Nordrhein-Westfalen plant neues Zentrum für Verteidigungstechnologie

Screenshot: Rheinmetall Instagram

(cs) Unser Bundesland reagiert auf die veränderte Sicherheitslage in Europa. Das Land will mehr für die eigene Verteidigungsfähigkeit tun. Dafür plant es ein neues Technologie- und Entwicklungszentrum: das Production Launch Centre Defence (PLCD). Mit diesem Zentrum übernimmt Nordrhein-Westfalen Verantwortung in einer Zeit, die oft als „Zeitenwende“ bezeichnet wird. Gemeint ist: Deutschland und Europa müssen sich besser schützen können.

Was ist das Ziel?

Das PLCD soll Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups enger zusammenbringen. Gemeinsam sollen sie neue Technologien für die Sicherheit und Verteidigung entwickeln. Dabei geht es zum Beispiel um Anforderungen der Bundeswehr und der NATO. Wichtig ist: Im Mittelpunkt stehen konkrete Projekte. Es geht nicht nur um Forschung im Labor, sondern um Lösungen, die schnell genutzt und produziert werden können.

Was sagt die Landesregierung?

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, sagt: Die Zeitenwende sei kein Schlagwort, sondern ein klarer Auftrag zu handeln. Wer Frieden sichern wolle, müsse auch in Verteidigung investieren. Innovationen aus Forschung und Industrie müssten schneller einsatzbereit werden. Nordrhein-Westfalen habe starke Unternehmen, gute Forschung und viele Fachkräfte. Mit dem PLCD solle Europa technologisch unabhängiger und widerstandsfähiger werden.

Wer macht mit?

Das Zentrum wird vom Wirtschaftsministerium des Landes geplant – gemeinsam mit Partnern aus der Industrie.

Zu den ersten Kernpartnern gehören:

  • Rheinmetall

  • Mubea

  • Lockheed Martin

Diese Unternehmen haben zusammen mit Ministerin Neubaur am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz eine Absichtserklärung unterschrieben.

Stimmen aus der Industrie

Der Vorstandschef von Rheinmetall, Armin Papperger, erklärt: Das neue Zentrum soll helfen, schneller von der Entwicklung zur Serienproduktion zu kommen. Nordrhein Westfalen könne sich so als wichtiger Standort für Verteidigungstechnologie in Europa etablieren.

Auch Dennis Goege von Lockheed Martin betont: Die Zusammenarbeit stärke die Industrie in Europa und den USA. Das helfe auch der Bundeswehr und der NATO.

Felix Muhr von Mubea sagt: Die Initiative unterstütze Unternehmen dabei, Innovationen schneller für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie nutzbar zu machen – jetzt und in Zukunft.

Was bedeutet das für Nordrhein-Westfalen?

Für das Land bringt das Projekt:

  • neue Investitionen

  • mehr Hightech-Arbeitsplätze

  • bessere Chancen für Start-ups und mittelständische Unternehmen

  • stärkere internationale Sichtbarkeit

Das PLCD soll eine offene Plattform sein. Auch kleine und mittlere Unternehmen sollen leichter an sicherheitsrelevanten Projekten teilnehmen können. Nordrhein-Westfalen will seine industrielle Stärke nutzen, um die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken. Mit dem Production Launch Centre Defence entsteht ein neues Zentrum, das Forschung, Wirtschaft und Sicherheit enger verbinden soll. Ziel ist mehr Sicherheit – und zugleich neue wirtschaftliche Chancen für das Land.

Podcast-Episode 194: Warum „Personal Branding“ für uns immer wichtiger wird und was ein „gutes Foto“ damit zu tun hat

Foto: CS

(cs) Heute sprechen wir in unserer neusten Podcast-Episode über ein Thema, das oft mit Influencern und Social Media in Verbindung gebracht wird – aber in Wahrheit uns alle betrifft: Personal Branding. Oder anders gesagt: Der Mensch als Marke.
Denn ganz gleich, ob Unternehmerin, Führungskraft, Mitarbeiter oder Auszubildende – wir alle wirken. Mit unserer Haltung, unserer Kommunikation, unserer Präsenz. Und genau daraus entsteht eine persönliche Marke. Nicht künstlich konstruiert, sondern authentisch gelebt.
Gerade für Unternehmen ist das spannender denn je: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht nur Teil des Betriebs – sie verkörpern unsere Werte, unsere Kultur und unsere Markenidentität. Sie sind Botschafter nach innen und außen. Und die Frage ist: Wie sichtbar, wie klar und wie professionell treten wir dabei eigentlich auf?
Ein entscheidender Faktor dabei ist die visuelle Kommunikation – insbesondere professionelle Fotografie. Bilder transportieren Persönlichkeit in Sekundenbruchteilen. Sie schaffen Vertrauen, Nähe und Wiedererkennung. Ein starkes Porträt kann Kompetenz ausstrahlen, Haltung zeigen und Geschichten erzählen – noch bevor das erste Wort gesprochen ist.
Wie also gelingt authentisches Personal Branding?
Wo liegt die Grenze zwischen Inszenierung und Echtheit?
Und warum ist professionelle Fotografie weit mehr als „nur ein schönes Bild“?
Darüber sprechen wir heute mit unserem Gast: Kommunikationsexperte Frank Wiedemeier. Er begleitet seit vielen Jahren Unternehmen und Persönlichkeiten dabei, ihre Marke klar zu positionieren und sichtbar zu machen.
Überall da, wo Sie Ihre Lieblings-Podcasts hören und hier: www.unternehmerschaft.de/podcast

Durchbruch in Düsseldorf für die Seasnake: Schweden kauft neues Waffensystem

 

(cs) Schweden hat ein neues Waffensystem für seine Marine bestellt. Es geht um die „Seasnake 30“ des Düsseldorfer Unternehmens Rheinmetall. Für das Unternehmen ist das ein wichtiger Erfolg: Zum ersten Mal kauft ein Mitglied der NATO dieses System.

Acht Systeme für schnelle Boote

Schweden hat acht Waffensysteme vom Typ „Seasnake 30“ bestellt. Sie sollen auf neuen schnellen Militärbooten eingesetzt werden. Diese Boote heißen Combat Boat 90. Der Auftrag hat einen Wert von rund 63 Millionen Euro. Er wurde im Februar 2026 gebucht. Das erste System soll bis Februar 2028 geliefert werden.

Im Vertrag ist noch mehr enthalten:

  • spezielle Airburst-Munition (explodiert in der Luft),

  • Übungsmunition im Kaliber 30 Millimeter,

  • Ersatzteile,

  • Service und Wartung.

Der Vertrag läuft in diesem Bereich vier Jahre. Außerdem kann Schweden später bis zu 29 weitere Systeme bestellen.

Was kann die Seasnake 30?

Die „Seasnake 30“ ist ein modernes, fernbedienbares Geschütz für Schiffe. Das bedeutet: Soldaten müssen nicht direkt an der Waffe stehen.

Das System hat:

  • Kameras für den Tag,

  • Infrarot-Sensoren für die Nacht,

  • einen Laser, der die Entfernung misst.

Die Waffe erkennt Ziele automatisch und kann mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen. Die Kanone schafft bis zu 1.100 Schuss pro Minute. Besonders wichtig ist die sogenannte Airburst-Funktion. Dabei explodiert die Munition in der Luft. Das ist zum Beispiel nützlich, um Drohnen abzuwehren. Außerdem ist die Seasnake 30 kompakt gebaut und schwer zu erkennen. Das kann im Einsatz ein Vorteil sein.

Bedeutung für Rheinmetall und die NATO

Mit dem Auftrag aus Schweden erreicht Rheinmetall einen wichtigen Schritt. Die Seasnake 30 wird zum ersten Mal bei einem NATO-Mitglied eingesetzt. Für Schweden ist das ebenfalls bedeutend. Das Land ist erst seit Kurzem Mitglied der NATO und baut seine Verteidigung weiter aus. Der Auftrag zeigt: Schweden setzt auf moderne Technik für seine Marine. Und Rheinmetall stärkt seine Rolle als wichtiger Partner für die Verteidigung auf See.

Rheinmetall verkauft seinen Auto-Bereich: ein besonderer Vertrag schützt jetzt die Mitarbeitenden!

Quelle: Rheinmetall/Instagram

(cs) Was passiert bei Rheinmetall? Der Düsseldorfer Konzern will sich verändern. Das Unternehmen stellt unter anderem Teile für Autos her. Jetzt hat die Firmen-Leitung entschieden: Der Auto-Bereich soll verkauft werden. Rheinmetall will sich in Zukunft auf Verteidigungs-Technologien konzentrieren. Denn dieser Bereich wächst stark. Nun wurde mit der IG Metall ein Überleitungsvertrag ausgehandelt.
Was ist ein Überleitungsvertrag?
Ein Überleitungsvertrag regelt, was mit den Mitarbeitern passiert, wenn ihre Firma verkauft wird. Er ist wie eine Brücke: Er sorgt dafür, dass die Beschäftigten sicher auf die andere Seite kommen – zum neuen Besitzer. Bei Rheinmetall betrifft das die Division Power Systems. So heißt der Bereich, der Motoren und Antriebe entwickelt. Tausende Menschen arbeiten dort an verschiedenen Standorten in Deutschland.
Was steht in dem Vertrag?
Rheinmetall hat mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall lange verhandelt. Jetzt gibt es eine Einigung. Der Vertrag garantiert den Beschäftigten wichtige Rechte – und zwar für drei Jahre nach dem Verkauf:
– Arbeitsplatz-Sicherheit: Niemand verliert seinen Job wegen des Verkaufs.
– Standort-Sicherheit: Die Werke in Deutschland bleiben erhalten.
– Tarif-Sicherheit: Die bisherigen Arbeitsverträge und Bezahlungen gelten weiter.
Das Besondere: Diese Regeln gelten auch für den neuen Besitzer. Er muss sich daran halten.
Warum macht Rheinmetall das?
Rechtlich muss Rheinmetall keinen solchen Vertrag abschließen. Das Unternehmen tut es trotzdem – freiwillig. Dr. Vera Saal ist bei Rheinmetall für Personal zuständig. Sie sagt: “Rheinmetall steht zu seiner Verantwortung.” Die Firma will den Mitarbeitern einen fairen Übergang ermöglichen. Die IG Metall hat dem Vertrag bereits zugestimmt. Ihre Mitglieder an den betroffenen Standorten haben in Versammlungen dafür gestimmt. Ende Februar soll der Vertrag offiziell unterschrieben werden.
Wann wird verkauft?
Rheinmetall plant, den Verkauf im ersten Quartal 2026 abzuschließen. Das heißt: bis Ende März. Dann bekommen die Auto-Aktivitäten einen neuen Besitzer. Doch die Beschäftigten wissen jetzt: Ihre Rechte sind für die nächsten drei Jahre geschützt.​​​​​​​​​​​​​​​​

Kiepe-Gruppe in Düsseldorf: Neuausrichtung in turbulenten Zeiten

Unser Geschäftsführer Christoph Sochart im Podcast-Gespräch mit Kiepe-CEO Alexander Ketterl. Diese Podcastfolge aus dem September können Sie hier hören: https://kurzlinks.de/sfpa

(cs) Während die deutsche Industrie mit massiven Herausforderungen kämpft, zeigt das Beispiel der Kiepe-Gruppe aus Düsseldorf-Hassels, dass strategische Neuausrichtung ein Weg durch die Krise sein kann. Nach einem Stellenabbau im vergangenen Jahr meldet das Traditionsunternehmen nun eine erfolgreiche Ausgliederung seines Trolleybus-Geschäfts.
Strategische Weichenstellung nach 120 Jahren
Die Kiepe-Gruppe, die bereits seit 120 Jahren am Standort Düsseldorf ansässig ist, hat sich zu einem bedeutenden Schritt entschlossen: Das Unternehmen konzentriert sich künftig auf sein Kerngeschäft – elektrische Systeme und Komponenten für Schienenfahrzeuge. Der Bereich Trolleybus-Geschäft wurde an die Carrosserie Hess AG übergeben, einen langjährigen Partner des Unternehmens.
„Die Ausgliederung sei Teil der strategischen Neuausrichtung der Kiepe-Gruppe”, teilte das Unternehmen mit. Der Produktions- und Entwicklungsstandort am Hauptsitz Düsseldorf sehe seine zukünftige Kernnutzung im Schienenfahrzeuggeschäft und werde weiterhin für Aktivitäten im Bereich elektrischer Systeme und Komponenten für Schienenfahrzeuge genutzt.
Die Fokussierung wird von einer Unternehmenssprecherin als wichtiger Schritt bezeichnet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und dem Standort in Düsseldorf eine klare, langfristige Perspektive zu geben. Trolleybusse – elektrisch betriebene Verkehrsmittel – werden nun von Carrosserie Hess AG weitergeführt. Die Rheinische Post hatte zuerst darüber berichtet.
Deutsche Industrie in der Krise
Die Neuausrichtung der Kiepe-Gruppe erfolgt vor dem Hintergrund einer tiefgreifenden Krise der deutschen Industrie. Wie der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd.de) in einem aktuellen Dossier berichtet, ist der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung in Deutschland zwischen 2016 und 2024 deutlich gesunken.
Deutschlands wirtschaftlicher Erfolg fußt traditionell zu einem wesentlichen Teil auf seiner starken Industrie und deren guter Verzahnung mit wirtschaftsnahen Dienstleistern. Doch die hiesige Industrie steckt in der Krise. In den vergangenen Jahren war sie mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: Zunächst kam es zu ausfallenden Lieferketten während der Coronapandemie, dann zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und daraus resultierenden hohen Energiekosten.
Mehrfachbelastung für verarbeitendes Gewerbe
Das verarbeitende Gewerbe ist ein essenzieller Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Ob Maschinenbau, Automobil- oder Metall- und Elektro-Industrie: Die verschiedenen Industriebranchen zeichnen sich durch hohe Produktivität sowie große Innovationskraft aus und sichern so die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Doch in den vergangenen Jahren ist der Druck auf die Industrieunternehmen deutlich gestiegen – unter anderem durch den Fachkräftemangel, Lieferengpässe sowie stark gestiegene Material- und Personalkosten. Darüber hinaus schwächen eine überbordende Bürokratie und eine bröckelnde Infrastruktur die Unternehmen, zudem erschweren Handelshemmnisse wie die von den USA erhobenen Zölle den Export.
Der Fachkräftemangel und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Produktion machen den Betrieben zusätzlich zu schaffen. Dazu kommen noch bürokratische Hürden und eine marode Infrastruktur in Deutschland, durch die das verarbeitende Gewerbe im internationalen Wettbewerb an Boden verliert.
Fokussierung als Antwort
Die Entscheidung der Kiepe-Gruppe, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und den Trolleybus-Bereich an einen spezialisierten Partner abzugeben, kann als exemplarische Antwort auf diese Herausforderungen gesehen werden. Statt alle Geschäftsbereiche unter den erschwerten Bedingungen weiterzuführen, setzt das Unternehmen auf Spezialisierung und strategische Partnerschaft.
Diese Strategie demonstriert, dass auch traditionsreiche Unternehmen bereit sind, sich den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. In Zeiten, in denen die Industriequote in Deutschland sinkt, könnte dies ein Weg sein, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten – durch klare Positionierung statt Diversifizierung um jeden Preis.
Der Standort Düsseldorf bleibt dabei erhalten. Für die 120-jährige Geschichte des Unternehmens in der Landeshauptstadt ist dies ein neues Kapitel – geschrieben unter den Vorzeichen einer Industrie im Wandel.

Rheinmetall und Lockheed Martin: F-35-Produktion in Weeze

Screenshot: Rheinmetall Instagram

(cs) Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, und Jim Taiclet, CEO von Lockheed Martin, haben gemeinsam das Werk von Rheinmetall Aviation Services GmbH am Flughafen Weeze besucht. Dort bedankten sie sich bei den Mitarbeitern für deren herausragendes Engagement bei der Produktion von Mittelrumpfsektionen für den F-35 Lightning II.
Das Werk in Weeze
Der Standort Rheinmetall Aviation Services GmbH in Weeze, Nordrhein-Westfalen, spielt eine zentrale Rolle in der internationalen Lieferkette des F-35-Programms. In enger Zusammenarbeit mit amerikanischen Partnern produziert das Werk hochkomplexe Mittelrumpfabschnitte für eines der fortschrittlichsten Kampfflugzeuge der Welt. Das Unternehmen wirbt auf seiner Karriereseite mit “spannenden und sicheren Jobs mit hervorragenden Aussichten”.
Der F-35 Lightning II
Der F-35 ist ein multiroles Tarnkappen-Kampfjet der fünften Generation, entwickelt von Lockheed Martin. Das Flugzeug existiert in drei Varianten:
∙ F-35A: Konventioneller Start und Landung (CTOL) für Luftwaffen
∙ F-35B: Kurzstart und vertikale Landung (STOVL) für Marineeinsätze
∙ F-35C: Trägergestützte Variante mit größerer Spannweite
Mit seiner Stealth-Technologie, hochmodernen Sensoren und Vernetzungsfähigkeiten gilt der F-35 als eines der leistungsfähigsten Kampfflugzeuge weltweit. Über 1.000 Maschinen wurden bereits an verschiedene Streitkräfte ausgeliefert, darunter die USA, Großbritannien, Israel, Japan und weitere NATO-Partner.
Bedeutung für Rheinmetall
Die Beteiligung am F-35-Programm unterstreicht Rheinmetalls Position als bedeutender Zulieferer in der internationalen Verteidigungsindustrie und stärkt die transatlantische Zusammenarbeit im Rüstungssektor.​​​​​​​​​​​​​​​​

Michael Jungwirth zu Gast im Sonntags-Talk mit Claudia Monréal

(cs) Am Sonntag war Michael Jungwirth, Vorsitzender unserer Unternehmerschaft, auf ANTENNE DÜSSELDORF zu Gast im „Talk mit Claudia Monréal“. 

Es gab Einblicke in sein Ehrenamt bei unserer Unternehmerschaft, Interessantes aus dem Privatleben, auch seine sehr persönliche Playlist, und Geschichten rund um Düsseldorf.

Viele waren hier schon zu Gast, darunter auch Hugo-Egon Balder, Matze Knop, Jenny Jürgens, Jürgen von der Lippe, Dieter Nuhr, Doro Pesch, Wolfram Kons und Christian Ehring.

Michael Jungwirth: „In Deutschland reden wir oft darüber, was nicht funktioniert. Dabei übersehen wir, wie viel bereits gelingt – und wie klar die Antworten in Teilen direkt vor uns liegen: hier in Düsseldorf.

Wenn ich auf unsere Stadt schaue, sehe ich Digitalisierung, die umgesetzt wird. Von Platz 17 auf Platz 6 im Digitalranking in nur einem Jahr – möglich, weil Stadt und Wirtschaft an einem Strang ziehen.

Transformation entsteht aus Mut, Tempo und gemeinsamen Entscheidungen. Und genau diese Haltung brauchen wir deutschlandweit. Die Fähigkeiten und Menschen sind da. Jetzt braucht es mehr Tempo in der Digitalisierung, mehr gemeinsame Lösungen – und ein Umfeld, das Vielfalt und Zusammenarbeit als echte Stärke versteht.

Hier setzen wir als Unternehmerschaft Düsseldorf an:

Brücken zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu bauen, Start-ups und etablierte Unternehmen zu verbinden, MINT-Angebote zu stärken und Formate zu schaffen, die nicht nur inspirieren, sondern Wirkung erzeugen.

Düsseldorf zeigt jeden Tag, was möglich ist, wenn Menschen in die gleiche Richtung arbeiten – ein Boot, ein Ziel, ein Kurs. Das ist der Spirit, den wir jetzt in der Breite brauchen.“

Danke, Claudia Monréal, für das offene, angenehme Gespräch und die Einladung. 

Das Gespräch mit Michael Jungwirth können Sie hier hören: 

https://kurzlinks.de/0859

Saatchi & Saatchi baut Social-Media-Expertise aus: Drei Neuzugänge für das Düsseldorfer Team

(cs) Die erfolgreichsten Kampagnen der Welt entstehen längst nicht mehr zuerst auf Plakaten oder im TV, sondern in Feeds, Stories und Communities. Social Media ist zum Ausgangspunkt moderner Markenführung geworden – und genau hier setzt die Düsseldorfer Agentur Saatchi & Saatchi an. Die Kreativagentur erweitert ihr bestehendes Social-Media-Team und verstärkt die Unit um Sebastian Hartmann, Director Social Media, gleich dreifach.

Neu an Bord sind Jill Haddad als Senior Social Creative, Charlotte Helena Menke als Influencer Marketing Managerin sowie Maja Rantinovits als Social Media Managerin. Gemeinsam sollen sie die Social-Expertise der Agentur weiter ausbauen und Markenkommunikation noch stärker plattformgerecht, kreativ und relevant denken.

Mit Jill Haddad gewinnt Saatchi & Saatchi eine ausgewiesene Social-Storytelling-Expertin. Die Senior Social Creative kommt von Elbkind Reply, wo sie als Team Lead Social Media unter anderem für die Deutsche Telekom und Ritter Sport verantwortlich war. Zuvor arbeitete sie bei denkwerk für Kunden wie MediaMarkt Saturn. Seit 15 Jahren liegt ihr Fokus auf insight-getriebenem Storytelling – mit dem Ziel, Markenbotschaften in aufmerksamkeitsstarken und nutzerrelevanten Social Content zu übersetzen.

Charlotte Helena Menke verstärkt die Social Unit als Influencer Marketing Managerin. Sie war zuvor mehr als drei Jahre für die PTO Media GmbH tätig und bringt umfassende Erfahrung im Management namhafter Influencer, Artists und Creator mit. Ergänzt wird dieses Profil durch ihre Arbeit als Creative Campaign Managerin für bekannte Marken. Bei Saatchi & Saatchi vereint sie nun beide Perspektiven und setzt ihre Expertise für integrierte Influencer- und Social-Kampagnen ein.

Als Social Media Managerin ergänzt Maja Rantinovits das Team. Sie war zuvor zwei Jahre bei der MCG Medical Consulting Group tätig und betreute dort vor allem Social-Media-Aktivitäten für große Pharma- und Healthcare-Unternehmen. Ihr Aufgabenfeld reichte von der Entwicklung von Social-Media-Ideen über die Channel-Orchestrierung bis hin zum Community Management.

Sebastian Hartmann, Director Social Media bei Saatchi & Saatchi, zeigt sich überzeugt von den Neuzugängen:
„Alle drei neuen Teammitglieder sind wahre Social-Media-Natives und brennen seit vielen Jahren für ihre Arbeit. Expertise und Kompetenz treffen auf Leidenschaft und Kreativität. Das ist genau das, was wir hier als Erweiterung des Team-Setups brauchen. So bringen wir die Kommunikation unserer Kunden mit kreativen Ideen und kanalgerechtem Content auf die Plattformen, der die Community nicht stört, sondern begeistert.“

Social Media, Creator Economy und Community Building sind längst ein zentraler Bestandteil moderner Marketing-Frameworks. Gerade mit Blick auf 2026 wird deutlich: Marken müssen im Wettbewerb um Sichtbarkeit und algorithmische Relevanz mehr leisten als reine Reichweite. Entscheidend ist, für Nutzerinnen und Nutzer wirklich relevant zu sein – durch eine ganzheitliche Markenführung, die klassische Markenarbeit und Social Media konsequent miteinander verzahnt.

Auch Thomas Canzar, CEO Saatchi & Saatchi Germany, unterstreicht diesen Anspruch:
„We are here to make brands leave a mark – völlig unabhängig von Kanälen. Deshalb begeistert es mich besonders, dass unsere Social-Media-Expertise bei unseren Kunden immer stärker gefragt ist und unser Team kontinuierlich weiter wächst.“

Saatchi & Saatchi ist eine Kreativagentur der Publicis Groupe, einem der weltweit führenden Marketing- und Kommunikationsdienstleister. Die Agentur wurde 1970 in London gegründet und ist seit dem Jahr 2000 Teil der Publicis Groupe. In Deutschland betreut Saatchi & Saatchi an den Standorten Düsseldorf, München, Hamburg, Frankfurt und Berlin Kunden wie Axa, MediaMarkt Saturn, Merck, Mondelēz International, Renault, REWE und Subway. Rund 250 Mitarbeitende aus 30 Nationen arbeiten hierzulande für die Agentur.

Im Jahr 2025 wurde Saatchi & Saatchi mit mehr als 100 nationalen und internationalen Kreativ-Auszeichnungen geehrt – unter anderem bei den Cannes Lions, dem GWA Effie und dem ADC.

Tarifjahr 2026 startet unter Hochspannung: Chemie und Metall vor harten Verhandlungen

Verhandlungsführer Matthias Bürk Foto: Arbeitgeberverband/ Ivgenia Möbus

(cs) Das Tarifjahr 2026 beginnt für die deutsche Industrie mit erheblichen Spannungen. Ausgerechnet die beiden beschäftigungsstärksten Branchen – die Chemische Industrie und die Metall- und Elektroindustrie – gehen in eine Phase schwieriger Tarifauseinandersetzungen. Während die Metall- und Elektroindustrie ihre Verhandlungen erst im Herbst aufnehmen wird, hat die Chemiebranche bereits begonnen – allerdings ohne einen ersten Durchbruch.

Die Auftaktrunde der bundesweiten Tarifverhandlungen für die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie ist in dieser Woche in Hannover ergebnislos zu Ende gegangen. Die Gespräche sollen am 23. und 24. Februar in Wiesbaden fortgesetzt werden. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Februar aus, der Zeitdruck wächst.

Die Fronten sind klar gezogen und die Arbeitgeber schlagen Alarm. Sie verweisen auf eine tiefe strukturelle Krise der Branche. „Unsere Industrie hat in den letzten Jahren massiv an Substanz verloren. Es gibt auf absehbare Zeit keine Zuwächse, die wir verteilen können“, sagte Matthias Bürk, Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbands BAVC. Die Produktion liege rund 20 Prozent unter dem Niveau von 2018. Weitere Lohnkostensteigerungen würden den Standort Deutschland zusätzlich belasten und die Krise verschärfen.

Tatsächlich befindet sich die deutsche Chemieindustrie in einem tiefgreifenden Umbruch. Anlagenschließungen, Einschnitte in der Produktion und Stellenabbau prägen vielerorts den Alltag. Die Auslastung der Anlagen liegt auf einem historisch niedrigen Niveau, die Beschäftigtenzahlen gehen erstmals spürbar zurück. Investitionen fließen zunehmend ins Ausland – dorthin, wo Energie, Arbeit und Regulierung günstiger sind. Vieles deutet darauf hin, dass die Branche in den kommenden Jahren eher schrumpfen als wachsen wird.

Diese Ausgangslage macht die Tarifverhandlungen besonders heikel. Auf der einen Seite stehen Erwartungen der Beschäftigten, auf der anderen Seite eine Industrie, die um ihre Wettbewerbsfähigkeit ringt. Die wirtschaftlichen Kennzahlen unterstreichen den Ernst der Lage: Auftragseingänge lagen zuletzt 6,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Umsätze sogar rund sieben Prozent darunter. Produktion und Preise stehen weiter unter Druck.

Gleichzeitig gibt es erste, vorsichtige Hoffnungsschimmer. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich zuletzt leicht aufgehellt. In einigen Kundenbranchen sowie im Bau mehren sich die Aufträge. Die Kapazitätsauslastung in der Chemie ist leicht gestiegen, die Produktionspläne zeigen erstmals seit Monaten wieder nach oben. Auch im Exportgeschäft hat sich die Stimmung zuletzt verbessert – erstmals seit fast einem Jahr liegen die Exporterwartungen wieder im positiven Bereich.

Vor diesem Hintergrund wächst der Druck auf die Sozialpartner, verantwortungsvoll zu handeln. „Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen – das muss unser gemeinsames Ziel sein“, lautet der Tenor aus der Branche. Ob es gelingt, einen tragfähigen Kompromiss zu finden, wird nicht nur über die Einkommen von Hunderttausenden Beschäftigten entscheiden, sondern auch darüber, wie zukunftsfähig der Chemiestandort Deutschland bleibt.

Mehrheit trägt den Wandel: Gesellschaft offen für die industrielle Transformation

So viel Prozent der Bundesbürger in Regionen, in denen die industrielle Transformation nicht, wenig oder umfassend erforderlich ist, stehen künftigen Veränderungen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld so gegenüber

(cs) Der klimaneutrale Umbau der Industrie ist eines der größten Projekte der kommenden Jahrzehnte – und er findet breite Rückendeckung in der Bevölkerung. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach befürwortet eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie, selbst dann, wenn die dafür nötigen Maßnahmen direkt im eigenen Wohnumfeld spürbar werden.

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Industrie grundlegend umgebaut werden. Dazu gehören der Abschied von fossilen Energieträgern, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine neue Infrastruktur: Stromtrassen, Wasserstoff- und CO₂-Netze, neue Windkraft- und Solaranlagen. Gleichzeitig müssen bestehende Industrieanlagen modernisiert, umgerüstet oder ersetzt werden. Ein Kraftakt – technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Wie stark einzelne Regionen davon betroffen sein werden, ist jedoch sehr unterschiedlich. Die IW-Forscher haben hierfür einen sogenannten Transformationsinfrastrukturindex entwickelt. Er zeigt, wo in Zukunft besonders viele Veränderungen anstehen. Das Ergebnis: In knapp der Hälfte der rund 8.170 Postleitzahlengebiete in Deutschland werden für weniger als 55 Prozent der Bevölkerung sichtbare Veränderungen im direkten Wohnumfeld erwartet. Während einige ländliche Regionen kaum betroffen sind, stehen klassische Industriestandorte – etwa entlang von Rhein, Ruhr und Main – vor besonders großen Umbrüchen. Vor allem dort, wo künftig Wasserstoff genutzt oder CO₂ aufgefangen und weitergeleitet werden soll, sind umfangreiche Bau- und Anpassungsmaßnahmen notwendig.

Trotzdem ist die Zustimmung hoch. In Regionen, in denen neue Infrastrukturen für die industrielle Transformation entstehen sollen, bewerten fast 43 Prozent der Bürger die Veränderungen sehr oder eher positiv. Nur knapp 19 Prozent stehen dem Vorhaben ablehnend gegenüber. In Gebieten mit geringerem Transformationsbedarf fällt die Zustimmung sogar noch höher aus. Insgesamt zeigt sich: Je weniger einschneidend die Veränderungen vor Ort, desto größer die Akzeptanz – doch auch dort, wo viel passiert, überwiegt die Unterstützung.

Diese positive Haltung spiegelt sich auch im Engagement der Bevölkerung wider. Gut 22 Prozent der Bundesbürger geben an, den energetischen Umbau der Wirtschaft durch ihr Wahlverhalten unterstützt zu haben. Deutlich weniger – knapp neun Prozent – wollten mit ihrer Stimme bewusst Widerstand leisten. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Petitionen und Bürgerbegehren: Initiativen zugunsten der Transformation finden etwa doppelt so viele Unterstützer wie jene, die sich gegen entsprechende Projekte richten.

Ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz ist dabei die Information. Die IW-Studie macht deutlich, dass sich viele Menschen bislang nicht ausreichend über Umfang und Auswirkungen der industriellen Transformation informiert fühlen. Besonders bemerkenswert: Knapp 70 Prozent der Bürger in Regionen mit größeren Umbrüchen sind sich dieser Veränderungen gar nicht bewusst. Gleichzeitig zeigt die Befragung klar, dass Transparenz und frühzeitige Information die Zustimmung deutlich erhöhen.

Für Politik, Verwaltung und Unternehmen ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag. Wer den klimaneutralen Umbau erfolgreich gestalten will, muss die Menschen vor Ort frühzeitig einbinden, offen kommunizieren und Dialogformate schaffen, die echte Beteiligung ermöglichen. Nur so lassen sich auch jene erreichen, die bislang unentschieden sind – und davon überzeugen, dass die industrielle Transformation nicht nur notwendig ist, sondern auch Chancen für Regionen, Arbeitsplätze und Lebensqualität bietet.

So viel Prozent der Bundesbürger engagieren sich so im Zuge der Transformation, etwa im Hinblick auf den Bau von Solarparks und Windkraftanlagen