Tschechien vergibt Großauftrag an Rheinmetall: Wartung von Leopard 2 und Bergepanzer Büffel für bis zu 250 Millionen Euro

(cs) Das tschechische Verteidigungsministerium hat Rheinmetall aus Düsseldorf mit einem umfangreichen Wartungs- und Serviceauftrag für seine Panzerflotte betraut. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde am 11. August 2025 in Prag ein langfristiger Servicevertrag mit einem Volumen von bis zu 250 Millionen Euro unterzeichnet. Auftragnehmer ist die Rheinmetall Landsysteme GmbH, eine Tochtergesellschaft des Düsseldorfer Technologiekonzerns.

Sieben Jahre Unterstützung für Leopard 2A4 und Bergepanzer Büffel

Der Vertrag hat eine Laufzeit von sieben Jahren und beinhaltet umfassende Dienstleistungen für 42 Kampfpanzer Leopard 2A4 sowie zwei Bergepanzer 3 Büffel, die Tschechien im Rahmen mehrerer Beschaffungsverträge erhalten hat. Rheinmetall hatte diese Fahrzeuge – teils im Auftrag der Bundesregierung, teils direkt im Auftrag der tschechischen Regierung – zuvor instand gesetzt und ausgeliefert.

Die nun beauftragten Leistungen umfassen unter anderem:

  • Ersatzteilversorgung (Initial- und Folgeversorgung)

  • Kundendienstunterstützung

  • Instandsetzung auf Werk- und Baugruppenebene

  • Technisch-logistische Betreuung

  • Ausbildungsleistungen

  • Projektmanagement

  • Bereitstellung von Interims-Infrastruktur

Zusammenarbeit mit tschechischer Industrie geplant

Ein wesentlicher Bestandteil des Vertrags ist die geplante Einbindung der tschechischen Industrie. So wurde ebenfalls am 11. August ein Letter of Intent (LoI) mit dem staatlichen tschechischen Rüstungsunternehmen VOP CZ s.p.unterzeichnet. Ziel ist eine partnerschaftliche Umsetzung mit lokalem Know-how – insbesondere im Bereich Wartung und Instandsetzung. Damit stärkt Rheinmetall nicht nur die logistische Einsatzfähigkeit der tschechischen Streitkräfte, sondern fördert gleichzeitig die industrielle Zusammenarbeit innerhalb Europas.

Beitrag zur Einsatzbereitschaft und europäischen Verteidigung

Der Auftrag ist ein weiterer Meilenstein für Rheinmetall im europäischen Verteidigungsmarkt und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Unternehmens in der langfristigen Unterstützung und Einsatzsicherung westlicher Waffensysteme. Die zuverlässige Wartung moderner Kampfsysteme wie des Leopard 2 ist entscheidend für die Einsatzfähigkeit der Truppe – gerade vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage in Europa.

Lebensretter in der Hosentasche: Warum leistungsfähige Mobilfunknetze unverzichtbar sind

(cs) Ob beim Spaziergang am Fluss, im Hafen oder beim Baden in heißen Sommermonaten – viele Menschen verbringen ihre Freizeit in der Nähe von Wasser. Doch was oft idyllisch wirkt, birgt auch Risiken: Immer wieder kommt es zu lebensgefährlichen Situationen, wenn Menschen in Flüssen baden und dabei in Not geraten. In solchen Momenten zählt jede Sekunde – und ein stabiler Mobilfunkempfang kann zum Lebensretter werden.

Netzausbau entlang der Wasserstraßen fast abgeschlossen

Vor diesem Hintergrund hat das Düsseldorfer Telekommunikations-Unternehmen Vodafone, ein Mitgliedsunternehmen unserer Unternehmerschaft, den Netzausbau entlang der deutschen Wasserstraßen in den vergangenen Monaten massiv vorangetrieben – mit messbarem Erfolg: Mittlerweile sind 99,9 Prozent des sogenannten Kernnetzes der Binnenwasserstraßen (insgesamt rund 4.500 Kilometer) mit schnellem Mobilfunk versorgt. Das bedeutet: Entlang dieser Strecken steht LTE oder 5G mit mindestens 50 Mbit/s zur Verfügung – eine Bandbreite, die auch bei Notrufen oder dem Teilen von Standortdaten entscheidend sein kann.

Mehr als 4.000 Vodafone-Mobilfunkstationen tragen zu dieser Netzabdeckung bei – über 3.000 davon sind bereits mit modernster 5G-Technologie ausgerüstet. Auch die deutschen Seehäfen profitieren: Sie sind heute zu 100 Prozent mit schnellem Mobilfunk versorgt, was nicht nur der Sicherheit, sondern auch der wirtschaftlichen Effizienz zugutekommt.

Und der Ausbau geht weiter: Innerhalb der nächsten 12 Monate plant Vodafone über 150 neue Bauprojekte entlang der Wasserstraßen – darunter 40 komplett neue Mobilfunkstandorte.

Aktuelle Studie: Mobilfunk – Rückgrat der Digitalisierung in Alltag und Wirtschaft

Wie bedeutend der Mobilfunk inzwischen für die Gesellschaft ist, bestätigt auch eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Interrogare. Demnach sehen 84 Prozent der Verbraucher und 75 Prozent der Wirtschaftsentscheider die Mobilfunknetze als den wichtigsten Infrastrukturbaustein – noch vor Straßen-, Energie- oder Glasfasernetzen.

Besonders in der Wirtschaft ist die Rolle der Telekommunikation nicht zu unterschätzen: Mobilfunk gilt als zentraler Enabler für neue Geschäftsmodelle, digitale Prozesse und flexible Arbeitsweisen. „Die Studienergebnisse zeigen: Mobilfunknetze sind gesellschaftlich und ökonomisch das zentrale Sprungbrett für die Digitalisierung des Landes“, erklärt Markus Haas, CEO von O2 Telefónica.

Mit der Einrichtung eines eigenständigen Digitalministeriums hat auch die Bundesregierung ein klares Signal gesetzt. Gleichzeitig sind laut Haas Länder, Kommunen und Regulierer gefordert, durch schnellere Genehmigungsverfahrenund investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen den weiteren Ausbau zu unterstützen.

Nutzer spüren Verbesserungen – Ausbau soll weitergehen

Dass der Ausbau Wirkung zeigt, spüren auch die Menschen: Vier von zehn Verbraucherinnen und Verbrauchern (39 Prozent) und über die Hälfte der Wirtschaftsentscheider (52 Prozent) berichten von einer spürbaren Verbesserung der Netzqualität in den letzten Jahren. Nur eine kleine Minderheit zeigt sich mit dem Mobilfunkangebot unzufrieden.

Das deckt sich mit den Ergebnissen der Bundesnetzagentur und unabhängiger Netztests: Die Qualität der Mobilfunkversorgung ist in Deutschland in vielen Regionen deutlich gestiegen – besonders dort, wo es auf zuverlässige Kommunikation im Ernstfall ankommt.

Klüh erneut Branchensieger: Auszeichnung als begehrtester Arbeitgeber im Facility Management

(cs) Das Düsseldorfer Familienunternehmen Klüh, Mitgliedsbetrieb unserer Unternehmerschaft, zählt auch 2025 wieder zu den attraktivsten Arbeitgebern Deutschlands. In der aktuellen Studie „Deutschlands begehrteste Arbeitgeber 2025“ des F.A.Z.-Instituts in Kooperation mit dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) belegt der Multiservice-Anbieter den ersten Platz in der Branche Facility Management.

Bestätigung für mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur

„Dass wir erneut als begehrtester Arbeitgeber in unserer Branche ausgezeichnet wurden, freut uns sehr und bestätigt unseren Anspruch, Mitarbeitenden ein Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sie sich wertgeschätzt, sicher und gefördert fühlen“, erklärt Christian Frank, CFO der Klüh-Unternehmensgruppe und verantwortlich für den Bereich Personal. Besonders in Zeiten eines angespannten Arbeitsmarkts komme es darauf an, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen – etwa durch Entwicklungsmöglichkeiten, moderne Arbeitsmodelle und eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen und Vielfalt setzt.

Gezielte Förderung und Weiterbildung in der Klüh Akademie

Ein zentrales Element der Mitarbeiterförderung bei Klüh ist die unternehmenseigene, TÜV-zertifizierte Klüh Akademie. Hier bietet das Unternehmen Seminare, Workshops und praxisnahe Trainings an – ergänzt durch Meister-Ausbildungen und Fernstudiengänge. Viele der Inhalte werden über ein innovatives E-Learning-Tool vermittelt, das mehrfach mit dem renommierten Comenius-EduMedia-Award ausgezeichnet wurde.

Attraktive Arbeitsbedingungen und vielfältige Benefits

Klüh punktet nicht nur mit Weiterbildung, sondern auch mit einem attraktiven Gesamtpaket: ein sicheres Arbeitsumfeld, leistungsgerechte Vergütung und flexible Arbeitszeitmodelle gehören ebenso dazu wie Benefits wie JobRad, mobiles Arbeiten und ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement.

Als Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“ lebt Klüh aktiv eine Unternehmenskultur, die Diversität, Respekt und Wertschätzung fördert – Werte, die auch im Rahmen der aktuellen Employer-Branding-Kampagne kommuniziert werden. Ziel ist es, das moderne Selbstverständnis als mitarbeiterorientierter Arbeitgeber sichtbar und erlebbar zu machen.

Studie bewertet rund 16.000 Unternehmen

Die Auszeichnung basiert auf einer umfassenden Analyse von rund 16.000 Unternehmen (Stichtag 30. Juni 2025). Bewertet wurden unter anderem Wirtschaftlichkeit, Innovationskraft, Nachhaltigkeit, Familienfreundlichkeit sowie Aspekte der Mitarbeiterorientierung wie Arbeitsplatzsicherheit, Weiterbildungsangebote, Arbeitszeiten, Gehaltsstruktur und Zusatzleistungen. Nur Unternehmen mit überdurchschnittlichen Punktwerten erhielten das Siegel „Deutschlands begehrteste Arbeitgeber 2025“.

Mit dem erneuten Spitzenplatz in der Facility-Management-Branche bestätigt Klüh seine Rolle als attraktiver Arbeitgeber, der zukunftsorientierte Personalstrategien mit gelebter Wertschätzung und Entwicklungsperspektiven verbindet.

Zum heutigen Tag der Jugend

Fotobearbeitung: cs

(cs) Heute (12.08.) richten wir den Blick auf die Zukunft unserer Gesellschaft: unsere Kinder und Jugendlichen. Der Internationale Tag der Jugend erinnert uns daran, wie wichtig es ist, junge Menschen weltweit zu stärken und ihre Belange ernst zu nehmen.

Als Unternehmerschaft und Stiftung haben wir uns der Mission verschrieben, junge Menschen bestmöglich auf die Lebens- und Arbeitswelt von morgen vorzubereiten. Unser vielfältiges Programm spiegelt unser Engagement wider:

> unser Kompetenzzentrum in Düsseldorf

> “Kluge Köpfe” und “Junge Visionäre” in Gelsenkirchen

> Girls und Boys Academie für chancengerechte Förderung

> MINT-Netzwerk zdi für naturwissenschaftlich-technische Bildung

Der Internationale Tag der Jugend, von den Vereinten Nationen 1999 ins Leben gerufen, erinnert uns daran, wie wichtig es ist, junge Menschen weltweit zu stärken und ihre Belange ernst zu nehmen.

Mit 1,8 Milliarden jungen Menschen zwischen 10 und 24 Jahren ist dies die größte Jugendgeneration der Geschichte. Sie bringen frische Perspektiven, innovative Ideen und den Mut zur Veränderung mit – Eigenschaften, die unsere Welt dringend braucht.

Gleichzeitig stehen sie vor einzigartigen Herausforderungen: digitaler Wandel, Klimakrise, veränderte Arbeitsmärkte und gesellschaftliche Umbrüche.

Deshalb ist es so wichtig, in die Jugend zu investieren. Studien zeigen: Jeder Euro, der in Jugendförderung fließt, bringt gesellschaftlich das Siebenfache zurück. Bildung, Mentoring und frühzeitige Berufsorientierung schaffen nicht nur individuelle Chancen, sondern stärken unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft.

Gemeinsam mit unseren starken Partnern haben wir ein Netzwerk geschaffen, das junge Talente entdeckt, fördert und auf ihrem Weg begleitet. Diese Vielfalt an Initiativen macht uns stolz – denn jeder junge Mensch verdient die Chance, sein Potenzial zu entfalten.

Was wird wohl aus unserer lieb gewonnenen Fähre?

Blick auf die Fähre von Kaiserswerth aus. Foto: cs

(cs) Als mein Sohn noch klein war, schipperten wir oft über den Rhein per Fähre Langs-Kierst/Kaiserswerth, um meine Eltern in Essen zu besuchen. Es war immer eine kleine Auszeit, ein Kurzzeit-Urlaub im hektischen Alltag. Schöne Erinnerungen, die wiederkommen in diesen Stunden, wenn angekündigt wird, dass die Fähre Ende des Jahres ihren Dienst einstellen wird. Der Chef Holger Schäfer findet keine Mitarbeiter mehr und „so mal eben“ jemanden auszubilden geht auch nicht, schließlich dauert so eine Ausbildung bis zu drei Jahre. Jetzt kommt aber Bewegung ins Geschehen, denn es gibt erste Käufer-Anfragen. Auch unsere Rheinbahn scheint den Vorgang zu prüfen. Immerhin ist die Fähre ein Stück Geschichte und auch wirtschaftsrelevant: Pendler und Schüler nutzen die Fähre Tag für Tag, um auf die andere Rheinseite zu gelangen. Bleibt zu hoffen, dass die Geschichte gut ausgeht und wir auch 2026 die Fähre noch nutzen können. Die beiden Fähren stehen jedenfalls bereit und sind noch sehr fit, sagt Herr Schäfer.

Düsseldorfer Flughafen ausgezeichnet für Service, Effizienz und Qualität

Foto: Flughafen Düsseldorf

(cs) Es ist Urlaubszeit, und dennoch geht alles überraschend schnell: Vom Auto oder Zug sind es nur wenige Minuten bis zum Terminal, der Koffer ist in zehn Minuten aufgegeben, die Sicherheitskontrolle passiert – ebenfalls ohne lange Wartezeit. Szenen wie diese sind für Reisende am Düsseldorfer Flughafen längst keine Ausnahme mehr. Was viele Fluggäste bereits im Alltag erleben, bestätigen nun auch internationale Rankings: Der größte Airport Nordrhein-Westfalens zählt zu den besten seiner Klasse – weltweit.

Gleich drei besondere Auszeichnungen belegen die neue Qualitätsoffensive am Flughafen Düsseldorf. Der „World Airport Index 2025“ des Consumer Choice Center kürt den Airport zum weltweit besten Flughafen seiner Größenordnung. Beim international anerkannten „AirHelp Score 2025“ erreicht Düsseldorf erstmals Platz eins unter den deutschen Flughäfen. Und bereits im Frühjahr wurde der Airport bei den renommierten Skytrax World Airport Awards zum „Best Regional Airport Europe 2025“ gewählt.

„Ein starkes Signal und gemeinsamer Erfolg“

Für die Geschäftsführung ist das ein Meilenstein. „Diese Auszeichnungen sind ein starkes Signal und ein gemeinsamer Erfolg“, sagt Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung. Man sehe sich bestätigt im Anspruch, einen „verlässlichen, serviceorientierten und leistungsstarken Flughafen“ zu bieten. Dahinter stehe die Leistung des gesamten Teams – und der Wille zur kontinuierlichen Verbesserung.

Kurze Wege, schnelle Abläufe – auch zur Ferienzeit

Tatsächlich sprechen auch die Zahlen eine klare Sprache: In den bisherigen Sommerferien lagen die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen für 95 Prozent der Passagiere unter zehn Minuten. Beim Check-in ging es für 82 Prozent ebenso zügig. Beim Gepäck setzte der Flughafen neue Maßstäbe: Nur 16 Minuten vergingen im Schnitt bis zum ersten Koffer auf dem Band, der letzte folgte nach 32 Minuten – trotz hohem Verkehrsaufkommen.

Spitzenplatz in internationalen Rankings

Dass sich die Optimierungen lohnen, zeigt sich besonders im „AirHelp Score 2025“. Der vergleicht weltweit 250 Flughäfen in den Kategorien Pünktlichkeit, Service und Aufenthaltsqualität. Düsseldorf belegt hier Platz eins unter den deutschen Airports. Bewertet wird auf Basis von Flugdaten und Passagierfeedback aus 68 Ländern.

Auch im Skytrax-Ranking der besten Regionalflughäfen Europas konnte Düsseldorf überzeugen: Millionen Fluggäste bewerten dort jährlich über 500 Airports weltweit – Düsseldorf setzte sich mit seiner Servicequalität, Orientierung und Effizienz an die Spitze seiner Kategorie.

Die Krönung: Der World Airport Index 2025 der US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Choice Center listet Düsseldorf auf Platz eins unter den Flughäfen mit bis zu 35 Millionen Passagieren jährlich. Vor Städten wie Kopenhagen, Zürich oder Brüssel. Bewertet wurden neben Infrastruktur und Komfort auch Faktoren wie Erreichbarkeit, Wartezeiten oder Hotelangebote am Flughafen.

DUS verfolgt klare Strategie – und sie geht auf

„Destination of Excellence“ nennt sich die strategische Vision des Flughafens, unter Europas besten Airports seiner Größenordnung dauerhaft mitzuspielen. Digitale Services, Investitionen in moderne Infrastruktur und optimierte Abläufe sollen dies möglich machen. Die jüngsten Erfolge zeigen: Düsseldorf ist auf gutem Kurs.

Fachkräftelücke wächst weiter – trotz Beschäftigungszuwachs > Was nun zu tun ist!

(cs) Trotz anhaltender Unsicherheiten in Politik und Wirtschaft zeigt die neue Arbeitsmarktfortschreibung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland wird bis 2028 weiter steigen. Doch gleichzeitig klafft eine immer größere Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Der demografische Wandel schlägt voll durch – und die Zuwanderung allein wird das Problem kaum lösen können.

Ein paradoxer Arbeitsmarkt

Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich: Während der Arbeitsmarkt zwischen 2024 und 2028 jährlich um knapp 400.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Beschäftigte wachsen soll, prognostiziert das IW für das Jahr 2028 dennoch einen Mangel von rund 768.000 qualifizierten Arbeitskräften. Der Grund liegt in der Struktur des Wachstums – und in den langfristigen demografischen Trends.

Denn zwar steigt die Gesamtzahl der Beschäftigten, doch viele davon verfügen nicht über die Qualifikationen, die in zentralen Branchen dringend benötigt werden. Vor allem altersbedingte Abgänge aus dem Arbeitsmarkt verschärfen die Lage. Die Generation der Babyboomer geht in Rente – und es kommen zu wenige qualifizierte Nachwuchskräfte nach.

In diesem Ausmaß tragen der IW-Arbeitsmarktfortschreibung zufolge die einzelnen Komponenten im Schnitt der Jahre 2024 bis 2028 zur Veränderung der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei

Differenzierte Entwicklungen nach Berufsgruppen

Die IW-Fortschreibung zeigt klare Unterschiede je nach Berufsbild: Besonders starke Zuwächse sind in sozialen, medizinischen, IT- sowie organisatorischen Berufen zu erwarten. So werden in Erziehungs- und sozialen sowie hauswirtschaftlichen Berufen bis 2028 etwa 326.000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs entstehen. Auch in der IT, im Gesundheitswesen sowie im Bereich Unternehmensorganisation ist ein deutlicher Beschäftigungsanstieg absehbar.

Am anderen Ende des Spektrums: klassische Industrieberufe. In den Metallberufen etwa wird ein Rückgang um mehr als 160.000 Beschäftigte erwartet. Insgesamt rechnet das IW mit einem Abbau von knapp 190.000 Jobs in der Industrie – ein Minus von 2,8 Prozent.

Veränderung der Zahl der Beschäftigten in den am stärksten wachsenden beziehungsweise schrumpfenden Berufshauptgruppen von 2023 bis 2028

Qualifikation bleibt Schlüsselproblem

Ein wichtiger Aspekt: Der Fachkräftemangel ist nicht gleichzusetzen mit einem allgemeinen Arbeitskräftemangel. Während in bestimmten Branchen Jobs wegfallen, bleiben andere Stellen mangels qualifizierter Bewerber unbesetzt. Im Jahr 2023 konnten laut IW rund 600.000 offene Stellen rechnerisch nicht besetzt werden – trotz konjunktureller Abkühlung. Und der Trend zeigt nach oben.

Besonders betroffen: der Einzelhandel. Für den Verkaufsbereich werden bis 2028 über 40.000 Fachkräfte fehlen. Auch Ostdeutschland sieht sich einem besonderen Druck ausgesetzt, da dort die alternde Bevölkerung noch stärker durchschlägt. Die Lücke bei beruflich ausgebildeten Fachkräften dürfte dort besonders stark wachsen.

Differenz zwischen offenen Stellen und passend qualifizierten Arbeitslosen in den Berufen mit der größten Fachkräftelücke im Jahr 2028

Zuwanderung bleibt Hoffnungsträger – mit Einschränkungen

Ein zentraler Hebel zur Abfederung des Fachkräftemangels bleibt die qualifizierte Zuwanderung. Doch hier zeigt die Entwicklung zuletzt Rückschritte: Die Zuwanderungszahlen sind deutlich gesunken, was auch die IW-Prognosen dämpft. Zwar bleibt Migration der einzige Faktor, der die demografische Entwicklung ansatzweise ausgleichen kann – doch allein wird sie den Bedarf nicht decken.

Hinzu kommt, dass sich die Arbeitsmarktbeteiligung insgesamt langsamer erhöht als erhofft – insbesondere bei älteren Beschäftigten und innerhalb der deutschen Bevölkerung.

Ausblick: Maßnahmen dringend notwendig

Auch wenn Prognosen in Krisenzeiten mit Vorsicht zu genießen sind – Corona, der Ukrainekrieg, ein erratischer US-Präsident und geopolitische Unsicherheiten erschweren langfristige Planungen –, bleiben die strukturellen Herausforderungen am deutschen Arbeitsmarkt bestehen.

Die IW-Zahlen mahnen: Mehr Ausbildung, gezielte Weiterqualifizierung, aktive Fachkräftezuwanderung und flexible Beschäftigungsmodelle sind zwingend notwendig, um die Fachkräftelücke zu schließen. Andernfalls droht Deutschland, trotz steigender Beschäftigungszahlen, ein gefährlicher Engpass bei den qualifizierten Kräften, die Wirtschaft und Gesellschaft dringend brauchen.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

Zwischenbilanz: Henkel steigert Profitabilität deutlich

Die Zentrale in Holthausen. Foto: HENKEL

(cs) Nach einem verhaltenen Jahresstart hat Henkel im zweiten Quartal 2025 deutlich an Fahrt aufgenommen. Der Konsumgüter- und Industriekonzern verzeichnete beim organischen Umsatzwachstum eine spürbare Beschleunigung – getragen von positiven Entwicklungen in beiden Unternehmensbereichen. Zugleich verbesserte sich die Profitabilität deutlich, was den Vorstand veranlasste, die Jahresprognose für 2025 punktuell anzupassen.

„Die Verbesserung des organischen Umsatzwachstums war durch beide Unternehmensbereiche getragen, wobei insbesondere die sequenzielle Verbesserung der Volumenentwicklung im Bereich Consumer Brands hervorzuheben ist“, sagte CEO Carsten Knobel. Die Kombination aus gestiegener Nachfrage und einer weiterhin positiven Preisentwicklung führte im zweiten Quartal zu einem organischen Umsatzplus. Bei Adhesive Technologies wirkte ein ausgewogenes Verhältnis von Preis- und Volumenwachstum stabilisierend.

Profitabilität als starker Hebel

Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei der Profitabilität aus: Die bereinigte EBIT-Marge legte im ersten Halbjahr kräftig zu. Knobel begründet dies mit einer verbesserten Bruttomarge in beiden Segmenten, einem vorteilhaften Produktmix sowie erzielten Effizienzgewinnen. „Wir sind auf einem guten Weg, die im Bereich Consumer Brands angestrebten Einsparungen zu erreichen oder sogar zu übertreffen“, so Knobel. Trotz Einsparungen investiere Henkel weiterhin gezielt in Marken und Technologien, um künftiges Wachstum zu sichern.

Konzernzahlen im Überblick

Der Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr 2025 bei 10,4 Milliarden Euro – ein nominaler Rückgang um 3,8 Prozent. Belastend wirkten insbesondere negative Wechselkurseffekte (-2,8 %) sowie der Verkauf des nordamerikanischen Handelsmarkengeschäfts. Bereinigt um diese Sondereffekte blieb der Umsatz organisch mit -0,1 Prozent nahezu stabil. Im zweiten Quartal konnte Henkel hier mit einem Plus von 0,9 Prozent punkten. Die Volumenentwicklung blieb jedoch leicht rückläufig, was Henkel auf das anhaltend schwierige geopolitische und konjunkturelle Umfeld zurückführt.

Prognose leicht gesenkt – Profitabilitätsausblick angehoben

Angesichts der Entwicklung im ersten Halbjahr und der anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen hat Henkel die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht nach unten korrigiert. Erwartet wird nun ein organisches Umsatzwachstum zwischen 1,0 und 2,0 Prozent (zuvor: 1,5 bis 3,5 %). Für den Bereich Adhesive Technologies rechnet das Unternehmen mit einem Wachstum von 2,0 bis 3,0 Prozent (zuvor: 2,0 bis 4,0 %), bei Consumer Brands mit 0,5 bis 1,5 Prozent (zuvor: 1,0 bis 3,0 %).

Deutlich optimistischer zeigt sich Henkel jedoch beim Ergebnis: Die bereinigte EBIT-Marge wird nun in einer Bandbreite von 14,5 bis 15,5 Prozent erwartet (zuvor: 14,0 bis 15,5 %). Adhesive Technologies soll eine Marge von 16,5 bis 17,5 Prozent erreichen (zuvor: 16,0 bis 17,5 %), Consumer Brands zwischen 14,0 und 15,0 Prozent (zuvor: 13,5 bis 15,0 %). Beim bereinigten Gewinn je Vorzugsaktie (EPS) bei konstanten Wechselkursen hält Henkel an der Prognose eines Wachstums im unteren bis hohen einstelligen Prozentbereich fest.

Henkel bleibt auf Kurs

Trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen bleibt Henkel profitabel auf Wachstumskurs. Die klare Verbesserung im zweiten Quartal und die angehobenen Margenerwartungen zeigen, dass die strategischen Maßnahmen – insbesondere im Bereich Consumer Brands – Wirkung entfalten. Zugleich unterstreicht die angepasste Umsatzprognose die realistische Einschätzung des Managements gegenüber externen Unsicherheiten.

Mit Blick auf das zweite Halbjahr bleibt Henkel optimistisch. CEO Knobel formuliert es so: „Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2025 weiteres profitables Wachstum.“

Rheinmetall verzeichnet Rekordhalbjahr

Armin Papperger Foto: Frank Wiedemeier

(cs) Die Düsseldorfer Rheinmetall AG hat das erste Halbjahr 2025 mit neuen Rekorden bei Umsatz und Ertrag abgeschlossen. Angetrieben von einer ungebrochen hohen Nachfrage im militärischen Bereich, profitiert der Technologiekonzern weiterhin massiv von der geopolitischen Lage und steigenden Verteidigungsbudgets weltweit.

Wie das Unternehmen heute (07.08.) mitteilte, erreichte der Auftragsbestand erneut ein Rekordniveau – trotz eines verzögerten Auftragsstarts in Deutschland nach den Neuwahlen im Frühjahr. Die internationale Nachfrage bleibt angesichts der NATO-Beschlüsse vom Juni und der fortgesetzten Unterstützung der Ukraine hoch. Kernmärkte bleiben Europa, Deutschland und insbesondere die Ukraine.

Rüstung als Wachstumstreiber

„Rheinmetall ist erfolgreich auf seinem Weg, ein globaler Rüstungschampion zu werden“, erklärte Vorstandschef Armin Papperger. „Mittlerweile sind wir auch für US-Unternehmen ein ernstzunehmender Partner.“ Die volle Auftragslage sei ein klares Zeichen für das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Konzerns.

Besonders profitiert Rheinmetall vom verstärkten Engagement europäischer Staaten, ihre Verteidigungsfähigkeiten auszubauen. „Wir stehen zu unserer Verantwortung für unsere Demokratie und die Unabhängigkeit Europas“, betonte Papperger. Der Konzern baue sein Engagement in Mittel- und Osteuropa deutlich aus und werde dort neue Fertigungskapazitäten schaffen.

Zivile Sparte bleibt hinter Erwartungen

Während das militärische Geschäft floriert, bleibt der zivile Bereich des Konzerns unter Druck. Ein anhaltend schwaches Marktumfeld bremst das Wachstum außerhalb der Verteidigungsindustrie. Hier konnte Rheinmetall im Vergleich zum Vorjahr nicht anknüpfen.

Prognose wird bestätigt – weitere Anhebung möglich

Trotz der schleppenden Auftragsvergabe in Deutschland bestätigt Rheinmetall seine Jahresprognose für Umsatzwachstum und operative Ergebnismarge. Sollte sich der Trend zu steigenden Rüstungsinvestitionen infolge aktueller geopolitischer Spannungen weiter konkretisieren, stellt der Konzern erneut eine Anhebung der Prognose in Aussicht – wie bereits nach dem ersten Quartal.

Ausbau der Produktionskapazitäten in Europa

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, investiert Rheinmetall massiv in den Ausbau seiner Produktionsstandorte. In mehreren europäischen Ländern entstehen neue Werke, bestehende Anlagen werden erweitert. „In Kürze werden wir in Niedersachsen die größte Munitionsfabrik Europas einweihen“, kündigte Papperger an. Zudem werden vermehrt zivile Fertigungslinien auf militärische Produktion umgestellt.

Mehr als 1.200 Ausbildungsplätze in Düsseldorf unbesetzt – Berufsberatung empfiehlt Endspurt für Azubi-Suchende

Michael Grütering. Foto: W.Meyer

(cs) Es klingt kaum glaubhaft, ist aber Realität: Trotz laufender Einstellungsphase für das neue Ausbildungsjahr bleiben in Düsseldorf noch immer über 1.200 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das hat die Agentur für Arbeit jetzt bekanntgegeben. Besonders im August und September, wenn traditionell die meisten Azubis ihren Start in den Beruf feiern, sei diese Lücke alarmierend – und vermutlich sogar noch größer, sagen Experten.

Denn viele Unternehmen melden ihre offenen Ausbildungsplätze gar nicht erst bei der Agentur, sondern platzieren sie ausschließlich auf ihrer Webseite oder in spezialisierten Ausbildungsbörsen vor Ort. Die Dunkelziffer dürfte entsprechend deutlich höher liegen.

Die Arbeitsagentur appelliert nun an Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sich schnell beraten zu lassen: „Nutzen Sie jetzt die Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung – es ist noch nicht zu spät, um mit einem Ausbildungsvertrag ins Berufsleben zu starten“, so eine Sprecherin der Behörde. Eltern könnten ebenfalls aktiv werden und gemeinsam mit ihrem Kind ein Beratungsgespräch führen – wahlweise vor Ort, telefonisch oder per Video.

Auch Arbeitgeber werden erneut aufgerufen, ihre offenen Stellen zu melden. Denn gleichzeitig suchen aktuell noch 1.292 junge Menschen aktiv nach einem Ausbildungsplatz. Die Arbeitsagentur bietet Betrieben gezielte Unterstützung an – von Bewerbertagen bis hin zu individuellen Vermittlungsservices.

Kommentar von Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Düsseldorf:

„Die aktuellen Zahlen zeigen, wie wichtig das Thema berufliche Orientierung für unsere Stadt bleibt. Mit unserem ‚Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung‘, der engagierten Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt sowie unseren starken Partnern – der Agentur für Arbeit, der IHK, der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft – sind wir hier gut aufgestellt. Doch wir sehen auch: Die konjunkturellen Herausforderungen machen vor dem Ausbildungsmarkt nicht halt. Umso bemerkenswerter ist es, dass unsere Unternehmen selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf hohem Niveau weiter ausbilden. Das ist ein starkes und positives Signal für die Zukunft und die Verantwortung unserer Wirtschaft.“