforderungen von heute.

BAU-TURBO IN DÜSSELDORF! Jetzt soll alles schneller gehen

(cs) Düsseldorf drückt aufs Gas! Der Rat der Düsseldorf hat am 19. März den Bau-Turbo beschlossen – und der soll die Wohnungsnot endlich entschärfen. Schluss mit jahrelangen Genehmigungs-Verfahren: Dank eines neuen Bundesgesetzes können Bauprojekte jetzt deutlich schneller durchgewunken werden, ohne erst aufwendige Bebauungspläne aufzustellen. Ziel ist klar: mehr Wohnungen, mehr Tempo, mehr bezahlbarer Wohnraum für die Bürger.

Erste Projekte laufen bereits im Turbo-Modus, etwa an der Hansaallee und am Kennedydamm. Doch einfach nur schneller bauen reicht der Stadt nicht. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke stellt klar: Wer vom Bau-Turbo profitieren will, muss auch liefern. Heißt: fertige Konzepte, klare Planung und vor allem die Bereitschaft, schnell umzusetzen. Verzögerungen oder halbgare Ideen haben keine Chance.

Gleichzeitig setzt die Stadt klare Leitplanken. Auch im Eilverfahren müssen Bauprojekte zur Entwicklung einer modernen, lebenswerten Stadt beitragen. Grünflächen, klimagerechtes Bauen, gute Mobilität und vor allem ein sozialer Wohnungsmix bleiben Pflicht. Das bedeutet konkret: Ein Teil der neuen Wohnungen muss bezahlbar sein – auch für Menschen mit kleinerem Einkommen.

Besonders hart geht Düsseldorf gegen Spekulation vor. Jeder Bauherr muss einen Vertrag mit der Stadt abschließen und sich verpflichten, innerhalb von 48 Monaten nach Genehmigung zu bauen. Außerdem müssen Investoren sich an den Kosten für Infrastruktur wie Kitas oder Schulen beteiligen. Grundstücke einfach weiterverkaufen, um Gewinne zu machen, ist nur mit Zustimmung der Stadt möglich.

Der Bau-Turbo soll vor allem dort greifen, wo schnell neuer Wohnraum entstehen kann: bei leerstehenden Gebäuden, auf brachliegenden Flächen oder bei Nachverdichtungen. Große und besonders komplexe Projekte bleiben dagegen im normalen Verfahren. Klar ist: Düsseldorf will Tempo machen – aber nicht um jeden Preis. Freuen werden sich die Unternehmen in der Stadt, deren Mitarbeitenden dringend Wohnraum benötigen.

KI als Turbo für Bürokratie: Neues Düsseldorfer Projekt will Prüf-Wahnsinn stoppen!

(cs) Die Zettelberge wachsen, die Vorschriften werden immer komplizierter – und am Ende sitzt ein Mensch stundenlang über technischen Dokumenten. Fehler inklusive. Doch damit soll jetzt Schluss sein!

Seit Januar 2026 läuft das Forschungsprojekt „ChAmp“ – und das hat es in sich: Künstliche Intelligenz soll künftig helfen, komplexe Prüfprozesse schneller, sicherer und einfacher zu machen. Dieses Projekt wird gemacht von dem Düsseldorfer ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. an der Uerdinger Straße in Stockum.

Der große Dokumenten-Frust

Wer technische Software prüft, kennt das Problem: Berge von Unterlagen, vollgepackt mit Fachbegriffen, Normen und Gesetzen. Jeder Satz zählt. Jeder Fehler kann teuer werden. Bisher heißt das: lesen, vergleichen, suchen – oft tagelang.

Genau hier greift ChAmp ein. Moderne KI, sogenannte Sprachmodelle, können riesige Textmengen blitzschnell durchforsten und Zusammenhänge erkennen. Sie helfen Prüfern dabei, relevante Stellen zu finden – und sparen so wertvolle Zeit.

Mensch + Maschine = Dream-Team?

„Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI eröffnet völlig neue Möglichkeiten“, sagt Experte Dr. Tim Jeske. Ziel ist nicht, Menschen zu ersetzen – sondern sie zu entlasten.

Die Idee: Die KI übernimmt die Fleißarbeit, der Mensch trifft die Entscheidungen.

Mehr als nur Technik

Besonders spannend: Es geht nicht nur um Software. Das Projekt schaut sich auch an, wie sich Arbeit verändert. Wie müssen Firmen organisiert sein? Welche Schulungen brauchen Mitarbeiter?

Ein sogenannter „soziotechnischer Ansatz“ soll sicherstellen, dass Technik und Mensch wirklich zusammenpassen.

Industrie macht mit

Auch die Wirtschaft ist an Bord. Firmen wie Sartorius bringen echte Praxisprobleme ein. Denn gerade bei hochpräzisen Messgeräten sind fehlerfreie Dokumentationen Pflicht.

Die Hoffnung: schnellere Prüfungen – bei gleichzeitig höherer Qualität.

Weniger Suchen, mehr Arbeiten

Ein großes Problem heute: Prüfer verbringen enorm viel Zeit damit, Informationen überhaupt erst zu finden. Genau das soll die KI übernehmen.

Experten erwarten: weniger Routinearbeit, mehr Fokus auf das Wesentliche.

Blick in die Zukunft

Das Projekt könnte weit über die Branche hinaus wirken. Überall dort, wo viele Vorschriften gelten – etwa beim neuen europäischen KI-Gesetz – könnte die Technologie helfen.

Wer ist „Düsseldorfer des Jahres“ im Bereich Wirtschaft?

(cs) Im festlichen Rahmen des Ständehaus Düsseldorf hat die Rheinische Post am Abend die „Düsseldorfer des Jahres“ ausgezeichnet. Im Bereich Wirtschaft fiel die Wahl auf Philipp Heltewig – einen Unternehmer, der wie kaum ein anderer für den Aufstieg Düsseldorfs als KI-Standort steht.

Heltewig, deutsch-australischer Gründer mit internationalem Ausbildungshintergrund, hat mit Cognigy ein Unternehmen aufgebaut, das sich auf KI-gestützte Kundenkommunikation spezialisiert hat. Seit der Gründung im Jahr 2016 entwickelte sich das Düsseldorfer Start-up zu einem global beachteten Anbieter für sogenannte Conversational AI – also Systeme, die automatisierte, intelligente Dialoge mit Kunden ermöglichen.

Der bislang größte Meilenstein: die Übernahme durch NiCE Ltd. im Jahr 2025 für rund eine Milliarde US-Dollar – eine der größten KI-Transaktionen Europas. Heute verantwortet Heltewig als Chief AI Officer die strategische Weiterentwicklung des Bereichs und führt das Geschäft von „NiCE Cognigy“ auf globaler Ebene.

Die Auszeichnung würdigt damit nicht nur eine persönliche Erfolgsgeschichte, sondern auch die wachsende Bedeutung Düsseldorfs als Technologiestandort. Mehr als 1.250 Unternehmen weltweit nutzen mittlerweile die Lösungen des Unternehmens – ein Beleg dafür, dass Innovation „made in Düsseldorf“ international konkurrenzfähig ist.

Gesehen wurden heute Abend unter anderem: Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer unseres Flughafens, Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, Dr. Steffen Greubel, Vorstandsvorsitzender der Metro, Bürgermeister Josef Hinkel, Alexander Jobst, Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf, Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Düsseldorfer Arbeitgeberverbände.

Reisewelle mit Ansage: Düsseldorfer Airport vor dem Osteransturm

Lars Redeligx (links), Vorsitzender der Flughafengeschäftsführung und Pradeep Pinakatt, kaufmännischer Geschäftsführer und Arbeitsdirektor des Düsseldorfer Flughafens. Foto: Christoph Sochart

(cs) Mit Beginn der Osterferien in Nordrhein-Westfalen rollt auch am Flughafen Düsseldorf die erste große Reisewelle des Jahres an. Zwischen Ende März und Mitte April erwartet der Airport mehr als eine Million Passagiere – ein deutliches Signal dafür, wie hoch das Bedürfnis nach Urlaub und Auszeiten weiterhin ist.

Rund 7.100 Starts und Landungen sind in diesem Zeitraum geplant, die tägliche Zahl der Fluggäste steigt auf etwa 60.000. Besonders an den ersten beiden Ferienwochenenden dürfte es voll werden: Hier rechnet der Flughafen mit deutlich über 175.000 beziehungsweise 180.000 Reisenden. Damit nähert sich das Verkehrsaufkommen wieder Größenordnungen an, wie sie vor der Pandemie selbstverständlich waren.

Für Flughafen-Geschäftsführer Lars Redeligx ist das mehr als nur eine logistische Herausforderung. Er verweist auf die besondere Rolle des Reisens in unsicheren Zeiten: Der Wunsch nach Erholung und persönlichem Austausch sei trotz globaler Krisen ungebrochen. Tatsächlich wirkt der Ferienverkehr fast wie ein Stimmungsbarometer – zwischen Alltagsbelastung, geopolitischen Spannungen und dem Bedürfnis, zumindest zeitweise auszubrechen.

Ein Blick auf die beliebtesten Ziele zeigt dabei ein vertrautes Bild: Sonne, Strand und klassische Metropolen dominieren. Vor allem Spanien und die Türkei stehen hoch im Kurs, ebenso Griechenland und Italien. Städtereisen führen viele Passagiere nach London, Paris oder Barcelona. Das Muster ist wenig überraschend – aber es wirft auch Fragen auf.

Denn während Flughäfen und Airlines einen reibungslosen Ablauf versprechen, bleibt der Massenreiseverkehr ein sensibles System. Schon kleinere Störungen können in Spitzenzeiten schnell zu Verzögerungen führen. Der Airport betont zwar, man habe Personal und Prozesse gezielt aufgestockt und optimiert. Doch die Erfahrung vergangener Ferienzeiten zeigt: Engpässe lassen sich nie vollständig ausschließen.

Hinzu kommt ein struktureller Aspekt, der im Kontext solcher Rekordzahlen oft untergeht: die zunehmende Belastung von Infrastruktur und Umwelt. Mehr Flüge bedeuten nicht nur mehr Mobilität, sondern auch steigende Emissionen und wachsenden Druck auf Verkehrsnetze rund um den Flughafen. Die Frage, wie nachhaltiges Reisen künftig aussehen kann, wird durch solche Zahlen eher drängender als leiser.

Gleichzeitig zeigt sich eine gewisse Widersprüchlichkeit: Während politische und gesellschaftliche Debatten von Krisen, Unsicherheiten und Transformation geprägt sind, bleibt das Reiseverhalten erstaunlich konstant. Der klassische Urlaubsflug hat offenbar weiterhin Priorität – trotz Klimadebatte und wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Für Reisende selbst rückt dagegen vor allem die praktische Seite in den Fokus. Frühes Erscheinen, gut geplante Anreise und die Nutzung digitaler Services gelten einmal mehr als Schlüssel für einen stressfreien Start in den Urlaub. Der Flughafen hat seine Abläufe entsprechend angepasst, mit frühen Check-in-Zeiten und zusätzlichen Angeboten wie Vorabend-Gepäckaufgabe.

Unterm Strich zeigt sich: Der Düsseldorfer Airport ist bereit für den Ansturm – doch die eigentliche Herausforderung liegt tiefer. Die Osterferien 2026 stehen exemplarisch für eine Gesellschaft, die zwischen Krisenbewusstsein und Konsumverhalten pendelt. Der Wunsch nach Mobilität ist ungebrochen. Die Frage ist nur, wie lange dieses Modell noch widerspruchsfrei funktioniert.

Erholung mit angezogener Handbremse: Warum der Aufschwung fragil bleibt, sagt der Bankenverband

(cs) Die deutsche Wirtschaft scheint 2026 endlich wieder Tritt zu fassen. Nach einer langen Phase der Unsicherheit sprechen viele Indikatoren für eine beginnende Erholung. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Dieser Aufschwung steht auf wackligen Beinen.

Darauf weist auch die aktuelle Frühjahrsprognose des Bundesverband deutscher Banken hin, die heute Mittag der Presse vorgestellt wurde.

Gemeinsam mit Chefvolkswirten privater Banken zeichnet der Verband ein Bild, das Hoffnung und Risiko zugleich vereint. Ein erwartetes Wachstum von rund 1,0 Prozent klingt zunächst solide – ist aber bei näherer Betrachtung eher ein zaghafter Schritt als ein kraftvoller Aufbruch.

Im Zentrum der Unsicherheit steht einmal mehr ein externer Faktor: der Krieg im Nahen Osten. Die geopolitischen Spannungen treiben die Energiepreise – und damit auch die Inflation. Mit prognostizierten 2,6 Prozent in Deutschland bleibt die Teuerung spürbar über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank. Für Verbraucher bedeutet das: steigende Lebenshaltungskosten, für Unternehmen: höhere Produktionskosten.

Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, bringt es auf den Punkt, wenn er betont, dass die wirtschaftliche Perspektive maßgeblich von der Entwicklung der Energiepreise abhängt. Doch genau hier beginnt das Problem: Diese Entwicklung liegt weitgehend außerhalb des politischen Einflussbereichs in Deutschland.

Zwar entwirft der Bankenverband ein Basisszenario, in dem sich die Energiepreise innerhalb weniger Wochen entspannen. Doch wie realistisch ist das angesichts der geopolitischen Lage? Das alternative Risikoszenario wirkt deutlich näher an der Realität: anhaltend hohe Energiepreise, Inflation über 3 Prozent und ein Wachstum, das kaum über die Nulllinie hinauskommt.

Damit wird ein strukturelles Problem sichtbar, das über die aktuelle Krise hinausgeht. Die deutsche Wirtschaft bleibt anfällig für externe Schocks – insbesondere im Energiebereich. Die Abhängigkeit von globalen Entwicklungen wirkt wie ein dauerhafter Bremsklotz für Stabilität und Wachstum.

Vor diesem Hintergrund wirkt auch der Appell an die Politik fast schon routiniert: Reformen, Strukturmaßnahmen, Nutzung der „wahlkampffreien Zeit“. Doch genau solche Forderungen sind seit Jahren zu hören – mit überschaubaren Ergebnissen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Reformen notwendig sind, sondern warum sie bislang nicht konsequent umgesetzt wurden.

Auch die Rolle der Banken verdient eine kritischere Betrachtung. Als Beobachter und Analysten liefern sie wichtige Einschätzungen – doch ihre Prognosen bleiben naturgemäß vorsichtig und oft reaktiv. Eine echte wirtschaftspolitische Vision, die über Szenarien hinausgeht, ist darin selten zu erkennen.

Unterm Strich zeigt sich: Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland ist weniger ein Selbstläufer als vielmehr ein Balanceakt. Zwischen geopolitischen Risiken, strukturellen Schwächen und politischem Reformstau bleibt der Aufschwung fragil. Wer jetzt von einem klaren Neustart spricht, greift zu kurz.

Zwischen Alarmismus und Verantwortung: Was KI wirklich für den Arbeitsmarkt bedeutet

(cs) Die jüngsten Aussagen von unserem Digitalminister Karsten Wildberger zeichnen ein düsteres Bild: Die Industrie als „Jobmaschine“ habe ausgedient, die Arbeitswelt stehe vor dramatischen Umbrüchen durch Künstliche Intelligenz. Solche Worte erzeugen Aufmerksamkeit – doch sind sie auch hilfreich? Gerade von einem Digitalminister darf man mehr erwarten als zugespitzte Warnungen. Ein kommentierender Bericht von CHRISTOPH SOCHART.

Natürlich ist unbestritten: KI verändert den Arbeitsmarkt. Automatisierung ersetzt bereits heute bestimmte Routinetätigkeiten, insbesondere in Verwaltung und Produktion. Doch diese Entwicklung ist weder neu noch überraschend. Technologischer Wandel hat seit jeher Berufe verdrängt und gleichzeitig neue geschaffen. Der entscheidende Punkt ist daher nicht ob sich Arbeit verändert, sondern wie dieser Wandel gestaltet wird.

Und genau hier wirkt die Wortwahl problematisch. Wer das Ende der Industrie als Jobmotor ausruft, riskiert, einseitig Ängste zu schüren – statt Orientierung zu geben. Studien, etwa vom Institut der deutschen Wirtschaft, zeichnen ein differenzierteres Bild: KI ist längst ein Wachstumstreiber. Rund 37 % der Unternehmen setzen sie bereits ein, bei großen Firmen sogar zwei Drittel. Ziel ist vor allem Effizienzsteigerung, Wettbewerbsfähigkeit und nicht zuletzt die Kompensation des Fachkräftemangels.

Noch wichtiger: KI vernichtet Arbeit nicht in großem Stil, sondern verändert sie. Während einfache Tätigkeiten zurückgehen, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften – insbesondere mit digitalen und KI-bezogenen Kompetenzen. Es entstehen neue Berufsbilder, bestehende entwickeln sich weiter. Das ist kein Abgesang auf den Arbeitsmarkt, sondern eine Transformation.

Gerade deshalb ist die Rolle der Politik entscheidend. Ein Digitalminister sollte weniger als Mahner auftreten, sondern vielmehr als Gestalter. Die zentrale Aufgabe besteht darin, Rahmenbedingungen zu schaffen: für Weiterbildung, für Innovation und für die breite Teilhabe am technologischen Fortschritt. Statt allgemeiner Appelle zum „Zusammenraufen“ braucht es konkrete Strategien – etwa für die Qualifizierung von Beschäftigten, die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen oder den Abbau digitaler Hürden.

Denn auch das zeigen die Zahlen: Während große Unternehmen beim KI-Einsatz vorangehen, haben kleinere Betriebe Nachholbedarf. Hier liegt ein enormes Potenzial – aber auch eine politische Verantwortung. Wer von „dramatischen Veränderungen“ spricht, sollte gleichzeitig erklären, wie genau diese aktiv gestaltet werden können.

Am Ende bleibt die Frage: Was nützt eine zugespitzte Diagnose, wenn die Therapie unklar bleibt? Die Arbeitswelt wandelt sich – ja. Aber sie zerbricht nicht. Ein moderner Digitalminister sollte diesen Wandel nicht nur beschreiben, sondern Zuversicht und konkrete Wege aufzeigen. Genau daran fehlt es in der aktuellen Debatte.

HIER GEHT ES ZUM DOSSIER „KÜNSTLICHE INTELLIGENZ“ des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Lesen Sie zu diesem Thema auch: KI als Turbo für Bürokratie: Neues Düsseldorfer Projekt will Prüf-Wahnsinn stoppen!

Hinweis der Redaktion: Dieser Text spiegelt eine persönliche Meinung wieder.

Ein neuer Chef soll das Life Sciences Center in eine gute Zukunft führen

Dr. Thomas Welter Foto: Life Science Center Düsseldorf

(ud) Personalnews aus dem Düsseldorfer Life Sciences Center (DITEC): Dr. Thomas Welfers übernimmt die Leitung als neuer Geschäftsführer.

Das Life Science Center Düsseldorf ist ein wichtiger Bestandteil des Innovations- und Startup-Ökosystems der Landeshauptstadt Düsseldorf. Als Technologie- und Gründerzentrum bietet es jungen Unternehmen aus den Bereichen LifeSciences, Biotechnologie und Medizintechnik optimale Bedingungen, um ihre Ideen zu entwickeln, zu testen und in den Markt zu bringen. Gleichzeitig entstehen hier wertvolle Verbindungen zwischen Startups, etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Investoren.

Mit Dr. Welfers gewinnt das Life Science Center eine Persönlichkeit, die wertvolle Erfahrungen aus Business, Startup und Wissenschaft mitbringt. Diese interdisziplinäre Perspektive ist eine große Bereicherung für die strategische und inhaltliche Weiterentwicklung des Standorts. Seine Expertise an der Schnittstelle von Unternehmertum, Forschung und Innovation wird wichtige Impulse setzen und dazu beitragen, das Profil des Centers weiter zu schärfen.

Der bisherige Geschäftsführer Dr. Thomas Heck verabschiedete sich Ende Februar in den Ruhestand. Dr. Heck war nicht nur von Anfang an dabei, sondern Teil der Ursprungsidee. „Er hat das Konzept mitentwickelt, geschärft und mit großem Engagement umgesetzt. Aus einer ambitionierten Vision ist unter seiner Leitung ein etablierter Innovationsstandort für die Life-Science-Branche entstanden, der heute weit über Düsseldorf hinauswirkt.“, heißt es in einer Information der Wirtschaftsförderung an unsere Redaktion.

Die Wirtschaftsförderung Düsseldorf arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem Life Science Center zusammen, um Gründungen in den Life Sciences zu unterstützen, Innovationen zu fördern und den Austausch innerhalb der Branche zu stärken. Gerade für technologieorientierte Startups ist ein starkes Netzwerk aus Infrastruktur, Expertise und Partnern ein entscheidender Erfolgsfaktor.

ditec-dus.de

Kö-Bogen-Tunnel: Nächtliche Verkehrseinschränkungen

(vp) Für routinemäßige Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten muss der Kö-Bogen-Tunnel in der Zeit von Montagabend, 23. März, bis Freitagmorgen, 27. März 2026, nachts voll gesperrt werden. Gearbeitet wird je von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens.

Die Wartungsarbeiten an den technischen Einrichtungen werden in den Tunnelarmen des Süd-Nord-, Süd-West-, Nord-Süd-, Nord-West- und Nord-Ost-Tunnels sowie im Spindelbauwerk vorgenommen.

Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage Libeskind ist jeweils bis 21 Uhr möglich. Danach kann die Tiefgarage erst wieder ab 5 Uhr verlassen sowie befahren werden. Das gleiche gilt für die Anlieger, die die Tiefgarage des Dreischeibenhauses und die Tiefgarage des KII/Schauspielhauses nutzen. Die Parkhausbetreiber wurden bereits im Vorfeld entsprechend informiert. Besuchern des Schauspielhauses wird dringend empfohlen, mit Bussen oder Bahnen zur Vorstellung anzureisen oder auf andere Parkmöglichkeiten auszuweichen.

Eine Umleitungsempfehlung wird für den Zeitraum ausgeschildert sein. Sie wird über die Maximilian-Weyhe-Allee, Hofgartenrampe, Oederallee in den Rheinufertunnel beziehungsweise über die Jägerhofstraße, Jacobistraße, Tonhallenstraße und Oststraße in die Graf-Adolf-Straße erfolgen. Von Süden aus wird die Führung über die Karl-Rudolf-Straße, Oststraße, Tonhallenstraße und Jacobistraße auf die Jägerhofstraße vorgenommen werden.

Warum ElectronicPartner sein Geschäftsmodell neu erfindet

Der EP:-Vorstand im Journalisten-Gespräch: Matthias Assmann, Patrick van Tent und Greta Ziob. Foto: EP:

(cs) Der Elektronikhandel steht unter Druck – und einer der wichtigsten Player der Branche reagiert jetzt mit einer klaren strategischen Neuausrichtung. Die ElectronicPartner-Gruppe, deren Zentrale sich in Düsseldorf befindet und die Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf ist, will sich neu erfinden: weg vom reinen Produktverkauf, hin zu mehr Marge, mehr Kundennähe und langfristig mehr Zukunftsfähigkeit. Unser Podcast-Team „Düsseldorfer Wirtschaft“/ „GE:wirtschaftet“ sprach mit den Vorständen Matthias Assmann, Patrick van Tent und Greta Ziob. Unsere Online-Redaktion fasst das Gespräch an dieser Stelle zusammen.

Stabil – aber unter Zugzwang

Mit einem Zentralumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro blickt ElectronicPartner auf ein wirtschaftlich solides Jahr 2025 zurück. Der Umsatz blieb im dritten Jahr in Folge stabil, in Deutschland gab es ein leichtes Plus von 1,4 Prozent. Auch europaweit zeigt sich die Gruppe robust, mit Zuwächsen etwa in der Schweiz.

Doch die Botschaft von Finanzvorständin Greta Ziob war eindeutig: Stabilität reicht nicht mehr. „Gezielte Dynamisierung“ lautet das neue Leitmotiv – eine vorsichtige Formulierung für einen tiefgreifenden Wandel.

Der Kunde rückt ins Zentrum

Besonders deutlich wurde das neue Vorstandsmitglied Patrick van Tent. Seine Analyse: Der klassische Verkauf von Elektronikgeräten allein hat keine Zukunft mehr. Die Antwort darauf ist ein Paradigmenwechsel.

Statt den Händler in den Mittelpunkt zu stellen, soll künftig der Kunde die zentrale Rolle spielen. ElectronicPartner will sich zum Anbieter von Komplettlösungen entwickeln – mit stärkerer Kundenbindung, neuen Serviceangeboten und engerer Zusammenarbeit mit Lieferanten.

Das Ziel: höhere Margen für die angeschlossenen Händler und eine stärkere Position im Wettbewerb. Auch die Online-Plattform und das stationäre Markenerlebnis sollen gezielt ausgebaut werden. Marketing wird dabei zum strategischen Treiber, nicht nur zur Begleitmaßnahme.

Wenn der Fernseher plötzlich zu lange hält

Warum dieser Wandel notwendig ist, machte Vorstand Matthias Assmann mit einem einfachen, aber prägnanten Beispiel deutlich: „Der Fernseher hält heute so lange wie eine Waschmaschine.“ Was früher ein regelmäßig nachgefragtes Produkt war, wird zunehmend zur langlebigen Anschaffung.

Gleichzeitig verändern sich Nutzung und Nachfrage grundlegend. Smartphones, Streaming und vernetzte Geräte verdrängen klassische Konsummuster. Für den Fachhandel bedeutet das: Weniger Austauschzyklen, mehr Beratungsbedarf – und neue Geschäftsmodelle.

Assmann setzt dabei nicht auf eine radikale Neuerfindung, sondern auf die Stärken des Netzwerks: Know-how bündeln, Kompetenzen teilen und den Fachhandel gezielt weiterentwickeln.

Unterschiedliche Dynamiken im Portfolio

Ein Blick auf die Marken zeigt, wie heterogen die Entwicklung ist:

  • Die Fachhandelslinie EP: wächst leicht und behauptet sich besser als der Markt
  • Die Großflächenmarke MEDIMAX steht unter Druck und muss sich neu positionieren
  • Das Technologie-Netzwerk comTeam wächst dynamisch – getrieben von Digitalisierung und KI
  • Mit WENDEpunkt erschließt die Gruppe gezielt Zukunftsfelder rund um erneuerbare Energien

Gerade letzteres zeigt, wohin die strategische Reise gehen könnte: weg vom reinen Geräteverkauf, hin zu integrierten Lösungen – von Photovoltaik bis Energiemanagement.

Transformation aus Düsseldorf

Dass dieser Wandel von Düsseldorf ausgeht, ist kein Zufall. Die Stadt ist nicht nur Sitz der Unternehmenszentrale, sondern auch ein bedeutender Standort für mittelständische Netzwerke. Als Mitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf ist ElectronicPartner eng in die regionale Wirtschaft eingebunden – und steht exemplarisch für viele Unternehmen, die sich aktuell neu ausrichten müssen.

Unser Kurz-Kommentar: Der Aufbruch hat begonnen

ElectronicPartner steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe: ein bewährtes Verbundmodell in eine digitale, serviceorientierte Zukunft zu überführen – ohne seine mittelständischen Wurzeln zu verlieren.

Die Richtung ist klar: mehr Zusammenarbeit, mehr Kundenzentrierung, mehr unternehmerischer Mut. Oder, wie es intern formuliert wurde: Stabilität ist kein Selbstzweck. Wer nicht wächst, schrumpft.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus dieser Neuausrichtung tatsächlich ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil entsteht. Klar ist schon jetzt: Der Wandel hat begonnen – und er wird tiefgreifend sein.

„Volle Hütte“ beim Frühjahreskongress von EP: in Neuss. Foto: Christoph Sochart