Start ins neue Schuljahr: Über 6.000 Kinder werden in Düsseldorf eingeschult – neue Schulen – mehr Digitalisierung (und warum das gut ist im Wettbewerb um die Fachkräfte)

Die Abteilungsleiter im Amt für Schule und Bildung Bernd Luberichs und Thomas Schwindowski sowie Stadtdirektor Burkhard Hintzsche gaben im Rahmen eines Pressegsrprächs einen Überblick zum neuen Schuljahr 2023/24; Foto: Ingo Lammert

Digitalisierung, Klimaschutz und der Schulstart für tausende Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler: Zum Beginn des neuen Schuljahres 2023/24 gibt Schuldezernent und Stadtdirektor Burkhard Hintzsche einen Überblick.

Wie im Vorjahr können sich rund 6.000 Düsseldorfer Kinder nach den Sommerferien an den Einschulungstagen am 7. und 8. August auf ihren ersten Schultag freuen. Etwa 5.700 (5.700) i-Dötzchen – in Klammern die Vorjahreswerte – werden dann eine städtische Grundschule in Düsseldorf besuchen, rund 300 (320) sind an nichtstädtischen Grundschulen in Düsseldorf, darunter etwa die Japanische Schule, die Griechische Schule, die Waldorfschule oder die Internationale Schule, sowie an Schulen außerhalb Düsseldorfs angemeldet worden. Von den Schulneulingen sind rund 82 (91) noch nicht schulpflichtig, wohl aber schulfähig. Sie werden auf Antrag der Erziehungsberechtigten vorzeitig eingeschult.

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche stellte die Düsseldorfer Kennzahlen am Mittwoch, 2. August, in der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße vor: „Auch in diesem Jahr verzeichnen wir wieder hohe Anmeldezahlen an den Düsseldorfer Schulen. Um den Schülerinnen und Schülern das Lernen in einer modernen und zukunftsfähigen Umgebung zu ermöglichen, investieren wir bis 2028 1,5 Milliarden Euro in die fortlaufende Schulbauoffensive und treiben die Digitalisierung an den Schulen weiter voran.“

In den weiterführenden allgemeinbildenden städtischen Schulen werden zum Schuljahr 2023/2024 4.642 Kinder (4.338) in die Klasse 5 aufgenommen. Davon fanden 2.527 Kinder (2.247) einen Platz an einem Gymnasium – das sind mehr als 50 Prozent aller Schülerinnen und Schüler. An einigen Gymnasien wurden aufgrund des Zuwachses Mehrklassen eingerichtet. 1.179 Schülerinnen und Schüler (1.119) wechseln auf eine Realschule, 762 (788) werden eine Gesamtschule und 174 (184) eine Hauptschule besuchen. 518 (512) künftige Fünftklässler wurden zudem an nichtstädtischen Düsseldorfer Gymnasien und einer nichtstädtischen Gesamtschule aufgenommen.

Sowohl einige Grundschulen als auch einige weiterführende Schulen mussten aufgrund der begrenzten Aufnahmekapazität Ablehnungen aussprechen. In diesen Fällen konnte gemeinsam mit den Eltern ein Platz an einer anderen Schule gefunden werden. Insgesamt werden an den Grundschulen und auch an den weiterführenden Schulen weitere Anmeldungen von Kindern erwartet, die bisher noch nicht angemeldet wurden oder die in den Ferien als Neubürger nach Düsseldorf ziehen. Insbesondere Hauptschulen werden hier zusätzliche Anmeldungen entgegennehmen.

39 zusätzliche OGS-Gruppen
Im 20. OGS-Jahr besteht in Düsseldorf folgendes Angebot: Zum Schuljahr 2023/24 werden insgesamt 39 zusätzliche OGS-Gruppen mit 975 Plätzen eingerichtet, womit die gesamtstädtische Versorgungsquote erneut erhöht wird. An allen 91 OGS-Standorten (87 Grundschulen und vier Förderschulstandorte mit Primarstufe) stehen somit in insgesamt 685 OGS-Gruppen 18.125 Plätze zur Verfügung. Darüber hinaus werden Betreuungsalternativen in 14-Uhr-Gruppen oder in der Schulkind-Betreuung in Sportvereinen angeboten. Nach den Sommerferien können damit gesamtstädtisch 83 Prozent der Kinder in der Primarstufe ein Betreuungsangebot in Anspruch nehmen.

Digitalisierung
Der Ausbau von gigabitfähigen Glasfaseranschlüssen an Düsseldorfer Schulen schreitet stetig voran: Bis zum 31. Dezember 2023 ist die Aktivierung der Anschlüsse des städtischen Netzes für pädagogische Zwecke an 60 Schulstandorten geplant. Der Glasfaserausbau an allen anderen Schulen erfolgt sukzessive durch einen Netzanbieter im Rahmen der Förderung durch das Land NRW oder in Eigenleistung entsprechender Anbieter bis spätestens Ende des Jahres 2024.

Für den Ausbau des WLAN-Netzes waren Ende des Jahres 2022 bereits 3.336 Access-Points an den städtischen Schulen in Betrieb. Die Access-Points erhöhen die Reichweite eines Routers. Im Jahr 2023 werden 1.000 weitere Access Points eingebracht, um Altgeräte zu ersetzen und die WLAN-Netze weiter zu verdichten. Der Ausbau des Netzes findet jeweils unter Berücksichtigung der lokalen baulichen Begebenheiten statt. Darüber hinaus erfolgt die sukzessive Ausstattung der Schulstandorte mit moderner Visualisierungstechnik, die von den Schulen selbst nach ihren individuellen Bedürfnissen ausgewählt werden konnte.

Klimaschutz
In Anpassung an den Klimawandel erhalten die Düsseldorfer Schulen im Rahmen baulicher Maßnahmen vielfach begrünte Fassaden zur Verbesserung der Luftqualität, zur Erzeugung von Sauerstoff, zum Filtern von Staub, Schadstoffen und Lärm sowie zum Schutz gegen Hitze und Kälte. Die begrünten Fassaden bieten zudem einen Lebensraum für kleinere Tiere und schaffen einen vertikalen Grünraum in der Stadt.

Die für die Pflege der Außenanlagen eingesetzten Geräte, wie etwa Laubsauger, wurden in den vergangenen drei Jahren nahezu komplett von einem fossilbetriebenen auf einem akkubetriebenen Antrieb umgestellt. Die Umstellung der Außenpflegeräte auf den Akkubetrieb stellt einen Baustein in der Erreichung der Klimaneutralität der Landeshauptstadt Düsseldorf bis zum Jahr 2035 dar und wurde aus dem Klimaschutzetat des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz mitfinanziert. Bis zum Ende des Jahres 2023 werden die Außenpflegegeräte an 100 Schulstandorten komplett auf den Akkubetrieb umgestellt. Durch diese Umstellung können jährlich 44.392 Kilogramm Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden.

Schulneugründungen
Aufgrund der steigenden Schülerzahlen in Düsseldorf gründet die Landeshauptstadt Düsseldorf drei neue Schulen: die Gesamtschule Aldekerkstraße in Heerdt, die Realschule Borbecker Straße in Unterrath und das Gymnasium Bernburger Straße in Eller.

Aktuell werden mit den für jede Schule eigens zusammengestellten Schulgründungsteams pädagogische Konzepte erarbeitet. Die Konzepte rücken insbesondere Offenheit, moderne Lern- und Lehrmöglichkeiten sowie die enge Einbindung der Schulen in die jeweilige umliegende Stadtgemeinschaft in den Fokus. Eine Anmeldung an den neuen Schulen wird erstmals für das Schuljahr 2024/25 möglich sein. Die Schulen werden dann mit der fünften Jahrgangsstufe starten, sukzessive aufwachsen und zukünftig Platz für insgesamt rund 2.500 Schülerinnen und Schüler bieten. Die Bau- und Ausstattungskosten aller drei Schulen belaufen sich insgesamt auf etwa 150 Millionen Euro.

Bis 2028 werden 1,5 Milliarden Euro in Schulen investiert
Im Rahmen des umfangreichen Schulbau-Investitionsprogramms werden durch schulorganisatorischen Schritte wie Neu-, Um- und Erweiterungsbauprojekte bis 2028 1,5 Milliarden Euro investiert. Bis zum Schuljahr 2026/2027 werden darüber hinaus 3.480 zusätzliche Schulplätze an weiterführenden Schulen geschaffen. Realisiert werden diese Schritte vom Amt für Schule und Bildung sowie von den städtischen Tochterunternehmen der Immobilien Projekt Management Düsseldorf (IPM) und Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG (IDR).

Kommentierung unserer Redaktion:

Der Ausbau der Schulen ist eine wichtige Maßnahme, um dem Fachkräftemangel in unserer Stadt entgegenzuwirken. Es gibt mehrere Gründe, warum dies eine positive Auswirkung haben kann:

1. Qualifizierte Ausbildung: Mit einem Ausbau der Schulen können mehr Schülerinnen und Schüler eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten. Eine bessere Ausbildung bedeutet, dass sie besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet sind und über das notwendige Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um den Anforderungen verschiedener Berufe gerecht zu werden.

2. Breiteres Angebot an Bildungsgängen: Mit mehr Schulen und erweiterten Bildungseinrichtungen können auch mehr Bildungsgänge und -programme angeboten werden. Dies ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ihre Interessen und Talente zu entdecken und entsprechend ihrer Stärken ausgebildet zu werden. Dadurch werden sie eher in Berufen landen, die ihren Fähigkeiten entsprechen und in denen sie erfolgreich sein können.

3. Berufsorientierung und -beratung: Gut ausgestattete Schulen können auch eine verbesserte Berufsorientierung und -beratung anbieten. Schülerinnen und Schüler werden über verschiedene Karrieremöglichkeiten informiert und erhalten Unterstützung bei der Entscheidung für einen bestimmten Berufsweg. Dies kann dazu beitragen, dass sie gezielt in Branchen ausgebildet werden, in denen aktuell Fachkräfte benötigt werden.

4. Fachkräftebedarf decken: Indem mehr Schülerinnen und Schüler eine fundierte Ausbildung erhalten und ihren beruflichen Interessen nachgehen, kann der Fachkräftemangel in bestimmten Branchen und Berufsfeldern reduziert werden. Wenn mehr Menschen qualifiziert sind und in den Arbeitsmarkt eintreten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen die benötigten Fachkräfte finden können.

5. Attraktivität der Stadt steigern: Eine Stadt, die ein gut ausgebautes Schulsystem und hochwertige Bildungseinrichtungen bietet, wird für Familien und junge Menschen attraktiver. Dies kann dazu führen, dass mehr qualifizierte Arbeitskräfte in die Stadt ziehen oder dort bleiben, was wiederum die Fachkräftesituation positiv beeinflusst.

Insgesamt kann der Ausbau der Schulen dazu beitragen, dass die Menschen in unserer Stadt besser ausgebildet sind, besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet sind und somit die Fachkräftesituation verbessert wird. Es ist jedoch wichtig, dass der Ausbau nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ erfolgt, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.

Unternehmen rechnen mit schlechteren Geschäften

Foto- und Textquelle: Institut der Deutschen Wirtschaft

Inflationssorgen und geopolitische Unsicherheiten trüben die konjunkturellen Aussichten unserer Betriebe im August. Die vom Institut der deutschen Wirtschaft befragten Unternehmen äußern sich daher aktuell deutlich pessimistischer als noch im Frühjahr. Bereits im Januar sprach unser „Düsseldorfer Konjunkturmonitor“ eine ähnliche Sprache.

Vor diesem Hintergrund rechnet die Mehrheit der Wirtschaftsforscher inzwischen für das laufende Jahr mit einem realen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Dieser Stimmungswandel schlägt sich auch in der aktuellen Konjunkturumfrage des IW nieder. Die zentralen Ergebnisse (Grafik):

Gut ein Drittel der befragten Unternehmen stuft die aktuelle Geschäftslage im Vorjahresvergleich als schlechter ein, nur knapp ein Viertel sieht eine Verbesserung. Kaum positiver fällt der Blick auf den weiteren Jahresverlauf aus.

Bezüglich der Investitionen halten sich Optimismus und Pessimismus einigermaßen die Waage. Doch wenn man berücksichtigt, dass die Investitionstätigkeit in den vergangenen (Corona-)Jahren schwach war, ist der ausbleibende klare Aufwärtstrend eine schlechte Nachricht. Die Beschäftigungsperspektiven sind zwar ähnlich verhalten, doch das lässt sich angesichts der schwachen Konjunktur immerhin als Signal deuten, dass der Arbeitsmarkt stabil ist.

In den einzelnen Wirtschaftssektoren fallen die Umfrageergebnisse recht unterschiedlich aus:

Industrie. Verglichen mit der IW-Konjunkturumfrage vom Frühjahr sehen die Industriefirmen inzwischen deutlich skeptischer nach vorn:

Gut vier von zehn Industrieunternehmen rechnen für das Gesamtjahr 2023 mit einer rückläufigen Produktion, nur noch drei von zehn werden ihre Fertigung voraussichtlich ausweiten.

Vor allem die Hersteller von Konsum- und von Grundstoffgütern sind überwiegend pessimistisch. Erstere leiden insbesondere unter der inflationsbedingten Zurückhaltung der Verbraucher, Letztere zudem unter Produktionseinschränkungen infolge der Energiekrise. Weiterhin recht positiv ist das Stimmungsbild allein bei den Produzenten von Investitionsgütern wie Maschinen und Fertigungsanlagen – diese Firmen bauen darauf, dass es in vielen Bereichen in Deutschland inzwischen einen großen Nachholbedarf in Sachen Investitionen gibt. Im Verarbeitenden Gewerbe selbst wollen immerhin fast genauso viele Betriebe in diesem Jahr mehr investieren wie ihr Investitionsbudget kürzen.

Dienstleistungen. Hier hat sich die Stimmung ebenfalls erheblich eingetrübt, allerdings überwiegen nach wie vor jene Unternehmen, die einen geschäftlichen Aufwärtstrend sehen. Das Gefälle innerhalb des Servicesektors ist jedoch groß:

Im Handel übersteigt der Anteil der negativen Geschäftserwartungen jenen der positiven Einschätzungen um 30 Prozentpunkte – in der Informations- und Kommunikationswirtschaft liegen dagegen die Optimisten um 27 Prozentpunkte vorn.

Insgesamt ist der Dienstleistungssektor der einzige große Wirtschaftsbereich, in dem nicht nur hinsichtlich der Geschäftstätigkeit, sondern auch mit Blick auf die Investitions- und Beschäftigungsentwicklung eine Mehrheit der Unternehmen zuversichtlich ist.

Baugewerbe. Ganz anders ist die Lage im Bausektor, in dem die Unternehmen – wie schon im Frühjahr – für 2023 im Vergleich zu 2022 schlechtere Geschäfte, sinkende Investitionen und einen Personalabbau erwarten. Zu den Gründen gehören die gestiegenen Kosten für Material und Energie, die Zinserhöhungen, welche die Baunachfrage drücken, sowie fehlende Fachkräfte.

Weitere Links zum Thema:

www.konjunkturmonitor.de

Wir steuern auf eine neue Rezession zu

 

Mega-Bilanz unserer Stiftung zur Adventure School 2023

1400 Schülerinnen und Schüler, sechs Wochen und 80 Workshops: das ist die Bilanz unserer Stiftung zur diesjährigen Adventure School 2023.

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Rheinmetall baut hochmoderne Fabrik – 400 neue Arbeitsplätze

Eigentlich hätten „wir“ uns zum Spatentisch im Düsseldorfer Norden auf dem ehemaligen Gelände von Vallourec getroffen. Doch, wie heißt es so schön, wenn das Wort „hätte“ ins Spiel kommt? Ach, lassen wir das. Jedenfalls wurde aus Düsseldorf nun Weeze. Schlecht für Düsseldorf – gut für NRW. Das wissen auch unser Ministerpräsident Hendrik Wüst und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: Sie kamen gestern zum Spatentisch nach Weeze.

Dort sollen 400 Arbeitsplätze entstehen, wenn in Weeze am Flughafen ab 2025 Rumpfmittelteile für mindestens 400 Tarnkappenbomber vom Typ F-35 produziert werden. Weiterhin wird die Einrichtung auch Logistik- und Lagerbereiche, Forschungs- und Erprobungszentren, Schulungsräume und Qualitätskontrolle umfassen.

Die geplante Fabrik soll durch die Rheinmetall Aviation Services GmbH betrieben werden und auf dem neuesten Stand der Technik sein. Sie wird eine Produktionsfläche von fast 60.000 Quadratmetern umfassen.

„Wir sind stolz, dass unsere langjährige Partnerschaft mit Northrop Grumman und Lockheed Martin sowie unsere seit Jahrzehnten bestehenden sehr engen Verbindungen zur Bundeswehr zu einem echten Know-how-Transfer an den Standort Deutschland führen“, so der Rheinmetall-Vorstandsvorsitzende Armin Papperger. „Ebenso freuen wir uns, zur Zukunftsfähigkeit des Technologie­standorts Deutschland beizutragen und auf diese Weise technologisch auch das Bundesland NRW zu bereichern, in dem wir unseren traditionellen Unternehmenssitz haben. Unweit der Landeshauptstadt Düsseldorf werden wir eine Fabrik errichten, die in Europa Maßstäbe setzen wird. Wir sind dankbar für das hohe Maß an politischer und administrativer Unterstützung, das wir am Standort Weeze bei der Standortsuche erfahren haben.“

Die Rheinische Post sieht „ein Zeichen für eine Zeitenwende“, wenn NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sagt: „Rüstung gehört in unserer Zeit selbstverständlich auch zur Indus­triepolitik“. Auch Herr Wüst freut sich, dass die Fabrik in NRW bleibt. Dazu schreibt die RP: Für die Region erwartet er (Wüst) über Jahrzehnte sichere Arbeitsplätze sowie Sog- und Magneteffekte. Wüst kann sich tatsächlich freuen, denn: Diese Standort­entscheidung war nach der Prüfung einer Reihe möglicher Optionen in unterschiedlichen Bundesländern getroffen worden.

„Northrop Grumman wird seine Automatisierungs- und Fertigungstechnologien der integrierten Montagelinie in Weeze replizieren“, sagte Glenn Masukawa, Vice President für das F-35-Programm von Northrop Grumman. „In Kombination mit den Fähigkeiten von Rheinmetall ist unsere Zusammenarbeit mit Lockheed Martin bei der Herstellung des Mittelrumpfes ein wichtiger Beitrag zur globalen Sicherheitsvorsorge. Wir freuen uns auf den Erfolg dieser neuesten F-35-Anlage“.

„Wir freuen uns über die zügige Standortwahl von Rheinmetall für die Produktion von F-35-Rumpfmittelteilen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein im deutschen F-35-Programm. Diese Kapazitäts­erweiterung trägt dazu bei, die wachsende weltweite Nachfrage zu befriedigen und mit der F-35 in Bezug auf künftige Bedrohungen im 21. Jahrhundert einen Schritt voraus zu sein“, sagte Mike Shoemaker, Vice President of F-35 Customer Programs bei Lockheed Martin. „Lockheed Martin ist bestrebt, Industriepartnerschaften zu fördern und Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen. Wir schätzen die Rolle von Rheinmetall als agiler und flexibler Partner und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Rheinmetall, Northrop Grumman und Lockheed Martin binden zudem weitere Unternehmen mit geeigneten technischen Fähigkeiten in das F-35 Programm ein und schaffen bzw. sichern zahlreiche indirekte Arbeitsplätze in verschiedenen Branchen.

Ausbildungsstart in unseren Betrieben: hier ein Praxisbeispiel von ElectronicPartner

ElectronicPartner Vorstand Karl Trautmann (zweiter von rechts) und Leiter Personal Timo Stockem (erster von links) begrüßen zusammen mit Katharina Hübner (zweite von links) und Katharina Keminer (erste von rechts) aus dem Team Recruiting die Ausbildungsstarter 2023.

Ein fundierter und qualifizierter Einstieg ins Berufsleben ist eine wertvolle Investition in die Zukunft. Nicht nur für die Auszubildenden selbst, sondern auch für das Unternehmen. „In diesem Sinne freuen wir uns, dass sich auch dieses Jahr wieder viele junge talentierte Nachwuchskräfte für uns entschieden haben. Wir sehen das als tolle Bestätigung dafür, wie zielgruppenorientiert wir unser Ausbildungsprogramm aufgebaut haben“, betont Karl Trautmann, Vorstand ElectronicPartner.

Die Verbundgruppe begrüßt sieben neue Auszubildende und eine duale Studentin, die am 1. August 2023 in der Düsseldorfer Zentrale ihre berufliche Laufbahn starten. Am 1. September beginnt ein weiterer Azubi seine Ausbildung am Logistik-Standort in Augsburg mit dem Ziel: Fachkraft für Lagerlogistik.

Von Anfang an bietet ElectronicPartner seinen Auszubildenden einen Ort zur persönlichen Weiterentwicklung, intensive, individuelle Unterstützung und genug Raum, damit sie ihr Potenzial vollkommen entfalten können. „Unser neues Arbeitszeitmodell unter dem Stichwort ‚New Work‘ gibt ihnen zudem die Möglichkeit zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Besonders hervorzuheben ist die 35-Stunden-Woche, von der bereits unsere Azubis profitieren sowie individuelle Arbeitszeiten gepaart mit einem Mix aus mobiler und Büro-Arbeit“, erläutert Timo Stockem, Leiter Bereich Personal.

Mit ihrer neuen Arbeitswelt stellt sich die Verbundgruppe nachhaltig attraktiv und innovativ als Arbeitgeber in der Region und darüber hinaus auf. Die Berufsausbildung von Fachkräften ist dabei eine der wichtigsten Maßnahmen, um den hoch qualifizierten Service der Verbundgruppe für die angeschlossenen mittelständischen Betriebe auch in Zukunft zu gewährleisten. Mitarbeiterförderung und -bildung haben traditionell einen sehr hohen Stellenwert bei ElectronicPartner.

Das Unternehmen bietet für den aktuellen Jahrgang Ausbildungen der Fachrichtungen Groß- und Außenhandelsmanagement, Fachinformatik für Anwendungsentwicklung und Systemintegration sowie Marketingkommunikation an. Auch eine duale Studentin im Fachbereich Business Administration ist mit dabei. Dass die Ausbildung umfassend und spannend wird, zeigt sich bereits beim Blick auf den künftigen Lehrplan: Die Azubis durchlaufen unterschiedliche Abteilungen, um jeden potenziellen späteren Einsatzbereich kennenzulernen und besuchen neben der Berufsschule regelmäßig abwechslungsreiche Workshops. Außerdem warten spannende Projekte und Messebesuche auf den Nachwuchs.

Die Perspektiven am Ende der Ausbildung stimmen ebenfalls: Die Übernahmequote lag in den vergangenen Jahren bei über 90 Prozent. Und auch im kommenden Jahr setzt ElectronicPartner weiter auf Nachwuchs – denn nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel: Die nächste Bewerbungsphase läuft bereits!

Muss das sein? SPD stößt neue Mindestlohn-Debatte an

Es konnte eigentlich nur ein „Sommerloch-Thema“ sein, dass in den Zeitungen Platz fand, weil es nichts anderes zu berichten gab. SPD-Generalsekretär Kühnert forderte kürzlich allen Ernstes, dass der Mindestlohn auch für Minderjährige, für Schülerinnen und Schüler, gelten soll. Worum geht es beim Mindestlohn eigentlich? Darauf machte jetzt RP-Edelfeder Martin Kessler erneut aufmerksam: „Die SPD argumentierte, dass die Lohnuntergrenze so hoch sein müsse, dass sie ausreichend zum Unterhalt einer Familie beitragen könne. Nun jobben Minderjährige fast ausnahmslos, um sich Geld für den Urlaub oder eine besondere Anschaffung zu besorgen. Zum Unterhalt einer Familie müssen sie jedenfalls in der Regel nicht beitragen.“ Und er ergänzt: „Schließlich soll es auch Jobs für solche Schülerinnen und Schüler geben, die sich ohne große Vorkenntnisse und Erfahrung ein paar Euro verdienen wollen.“

Ein Kitaplatz für jedes Kind?

Ein Kitaplatz für jedes Kind: Seit 2013 haben Kinder ab dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Zehn Jahre später haben viele Eltern große Probleme, einen Platz zu finden – es fehlen hunderttausende. Am Ende auch ein Problem der Betriebe in Düsseldorf.

Seit genau zehn Jahren haben Kinder unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Doch seitdem ist die Betreuungslücke nicht kleiner geworden, sondern sogar gewachsen: Während 2014 noch rund 187.000 Plätze fehlten, waren es im vergangenen Jahr knapp 266.000. Zuletzt schrumpfte die Lücke wieder ein bisschen, vor allem weil es weniger Kleinkinder in Deutschland gibt. Auch das Betreuungsangebot wurde ausgebaut, doch gut ist die Lage noch lange nicht.

Die Betreuungslücke für das Jahr 2023 dürfte wieder höher ausfallen. Der Grund: Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind über eine Million Ukrainerinnen und Ukrainer nach Deutschland geflohen, darunter viele Kinder. Das führt nicht nur zu einem wachsenden Bedarf an Kitaplätzen, sondern auch an qualifiziertem Personal, das auch sprachlich auf die Kinder und Eltern eingehen kann. Denn das gemeinsame Ziel von Bund, Ländern und Kommunen ist ein bedarfsgerechtes Angebot für die unter Dreijährigen – es geht also nicht nur um eine ausreichende Anzahl von Betreuungsplätzen, sondern auch um qualitativ hochwertige Betreuung.

Neben dem Ausbau der Betreuungsplätze ist der Fachkräftemangel die größte Herausforderung. Aktuelle Zahlen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) zeigen, dass Ende Juni bundesweit über 21.000 ausgeschriebene Erzieherstellen nicht besetzt werden konnten. Gehen die Babyboomer demnächst in Rente, dürfte sich der Engpass weiter verschärfen. Um den Beruf attraktiver zu machen, sollten bezahlte Ausbildungen gefördert werden. Außerdem müssen die Kapazitäten der Fachschulen für Erzieher gestärkt werden.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft Köln

NRW-USA-Jahr startet: zahlreiche Veranstaltungen auch in Düsseldorf

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine Geschichte von rund 340 Jahren. Mit keiner anderen Region außerhalb Europas unterhält Nordrhein-Westfalen vergleichbare Beziehungen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft wie zu den USA. Die Landesregierung möchte diese Beziehung in besonderem Maße würdigen und hat 2023/2024 zum NRW-USA-Jahr unter dem Motto „A Perfect Match“ ausgerufen. Zahlreiche Veranstaltungen finden auch in Düsseldorf statt.

Auf dem Programm stehen vielfältige Events, feierlichen Empfängen, Konzerten, Kinoabenden und unter anderem Ausstellungen. Einige Termine, die in Düsseldorf stattfinden: + The European AI Summit (17.08., 07:30 – 16:30 Uhr), + Building Bridges (14.09., 18:00 – 19:00 Uhr), + IHK-Außenwirtschaftstag NRW (21.09., 08:00 – 19:00 Uhr), + Fördersprechtag USA (08.11., 09:00 – 17:00 Uhr).

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Nordrhein-Westfalen und die USA sind in tiefer und langjähriger Freundschaft verbunden. Unsere Beziehungen sind heute lebendiger denn je. Zwischen uns passt es einfach – und das wird im NRW-USA-Jahr gefeiert. Gleichzeitig wollen wir in diesem Jahr unser Profil als innovativer und dynamischer Wirtschaftsstandort weiter schärfen und gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen arbeiten, insbesondere mit Blick auf die Transformation unserer Wirtschaft hin zur Klimaneutralität.“

Dr. Amy Gutmann, US-Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland: „Als Präsident Kennedy im Jahre 1963 nach Bonn kam, sagte er Worte von großer Bedeutung: Er nannte Bonn die Hauptstadt und das Zentrum der freien Welt.

Denn unsere erneuerte deutsch-amerikanische Partnerschaft nach dem Krieg entstand hier an Rhein und Ruhr. Aus ehemaligen Feinden wurden treue Freunde, die gemeinsame Werte und Interessen teilten. So erfüllt mich die offizielle Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und meinem Heimatstaat Pennsylvania mit besonders großer Freude.“

Mit mehr als 1.700 Unternehmen zählen die USA zu den wichtigsten Außenhandelspartnern des Landes und gehören zu den größten ausländischen Investoren in Nordrhein-Westfalen. Es gibt 33 Städtepartnerschaften, 98 Schulpartnerschaften und 290 Hochschulkooperationen, die alle für einen vitalen und generationsübergreifenden Austausch der Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks sorgen.

Nathanael Liminski, Minister für Europa und Internationales: „Spätestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine sollte allen der Wert unserer transatlantischen Freundschaft bewusst sein. Das NRW-USA-Jahr bietet die Chance, unsere Wirtschafts- und Wertepartnerschaft weiter auszubauen. Wir wollen den Menschen und Vereinen eine Bühne bauen, die jeden Tag die transatlantische Partnerschaft mit Leben füllen.“

Pauline Kao, US-Generalkonsulin für Nordrhein-Westfalen: „Die USA-NRW-Beziehungen sind schon heute so facettenreich. Amerikanische Spieler sind bei Nordrhein-Westfalens Profisportvereinen zuhause, Studierende aus Nordrhein-Westfalen liefern Bestleistungen an amerikanischen Universitäten und Städtepartnerschaften wie beispielsweise zwischen Münster und Fresno haben große Strahlkraft. Auf diesem Fundament wollen wir unsere Beziehungen gemeinsam in die Zukunft führen. Dabei ist das NRW-USA-Jahr für alle da! Machen Sie mit, teilen Sie Ihre Geschichte, schaffen wir zusammen ein Vermächtnis.“

Anteil der Auszubildenden mit Abitur steigt

Nach den Sommerferien werden viele junge Menschen nicht in die Schule zurückkehren, sondern eine duale Berufsausbildung beginnen. Auch Abiturientinnen und Abiturienten entscheiden sich immer häufiger für diesen Bildungsweg. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hatten im Jahr 2021 bereits 29,7 % der Personen bei Abschluss eines Ausbildungsvertrages die Hochschul- oder Fachhochschulreife. Im Jahr 2011 lag dieser Anteil noch bei 23,0 %. Wie schon vor zehn Jahren verfügte auch 2021 der größte Teil der Auszubildenden (41,4 %) bei Vertragsabschluss 2021 über einen Realschulabschluss. 2011 lag dieser Anteil bei 41,9 %. Rückläufig ist der Anteil der Auszubildenden mit Hauptschulabschluss: Er sank von 31,6 % im Jahr 2011 auf 24,0 % im Jahr 2021. Menschen ohne Hauptschulabschluss starten selten eine Ausbildung: Ihr Anteil an den Neuabschlüssen betrug 2021 lediglich 2,8 %.

Am Rande notiert: Die Ausbildungsverträge in der Pflege werden weniger, obwohl die Ausbildungsvergütung oft weit über 1.000 EUR liegt. Wie Destatis mitteilt, sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Pflege damit gegenüber dem Vorjahr um 7 % oder 4 100 (2021: 56 300 Neuverträge). Über alle Ausbildungsjahre hinweg befanden sich zum Jahresende 2022 insgesamt rund 143 100 Personen in der Ausbildung zum Beruf der Pflegefachfrau beziehungsweise des Pflegefachmanns.

Ökonomen zufolge mehren sich die Anzeichen für ein schwaches zweites Halbjahr 2023; Edelfeder Martin Kessler: Unser Land hat sich zu sehr auf den Erfolgen der Vergangenheit ausgeruht

Prof. Dr. Michael Grömling

Unsere Wirtschaft nimmt erneut Kurs auf eine Rezession, schreibt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling in einem Gastbeitrag für die VDI-Nachrichten. Eine ähnliche Situation beschrieb bereits der „Düsseldorfer Konjunkturmonitor“ der Unternehmerschaft im Januar diesen Jahres.

Der Pessimismus ist zurück. In der IW-Konjunkturampel haben in den letzten drei Monaten die roten Felder wieder zugenommen. Die entsprechenden Konjunkturindikatoren haben sich somit deutlich gegenüber den vorhergehenden drei Monaten verschlechtert. Auch die IW-Konjunkturumfrage vom Sommer 2023 zeigt, dass die Unternehmen hierzulande erneut auf Rezessionskurs sind.

Nach der Aufhellung im Frühjahr hat sich die Bewertung der aktuellen Wirtschaftssituation wieder eingetrübt. Im Juni 2023 haben 36 % der vom IW befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage schlechter beurteilt als vor einem Jahr. Nur 29 % bezeichnen sie besser als im Frühjahr 2022. Dies verdeutlicht die Verschlechterung der Konjunkturentwicklung in jüngster Zeit. Besonders in der Industrie und im Baugewerbe wird die Lage schlecht eingeschätzt. Die Industrie leidet zunehmend unter den eintrübenden Perspektiven der Weltwirtschaft. Beim Bau dämpfen hohe Materialkosten, steigende Zinsen und die schlechte Stimmung die Nachfrage.

Auch die Geschäftsaussichten für das gesamte Jahr 2023 haben sich wieder verschlechtert. Die Zuversicht vom Frühjahr ist weg. Der Anteil der Betriebe, die für das Gesamtjahr von einer höheren Produktion als im Vorjahr ausgehen, beläuft sich auf 27 %. Das ist deutlich weniger als im Frühjahr (36 %). Dagegen hat sich der Anteil der Pessimisten in den letzten drei Monaten von 26 % auf 34 % merklich erhöht. Damit befindet sich Deutschland erneut in der Rezession und die Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr nur knapp über dem Niveau von 2019 liegen. Die Produktions- und Geschäftserwartungen haben sich in der Industrie und in der Dienstleistungswirtschaft merklich verschlechtert. In der Bauwirtschaft sind sie konstant schlecht geblieben. Gut 40 % der Industriefirmen erwarten in diesem Jahr einen Produktionsrückgang, nur gut 30 % einen Zuwachs. Damit bleibt die Industrie weiterhin deutlich unter ihrem Produktionsniveau von 2019. Bei den Baufirmen gehen 37 % von einem Produktionsrückgang aus und nur 21 % sehen einer besseren Geschäftstätigkeit entgegen. Die Perspektiven für den Dienstleistungssektor fallen insgesamt zwar positiv aus – sie hatten sich zuletzt aber auch erheblich verdüstert: Während in der IW-Frühjahrsumfrage 2023 gut 40 % der befragten Servicebetriebe von einem besseren Geschäft in diesem Jahr ausgingen, sind es aktuell nur gut 30 %. Der Anteil der Pessimisten ist von 19 % auf 23 % gestiegen.

„Die Industrie bleibt weiterhin deutlich unter ihrem Produktionsniveau von 2019.“

Das Investitionsklima hat sich abermals verschlechtert – eine Folge der allgemeinen konjunkturellen Eintrübung. Für das Jahr 2023 erwarten 32 % der befragten Firmen höhere und 30 % geringere Investitionsausgaben als im Vorjahr. Die Investitionen dürften damit auf der Stelle treten und die mit der Coronapandemie entstandene Investitionslücke wird auch in diesem Jahr nicht geschlossen. Bei den Investitionsplänen für 2023 weisen die Dienstleistungsunternehmen ein merklich positives Bild auf. Für die Industrie liegt mehr oder weniger ein ausgeglichener Befund vor – 31 % werden mehr und 33 % weniger investieren. In der Bauwirtschaft dominieren dagegen die pessimistisch gestimmten Betriebe die Investitionstätigkeit.

„Die hohe Inflation macht auch den Unternehmen zu schaffen. Zudem leidet die Industrie unter der weltweiten Konjunkturschwäche, die die Nachfrage dämpft. Statt der erhofften Frühjahrsbelebung stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal, wie die Behörde ebenfalls in einer ersten Schätzung mitteilte.“, schreibt die RP am heutigen Samstag und sie ergänzt: „Ökonomen zufolge mehren sich die Anzeichen für ein schwaches zweites Halbjahr 2023. „Nach der Stagnation der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal ist leider keine Besserung in Sicht“, erwartet Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.“

RP-Edelfeder Martin Kessler kommentiert die Situation heute in der RP wie folgt: „Das trübe Bild passt zu dem, was Expertinnen und Experten über unsere wirtschaftliche Situation sagen. Die falsche Auswahl der Handelspartner, die große Gas-Abhängigkeit, die Probleme der Lieferketten – sie sind jetzt Sand im Getriebe der Wirtschaft. Deutschlands Stärke – die Erfolge auf den internationalen Märkten und die starke Stellung der Industrie – ist zur Achillesferse geworden. Die Amerikaner brillieren mit ihrer Technologie-Überlegenheit, die Franzosen mit Dienstleistungen und Luxusgütern, die Italiener mit Mode, Möbeln und Pharmaprodukten. Nur die Deutschen finden nach den Turbulenzen der jüngsten Zeit nicht auf den Wachstumspfad zurück. (…) Unser Land hat sich zu sehr auf den Erfolgen der Vergangenheit ausgeruht. Und statt die neuen Herausforderungen wie Klimakrise und künstliche Intelligenz beherzt anzunehmen, verhaken sich die Akteure lieber in fruchtlose Rechthaberdebatten und Schuldzuweisungen. “