Jugendliche entdecken Ihre Talente: „komm auf tour“ im Düsseldorfer Sprinterwerk

Ein gutes Gespräch: Claudia Malkus (Werksleiterin Mercedes-Benz Düsseldorf), Michael Grütering (Arbeitgeberverbände, Hauptgeschäftsführer) und Bürgermeister Josef Hinkel (von rechts). Foto: Christoph Sochart

(cs) Wenn das Mercedes-Benz Sprinterwerk in Düsseldorf sich im Juni erneut in ein überdimensionales Klassenzimmer verwandelt, ist es wieder so weit: „komm auf Tour“ lädt Schülerinnen und Schüler dazu ein, ihre eigenen Stärken zu entdecken und erste Schritte in Richtung Berufsorientierung zu gehen. Vom 09. bis 12. Juni 2026 durchlaufen rund 700 Jugendliche der siebten Klassen von Förder-, Haupt- und Gesamtschulen den interaktiven Erlebnisparcours. Der Fokus liegt dabei besonders auf Jugendlichen mit Förderbedarf.


Dazu gibt es auch Podcast-Episode der „Düsseldorfer Wirtschaft“. HIER HÖREN!


Mit spielerischen, praxisnahen und gendersensiblen Methoden bietet „komm auf Tour“ wertvolle Impulse für die berufliche Orientierung und persönliche Lebensplanung. In verschiedenen Stationen setzen sich die Jugendlichen aktiv mit ihren Fähigkeiten auseinander, entdecken verborgene Talente und gewinnen Selbstvertrauen. Gleichzeitig erhalten sie konkrete Anregungen für Praktika und entwickeln realistische Vorstellungen von beruflichen Möglichkeiten sowie privaten Zukunftsperspektiven.

Der Parcours verbindet Lernen mit Erleben und schafft es so, auch komplexe Themen greifbar zu machen. Lehrkräfte und Projektverantwortliche sehen in dem Format einen wichtigen Baustein, um junge Menschen frühzeitig bei ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen und ihnen neue Wege aufzuzeigen.

Getragen wird das Projekt von einem engagierten Netzwerk:
Agentur für Arbeit Düsseldorf, Bürgerstiftung Düsseldorf, Landeshauptstadt Düsseldorf, Mercedes-Benz Werk Düsseldorf, Arbeitgeberverbände Düsseldorf

Veranstalter:
Kommunale Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf und Kompetenzzentrum Berufliche Orientierung in Zusammenarbeit mit SINUS – Büro für Kommunikation

Michael Grütering und Marion Drösser (Bürgerstiftung Düsseldorf). Foto: Christoph Sochart

Landeshauptstadt Düsseldorf
(Bürgermeister Josef Hinkel)
Auch 2026 ist „komm auf Tour“ ein wichtiger Baustein der beruflichen Orientierung in Düsseldorf. Das Angebot überzeugt durch seine Praxisnähe, seine motivierende Ansprache und den wertschätzenden Blick auf die Fähigkeiten der Jugendlichen. Die Stadt engagiert sich daher weiterhin mit Überzeugung für den Stärkenparcours, der jungen Menschen hilft, ihre Potenziale zu erkennen und Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Ein besonderer Dank gilt dem Mercedes-Benz Sprinterwerk für die erneute Bereitstellung des Veranstaltungsortes sowie der Bürgerstiftung Düsseldorf und der Agentur für Arbeit Düsseldorf, deren Unterstützung die Durchführung des Projekts maßgeblich ermöglicht.

Bürgerstiftung Düsseldorf
(Cornelia Hornemann)
Die Bürgerstiftung Düsseldorf, insbesondere das Ressort „Junge Erwachsene und Stipendiaten“, begleitet „komm auf Tour“ auch in diesem Jahr mit großem Engagement. Das Projekt greift in besonderer Weise das Anliegen der Stiftung auf, junge Menschen frühzeitig auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Gerade in der Phase der Berufsorientierung ist es entscheidend, eigene Interessen und Stärken zu erkennen. Der Erlebnisparcours bietet dafür einen geschützten und zugleich motivierenden Rahmen, in dem Schülerinnen und Schüler wichtige Erfahrungen sammeln und ihre Kompetenzen weiterentwickeln können. Damit leistet das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und persönlicher Entfaltung.

Mercedes-Benz
(Stefan Ton)
Als bedeutender Arbeitgeber in der Region sieht sich Mercedes-Benz weiterhin in der Verantwortung, junge Menschen bei ihrem Einstieg ins Berufsleben zu begleiten. Mit einem vielfältigen Ausbildungsangebot eröffnet das Werk in Düsseldorf zahlreiche Perspektiven im Bereich der Automobilproduktion. Durch die Unterstützung von „komm auf Tour“ möchte das Unternehmen Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre individuellen Stärken zu entdecken und erste Einblicke in die Berufswelt zu gewinnen. Angesichts der Vielzahl an Ausbildungs- und Studienoptionen ist es wichtiger denn je, Orientierung zu schaffen und konkrete Einblicke zu ermöglichen. Formate wie dieser Parcours ergänzen bestehende Angebote wie Praktika und Werksführungen sinnvoll und stärken den direkten Austausch mit den Jugendlichen.

Agentur für Arbeit
(Christoph Tatura)
„komm auf Tour“ bleibt auch in diesem Jahr ein zentraler Bestandteil der beruflichen Orientierung in der Region. Das Projekt erreicht Jugendliche frühzeitig und unterstützt sie dabei, sich mit ihren eigenen Stärken auseinanderzusetzen. Ziel ist es, allen jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Der Parcours bildet einen wichtigen Einstieg in die Berufsorientierung und ergänzt die bestehenden Beratungsangebote der Agentur für Arbeit sowie der Partner vor Ort. Gerade diese enge Verzahnung macht das Format so wirkungsvoll.

Arbeitgeberverbände Düsseldorf
(Michael Grütering)
Selbstvertrauen ist eine entscheidende Grundlage für den erfolgreichen Start ins Berufsleben – und genau hier setzt „komm auf Tour“ an. Der Parcours ermutigt Jugendliche, ihre Fähigkeiten zu erkennen und sich aktiv mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Für die Arbeitgeberverbände ist es ein zentrales Anliegen, junge Menschen frühzeitig zu begleiten und ihnen praxisnahe Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Das Projekt leistet hierzu auch 2026 einen wichtigen Beitrag.

Bürgermeister Josef Hinkel und Werksleiterin Claudia Malkus (Mercedes-Benz Düsseldorf). Foto: Christoph Sochart

Adventure School Düsseldorf 2026: Mit MINT-Angeboten Zukunftschancen für alle Kinder schaffen

Foto: Christoph Sochart

(ud) Die Landeshauptstadt Düsseldorf startet in diesem Sommer erneut mit einem besonderen Ferienangebot für Kinder und Jugendliche: In den letzten drei Wochen der Sommerferien öffnet die Adventure School wieder ihre Türen. Organisiert von der Stadt Düsseldorf und in weiten Teilen umgesetzt durch das zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf, erwartet Schülerinnen und Schüler der 1. bis 13. Klasse ein umfangreiches MINT-Programm – von Künstlicher Intelligenz und Virtueller Realität über Naturwissenschaften bis hin zu kreativen Technikprojekten.

Die Adventure School steht dabei nicht nur für spannende Feriengestaltung, sondern auch für ein zukunftsweisendes Bildungsangebot. Gerade in Zeiten wachsender sozialer Unterschiede bei digitalen Kompetenzen gewinnen außerschulische Lernorte zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Paderborn zeigt, dass die digitale Kluft unter Jugendlichen in Deutschland innerhalb der vergangenen zehn Jahre deutlich gewachsen ist.

Besonders alarmierend: Der Abstand bei digitalen Kompetenzen zwischen Jugendlichen aus privilegierten und weniger privilegierten Familien ist laut der Untersuchung von 43 auf 66 Kompetenzpunkte gestiegen. Entscheidend seien dabei vor allem das kulturelle Umfeld im Elternhaus sowie die jeweilige Schulform. Kinder und Jugendliche, die zuhause weniger Zugang zu Büchern, digitalen Lernmöglichkeiten oder technischer Unterstützung haben, geraten zunehmend ins Hintertreffen.

Genau hier setzt die Adventure School an. Das Angebot der Landeshauptstadt Düsseldorf verfolgt bewusst das Ziel, Kindern und Jugendlichen unabhängig von Herkunft, Schulform oder familiären Voraussetzungen niedrigschwellige Zugänge zu Zukunftstechnologien und digitalen Kompetenzen zu eröffnen.

Christoph Sochart, Geschäftsführer der Stiftung Pro Ausbildung, unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Programms „Bildungsgerechtigkeit entscheidet sich heute auch im Zugang zu digitalen Kompetenzen. Mit der Adventure School schafft die Stadt für Kinder und Jugendliche Räume, in denen sie Zukunftstechnologien erleben, ausprobieren und selbst gestalten können – unabhängig vom Elternhaus.“

Sochart betont zudem die Rolle außerschulischer Bildungsangebote: „Gerade Ferienprogramme wie die Adventure School können junge Menschen begeistern, Talente sichtbar machen und Selbstvertrauen stärken. Viele Kinder entdecken hier erstmals, dass Technik, Informatik oder Naturwissenschaften spannende Perspektiven für ihre eigene Zukunft bieten.“

Die kostenfreien Angebote der Stadt  verbinden dabei Lernen mit praktischer Erfahrung. Statt klassischem Unterricht stehen Experimentieren, Teamarbeit und kreative Problemlösungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden beschäftigen sich umfassend mit Nachhaltigkeit, entwickeln Apps, bauen Roboter und analysieren KI.

„Wir dürfen nicht akzeptieren, dass soziale Herkunft über digitale Chancen entscheidet“, erklärt Sochart weiter. „Deshalb investiert die Landeshauptstadt  gezielt in offene Bildungsangebote, die Kinder frühzeitig fördern und ihnen Zugang zu den Kompetenzen geben, die sie in einer digitalen Gesellschaft brauchen.“

Auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie erhält das Thema zusätzliche Relevanz. Die wissenschaftliche Studie weist darauf hin, dass insbesondere Schülerinnen und Schüler aus privilegierten Familien besser mit den digitalen Anforderungen der Pandemie umgehen konnten. Außerschulische Lernangebote können helfen, diese Unterschiede auszugleichen und Kindern zusätzliche Lern- und Erfahrungsräume zu eröffnen.

Mit der Adventure School setzt Düsseldorf damit erneut ein starkes Zeichen für Chancengerechtigkeit, Nachwuchsförderung und Zukunftskompetenzen. Eltern und Kinder dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Sommerferienprogramm freuen, das Neugier weckt, Talente fördert und Lust auf MINT macht.

Die Anmeldung für die diesjährige Adventure School startet am 1. Juni über die Kanäle der Landeshauptstadt Düsseldorf und des zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf unter portal-adventure-school.de.

Foto: Christoph Sochart

Verkehrshinweis: Vollsperrung der A44 ab Donnerstag, 21 Uhr

Symbolfoto: Christoph Sochart

(ud) Von Donnerstag, 11. Juni, 21 Uhr, bis Montag, 15. Juni, 3 Uhr, wird die A44 in Fahrtrichtung Mönchengladbach zwischen dem Autobahnkreuz Düsseldorf-Nord und der Anschlussstelle Düsseldorf-Flughafen vollgesperrt. Grund sind Sanierungsarbeiten im Tunnel Reichswaldallee. Die Umleitung (roter Punkt) erfolgt über die A52 und das Autobahnkreuz Breitscheid (roter Punkt).

Young Talents Day 2026 auf der interpack – Einblicke in die Verpackungsindustrie von morgen

Fotos: Stiftung Pro Ausbildung

(cs) Am letzten Messetag fand im Rahmen der interpack 2026 der diesjährige „Young Talents Day“ statt. Die weltweit führende Messe für Verpackungen und Verpackungsprozesse öffnete am letzten Messetag ihre Türen speziell für junge Menschen ab Klasse 9, Auszubildende, Studierende sowie Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger.

Organisiert wurde eines der Angebote, die  „Career Tour“, von Ekkehard Hostert vom zdi-Netzwerk MINT Düsseldorf, ein Angebot der Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen (www.mint-duesseldorf.de). Das zdi ist ein Projekt der Stiftung Pro Ausbildung des Düsseldorfer Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie. Ziel des Aktionstags war es, Schülerinnen und Schülern spannende Einblicke in die vielfältige Welt der Verpackungs- und Prozessindustrie zu ermöglichen und berufliche Perspektiven aufzuzeigen.

Die Teilnehmenden erwartete ein abwechslungsreiches Programm mit Guided Tours zu den Ständen innovativer Unternehmen. Dort konnten beeindruckende Maschinen und moderne Produktionsprozesse aus nächster Nähe erlebt werden. Besonders spannend waren die Gespräche mit regionalen Unternehmen und deren Personalverantwortlichen, die über Ausbildungswege, Studienmöglichkeiten und Zukunftskompetenzen informierten.

Darüber hinaus bot der Young Talents Day zahlreiche Networking-Möglichkeiten. Die Jugendlichen konnten direkt mit Unternehmen in Kontakt treten, Fragen stellen und wertvolle Eindrücke über die Arbeitswelt von morgen sammeln.

Der Aktionstag zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig und zukunftsorientiert die Verpackungsindustrie ist. Für viele Teilnehmende war der Besuch der interpack eine inspirierende Gelegenheit, neue Berufsfelder kennenzulernen und erste Kontakte für ihre berufliche Zukunft zu knüpfen.

Neue Podcast-Folge! Zwischen Verantwortung und Markt: Wie mentale Stärke zur Wirtschaftskraft wird

Lisa Charlotte Robben, COO des Düsseldorfer Kreativ-Unternehmens Saatchi & Saatchi im Gespräch. Foto: privat

(cs) Herzlich willkommen zum Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ – dem Ort, an dem wir hinter die Kulissen erfolgreicher Unternehmen blicken und die Menschen kennenlernen, die Wirtschaft neu denken.

Heute erwartet Sie ein interessantes Gespräch: Es geht um Verantwortung im Alltag, mentale Gesundheit als echten Wirtschaftsfaktor und die Frage, wie Kreativität und Leistungsdruck in Einklang gebracht werden können.

Zu Gast ist Lisa Charlotte Robben, COO und Personalchefin bei der renommierten Kreativagentur Saatchi & Saatchi. Ich traf Sie in der Düsseldorfer Zentrale an der Toulouser Allee.

Sie gehört zu den Führungspersönlichkeiten, die nicht nur über Unternehmenskultur sprechen, sondern sie aktiv gestalten – mit klaren Werten, innovativen Gesundheitsprogrammen und einem modernen Verständnis von Arbeit.

Gemeinsam sprechen wir darüber, warum sich Verantwortung erst im täglichen Handeln zeigt, wie mentale Gesundheit zum Treiber für Unternehmenserfolg wird und weshalb kreative Höchstleistungen ohne eine stabile Unternehmenskultur kaum möglich sind.

Außerdem werfen wir einen Blick auf aktuelle Herausforderungen: flexible Arbeitsmodelle, den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf kreative Prozesse und die Frage, wie Unternehmen ihre Teams in Zeiten ständiger Veränderung stärken können, ohne sie zu überfordern.

Und natürlich geht es auch um konkrete Impulse für den Mittelstand in Düsseldorf: Wie können Unternehmerinnen und Unternehmer heute Kultur, Kreativität und Verantwortung so verbinden, dass daraus nachhaltiges Wachstum entsteht?

Das ganze Gespräch gibt es in unserer Podcast-Mediathek: hier!

Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026: Wirtschaft fordert Mut, Innovation und mehr Freiräume – Auszeichnung eines Düsseldorfer Start-Ups, dass ein Medikament gegen Alzheimer, Parkinson und ALS entwickelt

von links: Thomas Buschmann, Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer, Michael Grütering. Foto: Weber

(cs) Mit klaren Botschaften für mehr wirtschaftliche Dynamik, einem eindrucksvollen Innovationspreis und einem internationalen wirtschaftspolitischen Dialog hat der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026 der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V. erneut ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen gesetzt. Rund 49 Jahre nach seiner Gründung brachte das traditionsreiche Netzwerktreffen erneut Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Düsseldorf zusammen.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Thomas Buschmann, Mitglied des Vorstandes der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung, die Gäste stellvertretend für den kurzfristig verhinderten Vorsitzenden Michael Jungwirth. Buschmann warb in seiner Rede für mehr Zuversicht, unternehmerischen Mut und einen neuen wirtschaftspolitischen Gestaltungswillen.


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Nordrhein-Westfalen sei trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten weiterhin das wirtschaftsstärkste Bundesland Deutschlands und verfüge über enorme Potenziale. Besonders die Region Düsseldorf stehe für Innovationskraft, Mittelstand und Transformation. Buschmann kritisierte zugleich eine zunehmende Bürokratisierung durch europäische und nationale Regularien. Unternehmen müssten wieder mehr Freiraum für Innovationen und Investitionen erhalten. „Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat, mehr unternehmerische Freiheit, um gestalten und wagen zu können“, betonte Buschmann.

Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung eines engen Schulterschlusses zwischen Wirtschaft, Stadt und Politik. Düsseldorf verstehe sich als Partner der Unternehmen und wolle Verfahren schneller, digitaler und effizienter gestalten. Gerade bei den großen Transformationsaufgaben – von der Energiewende bis zum Fachkräftemangel – setze die Stadt bewusst auf Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.

Die Vertreter des ausgezeichneten Start-UPs Priavid und der Jury. Foto: C. Weber

Ein Höhepunkt des Arbeitgebertages war die Verleihung des Rheinischen Innovationspreises 2026. Die Laudatio hielt Steffen Pörner, Geschäftsführer des Bankenverbandes NRW. In seiner Rede stellte Pörner das Leitmotiv „Resilienz“ in den Mittelpunkt und würdigte die Innovationskraft deutscher Forschung und Entwicklung.

Der diesjährige Rheinische Innovationspreis ging an das Düsseldorfer Unternehmen Priavoid. Das Biotechnologie-Unternehmen entwickelt mit dem Wirkstoff PRI-002 einen innovativen Therapieansatz gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und ALS. Pörner bezeichnete die Entwicklung als potenziell weltverändernd. Besonders hervorgehoben wurde die Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und gesellschaftlicher Relevanz.

Seit rund 25 Jahren forscht Mitgründer Prof. Dr. Dieter Willbold am Forschungszentrum Jülich und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an fehlgefalteten Proteinen im Gehirn, die als Auslöser verschiedener Demenzerkrankungen gelten. 2017 entstand daraus die Ausgründung Priavoid. Heute beschäftigt das Unternehmen 32 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Fachrichtungen und befindet sich mit seinem Wirkstoff bereits in der klinischen Erprobung.

Für besondere internationale Aufmerksamkeit sorgte zudem der wirtschaftspolitische Talk zwischen WDR-5-Moderator Uwe Schulz und dem österreichischen Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Industriestandorte, notwendige Strukturreformen sowie die Frage, wie Innovation und industrielle Stärke in Zeiten globaler Unsicherheiten gesichert werden können. Hattmannsdorfer stellte dabei die österreichische Industriestrategie als Beispiel für eine langfristig angelegte Standortpolitik vor.

Der Düsseldorfer Arbeitgebertag 2026 machte deutlich: Die Wirtschaft der Region sieht sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen als aktiver Gestalter von Transformation und Zukunft. Innovation, Leistungsbereitschaft und partnerschaftlicher Dialog standen dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung.

130 Jahre Transportlösungen: Wie Mercedes-Benz Vans seine Rolle im Rettungswesen ausbaut

 

Foto: Mercedes-Benz

(cs) Seit 130 Jahren baut Mercedes-Benz Vans Fahrzeuge für gewerbliche Kunden – vom ersten Lieferwagen von Carl Benz bis zu modernen, digital vernetzten Rettungsfahrzeugen. Auf der diesjährigen RETTmobil 2026 zeigt der Hersteller nun, wie stark sich das Geschäft inzwischen auf spezialisierte Einsatzlösungen konzentriert. Zu sehen dort ist auch der SPRINTER aus Düsseldorf.

Die Leitmesse für Rettung und Mobilität gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte der Branche. Mehr als 500 Aussteller aus 28 Ländern werden erwartet. Mercedes-Benz präsentiert dort zwei Fahrzeuge, die exemplarisch für die Strategie des Unternehmens stehen: den Mercedes-Benz Sprinter aus Düsseldorf als Rettungswagen und den Mercedes-Benz Vito als Notarzteinsatzfahrzeug.

Vom Lieferwagen zur mobilen Hightech-Einsatzzentrale

Der Blick zurück gehört bei Mercedes-Benz traditionell zur Markeninszenierung. Bereits 1896 entwickelte Carl Benz den ersten motorisierten Lieferwagen. Heute setzt der Hersteller auf ein breites Portfolio aus konventionell angetriebenen und vollelektrischen Transportern sowie auf digitale Dienstleistungen rund um Wartung, Finanzierung und Flottenmanagement.

Gerade im Rettungswesen zählen jedoch andere Werte besonders: Zuverlässigkeit, schnelle Einsatzbereitschaft und ergonomische Arbeitsbedingungen. Genau darauf zielt der Messeauftritt in Fulda ab.

„Zuverlässigkeit, Präzision und Einsatzbereitschaft sind im Rettungswesen entscheidend“, sagt Kersten Trieb, Leiter Direktgeschäft & ABH Vans im Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland. Der Hersteller arbeite dafür eng mit spezialisierten Aufbaupartnern zusammen.

Der Sprinter als Herzstück vieler Rettungsflotten

Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht ein Düsseldorfer Mercedes-Benz Sprinter mit Kofferaufbau des Unternehmens GSF Sonderfahrzeugbau GmbH. Der Sprinter gilt seit Jahren als Standardplattform vieler deutscher Rettungsdienste.

Die Anforderungen an moderne Rettungswagen sind enorm gestiegen. Neben Medizintechnik und Kommunikationssystemen spielen heute auch Ergonomie und Hygiene eine zentrale Rolle. Der gezeigte Ausbau setzt daher auf kurze Wege, integrierte Strom- und Datensysteme sowie eine Innenraumgestaltung, die den Arbeitsalltag der Einsatzkräfte erleichtern soll.

Die Botschaft dahinter ist klar: Rettungsfahrzeuge sollen nicht nur Transportmittel sein, sondern mobile Arbeitsräume unter Hochdruckbedingungen.

Kompakt, schnell, geländetauglich: Der Vito als NEF

Daneben zeigt Mercedes-Benz einen Mercedes-Benz Vito als Notarzteinsatzfahrzeug. Das Fahrzeug setzt auf kompakte Abmessungen bei gleichzeitig hoher Funktionalität. Gerade in engen Innenstädten oder schwer zugänglichen Einsatzorten gelten solche Fahrzeuge als Vorteil. Der verbaute Allradantrieb soll zusätzliche Sicherheit bei schlechten Wetterbedingungen oder Fahrten abseits befestigter Straßen bieten.

Wettbewerb um die Zukunft der Einsatzmobilität

Für Mercedes-Benz ist die RETTmobil weit mehr als eine klassische Produktschau. Der Markt für Sonderfahrzeuge wächst – auch weil Kommunen und Hilfsorganisationen ihre Flotten modernisieren und zugleich neue Anforderungen an Digitalisierung und Nachhaltigkeit entstehen.

Der Hersteller versucht deshalb, sich nicht nur als Fahrzeuglieferant, sondern als umfassender Mobilitätspartner zu positionieren: mit Finanzierung, Service-Netzwerk, digitalen Extras und künftig stärker elektrifizierten Fahrzeugplattformen.

So verbindet Mercedes-Benz auf der RETTmobil zwei Botschaften miteinander: die lange eigene Tradition im Nutzfahrzeugbau – und den Anspruch, auch die Zukunft des Rettungswesens mitzugestalten.

Zwischen KI und Markenemotion: Düsseldorfer Unternehmen zu Gast beim OMR Festival in Hamburg

Screenshot: Teekanne LinkedIn

(cs) Zwei Tage, 70.000 Besucher, mehr als 800 Speaker und rund 1.000 Aussteller: Das OMR Festival ist in diesem Jahr einmal mehr dem Ruf als wichtigstes Digitalmarketing-Event Europas gerecht geworden. Wieder einmal holte das Festival das digitale Universum nach Hamburg – zwei Tage lang standen auf Stages, bei Masterclasses, Expo und Side Events Networking, Inspiration und die neuesten Trends im Online-Marketing im Mittelpunkt.
Was einmal als überschaubares Branchentreffen begann, ist heute ein gesellschaftliches Großereignis. Mittlerweile ist das OMR längst nicht mehr nur eine reine Marketingmesse, sondern ein Treffpunkt für Creator, CEOs, Medienmacher, Musiker, Politiker, Investoren und Start-ups.
Und auch Düsseldorf war in Hamburg vertreten: Unter den zahlreichen Ausstellern und Besuchern fanden sich Teams aus der Landeshauptstadt – darunter das Unternehmen Teekanne Deutschland.
Was ist die OMR?
OMR steht für „Online Marketing Rockstars”. Die Messe fand zum ersten Mal 2015 statt – damals noch am Millerntor-Stadion. Mittlerweile füllt das Event die großen Hamburger Messehallen. Das OMR Festival hat sich als eines der führenden europäischen Events für Digitalwirtschaft, Marketing und Technologie etabliert. Das Programm ist bewusst breit angelegt: Neben Keynotes, Masterclasses und Side Events bietet die Festival-Expo auf rund 1.000 Ständen etablierten Unternehmen wie Google und SAP ebenso eine Bühne wie Start-ups und Mittelständlern.
Das Leitthema 2026 war eindeutig die Künstliche Intelligenz. Experten diskutierten, wie KI Geschäftsprozesse, Marketingstrategien und das Konsumentenverhalten transformiert – und dass KI-Systeme zunehmend als „Agentic AI” agieren, also nicht nur Daten auswerten, sondern eigenständig Aufgaben übernehmen.
Teekanne: Digitale Innovation und echte Markenemotion
Auch das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Teekanne war wieder dabei. In einem LinkedIn-Post zog das Team nach den zwei Festivaltagen ein persönliches Fazit. Neben den großen Trendthemen – Künstliche Intelligenz, Creator Economy, AI Search und Retail Media – war für Teekanne Deutschland vor allem eine Erkenntnis zentral: die Verbindung aus digitaler Innovation und echter Markenemotion. Denn gerade in einer zunehmend automatisierten Welt, so das Unternehmen, gewinnen Vertrauen, Qualität und authentische Erlebnisse weiter an Bedeutung.
Eine Haltung, die zum Geist der diesjährigen OMR passt. Das OMR ist nicht einfach nur ein Treffpunkt für Unternehmen oder Menschen mit Reichweite – es ist ein Ort, an dem Ideen entstehen, Menschen voneinander lernen und Kontakte geknüpft werden, die vielleicht Jahre später wichtig werden.
Für das Teekanne-Team lautet die Schlussfolgerung aus zwei Tagen Hamburg: Die Zukunft erfolgreicher Marken liegt in der Verbindung von Technologie, relevanten Inhalten und echten Momenten. Eine Botschaft, die auch für viele andere Düsseldorfer Unternehmen mitgenommen werden dürfte – die nächste OMR kommt bestimmt.

Arbeitgeberverband und Stiftung Pro Ausbildung ziehen Bilanz – schwierige Tarifrunde wirft Schatten voraus

Foto: Christoph Sochart

(cs) Im Airporthotel Van der Valk in Düsseldorf kamen am Donnerstagabend die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Düsseldorf und Umgebung zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung zusammen. Dies ist dann auch die Stifterversammlung der Stiftung Pro Ausbildung, deren Träger der Verband ist.

Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlich angespannte Lage der Unternehmen, die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie sowie die Bildungsarbeit der Stiftung.

Hauptgeschäftsführer Michael Grütering berichtete über die aktuellen Schwerpunkte der Verbandsarbeit. Dazu zählen insbesondere die arbeits- und sozialrechtliche Betreuung der Mitgliedsunternehmen sowie die tarifpolitischen Herausforderungen der kommenden Monate. Angesichts der schwachen konjunkturellen Entwicklung erwartet die Branche zum Jahresende eine schwierige Tarifrunde. Viele Unternehmen stünden weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Neben den klassischen Aufgaben des Verbandes stellte Grütering auch die Kommunikationsangebote vor. Dazu gehören unter anderem ein eigener Podcast, regelmäßige Newsletter sowie die wöchentliche Sendung auf Antenne Düsseldorf, mit denen der Verband wirtschaftliche und industriepolitische Themen einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt.

Der zweite große Themenblock des Abends galt der Arbeit der Stiftung Pro Ausbildung. Stiftungs-Geschäftsführer Christoph Sochart stellte die vielfältigen Bildungsprojekte vor, mit denen die Stiftung entlang der gesamten Düsseldorfer Bildungskette aktiv ist – von der Kita bis zur Hochschule.

Bereits im frühkindlichen Bereich engagiert sich die Stiftung mit Projekten wie dem Lesefest und Angeboten zur MINT-Förderung. In den weiterführenden Schulen liegt der Schwerpunkt auf der beruflichen Orientierung. Gemeinsam mit der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf übernimmt die Stiftung hier eine federführende Rolle.

Auch Studierende profitieren von den Angeboten der Stiftung. Im Hochschulbereich organisiert sie Praxisworkshops, Mentoring-Programme sowie Wirtschaftsplanspiele, um junge Menschen frühzeitig mit Unternehmen und wirtschaftlichen Abläufen in Kontakt zu bringen.

Die Stiftung Pro Ausbildung besteht seit dem Jahr 2000. Nach Angaben der Verantwortlichen konnten seitdem rund 630.000 Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichen Bildungsangeboten erreicht werden.

Foto: Christoph Sochart

Unternehmertag Nordrhein-Westfalen 2026 in den Rheinterassen – oberste Sicherheitsstufe wegen des Bundeskanzlers

Foto: Christina Moeser

(ud) Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben die Bundesregierung aufgefordert, endlich ihre Reformangst zu überwinden, Bremsen zu lösen und Mut zur Veränderung zu zeigen. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind frustriert und enttäuscht über die mangelnde Reformfähigkeit der Politik“, erklärte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, am Mittwoch auf dem Unternehmertag seiner Organisation in Düsseldorf in Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Es sei höchste Zeit für ein Reformpaket, das „Kosten senkt, Arbeit stärkt, Leistung belohnt und vor allem Vertrauen zurückgewinnt“. Die deutsche Wirtschaft sei seit sieben Jahren nicht mehr gewachsen. Allein im industriellen Kernland Nordrhein-Westfalen sei die Produktion seit 2018 um 20 Prozent eingebrochen. Gegenwärtig gingen dort monatlich rund 2.800 Industriearbeitsplätze verloren mit unmittelbaren Auswirkungen auf Dienstleistungen, Handel und Handwerk. „Wir erleben hier die strukturelle Erosion unserer Volkswirtschaft“, sagte Kirchhoff. Deutschland habe jahrelang kontinuierliche Reformen sträflich verpasst, sei stattdessen Jahr für Jahr teurer, langsamer und verkrusteter geworden und deshalb heute als Wirtschafts- und Industriestandort international nicht mehr wettbewerbsfähig.

Foto: Christina Moeser

Nach Worten des NRW-Unternehmerpräsidenten steht die Bundesregierung nun vor der Herausforderung, die Versäumnisse der letzten beiden Jahrzehnte grundlegend zu korrigieren. „Klar ist eines: Wer Reformen weiter aufschiebt, entscheidet sich für einen weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit“, betonte Kirchhoff. Was bislang präsentiert worden sei, habe viele Unternehmer im Land enttäuscht. Die Senkung der Mineralölsteuer möge kurzfristig für Entlastung sorgen, ändere aber nichts daran, dass für die Unternehmen in Deutschland die Energiepreise seit Jahren international nicht konkurrenzfähig seien. Die sogenannte Entlastungsprämie von 1.000 Euro bezeichnete Kirchhoff als „Fehlschlag“. Die Koalition habe die Betriebe damit in eine äußerst schwierige Lage gebracht. „Vielen Unternehmen steht das Wasser bis zum Hals, sie können sich die Prämie schlicht nicht leisten“, sagte Kirchhoff.

An SPD und Gewerkschaften gewandt erklärte Kirchhoff, die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen stünden fest zur sozialen Marktwirtschaft. Niemand gebe den Beschäftigten die Schuld für die schwerste Wirtschaftskrise dieses Landes. Niemand wolle auch nur im Entferntesten einen sozialen Kahlschlag. Wer jetzt aber nicht zu Veränderungen bereit sei, setze Wohlstand und soziale Sicherheit aufs Spiel. Deutschland leiste sich im internationalen Vergleich sehr niedrige Durchschnitts-Arbeitszeiten und extrem hohe Kosten für die Lohnfortzahlung. „Wenn wir dies kleinreden oder gar ignorieren, droht uns ein böses Erwachen“, so Kirchhoff. Ohne zusätzliche Anstrengungen sei die Trendwende nicht zu schaffen. Wer etwas anderes behaupte, täusche die Menschen und auch sich selbst. Kirchhoff wörtlich: „Jenen, die immer reflexartig nach neuen Steuern und Schulden rufen, sage ich: Noch kein Land dieser Erde ist durch höhere Steuern und höhere Schulden dauerhaft stärker und leistungsfähiger geworden.“

Foto: Christina Moeser

Für die erforderlichen Veränderungen in der Energie-, der Steuer-und der Sozialpolitik sowie zum Bürokratieabbau lägen sehr gute Vorlagen aus Verbänden, Wissenschaft, Kommissionen und sogar Parteiprogrammen auf dem Tisch. Kirchhoff mahnte die Politik, statt Streit und Provokationen jetzt Entscheiden und Umsetzen in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Der NRW-Unternehmerpräsident wörtlich: „Ich erwarte, dass sich alle in der Bundesregierung zusammenraufen.“ Die Krisen dieser Welt, auch der Krieg im Iran, dürften keine Ausrede sein, in Deutschland Reformen weiter zu verschleppen oder gar nicht erst anzupacken. Ein wirtschaftlich schwaches Deutschland und ein schwaches Europa würden kein Gewicht und keinen Einfluss haben. „Wenn wir unsere Interessen, unsere Werte und unsere Art zu leben verteidigen wollen, müssen wir stark sein“, forderte Kirchhoff.

Mit Blick auf Europa dankte der NRW-Unternehmerpräsident der Bundesregierung und ausdrücklich Bundeskanzler Friedrich Merz, dass „Deutschland in Brüssel endlich wieder eine Stimme hat“. Es sei gut, wenn das German Vote aus Ampel-Zeiten endlich der Vergangenheit angehöre. Mit Blick auf Verbesserungen der Lieferketten-Richtlinie oder die Nachhaltigkeits-Berichterstattung trage dies auch schon erste Früchte. Kirchhoff lobte den Einsatz des Bundeskanzlers im Europäischen Rat für mehr Wettbewerbsfähigkeit, entschlossenen Bürokratieabbau, die Vertiefung des EU-Binnenmarktes sowie die Erweiterung strategischer Partnerschaften durch neue Freihandelsabkommen.

Nun dürfe ‚One Europe, one Market‘ keine Überschrift bleiben. Kirchhoff mahnte an, Deutschland müsse weiterhin treibende Kraft bleiben, „zumal sich in Teilen von Kommission und Parlament schon wieder neuer Unsinn ausgedacht wird“. Auch einige Bundesministerien hätten noch nicht verstanden, „dass die Zeiten des Gold-Platings in Deutschland endgültig vorbei sein müssen“. Statt immer neuer Regulierungen benötige Europa weniger Regulierung und damit mehr Binnenmarkt. „Nur dann wird unser Kontinent mit der Marktmacht seiner 450 Millionen Einwohner seine wirtschaftliche Stärke auf die Straße bringen können“, betonte Kirchhoff.

Zur Landesregierung sagte der NRW-Unternehmerpräsident, sie habe nach dem völlig grotesken Tarifentgeltsicherungsgesetz ganz aktuell jetzt endlich zwei wichtige Schritte zum Bürokratieabbau eingeleitet. Ausdrücklich begrüße er den Kabinettsbeschluss mit dem Versprechen zum radikalen Abbau von Berichtspflichten für Unternehmen. Die Straffung und Digitalisierung von Genehmigungsverfahren durch die geplanten Änderungen im Landesnaturschutzgesetz nannte Kirchhoff „ein wichtiges Signal“. Auch in Nordrhein-Westfalen müsse dringend alles getan werden, was die Wirtschaft stärke und alles unterlassen werden, was sie schwäche.

Neben den inhaltlichen Forderungen wurden auch personelle Weichen gestellt: Kirchhoff wurde im Amt bestätigt. Zudem wählte der Vorstand von unternehmer nrw zehn Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten, darunter Volker Schlinge (Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor METRO Deutschland).