Logistik der nächsten Generation durch künstliche Intelligenz

140 Pro­duk­ti­ons­stät­ten, mehr als 200 Lager und rund 70.000 Pro­duk­te bil­den das Rück­grat von Hen­kel Adhe­si­ve Technologies.

Obwohl die­se Zah­len an sich nicht unge­wöhn­lich sind, wür­de die Berech­nung der Anzahl all ihrer mög­li­chen Kom­bi­na­tio­nen einen Wert erge­ben, der die mensch­li­che Vor­stel­lungs­kraft über­steigt. Für unser Glo­bal Sup­ply Chain-Team in Ams­ter­dam gehört es zum All­tag, mit sol­chen Daten­men­gen und den Mög­lich­kei­ten, die sich aus ihrer Inter­pre­ta­ti­on erge­ben, umzu­ge­hen. Künst­li­che Intel­li­genz und intel­li­gen­te Pla­nungs-Tools unter­stüt­zen die Logis­tik­ex­per­ten bei der Opti­mie­rung von Mate­ri­al­flüs­sen und Arbeitsabläufen.

Mit der Digi­ta­li­sie­rung der Lie­fer­ket­ten­lo­gis­tik schafft Hen­kel die Basis dafür, mit den Markt­trends Schritt zu hal­ten, das Ser­vice­ni­veau für unse­re Kun­den zu ver­bes­sern und die Effi­zi­enz zu stei­gern, um auf dem Markt wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Durch die Nut­zung daten­ba­sier­ter Tech­no­lo­gien wie Simu­la­tio­nen und Track-and-Trace-Soft­ware erhöht der Unter­neh­mens­be­reich die Trans­pa­renz ent­lang der Lie­fer­ket­te und ebnet den Weg für wei­te­re Ver­bes­se­run­gen und neue Dienstleistungen.

Die bestehende Lagerstruktur neu denken

Jahr­zehn­te­lang plan­ten die Lie­fer­ket­ten­ma­na­ger Lager, die so nah wie mög­lich an den Pro­duk­ti­ons­stät­ten des Unter­neh­mens lie­gen soll­ten. Heu­te wird der idea­le Stand­ort vor­nehm­lich durch die Markt­an­for­de­run­gen bestimmt und liegt daher eher in der Nähe des Werks des Kun­den. Auf die­se Wei­se kön­nen Just-in-Time-Bestel­lun­gen abge­wi­ckelt und gleich­zei­tig die Trans­port­kos­ten gesenkt werden.

Auch Hen­kel ver­folgt die­sen Ansatz und setzt eine intel­li­gen­te Soft­ware ein, um die gewach­se­ne Lager­struk­tur neu zu gestal­ten. Das Tool erzeugt ein vir­tu­el­les Bild des Netz­werks, einen soge­nann­ten digi­ta­len Zwil­ling, mit dem das Team ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en simu­lie­ren kann. Zusätz­lich sind inte­grier­te Algo­rith­men in der Lage, kom­ple­xe mathe­ma­ti­sche Auf­ga­ben zu ver­ar­bei­ten. Bei­spiels­wei­se kön­nen sie das opti­ma­le Ver­triebs­netz für ein Pro­dukt berech­nen, wobei sie begrenz­te Lager­ka­pa­zi­tä­ten an bestimm­ten Stand­or­ten sowie Kun­den­an­for­de­run­gen hin­sicht­lich der Lie­fer­zei­ten berück­sich­ti­gen. Die­se Simu­la­tio­nen sind nütz­lich, um die Vor- und Nach­tei­le ver­schie­de­ner Optio­nen abzu­wä­gen und um Rol­len und Ver­ant­wort­lich­kei­ten zu planen.

Die daten­ba­sier­te Opti­mie­rung der Mate­ri­al­flüs­se sorg­te seit 2013 für einer Ver­schie­bung in der Lager­land­schaft von Hen­kel – es wur­den 70 neue Lager eröff­net und 120 geschlos­sen. Das neue Dis­tri­bu­ti­ons­zen­trum in Bönen, ist der jüngs­te Mei­len­stein auf dem Weg zum Auf­bau eines Netz­werks mit maxi­ma­ler Kapa­zi­täts­aus­las­tung. Mit einer Flä­che von 57.000 Qua­drat­me­tern und 300 Mit­ar­bei­tern ist es das größ­te Lager von Hen­kel Adhe­si­ve Tech­no­lo­gies welt­weit. Durch­schnitt­lich wer­den 70 Lkw pro Tag abge­wi­ckelt, die vor­wie­gend Kun­den in Deutsch­land und West­eu­ro­pa beliefern.

Transport: Immer auf Kurs

Die täg­li­che Trans­port­lo­gis­tik kann mit­hil­fe intel­li­gen­ter Soft­ware­lö­sun­gen zudem wei­ter opti­miert wer­den. Die Lie­fer­ket­ten­spe­zia­lis­ten von Hen­kel nut­zen zu die­sem Zweck ein Trans­port Manage­ment Sys­tem. Das Tool ruft die in SAP erstell­ten Lie­fer­be­stel­lun­gen ab und kon­so­li­diert sie so effi­zi­ent wie mög­lich. Auch hier wer­den Algo­rith­men ver­wen­det, um Mul­ti-Pick- oder Mul­ti-Drop-Optio­nen sowie eine Kom­bi­na­ti­on aus bei­den zu berech­nen. Die Vor­tei­le lie­gen auf der Hand: Trans­port­pla­ner opti­mie­ren die Kon­so­li­die­rung von Ladun­gen und errei­chen die best­mög­li­che Lkw-Aus­las­tung, wodurch sowohl die CO2-Bilanz als auch die Kos­ten gesenkt wer­den. Zudem erhöht das Tool die Kos­ten­trans­pa­renz, da die Trans­port­kos­ten jedem ein­zel­nen geplan­ten Trans­port zuge­ord­net wer­den können.

Außer­dem hat Hen­kel Adhe­si­ve Tech­no­lo­gies eine Track-and-Trace-Lösung für Lkw in Nord­ame­ri­ka und Euro­pa ein­ge­führt. Mit sei­ner Live-Tracking-Funk­ti­on kön­nen Mit­ar­bei­ter die genau­en Ankunfts­zei­ten der ein­zel­nen Lkw ein­se­hen. Die­se Funk­tio­na­li­tät ermög­licht es, Ver­zö­ge­run­gen zu anti­zi­pie­ren, und ver­bes­sert infol­ge­des­sen die Kun­den­er­fah­rung durch schnel­le­re und genaue­re Infor­ma­tio­nen sowie die Pla­nung poten­zi­ell not­wen­di­ger Aktio­nen, zum Bei­spiel die Not­wen­dig­keit von Express­sen­dun­gen. Track-and-Trace-Lösun­gen bie­ten außer­dem neue daten­ba­sier­te Ein­bli­cke, indem sie Pla­nern Infor­ma­tio­nen über Last­vo­lu­men und stun­den­ge­naue Daten zur Pünkt­lich­keit liefern.

Ergebnisse: Deutliche Verbesserung von Nachhaltigkeit und Produktivität

Durch die Kom­bi­na­ti­on meh­re­rer intel­li­gen­ter Soft­ware­lö­sun­gen und moder­ner Pla­nungs-Tools konn­te Hen­kel Adhe­si­ve Tech­no­lo­gies sowohl wirt­schaft­li­che als auch öko­lo­gi­sche Vor­tei­le ent­lang der welt­wei­ten Lie­fer­ket­te erzie­len. Ins­ge­samt trug die Logis­tik zu erheb­li­chen Pro­duk­ti­vi­täts­ge­win­nen bei und der Unter­neh­mens­be­reich Adhe­si­ve Tech­no­lo­gies konn­te sei­nen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck pro ver­kauf­ter Ton­ne im Jahr 2019 um 24 Pro­zent sen­ken gegen­über dem Basis­jahr 2015. Unse­re Bemü­hun­gen um eine Opti­mie­rung der Trans­port- und Lager­lo­gis­tik tra­gen somit wesent­lich zur gesam­ten Kli­ma­stra­te­gie von Hen­kel bei.

Durch die dyna­mi­sche Ent­wick­lung von Pro­duk­ten, Märk­ten und Kun­den geht unse­rem Glo­bal Sup­ply Chain-Team die Arbeit nicht aus: Die kon­ti­nu­ier­li­che Ver­bes­se­rung unse­rer Lie­fer­ket­te hat wei­ter­hin Prio­ri­tät für uns. Ange­sichts inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gien ist die Opti­mie­rung der Logis­tik ein ste­ti­ger Pro­zess, um die Anfor­de­run­gen unse­rer Kun­den best­mög­lich zu erfüllen.

Quel­le: www.henkel.de