Stupp setzt auf Anlagentechnik der SMS group

Stupp Cor­po­ra­ti­on hat den Auf­trag für die Erwei­te­rung ihres Spiral­rohrwerkes am Stand­ort in Baton Rouge, Loui­sia­na, USA, an die SMS group (www.sms-group.com) erteilt. Der Auf­trag setzt sich aus zwei Posi­tio­nen zusam­men: einer teil­wei­sen Moder­ni­sie­rung der Spi­ral­rohr­ma­schi­ne, um die Kapa­zi­tät der Rohr­pro­duk­ti­on zu erhö­hen, und einem neu­en UP (Unterpulver)-Nachschweißstand, der die bereits exis­tie­ren­den drei Schweiß­stän­de ergänzt. Die moder­ni­sier­te Anla­ge wird zum Jah­res­en­de 2020 ihren Betrieb auf­neh­men.

Im August 2007 kauf­te Stupp ein Spi­ral­rohr­werk bei der PWS GmbH – heu­te ein hun­dert­pro­zen­ti­ges Toch­ter­un­ter­neh­men der SMS group. Damals wur­den ins­ge­samt drei UP-Nach­schweiß­stän­de instal­liert. Das Werk nahm 2009 die Pro­duk­ti­on auf und fer­tigt Spi­ral­roh­re für Öl- und Gas-Pipe­lines im Durch­mes­ser­be­reich von 24 bis 60 Zoll und mit einer maxi­ma­len Rohr­län­ge von bis zu 24,4 Metern. Pro­du­ziert wird im Zwei-Stu­fen-Ver­fah­ren: In der ers­ten Stu­fe erfolgt die Spiral­rohrumformung und ein kon­ti­nu­ier­li­ches Heft­schwei­ßen des Roh­res in der Spiral­rohrmaschine. In der zwei­ten Stu­fe wer­den die Roh­re auf sepa­ra­ten Nach­schweiß­stän­den mit­tels UP-Schweiß­ver­fah­ren fer­tig geschweißt.

Um die Pro­duk­ti­on des Rohr­werks zu einem spä­te­ren Zeit­punkt er­höhen zu kön­nen, wur­de in der ursprüng­li­chen Pla­nung des Rohr­werks ein Platz für die Nach­rüs­tung eines wei­te­ren – vier­ten – UP-Nach­schweiß­stan­des berück­sich­tigt. Die Fun­da­men­te für die­sen Nach­schweiß­stand wur­den bereits bei der Fer­ti­gung der Fun­da­men­te für die drei Nach­schweiß­stän­de, die 2009 in Betrieb genom­me­nen wur­den, gegos­sen. Nach Prü­fung der Markt­aus­sich­ten für die kom­men­den Jah­re hat die Stupp Cor­po­ra­ti­on ent­schie­den, den vier­ten Nach­schweiß­stand im Zuge einer Moder­ni­sie­rung durch die SMS group nach­rüs­ten zu las­sen.

Die Spi­ral­rohr­an­la­ge erhält eine neue Has­pel­sta­ti­on, die höhe­re Band­ab­zugs­ge­schwin­dig­kei­ten zulässt und mit einem program­mierbaren Brems­sys­tem aus­ge­rüs­tet ist. Dadurch kann das Band zwi­schen Has­pel­sta­ti­on und Haupt­an­trieb auf Span­nung gehal­ten wer­den, sodass sich das Coil­band nicht unkon­trol­liert abwi­ckeln kann. Dabei sorgt das Brems­sys­tem dafür, dass ins­be­son­de­re bei hoch­fes­ten Mate­ri­al­gü­ten, die heut­zu­ta­ge vor allem für Öl- und Gas­pipe­lines zum Ein­satz kom­men, typi­sche Ober­flä­chen­schä­den ver­mie­den wer­den.

Nach jah­re­lan­ger Pro­duk­ti­on mit SMS group-Nach­schweiß­stän­den hat sich die Stupp Cor­po­ra­ti­on in enger Abspra­che mit SMS für das Antriebs­sys­tem mit Schräg­roll­gang ent­schie­den. Dar­über hin­aus soll der neue Nach­schweiß­stand die exis­tie­ren­den drei nicht nur ergän­zen, son­dern auch Ver­gleichs­da­ten lie­fern: Beim Schräg­rollgangsystem wird das Rohr nicht wie bei den ande­ren Stän­den über dop­pel-kar­da­ni­sche Rol­len, son­dern mit­tels Rol­len, wel­che im Spi­ral­win­kel ange­stellt wer­den, bewegt. Um ein Rohr an Ort und Stel­le zu dre­hen oder es in Längs­rich­tung oder schrau­ben­för­mig zu trans­por­tie­ren, kann der Win­kel des Schräg­roll­gangs auf Knopf­druck von der Bedie­n­er­sta­ti­on aus ent­spre­chend geän­dert wer­den.

Ein Haupt­vor­teil des Schräg­roll­gangs besteht dar­in, dass sich die Roh­re auf dem Schräg­roll­gang wesent­lich gleich­mä­ßi­ger bewe­gen. Dies geht aus der kom­bi­nier­ten Erfah­rung der SMS-Kon­struk­ti­ons­­­ab­tei­lung und SMS-Kun­den her­vor, die die­ses Sys­tem bereits ein­setzen. Dies wie­der­um wirkt sich direkt und posi­tiv auf die Qua­li­tät und die Gleich­mä­ßig­keit der Schweiß­naht aus. Für Stupp bedeu­tet dies, dass die Schweiß­feh­ler­ra­te redu­ziert und die Schweißnaht­geometrie mög­lichst kon­stant gehal­ten wer­den kön­nen.

Der hoch­au­to­ma­ti­sier­te Nach­schweiß­stand ist mit der neu­es­ten Steue­rungs- und Antriebs­tech­nik aus­ge­stat­tet. Die ein­ge­setz­te Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik setzt in der Antriebs­tech­nik und Sen­so­rik kon­se­quent auf Netz­werk­tech­no­lo­gie und ermög­licht somit den Zugang und die Auf­zeich­nung aller Maschi­nen­pa­ra­me­ter und ‑daten. Daten­ana­ly­sen ste­hen zur Ver­fü­gung, um die Qua­li­täts­über­wa­chung der Roh­re zu unter­stüt­zen, Pro­duk­ti­ons­pa­ra­me­ter der Maschi­ne zu lie­fern und so die Pro­duk­ti­on und Takt­zeit gezielt wei­ter zu opti­mie­ren, sowie Vor­her­sa­gen über die War­tungs­in­ter­val­le von Bau­grup­pen tref­fen zu kön­nen.

Dar­über hin­aus ermög­licht der neue Nach­schweiß­stand abhän­gig von der Rohr­ab­mes­sung eine Pro­duk­ti­ons­stei­ge­rung von bis zu 25 Pro­zent. So erhöht Stupp die bis­her instal­lier­te Jah­res­ka­pa­zi­tät um 40.000 bis 60.000 Ton­nen. Zusätz­lich kön­nen mit dem neu­en Nach­schweiß­stand War­tun­gen oder Aus­fäl­le an ande­ren Schweiß­stän­den kom­pen­siert wer­den.