Nach 3. Verhandlungsrunde: „IG Metall sollte Politik der verschränkten Arme aufgeben“

Die nord­rhein-west­fä­li­schen Metall­ar­beit­ge­ber haben die IG Metall auf­ge­for­dert, sich kon­struk­ti­ver als bis­her mit dem „sehr fai­ren“ Ange­bot der Arbeit­ge­ber aus­ein­an­der­zu­set­zen. Den Ver­hand­lungs­pro­zess bezeich­ne­te der Prä­si­dent und Ver­hand­lungs­füh­rer des Ver­ban­des der Metall- und Elek­tro-Indus­trie Nord­rhein-West­fa­len (METALL NRW), Arndt G. Kirch­hoff, nach der 3. Ver­hand­lung für die 700.000 Beschäf­tig­ten der M+E‑Industrie in NRW als „aus­ge­spro­chen zäh und müh­sam“.

Die mas­si­ve Warn­streik­wel­le, mit der die Gewerk­schaft seit Ende der Frie­dens­pflicht die Betrie­be in Nord­rhein-West­fa­len über­zo­gen habe, sei weder ange­mes­sen noch ziel­füh­rend. „Ich hof­fe, dass die Gewerk­schaft ihre Poli­tik der ver­schränk­ten Arme auf­gibt und zeigt, dass sie mit uns gemein­sam eine trag­fä­hi­ge Lösung errei­chen will.“

Grund­sätz­lich kön­ne er nicht nach­voll­zie­hen, so Kirch­hoff, war­um die IG Metall nach wie vor ein Ange­bot ableh­ne, das den Beschäf­tig­ten rund 100 Euro mehr gewäh­re. „Der­zeit ist das nomi­na­le Plus gleich dem rea­len Plus“, erklär­te der Metall­ar­beit­ge­ber­prä­si­dent mit Blick auf die nied­ri­ge Infla­ti­on. Er warn­te die IG Metall erneut, die M+E‑Unternehmen tarif­po­li­tisch zu über­for­dern. Das Arbeit­ge­ber­an­ge­bot errei­che in NRW bereits ein Kos­ten­vo­lu­men von fast 900 Mil­lio­nen Euro. Für man­ches Unter­neh­men sei damit bereits die Gren­ze der Belast­bar­keit erreicht.

Kirch­hoff for­der­te die IG Metall zu einem wirk­lich­keits­nä­he­rem Umgang mit den qua­li­ta­ti­ven The­men der Tarif­run­de 2015 auf. „Wenn 95 Pro­zent unse­rer Unter­neh­men Wei­ter­bil­dung durch­füh­ren, dann haben wir hier grund­sätz­lich kei­nen tarif­po­li­ti­schen Rege­lungs­be­darf“, beton­te Kirch­hoff. Die Arbeit­ge­ber sei­en bereit, die betrieb­li­che Wirk­lich­keit bei der Wei­ter­bil­dung in den ein­schlä­gi­gen Tarif­ver­trä­gen abzu­bil­den und sich über­dies noch stär­ker um An- und Unge­lern­te zu küm­mern.

Die IG Metall kön­ne auch nicht erwar­ten, dass die Metall­ar­beit­ge­ber den ohne­hin fata­len beschäf­ti­gungs­po­li­ti­schen Effekt der Ein­füh­rung der Ren­te mit 63 auch noch durch weit­ge­hen­de tarif­ver­trag­li­che Ansprü­che flan­kier­ten. „Was die Beschäf­ti­gung Älte­rer angeht, fährt der Zug sozi­al- und tarif­po­li­tisch gera­de in die völ­lig fal­sche Rich­tung“, erklär­te Kirch­hoff.

Quel­le: Metall NRW