Arbeitgeberverband und Stiftung Pro Ausbildung ziehen Bilanz – schwierige Tarifrunde wirft Schatten voraus

Foto: Christoph Sochart

(cs) Im Airporthotel Van der Valk in Düsseldorf kamen am Donnerstagabend die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Düsseldorf und Umgebung zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung zusammen. Dies ist dann auch die Stifterversammlung der Stiftung Pro Ausbildung, deren Träger der Verband ist.

Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlich angespannte Lage der Unternehmen, die bevorstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie sowie die Bildungsarbeit der Stiftung.

Hauptgeschäftsführer Michael Grütering berichtete über die aktuellen Schwerpunkte der Verbandsarbeit. Dazu zählen insbesondere die arbeits- und sozialrechtliche Betreuung der Mitgliedsunternehmen sowie die tarifpolitischen Herausforderungen der kommenden Monate. Angesichts der schwachen konjunkturellen Entwicklung erwartet die Branche zum Jahresende eine schwierige Tarifrunde. Viele Unternehmen stünden weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck.

Neben den klassischen Aufgaben des Verbandes stellte Grütering auch die Kommunikationsangebote vor. Dazu gehören unter anderem ein eigener Podcast, regelmäßige Newsletter sowie die wöchentliche Sendung auf Antenne Düsseldorf, mit denen der Verband wirtschaftliche und industriepolitische Themen einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt.

Der zweite große Themenblock des Abends galt der Arbeit der Stiftung Pro Ausbildung. Stiftungs-Geschäftsführer Christoph Sochart stellte die vielfältigen Bildungsprojekte vor, mit denen die Stiftung entlang der gesamten Düsseldorfer Bildungskette aktiv ist – von der Kita bis zur Hochschule.

Bereits im frühkindlichen Bereich engagiert sich die Stiftung mit Projekten wie dem Lesefest und Angeboten zur MINT-Förderung. In den weiterführenden Schulen liegt der Schwerpunkt auf der beruflichen Orientierung. Gemeinsam mit der Kommunalen Koordinierung der Landeshauptstadt Düsseldorf übernimmt die Stiftung hier eine federführende Rolle.

Auch Studierende profitieren von den Angeboten der Stiftung. Im Hochschulbereich organisiert sie Praxisworkshops, Mentoring-Programme sowie Wirtschaftsplanspiele, um junge Menschen frühzeitig mit Unternehmen und wirtschaftlichen Abläufen in Kontakt zu bringen.

Die Stiftung Pro Ausbildung besteht seit dem Jahr 2000. Nach Angaben der Verantwortlichen konnten seitdem rund 630.000 Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichen Bildungsangeboten erreicht werden.

Foto: Christoph Sochart

Unternehmertag Nordrhein-Westfalen 2026 in den Rheinterassen – oberste Sicherheitsstufe wegen des Bundeskanzlers

Foto: Christina Moeser

(ud) Die nordrhein-westfälischen Unternehmer haben die Bundesregierung aufgefordert, endlich ihre Reformangst zu überwinden, Bremsen zu lösen und Mut zur Veränderung zu zeigen. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind frustriert und enttäuscht über die mangelnde Reformfähigkeit der Politik“, erklärte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Arndt G. Kirchhoff, am Mittwoch auf dem Unternehmertag seiner Organisation in Düsseldorf in Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Es sei höchste Zeit für ein Reformpaket, das „Kosten senkt, Arbeit stärkt, Leistung belohnt und vor allem Vertrauen zurückgewinnt“. Die deutsche Wirtschaft sei seit sieben Jahren nicht mehr gewachsen. Allein im industriellen Kernland Nordrhein-Westfalen sei die Produktion seit 2018 um 20 Prozent eingebrochen. Gegenwärtig gingen dort monatlich rund 2.800 Industriearbeitsplätze verloren mit unmittelbaren Auswirkungen auf Dienstleistungen, Handel und Handwerk. „Wir erleben hier die strukturelle Erosion unserer Volkswirtschaft“, sagte Kirchhoff. Deutschland habe jahrelang kontinuierliche Reformen sträflich verpasst, sei stattdessen Jahr für Jahr teurer, langsamer und verkrusteter geworden und deshalb heute als Wirtschafts- und Industriestandort international nicht mehr wettbewerbsfähig.

Foto: Christina Moeser

Nach Worten des NRW-Unternehmerpräsidenten steht die Bundesregierung nun vor der Herausforderung, die Versäumnisse der letzten beiden Jahrzehnte grundlegend zu korrigieren. „Klar ist eines: Wer Reformen weiter aufschiebt, entscheidet sich für einen weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit“, betonte Kirchhoff. Was bislang präsentiert worden sei, habe viele Unternehmer im Land enttäuscht. Die Senkung der Mineralölsteuer möge kurzfristig für Entlastung sorgen, ändere aber nichts daran, dass für die Unternehmen in Deutschland die Energiepreise seit Jahren international nicht konkurrenzfähig seien. Die sogenannte Entlastungsprämie von 1.000 Euro bezeichnete Kirchhoff als „Fehlschlag“. Die Koalition habe die Betriebe damit in eine äußerst schwierige Lage gebracht. „Vielen Unternehmen steht das Wasser bis zum Hals, sie können sich die Prämie schlicht nicht leisten“, sagte Kirchhoff.

An SPD und Gewerkschaften gewandt erklärte Kirchhoff, die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen stünden fest zur sozialen Marktwirtschaft. Niemand gebe den Beschäftigten die Schuld für die schwerste Wirtschaftskrise dieses Landes. Niemand wolle auch nur im Entferntesten einen sozialen Kahlschlag. Wer jetzt aber nicht zu Veränderungen bereit sei, setze Wohlstand und soziale Sicherheit aufs Spiel. Deutschland leiste sich im internationalen Vergleich sehr niedrige Durchschnitts-Arbeitszeiten und extrem hohe Kosten für die Lohnfortzahlung. „Wenn wir dies kleinreden oder gar ignorieren, droht uns ein böses Erwachen“, so Kirchhoff. Ohne zusätzliche Anstrengungen sei die Trendwende nicht zu schaffen. Wer etwas anderes behaupte, täusche die Menschen und auch sich selbst. Kirchhoff wörtlich: „Jenen, die immer reflexartig nach neuen Steuern und Schulden rufen, sage ich: Noch kein Land dieser Erde ist durch höhere Steuern und höhere Schulden dauerhaft stärker und leistungsfähiger geworden.“

Foto: Christina Moeser

Für die erforderlichen Veränderungen in der Energie-, der Steuer-und der Sozialpolitik sowie zum Bürokratieabbau lägen sehr gute Vorlagen aus Verbänden, Wissenschaft, Kommissionen und sogar Parteiprogrammen auf dem Tisch. Kirchhoff mahnte die Politik, statt Streit und Provokationen jetzt Entscheiden und Umsetzen in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Der NRW-Unternehmerpräsident wörtlich: „Ich erwarte, dass sich alle in der Bundesregierung zusammenraufen.“ Die Krisen dieser Welt, auch der Krieg im Iran, dürften keine Ausrede sein, in Deutschland Reformen weiter zu verschleppen oder gar nicht erst anzupacken. Ein wirtschaftlich schwaches Deutschland und ein schwaches Europa würden kein Gewicht und keinen Einfluss haben. „Wenn wir unsere Interessen, unsere Werte und unsere Art zu leben verteidigen wollen, müssen wir stark sein“, forderte Kirchhoff.

Mit Blick auf Europa dankte der NRW-Unternehmerpräsident der Bundesregierung und ausdrücklich Bundeskanzler Friedrich Merz, dass „Deutschland in Brüssel endlich wieder eine Stimme hat“. Es sei gut, wenn das German Vote aus Ampel-Zeiten endlich der Vergangenheit angehöre. Mit Blick auf Verbesserungen der Lieferketten-Richtlinie oder die Nachhaltigkeits-Berichterstattung trage dies auch schon erste Früchte. Kirchhoff lobte den Einsatz des Bundeskanzlers im Europäischen Rat für mehr Wettbewerbsfähigkeit, entschlossenen Bürokratieabbau, die Vertiefung des EU-Binnenmarktes sowie die Erweiterung strategischer Partnerschaften durch neue Freihandelsabkommen.

Nun dürfe ‚One Europe, one Market‘ keine Überschrift bleiben. Kirchhoff mahnte an, Deutschland müsse weiterhin treibende Kraft bleiben, „zumal sich in Teilen von Kommission und Parlament schon wieder neuer Unsinn ausgedacht wird“. Auch einige Bundesministerien hätten noch nicht verstanden, „dass die Zeiten des Gold-Platings in Deutschland endgültig vorbei sein müssen“. Statt immer neuer Regulierungen benötige Europa weniger Regulierung und damit mehr Binnenmarkt. „Nur dann wird unser Kontinent mit der Marktmacht seiner 450 Millionen Einwohner seine wirtschaftliche Stärke auf die Straße bringen können“, betonte Kirchhoff.

Zur Landesregierung sagte der NRW-Unternehmerpräsident, sie habe nach dem völlig grotesken Tarifentgeltsicherungsgesetz ganz aktuell jetzt endlich zwei wichtige Schritte zum Bürokratieabbau eingeleitet. Ausdrücklich begrüße er den Kabinettsbeschluss mit dem Versprechen zum radikalen Abbau von Berichtspflichten für Unternehmen. Die Straffung und Digitalisierung von Genehmigungsverfahren durch die geplanten Änderungen im Landesnaturschutzgesetz nannte Kirchhoff „ein wichtiges Signal“. Auch in Nordrhein-Westfalen müsse dringend alles getan werden, was die Wirtschaft stärke und alles unterlassen werden, was sie schwäche.

Neben den inhaltlichen Forderungen wurden auch personelle Weichen gestellt: Kirchhoff wurde im Amt bestätigt. Zudem wählte der Vorstand von unternehmer nrw zehn Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten, darunter Volker Schlinge (Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor METRO Deutschland).

Globale Bühne für Verpackung und Verarbeitung: Die interpack 2026 in Düsseldorf

Mit über 1.000 Ausstellern ist der Packmittelbereich auf der interpack eine Mega-Messe für sich. Foto: Messe Düsseldorf

(cs) Vom 7. bis 13. Mai wird Düsseldorf damit erneut zum Treffpunkt einer Branche, die im Hintergrund wirkt, aber die Welt zusammenhält. Die interpack 2026 zeigt eindrucksvoll, wie zentral Verpackung für die globale Wirtschaft ist – nicht als bloße Hülle, sondern als Schlüsseltechnologie für Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und industrielle Innovation. Tipp für Autofahrer: Besonders voll wird es im Düsseldorfer Norden am Sonntag wegen der Interface und des Fortuna-Spiels.

Wenn sich im Mai 2026 die Tore der interpack 2026 öffnen, wird Düsseldorf erneut zum Zentrum einer Industrie, die im Alltag oft übersehen wird – und doch unverzichtbar ist. Mehr als 2.800 Aussteller aus 65 Ländern kommen zusammen, um auf der weltweit größten Messe für Processing & Packaging ihre Innovationen zu präsentieren.

Die Dimensionen sind beeindruckend: Über sämtliche Hallen hinweg zeigt die interpack die gesamte Wertschöpfungskette – von hochkomplexen Verpackungsmaschinen und vollständigen Produktionslinien bis hin zu Materialien, Packmitteln und Prozesstechnik für Branchen wie Lebensmittel, Pharma, Kosmetik und Industriegüter. Anders als viele Fachmessen bleibt es dabei nicht bei Theorie: Zahlreiche Anlagen laufen live, Produktion wird vor Ort sichtbar und greifbar.

Neue Regulierung als Treiber des Wandels

Ein beherrschendes Thema ist die geplante Europäische Verpackungsverordnung, kurz PPWR. Sie wird tief in die industrielle Praxis eingreifen – von der Materialauswahl über das Verpackungsdesign bis hin zu kompletten Produktionsprozessen.

Ab August 2026 sollen die neuen Regeln verbindlich gelten und sämtliche Verpackungen im EU-Binnenmarkt betreffen. Auf der interpack zeigt sich bereits jetzt, wie Unternehmen darauf reagieren: mit neu entwickelten Materialien, recyclingfähigen Konzepten und Investitionen in die Transformation ihrer Anlagen.

Stabile Branche in unsicheren Zeiten

Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten präsentiert sich die Branche robust. Der deutsche Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbau zählt weiterhin zu den stabilen Säulen der Industrie. Laut VDMA war 2025 von Produktionswachstum und starken Exporten geprägt.

Diese Stabilität ist kein Zufall: Die globale Nachfrage nach Lebensmitteln und Pharmazeutika steigt kontinuierlich. Verpackung übernimmt dabei eine Schlüsselrolle – sie schützt Produkte, verlängert ihre Haltbarkeit und ermöglicht erst die weltweite Distribution. Ohne sie wären moderne Lieferketten kaum denkbar.

Drei Themen, die die Zukunft prägen

Die interpack 2026 setzt gezielt Schwerpunkte auf drei zentrale Zukunftsfelder:

  • Smart Manufacturing: Datengetriebene Produktion, Automatisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik sorgen für Effizienz und Flexibilität in der Fertigung.
  • Innovative Materials: Neue Materialien und Design-for-Recycling-Konzepte stehen im Fokus nachhaltiger Verpackungslösungen.
  • Future Skills: Der Wandel der Arbeitswelt erfordert neue Kompetenzen – von digitalem Know-how bis zur Arbeit mit automatisierten Systemen.

Mehr als eine Messe: Plattform für Austausch und Impulse

Neben der Ausstellung bietet die interpack ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im Spotlight Forum diskutieren Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen rund um Regulierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit.

Mit der Initiative SAVE FOOD wird die Reduzierung von Lebensmittelverlusten entlang der gesamten Wertschöpfungskette thematisiert – ein Bereich, in dem Verpackung eine entscheidende Rolle spielt.

Zugleich schafft das Format Women in Packaging Raum für Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in einer traditionell technisch geprägten Branche.

 

Mittelstand stärken, Zukunft gestalten: Impulse vom Düsseldorfer Wirtschaftsforum

Foto: Christoph Sochart

(cs/ud) Das Düsseldorfer Wirtschaftsforum zeigte einmal mehr, wie wertvoll der Austausch zwischen Wirtschaft, Bildung und Politik für die Zukunft des Mittelstands ist. Dank der hervorragenden Organisation durch Professor Nowak und sein Team von der IST-Hochschule bot die Veranstaltung eine starke Plattform für praxisnahe Impulse und offene Diskussionen. Christoph Sochart war vor Ort und berichtet nachfolgend.

Beim Wirtschaftsforum stand in diesem Jahr das Generalthema „LEISTUNG – Weil wir es können“ im Mittelpunkt. Die Veranstaltung griff damit eine Debatte auf, die für Wirtschaft und Gesellschaft aktueller kaum sein könnte: Wie verändert sich der Begriff von Leistung in Zeiten von Fachkräftemangel, Generationenwandel und Künstlicher Intelligenz?

Im Zentrum der Diskussionen stand die Frage, ob Leistung künftig ausschließlich an Zahlen und Effizienz gemessen werden kann – oder ob auch Kreativität, Verantwortung, Sinn und gesellschaftliche Wirkung stärker in den Fokus rücken müssen. Dabei wurde deutlich, dass sich insbesondere zwischen den Generationen unterschiedliche Erwartungen an Arbeit, Erfolg und Verantwortung entwickeln.

Auch die Rolle von Künstlicher Intelligenz wurde intensiv beleuchtet. Die Teilnehmer diskutierten darüber, wie Unternehmen Effizienzgewinne durch KI nutzen können, ohne dabei Menschlichkeit, Vertrauen und Unternehmenskultur aus dem Blick zu verlieren.

Vor allem für den Mittelstand gewinnt die Frage an Bedeutung, welche Formen von Leistung künftig tatsächlich zählen und wie diese sichtbar gemacht werden können. Leistung, so der Tenor des Forums, müsse heute breiter gedacht werden: nicht nur als messbarer Output, sondern als nachhaltige Wirkung für Unternehmen, Beschäftigte und Gesellschaft.

Dabei rückte zunehmend ein relationales Verständnis von Leistung in den Vordergrund. Nicht allein die individuelle Leistung stehe im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Wirkung das eigene Handeln langfristig entfaltet. Orientierung bot dabei auch der Gedanke des „Infinite Game“ von Simon Sinek: Erfolgreich sei nicht derjenige, der kurzfristig gewinnt, sondern wer langfristig Verantwortung übernimmt und nachhaltige Wirkung ermöglicht.

Im Fokus meines Beitrages stand die Thematik, was „Leistung“ für uns als Unternehmerschaft bedeutet. Grundsätzlich aber ging es um „Leistung“ im  Mittelstand in Düsseldorf und seine Rolle bei zentralen Zukunftsthemen.

Gleichzeitig muss sich der Mittelstand stärker sichtbar machen. Ein weiteres zentrales Thema war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. KI ist kein Jobfresser, sondern eröffnet neue Chancen: Sie entlastet Mitarbeitende von Routineaufgaben und schafft Raum für anspruchsvollere Tätigkeiten. Gleichzeitig entstehen neue Berufsbilder, von denen viele heute noch gar nicht absehbar sind.

Foto: Christoph Sochart

Wie schon immer im Mittelstand gilt auch künftig: Generationen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr braucht es ein bewusstes Miteinander – Mentoring in beide Richtungen, bei dem Erfahrung auf neue Perspektiven trifft. Die besten Ideen entstehen dort, wo unterschiedliche Blickwinkel zusammenkommen. Externe Impulse können diesen Prozess zusätzlich bereichern.

Nicht zuletzt wurde deutlich, wie essenziell die lokale Vernetzung ist. Der enge Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und wirtschaftsnahen Organisationen bleibt ein Schlüssel, um den Mittelstand in Düsseldorf nachhaltig zu stärken und zukunftsfähig aufzustellen.

NEUE PODCAST-SERIE DER „DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT“! „Rheinischer Wandel: Von Henkel zur Hightech-Zukunft“

Rechts im Bild: Christian Zaum

(ud) Für die Podcastreihe „Industrie in Düsseldorf: von Fritz Henkel bis zur Klimawende“ spricht Host Christoph Sochart mit dem Düsseldorfer Wirtschaftsdezernenten Christian Zaum über die Transformation der Industrie in der Region. Im Mittelpunkt steht, wie sich Düsseldorf als Teil eines starken Innovationsraums zwischen Rhein und Ruhr neu positioniert – mit Fokus auf wissensbasierte Industrie, Hightech und enge Netzwerke zwischen Unternehmen, Start-ups und Hochschulen.

Zaum betont die Chancen der „neuen Industrie“ für den Arbeitsmarkt: Es entstehen hochqualifizierte Jobs, während sich bestehende Berufe durch Digitalisierung und Weiterbildung wandeln. Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Innovationstreiber und Partner der Wirtschaft.

Auch Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema: Die Stadt unterstützt Unternehmen aktiv bei der Umstellung auf klimafreundliche Produktionsprozesse und baut entsprechende Infrastrukturen aus. Kleine, spezialisierte Unternehmen und Start-ups sieht Zaum als wichtige Impulsgeber für Innovation und ein dynamisches industrielles Ökosystem.

Sein Fazit fällt optimistisch aus: Die Kombination aus Wissen, Talenten, Kooperationen und dem klaren Fokus auf nachhaltige, intelligente Lösungen bietet große Chancen für die industrielle Zukunft Düsseldorfs.

Die Podcastserie erscheint im Sommer 2026. Es wird viele Gesprächspartner und neue Einblicke und Ausblicke in die Zukunftswelt unserer Industrie geben. Natürlich wird auch nicht der Blick zurück fehlen: wie alles begann!

Der Podcast wird produziert von den Streamboxstudios und der Unternehmerschaft Düsseldorf. Die „Düsseldorfer Wirtschaft“ gibt es seit sechs Jahren und im Juni erscheint die 200. Folge als Live-Episode, gesendet aus dem Forum der Stadtsparkasse Düsseldorf.

19. Tandem-Tag auf Gut Gnadental: Miteinander statt füreinander – Integration behinderter Menschen durch Sport

Foto: Anne Großmann

(ud) Sport verbindet Menschen: Am Samstag, dem 9. Mai 2026, treffen sich auf dem malerisch an der Erft gelegenen Gut Gnadental in Neuss Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigung, um gemeinsam aktiv zu sein.

Der 19. Tandem-Tag bietet ein vielfältiges und lebendiges Sportprogramm – von Fußball, Handball und Tischtennis über Hockey und Rollstuhl-Basketball bis hin zu Voltigieren, Judo, Kanufahren auf der Erft und Ringen. Darüber hinaus erwartet die Besucher ein buntes Rahmenprogramm mit Live-Musik, kulinarischen Angeboten, erfrischenden Drinks und zahlreichen weiteren Mitmachaktionen.

Integration behinderter Menschen durch Sport

Gemeinsam Sport treiben – das bringt Menschen zusammen und ermöglicht es, gemeinsam kleine und große Erfolge zu erleben: Das ist der Grundgedanke der 2004 vom Unternehmer Burkhard Zülow gegründeten Tandem Stiftung. Es geht darum, Hemmungen und Berührungsängste abzubauen und zu erfahren, dass jeder etwas kann und Stärken hat. Auch die Leistungsfähigkeit soll gefördert und der Umgang zwischen Gesunden und Menschen mit Einschränkungen geübt werden.

Das Programm

Der Tandem-Tag beginnt um 10 Uhr. Nach der offiziellen Eröffnung durch Gastgeberin Jutta Zülow, Vorsitzende der Tandem Stiftung, geht es los mit der namengebenden Tandem-Tour. Das Besondere: Die Teilnehmer sitzen hier nicht, wie bei herkömmlichen Tandems, hinter- sondern nebeneinander. Hier steht – ganz im Geist der Tandem Stiftung – das Miteinander im Fokus, die Begegnung auf Augenhöhe.

Um 11:00 Uhr startet das inklusive Fußballmatch, bei dem die DJK Rheinkraft Neuss, die SG Kaarst und der SV Rot-Weiß Elfgen – die Außergewöhnlichen! – gegeneinander antreten. Anfeuern ausdrücklich erwünscht!

Ein Höhepunkt des Tages ist um 15:00 Uhr die Sportlerehrung der Neuss-Grevenbroicher-Zeitung (NGZ). Geehrt werden die drei Erstplatzierten der Wahl zum NGZ-Sportler des Jahres 2025: der Radsportler Kilian Schmitz, die Tischtennisspielerin Jana Vollmertund der Kanute Lukas Drossart.

Den Abschluss bildet um 15:30 Uhr eine große Tombola mit attraktiven Preisen. Als Hauptgewinn winkt eine Reise für zweiPersonen zum Reitsportevent CHIO in Aachen. Darüber hinaus gibt es attraktive Sachpreise wie u.a. Fahrräder und Sportgeräte. Mitmachen lohnt sich! Lose kosten einen Euro – der Erlös kommt der Tandem Stiftung zugute.

Die Organisation der gesamten Veranstaltung liegt in den Händen von Nadia Ehning, Tochter von Jutta Zülow. Die dreimalige Welt- und Europameisterin im Voltigieren sagt: „Beim Tandem-Tag ist jede und jeder willkommen.“ Die Teilnahme ist kostenfrei.

  1. Tandem-Tag

Samstag, 9. Mai 2026, ab 10 Uhr

Gut Gnadental, Nixhütter Weg 85, 41468 Neuss

Als Gäste werden unter anderem der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer, Ingo Wolf, NRW-Innenminister a. D., Dirk Brügge, Kreisdirektor Rhein-Kreis Neuss, Katharina Reinhold, Landrätin, Hans-Jürgen Petrauschke, ehemaliger Landrat, der Ringer Dani Nakaev (angefragt) und der Handballer Christopher Klasmann von der HSG Krefeld sowie Voltigierer aus Neuss und Borken erwartet.

Die „Tandem Stiftung Burkhard Zülow“

Der Neusser Unternehmer Burkhard Zülow verzichtete anlässlich seines 60. Geburtstages im Jahre 2004 auf persönliche Geschenke. Stattdessen sammelte er Spenden, damit Schüler mit und ohne Einschränkungen gemeinsam Sport treiben können.

Das erste Projekt war zugleich auch Namensgeber der Initiative: “Tandem – Integration behinderter Menschen durch Sport”. Im September 2010 wurde aus der Initiative Tandem die „Tandem Stiftung Burkhard Zülow“.

Zülow AG

Die Zülow AG ist ein Dienstleistungsunternehmen der Elektrobranche und seit ihrer Gründung 1971 ein eigentümergeführtes Familienunternehmen am Standort Neuss. Heute sind mehr als 350 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.

Seit 1996 ist der Stammsitz auf Gut Gnadental in Neuss, wo das Unternehmen in historischer Umgebung Raum geschaffen hat, um Kommunikation in einer sich digitalisierenden Welt – zu der es mit seinen Dienstleistungen in der Daten- und Netzwerktechnik ebenfalls seinen Beitrag leistet – auch „analog“ die Begegnung von Menschen zu ermöglichen.

Arbeitskosten in Deutschland bleiben hoch – Abstand zur EU nahezu unverändert

(cs) Deutschland bleibt ein Hochkostenstandort – mit vergleichsweise stabiler Entwicklung. Während andere EU-Länder, insbesondere in Osteuropa, dynamisch aufholen, verharrt der Abstand zum europäischen Durchschnitt auf nahezu unverändertem Niveau. Für Unternehmen bedeutet das weiterhin hohe Belastungen, während Beschäftigte von steigenden Löhnen profitieren dürfen.

Die Kosten für Arbeit in Deutschland sind im Jahr 2025 erneut gestiegen – wenn auch moderater als im europäischen Durchschnitt. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) mitteilt, zahlten Arbeitgeber im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich durchschnittlich 45,00 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde. Damit liegt Deutschland weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Europäische Union, der bei 34,90 Euro lag.

Deutschland rund 29 Prozent über EU-Niveau

Im Vergleich zum EU-Durchschnitt mussten deutsche Unternehmen etwa 29 Prozent mehr für eine Arbeitsstunde aufbringen. Trotz dieses hohen Niveaus fiel der Kostenanstieg mit +3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr geringer aus als im EU-Schnitt (+4,1 Prozent). 2024 hatten die Arbeitskosten hierzulande noch bei 43,50 Euro gelegen.

Auffällig bleibt die große Spannweite innerhalb Europas: Während in Luxemburg mit durchschnittlich 56,80 Euro die höchsten Arbeitskosten anfallen, liegen sie in Bulgarien bei lediglich 12,00 Euro. Auch Dänemark (51,70 Euro) und die Niederlande (47,90 Euro) zählen zu den Hochkostenländern. Am unteren Ende der Skala folgen neben Bulgarien auch Rumänien (13,60 Euro) und Ungarn (15,20 Euro).

Dynamik vor allem in Osteuropa

Die stärksten prozentualen Anstiege der Arbeitskosten verzeichneten 2025 vor allem osteuropäische Länder. Bulgarien führte mit einem Plus von 13,1 Prozent, gefolgt von Kroatien (+11,6 Prozent) und Polen (+10,5 Prozent). Deutlich moderater entwickelten sich die Kosten etwa in Frankreich (+2,0 Prozent), Dänemark (+3,0 Prozent) und Italien (+3,2 Prozent). In Malta gingen die Arbeitskosten sogar leicht zurück (-0,5 Prozent).

Langfristiger Anstieg in allen Branchen

Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt: Arbeit ist in Deutschland in sämtlichen Wirtschaftsbereichen deutlich teurer geworden. Seit 2020 stiegen die Arbeitskosten um mindestens 14 Prozent, in einigen Dienstleistungssektoren sogar um mehr als 30 Prozent. Besonders betroffen sind freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie das Gastgewerbe.

Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt ergibt sich ein Plus von 22,3 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Dennoch hat sich die relative Position Deutschlands im europäischen Vergleich kaum verändert: Lag der Abstand zum EU-Durchschnitt im Jahr 2020 bei rund 30 Prozent, beträgt er 2025 immer noch etwa 29 Prozent.

Iran-Krieg belastet unsere Betriebe – Zuversicht sinkt

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland bewerten die Lage bei diesen Indikatoren im Frühjahr 2026 gegenüber dem Frühjahr 2025 wie folgt und erwarten für das Jahr 2026 gegenüber 2025 diese Entwicklung

(cs) Der Krieg im Nahen Osten entwickelt sich zunehmend zum konjunkturellen Risiko für Deutschland. Was zum Jahreswechsel 2025/2026 noch wie ein vorsichtiger Aufbruch wirkte, ist inzwischen verflogen. Statt einer erhofften Erholung prägen steigende Energiepreise, gestörte Lieferketten und wachsende Unsicherheit die wirtschaftliche Lage.

Auslöser der erneuten Eintrübung ist der seit Ende Februar eskalierte Konflikt rund um den Iran. Besonders schwer wiegt dabei die Blockade der Straße von Hormus – eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie. Die Folge: Öl- und Gaspreise ziehen deutlich an, Lieferketten geraten ins Stocken, Produktionsabläufe werden unsicher. Für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland ist das ein empfindlicher Rückschlag.

Eine aktuelle Umfrage des Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) unter rund 1.000 Unternehmen zeigt, wie stark die Stimmung bereits gekippt ist. Knapp 43 Prozent der Firmen berichten, dass sich ihre Geschäftslage gegenüber dem Frühjahr 2025 verschlechtert habe. Nur gut 14 Prozent sehen eine Verbesserung. Besonders auffällig: Auch im Dienstleistungssektor, lange Zeit Stabilitätsanker der Wirtschaft, überwiegt inzwischen die Skepsis deutlich.

Der Blick nach vorn fällt kaum optimistischer aus. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten 35 Prozent der Unternehmen einen Rückgang ihrer Produktion, während lediglich 21 Prozent mit einem Wachstum rechnen. Damit setzt sich ein Negativtrend fort, der bereits seit Herbst 2023 anhält – eine ungewöhnlich lange Phase wirtschaftlicher Zurückhaltung.

So viel Prozent der Unternehmen in Deutschland erwarten für das Jahr 2026 gegenüber 2025 diese Entwicklung der Produktion, Investitionen und Beschäftigung

Am größten ist die Skepsis in der Industrie. Hier rechnen 39 Prozent der Unternehmen mit einer weiteren Verschlechterung, insbesondere in der Konsumgüter- und Grundstoffindustrie. Doch auch andere Branchen geraten unter Druck: Im Baugewerbe, wo sich Optimisten und Pessimisten zuletzt noch die Waage hielten, rechnet nun wieder eine Mehrheit mit sinkender Produktion. Der Dienstleistungssektor folgt ebenfalls dem negativen Trend.

Parallel dazu verschlechtern sich die Perspektiven für Investitionen. Fast vier von zehn Unternehmen planen, ihre Ausgaben im laufenden Jahr zu reduzieren. Nur etwa jedes fünfte Unternehmen will mehr investieren als im Vorjahr. Die Unsicherheit durch geopolitische Krisen trifft dabei auf strukturelle Herausforderungen wie hohe Steuer- und Abgabenlasten sowie zunehmende Regulierung.

Auch der Arbeitsmarkt dürfte die Entwicklung bald zu spüren bekommen. Lediglich rund 21 Prozent der Unternehmen planen einen Personalaufbau, während 29 Prozent von einem Stellenabbau ausgehen. Besonders deutlich zeigt sich diese Schere im Verarbeitenden Gewerbe: Dort rechnen 37 Prozent mit sinkender Beschäftigung, aber nur 14 Prozent mit Neueinstellungen.

Der Iran-Krieg wirkt damit wie ein Brandbeschleuniger für bestehende Probleme. Die deutsche Wirtschaft steht nicht nur unter konjunkturellem, sondern auch unter strukturellem Druck. Eine schnelle Erholung ist vorerst nicht in Sicht – zu groß sind die Unsicherheiten auf den globalen Märkten und zu tiefgreifend die Herausforderungen im Inland.

Immer mehr Doppelverdiener: Das Ende des klassischen Ein-Verdiener-Modells

(cs) Das traditionelle Familienmodell, in dem eine Person arbeitet und die andere zu Hause bleibt oder nur geringfügig beschäftigt ist, verliert in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Neue Zahlen des Statistisches Bundesamt zeigen: Die Erwerbsbeteiligung in Partnerschaften hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Fest steht: Das klassische Ein-Verdiener-Modell ist nicht verschwunden – aber es ist längst nicht mehr der Standard. Stattdessen prägt ein neues Normal die Gesellschaft: Partnerschaften, in denen beide zum Einkommen beitragen. Wir haben uns die Zahlen angeschaut.

Im Jahr 2025 lebten rund 14 Millionen Paare in Deutschland, in denen beide Partner zwischen 15 und 64 Jahre alt waren. In mehr als zwei Dritteln dieser Beziehungen – konkret 68,8 Prozent – gingen beide Partner einer über geringfügige Beschäftigung hinausgehenden Arbeit nach. Damit ist das sogenannte Doppelverdiener-Modell längst zur dominierenden Lebensrealität geworden.

Nur noch etwa jedes vierte Paar (25,2 Prozent) entspricht dem klassischen Muster, bei dem eine Person voll oder in größerem Umfang arbeitet, während die andere nur geringfügig oder gar nicht erwerbstätig ist. Noch deutlicher wird der Wandel im Zeitvergleich: 2015 traf dieses Modell immerhin noch auf knapp ein Drittel aller Paare (32,5 Prozent) zu.

Parallel dazu ist der Anteil der Paare gewachsen, in denen beide Partner aktiv am Arbeitsmarkt teilnehmen. 2015 lag dieser Wert noch bei 59,8 Prozent – ein Anstieg um fast neun Prozentpunkte innerhalb eines Jahrzehnts. Dagegen ist der Anteil der Paare, in denen beide keiner oder nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, weiter zurückgegangen: von 7,7 Prozent im Jahr 2015 auf 6,0 Prozent im Jahr 2025.

Warum immer mehr Paare gemeinsam arbeiten

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen. Viele haben ihre Arbeitszeit ausgeweitet oder sind aus Minijobs in reguläre Teilzeit- oder Vollzeitstellen gewechselt. Auch wirtschaftliche Faktoren spielen eine Rolle: Steigende Lebenshaltungskosten machen es für viele Haushalte notwendig, auf zwei Einkommen zu setzen.

Zudem haben sich gesellschaftliche Rollenbilder verändert. Erwerbsarbeit wird zunehmend als gemeinschaftliche Aufgabe verstanden, während unbezahlte Arbeit – etwa Kinderbetreuung oder Pflege – stärker zwischen den Partnern aufgeteilt wird.

Wer nicht arbeitet – und warum

Die Statistik unterscheidet klar zwischen verschiedenen Formen der Nicht-Erwerbstätigkeit. Erwerbslose Personen suchen aktiv nach Arbeit, während sogenannte Nichterwerbspersonen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen – etwa wegen Ausbildung, gesundheitlicher Einschränkungen oder weil sie bewusst keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Ein struktureller Wandel mit Folgen

Der Trend hin zu mehr Doppelverdiener-Paaren hat weitreichende Auswirkungen: auf die Organisation von Familienleben, auf die Nachfrage nach Kinderbetreuung und auf den Arbeitsmarkt insgesamt. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice-Angebote und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewinnen weiter an Bedeutung.

Future-Crafted Chemistry: Wie Innovation und Industrie im Rheinland zusammenfinden

Foto: ChemCologne

(cs) Das ist die „Chemiewelt von morgen“: Unter dem Motto „Future-Crafted Chemistry – Where Industry Meets Innovation“ kamen beim Kooperationstag der ChemCologne mehr als 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Startup-Szene zusammen – mit einem klaren Ziel: die Transformation der Chemieindustrie aktiv zu gestalten.

Bühne für Start-ups: Ideen für die Industrie von morgen

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Startup Pitch Session. Sechs junge Unternehmen präsentierten ihre Lösungen für die Herausforderungen der Branche. Mit dabei waren unter anderem Naion.tech, FindIQ, Sybilion, Hyperheat und Mycolever – ein breites Spektrum von datengetriebenen Anwendungen bis hin zu nachhaltigen Produktionstechnologien.

Am Ende überzeugte ein Team besonders: Hyperheat gewann das Publikumsvoting. Das Startup, vertreten durch Gründer Frederick Lessmann, setzt auf die Elektrifizierung industrieller Hochtemperaturprozesse. Temperaturen von bis zu 2.000 Grad Celsius sollen künftig ohne fossile Brenner erzeugt werden – ein Ansatz, der insbesondere für die energieintensive Chemieindustrie erhebliches Transformationspotenzial birgt.

Foto: ChemCologne

Austausch über Gründung und Finanzierung

Wie sich solche Ideen erfolgreich skalieren lassen, diskutierten im Anschluss Branchen- und Finanzierungsexperten. Tilman Spitz, Gründer und CEO der goatAM GmbH, sprach gemeinsam mit Stephanie Grubenbecher und Sebastian Hanny-Busch über Herausforderungen beim Unternehmensaufbau – von der ersten Idee bis zur Finanzierung.

Dabei wurde deutlich: Der Zugang zu Kapital, belastbare Netzwerke und enge Kooperationen mit der Industrie sind entscheidende Faktoren, um Innovationen aus der Forschung in den Markt zu bringen.

Impulse für die nächste Generation

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs spielte eine zentrale Rolle. In Impulsvorträgen gaben Expertinnen und Experten Einblicke in die Arbeitswelt von morgen und in neue Forschungsansätze. Louisa Bock von Bayer sprach über Schlüsselkompetenzen, die künftig in der Industrie gefragt sind.

Anschließend stellte Ulrich Schörken das Graduiertencluster „Aufbruch“ vor. Im Fokus steht dabei die Transformation hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie im Rheinischen Revier – einem der zentralen industriellen Wandelräume in Deutschland.

Foto: ChemCologne

Chemiecluster als Motor der Transformation

Für Christoph Kappenhagen, Vorstandsvorsitzender von ChemCologne, zeigt die Veranstaltung vor allem eines: den hohen Stellenwert von Kooperationen. Der Austausch zwischen Industrie, Start-ups und Wissenschaft liefere wichtige Impulse für die Zukunft der Branche.

Die ChemCologne-Region gilt als eine der stärksten Chemieregionen Europas. Sie erstreckt sich von Krefeld bis Bonnund von Aachen bis Wuppertal. Mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent am deutschen Chemieumsatz kommt ihr eine Schlüsselrolle bei der industriellen Transformation zu.

>> Der Kooperationstag in Leverkusen macht deutlich: Die Zukunft der Chemie entsteht im Zusammenspiel. Start-ups liefern neue Technologien, die Industrie bringt Skalierung und Anwendungskompetenz, und die Wissenschaft sorgt für den notwendigen Innovationsnachschub. Formate wie „Future-Crafted Chemistry“ zeigen, wie dieses Zusammenspiel konkret funktionieren kann – und warum das Rheinland dabei eine zentrale Rolle spielt.