NRW-Metallarbeitgeber weisen IG-Metall-Forderung von acht Prozent mehr Geld als „völlig unrealistisch“ zurück

Arndt G. Kirchhoff, Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW)

Als „völlig unrealistisch und absolut unverträglich für den M+E-Standort Nordrhein-Westfalen“ haben die NRW-Metallarbeitgeber die Forderung der IG Metall nach Einkommensverbesserungen von acht Prozent scharf zurückgewiesen. Alle M+E-Branchen lägen immer noch zum Teil deutlich unter dem Vorkrisenniveau, hätten mit heftigen exogenen Preisschocks zu kämpfen und stünden zudem transformationsbedingt unter massivem strukturellem Veränderungsdruck. Eine auch nur annähernde Umsetzung dieser Forderung würde viele Betriebe völlig überfordern und zahlreiche Arbeitsplätze im bedeutendstem Industriezweig des Landes aufs Spiel setzen, erklärte der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, am Donnerstag in Düsseldorf. Überdies dürfe die ohnehin schon hohe Inflation nicht noch durch falsche tarifpolitische Weichenstellungen zusätzlich angeheizt werden. „Ich kann die IG Metall vor den Folgen einer überzogenen Tarifpolitik auch für die Beschäftigung nur warnen“, so Kirchhoff.

Nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten verkennt die Gewerkschaft die hochgradig angespannte Lage in den M+E-Branchen. Mit ihrem wiederholten Verweis auf eine zum Teil gute Auftragslage ignoriere die IG Metall, dass die anhaltenden kräftigen Störungen der internationalen Lieferketten für eine extrem belastende und volatile Lage in der Industrieproduktion sorgten. „Unseren Unternehmen nutzen die vielen Bestellungen gar nichts, wenn Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte verspätet, in viel geringerem Umfang, dazu zu exorbitant gestiegenen Preisen oder schlimmstenfalls erst gar nicht auf dem Hof ankommen“, betonte Kirchhoff. Die gegenwärtigen Streiks im Hamburger Hafen verschärften die Lage mittelfristig noch zusätzlich. Hinzu kämen extreme Preisaufschläge für Energie. Das alles führe zu erheblichen Einbußen bei Umsätzen und Gewinnen oder treibe zunehmend viele Betriebe in die Verlustzone. Schon jetzt reagierten darauf Unternehmen mit Investitionskürzungen und –verschiebungen oder leiteten personalpolitische Maßnahmen wie Kurzarbeit oder gar Beschäftigungsabbau ein. Die höchst unsicheren Zeiten machten die Ausgangslage vor der Tarifrunde 2022 ausgesprochen schwierig. „Darum ist es so wichtig, dass jetzt nicht auch noch die Tarifpolitik den Unternehmen untragbare Belastungen aufbürdet“, so Kirchhoff.

Lange Nacht der Wissenschaft in Düsseldorf wird verschoben – anderen Orts findet sie aber statt, zum Beispiel im Berliner Future Lab! Wir geben einen Überblick

 

Wie die Digitalisierung ein klimaneutrales Energiesystem ermöglicht, erfahren Besucherinnen und Besucher am 2. Juli 2022 bei der Langen Nacht der Wissenschaften im Future Energy Lab. Mit einem vielfältigen Programm und Interaktionsmöglichkeiten bietet das Lab der Deutschen Energie-Agentur (dena) einen einmaligen Einblick in die Zukunft der Energiewirtschaft. Foto: dena/Malena Eder

Wie die Digitalisierung ein klimaneutrales Energiesystem ermöglicht, erfahren Besucherinnen und Besucher am 2. Juli 2022 bei der Langen Nacht der Wissenschaften im Berliner Future Energy Lab. Mit einem vielfältigen Programm und Interaktionsmöglichkeiten bietet das Lab der Deutschen Energie-Agentur (dena) einen einmaligen Einblick in die Zukunft der Energiewirtschaft.

Im Future Energy Lab kommen Start-ups, Energiewirtschaft, Think Tanks und Forschung unter einem Dach zusammen. Das Pilotierungslabor der dena ist Teil des Start-up-Strategieentwurfes der Bundesregierung. Es entwickelt konkrete Lösungen und Geschäftsmodelle für das klimaneutrale Energiesystem der Zukunft. Zur Langen Nacht der Wissenschaften öffnet das Lab am Samstag zwischen 17 und 24 Uhr seine Türen am Berliner Tiergarten.

Philipp Richard, Leiter des Bereichs Digitale Technologien & Start-up Ökonomie der dena: „Tag für Tag arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen im Lab daran, digitale Lösungen für die integrierte Energiewende zu erforschen, um die Transformation zur Klimaneutralität voranzubringen. Wir freuen uns deshalb besonders, Teil des Start-up Strategieentwurfes der Bundesregierung zu sein und unsere wegweisende Arbeit auf der langen Nacht der Wissenschaften vorzustellen. Mit dem Future Energy Lab möchten wir insbesondere Interessierten aus der Energiebranche, Start-ups und der Community die Möglichkeit bieten, sich mit uns zu vernetzen und Teil des Labs zu werden. Wir laden alle herzlich zur Langen Nacht ein, die einen Blick in die innovativen Zukunftstechnologien des Energiesystems von morgen werfen wollen.“

Die Besucherinnen und Besucher des Future Energy Lab erwartet ein spannendes Programm rund um Smart Meter, künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologien, die die Energiewelt revolutionieren werden, sowie Einblicke in den digitalen kommunalen Klimaschutz. Zudem werden Nachwuchsforschende in Mitmachexperimenten eingeladen, sich auf die Spuren des Klimawandels zu begeben und sich dabei spielerisch Wissen anzueignen.

Das gesamte Abendprogramm des Future Energy Lab hier.

Derweil die Wissenschaftsnacht in Düsseldorf verschoben auf den 09. September. Wie sich die Situation für eine solche Großveranstaltung im September wirklich darstellt, lässt sich heute noch nicht sagen. „Höchstwahrscheinlich wäre sie aber zwingend an ein umfangreiches Hygienekonzept gekoppelt, dass zu einer deutlich reduzierten zulässigen Besucherkapazität, Maskenpflicht und Abstandsregeln führen würde – und somit zu einem Veranstaltungsformat, das dem eigentlichen Zweck der NdW widerspricht“, begründet Joachim Tomensch, Leiter der Stabsstelle Veranstaltungen und Marketing-Service, die Entscheidung. An der „Nacht der Wissenschaft“ beteiligen sich neben der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf das Deutsche Diabetes-Zentrum, das Forschungszentrum Jülich, die Hochschule Düsseldorf, das Max-Planck Institut für Eisenforschung GmbH, die Robert-Schumann Hochschule sowie die WHU | Otto Beisheim School of Management.

Analyse von Online-Stellenanzeigen zeigt: Große Jobchancen mit Teilqualifikationen

Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist der Königsweg in den deutschen Arbeitsmarkt, aber auch Arbeitskräften mit Teilqualifikationen (TQs) stehen viele Türen offen. Das zeigt eine Auswertung von 860.000 Online-Stellenanzeigen der Bau- und der Gastronomie-Branche im Auftrag unserer Stiftung. In mehr als zwei Dritteln der Job-Anzeigen für Fachkräfte sind zwar mehrere Teilqualifikationen, aber kein volles Berufsprofil gefragt. Bei Hilfskräften erwarten Betriebe hingegen mehr Kompetenzen als der Begriff „ungelernt“ vermuten lässt.

Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist der Königsweg in den deutschen Arbeits- markt, aber auch Arbeitskräften mit Teilqualifikationen (TQs) stehen viele Türen offen. Das zeigt eine Auswertung von 860.000 Online-Stellenanzeigen der Bau- und der Gastronomie-Branche im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. In mehr als zwei Dritteln der Job-Anzeigen für Fachkräfte sind zwar mehrere Teilqualifikationen, aber kein volles Berufsprofil gefragt. Bei Hilfskräften erwarten Betriebe hingegen mehr Kompetenzen als der Begriff „ungelernt“ vermuten lässt.

Bei der Suche nach Küchen-Fachkräften fragen Arbeitgeber:innen in drei Viertel der Fälle (74,9 Prozent) nicht nach einer vollständigen Ausbildung, sondern geben sich im Schnitt mit knapp 5 (4,85) der sieben Teilqualifikationen zufrieden. Nur ein Viertel (25,1 Prozent) verlangt dagegen, dass die Bewerber:innen das vollständige Kompetenzprofil des Berufs beherrschen. Aber auch bei Hilfskräften in der Küche werden oft substanzi- elle Kompetenzen nachgefragt. Im Schnitt werden hier etwas mehr als 3 (3,1) Teilqualifikatio- nen gesucht. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich auch für die Baubranche. So sind es bei Fachkräften im Straßen- und Asphaltbau vier von fünf (80,3 Prozent) der Stellen, die nur ein Teilprofil erfordern. Im Schnitt sollten Bewerber:innen hier knapp 4 (3,64) von 6 Teilqualifikationen mitbringen. Bei den Hilfskräften im Tiefbau ist es immer noch im Schnitt mindestens eine. Die Zahlen hat das Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erhoben.

„Die Studie zeigt, dass auf dem Arbeitsmarkt die traditionelle Zweiteilung in ausgelernte Fachkräfte und ungelernte Hilfskräfte keine Gültigkeit mehr hat“, sagt Martin Noack, Weiter- bildungsexperte der Bertelsmann Stiftung. Die Arbeitsteilung in der Wirtschaft und die Spezialisierung der Betriebe hätten dazu geführt, dass immer häufiger Kompetenzprofile zwischen ,voll ausgebildet‘ und ,ungelernt‘ gefragt seien. „Wir brauchen daher einen flexiblen Weg, da- mit Menschen ihre on-the-job erworbenen Kompetenzen nachweisen können sowie die Möglichkeit haben, genau die TQ zu erwerben, die ihre Chancen am Arbeitsmarkt verbessert.“

Große Chance mit Teilqualifikationen – vor allem im Gastronomieservice

Über die fünf Berufsgruppen hinweg zeigt sich, dass Teilprofile die Nachfrage dominieren. Insgesamt werden bei den Fachkräften im Schnitt knapp zwei Drittel der Teilqualifikationen (59 Prozent) nachgefragt. Bei den Hilfskräften ist es immer noch knapp ein Viertel (24 Prozent). „Ein Berufsabschluss ist wie ein Generalschlüssel: Er öffnet die Türen zu allen Jobs in einem Berufsfeld. Aber auch mit einer Kombination von Teilqualifikationen können sich Bewerber:innen viele Türen öffnen“, sagt Noack. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Gast- ronomieservice. Hier reichen für Fachkräfte in 9 von 10 Stellen (92,7 Prozent) durchschnitt-

lich 2,1 der sechs beruflichen Teilqualifikationen aus. Bei Hilfskräften werden mit 1,6 TQs im Schnitt kaum weniger verlangt. Klar an erster Stelle steht dabei die Teilqualifikation „Im Ser- vice arbeiten“, während „An der Rezeption arbeiten“ und „Veranstaltungen vorbereiten und im Warenlager arbeiten“ kaum gefragt wurden. Für Menschen ohne Berufsabschluss sind Teilqualifikationen damit eine große Chance. Ihre Kompetenzen sind der Schlüssel für eine direkte Beschäftigung. Erhalten sie die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt weiterzubilden, wird ein beruflicher Vollabschluss greifbar, der sie für alle Bereiche eines Berufs qualifiziert.

Corona-Lockdown traf Gastronomiebranche hart, Baubranche profitierte sogar

Weil Online-Stellenanzeigen tagesgenau analysiert werden können, ist auch ein Rück- schluss darauf möglich, wie stark die Auswirkungen von Lockdowns und späteren Lockerun- gen während der Corona-Krise waren. So brach die Zahl der Stellengesuche für Hilfskräfte im Gastronomieservice zu Beginn des ersten Bundesweiten Lockdowns im März 2020 um mehr als 41,5 Prozent ein und brauchte lange, sich zu erholen. Der Einbruch bei den Fachkräften fiel dagegen mit einem Rückgang um knapp ein Drittel (32,5 Prozent) etwas weniger dramatisch aus. Das Baugewerbe litt insgesamt viel weniger unter der Corona-Krise, wie sich an der Zahl der Stellenangebote ablesen lässt. Zudem stieg die Nachfrage und damit die Zahl der Online-Stellenangebote schon deutlich vor dem Ende des Lockdowns kräftig über das Vor-Coronaniveau an. Für den Arbeitsmarkt und für die Akteur:innen im Bereich der Weiterbildung eröffnet diese tagesgetreue Auswertung viele Möglichkeiten, sagt Noack: „Die Analyse von Online-Stellen hat das Potenzial, das Arbeitsmarktgeschehen künftig besser zu modellieren und adäquater auf Veränderungen reagieren zu können als bisher.“

Zusatzinformationen

Für die Studie haben Forscher:innen der Humboldt Universität knapp 860.000 Online-Stel- lenanzeigen ausgewertet, die die Firma TextKernel BV zwischen dem 01.03.2018 und dem 31.03.2021 von verschiedenen deutschen Jobportalen gesammelt hat. Die Extraktionsalgo- rithmen für die Berufsgruppen und die Teilqualifikationen wurden von der Firma &effect ent- wickelt. Teilqualifikationen sind definiert als sinnvolle Teilmengen eines zu Grunde liegenden staatlich anerkannten Ausbildungsberufs. Sie können unter anderem durch Abschluss einer 2-6 monatigen Teilqualifizierung genannten Weiterbildung erworben werden.

Quelle: Bertelsmann Stiftung https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2022/juni/analyse-von-online-stellenanzeigen-grosse-jobchancen-mit-teilqualifikationen?&etcc_cmp=nl_bertelsmann_22727&etcc_med=newsletter&etcc_ctv=Analysezeigt%3ATeilqualifikationenerhöhenJobchancen#detail-content-216268-3

„Düsseldorfer Planspiel“ Learn²Lean auf der diesjährigen IdeenExpo in Hannover


Im Planspiel werden die Grundprinzipien von „schlanker“, d. h. effizienter und verschwendungs­armer Produktion und Prozess­verbesserung anhand der Herstellung von Lego-basierten „Maschinen“ spielerisch veranschaulicht. Schlagworte wie Push/Pull, KVP und die 7 Arten der Verschwendung erwachen zum Leben.

„Jungen Leuten die Vorteile von schlanker Produktion und Digitalisierung näherzubringen ist die Intention des gemeinsamen Messeauftritts des ifaa’s und der Leibniz-Fachhochschule aus Hannover“, so Ralph W. Conrad und Gerda Ramm, wissenschaftliche Experten am Düsseldorfer ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. „Das spielerische Erlernen mithilfe des Planspiels macht nicht nur Spaß, sondern erhöht auch die Wirksamkeit der Vermittlung der Inhalte“.

Im Planspiel werden die Grundprinzipien von „schlanker“ d. h. effizienter und verschwendungsarmer Produktion und Prozessverbesserung anhand der Herstellung von Lego-basierten „Maschinen“ spielerisch veranschaulicht. Schlagworte wie Push/Pull, KVP und die 7 Arten der Verschwendung erwachen zum Leben.

Wirtschaftsinformatik-Studierende der Leibniz-Fachhochschule entwickeln hierzu eine digitale Unterstützung. Hierbei werden digitale Hilfsmittel wie eine informatorische Assistenz für Montagemitarbeitende sowie Produktions- und Lagerleitung, eine computergestützte Echtzeitkommunikation zwischen Kunde und Unternehmen sowie unternehmensintern zwischen allen Bereichen und Akteuren realisiert. Die Digitalisierungsinstrumente informieren bei einer kundenindividuellen Produktion in Losgröße 1 die Mitwirkenden über Spezifika der vom Kunden georderten Produktvariante. Die Digitalisierung unterstützt auch die Logistik dabei, die Bestände an Rohmaterialien und Halbteilen zu minimieren und die Einhaltung der Liefertreue zum Kunden zu gewährleisten.

Besucher können Rollen vom Produktionsmitarbeiter über Logistiker und Fertigungsleiter bis zum Kundenbetreuer selbst einnehmen und moderne, digitalisierte Industrieprozesse selbst erleben!

Bei der IdeenExpo kooperieren Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zur Förderung des Fachkräftenachwuchses. Hierzu trägt eine Vielzahl von Ausstellern, Exponaten, Bühnenshows, Workshops und unterhaltsamen Live-Programmen bei. Die Messe richtet sich insbesondere an Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 13 und unterstützt sie bei der Orientierung für die Berufswahl. Auch Eltern, Großeltern und Lehrkräfte können die IdeenExpo nutzen, um in diesen Themen auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Den Stand der Leibniz-Fachhochschule und des ifaa finden Sie in der IdeenHalle 7 im Ausstellerbereich „DigitaleWelten“ am Stand Nr. DW-04.

Weitere Informationen zum Planspiel Learn²Lean finden Sie finden Sie hier: https://www.learn2lean.de/

Umfrage: jeder vierte Betrieb der NRW-Metall- und Elektroindustrie extremst unter Druck

Fast jeder vierte Betrieb der NRW-Metall- und Elektroindustrie sieht sich angesichts angespannter Lieferketten, exorbitanter Preissteigerungen und eingeschränkter Produktionsabläufe wirtschaftlich gefährdet. Das belegt eine aktuelle Umfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) unter mehr als 360 Betrieben mit rund 122.000 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen. „Die Unternehmen leiden vor allem unter den teilweise exorbitant gestiegenen Preisen für Energie, Rohstoffe und Vorprodukte“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Johannes Pöttering, am Dienstag in Düsseldorf. Nahezu jeder Betrieb sei davon betroffen, 82 Prozent sogar in substanziellem Umfang. Laut Umfrage erwarteten 88 Prozent der Betriebe für dieses Jahr einen Rückgang der Gewinne, 64 Prozent rückläufige Umsätze. Nicht einmal ein Drittel der Unternehmen könne die Preissteigerungen zu einem ausreichenden Teil an Kunden weitergeben.

Besorgniserregend sei nach Worten Pötterings auch das voraussichtliche Investitionsverhalten der Unternehmen als Reaktion auf das volatile wirtschaftliche Umfeld. Fast drei von vier Betrieben hätten angekündigt, geplante Investitionsvorhaben zu reduzieren oder zu verschieben. Fast jeder vierte Betrieb wolle seine Ausgaben für Forschung und  Entwicklung kürzen oder verschieben. „Beides wird manchen Betrieb mit Blick auf die Bewältigung der Transformation notgedrungen erheblich zurückwerfen“, betonte Pöttering. Mit Blick auf die Beschäftigungssituation plane derzeit fast jeder vierte Betrieb eine Verringerung des Personals.

Eine weitere drastische Verschlechterung der Wirtschaftslage befürchten die NRW-Metallarbeitgeber bei einem möglichen Stopp russischer Gaslieferungen. Vier von fünf Betrieben seien davon direkt oder indirekt betroffen. Fast die Hälfte der Unternehmen befürchte Auswirkungen auf die eigene Produktion, etwas mehr als die Hälfte rechne mit einer Gefährdung der Lieferungen von Vorleistungsgütern. „Dass jedes vierte Unternehmen bei einem Gas-Stopp mit einem kompletten Produktionsstillstand und jeder zweite Betrieb mit substanziellen Auswirkungen rechnet, ist ein Alarmsignal“, sagte Pöttering. Aus all diesen Gründen könne er die IG Metall nur davor warnen, durch überzogene Lohnforderungen für die Tarifrunde 2022 die ohnehin schon hochgradig angespannte Stimmungslage in den Unternehmen noch weiter zu verschlechtern.

Rheinmetall unterstützt den zivilen Katastrophenschutz

Die Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf

Zwei hochmobile HX 4×4 Fahrzeuge spendet die Düsseldorfer Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV) an die THW-Bundesvereinigung e.V. Die offizielle Schlüsselübergabe erfolgte am 22. Juni 2022 am Rheinmetall-Stand auf dem Freigelände der Rettungs-Weltleitmesse Interschutz 2022 in Hannover.

Die beiden HX-Neufahrzeuge wurden in Zusammenarbeit mit den Firmen MEILLER-Kipper München und Freytag Karosseriebau optimal auf die Bedürfnisse der Bevölkerungsschutzorganisation Technisches Hilfswerk (THW) zugeschnitten. Durch ihre hohe Robustheit, Beweglichkeit und Watfähigkeit von 1,5 Metern sind die Trucks bestens für die Verwendung in schwerem Gelände oder Hochwassergebieten geeignet. Eine Runddachluke ermöglicht der Besatzung eine hervorragende 360-Grad-Übersicht und bietet eine zusätzliche Ein- und Ausstiegsoption. Die HX eignen sich für vielfältige Transportaufgaben und können auch weitere vom THW genutzte Anhänger ziehen. Die beiden gespendeten HX-Fahrzeuge werden bei den Ortsverbänden Dülmen (Nordrhein-Westfalen) und Limburg (Hessen) im Einsatz sein.

Unter dem Eindruck der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal hatte Rheinmetall MAN beschlossen, die beiden Lkw zu spenden. Firma MEILLER Kipper München unterstützte das Vorhaben durch die Spende der beiden Dreiseitenkipper, die durch die Firma Freytag Karosseriebau aufgebaut wurden. Seinerzeit hatte Rheinmetall freiwilligen Helfern von Rheinmetalls Joint Venture Partner MAN hochgeländegängige RMMV-Fahrzeuge ausgeliehen, um Hilfsgüter in das Katastrophengebiet fahren und die Sachspenden dort direkt an den Ort des Geschehens bringen zu können.

Die HX-Familie von Rheinmetall MAN Military Vehicles gehört zu den am weitest verbreiteten Nutzfahrzeugen für Militär sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Weltweit sind über 15.000 Exemplare im Einsatz. Die HX-LKW sind als Military-off-the-Shelf-Fahrzeugfamilie konsequent auf Robustheit, Beweglichkeit, Ergonomie und Modularität ausgelegt – ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche. Etliche dieser Fahrzeuge haben sich weltweit bei Katastrophen¬schutz- und Hilfseinsätzen bewährt, darunter bei der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal, bei Buschfeuern in Australien oder der Flut in Neuseeland.

Rheinmetall stellte erstmalig auf der Interschutz aus. Die all fünf Jahre stattfindende Veranstaltung gilt als Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz sowie Sicherheit. Sie fand dieses Jahr vom 20. bis zum 25 Juni 2022 in Hannover statt. Zu den Rheinmetall-Exponaten gehörten das Großtanklöschfahrzeug SX- GTLF von der Werkfeuerwehr Unterlüß, ein HX 77 mit dem Baggeraufbau CSM Excavator sowie ein HX60 Dreiseitenkipper.

Studienfahrt Schule/Wirtschaft Düsseldorf + Gelsenkirchen feiert 24jähriges Bestehen: Lehrkräfte und Unternehmensvertreter auf Informationsbesuch in Straßburg

Seit 20 Jahren gibts die Studienfahrt der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft Düsseldorf + Gelsenkirchen. Sie findet aktuell in Strassburg statt. Auf dem Programm stehen Betriebserkundungen und Besuche des Europarates und des Europäischen Parlaments.

24 Jahre „Studienfahrt Arbeitskreise Schule/Wirtschaft Düsseldorf + Gelsenkirchen“! Anlässlich dieses kleinen Jubiläums fahren Vertreterinnen und Vertreter aus Schule und Unternehmen in diesem Jahr nach Straßburg unter dem Motto „Straßburg-Elsässische Provinz und europäische Metropole“. Seit 20 Jahren unternehmen die Arbeitskreise gemeinsam mit der „Europäischen Akademie NRW“ solche Fahrten.

Bisherige Stationen waren beispielsweise Berlin und Brüssel, Ost- und Mitteldeutschland, die BeNe-Lux-Staaten sowie Polen. Auf dem Programm stehen traditionell aspektliche Betriebserkundungen, thematische Führungen durch die Region und Gespräche mit der Politik und Unternehmensvertretern. Zu den bekanntesten Gäste gehörten beispielsweise Schul- und Wirtschaftsministerinnen und -minister, Schulsenatorinnen (z.B. Hamburg und Berlin) und nicht zuletzt Gregor Gysi, der uns in Berlin drei abendliche, amüsante Stunden schenkte.

Im Elsaß gibts zunächst am ersten Seminartag eine politisch-historische Stadterkundung mit Expertin Sophie Hof sowie am zweiten Tag einen Informationsbesuch mit Diskussion im Rheinhafen Straßburg mit Unternehmensvertreter Manfred Rausch. Auf dem Programm stehen auch ein Informationstermin mit Führung im ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof und am dritten Seminartag eine Erkundungstour durch das Elsaß mit Fahrt über die Weinstraße, zum Mont Sainte-Odile und mit Aufenthalten in Riquewihr, Colmar und Ammerschwihr.

Kirche und Politik stehen im Fokus des vierten Seminartages. Mit der Überschrift „Recht und Freiheit in Europa“ besuchen wir den Europarat und das Europäische Parlament. Der letzte Tag wird abgerundet mit einem Informationstermins im Straßburger Münster. Interessanterweise gibt es in diesen Stunden auch eine kleine Premiere zu feiern: Erstmalig ist der Kreis der teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter aus den Betrieben größer wie der der Lehrkräfte.

Wenn die Tage im Elsaß auch prall gefüllt waren, so fiel die Resonanz gut aus. Das Feedback bei ausnahmslos positiv. Und es wurden auch bereits Pläne für das 25. Treffen im kommenden Jahr geschmiedet. In die engere Wahl kamen die Wirtschaftsregionen Maastricht und Speyer. Geplant ist die Fahrt wieder für die erste Woche der Sommerferien.

Der Hafen ist einer der größten Binnenhäfen Europas. Duisburg und Düsseldorf/Neuss sind noch größer.

Die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft Düsseldorf + Gelsenkirchen bestehen seit über 60 Jahren in einem Verbund aus 100 weiteren Arbeitskreisen in NRW, getragen von den lokalen Arbeitgeberverbänden und vom Bildungswerk der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. In Deutschland gibt es über 500 Arbeitskreise. Auf dem Programm stehen Betriebserkundungen, Workshops und Seminare für Lehrerinnen und Lehrer, Netzwerkveranstaltungen für Lehrkräfte und Ausbildende und oftmals gibt es auch enge Kooperationen mit den lokalen Bildungslandschaften, wie den Bildungsbüros und den Kommunalen Koordinierungen.

In den Arbeitskreisen Schule/Wirtschaft sind Lehrerinnen und Lehrer sowie Unternehmensvertreter organisiert. Eine Teilnahme ist immer kostenlos. Bei den Studienfahrten übernehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer allerdings einen Großteil der Kosten. Mehr Infos unter https://schuwidus-ge.de

Seit 20 Jahren gibts die Studienfahrt der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft Düsseldorf + Gelsenkirchen. Sie findet aktuell in Strassburg statt. Auf dem Programm stehen Betriebserkundungen und Besuche des Europarates und des Europäischen Parlaments.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Düsseldorf: neue Runde

Zum zweiten Mal ist die “next generation“ gefragt, beim DNP Online-Hackathon innerhalb kurzer Zeit frische Lösungen für den nachhaltigen Wandel zu finden. Am 7. und 8. September heißt es wieder: 24 Stunden non-stop reale Challenges führender Unternehmen bearbeiten und zur Transformation beitragen. Die Registrierung für den 2. Transformathon ist ab sofort möglich.

Nach erfolgreicher Premiere im letzten Jahr ruft der DNP erneut Azubis, Studierende, Doktorand:innen und Young Professionals mit Affinität zu Nachhaltigkeitsthemen auf, am DNP Transformathon teilzunehmen. Das Ziel: In Rekordzeit reale Challenges führender Unternehmen zu bearbeiten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das Siegerteam erhält ein Preisgeld von € 1.000,- pro Teammitglied sowie die Möglichkeit zur weiteren Realisierung der Idee durch den Ko-Host. Die diesjährigen Challenges werden einige Wochen vor Hackathon-Start bekannt gegeben. Registrierte Teilnehmende können anschließend ihre Präferenzen angeben und werden interdisziplinären Teams zugeteilt. Die Jury wählt die Finalisten aus, die am 1. und 2. Dezember in Düsseldorf vor dem Live-Publikum des Deutschen Nachhaltigkeitstages um den Sieg pitchen.

Sieger 2021: GeoGo – find your inner Nerd!

Unter dem Motto „Mit Faktor 10 den Wandel beschleunigen“ haben 2021 beim ersten Transformathon 150 Teilnehmende online und mit Unterstützung von Expert:innen innerhalb von 24 Stunden acht Challenges bearbeitet. Die Finalistenteams haben beim Deutschen Nachhaltigkeitstag im Dezember 2021 live in Düsseldorf gepitcht. Gewonnen hat das Team „GeoGo – find your inner Nerd!“, das die Challenge „Factor 10 Against The Mind Behaviour Gap“ des Ko-Host Gruner + Jahr (Geo) erfolgreich gelöst hat.

Rückblick 2021 und Online-Registrierung 2022 unter: Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Transformathon 2022

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit acht Wettbewerben (darunter der Next Economy Award für „grüne Gründer“), über 1.000 Bewerbern und 2.000 Gästen zu den Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Rahmen für die Verleihung ist der Deutsche Nachhaltigkeitstag in Düsseldorf, die meistbesuchte jährliche Kommunikationsplattform zu den Themen nachhaltiger Entwicklung.

Landtag live – Wahl des Ministerpräsidenten im WDR Fernsehen

CDU und Grüne in Nordrhein-Westfalen befinden sich auf der Schlussgeraden ihrer Koalitionsverhandlungen. Ende des Monats soll der Koalitionsvertrag unter Dach und Fach sein, geplant ist, dass zwei Parteitage das Verhandlungsergebnis am letzten Juni-Wochenende absegnen. Am Dienstag, den 28. Juni, folgt dann die Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag, so der Fahrplan. Die Wahl von Hendrik Wüst (CDU), dem bisherigen und mutmaßlich künftigen Regierungschef, steht für diesen Tag um 14:00 Uhr auf der Tagesordnung des Parlaments. Damit bekäme Nordrhein-Westfalen zum ersten Mal in der Landesgeschichte eine schwarz-grüne Regierung, etwa sechs Wochen nach der Landtagswahl vom 15. Mai. Das WDR Fernsehen überträgt die Wahl live aus dem Parlament in Düsseldorf. Die Wahl ist auch im Livestream und bei WDR Event zu verfolgen.

Moderation: Siham El-Maimouni

Redaktion: Nicolas Vordonarakis

Kommentator: Jochen Trum

Rheinmetall gewinnt Neukunden im Bereich E-Mobilität: Zuschlag für die Fertigung von Fahrwerksteilen für ein neues Elektrofahrzeug

Die Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf

Der Düsseldorfer Technologiekonzern Rheinmetall hat mit seinem chinesischen Joint Venture KPSNC einen Neuauftrag im Wert von etwa 42 MioEUR über Lifetime erhalten. Es handelt sich dabei um Fahrwerksteile für ein Elektro-SUV eines neuen Players auf dem Markt für E-Mobility.

Der Auftragseingang wurde Mitte April 2022 eingebucht. Erste Teile werden bereits im Oktober 2022 geliefert. Serienstart ist im Januar 2024. Die Projektlaufzeit beträgt acht Jahre. Die Produktion wird „local for local“ im Werk Guangde/China erfolgen.

Rheinmetall konnte sich im Rahmen einer offiziellen Ausschreibung gegen lokale und internationale Wettbewerber durchsetzen. Der Gewinn der Ausschreibung ist einmal mehr Beleg für die erfolgreiche Konzernstrategie zur Bewältigung der Mobilitätswende. Rheinmetall baut seine Position im Bereich der alternativen Antriebe weiter konsequent aus. Als bewährter Technologiepartner der Automobilindustrie leistet Rheinmetall seit vielen Jahren wichtige Beiträge zur Optimierung und Entwicklung des Automobils – und somit auch zur eingeleiteten Energiewende. Der Konzern arbeitet auf dem Gebiet der E-Mobilität bereits mit verschiedenen namhaften Automobilherstellern zusammen, besitzt darüber hinaus aber auch die Kompetenz, neue Kunden zu gewinnen und in enger Zusammenarbeit zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

Bei dem Auftraggeber handelt es sich um einen Neukunden für den Konzern, ein chinesisches Start-Up-Unternehmen mit steigenden Produktionszahlen, das rein auf die Produktion von E-Fahrzeugen spezialisiert ist. Bei dem Produkt handelt es sich um ein Fahrwerksteil, das im Niederdruckguss-Verfahren hergestellt wird und in Elektro-SUVs verbaut werden soll. Die Auslieferung an den Kunden erfolgt fertig bearbeitet und teilmontiert.

Rheinmetall ist bei diesem Vorhaben durch ein Joint Venture mit HUAYU Automotive Systems Co. Ltd. (HASCO), der Automobilkomponentendivision des chinesischen Automobilherstellers SAIC, vertreten. Rheinmetall hat zwei eng kooperierende Joint Ventures: in Europa die Unternehmensgruppe KS HUAYU AluTech GmbH und in China die HASCO KSPG Nonferrous Components (Shanghai) Co., Ltd. (KPSNC). In beiden Fällen halten Rheinmetall und sein JV-Partner HASCO jeweils 50 Prozent der Anteile.

Mit seiner Business Unit Castings ist Rheinmetall ein führender Hersteller von Aluminium-Leichtbauteilen mit Produktionsstätten in Deutschland und China. Das Produktportfolio umfasst Zylinderkurbelgehäuse und Zylinderköpfe, Strukturbauteile, Getriebe- und Fahrwerksteile sowie E-Mobility-Komponenten.