Reformen mit Verantwortung: Für einen starken und zukunftsfesten Sozialstaat

Ein Sozialstaat, der dauerhaft leistungsfähig und solidarisch bleiben soll, braucht keine kurzfristigen Beruhigungspillen, sondern Mut zu strukturellen Reformen. Der Beitrag von unternehmer nrw bringt diesen wichtigen Punkt klar und überzeugend auf den Punkt: Nachhaltige soziale Sicherheit setzt eine starke, wettbewerbsfähige Wirtschaft voraus. Nur wenn Unternehmen investieren, Arbeitsplätze schaffen und Beschäftigung sichern können, bleibt auch die Finanzierung unseres Sozialstaats langfristig tragfähig. 【www.unternehmer.nrw – „Wer den Sozialstaat erhalten will, muss Mut haben, ihn zu reformieren“](https://www.unternehmer.nrw/newsroom/newsdetails/wer-den-sozialstaat-auf-dauer-erhalten-will-muss-den-mut-haben-ihn-strukturell-zu-reformieren)

Aus Arbeitgebersicht kommt es deshalb darauf an, Reformen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern gemeinsam verantwortungsvoll zu gestalten. Dazu gehören mehr Effizienz, eine faire Verteilung der Verantwortung zwischen Staat, Beitragszahlern und Versicherten sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Unternehmen.

Die aktuellen Diskussionen über die Pflegereform zeigen, wie sensibel und zugleich dringend das Thema ist. Dass Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann zusätzliche Belastungen für die rund vier Millionen pflegenden Angehörigen ausschließen will, ist ein wichtiges und richtiges Signal. Pflege darf nicht allein auf dem Rücken der Familien organisiert werden.

Gleichzeitig muss ehrlich benannt werden, dass die Pflegeversicherung strukturell unterfinanziert ist. Ein Pflegekostendeckel von 1.500 Euro kann für viele Menschen eine Entlastung bedeuten, würde das Grundproblem der steigenden Pflegekosten aber nicht allein lösen. Entscheidend ist deshalb ein tragfähiges Gesamtkonzept, das Pflegebedürftige schützt, Angehörige unterstützt, Fachkräfte gewinnt und die Finanzierung langfristig sichert.

Dass Linnemann die Auseinandersetzung mit der SPD als lösbaren politischen Klärungsprozess einordnet, ist zunächst positiv. Unterschiedliche Positionen gehören zur Demokratie. Wichtig ist aber, dass die Gespräche am Ende zu belastbaren Entscheidungen führen – und nicht dazu, notwendige Reformen auf die lange Bank zu schieben.

Unser Ziel muss ein Sozialstaat sein, der Hilfe verlässlich ermöglicht, Eigenverantwortung stärkt und auch für kommende Generationen finanzierbar bleibt. Dafür braucht es keine ideologischen Fronten, sondern Sachlichkeit, Kompromissbereitschaft und den Mut, Probleme strukturell zu lösen. Als Arbeitgeber stehen wir bereit, diesen notwendigen Reformprozess konstruktiv zu begleiten.

Christoph Sochart

Zwei Tage voller Pioniergeist: Henkel feiert 150 Jahre in Düsseldorf

Von Christoph Sochart

Was für ein Wochenende! Henkel hat sein 150-jähriges Bestehen in Düsseldorf mit einer beeindruckenden Gala und einem großen Mitarbeiterfest gefeiert. Zwei Tage lang standen die Geschichte des Unternehmens, die Menschen hinter dem Erfolg und der Blick in die Zukunft im Mittelpunkt.

Ich habe selten erlebt, dass ein Unternehmensjubiläum so viele Generationen, so viel Energie und so viel Verbundenheit zusammenbringt. Auf dem Henkel-Gelände in Holthausen wurde spürbar, was ein Unternehmen stark macht: Menschen, die gemeinsam arbeiten, Verantwortung übernehmen und über viele Jahre hinweg an einer gemeinsamen Zukunft bauen.

Ein Jubiläum mit besonderer Bedeutung für Düsseldorf

Henkel wurde am 26. September 1876 von Fritz Henkel in Aachen gegründet. Aus der kleinen Waschmittelfabrik entwickelte sich in 150 Jahren ein global tätiges Unternehmen mit rund 50.000 Beschäftigten in mehr als 70 Ländern. Wenige Jahre nach der Gründung verlegte Henkel seinen Sitz nach Düsseldorf – und ist seitdem eng mit unserer Stadt verbunden.

Diese Verbindung war an diesem Wochenende überall zu spüren. Henkel feierte nicht irgendwo, sondern am eigenen Stammsitz. Dort, wo täglich gearbeitet, geforscht, entwickelt und produziert wird, entstand für zwei Tage eine große Festmeile.

Für uns als Unternehmerschaft Düsseldorf war dieses Jubiläum auch deshalb ein besonderer Anlass. Henkel ist nicht nur ein bedeutendes Unternehmen unserer Stadt, sondern auch ein langjähriges Mitgliedsunternehmen der Unternehmerschaft. Und die Verbindung reicht weit zurück: Konrad Henkel hat die Düsseldorfer Unternehmerschaft gegründet. Diese gemeinsame Geschichte verpflichtet – und sie ist ein Grund, mit besonderer Freude auf dieses Jubiläum zu blicken.

Der Auftakt: eine Gala mit starken Gästen

Der Auftakt des Jubiläumswochenendes fand am Freitagabend mit einer festlichen Gala statt. Zu den Gästen gehörten Bundeskanzler Friedrich Merz, NRW-Innenminister Herbert Reul und die stellvertretende Ministerpräsidentin sowie Wirtschaftsministerin Mona Neubaur.

Besonders interessant war die persönliche Verbindung von Friedrich Merz zu Henkel. In seiner Rede berichtete er, dass er selbst einige Monate bei Henkel in Düsseldorf gearbeitet hatte – als junger Referent beim Verband der Chemischen Industrie und im Vorstandssekretariat des damaligen Vorstandsvorsitzenden Helmut Sihler. Dadurch bekam sein Auftritt eine persönliche Note.

Die Gala war ein würdiger Beginn für ein Wochenende, das Tradition und Zukunft miteinander verbinden sollte. Es ging nicht allein um die beeindruckende Zahl 150. Es ging um die Frage, wie aus unternehmerischem Mut, Innovationskraft und Verantwortungsbewusstsein ein Unternehmen entstehen kann, das über Generationen hinweg Bestand hat.

Am Samstag wurde das Werksgelände zur Festivalmeile

Am Samstag, dem 26. September, öffnete Henkel sein Werksgelände für die Mitarbeitenden und ihre Familien. Rund 18.000 Gäste wurden erwartet beziehungsweise kamen zur großen Geburtstagsfeier nach Holthausen. Ein lokaler Nachbericht sprach von etwa 17.000 Besucherinnen und Besuchern, während andere Berichte von mehr als 18.000 Gästen ausgingen. In jedem Fall war die Dimension außergewöhnlich.

Schon die Atmosphäre machte deutlich, dass dieses Fest vor allem den Menschen bei Henkel gewidmet war. Krawatten und Anzüge konnten im Schrank bleiben. Stattdessen dominierten lockere Kleidung, lachende Gesichter, neugierige Kinder und viele Begegnungen zwischen Kolleginnen, Kollegen und Familienangehörigen.

Das Werksgelände war kaum wiederzuerkennen. Aus Produktions- und Arbeitsbereichen war eine bunte Festivalmeile geworden – mit Erlebniswelten, Markenständen, kulinarischen Angeboten und geöffneten Innovationszentren. Die Gäste konnten die unterschiedlichen Unternehmensbereiche kennenlernen und erleben, wie viel Technologie, Forschung und Entwicklung hinter bekannten Produkten und Marken stehen.

Besonders gelungen fand ich die „Memory Lane“. Sie führte durch 150 Jahre Unternehmensgeschichte und machte sichtbar, wie sich Henkel von einem kleinen Waschmittelhersteller zu einem international erfolgreichen Unternehmen entwickelt hat. Geschichte wurde dabei nicht trocken präsentiert, sondern anschaulich, zugänglich und mit vielen Details erzählt.

Drei Bühnen, viele Perspektiven

Das Programm spielte sich auf drei Bühnen ab. Neben der Hauptbühne gab es eine Pioneer Stage und eine eigene Kinderbühne.

Auf der Pioneer Stage wurde über Zukunft, Innovation, Bildung, Sport, Gesellschaft und Kultur gesprochen. Diese Themen passten gut zu einem Unternehmen, das sein Jubiläum nicht nur als Rückblick verstanden hat. Henkel wollte zeigen, dass Pioniergeist auch heute bedeutet, neue Fragen zu stellen und Veränderungen aktiv zu gestalten.

Für Familien gab es eine eigene Kids Area mit Spielbereichen, Workshops sowie Musik, Comedy und Zauberei. Dadurch wurde das Fest zu einem Erlebnis für mehrere Generationen. Eltern konnten sich über die Geschichte und die Zukunft des Unternehmens informieren, während Kinder spielerisch entdecken und ausprobieren konnten.

Auch das kulinarische Angebot trug dazu bei, dass die Gäste den ganzen Tag auf dem Gelände bleiben konnten. Überall gab es Möglichkeiten, zusammenzukommen, sich auszutauschen und zwischendurch eine Pause einzulegen.

Ein musikalischer Höhepunkt mit vielen Überraschungen

Kurz vor 18 Uhr sorgte die Henkel-Firmenband „Red Pack“ für einen ersten großen Höhepunkt. Als die Band „An Tagen wie diesen“ anstimmte, sangen Tausende Menschen mit. Eine Stunde lang brachte die hauseigene Band das Gelände zum Rocken.

Danach folgte ein Konzert, das die Ankündigungen noch übertraf. Johannes Oerding stand nicht allein auf der Bühne. Gemeinsam mit Stefanie Heinzmann, Lea, Nico Santos und Peter Maffay entstand ein außergewöhnliches Konzertprogramm, das unterschiedliche Musikrichtungen und Generationen zusammenbrachte. Die Überraschung über die weiteren Künstler war groß – ebenso wie die Begeisterung des Publikums.

Für mich war das ein passender Abschluss dieses Tages. Nicht, weil ein großer Name allein ein Jubiläum ausmacht. Sondern weil die Musik Menschen unabhängig von Alter, Funktion und Hierarchie zusammengebracht hat. Mitarbeitende, Familien und Gäste feierten gemeinsam – und genau darin lag die besondere Stärke dieses Festes.

Dank an die Mitarbeitenden

Bei der Begrüßung betonten Dr. Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses, sowie CEO Carsten Knobel die zentrale Rolle der Mitarbeitenden.

Simone Bagel-Trah verwies auf die Entwicklung vom kleinen Start-up ihres Ururgroßvaters zu einem globalen Unternehmen. Möglich geworden sei dieser Weg, weil Menschen über Generationen hinweg Verantwortung übernommen und Pioniergeist gezeigt hätten.

Carsten Knobel machte deutlich, dass ein Unternehmen nicht 150 Jahre erfolgreich bleibt, wenn es sich auf seiner Geschichte ausruht. Entscheidend seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Henkel mit ihren Ideen, ihrem Wissen und ihrem Einsatz immer wieder weiterentwickelt hätten. Dieses Jubiläum sei deshalb vor allem ihr Jubiläum.

Diese Botschaft war während des gesamten Wochenendes spürbar. Henkel feierte nicht nur eine Marke, Produkte oder Geschäftszahlen. Henkel feierte die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen.

Die Wertschätzung bleibt dabei nicht auf das Fest beschränkt. Alle Mitarbeitenden erhalten im Jubiläumsjahr in ihrem Geburtsmonat einen zusätzlichen Urlaubstag. Teilnehmende am Mitarbeiteraktienprogramm bekommen einmalig einen Jubiläumszuschlag von 41 Prozent auf ihre persönliche Investition in Henkel-Aktien. Damit verbindet das Unternehmen Anerkennung mit konkreter Beteiligung am Unternehmenserfolg.

Ein Jubiläum mit Blick auf die Zukunft

Besonders wichtig ist, dass Henkel das Jubiläum auch nutzt, um neue Impulse für Düsseldorf und die Gesellschaft zu setzen.

Mit dem Ausbau der Bildungsinitiative „Henkel Forscherwelt“ plant das Unternehmen ein neues Bildungszentrum am Düsseldorfer Hauptsitz. Kinder und Jugendliche sollen dort praktischen Zugang zu Naturwissenschaften und Zukunftstechnologien erhalten. Das Zentrum soll Angebote für Familien, Grundschulen und weiterführende Schulen schaffen und möglichst auch junge Menschen erreichen, die bislang nur eingeschränkten Zugang zu solchen Bildungsangeboten haben.

Die Forscherwelt ist bereits in mehr als 20 Ländern aktiv. Mehr als 130.000 Kinder haben nach Unternehmensangaben an den Angeboten teilgenommen. Bis Ende 2030 sollen vier weitere Forscherwelt-Labore entstehen, ergänzt durch mobile Angebote in sechs weiteren Ländern. Für das Gesamtprojekt investiert Henkel einen zweistelligen Millionenbetrag.

Das ist ein wichtiger Teil des Jubiläums. Denn Zukunft entsteht nicht allein in Laboren und Vorstandsetagen. Zukunft entsteht auch dort, wo Kinder ihre ersten Experimente machen, Fragen stellen und entdecken, dass Naturwissenschaften und Technik etwas mit ihrer eigenen Lebenswelt zu tun haben.

Henkel und die Unternehmerschaft Düsseldorf

Für uns in der Unternehmerschaft Düsseldorf war es besonders schön, viele bekannte Gesichter aus der Henkel-Familie bei diesem Jubiläum zu sehen und die enge Verbindung zu unserem Mitgliedsunternehmen erneut zu erleben.

Henkel-CEO Carsten Knobel war bereits Ehrengast bei unserem „Düsseldorfer Arbeitgebertag“. Mit Dr. Simone Bagel-Trah durften wir bei unserem Format „Unternehmerschaft im Dialog“ im Düsseldorfer Industrieclub über zentrale Fragen von Wirtschaft, Verantwortung und Zukunft sprechen.

Solche Begegnungen zeigen, wie wichtig persönliche Gespräche und verlässliche Netzwerke sind. Sie schaffen Verständnis füreinander und verbinden Unternehmen, Stadtgesellschaft und Institutionen. Beim Henkel-Jubiläum wurde diese Verbindung besonders deutlich: Ein Unternehmen kann international aufgestellt sein und dennoch tief in einer Stadt verwurzelt bleiben.

Mein Fazit: Ein Fest, das nachwirkt

Das Jubiläumswochenende von Henkel war mehr als eine große Geburtstagsparty. Es war eine eindrucksvolle Begegnung mit 150 Jahren Unternehmensgeschichte – und zugleich ein Blick nach vorn.

Ich nehme vor allem drei Eindrücke mit: die große Verbundenheit der Mitarbeitenden, den sichtbaren Stolz auf die gemeinsame Geschichte und den Anspruch, Zukunft nicht einfach abzuwarten, sondern aktiv zu gestalten.

Henkel hat in Düsseldorf gezeigt, wie ein Unternehmensjubiläum aussehen kann: mit Respekt vor der Vergangenheit, mit Wertschätzung für die Menschen der Gegenwart und mit konkreten Ideen für die Zukunft.

Als Unternehmerschaft Düsseldorf gratulieren wir Henkel herzlich zu 150 Jahren unternehmerischen Pioniergeistes. Wir gratulieren einem Unternehmen, das eng mit unserer Stadt verbunden ist, weltweit erfolgreich arbeitet und zugleich Verantwortung vor Ort übernimmt.

150 Jahre Henkel – das war an diesem Wochenende in Düsseldorf nicht nur eine Zahl. Es war ein gemeinsames Erlebnis, ein Zeichen der Verbundenheit und ein kraftvoller Auftakt für die nächsten Kapitel.


Bitte, verpasst nicht unsere Podcast-Episode über Fritz Henkel – überall da, wo es Podcast gibt, zum Beispiel auch hier: klicken!

„Chefs in Town“ 2026 zeigt, was Düsseldorf kulinarisch und unternehmerisch bewegt

Schnappschuss während der Pressekonferenz. Foto: Henning Ross

Von Christoph Sochart

Es gibt Termine, die man sich in Düsseldorf nicht nur im Kalender markieren, sondern eigentlich direkt auf den Teller legen möchte. „Chefs in Town“ gehört zweifellos dazu. Vom 25. bis 27. September wird die Stadt erneut zur Bühne für Gastronomie, Hotellerie und Hospitality – und zu einem Treffpunkt für Menschen, die mit Leidenschaft Gastgeber sind.

Bei der Pressekonferenz im mexikanischen Restaurant Mamacita auf dem METRO Campus wurde deutlich, welche Entwicklung das Festival seit seiner Premiere im Jahr 2024 genommen hat. Aus einer mutigen Idee ist eine der sichtbarsten Brancheninitiativen Deutschlands geworden. Tausende Gäste, mehr als 200 kulinarische Erlebnisse, über 100 teilnehmende Betriebe und mehr als 100 Spitzenköchinnen und -köche: Diese Zahlen beeindrucken. Noch wichtiger ist aber, was hinter ihnen steht – eine Branche, die sich zeigt, vernetzt und gemeinsam nach vorne blickt.


So berichtete die Podcast-Redaktion „Düsseldorfer Wirtschaft“ 2025 über „Chefs in Town“: bitte hier klicken!


Gastronomie ist mehr als gutes Essen

Für uns als Unternehmerschaft Düsseldorf ist „Chefs in Town“ deshalb weit mehr als ein Festival für Genießerinnen und Genießer. Gastronomie ist ein Wirtschaftsfaktor, ein Kulturträger und ein Ort der Begegnung. In Restaurants, Cafés, Bars, Hotels und auf Märkten kommen Menschen miteinander ins Gespräch – unabhängig davon, woher sie kommen oder welchen beruflichen und persönlichen Hintergrund sie haben.

Düsseldorf bringt dafür beste Voraussetzungen mit. Menschen aus mehr als 180 Nationen prägen unsere Stadt. Diese Internationalität findet sich auch in der Gastronomie wieder: vom Food-Truck über das Familienrestaurant bis zum Sternehaus. Rund 1.870 Unternehmen stehen in Düsseldorf für mehr als 1,3 Milliarden Euro Umsatz und über 14.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, Ideen, Arbeitsplätze und Unternehmen, die unsere Stadt jeden Tag ein Stück lebendiger machen.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat bei der Pressekonferenz treffend beschrieben, warum das Festival so gut zu Düsseldorf passt: Die Stadt steht für Vielfalt, Qualität und Gastfreundschaft – und „Chefs in Town“ macht genau diese Stärken weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar.

Gemacht wird „Chefs in Town“ von unserem Mitgliedsunternehmen METRO!

Austausch statt Einzelkämpfertum

Besonders wertvoll ist der Austausch, den das Festival ermöglicht. „Chefs in Town“ bringt lokale Gastgeberinnen und Gastgeber mit nationalen und internationalen Größen der Hospitality-Welt zusammen. Es entstehen Gespräche, neue Ideen und manchmal auch Kooperationen, die über das Festivalwochenende hinaus Wirkung entfalten.

Dr. Steffen Greubel, CEO der METRO AG, bringt den Gedanken auf den Punkt: Die Gastronomie gehöre ins Zentrum unseres gesellschaftlichen Lebens und unserer Aufmerksamkeit. Mit „Chefs in Town“ werde sichtbar, welche Kraft entstehen kann, wenn eine Branche nicht nur über Herausforderungen spricht, sondern gemeinsam Chancen schafft.

Diese Haltung ist gerade in einer Zeit wichtig, in der Gastronomiebetriebe vor großen Aufgaben stehen. Nachwuchsgewinnung, Ausbildung, Fachkräftesicherung, wirtschaftlicher Druck und gesellschaftliche Wertschätzung sind Themen, die nicht an einzelnen Betriebstüren enden. Sie betreffen die gesamte Branche. Formate wie „Chefs in Town“ schaffen Aufmerksamkeit – und sie geben denjenigen eine Bühne, die mit Kreativität, Ausdauer und persönlichem Einsatz dafür sorgen, dass Gastfreundschaft in Düsseldorf täglich erlebbar bleibt.

Mexikanisches Lebensgefühl mitten in Düsseldorf

Ein schönes Beispiel dafür ist das Mamacita auf dem METRO Campus. Nico Buchmann hat das Restaurant im Mai gemeinsam mit seinen beiden Brüdern eröffnet. Für das „Chefs in Town“-Wochenende plant das Team ein Mercadito sowie besondere Aktionen wie Piñata-Workshops.

Das ist mehr als ein zusätzliches Programmpunkt. Es zeigt, wie Gastronomie Kulturen erlebbar macht und Menschen zusammenbringt. Authentische Aromen, neue Rezepte und das Lebensgefühl Mexikos werden dabei nicht abstrakt vermittelt, sondern ganz konkret: bei einem gemeinsamen Essen, im Gespräch und beim Ausprobieren.

Genau diese Verbindung aus Internationalität und lokaler Verwurzelung macht die Düsseldorfer Gastroszene so besonders. Wer bei Mamacita, im Riva oder in einem der vielen weiteren teilnehmenden Betriebe zu Gast ist, erlebt nicht nur ein Gericht, sondern immer auch ein Stück Unternehmergeist und persönliche Geschichte.

Robotik, Service und die Zukunft der Branche

„Chefs in Town“ richtet den Blick zugleich auf die Zukunft. Die Gastronomie verändert sich – durch neue Technologien, veränderte Erwartungen der Gäste und innovative Servicekonzepte. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Trends, sondern die Frage, wie Innovation einen konkreten Nutzen schaffen kann.

Das Festival bietet Raum, solche Entwicklungen zu diskutieren und praktisch zu erleben. Es geht um neue Formen des Arbeitens, um bessere Prozesse und um die Frage, wie Technik Menschen unterstützen kann, ohne die persönliche Seite der Gastfreundschaft zu ersetzen. Denn auch im digitalen Zeitalter bleibt der entscheidende Unterschied oft der menschliche Kontakt.

Die deutsche Spitzenköchin Clara Hunger beschreibt „Chefs in Town“ deshalb als „Klassentreffen der Gastronomie“. Dieses Bild gefällt uns besonders gut: Man trifft bekannte und neue Gesichter, tauscht Erfahrungen aus, entdeckt neue Perspektiven – und spürt, dass eine Branche stärker ist, wenn sie zusammenhält.

Düsseldorf bittet zu Tisch

Wir freuen uns auf ein Wochenende, an dem ganz Düsseldorf den Menschen in der Gastronomie seine Aufmerksamkeit schenkt. Auf neue Geschmackserlebnisse, überraschende Begegnungen und viele Gespräche. Vor allem aber freuen wir uns auf die Geschichten hinter den Betrieben: auf Gründerinnen und Gründer, Familienunternehmen, junge Talente, erfahrene Gastgeberinnen und Gastgeber sowie auf alle, die mit ihrer Arbeit unsere Stadt prägen.

Direkt im Anschluss geht der Austausch weiter. Vom 28. bis 29. September findet in den Böhler Werken zum dritten Mal die Rolling Pin.Convention statt. Mit Jamie Oliver als prominentem Stargast, zahlreichen Bühnen, Kochdemonstrationen, Masterclasses und Fachvorträgen werden rund 10.000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher erwartet.

Damit wird Düsseldorf für mehrere Tage zum Zentrum der deutschsprachigen Gastronomie- und Hospitality-Szene. „Chefs in Town“ und die Rolling Pin.Convention zeigen gemeinsam: Die Zukunft der Branche entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen, ihr Wissen teilen und sich gegenseitig inspirieren.

Düsseldorf bittet zu Tisch. Und wir finden: Es wäre schade, diese Einladung auszuschlagen.

Weitere Informationen zu „Chefs in Town“ und zum Programm gibt es auf der Website der Veranstalter.

150 Jahre Henkel: Ein Jubiläum für Menschen, Mut und Düsseldorf

Dr. Simone Bagel-Trah Foto: HENKEL

Von Christoph Sochart

150 Jahre Unternehmensgeschichte sind weit mehr als eine beeindruckende Zahl. Sie erzählen von Mut, Veränderungsbereitschaft, Verantwortung und vor allem von den Menschen, die ein Unternehmen über Generationen hinweg prägen. Henkel feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen – und macht dabei deutlich: Dieses Jubiläum gehört vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Am Samstag, 26. September 2026, wird der Düsseldorfer Hauptsitz zum Mittelpunkt eines großen Familienfestes. Rund 18.000 Henkel-Mitarbeitende und ihre Angehörigen werden zu einem Festival auf dem Werksgelände erwartet. Mitarbeiterfeste an den weltweiten Standorten ergänzen die Feierlichkeiten. Damit wird aus dem Jubiläum ein globales Ereignis, das die internationale Gemeinschaft der Henkelaner sichtbar macht.

Für Düsseldorf ist dieses Jubiläum von besonderer Bedeutung. Henkel ist nicht nur eines der bekanntesten Unternehmen unserer Stadt, sondern auch ein prägender Teil ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Als Unternehmensmitglied der Unternehmerschaft Düsseldorf verbindet uns eine langjährige und enge Zusammenarbeit.

Von Aachen nach Düsseldorf – und in die Welt

Die Geschichte von Henkel begann am 26. September 1876 in Aachen. Fritz Henkel gründete dort eine kleine Waschmittelfabrik. Wenige Jahre später verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Düsseldorf. Aus dem Start-up des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ein global tätiges Unternehmen mit heute rund 50.000 Beschäftigten in mehr als 70 Ländern.


Die Geschichte von Fritz Henkel haben wir in unserer 201. Podcastfolge vertont: Hier bitte klicken!


Marken wie Persil und Schwarzkopf sind vielen Menschen seit Jahrzehnten vertraut. Mit dem Unternehmensbereich Adhesive Technologies ist Henkel zudem weltweit führend bei Kleben, Dichten und Beschichten. Diese Entwicklung zeigt, wie sehr unternehmerischer Pioniergeist, Innovationskraft und die Bereitschaft zur Veränderung zusammengehören.

Dass Henkel heute auf 150 Jahre erfolgreiche Entwicklung zurückblicken kann, ist keineswegs selbstverständlich. Märkte, Technologien und gesellschaftliche Erwartungen haben sich immer wieder verändert. Henkel hat diese Veränderungen angenommen und daraus neue Chancen entwickelt.

Dr. Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses von Henkel, bringt diesen Gedanken treffend auf den Punkt. Ihr Ururgroßvater hätte sich vor 150 Jahren vermutlich nicht vorstellen können, dass einmal rund 50.000 Henkelanerinnen und Henkelaner auf allen Kontinenten ein solches Jubiläum feiern würden. Möglich geworden sei diese Entwicklung durch Menschen, die über Generationen hinweg Verantwortung übernommen und Pioniergeist gezeigt hätten.

Ein Fest für die Menschen hinter dem Erfolg

Das große Festival am Düsseldorfer Hauptsitz stellt genau diese Menschen in den Mittelpunkt. Auf dem Werksgelände entstehen interaktive Erlebniswelten, Markenstände und geöffnete Innovationszentren. Die Besucherinnen und Besucher können dort die Unternehmensbereiche, Produkte und Technologien kennenlernen.

Eine „Memory Lane“ nimmt die Gäste mit auf eine Reise durch 150 Jahre Henkel-Geschichte. Sie macht sichtbar, wie aus einem kleinen Waschmittelhersteller ein international erfolgreiches Unternehmen geworden ist. Kulinarische Angebote, Musik und zahlreiche Mitmachaktionen sorgen dafür, dass das Jubiläum zu einem gemeinsamen Erlebnis für mehrere Generationen wird.

Auf drei Bühnen gibt es Musik, Live-Talks und Gespräche mit bekannten Gästen aus Sport, Wirtschaft und Gesellschaft. Für Familien wird eine eigene Kids Area eingerichtet – mit Spielbereichen, Workshops sowie einer Kinderbühne mit Musik, Comedy und Zauberei.

Der musikalische Höhepunkt des Tages ist ein eigens für das Jubiläum konzipiertes Konzert. Nach dem Auftritt der Henkel-Firmenband „Red Pack“ wird Johannes Oerding ein zweieinhalbstündiges Konzert geben. Weitere Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Genres und Generationen sollen bis zum Abend eine Überraschung bleiben.

CEO Carsten Knobel bei der Unternehmerschaft Düsseldorf; Foto: Frank Wiedemeier

Henkel und die Unternehmerschaft Düsseldorf

Die Verbindung zwischen Henkel und der Unternehmerschaft Düsseldorf reicht weit zurück. Konrad Henkel hat die Düsseldorfer Unternehmerschaft gegründet. Diese historische Verbindung ist für uns ein wichtiger Teil unserer eigenen Geschichte und unseres Selbstverständnisses.

Bis heute ist Henkel als Unternehmensmitglied eng mit der Unternehmerschaft Düsseldorf verbunden. Wir verstehen uns als Netzwerk, das Unternehmen zusammenbringt, den Austausch fördert und die Bedeutung von Unternehmertum für unsere Stadt sichtbar macht.

Besonders gefreut haben wir uns deshalb, dass Henkel-CEO Carsten Knobel Ehrengast bei unserem „Düsseldorfer Arbeitgebertag“ war. Der Austausch über wirtschaftliche Entwicklungen, Führung, Innovation und die Zukunft des Standorts Düsseldorf hat gezeigt, wie wichtig starke Persönlichkeiten und verlässliche Netzwerke gerade in Zeiten großer Veränderungen sind.

Auch Dr. Simone Bagel-Trah war bereits zu Gast bei unserem Format „Unternehmerschaft im Dialog“ im Düsseldorfer Industrieclub. Solche Begegnungen leben von Offenheit, gegenseitigem Respekt und dem Willen, über die großen Fragen unserer Zeit miteinander ins Gespräch zu kommen. Henkel steht dabei für eine Unternehmenskultur, die Tradition und Zukunft miteinander verbindet.

Anerkennung für Mitarbeitende

Henkel beschränkt die Wertschätzung für seine Beschäftigten nicht auf die Jubiläumsfeierlichkeiten. Im Jubiläumsjahr erhalten alle Mitarbeitenden in ihrem Geburtsmonat einen zusätzlichen Urlaubstag. Zudem bekommen Teilnehmende am Mitarbeiteraktienprogramm einmalig einen Jubiläumszuschlag von 41 Prozent auf ihre persönliche Investition in Henkel-Aktien.

Damit macht das Unternehmen deutlich, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur Gäste des Jubiläums sind. Sie sind Teilhaberinnen und Teilhaber der gemeinsamen Entwicklung und sollen am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden.

Henkel-CEO Carsten Knobel betont zu Recht, dass ein 150-jähriger Unternehmenserfolg keine Selbstverständlichkeit ist. Entscheidend seien die Menschen, die mit ihren Ideen, ihrem Wissen und ihrem Einsatz dazu beigetragen hätten, Henkel immer wieder weiterzuentwickeln. Dieses Jubiläum sei deshalb vor allem ihr Jubiläum.

Diese Haltung verdient Anerkennung. Denn moderne Unternehmensführung zeigt sich nicht allein in Kennzahlen und Marktpositionen. Sie zeigt sich auch darin, ob ein Unternehmen seine Beschäftigten wahrnimmt, ihnen vertraut und ihren Beitrag sichtbar würdigt.

Investition in die nächste Generation

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Jubiläums ist der Ausbau der Bildungsinitiative „Henkel Forscherwelt“. Seit mehr als 15 Jahren begeistert Henkel Kinder für Naturwissenschaften und Zukunftstechnologien. Bereits mehr als 130.000 Kinder haben weltweit an den Angeboten teilgenommen. Die Initiative ist heute in mehr als 20 Ländern aktiv.

Am Düsseldorfer Hauptsitz soll ein neues, deutlich erweitertes Bildungszentrum entstehen. Kinder und Jugendliche sollen dort praktisch experimentieren, forschen und moderne Technologien kennenlernen können. Das Zentrum wird Angebote für Familien, Grundschulen und weiterführende Schulen schaffen und die Bildungslandschaft unserer Stadt sinnvoll ergänzen.

Besonders wichtig ist der Anspruch, auch Kinder und Jugendliche zu erreichen, die bislang nur eingeschränkten Zugang zu solchen Angeboten haben. Bildung, Neugier und Zukunftschancen dürfen nicht von der Herkunft oder vom Geldbeutel der Familie abhängen.

Bis Ende 2030 sollen neben dem Düsseldorfer Zentrum vier weitere Forscherwelt-Labore weltweit entstehen. Zusätzlich sind mobile Angebote in sechs weiteren Ländern geplant. Für dieses Gesamtprojekt investiert Henkel in den kommenden Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag.

Das ist ein starkes Signal. Unternehmen übernehmen Verantwortung nicht nur dann, wenn sie Arbeitsplätze schaffen oder Innovationen entwickeln. Sie übernehmen Verantwortung auch dann, wenn sie Kindern Räume eröffnen, in denen diese ihre eigenen Talente entdecken können.

Tradition verpflichtet – und gibt Orientierung

Die 150-jährige Geschichte von Henkel ist inzwischen auch wissenschaftlich umfassend aufgearbeitet worden. Die Studie „Henkel – Vom Waschmittelhersteller zum Weltunternehmen“ von Prof. Dr. Joachim Scholtyseck beleuchtet die Entwicklung des Unternehmens von der Gründung bis in die Gegenwart. Das Buch wurde im vergangenen Jahr im Düsseldorfer Industrieclub vorgestellt und von einem Panel renommierter Historiker eingeordnet.

Solche Rückblicke sind wertvoll, weil sie Geschichte nicht als abgeschlossene Vergangenheit verstehen. Sie zeigen, woher ein Unternehmen kommt – und helfen dabei, die richtigen Fragen für die Zukunft zu stellen.

Henkel hat bewiesen, dass Tradition und Innovation keine Gegensätze sein müssen. Im Gegenteil: Wer seine Wurzeln kennt, kann Veränderungen selbstbewusst gestalten. Aus dem Erbe entsteht dann kein Stillstand, sondern Orientierung.

Ein Grund zur Freude für Düsseldorf

Das 150-jährige Jubiläum von Henkel ist ein Grund zur Freude – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihre Familien, das Unternehmen und den Standort Düsseldorf.

Es ist ein Fest der Geschichte, aber auch ein Fest der Zukunft. Es würdigt die Menschen, die Henkel geprägt haben, und blickt zugleich auf die nächste Generation. Es zeigt, wie ein international erfolgreiches Unternehmen Verantwortung für seine Beschäftigten, seinen Standort und die Gesellschaft übernehmen kann.

Als Unternehmerschaft Düsseldorf gratulieren wir Henkel sehr herzlich zum 150-jährigen Bestehen. Wir gratulieren einem Unternehmen, das eng mit Düsseldorf verbunden ist, unsere Stadt international sichtbar macht und seit vielen Jahrzehnten für Innovation, Verlässlichkeit und unternehmerischen Mut steht.

Dr. Steffen Greubel: Ein CEO, der den Großhandel sichtbar gemacht hat – und was Instagram damit zu tun hat

Dr. Steffen Greubel. Screenshot: Instagram

Von Christoph Sochart

Es gibt Nachrichten aus der Wirtschaft, die sachlich klingen und dennoch mehr auslösen. Die Nachricht, dass Dr. Steffen Greubel den Vorstandsvorsitz der METRO AG zum 30. September 2026 auf eigenen Wunsch abgibt, gehört für mich dazu.

Greubel hat den Aufsichtsrat um die Aufhebung seines eigentlich bis Ende 2030 laufenden Vertrags gebeten. Als Grund nannte er unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des Konzerns. Nach fünf Jahren erfolgreicher Transformation beginne für METRO nun eine neue Phase, erklärte Greubel. Diese neue Phase solle von einer Führung gestaltet werden, die sie von Beginn an verantworte.

Vom 1. Oktober an übernimmt Finanzvorstand Eric Riegger zusätzlich den Vorstandsvorsitz. Riegger gehört dem METRO-Vorstand seit 2024 an und verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen Handel – unter anderem bei Lidl und Aldi USA. Der Aufsichtsratsvorsitzende Roman Šilha würdigte Greubels Leistung und erklärte, er habe METRO neu aufgestellt und eine Kultur geprägt, in der Kundennähe, Vertriebsdynamik, Tempo und unternehmerisches Denken wieder selbstverständlich seien.

Dr. Steffen Greubel (rechts) bei „Unternehmerschaft im Dialog“ mit der damaligen Vorsitzenden Jutta Zülow und Hauptgeschäftsführer Michael Grütering. Foto: Christoph Sochart

Ein Gespräch, an das ich mich gerne erinnere

Ich verbinde Dr. Steffen Greubel nicht nur mit der METRO-Transformation, sondern auch mit einem persönlichen Gespräch in unserem Netzwerk. Vor einigen Jahren war er – zu einer Zeit, als Jutta Zülow noch Vorsitzende der Unternehmerschaft war – Gast der Unternehmerschaft Düsseldorf bei unserem Format „Unternehmerschaft im Dialog“.

Greubel berichtete damals sehr offen über seine Arbeit bei METRO, über Transformation, Wachstum und die Herausforderungen des Handels. Er ließ keine Frage unbeantwortet. Diese Offenheit ist mir in Erinnerung geblieben, weil sie in Gesprächen mit Spitzenmanagern nicht immer selbstverständlich ist.

Wir sprachen über das Wachstumsprogramm „sCore“, über die stärkere Ausrichtung von METRO auf den Multikanal-Großhandel, über das Belieferungsgeschäft und über die schwierige Situation der Gastronomie. Greubel erklärte auch, warum er die Digitalisierung des Geschäfts vorantreiben, die Vertriebsmannschaft stärken und METRO als umfassenden Partner für Gastronominnen und Gastronomen weiterentwickeln wollte. Unser damaliger Beitrag fasste das Gespräch und die Berichterstattung der Rheinischen Post zusammen: METRO Deutschland: Gespräch mit Dr. Steffen Greubel über Transformation, Wachstum und Herausforderungen.

Transformation mit einem klaren Kundenfokus

Was Greubels Zeit bei METRO geprägt hat, war die Verbindung von strategischem Umbau und unmittelbarer Nähe zu den Kundinnen und Kunden. METRO wollte sich stärker als Multikanal-Großhändler für Gastronomie und Lebensmittelhandel positionieren. Das bedeutete: Märkte, Belieferung, digitale Angebote und weitere Dienstleistungen sollten stärker zusammenspielen.

Im damaligen Gespräch beschrieb Greubel das Belieferungsgeschäft als einen wichtigen Wachstumstreiber. Die METRO-Märkte sollten zugleich stärker als Logistik- und Transportzentren genutzt werden. Investitionen in diesen Umbau, ein wachsendes digitales Angebot und die engere Zusammenarbeit mit Gastronomiebetrieben gehörten zu den Bausteinen der Strategie.

Auch die Gastronomie selbst war für Greubel mehr als eine Kundengruppe. Während der Pandemie setzte sich METRO öffentlich für die Interessen der Branche ein und unterstützte Aktionen von Gastronomie-Initiativen. Greubel verwies darauf, dass Restaurants und Hotels nicht nur Orte der Versorgung seien, sondern auch Räume für Begegnung, Erlebnis und gesellschaftliches Miteinander.

Diese Perspektive war bemerkenswert. Sie zeigte, dass ein Handelskonzern seine Rolle nicht nur über Umsatz und Sortiment definieren kann, sondern auch über die Frage, welchen Beitrag er für seine Kunden und deren Branchen leistet.

Der CEO unterwegs an der Basis

Besonders eindrucksvoll war Greubels Anspruch, ein Unternehmen nicht allein aus Vorstandsbüros heraus zu führen. In einem Interview schilderte er, dass er sich an der Basis mit METRO vertraut machen wolle: im Gespräch mit Beschäftigten und Kunden, am Regal, im Auto oder im Depot. Dafür besuchte er METRO-Standorte in Spanien, Italien, Frankreich, Österreich, Tschechien und der Slowakei.

Diese Haltung ist auch in seiner öffentlichen Kommunikation sichtbar geworden. Greubel hat Instagram nicht als klassischen Verkündungskanal genutzt, sondern als Blick in seinen beruflichen Alltag. Sein Profil beschreibt die Themenfelder Gastronomie, Lebensmittelgroßhandel, Sport, Digitalisierung und Wachstum. Die öffentlich dokumentierten Beiträge zeigen ihn bei Besuchen von METRO-Standorten, beim Testen von Essen und im Austausch mit Menschen aus dem Geschäft.

Darüber hinaus gehören auch persönliche und sportliche Eindrücke zu seiner Instagram-Kommunikation: dokumentiert sind Auftritte im Sport, sein Einsatz als Fackelträger bei den Olympischen Spielen und sogar ein Video, in dem er einen großen Fisch präsentiert. Das Fachmagazin KOM beschrieb Greubels Instagram-Kommunikation als regelmäßige Videos aus seinem beruflichen Alltag – vom Besuch internationaler METRO-Standorte bis zum Essenstest, Sport und solchen persönlichen Momenten.

Das ist keine vollständige Auflistung jedes einzelnen Beitrags. Aber die öffentlich dokumentierten Beispiele zeigen ein klares Muster: Greubel wollte METRO, seine Kunden, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Welt der Gastronomie sichtbar machen. Nicht nur in Präsentationen, sondern in konkreten Begegnungen.

Kommunikation als Teil von Führung

Greubels Instagram-Auftritt war damit mehr als persönliche Selbstdarstellung. Er wurde zu einem Teil der CEO-Kommunikation von METRO. Der Kanal verband strategische Themen mit Alltagssituationen: Großhandel und Gastronomie, Kundennähe und Internationalität, Digitalisierung und persönliches Erleben.

Das kann man unterschiedlich bewerten. Für mich lag darin vor allem ein Versuch, ein großes Unternehmen zugänglich zu machen. Ein internationaler Konzern wird verständlicher, wenn Menschen sehen, wo gearbeitet wird, mit wem gesprochen wird und welche Kunden im Mittelpunkt stehen.

Gerade die Gastronomie lebt von Menschen, von Leidenschaft und von Begegnungen. Wer für diese Branche arbeitet, muss ihre Realität kennen. Greubel hat diesen Anspruch öffentlich gezeigt – bei Besuchen in Märkten und Depots, in Gesprächen mit Kunden und in der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Branche.

Eine neue Phase für METRO

Nun beginnt für METRO eine neue Phase. Der Wechsel an der Spitze kommt überraschend, weil Greubels Vertrag ursprünglich noch bis Ende 2030 laufen sollte. Gleichzeitig lässt sich die von ihm angestoßene Transformation nicht mit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand aus der Welt schaffen.

Die Themen bleiben: Wie entwickelt sich der Lebensmittelgroßhandel weiter? Wie lassen sich stationäre Märkte, Belieferung und digitale Lösungen sinnvoll verbinden? Wie kann METRO Gastronomiebetriebe in einem schwierigen Umfeld unterstützen? Und wie gelingt profitables Wachstum in einem internationalen, wettbewerbsintensiven Geschäft?

Eric Riegger übernimmt den Vorstandsvorsitz zusätzlich zu seiner Verantwortung als Finanzvorstand. Der Aufsichtsrat hebt dabei seine Erfahrung in Kosteneffizienz und Profitabilität sowie seine operative Handelserfahrung hervor. METRO AG

Mein persönlicher Rückblick

Dr. Steffen Greubel hat METRO in einer Zeit geführt, in der der Handel, die Gastronomie und internationale Lieferketten vor erheblichen Herausforderungen standen. Er hat den Konzern durch einen tiefgreifenden Veränderungsprozess geführt, den Kundenfokus betont und die Rolle von Belieferung und Digitalisierung gestärkt.

Was mir persönlich bleibt, ist aber nicht nur die Strategie. Es ist auch die Erinnerung an einen Manager, der sich in einem offenen Gespräch den Fragen gestellt hat – klar, zugewandt und ohne auszuweichen. Und es ist das Bild eines CEOs, der sichtbar unterwegs war: in Märkten, bei Kunden, bei Beschäftigten, bei gastronomischen Partnern und in den Ländern, in denen METRO tätig ist.

Sein Instagram-Auftritt hat diese Seite seiner Arbeit ergänzt. Er zeigte nicht nur fertige Ergebnisse, sondern auch Eindrücke vom Unterwegssein, vom Zuhören und vom Erleben.

ME-Tarifrunde 2026: Die Industrie braucht jetzt einen realistischen Kurs

Arnd Kirchhoff Foto: METALL NRW

Von Christoph Sochart

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die Forderung der IG Metall NRW nach Einkommensverbesserungen von fünf Prozent als „eindeutig zu hoch und völlig unrealistisch“ zurückgewiesen. Aus Sicht von METALL NRW wird die anstehende Tarifrunde 2026 unter Bedingungen geführt, die sich grundlegend von vielen früheren Verhandlungen unterscheiden.

Die Metall- und Elektroindustrie befindet sich nach Einschätzung des Verbandes in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Es geht deshalb nicht nur um die Höhe eines Tarifabschlusses. Es geht um die Zukunft industrieller Wertschöpfung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und um die Frage, wie Beschäftigung in Nordrhein-Westfalen gesichert werden kann.

Produktion und Beschäftigung deutlich zurückgegangen

METALL-NRW-Präsident Arndt G. Kirchhoff verwies auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: Seit 2018 ist die Produktion der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie um 27 Prozent zurückgegangen. Die Beschäftigung ist im selben Zeitraum um zehn Prozent gesunken.

Der Personalabbau droht sich weiter zu beschleunigen. Mittlerweile verliert der größte Industriezweig des Landes nach Angaben von METALL NRW Monat für Monat rund 2.500 Arbeitsplätze.

Diese Zahlen zeigen, dass die aktuelle Situation nicht allein mit konjunkturellen Schwankungen erklärt werden kann. Viele Unternehmen stehen vor tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen. Geschäftsmodelle verändern sich, internationale Wettbewerber gewinnen an Stärke und die Kosten am deutschen Industriestandort sind erheblich gestiegen.

Kirchhoff spricht deshalb von einer fortschreitenden De-Industrialisierung in nahezu allen Metall- und Elektrobranchen Nordrhein-Westfalens. Seine Schlussfolgerung ist eindeutig: „Deshalb ist die Tarifrunde 2026 auch keine Tarifrunde wie viele andere zuvor.“

Hoher Kostendruck belastet die Unternehmen

Ein wesentlicher Kostenfaktor sind die Arbeitskosten. Nach Angaben von METALL NRW liegt der Lohnkostenanteil am Umsatz – je nach Betrieb und Branche – im Mittel zwischen 20 und 30 Prozent.

Diese Werte sind insbesondere für arbeitsintensive Unternehmen und viele Zulieferer von Bedeutung. Sie stehen nicht nur im Wettbewerb mit anderen deutschen oder europäischen Standorten, sondern mit Unternehmen auf der ganzen Welt. Wenn Kosten dauerhaft schneller steigen als Produktivität und Nachfrage, geraten Investitionen und Arbeitsplätze unter Druck.

Arndt G. Kirchhoff betont daher, die hohen Arbeitskosten seien eine wesentliche Ursache für die massive Wettbewerbsschwäche der Unternehmen am Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Als Tarifvertragsparteien müssten Arbeitgeber und Gewerkschaften ihren Beitrag dazu leisten, den erheblichen Kostendruck zu senken.

Das ist keine Absage an faire und verlässliche Einkommen. Es ist vielmehr der Hinweis, dass Tarifpolitik immer auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Unternehmen berücksichtigen muss. Ein Tarifabschluss, der einzelne Betriebe überfordert, gefährdet am Ende genau jene Arbeitsplätze, die er eigentlich absichern soll.

Fünf Prozent passen nicht zur wirtschaftlichen Realität

Vor diesem Hintergrund hält METALL NRW die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Einkommen für nicht umsetzbar. Eine auch nur annähernde Umsetzung würde nach Einschätzung des Verbandes den bereits beschleunigten Personalabbau weiter verschärfen.

Die Arbeitgeber stehen damit vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen qualifizierte Beschäftigte gewinnen und halten, gleichzeitig aber ihre Kosten im internationalen Wettbewerb unter Kontrolle bringen. Gerade in einer Strukturkrise können pauschale Lösungen zu kurz greifen.

Die wirtschaftliche Lage ist zudem nicht in allen Unternehmen und Branchen gleich. Es gibt Betriebe mit stabiler Auslastung und guten Perspektiven. Andere kämpfen mit Auftragseinbrüchen, hohen Energiepreisen, steigender Bürokratie, Investitionszurückhaltung und einem wachsenden Verlagerungsdruck.

Tarifpolitische Lösungen müssen diese Unterschiede berücksichtigen. Was für ein wirtschaftlich starkes Unternehmen tragfähig sein kann, kann für einen mittelständischen Zulieferer bereits zu einer existenziellen Belastung werden.

Zukunft des Flächentarifs steht auf dem Prüfstand

Die Tarifrunde 2026 ist nach Einschätzung von METALL NRW auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie über die Akzeptanz und damit über die Zukunft des Flächentarifvertrags mitentscheiden kann.

Der Flächentarif bietet grundsätzlich wichtige Vorteile: Er schafft verlässliche Rahmenbedingungen, verhindert einen Wettbewerb über schlechtere Arbeitsbedingungen und erleichtert Unternehmen wie Beschäftigten die Planung. Damit dieses Modell dauerhaft funktioniert, muss es jedoch wirtschaftlich anschlussfähig bleiben.

Wenn Tarifabschlüsse die Realität der Unternehmen dauerhaft ignorieren, drohen Ausweichbewegungen. Unternehmen könnten stärker auf individuelle Regelungen setzen, tarifgebundene Strukturen verlassen oder Investitionen an andere Standorte verlagern. Das wäre weder im Interesse der Arbeitgeber noch der Beschäftigten.

Die IG Metall müsse sich dieser Verantwortung bewusst sein, betont Kirchhoff. Die Mitgliedsunternehmen von METALL NRW blickten sehr angespannt auf die Tarifverhandlungen und erwarteten einen Abschluss, der die richtigen tarifpolitischen Antworten auf die strukturelle Industriekrise gibt.

Re-Industrialisierung muss gemeinsames Ziel sein

Die Tarifparteien stehen deshalb vor einer gemeinsamen Aufgabe. Ihr Ziel sollte nicht darin bestehen, kurzfristig möglichst viel für die jeweils eigene Seite durchzusetzen. Entscheidend ist vielmehr, wie industrielle Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen gehalten und wieder ausgebaut werden kann.

„Gemeinsames Ziel von Gewerkschaften und Arbeitgebern muss eine Re-Industrialisierung unseres Landes und der Stopp des Abbaus von Arbeitsplätzen sein“, erklärt Arndt G. Kirchhoff.

Eine solche Re-Industrialisierung braucht mehrere Voraussetzungen:

  • wettbewerbsfähige Energie- und Arbeitskosten,
  • mehr Investitions- und Planungssicherheit,
  • schnellere Genehmigungsverfahren,
  • weniger bürokratische Belastungen,
  • verlässliche politische Rahmenbedingungen,
  • eine moderne und flexible Tarifpolitik,
  • sowie die Bereitschaft, in Qualifizierung und Innovation zu investieren.

Tarifpolitik kann nicht alle Standortprobleme lösen. Sie kann aber dazu beitragen, den Unternehmen Luft für Investitionen zu verschaffen und Beschäftigung zu sichern. Gerade in einer tiefgreifenden Transformation ist Flexibilität ein wichtiger Faktor.

Verantwortung auf beiden Seiten

Die Arbeitgeber wissen, dass Beschäftigte in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten berechtigte Erwartungen haben. Ebenso klar ist aber: Tarifpolitik muss sich an dem orientieren, was Unternehmen dauerhaft erwirtschaften können. Werden die Kostenstrukturen weiter verschärft, ohne die Produktivität und die Nachfrage zu berücksichtigen, steigt der Druck auf Arbeitsplätze und Standorte.

Die bevorstehenden Verhandlungen sollten deshalb von Verantwortungsbewusstsein und Realismus geprägt sein. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen die schwierige Lage offen benennen und gemeinsam nach Lösungen suchen, die auch über den Tarifabschluss hinaus Bestand haben.

Diese Tarifrunde braucht Augenmaß

Die Forderung nach fünf Prozent mehr Einkommen ist aus Sicht von METALL NRW angesichts der aktuellen Lage nicht realistisch. Die Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalens befindet sich in einer historischen Strukturkrise. Produktion und Beschäftigung sind seit 2018 deutlich zurückgegangen, während viele Unternehmen mit hohen Kosten und wachsendem internationalem Wettbewerbsdruck kämpfen.

Die Tarifrunde 2026 ist daher tatsächlich keine Tarifrunde wie viele andere zuvor. Sie ist eine Bewährungsprobe für die Sozialpartnerschaft und für die Zukunft des Flächentarifs.

Ein guter Tarifabschluss muss fair, aber auch wirtschaftlich tragfähig sein. Er muss die Beschäftigten berücksichtigen, ohne die Unternehmen weiter zu überfordern. Vor allem aber muss er dazu beitragen, Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen zu sichern und den Weg für neue Investitionen zu öffnen.

Die Industrie braucht jetzt keinen weiteren Kostenschub, sondern einen realistischen Kurs für Beschäftigung, Investitionen und Re-Industrialisierung.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags sind die vorliegenden Informationen von METALL NRW zur Tarifrunde 2026 und zur Forderung der IG Metall NRW.

Bürokratie: Das größte Standortproblem liegt auf dem Tisch – Was eine neue ifo-Umfrage für Unternehmen in Düsseldorf bedeutet

Von Christoph Sochart

Eigentlich wissen wir das alles schon. Die Betriebe in Düsseldorf berichten uns tagtäglich davon. Doch nun haben wir es erneut schwarz auf weiß: Bürokratie und Regulierung sind für die Hälfte der deutschen Unternehmen das größte Problem des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung der ifo Konjunkturumfrage. Im Juli 2026 wurden Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen gefragt, welche derzeit die größten Probleme des Standorts Deutschland für ihren Betrieb sind. 4.449 Unternehmen antworteten auf die offene Frage. Das Ergebnis ist eindeutig: 50 Prozent nannten Bürokratie und Regulierung als größtes Standortproblem. Mit deutlichem Abstand folgten die Energiekosten mit 27 Prozent und die Arbeitskosten mit 22 Prozent.

Für uns als Unternehmerschaft Düsseldorf ist diese Zahl keine Überraschung. Sie bestätigt vielmehr, was wir aus Gesprächen mit Unternehmen, aus Veranstaltungen und aus dem täglichen Austausch mit unseren Mitgliedern kennen. Bürokratie ist längst kein abstraktes Thema mehr. Sie bindet Zeit, Personal und Geld – und sie bremst Entscheidungen, Investitionen und Wachstum.

Bürokratie kostet mehr als Arbeitszeit

Der ifo-Forscher Klaus Wohlrabe beschreibt zwei Wirkungen des bürokratischen Aufwands. Erstens bindet er Personal, das an anderer Stelle fehlt. Beschäftigte müssen Formulare ausfüllen, Nachweise erstellen, Dokumentationen pflegen und unterschiedliche Vorgaben prüfen. Diese Zeit fehlt dann für Kunden, Produkte, Innovation und die eigentliche Wertschöpfung.

Zweitens kann Bürokratie Investitionen verhindern. Wenn der Genehmigungs- und Dokumentationsaufwand so groß wird, dass sich ein Vorhaben wirtschaftlich nicht mehr rechnet, wird es möglicherweise gar nicht erst begonnen. Genau dieser Effekt ist besonders problematisch: Er taucht in keiner Statistik auf, weil die Investition, der neue Standort oder die geplante Erweiterung nie Realität wird. ifo Institut

Das ist der entscheidende Punkt. Bürokratie verursacht nicht nur sichtbare Kosten. Sie erzeugt auch unsichtbare Kosten durch unterlassene Entscheidungen. Unternehmen verzichten auf Projekte, verschieben Erweiterungen, reduzieren Investitionen oder verlagern Aktivitäten dorthin, wo Verfahren schneller und planbarer sind.

Größere Unternehmen besonders stark betroffen

Die Belastung verteilt sich nicht gleichmäßig. Bei großen Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten nannten 59 Prozent Bürokratie als größtes Standortproblem. Bei mittleren Unternehmen waren es 58 Prozent, bei kleinen Unternehmen 50 Prozent. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden kamen auf 41 Prozent, Solo-Selbständige auf 33 Prozent. ifo Institut

Das bedeutet nicht, dass kleine Betriebe keine Bürokratie erleben. Im Gegenteil: Für einen kleinen Betrieb kann bereits ein einzelnes kompliziertes Verfahren eine erhebliche Belastung darstellen. Größere Unternehmen sind jedoch oft gleichzeitig von mehreren Regelwerken betroffen – etwa vom Arbeitsrecht, von Berichtspflichten, dem Datenschutz, Umweltauflagen, Lieferkettenanforderungen und Genehmigungsverfahren.

Mit wachsender Unternehmensgröße greifen viele dieser Pflichten gleichzeitig. Die Organisation wird dadurch nicht automatisch effizienter. Häufig müssen zusätzliche Stellen geschaffen werden, die sich ausschließlich mit Verwaltung, Nachweisen und Compliance beschäftigen.

Je nach Branche sieht die Belastung anders aus

Auch zwischen den Wirtschaftsbereichen gibt es Unterschiede. In der Industrie nannten 39 Prozent der befragten Unternehmen die Energiekosten als Standortproblem. Im Dienstleistungssektor lag dieser Anteil bei 17 Prozent.

Das Baugewerbe verwies überdurchschnittlich häufig auf fehlende Fachkräfte. 29 Prozent nannten diesen Punkt. 13 Prozent kritisierten langwierige Genehmigungsverfahren. Im Handel stand dagegen die schwache Nachfrage stärker im Vordergrund: 25 Prozent nannten die allgemeine Wirtschafts- und Auftragslage als Problem. ifo Institut

Diese Unterschiede sind wichtig. Sie zeigen, dass es keine einzelne Maßnahme geben kann, die alle Probleme löst. Unternehmen brauchen je nach Branche unterschiedliche Entlastungen. Für einen Industriebetrieb stehen Energiepreise und Genehmigungen im Mittelpunkt. Für ein Bauunternehmen zählt, wie schnell ein Projekt genehmigt werden kann. Für den Handel ist die Nachfrage entscheidend.

Bürokratie betrifft allerdings alle – und sie verstärkt viele dieser Probleme. Sie macht Energieprojekte langsamer, Bauvorhaben komplizierter und Investitionen unsicherer.

Warum die Umfrage besonders aussagekräftig ist

Die ifo-Erhebung hatte keine vorgegebenen Antwortkategorien. Die Unternehmen konnten frei formulieren, was sie aktuell als größtes Standortproblem empfinden. Die Antworten wurden anschließend festen Themenfeldern zugeordnet. Mehrfachnennungen waren möglich, deshalb summieren sich die Anteile auf mehr als 100 Prozent.

Diese Methodik ist aussagekräftig, weil sie den Unternehmen nicht vorgibt, worüber sie sprechen sollen. Sie zeigt, welche Themen tatsächlich aus Sicht der Betriebe im Vordergrund stehen. Dass Bürokratie und Regulierung dabei von der Hälfte der Unternehmen genannt werden, ist ein deutlicher Befund.

Neben den drei größten Problemfeldern nannten die Unternehmen außerdem den Fachkräftemangel mit 17 Prozent, politische Rahmenbedingungen mit 16 Prozent, Steuern und Abgaben mit 13 Prozent sowie fehlende Planungssicherheit ebenfalls mit 13 Prozent. ifo Institut

Was jetzt geschehen muss

Die Debatte über Bürokratie darf nicht bei allgemeinen Absichtserklärungen stehen bleiben. Unternehmen brauchen konkrete Entlastung. Dazu gehören aus meiner Sicht fünf Punkte:

  1. Regeln müssen verständlicher werden. Unternehmen müssen schnell erkennen können, welche Anforderungen für sie gelten und wie sie diese erfüllen.
  2. Genehmigungen müssen schneller erfolgen. Lange Verfahren blockieren Investitionen und machen Projekte unkalkulierbar.
  3. Berichtspflichten müssen reduziert werden. Was bereits an einer Stelle dokumentiert wurde, darf nicht mehrfach in unterschiedlichen Formaten abgefragt werden.
  4. Vorgaben müssen praxistauglich sein. Neue Regeln sollten vor ihrer Einführung darauf geprüft werden, was sie im Arbeitsalltag eines kleinen, mittleren oder großen Unternehmens tatsächlich auslösen.
  5. Politische Entscheidungen müssen planbarer werden. Investitionen brauchen Verlässlichkeit über mehrere Jahre – nicht ständig neue Anforderungen und kurzfristige Änderungen.

Digitalisierung kann dabei helfen. Sie ersetzt aber keine Vereinfachung. Ein kompliziertes Verfahren wird nicht automatisch besser, nur weil es online angeboten wird. Ein digitalisiertes Formular bleibt belastend, wenn die zugrunde liegende Regel unnötig kompliziert ist.

Düsseldorf braucht Tempo und Verlässlichkeit

Düsseldorf ist ein starker Wirtschaftsstandort mit einer vielfältigen Unternehmenslandschaft. Hier sitzen internationale Konzerne, innovative Mittelständler, Handwerksbetriebe, Start-ups, Dienstleister und Solo-Selbständige. Sie alle tragen zur wirtschaftlichen Stärke unserer Stadt bei.

Damit das so bleibt, müssen Unternehmen ihre Energie in Wertschöpfung und Innovation investieren können – nicht in vermeidbare Verwaltung. Die Stadt, das Land und der Bund sind deshalb gleichermaßen gefordert, Verfahren zu beschleunigen, Zuständigkeiten zu klären und Regelungen konsequent auf ihre Notwendigkeit zu prüfen.

Wir sollten dabei nicht nur fragen, welche neue Vorschrift noch eingeführt werden kann. Wir sollten ebenso fragen, welche alte Vorschrift entfallen, vereinfacht oder zusammengeführt werden kann.

Mein Fazit: Die Diagnose ist klar

Eigentlich wissen wir das alles schon. Die Betriebe in Düsseldorf berichten uns tagtäglich davon. Aber die neue ifo-Auswertung macht aus vielen einzelnen Erfahrungen ein klares Gesamtbild: Bürokratie und Regulierung sind kein Randthema. Sie gehören zum größten Standortproblem der deutschen Wirtschaft.

Jetzt geht es darum, aus der Diagnose Konsequenzen zu ziehen. Weniger Bürokratie bedeutet nicht weniger Verantwortung. Es bedeutet bessere, klarere und wirksamere Regeln. Es bedeutet mehr Zeit für Beschäftigte, Kunden, Innovation und Investitionen.

Deutschland und Düsseldorf haben starke Unternehmen, engagierte Menschen und große Ideen. Was wir brauchen, sind Rahmenbedingungen, die diese Stärken nicht ausbremsen.

Die Unternehmen haben ihre Rückmeldung längst gegeben. Jetzt muss die Politik daraus handeln.

Quelle

ifo Institut: „Jedes zweite Unternehmen sieht Bürokratie als größtes Standortproblem“, 21. September 2026. Die Angaben beruhen auf einer Sonderfrage der ifo Konjunkturumfrage vom Juli 2026 mit 4.449 ausgewerteten Antworten.

Zur ifo-Auswertung

Henkel plant neues MINT-Bildungszentrum für mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr

Foto: HENKEL FORSCHERWELT

Von Christoph Sochart

Neugier ist der Anfang von Bildung. Wer Fragen stellt, Dinge ausprobiert und eigene Lösungen entwickelt, lernt nicht nur Fakten, sondern gewinnt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Genau hier setzt die Bildungsinitiative „Henkel Forscherwelt“ an, die Henkel jetzt deutlich ausbauen will.

Anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums plant das Unternehmen ein neues MINT-Bildungszentrum am Düsseldorfer Hauptsitz in Holthausen. Langfristig sollen dort und in der Region mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr erreicht werden. Für Düsseldorf ist das eine wichtige Nachricht – und ein starkes Signal für die Bedeutung von Bildung, Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung.

Henkel ist ein Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf. Dass das Unternehmen sein Bildungsengagement gerade am Düsseldorfer Standort weiterentwickelt, freut mich deshalb besonders. Es zeigt, wie eng wirtschaftliche Stärke, Verantwortung für die Stadt und Investitionen in die nächste Generation miteinander verbunden sind.

Ein Lernort für Kinder, Jugendliche und Familien

Das geplante MINT-Zentrum soll in unmittelbarer Nähe zum Henkel-Werksgelände in Düsseldorf-Holthausen entstehen. Es wird als außerschulischer Lern- und Begegnungsort konzipiert und soll die Bildungslandschaft der Stadt dauerhaft ergänzen.

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. In diesen Bereichen entstehen viele der Lösungen, die unsere Gesellschaft künftig braucht – von neuen Materialien und nachhaltiger Produktion bis zu digitaler Technologie und moderner Medizin.

Damit Kinder und Jugendliche für diese Themen begeistert werden, reicht es nicht, ihnen abstrakte Formeln und Definitionen zu vermitteln. Sie müssen selbst experimentieren, beobachten, Fragen stellen und Zusammenhänge entdecken können. Genau das soll im neuen Zentrum möglich werden.

Vormittags können Grundschulkinder im Rahmen des Unterrichts naturwissenschaftliche Phänomene praktisch erleben. Am Nachmittag und in den Ferien soll es Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien geben. Schrittweise soll das Programm auf weiterführende Schulen und die Berufsorientierung ausgeweitet werden.

Bildung muss möglichst vielen offenstehen

Besonders wichtig finde ich den Anspruch, möglichst viele junge Menschen zu erreichen – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Umfeld. Gute Bildungsangebote dürfen keine Frage des Geldbeutels oder der familiären Voraussetzungen sein.

Das neue MINT-Zentrum soll deshalb offen für Kooperationen mit Schulen, Ganztagseinrichtungen und sozialen Trägern sein. Auf diese Weise können unterschiedliche Partner ihre Erfahrungen einbringen und gemeinsam dazu beitragen, Zugangshürden abzubauen.

Gerade für Kinder, die zu Hause vielleicht nicht selbstverständlich mit technischen oder naturwissenschaftlichen Themen in Berührung kommen, können solche Angebote wichtige Türen öffnen. Ein Experiment, das gelingt, ein selbst gebautes Modell oder eine überraschende Beobachtung können der Ausgangspunkt für ein langfristiges Interesse sein.

Foto: HENKEL FORSCHERWELT

Henkel Forscherwelt erreicht bereits mehr als 130.000 Kinder

Die geplante Einrichtung in Düsseldorf baut auf einer Initiative auf, die Henkel bereits seit 2011 verfolgt. In der „Forscherwelt“ arbeiten Kinder wie große Forscherinnen und Forscher. Sie lernen naturwissenschaftliche Zusammenhänge durch praktische Experimente und altersgerechte Lernformate kennen.

Mehr als 130.000 Kinder haben weltweit bereits an Angeboten der Forscherwelt teilgenommen. Die Initiative ist heute in mehr als 20 Ländern aktiv. Bis Ende 2030 sollen vier weitere Forscherwelt-Labore weltweit entstehen. Zusätzlich sind mobile Angebote in sechs weiteren Ländern geplant. Die Zahl der Länder, in denen die Forscherwelt aktiv ist, soll damit auf mehr als 30 steigen.

Für das Gesamtprojekt investiert Henkel bis 2030 einen zweistelligen Millionenbetrag. Das ist eine erhebliche Summe. Noch wichtiger ist aber die langfristige Wirkung, die mit einer solchen Investition verbunden sein kann: Kinder und Jugendliche erleben Bildung nicht nur als Unterricht, sondern als Möglichkeit, die Welt selbst zu verstehen und mitzugestalten.

Düsseldorf als Bildungs- und Wissensstandort

Düsseldorf ist ein innovativer Bildungs- und Wissensstandort. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Schulen, das Netzwerk „zdi MINT-Düsseldorf“ der Stiftung Pro Ausbildung, das Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung, die Agentur für Arbeit, die IHK und HWK, die Kreishandwerkerschaft und weitere Initiativen leisten gemeinsam wichtige Beiträge dazu, junge Menschen auf eine sich verändernde Arbeitswelt vorzubereiten.

Das geplante MINT-Zentrum von Henkel kann dieses Netzwerk sinnvoll ergänzen. Es verbindet die Perspektive eines international tätigen Unternehmens mit konkreten Bildungsangeboten vor Ort. Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit, Wissenschaft und Technik praktisch zu erleben – und zugleich einen Einblick in die Welt moderner Industrie zu gewinnen.

Das ist auch für die Berufsorientierung von Bedeutung. Viele junge Menschen wissen zunächst wenig darüber, wie vielfältig technische und naturwissenschaftliche Berufe sind. Ein außerschulischer Lernort kann helfen, Berührungsängste abzubauen und Talente sichtbar zu machen.

Dabei geht es nicht darum, jedes Kind für einen technischen Beruf zu gewinnen. Es geht darum, Interessen zu entdecken, Fähigkeiten zu entwickeln und Optionen zu eröffnen. Wer früh erlebt, dass die eigenen Fragen ernst genommen werden, geht oft selbstbewusster seinen weiteren Bildungsweg.

Frühe Förderung ist eine Investition in die Zukunft

Die Ergebnisse internationaler Bildungsstudien zeigen, wie wichtig zusätzliche Anstrengungen sind. Investitionen in Bildung zahlen sich nicht immer sofort aus. Sie wirken langfristig – in besseren Bildungswegen, mehr Chancengerechtigkeit, höherer Innovationsfähigkeit und einer stärkeren Gesellschaft.

Henkel-Vorstandsvorsitzender Carsten Knobel hat darauf hingewiesen, dass gerade die jüngsten PISA-Ergebnisse die Bedeutung von Bildungsangeboten unterstreichen. Dem kann ich nur zustimmen. Wenn wir Kindern und Jugendlichen bessere Chancen geben wollen, müssen wir früh beginnen und unterschiedliche Lernorte miteinander verbinden.

Auch Dr. Simone Bagel-Trah, Schirmherrin der Forscherwelt und Vorsitzende des Aufsichtsrats sowie des Gesellschafterausschusses von Henkel, betont die Bedeutung von Neugier und Entdeckergeist für Lernen und Innovation. Diese Haltung ist entscheidend: Bildung beginnt nicht erst mit dem Auswendiglernen, sondern mit der Bereitschaft, die Welt verstehen zu wollen.

Wirtschaft übernimmt Verantwortung

Unternehmen sind nicht nur Arbeitgeber und Steuerzahler. Sie sind auch Teil der Gesellschaft, in der sie tätig sind. Gerade große und international erfolgreiche Unternehmen können mit ihrer Erfahrung, ihren Fachleuten und ihren Ressourcen dazu beitragen, Bildungsangebote zu stärken.

Das Engagement von Henkel zeigt, wie ein solcher Beitrag aussehen kann. Es geht nicht um eine kurzfristige Aktion, sondern um eine langfristige Bildungsinitiative mit internationaler Reichweite und einem festen Bezug zum Standort Düsseldorf.

Als Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf steht Henkel damit beispielhaft für eine Wirtschaft, die Verantwortung übernimmt und sich in die Entwicklung unserer Stadt einbringt. Eine starke Bildungslandschaft ist im Interesse aller: der Kinder und Familien, der Schulen, der Unternehmen und der gesamten Stadtgesellschaft.

Mein Fazit: Neugier braucht Räume

Das geplante MINT-Bildungszentrum in Düsseldorf-Holthausen ist ein Zukunftsprojekt. Es schafft einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche experimentieren, forschen und eigene Ideen entwickeln können. Gleichzeitig stärkt es die Verbindung zwischen Schule, Familie, Wirtschaft und Gesellschaft.

Mehr als 10.000 junge Menschen pro Jahr zu erreichen, ist ein ambitioniertes Ziel. Ich bin überzeugt, dass sich dieser Anspruch lohnt. Denn jeder junge Mensch, der durch ein solches Angebot seine Begeisterung für Naturwissenschaften, Technik oder Innovation entdeckt, nimmt etwas Wichtiges mit: die Erfahrung, selbst etwas herausfinden und gestalten zu können.

Düsseldorf braucht solche Orte. Orte, an denen Neugier willkommen ist. Orte, an denen Bildung praktisch, offen und erfahrbar wird. Und Orte, an denen die nächste Generation nicht nur auf die Zukunft vorbereitet wird, sondern sie bereits selbst mitgestaltet.

Wer Kindern Raum zum Forschen gibt, eröffnet ihnen Wege in die Zukunft.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags sind die vorliegenden Informationen von Henkel zum geplanten MINT-Bildungszentrum in Düsseldorf-Holthausen und zum Ausbau der Initiative „Henkel Forscherwelt“. Weitere Informationen: www.henkel-forscherwelt.de.

RHEINMETALL erprobt bei REPMUS26 unbemannte Systeme zum Schutz maritimer Infrastruktur

Foto: RHEINMETALL

Von Christoph Sochart

Maritime Infrastruktur ist für unsere moderne Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Häfen, Schifffahrtswege, Energieanlagen auf See und unterseeische Leitungen sind Teil kritischer Versorgungsstrukturen. Ihr Schutz wird deshalb zu einer immer wichtigeren sicherheitspolitischen und technologischen Aufgabe.

Umso bemerkenswerter ist die aktuelle Beteiligung von RHEINMETALL an der multinationalen Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal. RHEINMETALL ist ein Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf. Als international führendes Systemhaus für Sicherheit bringt das Unternehmen seine Erfahrung in die Entwicklung und Erprobung vernetzter, unbemannter Systeme für maritime Operationen ein.

Die Übung läuft noch bis zum 25. September 2026. Auf der Halbinsel Troia und in den umliegenden portugiesischen Seegebieten arbeiten Marinen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam daran, neue Technologien unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen.

Vom Meeresboden bis in den Weltraum

REPMUS steht für „Robotic Experimentation and Prototyping with Maritime Unmanned Systems“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unbemannte Systeme künftig gemeinsam eingesetzt werden können – auf, unter und über dem Wasser sowie in Verbindung mit weiteren Aufklärungs- und Führungssystemen.

Dabei geht es nicht allein darum, möglichst leistungsfähige einzelne Plattformen zu entwickeln. Entscheidend ist vielmehr, dass unterschiedliche Systeme miteinander kommunizieren und ihre Informationen zu einem gemeinsamen Lagebild zusammenführen.

Genau darin liegt aus meiner Sicht der zentrale Wert des Ansatzes von RHEINMETALL: Sicherheit entsteht nicht durch Einzellösungen, sondern durch das intelligente Zusammenspiel von Sensoren, Plattformen, Daten und den Menschen, die daraus die richtigen Entscheidungen ableiten.

Interoperabilität als Schlüssel

Der vernetzte Einsatz unbemannter Systeme kann beim Schutz kritischer maritimer Infrastruktur eine wichtige Rolle spielen. Strategisch wichtige Hafenanlagen, küstennahe Seegebiete und maritime Versorgungswege müssen überwacht und im Ernstfall schnell geschützt werden können.

Dafür braucht es ein möglichst umfassendes und aktuelles Lagebild. Werden die Daten verschiedener Sensoren miteinander verbunden, können Gefahren frühzeitiger erkannt und abgestufte, präzise Reaktionen vorbereitet werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Können Systeme unterschiedlicher Typen und verschiedener Hersteller zuverlässig zusammenarbeiten? Interoperabilität – also die Fähigkeit zur nahtlosen Zusammenarbeit – wird damit zu einem wesentlichen Faktor strategischer Sicherheit.

Ein mobiler Gefechtsstand für den Hafenschutz

Ein wichtiger Bestandteil des diesjährigen Beitrags von RHEINMETALL ist ein containerisiertes und verlegbares Demonstrations-Setup. Dieses dient der Deutschen Marine während der vierwöchigen Übung als mobiler Befehls- und Gefechtsstand für den operativen Hafenschutz.

Eine solche mobile Lösung zeigt, wie technologische Fähigkeiten dorthin gebracht werden können, wo sie gebraucht werden. Gerade bei dynamischen maritimen Lagen kommt es darauf an, Informationen schnell zu erfassen, zu bewerten und in konkrete Handlungsoptionen zu übersetzen.

Das Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage – unabhängig davon, ob die relevanten Informationen von einer Plattform auf dem Wasser, von einem Unterwassersystem oder von anderen Aufklärungsmitteln stammen.

Offene Architektur schafft Raum für Innovation

Das technologische Rückgrat des Set-ups bildet die RHEINMETALL Battlesuite, die auf der Middleware Tactical Core der blackned GmbH basiert. Die offene Integrationsarchitektur ermöglicht es, Sensorik, Effektoren und Missionsmodule verschiedener Technologiepartner flexibel und anwendungsbezogen einzubinden.

Diese Offenheit ist für die Entwicklung moderner Sicherheitstechnologien von großer Bedeutung. Innovation entsteht häufig dort, wo unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen. Eine offene technische Architektur erleichtert es, neue Lösungen zu integrieren und unter realen Bedingungen zu erproben.

Für Kunden und operative Nutzer bedeutet das zugleich mehr Anpassungsfähigkeit. Systeme können Schritt für Schritt weiterentwickelt werden, ohne dass für jede neue Fähigkeit die gesamte technologische Grundlage ersetzt werden muss.

Besonderer Fokus auf Unterwassersensorik

Ein Schwerpunkt der Erprobung bei REPMUS26 liegt auf unbemannter Unterwassersensorik. Gemeinsam mit namhaften Industriepartnern arbeitet RHEINMETALL daran, ein durchhaltefähiges Lagebild unter Wasser zu erzeugen.

Die Bediener sollen in die Lage versetzt werden, mehrere unbemannte Systeme unterschiedlicher Typen und Hersteller über eine gemeinsame Benutzeroberfläche zu steuern. Das kann die Übersicht verbessern und den Einsatz komplexer Systeme im operativen Alltag erleichtern.

Gerade unter Wasser sind Aufklärung und Kommunikation mit besonderen Herausforderungen verbunden. Die Erprobung in einem realitätsnahen multinationalen Umfeld bietet deshalb die Möglichkeit, technologische Konzepte nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern praktisch zu validieren und weiterzuentwickeln.

Entwicklung im Dialog mit den Anwendern

„REPMUS bietet uns eine hervorragende Möglichkeit, unsere Prototypenentwicklung in realitätsnahen Szenarien zu erproben“, erklärt Gregor Mannherz, Delegationsleiter von RHEINMETALL. Gemeinsam mit den operativen Experten der Kundenmarinen und Behörden könne das Unternehmen seine Produkte und Lösungen effizienter gestalten und die Entwicklung zielgerichtet beschleunigen.

Dieser Austausch zwischen Industrie, Forschung und den späteren Anwendern ist entscheidend. Technologische Entwicklung darf nicht im geschlossenen Raum stattfinden. Sie muss sich an konkreten Einsatzanforderungen orientieren und von den Erfahrungen der Menschen profitieren, die mit den Systemen arbeiten.

Ein Beitrag zur Sicherheit von Versorgungswegen

Die maritime Wirtschaft verbindet Kontinente, Märkte und Menschen. Weltweite Versorgungswege sind für die Wirtschaftskraft und die Stabilität unserer Gesellschaft unverzichtbar. Ihre Sicherheit ist deshalb nicht nur eine militärische, sondern auch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe.

RHEINMETALL leistet mit der Beteiligung an REPMUS26 einen Beitrag dazu, kollaborative Einsatzkonzepte zu validieren und die Interoperabilität unbemannter Systeme zu erhöhen. Damit wird eine Grundlage geschaffen, um maritime Infrastruktur künftig besser zu überwachen und die Verteidigungsfähigkeit der NATO-Partner weiter zu stärken.

Als Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft Düsseldorf steht RHEINMETALL zugleich beispielhaft für die technologische Leistungsfähigkeit und internationale Verantwortung von Unternehmen aus unserem Netzwerk. Die Beteiligung an REPMUS26 zeigt, wie wichtig Forschung, industrielle Kompetenz und internationale Zusammenarbeit sind, wenn es um die Lösungen für die Sicherheitsfragen von morgen geht.

Mein Fazit

Die Zukunft maritimer Sicherheit wird maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, Daten, Systeme und Menschen miteinander zu verbinden. Unbemannte Plattformen können dabei wertvolle Fähigkeiten liefern. Ihren vollen Nutzen entfalten sie aber erst dann, wenn sie interoperabel sind und in ein gemeinsames Lagebild integriert werden können.

Die Erprobung bei REPMUS26 ist deshalb mehr als eine technologische Demonstration. Sie ist ein wichtiger Praxistest für die Zusammenarbeit von Streitkräften, Forschung und Industrie.

Ich begrüße es sehr, dass unser Mitgliedsunternehmen RHEINMETALL seine Kompetenz in dieses internationale Projekt einbringt. Denn technologische Souveränität, industrielle Stärke und internationale Kooperation gehören zusammen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, maritime Infrastruktur zu schützen und die Versorgungswege unserer vernetzten Welt sicherer zu machen.

Sicherheit beginnt mit Vernetzung – und Vernetzung beginnt mit Zusammenarbeit.

Quelle

Grundlage dieses Beitrags sind Informationen von RHEINMETALL zur Beteiligung an der multinationalen Erprobungsübung REPMUS26 in Portugal.

160 Jahre Stadtwerke Düsseldorf: Ein Tag voller Energie für unsere Stadt

Stadtwerke Düsseldorf (v.l.): Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Colette Rückert-Hennen, Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Julien Mounier und Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. Archivfoto: STADTWERKE

Von Christoph Sochart

Am 20. September feiern die Stadtwerke Düsseldorf ihren 160. Geburtstag. Für Unternehmerschaft Düsseldorf ist dieses Jubiläum weit mehr als ein Blick zurück auf eine lange Unternehmensgeschichte. Es ist ein Anlass, Danke zu sagen – und gemeinsam mit den Menschen in Düsseldorf nach vorne zu schauen.

Seit 1866 begleiten die Stadtwerke die Entwicklung unserer Stadt. Damals nahm das erste städtische Gaswerk seinen Betrieb auf. Seitdem hat sich Düsseldorf immer wieder verändert: Gasbeleuchtung wurde durch moderne Energieversorgung ergänzt, die zentrale Wasserversorgung entstand, Strom und Fernwärme hielten Einzug in den Alltag. Bereits 1896 fuhr die erste elektrische Straßenbahn durch Düsseldorf. Seit 1928 wird Fernwärme aus dem Kraftwerk Flingern geliefert.
Heute sorgen die Stadtwerke dafür, dass Trinkwasser fließt, Wohnungen warm bleiben und die Lichter angehen. Viele dieser Leistungen nehmen wir im Alltag ganz selbstverständlich wahr. Gerade deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie viel Verlässlichkeit, technische Entwicklung und Engagement hinter einer sicheren Versorgung stehen.

Danke für 160 Jahre Vertrauen

Ein Jubiläum wie dieses gehört nicht nur dem Unternehmen. Es gehört vor allem den Menschen, die in Düsseldorf leben und arbeiten. Generationen von Düsseldorferinnen und Düsseldorfern sind mit den Stadtwerken aufgewachsen. Sie haben erlebt, wie sich die Stadt verändert hat – und wie die Stadtwerke diese Veränderungen begleitet und mitgestaltet haben.

Deshalb möchten die Stadtwerke an ihrem Jubiläumssonntag etwas zurückgeben. Der 20. September soll ein Tag werden, an dem Versorgung, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Lebensfreude zusammenkommen.
Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einer Baumpflanzaktion im Grafenberger Wald. Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Reiter- und Rennverein werden 16 Bäume gepflanzt. Für jeden dieser Bäume übernehmen die Stadtwerke eine Patenschaft und unterstützen damit das Aufforstungsprojekt Grafenberg.
Das ist ein schönes Zeichen: Wer 160 Jahre zurückblickt, darf zugleich Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Bäume wachsen nicht über Nacht. Sie brauchen Zeit, Pflege und Geduld – genauso wie eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Zukunft beginnt mit den Kindern

Am Mittag stehen die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Von 12 bis 14 Uhr sind die Stadtwerke beim Weltkindertag am Rheinufer am Stand des Düsseldorfer Kinderschutzbundes dabei.

Dort können junge Besucherinnen und Besucher spielerisch etwas über Umwelt und Natur erfahren und unter Anleitung Insektenhotels bauen. Besonders freue ich mich auf die Kinder-Pressekonferenz, bei der sich die Vorstände der Stadtwerke den Fragen junger Nachhaltigkeitsreporterinnen und -reporter stellen.

Solche Begegnungen sind wertvoll. Kinder fragen direkt, neugierig und ohne Umwege. Sie wollen wissen, woher unser Wasser kommt, wie Energie entsteht und was Unternehmen für den Klimaschutz tun. Diese Fragen verdienen ehrliche Antworten. Denn die Energiewende ist nicht nur ein technisches Projekt. Sie betrifft den Alltag der nächsten Generation.

Ein Fest im Stadtwerke-Park

Ab 14 Uhr laden die Stadtwerke zum Parkfest in den Stadtwerke-Park an der Kettwiger Straße in Flingern ein. Rund um den Trinkbrunnen gibt es Musik, Aktionen und Informationen zum Düsseldorfer Trinkwasser.

Auch die Initiative „Sport im Park“ ist dabei und lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden. Das passt gut zu einem Geburtstag, der nicht nur von Zahlen und historischen Meilensteinen erzählen möchte. Energie bedeutet schließlich auch Bewegung, Begegnung und gemeinsames Erleben.

Der Trinkbrunnen im Mittelpunkt des Festes erinnert zugleich an etwas, das für eine Stadt von elementarer Bedeutung ist: sauberes und verfügbares Trinkwasser. Was für uns selbstverständlich erscheint, ist eine der wichtigsten Leistungen moderner Infrastruktur.

Zusammenhalt, der ankommt

Zum Abschluss des Tages übergeben die Stadtwerke 160 Hilfspakete an den Gute-Nacht-Bus. Die mobile nächtliche Nothilfe unterstützt obdachlose Menschen in Düsseldorf.

Diese Aktion macht deutlich, dass Verantwortung nicht an den Grenzen des eigenen Geschäftsmodells endet. Eine Stadt ist dann stark, wenn sie auch diejenigen im Blick behält, die Unterstützung brauchen. Das Jubiläum wird damit zu einem Zeichen des Zusammenhalts.

Auch der Online-Jubiläumskalender begleitet den Countdown bis zum 20. September. Seit dem 5. September werden insgesamt 160 Preise verlost – darunter Tickets für Düsseldorfer Sportveranstaltungen, Fanartikel, ein Balkonkraftwerk und ein E-Bike-Gutschein im Wert von 1.600 Euro.

Mit Zuversicht nach vorn

160 Jahre Stadtwerke Düsseldorf stehen für 160 Jahre Verlässlichkeit. Sie stehen aber ebenso für Wandel. Aus dem Gaswerk von 1866 ist ein modernes Infrastrukturunternehmen geworden, das heute an einer nachhaltigen und bezahlbaren Energie- und Wärmeversorgung arbeitet.

Die kommenden Jahre werden anspruchsvoll. Die Energieversorgung muss klimafreundlicher werden, gleichzeitig sicher und für die Menschen bezahlbar bleiben. Dafür braucht es Investitionen, neue Technologien und den Mut, Dinge weiterzuentwickeln. Es braucht aber auch Vertrauen und einen offenen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Der Jubiläumstag verbindet deshalb Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Wir erinnern uns an die Entwicklung unserer Stadt, feiern gemeinsam mit den Menschen und übernehmen Verantwortung für das, was vor uns liegt.

Herzlichen Glückwunsch zum 160. Geburtstag und danke für 160 Jahre Energie für Düsseldorf.