Rheinmetall Automotive sichert sich Großauftrag: Elektrische Vakuumpumpen für Autoproduzenten in China – Auftragsvolumen 250 Mio EUR

Der Düs­sel­dor­fer Tech­no­lo­gie­kon­zern Rhein­me­tall hat mit sei­ner Auto­mo­ti­ve-Spar­te von einem renom­mier­ten inter­na­tio­na­len Auto­mo­bil­her­stel­ler einen Groß­auf­trag für elek­tri­sche Vaku­um­pum­pen erhal­ten. Der Auf­trag erstreckt sich auf ein Gesamt­vo­lu­men von 250 Mio­EUR. Die Kom­po­nen­ten wer­den von der Pier­burg Huayu Pump Tech­no­lo­gy (PHP), einem in Shang­hai ansäs­si­gen Joint Ven­ture von Rhein­me­tall Auto­mo­ti­ve, her­ge­stellt.

Die Anlauf­pha­se der Pro­duk­ti­on hat bereits im ver­gan­ge­nen Jahr begon­nen. Die zur Unter­stüt­zung des Brems­sys­tems ein­ge­setz­ten Pum­pen wer­den in den chi­ne­si­schen Wer­ken des Kun­den in Plug-in-Hybrid­fahr­zeu­gen (PHEV) ver­baut. Nach­dem das Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men im März und April 2020 infol­ge des Aus­bruchs des Coro­na-Virus gesun­ken war, ist das Werk der Pier­burg Huayu Pump Tech­no­lo­gy in Shang­hai mitt­ler­wei­le wie­der zu 100% in Betrieb. Die der­zei­ti­gen Abru­fe der Pum­pen durch den Kun­den lie­gen auf dem ursprüng­lich geplan­ten Men­gen­ni­veau.

Die elek­tri­sche Vaku­um­pum­pe wur­de von Pier­burg in Deutsch­land ent­wi­ckelt, wo die Pro­duk­ti­on bereits 2017 für einen wei­te­ren Auf­trag des­sel­ben Kun­den begon­nen hat­te. Der Haupt­vor­teil elek­tri­scher Vaku­um­pum­pen besteht dar­in, dass sie abge­schal­tet wer­den kön­nen, sobald kein Brems­ma­nö­ver erfolgt, wäh­rend mecha­ni­sche Vaku­um­pum­pen im Fahr­zeug­be­trieb auch dann kon­ti­nu­ier­lich lau­fen, wenn dazu kei­ne Not­wen­dig­keit besteht. Dar­über hin­aus sind die elek­tri­schen Vaku­um­pum­pen nicht an das Motoröl­schmier­sys­tem ange­schlos­sen. Dadurch kann die Grö­ße der Ölpum­pe ver­rin­gert wer­den, was wie­der­um den Wir­kungs­grad des Antriebs­strangs erhöht.

Bei Hybri­den ermög­li­chen elek­tri­sche Vaku­um­pum­pen das rein elek­tri­sche Fah­ren bei abge­schal­te­tem Ver­bren­nungs­mo­tor, da die vol­le Brems­kraft­un­ter­stüt­zung erhal­ten bleibt. Sie ermög­li­chen auch das soge­nann­te „Segeln“, bei dem der Motor abge­stellt und ent­kop­pelt wird, um durch die gerin­ge­re Rei­bung im Antriebs­strang zusätz­li­che Ener­gie­ein­spa­run­gen zu erzie­len (erwei­ter­ter Start / Stopp-Betrieb).

Die Pum­pen kön­nen auch in voll­elek­tri­schen Fahr­zeu­gen und sogar in kon­ven­tio­nel­len Antrie­ben ein­ge­setzt wer­den. Gera­de bei den heu­ti­gen Down­si­zing-Moto­ren sind elek­tri­sche Pum­pen eben­falls unver­zicht­bar, da sie immer ein aus­rei­chen­des Vaku­um­ni­veau zur Stei­ge­rung der Brems­leis­tung gewähr­leis­ten.

Neben einer deut­li­chen Sen­kung des Kraft­stoff­ver­brauchs und der Emis­sio­nen weist die Pum­pe ein her­vor­ra­gen­des Geräusch­ver­hal­ten auf. Vor allem bei lei­se fah­ren­den Elek­tro- und Hybrid­fahr­zeu­gen muss der Geräusch­pe­gel des

Pum­pen­sys­tems so nied­rig sein, dass er wäh­rend der Fahrt nicht wahr­nehm­bar ist. Die Pum­pe und der inte­grier­te Motor sind kom­plet­te Eigen­ent­wick­lun­gen von Rhein­me­tall Auto­mo­ti­ve, was Befes­ti­gungs­lö­sun­gen ermög­lich­te, mit denen die elek­tri­sche Vaku­um­pum­pe unab­hän­gig von ande­ren Bau­grup­pen an Karos­se­rie­tei­len ange­bracht wer­den kann, ohne dabei stö­ren­de Vibra­tio­nen in der Struk­tur zu ver­ur­sa­chen.