Urteil zur Arbeitszeiterfassung: Zurück zur Stechuhr??

Das Bundesarbeitsgerichts (BAG) hat entschieden: in Deutschland besteht die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. Nach Paragraf 3 sind Arbeitgeber allerdings schon heute verpflichtet, „ein System einzuführen, mit dem die von den Arbeitnehmern geleistete Arbeitszeit erfasst werden kann“.

Die Folgen für unsere Betriebe dürften interessant sein. Wir prüfen das Urteil dazu – in Kürze wird es auch einen „Podcast-Spezial“ zu diesem Thema geben. Konkret: Bisher mussten nur Überstunden und Sonntagsarbeit dokumentiert werden – nicht die gesamte Arbeitszeit.

Auf der einen Seite könnte das Urteil also Auswirkungen auf die häufig praktizierten Vertrauensarbeitszeitmodelle (und damit auch auf die mobile Arbeit) haben.

Allerdings gibt es auch Gestaltungsspielräume. Klar ist: Unternehmen müssen nun über Lösungen nachdenken. Welche dies sein könnten: auch darüber werden wir im Podcast sprechen. Das Erscheinungsdatum werden wir mitteilen.

Die Pressemitteilung des BAGs im Wortlaut

Im September trifft sich die HR-Community auf Europa’s größtem Expo- Event in Köln

Vom 13. bis 15. September 2022 bietet die Zukunft Personal Europe in Köln HR-Wissen pur und gleichzeitig einen Ort der Begegnung für die HR-Welt. Auf der ZP Europe wird die gesamte HR-Wertschöpfungskette abgebildet, Besucher:innen finden intelligente Antworten zu den Highlight Topics Recruiting & Attraction, Operations & Services, Learning & Development, Corporate Health und Future of Work.

Rund 700 Aussteller, Sponsoren und Partner füllen die Messehallen und bieten einen umfassenden Marktüberblick über HR-Produkte, Services und Best Practices. In 550 Vorträgen auf 17 Bühnen referieren namhafte Speaker:innen zu topaktuellen HR-Themen wie Auswirkungen der Energiekrise auf Unternehmen, nachhaltiges Handeln, Führungskultur, digitale Transformation, agile Verwaltung und Employer Branding. Die Messe ist Dienstag und Mittwoch jeweils von 09:00 bis 18:00 Uhr und am Donnerstag von 09:00 bis 17:30 Uhr geöffnet. Die One-Day-Tickets liegen bei 95 Euro, die All- Days-Tickets bei 150 Euro. Weitere Informationen und den Ticketshop finden Interessierte hier.

Josef-Kardinal-Frings-Brücke („Südbrücke“): Fahrbahnsperrung wegen Instandsetzung

Die Südbrücke muss saniert werden. Der linksrheinische Brückenübergang ist in Fahrtrichtung Neuss gebrochen und muss ausgetauscht werden. Diese Arbeiten beginnen sofort (Montag, 12. September 2022) und endet voraussichtlich am 23. September. In dieser Zeit ist die Brücke von 21 bis 6 Uhr nur einspurig befahrbar.

Hintergrund der Arbeiten ist ein Bruch am Brückenübergang an der linksrheinischen Deichbrücke in Fahrtrichtung Neuss. Dieser wurde am 24. Februar gemeldet. Anschließend wurde festgestellt, dass der Brückenübergang ausgetauscht werden muss. Bis es so weit ist, wurde die gebrochene Übergangskonstruktion zunächst mit Stahlplattenüberfahrten überbaut. Dazu wurde durch die Stadt eine erste Medienmeldung am 4. März herausgegeben.

Bei den nun anstehenden Arbeiten werden – in Vorbereitung zum eigentlichen Austausch des gebrochenen Brückenübergangs – an den dort anschließenden Stahlbauteilen, Randträgern und Verankerungen Instandsetzungsarbeiten ausgeführt. Zur Zugänglichkeit dieser Bauteile können die im Frühjahr verbauten Stahlplattenüberfahrten hochgeklappt werden. Die anstehenden Arbeiten werden bewusst aufgrund der besseren Witterungsverhältnisse und zur Minimierung der Gesamtbauzeit vorgezogen ausgeführt.

Bis zum finalen Einbau des neuen Brückenübergangs müssen die im Frühjahr verbauten Stahlplattenüberfahrten daher zunächst noch dort verbleiben. Der Abschluss der Bauarbeiten ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Eine genaue Terminierung für diese abschließenden Arbeiten ist aufgrund der Sonderbauweise und damit einhergehenden von Spezialanfertigungen zur Zeit in der Abstimmung mit den ausführenden Auftragnehmern und wird mit entsprechendem Vorlauf mitgeteilt.

(Mit Material der Landeshauptstadt Düsseldorf)

Wasserstoffstrategie: Rheinmetall gewinnt erneut Multi-Millionen Euro Auftrag für Brennstoffzellen-Komponenten

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat den fünften Auftrag zur Lieferung von Brennstoffzellenkomponenten erhalten, diesmal von einem europäischen Kunden aus dem industriellen Bereich. Die Gesamtauftragssumme für diesen Einzelauftrag für Kathoden- und Absperrventile für industrielle Anwendungen liegt im niedrigen zweistelligen MioEUR-Bereich. Inclusive dieses Auftrags, der Ende Juni 2022 eingebucht wurde, konnte mittlerweile ein Gesamtauftragswert für Kathodenklappen erzielt werden, der fast im dreistelligen MioEUR-Bereich liegt.

Das neue Auftragspaket untermauert einmal mehr den Erfolg im Rahmen der Wasserstoffstrategie des Konzerns, der seine Position im Bereich der alternativen Antriebe weiter konsequent ausbauen will. Als bewährter Technologiepartner leistet Rheinmetall seit vielen Jahren Beiträge zur Optimierung der Wasserstoffnutzung und somit auch im Sinne der angestrebten Energiewende – sowohl für Fahrzeuge diverser Kategorien wie auch für stationäre Systeme.

In der Beauftragung zeigt sich das große Marktpotenzial von Wasserstoffkomponenten und gleichzeitig auch die Kompetenz von Rheinmetall, in enger Zusammenarbeit mit Kunden zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln. Der neue Auftrag unterstreicht, dass das Unternehmen die Transformation von Otto- und Dieselmotoren hin zu alternativen Antriebsformen in unterschiedlichen Anwendungsbereichen erfolgreich mitgestaltet.

Beauftragt sind Klappensysteme mit integrierter Lagerelektronik und einem großen Bohrungsdurchmesser (>55mm), die als Bypass- und hochdichtende Absperrventile für Brennstoffzellen zum Einsatz kommen. Durch ihr spezielles Design erfüllen die Komponenten höchste Dichtheitsanforderungen für Brennstoffzellenmodule mit einer Ausgangsleistung von >300kW im industriellen Bereich. Aufgrund der langjährigen Erfahrung als Regelklappenhersteller für Nutzfahrzeuge mit hoher Lebensdauer und großem Saugkanaldurchmesser sowie der extrem niedrigen Leckageeigenschaften der Klappen konnte sich der Technologiekonzern einmal mehr erfolgreich im Markt platzieren.

Basierend auf den bereits ausgelieferten und erfolgreich verifizierten Mustern der Klappensysteme werden ab dem Jahr 2024 die Produktionslinien am Standort Berlin für höhere Serienvolumina angepasst. Rheinmetall liefert die Serienteile direkt an den Kunden. Die Lieferung von Ersatzteilen erfolgt bedarfsbezogen.

Die Aufträge zeigen das große Marktpotenzial von Wasserstoffkomponenten und gleichzeitig auch die Kompetenz von Rheinmetall, in enger Zusammenarbeit mit Kunden zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln. Der neue Auftrag unterstreicht, dass das Unternehmen die Transformation von Otto- und Dieselmotoren hin zu alternativen Antriebsformen in unterschiedlichen Anwendungsbereichen erfolgreich mitgestaltet.

Im Rahmen der nationalen deutschen Wasserstoffinitiative ist die Rheinmetall AG industrieller Partner des neuen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstofftechnologie in Duisburg. In seiner Division Sensors and Actuators entwickelt Rheinmetall innovative Lösungen, um die Industrie mit hochwertigen Wasserstoffprodukten zu unterstützen und einen effizienten und zuverlässigen Einsatz von Brennstoffzellen zu ermöglichen.

Die bestellten Klappensysteme von Rheinmetall regeln die Frisch- und Abluftmassenströme und isolieren auf der Kathodenseite die Brennstoffzellen-Stacks an den Ein- und Auslasspunkten von der Umgebung. Die sehr geringe Leckage, die durch eine spezielle Konstruktion erreicht wird, wurde erfolgreich nachgewiesen. Betriebszeiten von bis zu 12.000 Stunden werden erreicht und sollen mit einer in der Entwicklung befindlichen neuen Generation auf mindestens 30.000 Stunden Lebensdauer für Nutzfahrzeuge, Off-road Anwendungen im Bereich Zug und Marine sowie stationäre Anwendungen gesteigert werden.

Das Unternehmen befindet sich weiterhin kontinuierlich in ausführlichen Gesprächen mit weiteren Kunden für mobile und stationäre Anwendungen der Brennstoffzellentechnologie, die das Geschäftspotenzial erweitern und weitere Nominierungen erwarten lassen.

Fachkräftemangel – Arbeitsmarkt- oder Produktivitätsproblem?

Laut einer aktuellen Umfrage des Münchner Ifo-Instituts klagen 87 Prozent der Unternehmen in Deutschland über einen Fachkräftemangel. Mehr als ein Drittel der Befragten sieht darin eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit. Wie kann dieses Problem gelöst werden?

In der öffentlichen Diskussion steht das zu geringe Angebot an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt im Fokus, dass durch die Generierung zusätzlicher Arbeitskräfte gelöst werden soll. Ein anderer, für die Wettbewerbsfähigkeit wesentlich besserer Lösungsansatz, wird häufig nicht betrachtet. Aus betrieblicher Sicht stellt der Fachkräftemangel ein Kapazitätsproblem durch eine Abweichung von Kapazitätsangebot und -bedarf dar. Eine solche Abweichung kann durch einen Kapazitätsaufbau (z. B. Einstellung Personal) behoben werden. Diese einfache und naheliegende Reaktion auf das Problem ist jedoch nicht die einzig mögliche und beste. „Der betriebswirtschaftlich beste, aber auch anspruchsvollste Weg zur Lösung eines Kapazitätsproblems ist, die Steigerung der Produktivität“, so Olaf Eisele, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Düsseldorfer ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft.  Praxisbewährte Methoden für ein dazu erforderliches Produktivitätsmanagement in Unternehmen liefert das Industrial Engineering.

Empfehlung für Unternehmen
Die Lösung des Fachkräftemangels sollte nicht allein in der Personalbeschaffung auf dem Arbeitsmarkt gesucht werden. Unternehmen sollten im Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit auch systematisch ihre Produktivität analysieren und verbessern. Dadurch kann das Kapazitätsproblem unter Umständen trotz des angespannten Arbeitsmarkts behoben oder zumindest reduziert werden. Produktivitätsanalysen und -verbesserungsmaßnahmen sollten sich nicht wie in der Vergangenheit üblich nur auf direkte Arbeitsprozesse konzentrieren, sondern in allen Unternehmensbereichen (auch den indirekten) stattfinden. Zu empfehlen ist also ein systematisches, ganzheitliches Produktivitätsmanagement. Das ifaa beschäftigt sich mit diesem Thema in Forschungsprojekten, Arbeitskreisen und zahlreichen Veröffentlichungen sowie Arbeits- und Handlungshilfen, die als Downloads für interessierte Unternehmen frei zur Verfügung gestellt werden: ifaa – Institut angewandte Arbeitswissenschaft.
Kriterien für die Wettbewerbsfähigkeit
Die Hauptkriterien und Leistungsindikatoren für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens sind Qualität, Produktivität und Flexibilität. Festmachen lassen sich diese beispielsweise an Fehlerquoten, Stückkosten bzw. Preis und Lieferzeiten von Produkten und Dienstleistungen. Diese haben maßgeblichen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit und damit Absatzzahlen, Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Wettbewerb. Durch die Beschaffung von Anlagen und Personal bei fehlenden Produktionskapazitäten kann unter Umständen die Lieferfähigkeit aufrechterhalten werden. Eine Verbesserung von Qualität und Produktivität ist dadurch jedoch nicht sichergestellt. Die praktische Erfahrung in Unternehmen zeigt vielmehr, dass die Qualität, Produktivität und Lieferzeit nach solchen Maßnahmen durch Beschaffungsaufwand, Anlaufprobleme oder Anlernverluste zunächst sogar schlechter werden. Die Einstellung von Personal oder die Beschaffung von Anlagen führen somit nicht automatisch zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Dies wird nur durch besser organisierte, fehlerreduzierte und effizientere Arbeitsprozesse erreicht.
Produktivitätspotenziale in Unternehmen
Zur Lösung von Kapazitätsproblemen existieren in Unternehmen noch umfangreiche Produktivitätspotenziale. Diese Potenziale können entweder durch organisatorische (Vermeidung von Verschwendungen) oder technische (Automatisierung) Maßnahmen ausgeschöpft werden. Verschiedene Analysen hierzu weisen beispielsweise in indirekten Unternehmensbereichen organisatorische Produktivitätspotenziale von 30% bis 45% aus: Schlankes Informationsmanagement in der digitalen Arbeit (arbeitswissenschaft.net).
Hohe Produktivitätspotenziale, die bisher noch nicht realisiert wurden, werden zudem durch technische Maßnahmen im Rahmen der Digitalisierung und Industrie 4.0 erwartet. In einer Umfrage des ifaa erwarteten die befragten Unternehmen Produktivitätsgewinne von 37% bis zum Jahr 2027: ifaa-Studie: Produktivitätsstrategien im Wandel (arbeitswissenschaft.net).
Auch wenn diese hohen Erwartungen bisher noch nicht flächendeckend realisiert werden konnten, zeigen einzelne Beispiele bereits welche hohen Potenziale noch möglich sind. Analysen zu Ergebnissen konkreter Technologien, wie beispielsweise Robotic Process Automation (RPA), weisen in betrieblichen Anwendungen realisierte Einsparungen von 30% bis 80% aus: Robotic Process Automation – MRK in indirekten Bereichen (arbeitswissenschaft.net).

Neues Benefit für unsere Groß- und Außenhandelsbetriebe: Kooperation mit dem MITTELSTANDSVERBUND

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) und DER MITTELSTANDSVERBUND – ZGV e.V. sowie die ihnen angeschlossenen überfachlichen Verbände arbeiten seit langem auf den Gebieten der Arbeitsrechts-, Sozial- und Tarifpolitik, insbesondere der Tarifkoordinierung auf Basis gemeinsamer Richtlinien zusammen. Darüber hinaus bestehen in der mittelstandspolitischen Ausrichtung der Verbände und in ihrem Portfolio unternehmensnaher Dienstleistungen zunehmend Berührungspunkte.

Zur Verstetigung und Intensivierung der vertrauensvollen Zusammenarbeit wurde eine Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet, die ab Oktober 2022 gültig ist. Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist auch weiterhin die Tarifarbeit. Darüber hinaus ist ein engerer Austausch in den Fachgremien sowie die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen vorgesehen.

BGA-Hauptgeschäftsführer Antonin Finkelnburg begrüßt die neue Partnerschaft: „Nach Jahren der vertrauensvollen, engen tarifpolitischen Zusammenarbeit ist dies eine für beide Verbände sinnvolle Weiterentwicklung. Gerade in wirtschaftlich fordernden Zeiten ist es wichtig, die Sichtbarkeit der Spitzenverbände gegenüber Politik und Öffentlichkeit weiter zu verbessern.

Aufgrund der großen Schnittmengen von BGA und MITTELSTANDSVERBUND, vieler gemeinsamer Interessen und ordnungspolitischer Überzeugungen ist es nur konsequent, Synergien zu nutzen.“

ZGV-Hauptgeschäftsführer Dr. Ludwig Veltmann betont, dass die Zusammenarbeit mit BGA bereits eine lange Tradition hat. „Vielfältige gemeinsame Aktivitäten und gute und zielführende persönliche Gespräche auf Präsidenten- und HGF-Ebene sowie auch der Strategieprozess im MITTELSTANDSVERBUND haben die entscheidenden Anstöße zu dem nun erfolgten Schritt gegeben. Zur Durchsetzung mittelständischer Interessen in diesen Zeiten braucht es enge Verbündete auf allen Ebenen. Wir sind entschlossen, die Partnerschaft fortan mit weiterem Leben zu füllen“.

Beide Verbände arbeiten bereits seit vielen Jahren in der AG Mittelstand eng zusammen. „Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass die Politik nicht gegen den Mittelstand entscheidet oder seine Bedürfnisse übersieht. Wenn wir als Verbände unsere Kräfte bündeln und uns damit ein besseres Gehör bei den politischen Entscheidungsträgern verschaffen können, lassen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit Nachteile für unsere Unternehmen abwenden und ihre Wettbewerbschancen erhöhen“, so Finkelnburg in Berlin.

Kirchhoff: IG-Metall-Forderung ist überhöht

Der Forderung der IG Metall nach einer Lohnerhöhung von acht Prozent erteilte der Verband der Metall- und Elektroindustrie in NRW (METALL NRW) eine deutliche Absage. „Acht Prozent Lohnerhöhung sind absolut unverträglich in dieser Zeit und überhöht“, sagte der Präsident von METALL NRW und der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw), Kirchhoff. „Wir werden die Inflation nicht ausgleichen können.“ Die Tarifpartner hätten die große Verantwortung, eine Preis-Lohn-Spirale zu verhindern. Eine attraktive Alternative zu Lohnerhöhungen im hohen einstelligen Bereich sind laut Kirchhoff Einmalzahlungen. „Solche Sonderzahlungen, die im besten Falle für die Arbeitnehmer steuerfrei sind und die Arbeitgeber keine Sozialabgaben kosten, sind ein Gewinn für beide Seiten.“ Kirchhoff beschrieb die Lage vieler NRW-Unternehmen aus dem Metall- und Elektrobereich als kritisch, die Belastungen kämen von verschiedenen Seiten. „So schwierig war es noch nie, das wird ein ziemlicher Spagat für unsere Branchen werden.“ Am schwierigsten sei die Lage in punkto Energie. Die sprunghaft gestiegenen Preise führten zu ersten Produktionsstopps oder -drosselungen. Hier sieht Kirchhoff Bund und Land in der Pflicht: „Beim Entlastungspaket sind die Unternehmen vergessen worden, die Unternehmen brauchen Hilfe bei den Energiepreisen.“
(Mit Material von Kölner Stadt-Anzeiger, Rheinische Post, WAZ)

Wissenschaftsnacht verband Hochschulen mit der Wirtschaft

Nach dem die „Nacht der Wissenschaft“ zweimal ausgefallen war, fand  sie in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder statt, nämlich auf dem Schadowplatz und im Haus der Universität. Renate Kiszkiel und Christoph Sochart waren Gäste des Vereins „Wissensregion Düsseldorf“, auch weil Renate vor zwei Jahren im „Innovationspreis“ den ersten Platz gewann – damals mit einer Neuentwicklung des Bildungswege-Navigators.

Mehrere tausend Menschen besuchten die Nacht, teilweise musste wegen Überfüllung Teile der Zeltstadt bzw. der Zugang zum Haus der Universität geschlossen werden.

Sehr interessant die Angebote in der Zeltstadt. Dort stellten beispielsweise die verschiedenen Lehrstühle der Heinrich-Heine-Universität und der Hochschule Düsseldorf aus, aber auch das Forschungszentrum Jülich, das Deutsche Diabetes Zentrum und das Max-Planck-Institut für Eisenforschung.

Auch die Vortragsveranstaltung konnten sich sehen und hören lassen. Wir hörten beispielsweise Vorträge übers Fotos machen im Silicon Valley oder über ein neues Forschungsprojekt im Bereich der „Sozialen Arbeit“. Insgesamt gab es 55 Beiträge aus Themenfeldern wie Medizin und Ernährung, Energie und Umwelt, Künstliche Intelligenz, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Denken und Wahrnehmen.

Zum Abschluss gegen Mitternacht stand dann noch ein Highlight auf der Bühne im Haus der Wissenschaft auf dem Programm, nämlich der Sciences Slam. Den hatten wir aber nicht mehr erlebt – nach einem arbeitsreichen Tag hatten wir das leider nicht mehr geschafft.

Derweil trafen wir noch interessante Menschen, beispielsweise den altehrwürdigen Professor von Alemann, der Ex-Chef der Wissensregion und ehemalige Vize-Rektor der Heinrich-Heine-Universität und den ehemaligen Henkel-Chef Lehner.

Insgesamt also ein Event zum Mitmachen, Mitdenken und Mitdiskutieren. Und wir denken, dass es auch eine Neuauflage der „Nacht der Wissenschaft“ geben wird. Vermutlich nicht bereits im kommenden Jahr, denn dafür ist der Aufwand eigentlich zu hoch, aber hoffentlich in 2024 oder 2025. Wir werden sehen.

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind entspannt, plaudern fröhlich untereinander und sind bester Laune.“

Zum zweiten Mal fand jetzt die Veranstaltung „Unternehmen im Fluss“ statt. Über 400 Unternehmerinnen und Unternehmen nahmen an der für Mitgliedsunternehmen kostenfreien Veranstaltung teil. Gemacht wurde diese Veranstaltung von der Digitalen Stadt Düsseldorf, der RheinEnergie, dem Rhein-Kreis Neuss, von den Familienunternehmern und der Unternehmerschaft Düsseldorf. Mittlerweile ist diese Veranstaltung ein Highlight neben dem „Düsseldorfer Arbeitgebertag“. Jutta Zülow, Vorsitzende der Unternehmerschaft Düsseldorf, und Stefan Schneider eröffneten den Unternehmertag 2022.

Fünf Shuttlebusse hatten die Gäste nach Düsseldorf gebracht. Von dort startete die RheinEnergie pünktlich um 17 Uhr nach Düsseldorf. Vier Themenpanels standen auf dem Programm. Bei denen ging es um das Themen Industrie, Standortsicherung sowie Forschung und Entwicklung. Die Diskussionsrunden, von Fachleuten aus eigenen Reihen moderiert, waren kurzweilig und informativ. Kein großes Geschwafel: die Damen und Herren, hochrangige Wirtschaftsvertreter, kamen direkt zum Kern und sprachen offen für die aktuellen Herausforderungen.

Die Fäden fest in der Hand hatte dabei Stefan Schneider, Vorstandsvorsitzender der Digitalen Stadt, die ihren Sitz in der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt hat. Schneider, bestens bekannt als „Mr. Vodafone in Düsseldorf“, plauderte wertschätzend auf der Bühne und hatte auch bis in die Nacht hinein für alle Gäste ein offenes Ohr.

Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf, ist ein großer Fan von „Unternehmen im Fluss“. Er verriet uns: „Sehr kurzweilige Stunden auf dem Schiff. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind entspannt, plaudern fröhlich untereinander und sind bester Laune.“ Auf dem Schiff war auch unser Fotografieexperte Frank Wiedemeier, der auch diese Schnappschüsse auf die Platte bannte.

DigiTalk Ausbildung: Auszubildende gesucht! – Zahlen, Daten, Fakten zum Ausbildungsgeschehen 2022

Wir als Arbeitgeberverbände engagieren uns stark im Azubi- und Fachkräftemarketing, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Wir denken sogar noch einen Schritt weiter und würden den Fachkräftemangel in Zukunft gerne vermeiden. Dafür stellen wir – bestmöglich – die Weichen für eine vorausschauende Arbeitskräftepolitik schon heute. Und dennoch, werfen wir – besonders in diesem Jahr – einen Blick auf die aktuellen Ausbildungszahlen und – um ehrlich zu sein – erschrecken uns.

Mit Erschrecken mussten wir feststellen, wie viele unbesetzte Ausbildungsplätze es aktuell noch gibt. Manche Mitgliedsunternehmen haben die Vergabe der Ausbildungsplätze in diesem Jahr sogar ganz aufgegeben.

Darüber möchten wir mit unseren Ausbilderteams sprechen und laden herzlich zu einem Austausch ein!

DigiTalk Ausbildung: Auszubildende gesucht! – Zahlen, Daten, Fakten zum Ausbildungsgeschehen 2022
Donnerstag, 22. September 2022, 16.00 Uhr – 16.45 Uhr
online via gotomeeting I Anmeldung

Jörn Klare, Abteilungsleiter Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik von unternehmer nrw, begleitet den DigiTalk: Ausbildung mit Zahlen, Daten, Fakten aus dem Ausbildungsgeschehen.

Gehen Sie mit uns in den praxisnahen Austausch, teilen Sie mit uns Ihre Erfahrungen und lassen Sie uns nach Lösungen suchen, um den Stellenwert der Ausbildung wieder anzuheben.