Vier Wochen dicht! Rheinufertunnel wird zur Mega-Baustelle

Im Rheinufertunnel müssen zwei der insgesamt fünf Axialventilatoren zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht ausgetauscht werden. Diese sorgen im Brandfall für einen schnellen Abzug des Rauches und sind somit eine der unverzichtbaren Sicherheitseinrichtungen im Tunnel. Für den Austausch der beiden Ventilatoren muss der Rheinufertunnel vier Wochen lang – von Montag, 30. März, 5 Uhr, bis zum Samstagnachmittag, 25. April 2026 – für den Verkehr gesperrt werden, Foto: cs

(cs) Düsseldorf steht der nächste Verkehrs-Hammer bevor! Im knapp zwei Kilometer langen Rheinufertunnel müssen zwei von insgesamt fünf riesigen Axialventilatoren ausgetauscht werden – und dafür wird der Tunnel vier Wochen komplett gesperrt.

Von Montag, 30. März, 5 Uhr, bis Samstag, 25. April 2026, geht im Tunnel nichts mehr!

Warum die Vollsperrung?

Die beiden Ventilatoren sind im Brandfall lebenswichtig. Sie saugen Rauch blitzschnell ab und gehören zu den zentralen Bausteinen des Brandschutzkonzeptes.

Jetzt wird das Sicherheitskonzept verschärft: Künftig müssen im Falle eines Feuers – etwa bei einem Stau im Tunnel – größere Luftmengen abgesaugt werden. Dafür sind neue, leistungsstärkere Anlagen nötig. Ohne sie darf der Tunnel nicht betrieben werden.

Sechs Tonnen schwer, fünfeinhalb Meter hoch

Der technische Aufwand ist enorm:
Jeder Ventilator ist rund 5,5 Meter hoch und wiegt etwa sechs Tonnen!

Schon beim Bau des Tunnels zwischen 1990 und 1993 wurden die Teile durch eine nur zweieinhalb mal zwei Meter große Öffnung rund zehn Meter in die Tiefe gelassen und in einem engen Schacht montiert. Jetzt steht der Austausch an – ein echtes Millimeter-Projekt.

Die Kosten: rund 4,5 Millionen Euro.

45.000 Autos täglich betroffen

Der Rheinufertunnel ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen der Stadt. Rund 45.000 Fahrzeuge fahren hier jeden Tag durch.

Immerhin: Ein Teil der Sperrung fällt in die Osterferien (30. März bis 12. April) – also in eine verkehrsärmere Zeit.

Neben dem Ventilatoren-Austausch werden auch Wartungsarbeiten erledigt und eine energiesparende LED-Beleuchtung weiter eingebaut.


Umleitungen quer durch die City

Die Stadt setzt auf sogenannte „Alternativroutenstrategien“. Heißt: Ampelschaltungen werden angepasst, LED-Tafeln weisen auf empfohlene Strecken hin.

Wichtige Ausweichrouten:

  • über Fischerstraße, Kaiserstraße, Berliner Allee, Corneliusstraße

  • über Merowingerstraße und Friedrichstraße

  • über den Lastring

Nord-Süd-Umleitung:

  • Von der Danziger Straße über Heinrich-Erhardt-Straße und Lastring

  • Vom Süden über den Südring und Lastring

Autos unter 3,5 Tonnen können außerdem über die Theodor-Heuss-Brücke und den Rheinalleetunnel ausweichen.

Die Stadt rechnet damit, dass sich der Verkehr zusätzlich auf weitere Straßen verteilen wird, um einzelne Abschnitte nicht zu überlasten.


Baustelle schon ab März sichtbar

Bereits ab Anfang März werden Flächen auf der Rheinuferpromenade für die Baustelleneinrichtung benötigt – zwischen Rathausufer 16 und der Brücke am „Alten Hafen“.

Radfahrer und Fußgänger kommen weiter durch, allerdings mit weniger Platz. Die Tiefgarage Altstadt/Rheinufer bleibt erreichbar, die Schranke am Mannesmannufer bleibt geöffnet.

Die Stadt verspricht:
Das Verkehrskonzept wird eng mit Feuerwehr, Polizei und der Rheinbahn abgestimmt. Und: Bis zum Düsseldorfer Marathon am 26. April soll die Baustelle weitgehend zurückgebaut sein.

Klar ist aber schon jetzt:
Für Autofahrer werden diese vier Wochen zur Geduldsprobe!

Das Parkhaus im Rheinufer-Tunnel ist nur noch über die Schulstraße erreichbar. Foto: cs

Neue Idee aus Düsseldorf: Handys werden zu Super-Sensoren!

Michael Reinartz ist Innovationschef von Vodafone in Düsseldorf und steht für den Open Innovation-Ansatz des Unternehmens. Foto: Vodafone

(cs) Mega-Show auf dem Mobile World Congress 2026: Das Düsseldorfer Unternehmen Vodafone und das US-Unternehmen Tiami Networks zünden die nächste Mobilfunk-Stufe – und machen Smartphones zu echten Spürnasen!

Netz hört mit wie eine Fledermaus

Was wie Science-Fiction klingt, ist knallharte Technik: Eine neue Netz-Technologie namens Integrated Sensing and Communication (ISAC) verwandelt Mobilfunk-Antennen in hochpräzise Sensoren.

Das Prinzip? Ähnlich wie bei der Echoortung von Fledermäusen! Funksignale werden ausgesendet, prallen an Gegenständen oder Personen ab – und kommen als Echo zurück. So erkennt das Netz seine Umgebung. Und das Beste: Niemand muss dafür eingeloggt sein!

Heißt konkret: Antennen sehen, was um sie herum passiert – ganz ohne Kamera.

Warnung vor Menschenmassen & Wasserlecks

Die möglichen Anwendungen sind riesig!

„Smartphones könnten Nutzer vor überfüllten Räumen warnen oder versteckte Wasserlecks in Gebäuden erkennen“, erklärt Michael Reinartz, Innovationschef von Vodafone Deutschland.

Weitere Einsatzmöglichkeiten:

  • Einkaufszentren messen Besucherströme – datenschutzfreundlich ohne Kameras

  • Flughäfen erkennen Eindringlinge oder Drohnen

  • Industrieanlagen sichern sensible Bereiche

  • Landwirtschaft & Robotik profitieren von präziser Umfelderkennung

  • Sogar verlegte Hausschlüssel könnten geortet werden

  • Neue AR-Anwendungen werden möglich

Funktioniert schon heute – mit 5G!

Besonders brisant: ISAC braucht kein Zukunftsnetz!

Vodafone und Tiami zeigen, dass die Technik bereits mit dem heutigen 5G-Spektrum und vorhandener Hardware läuft. In Tests wurden handelsübliche 5G-Antennen zu großflächigen Sensoren umgebaut – sie erkannten zuverlässig Gegenstände und sogar Personen.

Und das ohne Störungen bei Telefonaten oder Datenverbindungen!

Schlüssel-Technologie für 6G

Trotzdem gilt ISAC als Herzstück der kommenden 6G-Generation, die ab 2030 erwartet wird. Vodafone bringt die Testergebnisse bereits in die Standardisierung ein – unter anderem in die Arbeiten der 3GPP zu Release 19.

Das Ziel: ISAC soll sich künftig so einfach aktivieren lassen wie eine Software-App im Netz – ohne bestehende Verbindungen zu stören.

Die gemeinsame Testreihe von Vodafone und Tiami läuft 2026 weiter.

Aus Düsseldorf in die Welt: Neue 5G-Datenautobahn für Fotografen – Schluss mit Funk-Frust im Stadion!

Skizze: Vodafone

(cs) Wer schon mal in einem vollen Stadion war, kennt das Problem: Tausende Menschen sind gleichzeitig online. Nichts geht mehr. Fotos verschicken? Dauert ewig! Jetzt gibt es eine Lösung.

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona zeigen die Düsseldorfer Unternehmen Vodafone, Ericsson (beide Mitglied in der Unternehmerschaft Düsseldorf) und Sony eine echte Weltneuheit: Fotografen bekommen im 5G-Netz ihre eigene Datenautobahn!

Eigene Spur nur für Fotos

Die Technik heißt „Network Slicing“. Klingt kompliziert – ist aber einfach erklärt:

Im 5G-Netz wird ein eigener Bereich reserviert. Nur für die Bilder der Fotografen.
Heißt: Keine Staus mehr. Keine Wartezeiten. Fotos kommen blitzschnell an – selbst wenn 50.000 Fans gleichzeitig posten.

Gerade bei Sport-Events oder Konzerten ist das wichtig. Profis müssen ihre Action-Bilder in Sekunden an Redaktionen und Agenturen schicken.

So funktioniert’s

Die Fotografen nutzen spezielle Kameras von Sony. Dazu gibt es ein tragbares Übertragungsgerät (PDT-FP1) und eine App.

Über das 5G-Netz von Vodafone gehen die Bilder direkt in die Cloud.
Im Hintergrund arbeiten programmierbare Schnittstellen (APIs) und Technik der Ericsson-Tochter Vonage.

Das Besondere: Diese 5G-Funktion kann flexibel gebucht und für einen bestimmten Zeitraum aktiviert werden. Wie eine extra Spur auf der Autobahn – nur für dich.

Präsentation in Barcelona

Vom 2. bis 5. März 2026 zeigen die drei Technik-Riesen ihre Lösung im Ausstellungsbereich von Ericsson in Halle 2 auf dem Mobile World Congress.

Homeoffice-Update: Anteil bleibt stabil – auch in Düsseldorf setzt sich das hybride Modell durch

Auch in Düsseldorf zeigt sich: Das hybride Arbeiten hat sich etabliert. Symbolfoto: DAK

(cs) Der Homeoffice-Anteil in Deutschland verharrt auf einem konstanten Niveau. Im Februar arbeiteten 24,3 Prozent aller Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des ifo Institut. Zum Vergleich: Im März 2021 war mit 32,3 Prozent der Höchststand erreicht worden, im August 2024 mit 23,4 Prozent der bislang niedrigste Wert.

„Seit 2022 arbeiten etwa ein Viertel aller Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice“, sagt ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. „Trotz deutlicher Unterschiede zwischen den Branchen bleibt die Homeoffice-Nutzung auch innerhalb der einzelnen Sektoren weitgehend konstant.“ Einzelne Unternehmen mit verschärften Präsenzregeln seien kein Trendbruch: „Das Homeoffice ist und bleibt etabliert.“

Deutliche Branchenunterschiede

Besonders hoch ist der Homeoffice-Anteil in der Dienstleistungsbranche mit 34,9 Prozent. Spitzenreiter sind IT-Dienstleister (76,4 Prozent) sowie Unternehmensberatungen (67,6 Prozent).

Im Verarbeitenden Gewerbe arbeiten 15,4 Prozent zumindest teilweise mobil. Innerhalb der Industrie liegt die Automobilbranche mit 24,2 Prozent vorne, gefolgt von Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten mit 21,9 Prozent.

Im Handel ist mobiles Arbeiten naturgemäß seltener: 12,6 Prozent insgesamt, wobei der Großhandel (17,3 Prozent) deutlich vor dem Einzelhandel (5,9 Prozent) liegt. Schlusslicht bleibt die Baubranche mit 4,5 Prozent.

Düsseldorfer Unternehmen setzen auf klare Regeln

Auch in Düsseldorf zeigt sich: Das hybride Arbeiten hat sich etabliert – allerdings mit verbindlicheren Leitplanken.

Beim Konsumgüterhersteller Henkel müssen Mitarbeitende mindestens drei Tage pro Woche im Büro präsent sein. Ähnlich handhabt es die Deutsche Telekom: Auch hier sind drei Präsenztage vorgesehen, Führungskräfte sollen sogar an vier Tagen vor Ort sein.

Vodafone hat im April die zuvor praktizierte „totale Freiheit“ beendet. Künftig sind acht Bürotage im Monat verpflichtend. Teams können die konkreten Tage selbst festlegen, eine sechsmonatige Übergangsfrist sowie Härtefallregelungen sind vorgesehen. Deutschlandchef Marcel de Groot betont: „Unsere Kultur lebt von echten Begegnungen.“

Internen Umfragen zufolge kommen 44 Prozent der Beschäftigten vor allem wegen sozialer Kontakte ins Büro. 40 Prozent schätzen persönliche Team-Meetings. Nur 14 Prozent nennen die eigentliche Arbeit als Hauptgrund für ihre Anwesenheit.

Auch der Versicherer Ergo erlaubt bis zu 50 Prozent Homeoffice, wirbt jedoch gezielt mit Angeboten wie Yoga-Kursen oder attraktiven Kantinenkonzepten für mehr Präsenz. Besonders bei neuen Mitarbeitenden wird auf häufigere Anwesenheit im Büro geachtet, um Integration und Unternehmenskultur zu stärken.

Das 2+3-Modell setzt sich durch

Unterm Strich zeichnet sich ein klares Bild ab: Der Trend geht zum strukturierten hybriden Modell – häufig zwei Tage mobiles Arbeiten und drei Tage im Büro. Ein Ansatz, den wir in den Arbeitgeberverbänden bereits seit Corona propagieren. Er verbindet Flexibilität mit Planbarkeit und persönlichem Austausch.

Homeoffice ist damit weder Auslaufmodell noch Allheilmittel, sondern fester Bestandteil einer neu austarierten Arbeitswelt.


Fünf Tipps für Unternehmen

  1. Klare Leitplanken statt völliger Freiheit
    Transparente Regelungen zu Präsenztagen schaffen Planungssicherheit und Fairness im Team.

  2. Teamorientierte Festlegung der Bürotage
    Wenn Teams ihre gemeinsamen Präsenztage selbst bestimmen, steigt die Akzeptanz.

  3. Büro als Mehrwert gestalten
    Soziale Begegnungen, kreative Workshops und attraktive Angebote machen das Büro zum Anziehungspunkt.

  4. Onboarding in Präsenz stärken
    Neue Mitarbeitende profitieren besonders von persönlicher Begleitung und häufigerer Anwesenheit.

  5. Regelmäßig evaluieren
    Interne Befragungen helfen, Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen und Modelle anzupassen.

Mit Rheinmetall entsteht ein „Systemhaus für die Marine“.

(cs) Deutschland bekommt ein neues maritimes Schwergewicht: Mit der vollständigen Übernahme von NVL durch Rheinmetall in Düsseldorf entsteht ein nationales Systemhaus für die Marine – mit dem Anspruch, hochmoderne Überwasserschiffe, Küstenwachboote und autonome maritime Systeme aus einer Hand zu entwickeln und zu fertigen. Mit der Übernahme von NVL setzt Rheinmetall ein deutliches Zeichen: Die Zukunft der maritimen Verteidigung liegt in integrierten, digitalisierten und technologisch führenden Systemlösungen.

Das neue Systemhaus der Marine steht für gebündelte Kompetenz, strategische Weitsicht – und den Anspruch, Deutschlands Rolle auf See nachhaltig zu stärken. Nach der Ankündigung im September 2025 und der Vertragsunterzeichnung im Oktober 2025 wurden nun alle kartellrechtlichen Freigaben erteilt. Zum 1. März 2026 ist die Transaktion offiziell vollzogen. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Ein Systemhaus für die See

Mit dem Zusammenschluss bündelt Rheinmetall seine Technologiekompetenz mit der jahrzehntelangen Schiffbau-Expertise von NVL. Ziel ist nicht weniger als der Aufbau eines integrierten deutschen Systemhauses für die Marine – also eines Anbieters, der das komplette Fähigkeitsspektrum abdecken kann:

  • Entwicklung und Bau hochmoderner Marineschiffe
  • Küstenwach- und Spezialboote
  • Autonome Überwassersysteme
  • Digitale Führungs- und Einsatzsysteme
  • Sensorik, Elektronik und Effektoren

Damit erweitert Rheinmetall sein Portfolio strategisch in der Domäne See – und positioniert sich künftig domänenübergreifend: zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum.

Strategischer Schritt mit Signalwirkung

Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, spricht von einem Meilenstein: Mit der Verbindung beider Kompetenzen entstehe ein leistungsfähiger Komplettanbieter für hochmoderne Überwasserschiffe. Gleichzeitig leiste der Konzern einen substanziellen Beitrag zur Stärkung der maritimen Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und der NATO-Partner.

In einer Zeit geopolitischer Spannungen und wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen gewinnt die maritime Dimension zunehmend an Bedeutung. Der Schutz von Seewegen, kritischer Infrastruktur und Küstenregionen rückt stärker in den Fokus. Entsprechend steigen die Budgets für maritime Beschaffungsvorhaben in Europa deutlich an.

Digitale Schlagkraft auf See

Was den neuen Verbund besonders macht, ist der technologische Ansatz: Rheinmetall steht für integrierte Systemlösungen mit hochmoderner digitaler Infrastruktur. Künftig sollen Plattform, Elektronik, Sensorik und Wirksysteme noch enger verzahnt werden.

Die Vision: Marineschiffe als vernetzte, hochdigitalisierte Gefechtssysteme – interoperabel mit anderen Teilstreitkräften, NATO-kompatibel und vorbereitet auf hybride Bedrohungsszenarien.

Autonome Systeme spielen dabei eine immer größere Rolle. Unbemannte Überwassereinheiten können Aufklärung übernehmen, Minenabwehr unterstützen oder in riskanten Einsatzräumen operieren, ohne Personal zu gefährden. Auch hier eröffnet die Kombination aus Schiffbau-Know-how und Systemintegration neue Möglichkeiten.

Stärkung des Industriestandorts Deutschland

Neben der sicherheitspolitischen Dimension ist die Übernahme auch industriepolitisch relevant. Mit dem Aufbau eines starken maritimen Systemhauses in Deutschland wird Wertschöpfung gebündelt, technologische Souveränität gestärkt und die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Verteidigungsmarkt ausgebaut.

Der Schritt unterstreicht zudem Rheinmetalls Ambition, sich als umfassender Anbieter für Verteidigungstechnologie in Deutschland und Europa zu etablieren – mit einer klaren strategischen Ausrichtung auf Wachstum in allen militärischen Domänen.

Podcast „Düsseldorfer Wirtschaft“ – Episode 195 – Telefonische Krankschreibung auf dem Prüfstand!

 

Alexander Jarre Foto: Frank Wiedemeier

(cs) Aktuelle Rechtsprechung, exklusive Hintergrundinformationen und die fundierte Bewertung eines ausgewiesenen Experten: In Episode 195 des Podcasts „Düsseldorfer Wirtschaft“ spricht Rechtsanwalt Alexander Jarre (Foto), Arbeitsrechtsexperte der Düsseldorfer Arbeitgeberverbände, über ein hochrelevantes Thema mit besonderer Bedeutung für Unternehmen und Führungskräfte: die telefonische Krankschreibung.

Aktuell sind Arbeitnehmer noch berechtigt, sich unter bestimmten Voraussetzungen von einem Arzt telefonisch krankschreiben zu lassen. Das könnte sich allerdings bald ändern. Die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen der Krankschreibung sowie die Folgen einer fehlerhaften Krankschreibung beleuchten wir in unserem aktuellen Podcast.

Was bedeuten dies für die betriebliche Praxis? Wo lauern Risiken – und wo entstehen neue Handlungsspielräume? Alexander Jarre ordnet die Entwicklungen verständlich ein und gibt konkrete Impulse für den unternehmerischen Alltag.

Host Christoph Sochart führt durch das Gespräch. Produziert wird der Podcast von Streamboxstudios, Produzent ist Frank Wiedemeier. Wenn Ihnen gefällt, was Sie hören, dann empfehlen Sie uns gerne weiter. Uns gibt es überall, wo es gute Podcasts gibt – und auf www.unternehmerschaft.de.

Rheinmetall liefert Feldhospitäler nach Dänemark

Screenshot: Rheinmetall

(cs) Die Rheinmetall Mobile Systeme GmbH, eine Tochter des Düsseldorfer Technologiekonzerns Rheinmetall, hat Ende 2025 einen Großauftrag aus Dänemark erhalten. Das dänische Verteidigungsministerium beauftragte das Unternehmen mit der Lieferung von fünf sogenannten Role-2-Feldhospitälern. Der Auftragswert liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Verbucht wurde der Auftrag im vierten Quartal 2025. Die Auslieferung aller Systeme soll innerhalb von zwei Jahren erfolgen.

Geliefert werden drei Hospitäler des Typs Role 2B „Basic“ und zwei der Kategorie Role 2E „Enhanced“. Die Basic-Variante ist vollständig containerbasiert und wird auf Lastwagen betrieben. Dadurch sind die Systeme schnell einsatzbereit und flexibel verlegbar. Zum Umfang gehört außerdem ein sogenanntes Forward Module in Zelten, das das Basissystem ergänzt oder eigenständig eingesetzt werden kann. Die Role 2B-Version verfügt über ein umfassendes Trauma-System mit Diagnostik und Operationsmöglichkeit. Nach der Erstversorgung nahe der Front können Patientinnen und Patienten in weiter rückwärtige Einrichtungen transportiert werden.

Die Enhanced-Variante bietet erweiterte Kapazitäten. Sie verfügt über zwei Operationssäle sowie zusätzliche Intensivplätze. Darüber hinaus sind unter anderem ein Computertomograph, ein Labor- und Apothekencontainer sowie Möglichkeiten zur zahnärztlichen Behandlung integriert. Die Container gelten als felderprobt und sind speziell für militärische Anforderungen und Transportbelastungen ausgelegt. Bei der Auswahl der Medizintechnik wurde eng mit dänischen Stellen zusammengearbeitet, sodass Geräte zum Einsatz kommen, die im dänischen Sanitätsdienst bereits eingeführt sind.

Sowohl die Basic- als auch die Enhanced-Systeme können über einen bestimmten Zeitraum autark betrieben werden. Sie verfügen über eigene Strom-, Wasser- und Sauerstoffversorgung. Militärische Sanitätseinheiten ergänzen den Lieferumfang.

Armin Krenn, Geschäftsführer der Rheinmetall Mobile Systeme GmbH, bezeichnete die Beauftragung als wichtigen Schritt in der Zusammenarbeit mit einem NATO-Partner. Die Kooperation mit der dänischen Beschaffungsbehörde und den späteren Nutzern sei von Beginn an professionell und partnerschaftlich verlaufen. Gemeinsam habe man leistungsfähige und einsatzorientierte Lösungen für den dänischen Sanitätsdienst entwickelt.

Screenshot: Rheinmetall

Aus drei Linien werden sieben: FlixBus baut Angebot am Düsseldorfer Flughafen massiv aus

Foto: Flughafen Düsseldorf

 (ud) FlixBus steuert unseren Düsseldorfer Flughafen ab sofort täglich bis zu 19-mal mit sieben Linien an. Bislang waren es sechs Abfahrten mit drei Linien. Hiermit stärkt der Düsseldorfer Flughafen insbesondere seine Vernetzung mit den Niederlanden und Belgien. Neue Ziele sind unter anderem Maastricht, Enschede, Groningen, Antwerpen und Gent. Damit haben Flugpassagiere noch mehr nachhaltige, günstige und schnelle An- und Abreisemöglichkeiten.

FlixBus schließt den Düsseldorfer Airport seit rund einem Jahr an das größte Fernbusnetz Europas an. Nun kommen vier weitere Linien hinzu, die den Flughafen mit neuen Zielen innerhalb Deutschlands, der Niederlande, Belgien und Frankreich verbinden:

  • Linie 027: bis zu drei Mal täglich mit Halt in Groningen, Enschede, Münster, Bonn
  • Linie 081: bis zu sechs Mal täglich mit Halt in Brüssel, Roermond, Hannover
  • Linie 280: bis zu zwei Mal täglich mit Halt in Gent, Antwerpen, Eindhoven
  • Linie N179: bis zu zwei Mal täglich mit Halt in Brüssel, Mons, Maastricht, Paris

Bereits seit vergangenem Jahr verkehren folgende Linien über den Flughafen:

  • Linie 068: bis zu zwei Mal täglich mit Halt in Utrecht, Amsterdam, Frankfurt, Isselburg
  • Linie N116: bis zu zwei Mal täglich mit Halt in Venlo, Eindhoven, Rotterdam, Den Haag, Amsterdam, Frankfurt, Siegen
  • Linie N79: bis zu zwei Mal täglich mit Halt in Lüttich, Brüssel, Paris, Aachen

Mehr Verbindungen in die Niederlande und nach Belgien

Der FlixBus-Halt am Airport erfreut sich besonderer Beliebtheit auf den Strecken in die Niederlande, weshalb das Angebot hier nochmals deutlich aufgestockt wird. So erhöhen sich die Frequenzen insbesondere ab Eindhoven, als neue Städte kommen Maastricht, Enschede, Groningen und Roermond hinzu. Im Zuge der Erweiterung wird auch das Angebot für belgische Passagiere gestärkt – mit höheren Frequenzen ab Brüssel sowie neuen Direktverbindungen ab Antwerpen und Gent. Innerhalb Deutschlands können erstmals auch Fahrgäste aus Münster, Bonn und Hannover mit FlixBus zum Flughafen reisen.

Schnelle Reisezeiten ohne Umstiege

Die Anreise mit FlixBus ist dabei in einigen Fällen deutlich schneller als mit der Bahn: Die Anreise aus dem niederländischen Venlo dauert eine gute Stunde, mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man dazu eine halbe Stunde länger und einen Umstieg. Fahrgäste aus Roermond erreichen den Flughafen umsteigefrei innerhalb von 80 Minuten und damit ebenfalls schneller als mit der Bahn. Zeitlich in etwa gleichauf, aber ohne Umstieg, liegt Amsterdam.

Stadtnaher Mobility-Hub

Die grüne Busflotte fährt die Haltestelle 14 an, die direkt am Terminal auf der Ankunftsebene nahe des REWE-Marktes liegt. Passagiere profitieren von einer optimalen Anbindung an den Luftverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr, unter anderem mit dem S-Bahnhof „Düsseldorf Flughafen Terminal“ und dem SkyTrain zum Fernbahnhof, sowie zum Straßenverkehrsnetz der A52/A44, der B8 und einem Kurzzeitparkplatz in unmittelbarer Nähe.

Mit dem Zuwachs an FlixBus-Verbindungen erweitert der Flughafen abermals sein Einzugsgebiet. Den Passagieren und Gästen werden mit den neuen Linien und der dichten Taktung weitere bequeme und nachhaltige An- und Abreisemöglichkeiten geboten. Damit unterstreicht der größte Airport Nordrhein-Westfalens seine Rolle als stadtnaher Mobility-Hub, der vom Elektroroller bis zum A380 viele Verkehrsträger miteinander verbindet.

Neue Regeln für möbliertes Wohnen geplant

So viele Mietangebote wurden in den sieben größten deutschen Städten inseriert

(cs) In vielen großen Städten in Deutschland ist Wohnraum knapp und teuer. Besonders oft werden Wohnungen nur noch möbliert oder befristet angeboten. Das heißt: Sie sind schon eingerichtet oder nur für eine bestimmte Zeit zu mieten. Jetzt will Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin, strengere Regeln für solche Angebote einführen. In einer Stellungnahme, die uns vorliegt, faßt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) die Diskussion zusammen.

Warum sind möblierte Wohnungen umstritten?

Möblierte oder befristete Wohnungen sind meist deutlich teurer als normale Mietwohnungen.

Ein Grund:
Für viele befristete Mietverträge gilt die Mietpreisbremse nicht. Vermieter können also höhere Preise verlangen.

Bei möblierten Wohnungen kommt oft ein sogenannter Möblierungszuschlag dazu. Wie hoch dieser Zuschlag sein darf, ist bisher nicht klar geregelt. Das macht die Preise schwer verständlich.

Was soll sich ändern?

Der neue Gesetzentwurf sieht mehrere Änderungen vor:

  • Befristete Mietverträge sollen nur noch dann von der Mietpreisbremse ausgenommen sein, wenn sie höchstens sechs Monate dauern.

  • Der Zuschlag für Möbel soll sich künftig am Anschaffungswert und Zustand der Möbel orientieren.

  • Für vollständig möblierte Wohnungen ist ein pauschaler Aufschlag von 5 Prozent der Nettokaltmiete geplant.

Damit will die Ministerin mehr Klarheit und Fairness schaffen.

Wird Wohnen dadurch günstiger?

Fachleute bezweifeln das. Das eigentliche Problem ist der Mangel an normalen Mietwohnungen.

In den sieben größten deutschen Städten ist die Zahl der klassischen Mietangebote zwischen 2021 und 2025 um rund 32.000 Inserate gesunken. Die Zahl der möblierten Wohnungen ist dagegen nur um etwa 5.000 gestiegen. Angebote für Wohnen auf Zeit sind sogar leicht zurückgegangen.

Möblierte Wohnungen sind im Schnitt rund 18 Prozent teurer als unmöblierte. Bei Wohnungen auf Zeit liegt der Preis sogar etwa 33 Prozent höher.

Warum steigt die Nachfrage?

Trotz der hohen Preise gibt es viele Interessenten. Dazu gehören:

  • internationale Studierende

  • Fachkräfte aus dem Ausland

  • Berufstätige, die nur vorübergehend in einer Stadt arbeiten

Sie suchen flexible Lösungen und nehmen höhere Mieten oft in Kauf.

Kritik an den Plänen

Kritiker sagen: Eine feste Grenze von 5 Prozent beim Möblierungszuschlag könnte Vermieter benachteiligen, die hochwertige Möbel bereitstellen.

Auch die Begrenzung auf sechs Monate sei möglicherweise zu starr. Manche Fachkräfte brauchen länger, um eine dauerhafte Wohnung zu finden.

So viele Mietangebote wurden in den sieben größten deutschen Städten inseriert

Unsere Lebenszufriedenheit auf einem historischen Hoch

So hoch ist die durchschnittliche Lebenszufriedenheit in Deutschland von auf diese Weise Beschäftigten auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden)

(cs) Demografischer Wandel, wirtschaftliche Stagnation, geopolitische Unsicherheit: Wer nur auf die Schlagzeilen schaut, könnte meinen, die Stimmung im Land sei am Boden. Doch eine aktuelle Auswertung des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt ein anderes Bild: Die Lebenszufriedenheit der Menschen in Deutschland liegt derzeit auf historisch hohen Werten – vergleichbar mit den 2010er Jahren.

Wie passt das zusammen?

Zufriedenheit kennt Lebensphasen

Besonders zufrieden sind laut Studie zwei Gruppen: junge Erwachsene und Menschen im Ruhestand. Beide erreichen auf einer Skala von 0 bis 10 jeweils mehr als sieben Punkte. Dazwischen liegt das berühmte „Tal der Tränen“: Im mittleren Alter sinkt die durchschnittliche Lebenszufriedenheit auf rund sechs Punkte. Kein Wunder. In dieser Phase bündeln sich Karriere, Kinder, finanzielle Verpflichtungen und oft auch die Verantwortung für ältere Angehörige. Wer alles gleichzeitig stemmen muss, spürt den Druck.

Geld macht nicht alles – aber viel

Ein klarer Faktor ist das Einkommen. Menschen mit weniger als 1.000 Euro netto im Monat kommen im Schnitt auf 6,2 Punkte. Am höchsten ist die Zufriedenheit in der Gruppe mit 3.500 bis 4.000 Euro netto – hier liegt sie bei 8,6 Punkten. Interessant: Wer mehr als 4.000 Euro verdient, ist im Schnitt etwas weniger zufrieden (7,7 Punkte). Allerdings ist diese Gruppe in der Studie relativ klein, die Aussagekraft daher begrenzt. Die Botschaft ist dennoch eindeutig: Finanzielle Sicherheit wirkt sich stark auf das Wohlbefinden aus. Nicht Luxus macht zufrieden, sondern Stabilität.

Das Gefühl, selbst steuern zu können

Noch spannender ist ein psychologischer Faktor: die Frage, ob Menschen glauben, ihr Leben selbst gestalten zu können. Wer sich fremdbestimmt fühlt, kommt im Schnitt nur auf 5,3 Punkte. Wer dagegen überzeugt ist, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können, erreicht 8,5 Punkte. Der Unterschied ist enorm. Es geht also nicht nur um äußere Umstände – sondern um innere Haltung. Selbstwirksamkeit scheint ein zentraler Schlüssel zur Zufriedenheit zu sein.

Arbeit als Stabilitätsanker

Auch die Erwerbstätigkeit spielt eine große Rolle. Menschen mit Job sind nachweislich zufriedener als Nichterwerbstätige. Besonders hoch ist die Zufriedenheit bei Vollzeitbeschäftigten (7,4 Punkte), dicht gefolgt von Teilzeitkräften (7,2 Punkte). Geringfügig Beschäftigte liegen mit 6,7 Punkten deutlich darunter. Gründe könnten unsichere Arbeitsbedingungen, geringere soziale Absicherung oder fehlende Perspektiven sein. Arbeit bedeutet eben nicht nur Einkommen. Sie bedeutet auch Struktur, soziale Kontakte, Anerkennung – und das Gefühl, gebraucht zu werden.

Mehr als nur Stunden zählen

Gleichzeitig zeigt sich: Nicht allein die Wochenarbeitszeit entscheidet. Teilzeit kann ebenfalls zufrieden machen – etwa weil sie mehr Zeit für Familie oder Weiterbildung lässt.

Wichtig sind offenbar andere Faktoren:

  • eine wertschätzende Unternehmenskultur
  • flexible Arbeitszeitmodelle
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • Anerkennung im beruflichen Umfeld

Fehlt diese Wertschätzung, leidet die Zufriedenheit – selbst bei gutem Gehalt.

Learnings

Die IW-Studie zeigt: Trotz Krisen bleibt die Lebenszufriedenheit in Deutschland erstaunlich stabil. Sie speist sich aus einem Mix aus materieller Sicherheit, sinnvoller Arbeit, sozialer Einbindung – und dem Gefühl, das eigene Leben mitgestalten zu können.

Vielleicht liegt darin eine leise, aber wichtige Erkenntnis:
Nicht die Weltlage allein bestimmt unser Wohlbefinden. Sondern auch, wie wir unseren Platz darin erleben.

So hoch ist die durchschnittliche Lebenszufriedenheit der Bundesbürger mit diesem monatlichen Nettoeinkommen auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden)